[Isis et Serapis] Casa Sorani

  • Das Haus des weithin geschätzten Medicus und Medizinschriftstellers Soranus von Ephesus lag zu Füßen des Esquilin im Viertel Isis et Serapis unweit des Isistempels. Es war ein klassisches und nicht allzu großes Atriumhaus. Nach außen hin zeigte sich eine geschlossene Fassade mit einem zentralen Eingang. In den Räumlichkeiten die zur via gelegen waren, hatte man die Behandlungsräume des Soranus untergebracht. Soranus von Ephesus´Fachgebiet war die Gynaecologia, die Frauenheilkunde.


    Das Haus war schlicht und funktional eingerichtet und mit den zeittypischen Wandgemälden und Mosaikfußböden ausgestattet. Man konnte erkennen, dass Soranus und sein Kompagnon relativ bedürfnislos waren. Der Männerhaushalt verfügte über alles war zum Leben notwendig war ohne sich in allzugroßem Detailreichtum zu verlieren.


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    Bildquelle


    Vestibulum (1)
    Auf der rechten Seite standen die Statuen des Gottes Aesculapius flankiert von der griechischen Göttin Hygieia und der römischen Minerva Medica, deren Tempel sich in der Nähe des Hauses befand. Die linke Seite wurde von einer langen Marmorbank eingenommen auf der die Patientinnen warten konnten.


    Tabernae (2)
    Rechts und links des Vestibulums fanden befanden sich die Behandlungsräume, die mit allem ausgestattet waren, was das Herz eines Medicus höher schlagen ließ.


    Atrium (3)
    Das Atrium verfügte über das übliche Impluvium und ein paar kleine Tischchen und Stühle auf denen im Falle der Überfüllung der Marmorbank im Vestibulum noch weitere Patienten Platz finden konnten. Von diesem Atrium gingen die weiteren Räume ab.


    Cubicula (9)
    Soranus und sein Schüler und Compagnon Hierophilus bewohnten je ein Cubiculum im Erdgeschoß des Atriumhauses. Die Räume der Sklaven waren im Obergeschoß untergebracht. Die weiteren zwei Cubicula, die direkt an die Schlafräume der Medici grenzten wurden als persönliche Tablinia genutzt.


    Culina (7)
    Anstelle eines Tricliniums besaß das Atriumhaus eine Culina in der hinteren rechten Ecke. Sie war nicht ganz so geräumig wie im Grundriss dargestellt. Dafür verfügte das angrenzende Triclinium über weitaus mehr Platz.


    Triclinium (5)
    Das zentral in der Längsflucht des Hauses gelesene Triclinium ließ sich zum Hortus (6) hin öffnen.

  • Es war das übliche Bild, das Hierophilus erwartete, als er vom Inaitor eingelassen wurde. Die lange Marmorbank im Vestibulum war gut gefüllt und auch im Atrium warteten einige Frauen. Das Haus des Soranus wirkte wie ein orientalischer Harem. Wer nicht wusste, dass der Hausbesitzer und sein Kompagnon Gynäkologen waren, würde sich vermutlich sehr wundern. Manche der Frauen waren sichtbar schwanger, aber es gab auch ganz junge oder alte Frauen. Die jungen wurden in der Regel von ihrer Mutter begleitet. Überhaupt waren einige der Frauen Begleitung, damit man die Patientin nicht mit einem fremden Mann alleine lassen musste zur Untersuchung. Fama war eine hinterhältige Mezze, die Göttin des Gerüchts hatte Flügel und war oft schneller unterwegs als man es sich wünschen konnte. Eine ehrbare und rechtschaffene Matrone war schnell in Verruf geraten, wenn sie sich alleine in die Behandlung eines Arztes begab. Noch dazu wenn sie ihm ihre intimsten Bereiche offenbaren musste.


