[Syene] Legio XXII | Feldpost


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    Ad L. Artorius Graeceius

    Provincia Alexandria et Aegyptus
    ~~~~~
    Nikopolis
    ~~~~~
    Castellum der Legio XXII Deitoriana


    ____________________________________________


    Salve, edler Verwandter,


    ich las deinen Brief teilweise mit zittrigen Händen. Zittrig vor Freude, denn es ist schon so lange her, dass ich vom Reste meiner Familie etwas gehört habe, geschweige denn, ob es den Rest meiner Familie noch gibt. Ich möchte dich meine wärmsten Grüße überbringen und dir sagen, wie stolz ich bin, dass du erfolgreich in der militärischen Laufbahn vorangeschritten bist. Wenn du dich kompetent, stark und führungsbereit zeigst, so soll dir auf dem Wege kein Hindernis sein, eine Offizierslaufbahn einzuschlagen. Halte mich auf dem Laufenden, Graeceius - meine Kontakte werden auch sicherlich dir helfen können.
    Mache dir keine Sorgen, wenn du eine Weile im Legionsalltag verbringst. Unser Kaiser zählt auf uns, im Ernstfall sofort bereit zu sein. Er benötigt ein starkes Heer, um unsere Grenzen zu verteidigen. Leute wie du sind nämlich gefragt, Legionäre, die Rom schützen und unsere Stabilität gewährleisten. Halte dich fit und wenn du im nächsten Einsatz gefragt bist, wirst du nicht nur überleben, sondern Ruhm und Ehre für dich beanspruchen.


    Auch freut es mich, dass du auf einen weiteren Artorier gestoßen bist. Überbringe ihm meine Grüße und lasse wissen, dass ich euch eines Tages gerne sehen möchte. Euch beide.


    Aus Rom gibt es hier nicht viel zu erzählen. Auch ich gehe meinem Alltag nach und habe neben meiner Berufung als Soldat noch meine Betriebe zu leiten.


    Nun jedoch wird das Papier knapp... sei gegrüßt und möge Mars deine Schwerthand führen!


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  • Tribunus Angusticlavus Faustus Decimus Serapio,
    Legio XVII,
    Nikopolis,
    Aegyptus



    Mein lieber Faustus!


    nur weil ich in Gallien bin heißt das noch längst nicht, dass ich der Welt abgeschworen habe! Löwe von Alexandria! Ach, Faustus, also wenn das nicht eines Decimus würdig ist, was dann? (Um ehrlich zu sein finde ich, dass "Löwe von Alexandria" noch viel besser klingt als "Stier von Tarraco", was ich in Anwesenheit meines Bruders natürlich abstreiten werde.) Also stelle dich nicht selbst in den Schatten deiner Giganten. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren sie auch nur einfache Soldaten. Und jetzt auch noch kopflose Wüstenbarbaren, herrje, wie aufregend ist das denn! Nur mit deinen hinteren Reihen, da brauchst du gar nicht erst zu versuchen, mich zu beruhigen! Ich habe genügend Männer gekannt, die in der Schlacht gestorben sind, obwohl sie nicht in der ersten Reihe standen! Also bitte pass gut auf dich auf. Ich habe schon dem Mars und der Bellona geopfert, dass sie auf dich achtgeben sollen. Außerdem habe ich dir noch ein neues Halstuch beigelegt (natürlich rostrot, ich kenne doch die Armee. Obwohl modischere Farben bestimmt besser für die Moral wären!). So ein Halstuch ist in der Wüste nämlich sehr wichtig. Tagsüber sorgt es dafür, dass einem kein Staub in den Mund fliegt. Und nachts holt man sich leicht eine Erkältung, wenn der Hals nicht warm ist. Zumindest habe ich das auf meiner großen Africa-Reise von einer Einheimischen gehört und es ist besser, wenn du gut vorbereitet bist. (Ich hoffe nur, das Päckchen erreicht dich noch rechtzeitig.)


    Diese Geschichte mit deinem Geliebten kannst du nun wirklich sein lassen! (Ein Senator, dieser Senator, ach Faustus, das ist wirklich köstlich, und ich habe das auch noch geglaubt!) Es ist doch nichts dabei, wenn du dich in eine Peregrina verguckt hast! Wirklich, Faustus, dass du mich für so oberflächlich hältst, das kränkt mich nun doch. Es ist noch nicht lange her, da hatte unsere Gens selbst noch nicht das Bürgerrecht. Deine Tante Severa wurde als Peregrina geboren und trotzdem hat mein Bruder, der Triumphator, sie geheiratet. Wohlgemerkt zu einer Zeit, zu der er eine Frau aus den besten Häusern Roms hätte haben können. Natürlich wäre es deinem Stand als Ritter angemessener, wenn du eine geborene Römerin heiratest. Aber ich kenne den Sturkopf unserer Familie, am Ende schert es uns doch nicht. Also wenn du sie liebst, dann werde ich dafür sorgen, dass deine Celeste das Bürgerrecht erhält und du sie heiraten kannst. Vielleicht nicht in Ägypten, aber das Imperium ist schließlich groß.


    Über Octavius Dragonum habe ich ein paar Erkundigungen eingeholt und er scheint wirklich ein geeigneter Mann für Seiana zu sein. Ich habe ihr schon geschrieben, dass sie sich keine Sorgen zu machen braucht. Wenn du mit ihm über die Mitgift verhandelst, dann denke an den Betrag, den ich für sie zurückgelegt habe. Lass dir aber nicht zu viel abschwatzen, immerhin ist er Livianus Klient und sollte wissen, was eine Decima wert ist.


    Eine erfreuliche Nachricht gibt es übrigens hier aus Narbo auch noch zu berichten. Auf seiner Reise nach Germania hat mich Avarus besucht und dieser Besuch ist nicht ohne Folgen geblieben. Stell dir nur vor, ich habe geträumt, dass es ein kleines Mädchen wird, eine kleine Lucilla! Wäre das nicht wundervoll?


    Zieh dich nachts in der Wüste warm an, pass gut auf dich auf und grüße mir deine Freundin!


    Deine Tante
    Lucilla

  • Als der nächste Boote des Cursus Publicus das Heerlager erreichte, bekam er, neben der privaten Post der Legionäre und Offiziere, auch noch einen kleinen Stapel Kondolenzschreiben die der Praefectus Legionis noch am Vormittag unterzeichnet hatte, es waren ungewöhnlich wenige wenn man bedachte wo die Legion sich befand und gegen wen sie kämpften, aber Tatsache war auch das diese Schreiben einzig dem zwei Tage zurückliegenden Angriff auf die Probatii zu Last gelegt werden mussten ...


    Nach Italia:




    Tribunus Angusticlavius
    Servius Artorius Reatinus

    Castra Legio I
    Mantua
    Provincia Italia



    Salve Tribunus Artorius, ich schicke dir diesen Brief aus den Tiefen der ägyptischen Wüste in der sich die Legio XXII momentan befindet. Wie dir sicherlich bereits bewusst ist, ist die Legion in Kampfhandlungen mit einem örtlichen Wüstenvolk verstrickt, das Roms Handelsrouten plündert.
    Leider bleiben auf dem Weg zum Sieg oft die tapfersten Soldaten zurück, so auch dein Verwandter Marcus Artorius Menas, der vor einigen Tagen während eines hinterhältigen Angriffs des Feindes seinen Verletzungen erlag. Aufgrund seines Dienstgrades war mir dein Verwandter nicht persöhnlich bekannt, doch seine Vorgesetzten beklagten den Verlust eines tapferen und vielversprechenden Legionärs, eines wahren Römers.
    Sei versichert das deinem Verwandten eine Bestattung mit allen Ehren zu Teil wird.
    Rom vergisst die Männer die ihm dienen nicht und welcher Dienst könnte da größer sein als der sein Leben für die Freiheit und die Sicherheit Roms zu geben.



