der Villa Urbana des Marcus Helvetius Commodus

  • Bildliche Vorstellung


    Man betrat das Peristyl vom Atrium kommen durch ein zweites Vestibulum. Rechter Hand lang gleich der schmale Durchgang zum Hortus der Villa.
    Linker Hand lag gleich in einer Mauernische und teilweise unter der Treppe ins Obergeschoss eine sehr bequem aussehende Sitzgruppe.


    Das Peristyl hatte die übliche Form und hatte an den beiden Außenseiten und an der Wand zum Hortus jeweils 6 kleine Fenster in Überkopfhöhe. Zum Hortus ohne an den Außenseiten mit Gittern. Der Boden war zunächst hell gefließt. Dann folgte eine schmaler Streifen Rasen eingefasst mit Marmorsteinen. Auf diesem stand auf der gesamten Fläche in kleinen Abständen kleine "Sträuße" der Lavandula angustifolia.
    Dann folgte eine Säulenreihe die das bis hierhin runtergezogene Dach hielt. An den Längsseiten standen 6 Säulen mit 5 Zwischenräumen und an den Querseiten 4 Säulen mit 3 Zwischenräumen.
    An jeder der insgesamt 18 Säulen rankte eine Weinrebe hoch. Je nachdem an welcher Stelle des Säulenganges sie stand und dementsprechend Sonne bekam waren sie von unterschiedlicher Größe.
    In der Mitte, unter freiem Himmel gelegen befand sich zum einen ein Wasserbecken welches mit einigen exotischen Fischen besetzt war.
    Zwischen Säulen und Wasserbecken stand in fachmännisch gestutzten aber recht großen Sträuchern Thymus vulgaris.


    An den drei Wänden auf die man von der Sitzgruppe aus waren Szenen aus der griechischen Inselwelt aufgemalt.


    Zwischen den Säulen, umringt von den Säulen und Pflanzen standen auf kleineren Säulen Büsten die jeweils Oberkörper und Kopf der Person darstellten.


    An der Längsseite gegenüber der Sitzgruppe waren es:
    Büste 1
    Büste 2
    Büste 3
    Büste 4
    Büste 5


    Auf der schmalen Seite links von der Sitzgruppe:
    Büste 6
    Büste 7
    Büste 8


    Auf der schmalen Seite rechts von der Sitzgruppe zum Hortus hin:
    Büste 9
    Büste 10
    Büste 11


    Auf der Längsseite direkt bei der Sitzgruppe:
    Büste 12
    Büste 13


    Da wo die mittlere Büste hätte stehen müssen war ein Durchgang um zum Wasserbecken zu kommen.


    Büste 14
    Büste 15

  • Wenn Fausta das Peristyl durch den kleinen Durchgang betrat bot sich ihr folgender Anblick.
    Auf der rechten Seite mit einer Mauer getrennt und durch einen schmalen Durchgang zu sehen war der Hortus der Villa von Varus.
    Falls Fausta sich ein wenig mit Pflanzen auskannte sah man aber recht schnell das dieser primär für den Anbau von Küchenkräutern und anderen Nutzpflanzen für den Haushalt benutzt wurden.


    Das Peristyl wurde in der Mitte von einem Wasserbecken dominiert, welches von einem Säulengang umgeben war. Zwischen diesen stand gut ein Dutzend perfekt gepflegter Weinstöcke. Linker Hand in einer Wandaussparung war eine bequeme Sitzgruppe mit Holzmöbel und Sitzpolstern.


    Esther stellte den Weinbecher auf den Tisch und schien zu warten auf ein Zeichen für die Anwendung des Wassers.

  • >>> Als ich das Peristylium erreichte, fiel mein Blick erstmal nach rechts auf eine Art Kräutergarten. Wenigstens ein paar der Pflanzen kamen mir nämlich wirklich bekannt vor, auch wenn ich bestimmt nichtmal einer handvoll von dem Grünzeug den richtigen Namen zuordnen könnte. Während ich also nach links, wie mir gesagt worden war, weiterging, kam mir dann spontan eine tolle Idee! Ich würde mir nicht in Rom selbst, aber doch irgendwo hier in der Nähe den einen oder anderen eigenen Betrieb zulegen. Dabei sollte meine erste Unternehmung allerdings kein Kräutergarten oder Gemüsebauer werden, sondern eine Imkerei! Dann könnte ich neben gewöhnlichem, genießbaren Honig auch für den Eigenbedarf ein bisschen Tollhonig herstellen und bräuchte den im Zweifelsfall dann nicht mehr so teuer importieren zu lassen, wenn ich den mal brauchte. Und für ein nettes Kräutergärtchen ließen sich später bestimmt auch ein paar hübsche Giftpflänzchen finden und vielleicht ja auch ein paar Pilze, wer weiß? Unter Umständen könnte ich ja auch ein paar Dinge zu "Küchengewürzen" weiterverarbeiten lassen und mit ein paar geeigneten und weniger verträglichen Fischen aus einer zukünftig eigenen Zucht dann auch noch bestes Garum für die schwarzen Witwen Roms produzieren!
    Zufrieden grinsend ließ ich mich auf einem der Holzmöbel nieder. Diese Villa war phantastisch! Sie brachte mich auf so viele Ideen! Ohne mich weiter um einen der Sklaven zu kümmern wusch ich mir die Hände in der Schale, bevor ich den Lappen leicht nass machte und mir damit einmal vorsichtig meine Stirn abtupfte. Dann trocknete ich mir meine Hände am Handtuch ab und bedeutete der Sklavin mit einem zufriedenen Nicken und einer kleinen Handbewegung, dass sie wegtreten könnte. Während ich den Becher mit Wein griff und auf das Wasserbecken starrte, war ich völlig in die Gedanken an meine Unternehmungsidee versunken. Hoffentlich ließen sich die für den Tollhonig nötigen Pflanzen aus Südpontien auch ohne größere Probleme hier ansiedeln. Ich beschloss, dass ich dafür definitiv nicht an der Küste die Imkerei gründen dürfte! (Da würde mir der Wind sowieso nur die Bienen auf nimmer Wiedersehen aufs offene Meer hinaus wehen.)