    Hierophilus kannte diese Probleme nur zur genüge. Auch er hatte nichts dagegen, wenn sich die Frauen belgeiten ließen. Nur führte das in den beengten Verhältnissen der Casa Sorani manchmal zu einer echten Überfüllung. An diesem Tag war es so. Überall im Atrium standen Frauen herum. Es wurde geflüstert, gekichert und geplappert. Der Geräuschpegel war nicht wesentlich unter dem auf den Straßen rund ums Forum.
    Der griechische Medicus nickte hier und da einer Frau zu, die er kannte. Dadurch, dass er in den vergangenen Wochen nicht zur Verfügung getanden hatte, weil er einige wichtige, medizinische Schriften aus Alexandria besorgt hatte, konnten nicht so viele Patientinnen pro Tag behandelt werden. Die Wartezeiten waren lang, Soranus arbeitete bis spät in den Nachmittag hinein.


    Gerade ging die Tür zu seinem Behandlungszimmer auf. Ein erschöpftes "die Nächste bitte" erscholl. Hierophilus war mit wenigen Schritten an der offenen Tür. Er entschuldigte sich kurz bei der Matrone, die gerade eintreten wollte und schlüpfte hindurch.
    Ein strahlendes Lächeln erschien auf dem Gesicht seines Lehrers, Mentors, Kompagnon und Freund.
    "Hierophilus! Welche Freude!"


    Nach einer kurzen freundschaftlichen Umarmung kam der Gynäkologe sofort zur Sache. "Hast du alles bekommen, worum ich dich gebeten habe?"


    Der Grieche nickte beruhigend. "Ja, das habe ich. Du wirst begeistert sein. Ich habe schon ein wenig gelesen auf der Überfahrt."


    Soranus rieb sich erfreut die Hände. "Dann lass uns zusehen, dass wir Feierabend machen! Ich möchte einen Blick darauf werfen. Musst du dich ausruhen oder kannst du mir ein wenig Arbeit abnehmen, damit es schneller geht?"


    Hierophilus nickte. "Kein Problem. Ich reinige mich nur schnell. Dann lege ich los. Wir lassen keine neuen Patientinnen mehr zu für heute, dann haben wir bald Zeit für die Schriften und eine gute Cena. Auf die freue ich mich schon den ganzen Tag."

  • Als die letzte Patientin die Casa Sorani verlassen hatte, setzten sich die beiden Freunde zusammen. Soranus ergriff eine Rolle nach der anderen. Mit glänzenden Augen liieß der Medicus die Schriftrollen durch die Finger gleiten.
    "Da Sostratos Werk über die Lithotomie! Ich bin so froh, dass du es kopieren lassen konntest, Hierophilus! Und da Enelpistos und dort Claudios Philoxenos, auch er wie Sostratos aus Alexandria, Hierophilus. Sie lehrten weit vor unserer Zeit am Museion. Und dann auch noch die Werke von Nileus, Pasikrates und den beiden Aristions - dem älteren und dem jüngeren. Wunderbar, Hierophilus!"


    Mit zufriedenem Grinsen ließ sich der jüngere Kollege es erfahrenen Medicus das Lob gefallen. Er griff nach dem Werk des Sostratos.
    "Darin habe ich auf der Überfahrt schon gelesen. Es ist wirklich interessant es sich noch einmal unter dem Gesichtspunkt der Gynäkologie zu betrachten. Auch wenn Sostratos in erster Linie Blasensteine entfernte, so ist doch die Nähe zwischen Uterus und Blase nicht von der Hand zu weisen und wir können seine Erkenntnisse sicher nutzen. Wobei wir mal wieder bei der Frage sind. Wie viel Anatomie benötigt ein guter Medicus?"


    Hierophilus wusste, dass er seinen Lehrer mit dieser Frage herausforderte. In der mediizinischen Tradition der Methodiker ausgebildet hatte Soranus ein gespaltenes Verhältnis zur Anatomie. Wahrscheinlich würde gleich ein dialektischer Vortrag folgen. Der kleinasische Medicus freute sich darauf. Er liebte die heißen Fachdiskussionen mit seinem Freund und Mentor.