    Hochachtungsvoll


    Tiberius Octavius Dragonum
    ~~Praefectus Legionis der Legio XXII~~



  • Baalberith war in Nikopolis gewesen. Doch der Tribun Decimus war nicht dort. Auf einem Feldzug sei er. Sagte der Legionär am Tor der Zweiundzwanzigsten. Also brachte Baalberith in Erfahrung, wohin die Legion ausgezogen war. Und folgte ihr. Er brauchte sich nur an einen Boten der kaiserlichen Post zu hängen. Das war nicht schwer. Die Reise war nicht ungefährlich. Baalberith war es gewöhnt. Irgendwo in der Wüste hatte die Legion ein Lager aufgebaut. Dieser Ort hatte keinen Namen. Baalberith gab seine Nachricht gemeinsam mit dem Boten des Cursus Publicus ab. So fand sie ihren Weg in die Feldpost.


    Tribunus Angusticlavus Faustus Decimus Serapio, Legio XXII Deiotariana, Nikopolis, Alexandria et Aegyptus



    Gruß und Heil dir, geliebter Heroe unter ferner Sonne, carbunculus meus!


    Das Herz zerreißt es mir, deine Worte zu vernehmen, wieder und wieder ihren süßen Klang mir einzuverleiben, mit allen Sinnen sie zu verschlingen, in ihnen zu wiegen meinen Geist, zu wälzen meinen Verstand im kläglichen Versuche deiner habhaft zu werden, ein wenig der devastativen Sehnsucht nach dir zu mindern, welche tagtäglich mich in ihrer bittersüßen Qual gefangen hält. Von Wahn schreibst du, von Raserei, welche dich umtreibt, und auch ich bin längst dem unbändigen Taumel der Sinne erlegen, der unser beider Leben eint. Mehr und mehr glaube ich an die Wahrheit der alten Weise, welche in Platons Symposion Aristophanes erzählt, dass der Mensch dereinst zweigesichtig, vierarmig und vierfüßig war, und nun nach der Dissoziation durch die Götter in sein jetziges Abbild stets sehnsuchtsvoll seinem Gegenpart entgegenstrebt. Wer, wenn nicht du, könnte zu einem vollständigen Wesen mich komplettieren, wie sonst sollte dies ungebärdige Sehnen, dies torquierende Drängen zu erklären sein, wenn nicht um zu einen, was zusammen gehört? Könnte ich nur einen Hauch deinerselbst atmen, könnte ich ein Bruchstück deines Leibes spüren neben mir, könnte ich ein Flüstern deines Herzschlages vernehmen, nimmermehr wollte ich ein halber Mensch nur sein!


    So ich meine Augen schließe kann ich wahrhaft im Geiste vor mir sehen, wie du den wilden Acephali in der Wüste entgegentrittst, und so du über dies adventuröse Unterfangen berichten möchtest, werde ich an jedem deiner Worte begierig hängen. Zweifle indes nicht an deinen Befähigungen, denn selbst so deine Vorväter die Tatkraft und Kühnheit deiner Familie bereits sollten aufgebraucht haben - woran ich mir gestatte, Zweifel zu hegen -, so bleibt dir doch deine Besonnenheit und Leidenschaft, welche wohl einem Kommandanten der römischen Legion weit besser zu Gesichte stehen, wiewohl Fortuna und Mars zweifelsohne auch über euch werden wachen, die ihr keinem gewaltigen Heer gegenüber steht, denn mag es Ruhm, Ehre und Reichtum schaffen, neue Gebiete dem Imperium einzuverleiben, so ist es doch ebenso essentiell, wenn nicht gar weitaus bedeutsamer, und überaus lobesam den Frieden an seinen Grenzen zu schützen, um Beständigkeit und Sicherheit zu gewährleisten.


    Manches mal wünschte ich, auch die innere Stabilität des Reiches könnte auf solch offensive Art gefestigt werden, doch weder ist der Feind im Inneren des Staates derart offensichtlich zu detektieren, noch wünsche ich uns selbstredend in die Zeit der Bürgerkriege und Proskriptionslisten zurück - und dies nicht nur aus eigennützigen Interessen, da es aus Gründen historischer Gegebenheiten durchaus wäre erdenklich, dass der Name meiner Familie darauf würde aufscheinen. Manches mal indes halte ich es ohnehin für Wahn, den inneren Feind zu vermuten, hervorgerufenen aus der bedeutungslosen Monotonie, welche in Ermangelung tatsächlich gegenwärtiger Feindesbilder uns bisweilen überfällt, allfällig auch ob der Absenz des Imperators aus Rom, ob deren wir uns gegenseitig mit tiefem Argwohn mustern, in unserem Gegenüber die eigene Gier zu erkennen glauben, obgleich auch in diesem nur unsere eigene Feigheit schlummert. Mag es mir nicht zur Ehre gereichen, doch ich bin nicht geschaffen für diese Art von Spiel, sehe keinen Nutzen darin, dass es gegenwärtig anders sollte sein als es ist, und wenn es das Ziel der Bestrebung eines mächtigen Mannes muss sein mit einem Messer im Rücken zu enden – oder auch zweiundvierzig –, so fehlt mir gänzlich der Wille zur Macht, über deren Relevanz und Charakteristikum ich ohnehin stets uneins bin.


    Vermutlich hast du bereits vernommen, dass vor dem Iudicium Publicum eine Anklage gegen deinen Vater verhandelt wird ob juristischer Fehler bezüglich zweier Adoptionen während seiner Praetur. Der Praetor urbanus hat mich als Iudex bestimmt, was ich selbstredend nicht konnte ablehnen – zu spät wurde mir gewahr, dass Senator Decimus dein Vater ist, und erst hernach offenbarte sich, dass dich selbst diese Causa tangiert –, und bisherig wurden nur Formalitäten der Anklage und Verteidigung behandelt, wiewohl die erste Anhörung vernommen. Indes kannst du dir gewiss sein, dass ich persönlich keinerlei politische Interessen diesbezüglich verfolge – weder der Senator selbst, noch deine Familie im Allgemeinen haben mir je Anlass dazu gegeben, ihr mit Apathie zu begegnen –, so dass einzig der Iustitia genüge getan werden muss, gleichsam weder Anklage, noch Verteidigung sonderlich elaboriert sich darstellen, wiewohl eine etwaige Strafe wohl mehr eine Formalität wird sein, handelt es sich wenn überhaupt doch um ein recht belangloses Vergehen.


    Wie sehr ich auch brenne in Verlangen, es streckt der Alltag doch stets erneut seine Klauen nach mir aus, und ich frage mich, wie das Leben wohl wäre im Ansinnen, der Begierde nur nachzugeben – kurz und heftig, oder endlos erfüllt? –, wiewohl ich doch bezweifle jemals die Kühnheit aufzubringen, dies zu eruieren. So hehr ist deine Meinung über meinen Geist, dass gerade darin wohl die Antwort muss liegen, dass die Tiefe des Lebens mir auf ewig wird verborgen bleiben. Oh, Faustus-Hephaistion, errette mich aus dieser trübseligen Ödnis, schwinge dein leuchtend Schwert diese Dunkelheit zu vertreiben, diesen verworrenen Geist in Flammen zu setzen, denn selbst so es nur kurz und heftig mag sein, wie glühender wäre doch dies Leben statt lang und vergebens!


    Ein wenig verblasst scheinen mir schon deine Worte, da ich so oft an dem sie tragenden Papyrus gerochen, deine Küsse aus dem trockenen Grunde gesogen und sie an meinen Wangen habe gerieben, mich in Erinnerung an jene wonnevollen Stunden habe verloren, so dass ich dich bitte – gar flehentlich ersuche –, mehr Worte mir zu senden, mit deinen Küssen bedeckt, dass ich darin versinken kann.


    Möge Fortuna dir gewogen sein in der Ferne, möge Mars dir beistehen im Kampfe, und möge Eros alsbald dich zurückbringen in meine Arme!