  • Esther packte alles ein was Fausta benutzt hatte und nicht mehr brauchte und fragte dann noch:
    "Darf ich dir vielleicht noch etwas bringen Domina? Vielleicht einen kleinen Imbiß?"

  • Als ich von der Sklavin angesprochen wurde, schaute ich erstmal etwas irritiert und auch leicht verärgert über die Störung meiner Gedanken zu ihr. Moment, was hatte sie gleich wissen wollen? Imbiss.... Ich überlegte kurz, während mein Blick allmählich nachdenklicher und weniger böse wurde. "Ja, warum nicht.", war dann meine wenig überzeugte, aber trotzdem positive Antwort. Das hier würde schon keine Giftstube sein, so wie ich sie mir gerade für mich später ausgemalt hatte. Und überhaupt wäre es sicherlich reichlich dumm mich, die Nichte des großen Feldherrn Kaeso Modestus von den Annaeern, vergiften zu wollen. Ich sah also keinen Grund zur Beunruhigung - und zudem verstand ich mich mit meinen helvetischen Verwandten bislang ja eigentlich auch ganz ausgezeichnet! "Aber bitte nur eine Kleinigkeit, denn ich will deinem Herrn bei dessen Erscheinen ja nichts vorkauen.", ergänzte ich noch, weil ich mich gerade erinnerte, dass ihr Dominus mich ja begrüßen wollte. Mit einem leichten Seuftzen lehnte ich mich zurück und begann ganz entspannt zu warten.

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    Esther nickte kurz und ließ ein


    "Natürlich Domina", folgen und ging.


    Wenig später kehrte sie mit einem kleinem Tablet zurück. Auf diesem befand sich ein wenig Obst, nichts besonderes sondern das was gerade Erntezeit hatte.
    Dazu dann noch ein paar gefüllte Weinblätter die mit Olivenöl übergossen waren, für den Fall das Fausta etwas deftigeres bevorzugte als Imbiss.


    "Ich soll dir noch mitteilen das der Dominus bald da ist."


    Anschließend stellte sie sich etwas in den Hintergrund, bereit um ihren Verpflichtungen als Haussklavin nachzukommen.

  • Ich richtete mich wieder etwas auf, als die Sklavin mit einem kleinen Tablett zurückkehrte. Ja, ein bisschen Obst war jetzt genau das richtige! Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen nickte ich und ließ eine Kleinigkeit in meinem Mund verschwinden. Dann lehnte ich mich erneut zurück und versuchte die Zeit des Wartens mit dem Schmieden von Unternehmungsplänen und ähnlichem zu füllen. Wenn dieser Corvinus sich beeilte, ging es mir irgendwann durch den Kopf, dann wäre er am Ende noch hier, bevor ich Tiberius zu Gesicht bekäme (ich ging nämlich davon aus, dass die Sklaven den mit "Dominus" meinten). Und weil ich eigentlich auch nur hier war, um auf den Centurio zu warten, beschloss ich, dass ich in einer solchen Situation auch ohne Weiteres mit dem in Richtung Castra Praetoria verschwinden würde. Ja, genau so würde ich es machen.

  • Ich seufzte kurz und schloss die Augen. Der lange Weg erst zum Tor, dann aus der Stadt heraus, anschließend der zurück in die Stadt hinein und hierher, zur Villa Urbana des Tiberius, steckte mir merklich in den Knochen. Plötzlich stiegen mir die verschiedensten Gerüche der unterschiedlichsten Blumen und Kräuter in die Nase, sodass ich neugierig meine Augen wieder öffnete. Wo war ich? Ich drehte mich einmal langsam im Kreis und sah auf den ersten Blick überall nur bunt und scheinbar kreuz und quer durcheinander irgendwelche Pflanzen, die allesamt hell im Licht eines großen Mondes leuchteten. "Nun? Was brauche ich, um dem letzten Wein meines Mannes morgen früh die ganz besondere "Würze" zu geben?", fragte mich eine weibliche Stimme flüsternd und geheimnisvoll. Ich wollte mich umdrehen und sehen, wer da zu mir sprach, aber stattdessen begann ich ohne zu wissen, was ich da tat, scheinbar wahllos hier ein Pflänzchen und dort ein Blättchen zu pflücken und erklärte dabei: "Diese Blätter hier zerkochst du, bis das Wasser eine leicht grünliche Frabe hat. Danach gibst du den Pollen aus drei dieser roten und zwei dieser blauen Blüten hinzu und vermischst das Ganze ordentlich. Zum Schluss noch einen Tropfen der Flüssigkeit, die du durch das Zerstampfen des Käfers erhälst, den ich dir vorhin gab und nach einer weiteren Rührung ist es fertig, das Gebräu.", lachte ich ohne lachen zu wollen und drehte mich mit dem Grünzeug in den Händen um.
    Zwei Männer mit im Mondlicht fiesen Fratzen standen auf einmal vor mir. Einer hielt der anderen Frau den Mund zu und hatte ein Messer an ihrem Hals, während der andere seinen Dolch in meine Richtung ausgestreckt hielt. "In tiefschwarzer Nacht / ganz still ich reise / drum gib stets Acht / denn ich komm leise." Innerlich ängstlich sah ich den Sprechenden selbstsicher an. "Wer bist du und was willst du von mir?", fragte ich mit kräftiger Stimme. "Ich bin, wie man sieht / der Mann mit dem Dolch / ich komme im Krieg / und füge dir solch / eine Wunde schnell bei / die holt Pluto herbei.", grinste der Mann. "Um dieses Schicksal abzuwenden / du solltest mir nun schnell was geben / denn ich lasse mich gerne blenden / von Geld und Macht und Frauenleben.", blickte er lüstern auf meine Oberweite. Ich setzte langsam einen Schritt zurück und griff ganz unauffällig in eine eingenähte Tasche in meinem Kleid. "NICHTS kriegst du von mir!", rief ich und warf den beiden eine Hand voll irgendeinem Pulver entgegen, bevor ich die Flucht ergriff. Daraufhin begannen nicht nur die beiden Männer heftig zu niesen, sondern auch meiner Kundin stiegen schnell die Tränen in die Augen. Auf halbem Weg in die Sicherheit entfleuchte auch mir ein lautes "HATSCHI!"