  • Soranus winkte ab. "Du kennst meine Meinung dazu und ich die deine. Ich bin gespannt, ob mir die Lektüre der Schriften eine andere Sichtweise auf die Notwendigkeit anatomischer Studien mittels der Sektion oder Autopsie vermittelt. Du weißt dass der Begründer unserer Schule, Asklepiades von Bithynien das abgelehnt hat und stattdessen den korrekten Fluss der Atome in den Vordergrund gerückt hat."


    Hierophilus kannte die Schulmeinung der Methodiker, zu denen sich Soranus, trotz einiger differenter Ansichten, rechnete. Man hielt nichts von der Eröffnung der Körper, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Hierophilus hielt es da anders. Er hatte sich eher den Schülern des Sostratus angenähert, die das Skalpell benutzten um zu heilen und dafür von der dringenden Notwendigkeit der Eröffnung des Körpers überzeugt waren, um die genauesten anatomischen Erkenntnisse zu gewinnen, die sie für ihre Kunst benötigten.
    "Ja, ich weiß. Auch ich schätze Asklepiades und auch die Erkenntnisse seines Schülers Themision von Laodikeia, aber es gibt darüber hinaus auch die wichtigen Schriften des Sostratus und seine Arbeit spricht doch wiederum sehr dafür, dass man, um Schnitte am und in den Körper vorzunehmen unbedingt verlässliche anatomische Kenntnisse braucht."


    Sein weiser Freund nickte und hob den Finger. "Ein guter Einwurf, mein Freund! Und das ist ja genau der Grund, warum ich mich in diese Schriften vertiefen will. Ich will wissen, ob und wenn ja welche chirurgischen Maßnahmen diese berühnten Lehrmeister vornahmen und ob sich die Erkenntnisse, die sie dabei gewannen für die Gynaicolgia verwenden lassen. Wir werden sehen, wie notwendig sie die Anatomie und die Sektion einschätzen."

  • Schon am ersten Tag, als Hierophilus seine Arbeit in der Praxis wieder aufnahm, erschien eine junge Frau in der Sprechstunde, die alsbald weinend auf der Untersuchungsliege saß. Es dauerte eine Weile bis der Medicus herausfand, was sie so unglücklich machte. Sie wollte zunächst nicht mit der Sprache herausrücken, sagte nur, dass sie schwanger sei und das Kind aber nicht bekommen könne bzw. wolle.
    Hierophilius kannte diesen Wunsch nur zu gut. Wie oft wurde der Wunsch an ihn herangetragen, eine Schwangerschaft zu beenden? Also setzte sich der Medicus auf einen Stuhl vor die junge Frau und nahm ihre Hand. Er hörte ihrem Schluchzen zu und versuchte mit gezielten Fragen, den Grund für den Abtreibungswunsch zu eruieren.
    "Ist es das Kind eines anderen Mannes als deines Gatten?", fragte er beispielsweise.


    Als sie verneinte fragte er, ob sie vergewaltigt worden sei. Sie schüttelte energisch den Kopf. Dann fragte er nach Krankheiten, Missbildungen, die zu erwarten wären. Auch hier verneinte die junge Frau.
    "Was ist denn dann der Grund?", wollte er schließlich von ihr wissen.


    Nachdem die Tränenströme ein wenig versiegt waren, antwortete sie, dass die Hebamme ihr gesagt habe, dass sie ein Mädchen bekommen würde und ihr Gemahl schon mehrfach gesagt habe, dass er ein Mädchen sofort aussetzen würde. Er wolle nur einen Sohn, keine Tochter. Die kosteten nur Geld und wären dumm wie Bohnenstroh.


    Hierophilus holte tief Luft. "Wie kam die Hebamme denn zu dieser Erkenntnis?"