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    Eingeschlossen in das erste Pergament verbarg sich ein weiteres.


    Zu fern deiner Augen Glühen
    gleich nächtlichem Sternenglanz.
    Zu fern deiner Stimme Lachen
    gleich der Wolken Sturmesklang.
    Nah an meinem Herzen nur Sehnsucht,
    Erinnerung an den Meditrinalientanz,
    Sehnen nach deines Leibes Feuer,
    entzündet an der Satyren Gesang.


    Deinen Nektar wollte ich kosten,
    dich mit Haut und Haaren verspeisen.
    In deinen Sinnen wollt' ich ertrinken,
    so unendlich war meine Gier!
    Nun hält dich die Ferne gefangen
    und das Herz will mir zerreißen.
    Nun muss ich elendig verdursten
    und sterbe an Hunger nach dir!



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    In dieses Pergament wiederum eingeschlossen lag ein Stück weiches Leder. Es war etwa so groß wie der Handteller eines Mannes. Auf der glatten Oberfläche des Leders war ein Bild gemalt. Material und Größe berücksichtigend war es durchaus gelungen. Das Abbild eines dunkelhaarigen Mannes. Sein Lächeln zog sich über die linke Hälfte des Gesichtes. Ganz so als sei er uneins mit sich selbst, ob es überhaupt zu ihm gehöre oder nicht. Man mochte durchaus Quintus Tullius oder Flavius Gracchus darin zu erkennen glauben. Wenn man einen von beiden kannte. Und wenn man erwartete, einen von beiden hier vorzufinden.

  • An Decima Seiana
    Casa Decima Mercator
    Rom


    Mein liebes Schwesterchen,


    ich schreibe Dir aus dem Zwölfmeilenland. Das heißt Sand, Fels, Gluthitze, verdreckte Fellachen, stinkende Kamele, Schlangen und Skorpione. Wenn ich jemals wieder anfangen sollte zu schwärmen "ach, Rom ist so langweilig, ich möchte mehr von der Welt sehen", dann schüttel mich bitte so lange bis ich wieder vernünftig werde. Seit Wochen schon sind wir unterwegs auf der Suche nach diesen verdammten Wüstenreitern, aber wie zu erwarten sind sie einem direkten Kampf ausgewichen und haben Haschen zwischen den Dünen mit uns gespielt. Vor kurzem gab es dann einen feigen Überfall, bei dem ist Artorius Menas gefallen, der Probatus dessen Sklaven ich an Deine Buchhandlung in Alexandria verwiesen hatte, Du erinnerst dich? Das mit Menas ist traurig, ich mochte ihn sehr und hab immer gedacht, er kommt mal so hoch hinaus wie sein Onkel Avitus. Mein Klient war er ausserdem, und ich hatte in Parthien zusammen mit seinem Vater gedient.
    Letzte Nacht hatten wir dann zum ersten Mal ein größeres Gefecht, und ich habe, auch zum ersten Mal, meine Kohorte in einem ernsthaften Kampf befehligt. Hat gut geklappt, wir haben eine Menge von diesen Bastarden über den Styx geschickt. Aber einfaches Räubergesindel ist das nicht, dafür kämpfen sie zu entschlossen. Was ihnen natürlich fehlt, das ist die Disziplin, sind halt Barbaren. Bisher sind wir übrigens nicht auf die sagenhaften Acephali gestoßen, was mich doch ein wenig enttäuscht.


    In Syene, wo wir zum letzten Mal Kontakt mit der Zivilisation hatten, hab ich mir natürlich eine Acta besorgt. Also ganz, ganz herzlichen Glückwunsch Domina Auctrix! War ja klar, dass Du die Senatoren überzeugst! Bona Dea, meine Schwester vor dem Senat, ich glaub da darf ich doch noch mal betonen, wie unheimlich stolz ich auf Dich bin! Und ich freu mich schon darauf, endlich wieder patriotische Klänge in der Acta vernehmen zu können, und nicht, wie unter dem vorigen Auctor, ständig diese unqualifizierten Schmähungen des Militärs lesen zu müssen.
    Du machst das schon. Und auch den Verleumdungen unserer Familie solltest Du echt mal den garaus machen. Also, in der Acta meine ich. Ich blicke da ja nicht durch, aber anscheinend laufen da ein Haufen Intrigen gegen uns. Da muss man sich doch wehren! Da kann ja niemand behaupten, Du würdest Deine Position missbrauchen, wenn Du verhinderst dass weiter Lügen über uns verbreitet werden!
    Ja, wie kommt dieser blässliche Octavier dazu, Livianus anzuklagen, das frage ich mich auch, und noch dazu wegen meiner Adoption, das ist doch total lächerlich. Ich erinnere mich an diesen Octavier, denn ich habe – in langer, mühseliger und gefährlicher Ermittlungsarbeit wohlgemerkt – den Mörder seines Verwandten Octavius Cato zur Strecke gebracht. Aber ein Wort der Dankbarkeit hab ich von ihm nie erhalten. Und bei dem Cato-Mord-Prozess, wo er als Ankläger auftrat, hat er kaum ein Wort herausgebracht und die Sache total vermasselt. Ich glaub auch nicht, dass so ein farbloser Knabe von alleine auf die Idee kommt, einem Decimus Livianus ans Bein zu pinkeln, nein, da steckt mehr dahinter. Schreibst Du mir bitte wie es ausgegangen ist?
    Bitte pass auf dich auf und geh nicht ohne Leibwächter aus, wer weiß auf was für Gedanken Livianus' Feinde noch kommen.


    In der Acta hab ich auch von dem Drama um Deinen Ex-Verlobten gelesen – ich hoffe Du grämst Dich nicht zu sehr um ihn. Die Geschichte mit dem Brot zeigt ja schon wie verwirrt der war, und die Art seines Todes beweist eindeutig, dass er nicht ganz richtig im Kopf war.
    Was Octavius Dragonum angeht – Lucilla hält ihn für angemessen. Livianus habe ich von dieser Idee geschrieben, aber noch nichts von ihm gehört, er wird halt viel zu tun haben, da im hohen Norden. Ist wahrscheinlich am besten Du schreibst ihm selbst und gibst mir dann bescheid. Bisher hat sich hier auch noch gar nicht die Gelegenheit ergeben dieses Terrain weiter zu erkunden, wir sind alle mit den Gedanken beim Feldzug. Übrigens bin ich mir ganz sicher, dass Octavius Dragonum nichts mit der Intrige seines schmierigen jungen Verwandten zu tun hat, er ist ein Mann von Ehre, ein aufrechter Haudegen.


    Zu Celeste – ich fürchte, ich habe mich da unklar ausgedrückt. Wie kommst Du denn darauf, ich wolle sie wirklich heiraten? Sie ist ja nur ein Feigenblatt. Leider hat sich diese Sache irgendwie verselbständigt... Lucilla ist, obwohl Celeste Peregrina ist (da kannst Du mal sehen), ganz begeistert von dieser Aussicht und spinnt jetzt wohl schon Pläne, Celeste das Bürgerrecht zu verschaffen. Ich weiß echt nicht mehr was ich machen soll, meine Lüge ist mir über den Kopf gewachsen und sag ich vor lauter Verzweiflung die Wahrheit, dann glaubt Tante Lucilla mir einfach nicht. Nein, wir müssen ja alle Stiere und Löwen sein. Vielleicht sollte ich Celeste heiraten damit endlich alle zufrieden sind, aber es kommt mir so falsch vor!
    Denk nur, mein Meditrinalienfreund hat mir wieder geschrieben. Ganz romantisch! Ja, lach nur, aber ich glaube, diesmal habe ich wirklich den Richtigen gefunden, den einen, besonderen. Er ist so wunderbar! In keinster Weise zu vergleichen mit denen bisher, nein, er überstrahlt sie wie die Sonne die trüben kleinen Kerzenflammen! Diesmal ist es echt was ernstes.