    Auf einem Holzmöbel in der Villa Helvetia sitzend, halb liegend fand ich mich wieder. Ich fröstelte leicht. Wie lange ich hier wohl schon wartete.... auf den Hausherrn.... auf Centurio Corvinus? Ich wusste es nicht. Mir war nur klar, dass es zu lange war und ich, ungeduldig wie ich war, keine Lust auf weiteres Warten mehr hatte! Ich schnappte mir noch ein kleines Stückchen Obst und ließ es in meinem Mund verschwinden, bevor ich mir etwas zu Schreiben bringen ließ.


    Fausta Helvetium s.d.


    Ich danke euch für eure Gastfreundschaft, meine Cousins. Allerdings wurde ich daran erinnert, dass ich heute noch einen wichtigen Termin wahrnehmen muss. So Leid es mir also tut, bin ich dazu gezwungen euch für heute zu verlassen. Aber lasst mir einfach eine Nachricht in die Casa Sergia zukommen und wir können einen neuen Termin für meinen Besuch der Castra Praetoria ausmachen.


    Fausta


    Diese Tafel drückte ich einfach einer Sklavin in die Hände und machte mich dann auf den Weg zurück in die Casa Sergia. Das Ende dieses Tages hatte ich mir ursprünglich doch etwas anders vorgestellt....

  • >>> Ins Peristylium führte er mich also, stellte ich fest und erinnerte mich spontan an meinen letzten vor allem durch Warten geprägten Aufenthalt hier. Damals hatte mich Corvinus versetzt. Obwohl er es mir versprochen hatte. Obwohl er sich sogar beeilen wollte, meinte ich mich sogar zu erinnern! Eine Erklärung für sein Verhalten hatte ich bis heute nicht. Ich war gespannt, ob er am Ende überhaupt auf meinen Brief an ihn antworten würde.


    Aber zurück ins Hier und Jetzt! Hier schritt ich an der Seite nicht von meinem Cousin Corvinus, sondern an der meines Cousins Commodus. "Wirklich schön hast du es hier!", war ich mir nicht zu schade ihm ein ehrlich gemeintes Kompliment für den Stil des Peristyls zu schenken. "Als ich damals das erste Mal hier war, da hat mich das dazu inspiriert, genau die Betriebe und Unternehmungen zu gründen, die ich heute nicht ganz erfolglos führe und leite.", erzählte ich zum Einstieg, konnte meine Neugier allerdings nicht zur Gänze verbergen: "Aber sag mir, was führt mich heute zu dir? Weshalb hast du mich eingeladen? Doch sicherlich nicht nur, um mich noch einmal in diesen inspirierenden Genuss deines Anwesens kommen zu lassen, oder?", lächelte ich.

  • Shani war Commodus und der Sergia wie von ihr verlangt ins Peristylium gefolgt, natürlich stumm und möglichst unauffällig. Ha! Als ob sie das Bedürfnis gehabt hätte zu reden. Wenn man davon absah, dass die Nubierin es grundsätzlich vorzog stumm zu bleiben, noch dazu kam, dass ihr Commodus schon von Anfang an nie sympathisch gewesen war. Insgesamt ging sie sowieso davon aus, dass sie, Atermas und ihr Dominus Varus die einzigen wirklich normalen Menschen des Haushalts waren. Bei den beiden Sklavinnen Esther und Hannah hatte der erste Tag bereits bleibende Spuren in ihrem Gedächtnis hinterlassen und die eine als zickig, die andere als weinerlich eingestuft, Serrulus war schlichtweg ein verzogener Rotzbengel - eine Einstellung, die sich ebenfalls seit ihrem Kennenlernen in ihr festgefressen hatte, und dann war da eben noch Commodus. Seltsam, wie sie ihn nicht einfach in eine Kiste werfen konnte. Vielleicht mochte sie ihn einfach aus Prinzip nicht, aber wenn sie ehrlich war, brauchte sie ohnehin keinen triftigen Grund. Wen sie mochte oder nicht interessierte ja niemanden, solange sie ihre Arbeit machte.
    Und das tat sie auch. Als würde sie zum Inventar der Villa gehören stand sie im Hintergrund und wartete darauf, dass etwas von ihr verlangt wurde.

  • Zitat

    Original von Sergia Fausta
    >>> Ins Peristylium führte er mich also, stellte ich fest und erinnerte mich spontan an meinen letzten vor allem durch Warten geprägten Aufenthalt hier. Damals hatte mich Corvinus versetzt. Obwohl er es mir versprochen hatte. Obwohl er sich sogar beeilen wollte, meinte ich mich sogar zu erinnern! Eine Erklärung für sein Verhalten hatte ich bis heute nicht. Ich war gespannt, ob er am Ende überhaupt auf meinen Brief an ihn antworten würde.