    Die junge Frau antwortete zögerlich. "Sie sagte, dass ich so blass sei und meine linke Brust größer und die Brustwarze geschwollen ist. Zudem spüre ich keine Bewegungen und meine Mutter behauptet, dass das ein eindeutiges Zeichen ist, dass es ein Mädchen wird, genauso wie der Ekel vor manchen Speisen und die Übelkeit."


    Der Medicus rollte die Augen. Er wusste nicht ober sich ärgern oder amüsieren sollte. Zu allererst ärgerte er sich über die Hebamme, die solche Unwahrheiten verbreitete und damit solches Unheil anrichtete, dann aber tat ihm die junge Frau leid. Er drückte die Hand der jungen Frau erneut.
    "Hör zu. Ich weiß, dass solcher Irrglaube weit verbreitet ist. Selbst der Urvater der Medizin, Hippokrates, ist solchen Gerüchten aufgesessen und hat sie unüberprüft weiterverbreitet. Das ist wohl auch der Grund, warum sie bis heute geglaubt werden."


    Mit großen Augen sah ihn die junge Frau an. "Das heißt ich bekomme gar kein Mädchen, sondern einen Sohn?"


    Wieder holte der Medicus hörbar Luft. "Nein, das heißt es auch nicht. Wir können nicht vorher wissen, welches Geschlecht ein Kind hat. Übelkeit und Ekel vor Speisen gibt es bei beiden Geschlechtern. Ebenso sagt deine Gesichtsfärbung oder die Größe einer Brust nichts darüber aus, ob es ein Mädchen oder Junge wird. Und die Bewegungen des Kindes kann man vermutlich noch gar nicht spüren, weil es dafür noch zu früh ist. So lange bist du ja noch nicht schwanger, oder?"


    Sie schüttelte den Kopf. "Drei Monde vielleicht..."


    Hierophilus nickte. "Siehst du, es wird noch weitere ein bis zwei Monde dauern bis du die Kindsbewegungen spürst. Und merke dir, weder ist ein Junge lebhafter, noch ein Mädchen an schwacheren Bewegungen zu erkennen."


    Die junge Frau nickte zwar, schien aber nicht wirklich überzeugt zu sein.
    "Die Wehemutter sagte auch, dass ich wenn erst Milch aus meiner Brust kommt, ein Brot aus dieser mit Mehl backen könne, um sicher festzustellen was es wird. Wenn der Teig aufgeht wird es ein Mädchen und wenn er anbrennt ein Junge!"


    Am liebsten hätte Hierophilus laut aufgeschrien ob dieses abergläubischen Unsinns. Er raufte sich die Haare. "Wer ist die Frau, die solchen Unsinn verzapft?"


    Unsicher sah ihn die Schwangere an. Sollte sie ihm wirklich den Namen nennen? Er schien wütend auf die Hebamme zu sein. Leise sagte sie. "Es ist Trulla aus der Subura."


    Hierophilus versuchte sich den Namen zu merken. Es gab unzählige Pfuscher und Scharlatane vor allem aber jede Menge dumme und unwissende selbstberufene Heiler und Hebammen. Nur weil eine Frau einer anderen half ein Kind auf die Welt zu holen war sie noch lange keine Fachfrau. Oft fehlte es an den simpelsten Kenntnissen und meist an medizinischer Grundbildung.
    "Ich werde dich jetzt untersuchen, um sicher zu sein, dass die Schwangerschaft normal verläuft. Ob du allerdings ein Mädchen oder einen Jungen gebären wirst, kann dir niemand sagen. Weder ich noch irgendeine Hebamme. Glaub mir das!"l

  • Soranus und Hierophilus saßen wie so oft abends gemeinsam bei einem Becher Wein und philosophierten. Wie so oft begann die Unterhaltung mit der Medizin, drehte sich zur Philosophie und ethischen Fragen, streifte dabei die Physik und Mathematik.
    Es war ein langer Abend. Mal diskutierten sie übereinstimmend, dann wieder stritten sie heftig und ausdauernd. Irgendwann hob Soranus lachend den Becher.
    "Meinst du nicht, Hierophilus, dass wir unsere Diskussionsrunde erweitern sollten? Wir könnten ein paar Kollegen anschreiben oder auch andere wissenschaftlich und kulturell Interessierte, die Spaß daran haben auf hohem Niveau über die Götter und das Universum zu philosophieren. Was denkst du?"