    Liebe Seiana, ich sende Dir meine allerbesten Wünsche, arbeite nicht zu viel und grüß mir die ewige Stadt!


    Dein Faustus



    PS. Ich habe hier bei der XXII. einen ganz weitläufig entfernt verwandten Vetter aus der griechischen Linie kennengelernt, Appius Decimus Massa. Sehr sympathisch, und wir teilen viele Interessen. Wärst Du bitte so nett, bei Gelegenheit Verus – das ist sein Onkel – bescheid zu sagen, wo es seinen Neffen hin verschlagen hat? Also, falls Verus noch in Rom ist. Soll Dir dafür von Massa unbekannterweise Gruß und Dank sagen.




    Sim-Off:

    überwiesen, danke :)

    cp-tribunuscohortispraetori.png decima.png

    SODALIS FACTIO AURATA - FACTIO AURATA

    Klient - Decima Lucilla


  • An
    Tribunus Angusticlavius
    Faustus Decimus Serapio
    Legio XXII Deiotariana
    Nikopolis, Aegyptus



    Mein Sohn,


    verzeih mir, dass du so lange auf Antwort warten musstest, aber du weißt, ich bin nicht der große Briefeschreiber und in letzter Zeit gab es einiges, dass meine vollste Aufmerksamkeit bedurfte.


    Wie du vielleicht gehört hast, wurde in Rom gegen mich Anklage wegen Rechtsbeugung in zwei Fällen erhoben. Das eine betrifft deine Adoption, das andere die Adoption eines Libertus durch einen Römer. Mattiacus hat als mein Verteidiger zwar getan was in seiner Macht stand, aber letztendlich wurde ich in beiden Fällen vom Praetor und seinen beiden Beisitzenden schuldig gesprochen. Mir wurde zugetragen, dass der Ankläger Faustus Octavius Macer im Auftrag des Praefectus Urbi gehandelt hat. Aus meiner Sicht ein weiterer Beweis dafür, dass dieser Salinator alles andere als ein Freund der Decimer ist und ein tiefer Schlag, da es sich ausgerechnet um einen Octavier handelte, der als sein Handlanger diente. Alles weitere zu diesem Thema, auch auf deine Frage bezogen, woher die Meinungsverschiedenheiten zwischen mir und diesen Mann rühren, wäre unklug niederzuschreiben. Ich kann dir nur so viel mitteilen, dass ich diesem Mann nicht vertraue und seine guten Absichten entschieden in Frage stelle. Er hält den Kaiser fast wie einen Gefangenen in seiner Villa fest und lässt niemanden zu ihm und er entscheidet willkürlich über das Wohl unseres Reiches. Die Zuteilung meines Legionskommandos in Germanien sehe ich weniger als Zeichen der Größe, den vielmehr als Zeichen der Angst. Er wollte mich aus Rom weg haben und das hat er damit erreicht. In Germanien habe ich keinerlei Einfluss auf den Senat oder die Geschehnisse in Rom und noch dazu dauert es Tage oder Wochen, bis ich über Neuigkeiten informiert werde.


    Was die Germanicer betrifft, so habe ich mich mit ihnen ausgesöhnt und sowohl Avarus, als auch Sedulus genießen mein vollstes Vertrauen. Ich denke nicht, dass sie sich für den Acta-Artikel verantwortlich zeichnen, noch dass sie mir in den Rücken fallen würden.


    Was deine Idee mit Seiana und Dragonum betrifft, so habe ich darüber nachgedacht und halte es tatsächlich für eine gute Idee von dir mein Sohn. Er war immer ein loyaler Klient meines Hauses und ich weiß, dass ich mich voll und ganz auf ihn verlassen kann. Er wäre bestimmt ein guter und auch standesgemäßer Ehemann für deine Schwester, allerdings wie oben bereits erwähnt, scheint uns auch aus dem Hause der Octavier einiger Gegenwind entgegenzuwehen. Ich bin mir daher nicht sicher, ob es tatsächlich die beste Wahl wäre. Auch für Terentius Cyprianus spricht vieles, wobei ich bisher der Meinung war, dass er bereits verheiratet ist. Hat sich daran etwas geändert? Sprich auch mit deiner Schwester über diese Angelegenheit. Ich möchte sie nicht gänzlich bei dieser Entscheidung umgehen.


    Auch hier in Germanien tut sich in Sachen Heiratspolitik einiges. Es bahnt sich gerade eine enge Bande zwischen mir und dem Hause der Iulier an. Unter Umständen könnte es sogar auf eine Heirat hinauslaufen, doch ist es noch zu früh für eine definitive Aussage. Bei all dem sollten wir uns aber auch langsam Gedanken über eine standesgemäße Braut für dich machen. Hast du vielleicht bereits selbst eine junge Frau in die nähere Betrachtung gezogen oder wäre es dir lieber, wenn ich mich auf die Suche begebe und meine Kontakte zu den Familien spielen lasse? Auch für Mattaicus muss endlich eine Frau gefunden werden. Ich fürchte die Leute reden bereits darüber, wie auch vor kurzem ein Artikel in der Acta mehr als deutlich machte.


    Ansonsten kann ich meinen Brief nur mit der Versicherung abschließen, dass ich sehr stolz auf dich bin und bereits jetzt weiß, irgendwann einen würdigen Nachfolger in dir gefunden zu haben. Ich wünsche dir daher alles erdenklich Gute für deinen Kampf gegen die Banditen. Die Götter mögen über dich wachen – aber halte sicherheitshalber auch immer dein Schwert griffbereit.


    Dein Vater




    MARCUS DECIMUS LIVIANUS
    Senator



  • Der Postreiter der mit den Versorgungseinheiten eingetroffen war hatte reichlich zu Tun bekommen, denn nach dem Angriff wollten natürlich alle ihren Verwandten schreiben, bevor diese etwas aus der Acta erfuhren und am Ende noch besorgt um ihre Liebsten waren. Schlussendlich allerdings führte ihn sein Weg auf den kleinen Hügel, auf welchem Dragonum residierte ...


    Einige Minuten später machte sich der Bote schließlich auf den Weg, gemeinsam mit zwei Equites die ihm halfen die Briefe, Kondolenzschreiben und Berichte nach Alexandria zu transportieren, von wo ettliche Boten des Cursus Publicus sie über das ganze Reich verteilen würden ...




    Procurator ab Epistulis
    Administratio Imperatoris
    Roma
    Provincia Italia



    Salve Procurator, ich schreibe dir aus dem Dodekaschoinos, wo sich die XXII zur Zeit im Kampf mit den hiesigen Wüstenbanditen befindet. Feldzüge wie dieser erfordern fähige Offiziere und vor allem anderen Offiziere mit speziellen Fähigkeiten. Daher erbitte ich hiermit die kaiserliche Zustimmung, bzw. die Zustimmung seines Stellvertreters, für die Beförderung des Optios Lucius Septimius Palaemon in den Rang eines Centurios.
    Der Optio hat bereits während der Verlegung der Legion nach Süden seinen außergewöhnlichen Nutzen unter Beweis gestellt und hat sich seither auch stets als vertrauenswürdig und verlässlich erwiesen.
    Die Vita des Optios findet sich im Anhang.




    Hochachtungsvoll


    Tiberius Octavius Dragonum
    ~~Praefectus Legionis der Legio XXII~~




    Sim-Off:

    + "kleiner" Bonus für die fleißigen Boten vom CuPu


  • Ad:
    Lucius Annaeus Gratus
    Legio XXII Deiotariana
    Nikopolis
    Aegypten



    S. Aurelius Lupus L. Annaeo Grato s. d.


    Es ist eine traurige Sache, dir auf diesem Weg noch einmal den Tod von Gaius Annaeus Acratus ins Gedächtnis rufen zu müssen. Auch wenn es keinen Trost für diesen Verlust sein kein, sei dir meines Mitgefühls über diesen tragischen Verlust versichert.