    Aber zurück ins Hier und Jetzt! Hier schritt ich an der Seite nicht von meinem Cousin Corvinus, sondern an der meines Cousins Commodus. "Wirklich schön hast du es hier!", war ich mir nicht zu schade ihm ein ehrlich gemeintes Kompliment für den Stil des Peristyls zu schenken. "Als ich damals das erste Mal hier war, da hat mich das dazu inspiriert, genau die Betriebe und Unternehmungen zu gründen, die ich heute nicht ganz erfolglos führe und leite.", erzählte ich zum Einstieg, konnte meine Neugier allerdings nicht zur Gänze verbergen: "Aber sag mir, was führt mich heute zu dir? Weshalb hast du mich eingeladen? Doch sicherlich nicht nur, um mich noch einmal in diesen inspirierenden Genuss deines Anwesens kommen zu lassen, oder?", lächelte ich.


    "Na das freut mich aber das du dich wohlfühlst. Obwohl ich das Kompliment an den Hausherren weitergeben muss. Streng genommen bin ich ja auch nur Gast hier. Varus ist heute leider nicht da sondern in seiner Tätigkeit als Aquarius unterwegs. Ihm jedenfalls gehört das Haus und sein Inventar",


    Commodus blickte kurz auf sie neben ihnen stehende Sklavin. Da war er ganz Römer und hatte zu der keine Meinung außer das sie ein recht ansehnliches Möbelstück war. Nur wie gesagt speziell bei dieser wollte er dann beizeiten doch mal rauskriegen warum ausgerechnet sie so was wie der Vorstand der Haussklaven geworden war.


    Er widmete sich nun aber wieder ganz Fausta:
    "Nun zunächst einmal habe ich dich eingeladen um dich etwas mehr kennen zu lernen und mich an deiner Anwesenheit zu erfreuen. Vielmehr komme ich also in den Genuss deiner Anwesenheit und deiner Schönheit!"


    Ganz nach Orator wonach er ausgebildet worden war wollte Commodus einfach nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen. Außerdem war das Kompliment auch noch ernst gemeint, den rein vom äußeren gefiel ihm wirklich sehr gut was er sah. Den Mensch Sergia Fausta kannte er ja nicht wirklich um beurteilen zu können ob hinter der schönen Schale auch ein schöner Kern steckte.


    "Darf ich dir was bringen lassen?" fügte er noch an.

  • Na komm. "Aber so streng wollen wir doch heute nicht sein, oder?", begegnete ich seinen Worten, die mein Kompliment an meinen Cousin Tiberius Varus weiterleiten wollten. Dazu legte ich Commodus meine freie Hand für einen kleinen Moment auf seinen mir zugewandten Oberarm und lächelte ihn an, um meine Aussage zu unterstreichen. Als ich dafür dann auch selbst ein Kompliment ernten konnte, gab ich mich bescheidener als ich war und winkte mit meiner freien Hand ab. "Ach, du übertreibst doch.. und machst mich ganz verlegen damit!", behauptete ich und war fern davon wirklich verlegen zu sein oder gar rot anzulaufen. Aber wer mir seine Karten nicht auf den Tisch legte und zeigte, vor dem würde ich natürlich auch meine zu verdecken versuchen. "Denk nur daran, was deine Frau dazu sagen würde, würde sie hören, was du mir hier für Komplimente machst!", mahnte ich ihn mit einem fortwährenden Lächeln und wollte mit dieser Aussage natürlich nicht wirklich belehren. Nein, ich wollte vielmehr ein bisschen mehr über Commodus in Erfahrung bringen: Hatte er eine Frau oder nicht? War er verlobt? Hatte er wenigstens schon eine oder mehrere gute Partien in Sicht? Wie stand er allgemein zum Thema Frau? All das würde ich an seiner Reaktion und Antwort abzulesen versuchen.


    Es folgte die Frage nach einer Erfrischung. "Nun, zu einem Becher verdünnten Wein würde ich nicht nein sagen.", erklärte ich und fügte hinzu: "Falls es der Anlass hergibt, darf es natürlich auch gerne ein guter Wein sein..", spielte ich darauf an, dass ich ja noch nicht so genau wusste, was mich nun hier erwarten würde.. inhaltlich und überhaupt thematisch. Was wollte Commodus von mir? Wollte er mich wirklich nur kennenlernen, wie er sagte? Wollte er sich endlich angemessen bei mir für meinen Einsatz bedanken, wie ich hoffte? War er darauf aus, irgendetwas durch mich in Erfahrung zu bringen? Etwas Dienstliches über einen meiner Postmitarbeiter vielleicht? Oder eher etwas Privates über einen meiner Verwandten oder meinen Verlobten? Nur eines war mir glasklar: Frauen trafen sich manchmal in den Thermen, um sich einfach nur treffen und zu tratschen - ohne besonderen Grund. Männer hingegen hatten immer eine Agenda.

  • "Ach eine Frau fehlt hier ganz vollkommen, was ich wirklich bedauere. Umso mehr wenn ich sehe das einer der besten offensichtlich bereits vergeben ist."
    Die Worte an sich passten zu einem abgebrühten älteren und erfahrenen Mann. Doch das war Commodus nicht, noch nicht zumindestens.
    Das berühren seines Armes, dass anlächeln verursachten ganz deutliche aber für aufmerksame und erfahrene Beobachter und vor allem Beobachterinnen Signale. Leicht erhöhte Atmung und Herzschlag, minimales erröten und ein beginnender ganz leichtes Schwitzen am Hals.


    Das er sich aus Frauen etwas machte oder es verdammt gut überspielen konnte das er es nicht tat zeigte sich dann im Anschluss. Für einen ganz kurzen Moment berührte er auch Fausta am Oberarm und ließ die Hand einen kleinen Moment länger als nötig darauf ruhen.