    Der jüngere Kollege nicke müde. "Ich finde das einen hervorragenden Einfall. Das sollten wir tun. Nun aber, mein Freund, bin ich zu müde. Ich muss unbedingt in mein Bett. Gute Nacht, Soranus."

  • Es war so weit, Soranus und Hierophilus hatten den ersten Abend für ein lockeres Beisammensein all jener organisiert, die sich gerne niveauvoll unterhielten. Zunächst hatten sie aus dem Bekanntenkreis ein paar Freunde eingeladen. Vermutlich würden nicht so viele kommen, aber ein Anfang war es immerhin.


    Hierophilus hatte dazu noch einen Aushang am Tempel des Asklepios, der Minerva medica und diverser anderer Tempel gemacht, bei denen sich wissenschaftlich interessierte Leute trafen.


    Mehrere Klinen und Stühle waren aufgebaut. Die Haussklavin Thalia servierte Getränke und kleine Häppchen. Nun war er gespannt, wer kommen würde.


    Sim-Off:

    Es ist jeder eingeladen, der Interesse an niveuvollen Gesprächen hat, die sich rund um antike Philosophie und Wissenschaft drehen

  • Die kaiserliche Medica hatte den Aushang am Asklepiostempel gelesen. Sie freute sich, endlich einige Kollegen kennenzulernen und erschien pünktlich zum Symposion. Als Gastgeschenk brachte sie einige Mandeln in einer hübschen Schale mit, die sie zum Knabbern sehr schätzte.
    "Salvete", begrüßte sie die anwesenden Männer, unsicher wen sie vor sich hatte. "Mein Name ist Plina Chrysogona. Ich bin Medica."


    Sie wollte nicht an die große Glocke hängen, dass sie die kaiserliche Familie betreute.
    "Vielen Dank für die Einladung. Es hat mich sehr gefreut, dass ich nun ein paar Kollegen kennen lernen darf und vielleicht noch ein paar andere Bürger dieser Stadt, die den Austausch suchen. Wem gehört denn dieses schöne Haus."

  • "Salve, hochverehrte Kollegin!", flötete Hierophilus als sich die Plinia vorgestellt hatte. Er wusste natürlich wer sie war, ebenso wie sein Freund Soranus, der sich ebenso neugierig hinzugesellte. "Wir sind erfreut, dass du unserem Zirkel mit deiner Anwesenheit Glanz verleihst! Darf ich vorstellen? Mein Freund und Mentor, Soranus von Ephesus und zwei unserer Nachbarn. Decimus Didimus Matrinius und Titus Valentius. Matrinius ist Advocatus, Titus Valentius Scriba des Censors für die Verpachtung der staatlichen Ländereien in Latium. Nehmt doch bitte Platz!"


    Auch der etwas ältere Soranus begrüßte die Medica höflich und stellte sich vor. Er reichte ihr einen Becher mit gemischtem Wein und winkte Thalia eine Platte mit Häppchen zu bringen.


    Sim-Off:

    Wie gesagt: eine unverbindliche Einladung ergeht an alle, die Lust haben hier mitzuschreiben. Es sind noch Stühle frei

  • Etwas spät hatte Commodus von dem geplanten Treffen gehört. Zunächst dann gedacht es wäre rein für Mediziner und Heiler gedacht. Etwas was er sich auch niemals bezeichnen würde.
    Erst bei einem zufälligen zweiten Lesen sah er die Ergänzung das es mehr ums Philosophieren an sich ging.
    Das war etwas was er leidenschaftlich gern tat.
    Außerdem, als kleiner Hintergedanke, hoffte er darauf eine ganz bestimmte Medica hier wieder zu treffen.