    Als Decimvir Litibus Iudicandis ist es meine Pflicht, dem Prätor Urbanus in Erbschaftsangelegenheiten zu assistieren, und ich bin mit der Verwaltung des Erbes in diesem Fall beauftragt.
    Du bist rechtlich durch Verwandschaft als erbberechtigt festgestellt, und nun musst du entscheiden, ob du das Erbe annehmen willst. Solltest du dich gegen eine Annahme des Erbes entscheiden, wird dein Anteil auf die verbliebenen Erbberechtigten aufgeteilt oder der Res Publica zugeführt.
    Bitte antworte mir bis ANTE DIEM VIII ID DEC DCCCLX A.U.C. (6.12.2010/107 n.Chr.) , ob du das Erbe antreten willst. Sollte ich bis dahin keine Antwort erhalten haben, wird dies als eine Ablehnung des Erbes angesehen.


    Möge dein Verwandter seinen Platz im Elysium gefunden haben und dort in ewigem Frühling wandeln.


    Vale bene,


    [Blockierte Grafik: http://img41.imageshack.us/img41/9149/salq.gif]
    ANTE DIEM X KAL DEC DCCCLX A.U.C. (22.11.2010/107 n.Chr.)
    Basilica Ulpia | Officii Decimv. Lit. Iud. | Roma | Italia


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  • [Blockierte Grafik: http://www3.pic-upload.de/23.11.09/wsvuctcttlnj.png]


    Ad T. Octavius Dragonum

    Provincia Alexandria et Aegyptus
    ~~~~~
    Nikopolis
    ~~~~~
    Verwaltung der Legio XXII Deitoriana


    ____________________________________________


    Salve, werter Octavius,



    Mit Bestürzung über den Verlust meines Verwandten, einem starken und ehrbaren Mann, vernahm ich Dein Schreiben. Ohne jeden Zweifel ist dies für meine Familie und für die Legio XXII ein großer Verlust.


    Bei all der Trauer darf nicht vergessen werden, den Toten zu gedenken. Daher richte eine sehr wichtige Bitte an Dich, mir die Überreste meines Verwandten in Form einer Urne mit seiner Asche in Mantua zukommen zu lassen, damit er wie alle Artorier einen würdigen Platz bei unseren Ahnen einnehmen kann. Ich komme selbstverständlich für die Kosten auf, die der lange Transport aus Ägypten verursacht.


    Möge Mars über Dich wachen.


    [Blockierte Grafik: http://www3.pic-upload.de/23.11.09/vfv6cjvy4i6e.png]






    [Blockierte Grafik: http://www3.pic-upload.de/23.11.09/wsvuctcttlnj.png]


    Ad L. Artorius Graeceius

    Provincia Alexandria et Aegyptus
    ~~~~~
    Nikopolis
    ~~~~~
    Castellum der Legio XXII Deitoriana


    ____________________________________________


    Salve, mein lieber Graeceius,



    Gewiss wird Dich der plötzliche Tod von Menas genauso tief getroffen haben, wie mich. Ich hoffe, in Ägypten geht es Dir gut und Deine Karriere macht Fortschritte. So erzähle mir bitte, brauchst Du Unterstützung in irgendeiner Form? Wie machst Du Dich im harten Alltag der Legion?


    Du wirst sicherlich mit dabei gewesen sein, als Menas umgekommen ist. Leider hat man mir seitens der Legio XXII nicht sehr viel mehr gesagt, als in Form eines Standardschreibens überhaupt üblich ist. Doch ich möchte wissen, wie er gestorben ist, damit wir ihm alle gedenken können. Bitte erzähle mir, wie es passieren konnte.


    Möge Mars über Dich wachen.


    [Blockierte Grafik: http://www3.pic-upload.de/23.11.09/vfv6cjvy4i6e.png]


  • Dragonum hatte lange gehadert wie er den Brief des Artoriers beantworten sollte und vorallem wieviel er darin erwähnen sollte. Artorius Menas war aus Holzmangel genau wie all die anderen lediglich begraben worden, eine Verbrennung war einfach nicht machbar gewesen. Als Dragonum schließlich das Schreiben an den Boten des CP aushändigte, musste er an seinen eigenen Vater denken, der alte Largus hatte immer gesagt "Die Wahrheit ist stets das erste Opfer des Krieges!" und so schien es auch tatsächlich zu sein ...



    Tribunus Angusticlavius
    Servius Artorius Reatinus

    Castra Legio I
    Mantua
    Provincia Italia



    Salve Tribunus Artorius, es tut mir Leid das ich dir mit diesem Schreiben nicht auch die verlangte Urne samt der Asche deines Verwandten zukommen lassen kann. Der Feldzug durch die Wüste verlangt der ganzen Legion eine Menge ab und unser Feldlager bewegt sich nun fast täglich von einem Ort zum nächsten. Leider war dein Verwandter zu dem Zeitpunkt als mich dein Brief erreichte, bereits bestattet und die Legion bereits weitergezogen. Ich hoffe du, als erfahrener Offizier des Exercitus, kannst verstehen das es mir nunmehr unmöglich ist deiner Bitte nachzukommen. Mögen die Götter über dich und deine Familie wachen.



    Hochachtungsvoll


    Tiberius Octavius Dragonum
    ~~Praefectus Legionis der Legio XXII~~



  • An Ap. Decimus Massa und F. Decimius Serapio
    Legio XXII Deiotariana
    Nikopolis
    Aegyptus


    Salvete, euch beiden!


    Ich bin es Verus, der alternde Decimer aus nun mehr wieder Rom. Ich wollte mich nach euch beiden erkundigen, besonders nach Massa. Ja, ich bin es dein Onkel. Ich wusste garnicht, dass mein Bruder einen Sohn hatte und nun habe ich einen Neffen. Eine interessante Erfahrung musste ich da machen. Baue mir ja keinen Mist in der Legion! Ich weiß es ja selbst, was es heißt Soldat zu sein und kenne die Gefahren des Dienstes an Rom. Nicht nur die Gefahren auf dem Schlachtfeld, sondern auch mit fremden Liebschaften. Ich selbst habe mich damals in eine Sicillia verliebt. Das war vielleicht eine heiße Braut, das sage ich dir. Wir waren gerade angelandet, da umgarnte sie uns schon. Am Ende stellte sich heraus, dass sie mir mein Geld stehlen wollte. Leider tat sie es auch und ich musste einige Tage ohne Sold auskommen. Also achte auf dich! Schnelle Liebe bringt nichts als Ärger. Was kann ich dir noch mit den auf den Weg geben? Massa, du bist mein Neffe und somit Teil meiner engernen Familie, dass macht dich nicht nur wichtig für mich, sondern auch für meine Ahnen. Ich habe viel verloren und möchte nicht auch noch dich verlieren. Auch wenn ich bisher nur deinen Namen kenne, denke ich, dass du, wie alle aus unserer Familie, ein guter Römer bist. Weißt du, was es heißt ein guter Römer zu sein? Ich denke ja. Das Schlüsselwort ist Pflichtbewusstsein und Treue zu Rom. Wir Decimer standen immer dafür. Egal, wo es uns hinverschlagen hat, wie sehr wir verzweifelten, wir blieben Römer. Komme bitte eines Tages nach Rom und besuche deinen Onkel, der dich bereits jetzt ins Herz geschlossen hat, denn du bist ein Soldat Roms, was mehr ist als viele Senatoren von sich behaupten können. Du stehst dem Abyss gegenüber und hälst es von Rom fern. Du bist ein Römer.


    Nun zu Serapio. Lange nichts von dir gehört. Wie steht es um dich? Wie ich hörte, soll es Probleme mit dem Getreide in Aegyptus geben? Wie steht es darum? Ich mache mir einige Sorgen um dich, da du ja Tribun bist und wahrscheinlich ernste Entscheidungen treffen musst. Treffe sie weise und lasse dich zu nichts hinreißen, was du hinterher bereust. Ich stehe hinter dir und glaube an dich. Deine Fehler aus deiner Vergangenheit sind vergessen. Ich möchte sie an dieser Stelle auch nicht ansprechen, denn du bist mehr als der alte Serapio, du bist mehr als ein Römer, du bist ein Held der Familie, der nicht an den Status denkt, sondern handelt und nur an Rom denkt. Du bist ein Decimus.