    "Natürlich einen guten Wein, einen sehr guten alleine schon aus dem Anlass das du hier bist", er wandte sich zu Shani


    "Du hast gehört was ich sagte bringe entsprechendes." Er flocht zwar kein Bitte und Danke in diese Anweisung an Shani an, bellte es aber auch nicht wie den Befehl an einen Hund hinaus. Wenn man ihm wohlgesonnen war könnte man sagen er war gerade abgelenkt um sich näher mit den Möbeln zu befassen.


    Commodus wollte noch einen Moment warten bevor er zum "Pflichtteil" kam und blieb ein wenig noch in der "Kür".
    "Wie laufen denn die Vorbereitungen zu deiner Hochzeit gibt es noch etwas wo ich behilflich sein kann und was macht das Postwesen so?"

  • Immernoch bei Commodus rechts untergehakt nutzte ich den nächsten Schritt mit meinem linken Fuß, um mit meiner Schulter einmal gegen seine zu stoßen. "Du Charmeur!", warf ich ihm dabei mit einem freudigen Lächeln im Gesicht vor. Denn irgendwie machte es mir natürlich schon einen unheimlichen Spaß mich begehrt zu fühlen - obwohl ich mittlerweile verlobt war und obwohl sich Commodus mein Cousin nannte. Und mal ehrlich: Schlecht sah er ja auch nicht gerade aus! (Obwohl ich mich wahrscheinlich auch als Single sehr davor gehütet hätte, einen Verwandten zu heiraten!)


    Naja, ich konzentrierte mich etwas mehr auf das hübsche Ambiente und den Weg, den wir hier entlang spazierten, während Commodus sich kurz verbal um den Wein kümmerte. Dabei dann fiel mir eher zufällig (weil mir nämlich das nötige Fingerspitzengefühl fehlte, um solche Dinge sofort zu bemerken) auch das seichte Schimmern an seinem Hals auf. Ich wartete also, bis die zugegebenermaßen für eine Sklavin ganz nett aussehende Nubierin verschwunden und außer Hörweite war, bevor ich.... offensichtlich erstmal noch weitere Fragen von meinem Cousin beantworten durfte: "Fabelhaft! Nein, wirklich. Es läuft alles so, wie es laufen sollte! Mein Hochzeitskleid ist ein Traum und meine Bediensteten kümmern sich bereits seit mehreren Wochen um eine erstklassige Dekoration der Casa Sergia, um exzellente Speisen und erlesene Weine. Kurzum: Ich bin mir sicher, dass es ein tolles Fest werden wird!", gab ich mich selbstbewusst und verschwieg, dass der Stadtpräfekt meine Einladung aus terminlichen Gründen abgesagt hatte, meinen Verlobten und mich dafür aber immerhin an einem anderen Tag noch besuchen würde - was mehr als nur ein Ausgleich für sein Fehlen wäre, war ich überzeugt! Nur die Abfuhr des Kaisers mit nicht mehr als ein paar warmen Worten hielt ich für ein bisschen deplatziert. Dass er nicht kommen konnte, gut, das konnte ich akzeptieren. Dass er allerdings für die Nichte eines seiner größten Feldherren, die ihn erst dahin gebracht hatten, wo er heute saß, nicht wenigstens ein kleines Zeichen seiner Anerkennung übrig hatte, das stieß mir etwas übel auf! (Ich konnte ja nicht wissen, dass der Fehler hier nicht beim Kaiser, sondern bei einem wahrscheinlich einfach nur missgünstigen Kanzleiprocurator lag!)
    Und das Postwesen? "In meiner Funktion als Postpräfektin hatte ich ganz zu Beginn meiner Tätigkeit eine größere Reise durch Italia gemacht, wo ich die wichtigsten Mansiones kontrolliert habe. Und was soll ich dazu sagen?" Ich überlegte kurz. "Wer nicht spurt, dem muss man auf die Finger klopfen, nicht? Und wer böse war, der muss bestraft werden, oder?", zuckte ich leichtfertig mit den Schultern bezüglich der wirklich zahlreichen Er- und Abmahnungen, die es von meiner Seite aus geregnet hatte. Und ja, auch ein paar Entlassungen hatten sich nicht vermeiden lassen, um mich vor allem auch als Frau in meiner Position mit dem nötigen Respekt zu etablieren.


    Dann aber war die Zeit für meine Gegenfrage gekommen: "Die Nubierin, die gerade für unseren Wein sorgt, du magst sie?" Ein amüsiertes Lächeln ließ sich nicht vermeiden. "Ich habe an deinem Hals gesehen, wie dir ganz warm und heiß geworden ist, als du zu ihr sprachst." Was war ich nicht für ein Beobachtungstalent! "Trotzdem rate ich dir: Auf kurz oder lang solltest schon darüber nachdenken, sie durch eine richtige Frau zu ersetzen." Ich nickte und meinte damit natürlich, dass eine Liebschaft mit einer Sklavin zwar schön für ihn war, aber lange nichts gegen eine Ehe mit einer ehrhaften Römerin! Nicht zuletzt musste man ja nur mal an die ganzen steuerlichen und erbschaftsrechtlichen Vorteile denken, die mit dem Leben in standesgemäßer Ehe einher gingen.. und nicht zu vergessen natürlich auch das gesellschaftliche Ansehen.