    Er erschien also in Begleitung seiner rechten Hand Burdo


    "Salve meine Dame, meine Herren. Mein Name ist Marcus Helvetius Commodus und dies hier ist meine rechte Hand Caius Decius Burdo. Wir sind beides keine Mediziner oder Heiler würden aber gerne an der Runde teilnehmen wenn das machbar ist?"

  • Hierophilus freute sich, dass noch zwei neue Gäste zu ihrer Runde hinzutraten. Er kannte Marcus Helvetius Commodus und dessen "rechte Hand" Caius Decius Burdo noch nicht, aber etwas fischer Wind tat der Runde gut.
    "Salvete! Natürlich ist es machbar, es freut mich sogar sehr. Sagt, Helvetius Commodus, sind wir uns nicht schon einmal begegnet? Könnte es sein, dass du in der Gegend wohnst?"


    Der Medicus glaubte sich an das Gesicht zu erinnern, vielleicht auch an die beiden Gesichter. Sie schienen ihm plötzlich nicht mehr so fremd.
    "Und darf ich fragen, was deine Tätigkeit so im Allgemeinen ist? Wenn du nicht gerade einem Diskussionssymposion bewohnst?"


    Auch Soranus war inzwischen näher gekommen. Er hörte aufmerksam zu.

  • Commodus und Burdo verneigten sich kurz dankend.


    Commodus antwortete als erstes


    "Das kann gut sein meine Villa Urbana liegt nur zwei Querstraßen, also vom Isistempel gesehen, entfernt. Fast direkt an der Via Tusculana!"


    Tatsächlich lagen zwischen der großen Einfallsstraße Via Tusculana und Commodus Haus nur 2 recht schmale Insulae.


    "Burdo hier ist wie gesagt meine rechte Hand...der Verwalter meiner Ländereien und Betriebe. Meiner Häuser und Haushalte.
    Ich selbst befinde mich am Anfang des Cursus Honorum quasi aus Familienverpflichtung. Meine wahre Leidenschaft&Liebe gilt aber, neben meiner Heimatinsel Paxos, der Architektur. Ich bin ein großer Verehrer von Marcus Vitruvius Pollio. Da ich aber noch nicht lange wieder in der Stadt bin, die letzten knapp 3 Jahre habe ich nach einem schweren Erdbeben Paxos wieder aufgebaut, gibt es hier in Roma noch keine Bauwerke aus meiner Planung. Tatsächlich bin ich momentan als Architectus für den Curator Rei Publica tätig und werde demnächst die Via Appia zwischen Roma und den Albaner Bergen sanieren."

  • Interessiert hörten die beiden Gastgeber zu. Erfreut stellten sie fest, dass ihr Gast ebenfall ein zumindest halber Grieche war. Soranus war der erste, der antwortete.
    "Paxos! Na so was! Dann seid ihr griechischer Herkunft? Architectus? Das ist fein. Da gibt es sicherlich Diskussionsbedarf!"


    Titus Valentius meldete sich zu Wort.
    "Ja, sowas! Der Curator Rei Publica! Das ist sehr gut. Sag, Helvetius Commodus. Die Via Appia ist ja schon sehr alt und bestimmt nicht in allen Teilen auf dem neuesten Stand der Bautechnik, nicht wahr? Muss nur der Belag verbessert werden oder nimmt man Veränderungen am Streckenverlauf vor? Bist du jetzt nur für den Teil der zu Latium und Rom gehört zuständig oder auch für den Rest bis Brundisium?"


    Nun hielt es selbst Hierophilus nicht mehr. Er wollte seine Frage auch loswerden.
    "Kommt denn da die Groma zum Einsatz? Ein interessantes Instrument von dem ich immer noch nicht weiß, wie es eigentlich funktioniert. Kanst du mir das erklären, Helvetius?"