    Soll ich noch etwas zu mir schreiben? Ja, ich sollte wohl. Ich bin zum Procurator a Memoria ernannt worden und arbeite mich nun durch die Archive. In Rom gibt es viele Umbrüche und ich bin indirekt eingebunden, da die Abfälle oder Dokumente zwangsläufig über meinen Tisch gehen. Ich lese quasi mit, was die Oberen in Rom planen. Ich sage an dieser Stelle nicht, ob ich es gutheiße oder nicht. Ich bin ein Beamter Roms und stelle diese Frage nicht mehr. Ich habe zu handeln, nicht mehr und nicht weniger. Ich vermisse die große Familie und sehne mich nach den erheitendern Familienrunden. Momentan sind die Decimer recht weit auseinanderdividiert. Einen Status, den man ändern sollte.


    Euch beiden viel Glück und mögen die Götter euch schützen!


    T. Decimus Verus


  • Procurator ab Epistulis
    Administratio Imperatoris
    Roma
    Provincia Italia



    Salve Procurator, ich schreibe dir da ich beabsichtige einen meiner Offiziere nach Italien zu versetzen. Der Decurio Decimus Cursor wurde während des Feldzuges durch den Feind verwundet und die Ärzte empfehlen eine Versetzung in günstigeres Klima um die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Mannes nicht zu gefährden. Der Decurio ist mir persöhnlich bekannt und empfiehlt sich für die Versetzung zur Legio I, da seine Erfahrung und sein Geschick im Bereich der Legionsreiterei seines Gleichen suchen. Zeit seines Eintreffens in Mantua wird der Mann mit Sicherheit wieder voll einsatzfähig sein.



    Hochachtungsvoll


    Tiberius Octavius Dragonum
    ~~Praefectus Legionis der Legio XXII~~



  • An
    Celeste - Stella pulcherima!
    Insula Astarte (über dem Gemüseladen)
    Via Canopi
    Broucheion
    Alexandria




    Liebe Celeste,


    wie geht es Dir? Wir jagen hier immer noch den Rebellen hinterher, Dünen rauf, Dünen runter. Einmal haben wir einen Trupp von ihnen zu fassen bekommen, als sie uns nachts überfallen haben, mit Brandpfeilen haben sie uns das Lager angezündet, sehr unfein. Da gab es ein hitziges Gefecht. Ich habe meine Kohorte erfolgreich in den Kampf geführt, und es selbst gut überstanden, aber mein armer Noctifer ist jetzt leider im Pferdehades.
    Erzähl mal, was treibst Du so, hast Du Dich weiter in Alexandria eingelebt und neue Bekanntschaften gemacht? In der Stadt wird es nie langweilig.


    Ich habe eine Bitte an Dich, und zwar geht es um die verschlossene Botschaft, die ich diesem Brief beigelegt habe. Sie ist für einen Freund in Rom bestimmt, aber ich kann sie ihm unmöglich direkt zusenden. Bitte bring den Brief in die Taberna "Zur Lachenden Hyäne" in Rhakotis, und übergib sie dem Wirt mit dem Worten "für den Läufer der Sonne". Er wird wissen was gemeint ist. Und gib ihm bitte dazu auch hundert Sesterzen. Pontia wird sie Dir erstatten – oder nein, besser ich gebe Dir die Summe dann selbst, wenn ich wieder in Nikopolis bin. Diese Botschaft ist mir sehr, sehr wichtig, und wirklich nur für die Augen meines Freundes bestimmt! Ich verlasse mich in der Hinsicht voll und ganz auf Dich.


    Drück mir die Daumen, dass wir den Feind bald stellen, ich habe so langsam genug von dieser verdammten Wüste. Was gäbe ich für eine ordentliche Therme, und ein schönes Theaterstück, aber hier gibt es nur Sand, noch mehr Sand, überall Sand...



    Vale bene,


    Faustus

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    Klient - Decima Lucilla

  • ad Lucius Artorius Graeceius
    Legio XXII Deiotariana
    Alexandri
    Alexandria
    Alexandria et Aegyptus


    Salve Lucius Artorius Graeceius,


    wie kennen uns nicht und doch sind wir verwandt. Mein leiblicher Vater war Marcus Artorius Falco und auch wenn ich ihn nie bewusst gekannt habe, da er zu früh verstorben ist und ich dann bei der Familie meiner Mutter in Mediolanum aufwuchs, haben wir doch in gewisser Weise gleiche Wurzeln.
    Ich bin vor Kurzem, nachdem ich erfuhr, dass es wohl noch Verwandtschaft geben könnte, nach Mantua gekommen um unseren Onkel zu besuchen. Da mich in Rom, wo ich in den letzten Jahren wieder lebte, nicht viel hält, habe ich seine Einladung zunächst angenommen und werde eine Weile hier bleiben und mir eine Aufgabe suchen. Er würde mich gerne in der Legion sehen, ich bin mir dessen jedoch noch nicht ganz sicher.
    Ich schreibe Dir allerdings, weil ich mich freuen würde, wenn wir in Zukunft - zumindest schriftlichen - Kontakt haben könnten. Ich weiß so viel noch nicht über die Familie und besonders über meinen Vater und ich würde Dir gerne so viele Fragen stellen,wenn Du es erlaubst.


    Vale bene
    Marcus Artorius Celer


    Legio I - c/o Severus Artorius Reatinus
    Mantua
    Italia


  • An
    Tribunus Angusticlavius
    Faustus Decimus Serapio
    Legio XXII Deiotariana
    Nikopolis, Aegyptus



    Mein Lieber Sohn!


    Ich habe mich nach vielen schlaflosen Nächten dazu durchgerungen, den Kaiser um meine Abberufung als Legatus Legionis der Legio II zu bitten. Ich rechne noch in diesem Monat mit einer positiven Rückantwort auf mein Gesuch. Zum einen musste ich in letzter Zeit feststellen, dass mir die Aufgabe eine Legio zu kommandieren mittlerweile zu viel abverlangt. Ich bin eben auch kein junger Mann mehr – das muss auch ich mir langsam eingestehen. Zum anderen hast du vielleicht bereits davon gehört, dass Annaeus Modestus, welcher als Praetor beim Prozess gegen mich das Urteil fällte, von Salinator zum Legatus Augusti der Provinz Germania ernannt wurde. Vermutlich die Entlohnung für seine Schandtat und ein Umstand, den ich keinesfalls einfach so hinnehmen kann. Da ich jedoch keinen Einfluss auf die Geschehnisse in Rom habe, muss ich meine eigenen Konsequenzen ziehen.


    In diesem Zusammenhang habe ich auch beschlossen nach meiner Abberufung, sofern nicht anders von der kaiserlichen Administratio gefordert, vorerst nicht zurück nach Rom zu reisen. Ich habe schon Jahre nicht mehr den Boden meiner Heimat Hispania betreten und unsere Ahnen geehrt. Ein Versäumnis, dass ich nun endlich nachholen möchte. Sollen sich andere Männer um Rom, das Imperium und das Machtvakuum kümmern, das nach wie vor durch die anhaltende Erkrankung des Kaisers unser aller Leben beeinflusst. Der Senat hat mich bereits einmal enttäuscht und mich fallen gelassen, als ich ihn am dringendsten gebraucht hätte. Nun sollen sie alleine den Kampf ausfechten, denn sie hoffentlich rechtzeitig als solchen erkennen, bevor es für jegliche Maßnahmen zu spät ist. Doch genug von der Politik. Lass mich wieder zurück auf die Familie kommen.