  • Das Stichwort Wein ließ Shani wieder in Bewegung kommen. Sie bediente nicht zum ersten Mal Gäste, Commodus' Wiederholung des Wunsches der Fausta hätte sie deshalb sehr viel lieber mit einem abfälligen Blick als einem freundlich-bereitwilligen Lächeln kommentiert, genau dieses zierte jetzt aber ihre Züge, als sie mit kleinen Schritten in Richtung Culina davonmachte Natürlich weiß ich was er ist. Ein Schleimbeutel ist er.
    Nur wenig später kehrte sie mit Wasser, Wein und zwei Gläsern zurück und trug alles geschickt zu der Sitzgruppe, um die Krüge und Gläser dort nacheinander auf dem Tisch abzustellen. Natürlich hatte sie auch für Commodus ein Glas gebracht, wäre ja seltsam, wenn er nur die Sergia trinken ließ. Davon, dass auch von ihr die Rede gewesen war, hatte sie natürlich nichts bemerkt, folglich kreisten ihre Gedanken derzeit vor allem um den Wein. Ob er gut war? Das hoffte sie doch, es war schließlich der ihres Dominus.
    "Auch für dich verdünnten Wein, Dominus?", fragte sie, selbst wenn sie Commodus nur ungern ebenfalls mit diesem Titel bezeichnete.

  • "Ja für mich auch", gab Commodus noch zu Shani und als diese schon weg war fügte er noch an
    "Bring auch noch ein paar Happen mit."



    Dann ließ er aber wieder von der Sklavin ab und widmete sich wieder voll und ganz Fausta. Ganz leicht legte er ihr die Hand auf dem Rücken, keinesfalls zu nah am Hinterteil um aufdringlich zu werden aber auch nicht ganz weit oben zwischen den Schultern und auch für einen Moment länger als nötig. Mit dieser Berührung wollte er Fausta einladen Platz zu nehmen auf der Sitzgruppe aus Holz in der Nische. Die Möbel waren aus Edelholz gemacht und mit dicken Polsten belegt. Damit zwar rustikal aber doch recht bequem wenn man sich nicht gerade wie ein Bauer drauf fallen ließ.


    "Da bin ich mir sicher das es ein tolles Fest wird und du wirst in dem Kleid fraglos grandios aussehen und noch lange für Neider sorgen", sagte Commodus noch. Erst dann setzte er sich ebenfalls an den Tisch. Für einen Moment schien es so als ob er unschlüssig gewesen war an welchen Platz nachdem er aber noch einmal zu Fausta hinabgesehen hatte entschied er sich nicht etwas gegenüber zu sitzen sondern direkt neben ihr.


    Die kurze Einführung über ihre Arbeit nahm Commodus hin. Er war eigentlich der Meinung das eine Frau sich nicht mit solchem Driss beschäftigen müsste aber so lange sie noch nicht verheiratet war musste Frau ja auch für sich sorgen.
    "Ja da hast du Recht, man muss sich erst einmal Respekt verschaffen bei denen die zu dumm sind zu sehen das der eigentlich automatisch kommen sollte. Aber solche gibt es ja viel zu oft. Willst du dieser Tätigkeit denn weiter nachgehen nach deiner Hochzeit?"


    Die Frage die danach kam brachte ihn allerdings ziemlich aus dem Konzept und nervös wischte er sich über den Hals. Dadurch war da zwar Ruhe aber im Gegenzug war er im Gesicht etwas röter geworden.
    "Äh was... die Nubierin..... du meinst das schöne Möbel das gerade Wein holt? Ob ich die mag... nein wirklich nicht. Sie sieht ganz nett aus und passt zur restlichen Einrichtung. Ich glaube allerdings das Varus sie recht gerne mag und ihr Schlafplatz ist auch bei ihm im am Cubiculum."


    Er fing sich wieder, halbwegs jedenfalls und fuhr fort:
    "Außerdem allen ernstes wie soll denn eine Sklavin von einer richtigen Frau wie dir z.B. ablenken können? Dann müsste sie ja schon Aphrodite sein die sich gerade in diesen Körper gezwängt hätte..."

  • Zwar bildete ich mir ein, dass ich ein unglaublich großes Wissen über die gesellschaftlichen Normen und so weiter hatte, aber als jemand, der auch immer wieder bewusst seine Grenzen auszureizen versuchte, hatte ich mir gar nicht erst angewöhnt nun genauer darauf zu achten, wie lange eine Hand auf meinem Arm oder auf meinem Rücken liegen durfte, um gerade noch so nicht anzüglich zu sein. Kurzum: Ohne entsprechendes Gefühl entging mir diese Feinheit komplett. Stattdessen setzte ich mich (natürlich überaus damenhaft elegant; als Großstadtkind durch und durch wusste ich auch gar nicht, wie man sich bäuerlich setzte) auf den mir angebotenen Platz einer hölzernen Sitzecke. Die dicken Polster machten es wirklich ganz angenehm bequem.
    Da begann Commodus von Neidern zu erzählen und mir fiel natürlich auf Anhieb kein Neider, doch eine Neiderin ein, die höchstwahrscheinlich da sein und ihr Lästermaul über jedes noch so kleine Detail plappern lassen würde. Ohja, diese arrogante, neuadelige, unmanierliche, freche, arrogante (hatte ich das schon?), ekelhaft falsche, unverheiratete, freundlose (man sieh nur, wen sie nötig hatte als ihre Freundinnen zu betiteln!), egozentrische, wichtigtuerische, bestimmt auch wie ihr Bruder schwätzerische, arrogante (war das Wort schon gefallen?) und ignorante blöde Tiberia-Kuh! Die würde mich garantiert beneiden, wie sie mich in den Thermen auch wahrscheinlich nur deshalb angefangen hatte zu beleidigen, weil ich schöner war als sie! (Verdammt, ich hatte das Adjektiv hässlich in der vorherigen Aufzählung vergessen!) Diese hässliche Bratze also, die würde vermutlich noch Wochen später ganz giftgrün anlaufen, wenn sie nur an mich dachte. (Im Prinzip also wie heute, vermutete ich, nur noch etwas schlimmer/grüner.)