  • Chrysogona freute sich Commodus wiederzusehen. Sie begrüßte ihn wie einen alten Freund und auch den anderen Gästen dürfte klar geworden sein, dass die beiden sich kannten und gut verstanden.
    Dann lauschte sie der sich entspinnenden Unterhaltung. Sie war bisher nur ein kurzes Stück auf der Via Appia gereist. Sie wusste nicht wo Brundisium lag, aber es schien doch recht weit zu sein bis dorthin. Das Instrument von dem Hierophilus sprach kannte sie nicht. Ob Commodus erklären würde wie es funktionierte?

  • Tiberius hoffte inständig, dass er noch nicht zu spät war. Seit seiner Rückkehr aus Griechenland hatte er kultivierte philosophische Gespräche vermisst. Rom, so kam es ihm vor, war stets eher auf der praktischen Seite der Dinge und betrachtete die Welt auch so. Oder Tiberius hatte einfach keinen Zugang zu den entsprechenden Kreisen.
    Umso mehr hatte er sich gefreut, als er gesehen hatte, dass es tatsächlich einen philosophischen Gesprächskreis geben sollte und zwar in der Casa Sorani.


    Es hatte eine Weile gedauert, bis er diese ausfindig gemacht hatte. Doch schließlich klopfte er an die Tür des Gesprächszirkels.


    "Entschuldigt die Verspätung. Meine Name ist Tiberius Valerius Flaccus. Ich hoffe ihr habt noch einen Platz frei in dieser Runde?"

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    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • Hierophilus drehte sich zur Tür des großen Tricliniums um. Ein Neuankömmling. Wie schön.
    Der Neuling stellte sich als Tiberius Valerius Flaccus vor.
    "Salve, Valerius Flaccus. Es ist nie zu spät und ich denke, du kennst den Spruch: "je später der Abend desto interessanter die Gäste."


    Der Medicus winkte Thalia herbei. "Einen Becher gemischten Wein für unseren Freund hier! Greif zu Valerius Flaccus! Und dort sind einige Häppchen, falls du hungrig bist. Wir haben gerade erst angefangen, uns vorzustellen. Was für eine Profession hast du?"


    Hierophilus stellte den Hausherren Soranus als Gynaikologicus und sich selbst ebenfalls als Medicus vor, der vor allem in der Frauenheilkunde tätig war. Mit tiefer Verehrung nannte er den Namen der kaiserlichen Medica Plinia Chrysogona. Danach deute er auf Decimus Didimus Matrinius, den Advocatus und auf Titus Valentius, den Scriba des Censors für die Verpachtung der staatlichen Ländereien in Latium. Zuletzt wurde der Architectus Helvetius Commodus vorgestellt und auch gleich das Thema der gerade begonnen Diskussion aufgegriffen: die Verwendung der Groma beim Bau der Via Appia. War das Instrument bereits beim allerersten Bau der Straße verwendet worden? Und wenn ja, wie funktionierte das Gerät eigentlich?


  • An Soranus gewandt sagte Commodus:
    "Könnte man sagen...meine Eltern stammen zwar beide hier aus Roma aber ich bin auf der Insel geboren und aufgewachsen und meine Lehrer waren ebenfalls alles Griechen. Da mein Vater im Dienste des Reiches sehr viel weg war und auch früh verstorben ist gab es auch niemanden der diesem Einfluss entgegenwirkte. Warum auch!
    Und auch die Architectur habe ich von griechischen Meistern erlernt. In Colonia Laus Iulia Corinthus habe ich dann die ersten Arbeiten als Architectus erledigt."