    Aufgrund meines vorläufigen Rückzugs bitte ich dich die Verwaltung einiger Landgüter zu übernehmen. Ich habe gute und gewissenhafte Verwalter eingesetzt, die sich mit dir in Verbindung setzen werden. Sie werden dir also keine große Last sein. Aber ich denke es ist an der Zeit, dass du etwas mehr Verantwortung für die Familie übernimmst und dich auch darauf vorbereitest, meinen Platz einzunehmen. Du bist zu einem wirklich starken, vorbildhaften und klugen Mann herangewachsen und ich bin sehr stolz darauf, dich meinen Sohn nennen zu dürfen. Bitte gib auf dich acht.


    Die Götter mögen über dich wachen,


    Dein Vater




    MARCUS DECIMUS LIVIANUS
    Senator



    Sim-Off:

    WISIM

  • Im letzten Feldlager vor der großen Schlacht kam Massa endlich dazu den Brief seines Onkels zu beantworten und einem Kurier mitzugeben.




    An T. Decimus Verus, Casa Decima – Mercator, Roma, Italia



    Salve Decimus Verus, Onkel,


    Es ist fremd und ungewohnt, zu wissen, dass da noch ein Blutsverwandter existiert. Vater hat mir nie von dir erzählt. Warum er es mir verschwiegen hat, ebenso meine Mutter werde ich nie erfahren. Dich habe ich anhand unseres Stammbaumes gefunden. Ein Decimus Cursor ist ebenfalls verzeichnet, gesehen habe ich ihn noch nicht. Es heißt er sei auch hier. Als einfacher Legionär geht man da unter. Das wird es sein, was bis jetzt ein Treffen, mit ihm verhindert hat. Dafür habe ich Decimus Serapio kennengelernt. Er stammt aus der anderen Linie unserer Familie, aber ich kann sagen, dass wir uns trotzdem sehr gut verstehen. Das er Tribun ist, ist für mich kein Grund nicht selber etwas zu tun. Ich schaffe es alleine. Meine Feuertaufe habe ich hinter mir. Dabei habe mich meine erste bittere Erfahrung machen müssen. Schluss endlich haben wir den Wüstenreitern gezeigt, dass mit Rom nicht zu spaßen ist.


    Der Dienst in der Legion, ist für mich der Dienst an Rom. Haben wir dieses Pack endgültig zerschlagen geht es zurück nach Alexandria. Dort werde ich mir dann Gedanken über meine Zukunft in der Legion machen. Gewisse Ziele habe ich mir jetzt schon gesetzt. Es wird seine Zeit brauchen, so wie bei jedem anderen Legionär, da gebe ich mich keiner Illusion hin. Ich habe die nächsten Jahre ausreichend Zeit.


    Wegen der fremden Liebschaften musst du dir keine Gedanken machen. Hier in der Wüste herrscht da eher Mangel an Frauen. Es hat sich schon Wochen keine blicken lassen. Danach sehne ich mich hier nicht wirklich, eher nach einem Bad in einer Therme. Zu trinken haben wir genug, aber für ein Bad reicht es eben nicht. In Rom soll es gute Thermen geben. Außer dir, wäre das für mich ein zweiter Grund nach Rom zu kommen. Aber du weißt, als junger Legionär wird es vorerst nur ein Wunsch bleiben. Das soll es vorerst gewesen sein. Mars wird mit uns sein und wir bald wieder in Alexandria.


    Vale Onkel mögen die Götter dich beschützen


    A. Decimus Massa




    Sim-Off:

    Porto angewiesen

  • An
    Legatus Legionis Marcus Decimus Livianus
    Legio II Germanica
    Mogontiacum
    Germania




    Lieber Vater!


    Dieses miese Intrigantenpack soll verdammt sein! Meine Verachtung für solche Speichellecker-Klüngelanten ist grenzenlos. Es ist infam! Nach allem was Du für Rom getan hast!! Du hast absolut recht, Dich aus so lumpiger Gesellschaft zurückzuziehen. Ich will nicht verhehlen, dass ich bestürzt bin über Deinen Entschluß, aber je länger ich darüber nachdenke, um mehr frage ich mich, wie Du es überhaupt so lange in diesem Muränenbecken Politik ausgehalten hast.


    Grüß mir Tarraco! Manchmal vermisse ich die Heimat. Ich glaube, letztendlich sind und bleiben wir Decimer doch Provinzler – in einem positiven, bodenständigen, aufrichtigen Sinne, im Gegensatz zur übersättigten und blasierten Degeneriertheit im Herzen des Reiches.
    Auf die Gefahr hin, jetzt furchtbar sentimental zu klingen... ich möchte Dir danken. Für alles! Du hast mir sehr, sehr viel gegeben, und ohne Dich wäre ich nicht der der ich bin. Und es ehrt mich wirklich unheimlich, dass Du mich in Deiner Nachfolge siehst. Aber ich hoffe, dass Du unsere Gens noch sehr lange führen wirst, als gerechter und gütiger Pater Familias, wie bisher.
    Ich verspreche Dir, dass ich mich gut um die Landgüter kümmern werde, und auch sonst alles tun werde, um dem Vertrauen, das Du in mich setzt, gerecht zu werden, und der Gens Ehre zu machen.
    Du hattest ja auch die Frage einer Ehefrau für mich angesprochen. Ich muß gestehen, dass ich nicht gerade versessen aufs Heiraten bin. Aber wenn es Dein Wunsch ist. Ich sehe ja schon ein, dass es notwendig ist, Söhne zu haben. Also, wenn ich vom Feldzug zurück bin, werde ich mich mal nach einer passenden Partie umsehen. Meine Schwester, und Tante Venusia und insbesondere Tante Lucilla sind mir bei der Suche sicher nur zu gerne behilflich.


    Unser Feldzug war bisher noch nicht sonderlich ruhmreich. Die rebellischen Wüstenstämme verstecken sich vor unserer überlegenen Streitmacht, und es ist eine Gedulds- (und Disziplin- und Logistik-) Aufgabe, in dieser endlosen Sandeinöde ihre Spur zu finden. Nur einen größeren Zusammenstoß gab es bisher, da haben sie, auf ihren Kamelen, nachts unser Marschlager angegriffen, heimtückisch mit Brandpfeilen. Ich durfte den Ausfall anführen, und habe so meine Kohorte zum ersten Mal ins Gefecht geführt. Octavius ist ein guter Stratege. Er ließ die Turmae den Feind direkt vor unsere Gladii locken, und wir konnten mit geringen Verlusten an die zweihundert von diesen Halunken niedermachen.
    Kurz darauf sind wir auf eine herumziehende Nubiersippe getroffen, und haben sie überzeugt, uns mit ihrer Ortskenntnis zur Seite zu stehen. Diese Wilden sind sehr interessant - gastfreundlich, ausgesprochen primitiv natürlich, aber doch unverdorben und auf ihre Weise ehrenvoll.
    Zur Zeit befinden wir uns im südlichen Dodekaschoinos, und ziehen weiter gen Südosten, dort soll sich der Feind zusammenrotten. Ich hoffe wir erwischen sie bald und können dem ganzen Spuk endlich mit einem Schlag ein Ende machen.


    Gib auch Du auf Dich acht. Eine gute Reise wünsche ich Dir, und den Segen der Götter!
    Es grüßt Dich von Herzen Dein Sohn

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    überwiesen

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  • Decima Seiana - Casa Decima Mercator - Rom



    Liebe Seiana,
    Du mußt Dir um mich keine Sorgen machen. Wir haben die Blemmyer geschlagen, in einer offenen Feldschlacht. Ich wurde verwundet, aber es geht mir schon besser. (Ravdushara schreibt das hier für mich, weil mein Arm gebrochen ist.) Wir werden uns bald auf den Rückweg nach Norden machen.
    Was Du aus Rom berichtest, ist sehr beunruhigend. Ich werde alles dransetzen, mich so schnell wie nur möglich wieder dorthin zurückversetzen zu lassen. Es geht nicht, dass Du da ganz alleine bist. Was Du von Verus schreibst, ist schier unglaublich. Also, natürlich glaube ich Dir, es fällt mir nur schwer, einem Verwandten solche Niedertracht zuzutrauen!
    Natürlich halte ich zu Dir. Und ich werde gleich auch einen Brief an Verus schicken, er soll wissen, dass er für mich ein für alle Mal gestorben ist! Und ich werde Massa aufklären müssen was für ein Schweinekerl sein Onkel ist.