    Angestrengt lächelte ich das Kompliment meines Cousins also zusammen mit den bösen Gedanken an diese.. mir überaus ungeliebte Person weg und fing lieber gar nicht erst damit an, etwas dazu zu sagen. Stattdessen ging ich lieber gleich auf seine Nachfrage zu meinem Job beim Cursus Publicus ein: "Ich sehe keinen Grund, weshalb ich nach meiner Hochzeit nicht mehr meiner verantwortungsvollen Aufgabe nachgehen sollte. Nimm zum Beispiel Decima Seiana: Hatte die nach ihrer ersten Eheschließung ihre Position als Leiterin von Acta Diurna und Schola Atheniensis aufgegeben? Und würde ich mich durch ein Niederlegen meiner Aufgabe nicht zuletzt auch undankbar zeigen gegenüber dem Kaiser und den vorgeblichen Beweis dafür liefern, dass ein Mann mein Amt besser, weil zuverlässiger ausfüllen könnte?", konterte ich selbstsicher. Denn meine Unabhängigkeit, nicht zuletzt gerade auch die finanzielle, die wollte ich mir ganz sicher erhalten! Und wie wollte ich außerdem einmal selbst eine Ritterin aus eigenem Recht werden, wenn ich mich plötzlich als Hausfrau aus der Öffentlichkeit zurückzog? Nein, das war völlig ausgeschlossen!


    Er wurde rot, als es um die Nubierin ging: "Hab ich dich also erwischt!", lächelte ich gewinnend. "Aber keine Sorge, du brauchst da jetzt nicht so tun, als hätte ich da nur etwas falsch verstanden." Der konnte mir ja viel vormachen. "Ich werde unserem Cousin Tiberius nichts davon erzählen. Nimm dir nur meine vorherigen Worte ein bisschen zu Herzen und denk mal darüber nach.", nickte ich dann etwas aufmunternd. Männer! Die einen konnten (anfangs) nicht über ihre Gefühle für andere Männer reden; die anderen taten sich schwer über ihre Gefühle für Frauen zu sprechen. Da konnte man fast, fast den Eindruck kriegen, dass die trotzdem alle irgendwie gleich tickten.
    Da kam auch schon der Wein. "Machen wir am besten einen Deal!", schlug ich vor, ließ mir mein Glas in die rechte Hand geben und schlug dem neben mir sitzenden Commodus mit meiner linken einmal freundschaftlich auf seinen rechten Oberschenkel, unweit des Knies (wo meine Hand dann auch erstmal liegen blieb). "Ich behalte dein kleines Geheimnis" Ich blickte kurz mit wissendem Lächeln zu dieser nubischen Sklavin. "nicht nur gegenüber unserem Cousin Tiberius für mich" Dann schaute ich wieder zu Commodus. "wenn du mir jetzt dafür sagst, weshalb ich nun hier bin." Aus dem Handgelenk klappste ich noch zweimal zum Reden ermunternd auf seinen Oberschenkel und zog meine Hand anschließend wieder zu mir zurück, um mich ohne irgendein Trankopfer (darauf gab ich nicht viel) für den Moment ganz und gar dem Wein zu widmen. "Hmmm...." Lecker.

  • Die Röte wurde zwar nicht mehr schlimmer aber auch nicht mehr besser und wodurch auch immer, vielleicht durch die Hand auf seinem Oberschenkel wurde es wieder warm an seinem Hals. Angestrengt versuchte er erst auf den ersten Teil einzugehen.


    "Na ob De..Decima Seina so ein gutes Vorbild ist weiß ich nicht. Wenn man auf ihr Wirken im öffentlichen Bereich eingeht wohl schon aber ihr Privates Hin und Her, Verwandtschaft und nicht zuletzt die Kinderlosigkeit würde ich mir sie ja nicht als Vorbild nehmen.
    Ich kann aber durchaus verstehen was du für dich meinst. Ich für meinen Teil finde es ... fast schon beschämend wenn du diese Tätigkeiten weiterführen wollen würdest wenn dein Mann dich nicht versorgen könnte oder vorher halt deine Familie. Aber das ist ja offenbar nicht der Fall und dann wäre es wohl wirklich undankbar."


    Sie ließ nicht locker wegen der Sklavin. Commodus würde natürlich jederzeit zugeben das er nicht schon einmal daran gedacht hätte oder es bei einer andere Sklavin nicht auch schon getan hätte. Aber sie war ihm ja nicht wichtig oder sowas. Wenn Varus sie morgen verkaufen würde wäre das für ihn kein Liedschlag des Bedauerns wert. Es sei denn er würde die schöne Optik durch einen nackten stinkenden Germanen als Servus ersetzen.


    Er verstand nicht wirklich was sie mit dem Wort "Deal" meinte, glaube aber es schon mal gehört zu haben. War das nicht Neu-aramäisch? Sprach er leider nicht.
    Der Wein und seine Verteilung brachte einen Moment zum "Luft" holen.
    Auf Trankopfer legte Commodus normalerweise schon wert aber nicht immer und nicht gerade jetzt.
    Er trank auch einen Schluck und befand den Wein und die Mischung auch für gut.
    "Danke Shani, die Mischung ist gut getroffen", wahrscheinlich das erste Mal das er sowas wie ein Lob an die Sklavin aussprach.
    "Geh nach oben in das Officium von mir und Varus. Auf meinem Arbeitstisch liegt eine große, mehrseitige Tabula mit dem großen Genswappen vorne drauf. Bring mit diese."