    Commodus wandte sich Titus Valentius zu:
    "Du hast vollkommen recht. Gerade das Teilstück bis in die Albaner Berge ist in einem schlimmen Zustand. Sie braucht eine Generalüberholung die fast einem Neubaugleich. Der Streckenverlauf wird dabei nur an sehr wenigen Stellen leicht angepasst das sich das Gelände ja nicht wirklich verändert hat seit ihrem Erstbau. Was wir aber sehr wohl planen sind inzwischen neu entstandene Siedlungen an sie anzuschließen! Wie eben gesagt der Teil bis zu den Albaner Bergen ist am schlimmsten betroffen. Bei der Gelegenheit wird aber die gesamte Strecke bis Brundisium ausgebessert."


    Nun bekam Hierophilus seine Antwort:
    "Natürlich kommt sie zum Einsatz. Ohne sie ist eine Bautätigkeit gar nicht denkbar. Ich würde sie für die Vermessung ohne zu zögern als das Hauptwerkzeug bezeichnen. Die Erklärung ihrer Funktion ist nicht ganz einfach. Ich würde vorschlagen ich bringe, falls dies geplant ist, vielleicht bei einem weiteren Treffen eine mit. Wenn man sie bei der Erklärung sieht ist es viel einfacher sie zu verstehen. Wäre das ein Vorschlag?"

  • Zitat

    Original von Plinia Chrysogona
    Chrysogona freute sich Commodus wiederzusehen. Sie begrüßte ihn wie einen alten Freund und auch den anderen Gästen dürfte klar geworden sein, dass die beiden sich kannten und gut verstanden.
    Dann lauschte sie der sich entspinnenden Unterhaltung. Sie war bisher nur ein kurzes Stück auf der Via Appia gereist. Sie wusste nicht wo Brundisium lag, aber es schien doch recht weit zu sein bis dorthin. Das Instrument von dem Hierophilus sprach kannte sie nicht. Ob Commodus erklären würde wie es funktionierte?


    Als Commodus geendet hatte entzog er kurzzeitig den Herren seine Aufmerksamkeit und konzentrierte diese vollkommen auf Chrysogona.
    "Es freut mich sehr dich hier zu treffen. Ich habe gehofft das dich dieser Zirkel hier anzieht. Ist es dir gut ergangen seit unserem letzten Treffen?"

  • Mit sanftem Lächeln schenkte auch die Medica dem Helvetier ihre volle Aufmerksamkeit.
    "Es ist mir gut ergangen, werter Commodus. Und ich muss zugeben, dass ich förmlich danach gelechzt habe, solch angenehme Gesprächspartner zu finden. Und erinnere mich daran, dass wir einen Termin ausmachen für den Ausflug zu den Tempeln des Aesculapius. Das bin ich dir noch schuldig!"


    Sie wandte sich an den Neuankömmling.
    "Salve Valerius Flaccus! Auch ich bin neugierig, was du in deinem Alltag so machst. Verrätst du es uns?"

  • Zitat

    Original von Plinia Chrysogona
    Mit sanftem Lächeln schenkte auch die Medica dem Helvetier ihre volle Aufmerksamkeit.
    "Es ist mir gut ergangen, werter Commodus. Und ich muss zugeben, dass ich förmlich danach gelechzt habe, solch angenehme Gesprächspartner zu finden. Und erinnere mich daran, dass wir einen Termin ausmachen für den Ausflug zu den Tempeln des Aesculapius. Das bin ich dir noch schuldig!"


    Commodus lächelte zurück.
    "Ja das stimmt aber du wirst sicherlich sehr viel zu tun gehabt haben. Als Leibmedica des Kaisers ist mir klar das der gemeinsame Besuch des Tempels zurückstecken mussen. Ich würde mich dennoch freuen wenn wir einen Termin finden um dies zu tun."


    Commodus überlegte kurz ob er sie noch auf den Heilungsverlauf von Varus ansprechen sollte entschied sich dann aber dagegen. Er wollte die Medica nicht unter Druck setzen und wusste ja wie wenig freie Zeit sie hatte.

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