    Davon ausgehend das sie seinem "Wunsch" folge leistete wandte er sich wieder Fausta zu.
    Er rügte ein ganz kleines bisschen näher und legte nun seine Hand auf ihr... Knie.
    "Glaub mir diese Sklavin ist mir völlig gleichgültig und warum so ungeduldig ist meine Gesellschaft so unangenehm? Ich würde gerne mein möglichstes tun um dir den Aufenthalt angenehmer zu gestalten. Vielleicht kommst du dann ja auch öfter mal vorbei. So fern es deine ehelichen und beruflichen Pflichten zulassen freilich. Nur so rein zur Entspannung und zur netten Gesellschaft."

  • Inzwischen waren auch schon die gewünschten Happen im Peristylium angekommen und ganz nebenbei hatte sich die Sklavin dazu hinreißen lassen, ebenfalls eine Schale frisch geschnittenes Obst und Trauben daneben zu stellen. Nicht dass sie dafür die geringste Anerkennung von Commodus erwartete, obwohl er sie zu ihrer Verwunderung für den Wein gelobt hatte. Da hab ich ja schon Übung drin, im Wein einschenken, dachte sie sarkastisch. Kein Wunder wenn man so aussah wie sie, da wurde man gleich als Bedienung herangezogen, damit der Hausherr ein wenig mit Exotik auftrumpfen konnte. Damit, das genau das für die meisten das wichtigste an ihr war, hatte sie sich inzwischen abgefunden.
    Die Unterhaltung der beiden entging ihr größtenteils, nur selten hörte sie bei derartigen Gesprächen zu. Eine seltsame Stimmung glaubte sie zwar zu spüren, doch das war nicht mehr, als eine bloße Ahnung, weshalb sie nicht allzu viele Gedanken daran verschwendete.
    Und sogleich trippelte sie wieder wortlos davon, um Commodus' nächstem Wunsch nachzukommen und die Tabula herbeizuschaffen. Nur kurze Zeit später, so lange wie man eben brauchte, um zweimal durch die halbe Villa zu laufen, kehrte sie wieder zurück, um Commodus die verlangte Tabula zu reichen.

  • Ich verzog kurz verdutzt eine Miene: "Ich dachte, wir sprachen gerade von der Arbeit? Nur dafür habe ich die Decima angeführt." Hätte er mich nach Familie gefragt, dann hätte ich ganz bestimmt einen anderen Namen genannt. Wahrscheinlich den Namen einer Frau mit zwei bis drei Kindern (darunter mindestens einen Jungen und mindestens ein Mädchen), die das Dreikinderrecht besaß und einen sittsamen Ruf hatte. Den sittsamen Ruf würde ich zwar selbst nie bekommen (aus mehreren Gründen), aber diese Decima hätte ich jedenfalls nicht in diesem Zusammenhang zur Sprache gebracht. Weil Commodus es nun aber auf sich zu beruhen lassen schien, beließ ich es auch dabei. Und es wäre ja wirklich undankbar jetzt hinzuschmeißen, nachdem der Kaiser höchst selbst meine Personalie entschieden hatte! (Woher ich das wusste? - Wer sonst sollte diesen Beschluss in Vertretung des Prätorianerpräfekten gefällt haben?!?)


    Dass mein Cousin das Wort Deal nicht kannte, obwohl das nachweislich * Bestandteil der modernen lateinischen Sprache war, entging mir im Anschluss, während beziehungsweise weil ich meinen Wein genoss. "Dem kann ich nur zustimmen, Commodus.", bestätigte ich dann. Auch meine Mischung war angenehm und alles in allem wohlschmeckend. Darauf trank ich dann auch gleich noch einen weiteren Schluck. Unterdessen bekam die Nubierin ihren nächsten Auftrag und verschwand kurz darauf wieder. Commodus rückte näher und legte seine Hand auf mein Knie und tat so, als würde meine pure Neugier der Ablehnung seiner Gesellschaft gleichkommen, und sprach etwas davon, mir meinen Aufenthalt hier angenehmer zu gestalten.... Blöd war ich ja nicht, sodass mir so langsam fast schon dämmerte, worauf mein Cousin hier hinaus wollte. (Offenbar hatte ich mich mit meiner Sklavin-Theorie doch ein bisschen vergaloppiert?) Ich stellte mein Weinglas neben mir ab. Die Frage war nun: Was wollte ich?
    Noch bevor ich darauf eine Antwort hatte, kam meine ihm abgewandte Hand auf der Hand auf meinem Knie zu liegen. "Keine Sorge, ich bin nur neugierig! Wäre mir deine Gesellschaft so unangenehm, dann hätte ich sicherlich einen Grund gefunden, um deine Einladung auszuschlagen.", lächelte ich noch immer im Denkprozess befindlich. Dann hatte ich mich entschieden: "Aber du hast natürlich recht damit, dass mein Aufenthalt hier noch etwas angenehmer sein könnte. Findest du es nicht auch ein wenig frisch hier draußen? Frischer vielleicht als in deinem Cubiculum?", erkundigte ich mich und legte ihm nun meine ihm zugewandte Hand auf den Oberschenkel, während ich ihn mit verführerischem Blick ansah. Doch ganz so schnell lief es dann auch wieder nicht: "Oder.. ich weiß nicht.. liegt dieses Gefühl auch nur daran, dass ich in jüngster Vergangenheit so viel für dich getan habe und du im Gegenzug....?" Ich ließ den Satz unbeendet und legte behutsam seine Hand von meinem auf sein Knie zurück, bevor ich meine beiden Hände wieder in meinen Schoß legte und meinen Blick überlegend von Commodus abwandte. Denn es war ja wohl klar: Ich würde ihm erst wieder etwas geben, wenn er mir zuvor etwas gab. Am Ende würde ich sonst die sein, die ständig ohne Gegenleistung gab. Und das widersprach ganz klar meiner Natur.


    Sim-Off:

    * Wenn der Duden das Wort kennt, dann ist es für mich deutsch (auch eingedeutscht ist am Ende deutsch!) und sim-on damit latein. ;)

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