    Nach Livianus' Rückzug müssen wir zusammen die Fackel weitertragen. Ich befürworte Deine Hochzeit mit Quintilius Sermo. Ich habe ihn mal flüchtig kennengelernt, als er noch Liktor war, und fand ihn sehr klug und wortgewandt... und, ich weiß nicht recht wie ich es sagen soll, irgendwie besonders. Interessant. Aber nicht so leicht zu durchschauen. Na, Du wirst ihn besser kennen. Also, Du hast meinen Segen, ich freue mich für Dich.
    Ich erwarte aber trotzdem, dass er mich um meine Zustimmung bittet, wie es sich gehört. Er kann mir ja schreiben.


    Danke, dass Du Dir auch um mein Problem in der Hinsicht Gedanken machst. Ich habe meine bisherige Haltung überdacht, und es Livianus versprochen, mich nach dem Feldzug ernsthaft nach einer passenden Frau umzusehen. Zwecks Pflicht und Gens, Du weißt schon. Aber die Iunia kommt nicht in Frage, so verzweifelt bin ich nun auch wieder nicht, dass ich die Witwe des Wahnsinnigen in Betracht ziehen würde... Zudem ist sie die Nichte einer Bordellchefin – der Iunia Urgulania, zu deren Ermordung ich Ermittlungen angestellt hatte – und hat in Alexandria bei ihr gelebt. Ich kann mir schon vorstellen, wo sie gelernt hat, anständigen Frauen die Männer abspenstig zu machen. So eine skandalöse Frau halte ich auch für meinen Präfekten für keine gute Wahl. Aber meinetwegen, ich kann ihn ja mal fragen.
    Celeste als Peregrina ist auch keine wirkliche Option für mich. Weiß Du nicht zufällig irgendein nettes römisches Mädchen? Ich will da gerne auf Dein Urteil vertrauen. Hauptsache anständig und fruchtbar, der Rest ist mir ziemlich egal. So viel muß man ja zum Glück nicht miteinander zu tun haben.


    Dass Du Elena und ihren Liebsten freilassen willst, finde ich eine phantastische Idee! Ist Dir doch sicher nicht leichtgefallen, Dich von Deiner besten Freundin zu trennen. Du bist großartig, mein Schwesterherz. Pass auf Dich auf! Vale bene.






    Marcus Decimus Mattiacus – Casa Decima Mercator – Rom



    Salve Onkel Mattiacus,


    ich sende Dir diesen Brief aus dem Zwölfmeilenland. Wir haben die aufständischen Stämme geschlagen und werden uns bald auf den Rückweg machen. Die Barbaren war recht widerspenstig, ich habe auch was abbekommen und liege noch im Lazarett. Hier hat mich ein Brief meiner Schwester erreicht, in dem sie mir die schwierige Situation in Rom schildert. Es macht mich schier wahnsinnig, dass ich ihr in dieser stürmischen Zeit nicht zur Seite stehen kann! Drum möchte ich Dich bitten, ein Auge auf sie zu haben und sie, wenn es Dir möglich ist, zu unterstützen. Nach Livianus' Rückzug müssen wir ganz besonders fest zusammenhalten!


    Dass Verus sich gegen die Familie gestellt hat, will mir nicht in den Kopf. Aber es ist wohl Fakt. Blamiert hat er uns ja schon früher zu Genüge, nun verschreibt er sich dem Mann, der Livianus ins politische Aus getrieben hat und hat Seiana sogar gedroht! Wir müssen in dieser Sache mit einer Stimme sprechen! Verus gehört nicht mehr zu uns, ist kein Decimer mehr, und das müssen wir ihm deutlich klarmachen.
    Du kennst Dich doch aus – gibt es nicht irgendeine rechtliche Möglichkeit, ihn offiziell aus der Gens auszustoßen, damit wir diese schleimige Kröte ein für alle Mal los sind?!


    Ausserdem wollte ich mich mal erkundigen, wie es denn mit Deinem Cursus Honorum so aussieht? Ich will Dir ja nicht auf die Nerven gehen, aber nach Meridius' und Livianus' Rückzug braucht unsere Gens einfach dringend wieder einen Vertreter im Senat.
    Vale und sandige Grüße!
    Dein Neffe





    Titus Decimus Verus - Casa Germanica - Rom



    Salve Verus.


    Es reicht. Daran, dass du unserer Familie wieder und wieder neue Blamagen verschaffst, hatte ich mich ja schon beinahe gewöhnt. Dein selbstgerechtes Gejammer, der peinliche "Schwächeanfall" vor dem gesamten Senat, das spurlose Verschwinden, das Wiederauftauchen als verwahrloster Vagabund mit dem Ruf den Christianern anzuhängen, und dass du dich dann bei den Germanicern einquartiert hat – ich schrieb dies alles deiner schwachen, törichten Natur und deinem vollkommenen Mangel an Takt zu. Und einem Verwandten kann man einiges verzeihen.
    Aber manche Dinge sind unverzeihlich. Du bist zu weit gegangen!


    Dass Familienloyalität dir nichts bedeutet, hast du bereits bewiesen, als du eine Octavia zu freien versuchtest, und dich nicht davon abbringen ließest, trotzdem diese Gens entscheidend in die hinterhältige Intrige gegen meinen Vater involviert war!
    Dass du sklavisch dem vermeintlichen Ruhm hinterherjagst, gierig mal nach diesem bald nach jenem Posten haschst, offenbahrt sich einem jeden, der deine wild mäandernde Laufbahn betrachtet.
    Dass du dich nun endgültig von der Familie abgewandt hast, und dich kriecherisch den Mächten verschreibst, die meinen Vater, unseren Pater Familias, in das politische Exil getrieben haben, macht dich zu einem widerlichen Opportunisten.
    Du schreckst ja nicht einmal davor zurück, meine Schwester zu bedrohen! Ich kann es kaum fassen.


    Du bist ein Schandfleck. Und es schmerzt mich, dass ich Appius Decimus Massa eine solch ekelerregende Wahrheit über seinen Onkel berichten muss.
    Für uns bist du kein Decimer mehr. Du hast kein Recht mehr, diesen Namen zu tragen. Für uns bist du gestorben.
    Und hättest du auch nur einen Funken Honor und Fortitudo, dann würdest du jetzt deinen alten Soldatendolch nehmen, dir diese ehrliche Klinge tief ins Herz stoßen, und somit deiner erbärmlichen Existenz ein längst überfälliges Ende machen. Doch diesen Mut wirst du niemals aufbringen.





    Sim-Off:

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    SODALIS FACTIO AURATA - FACTIO AURATA

    Klient - Decima Lucilla



  • Ad:
    Tribunus Angusticlavius
    Faustus Decimus Serapio

    Legio XXII Deiotariana
    Nikopolis - Aegyptus



    Geschätzter Tribunus Decimus,


    es grüßt dich Iullus Quintilius Sermo. Du magst dich an unsere zurückliegende Begegnung erinnern, als du noch deinen Dienst bei den Urbanern verichtetest.


    Ich schreibe dir allerdings aus einem erfreulicheren Grund, als einem solchen der uns damals zusammenführte. Wie sie dir hoffentlich schon postalisch mitgeteilt hat, bemühe ich mich um die Hand deiner Schwester, der holden Decima Seiana.
    Sie bat mich, dich um deine Zustimmung zur Verbindung unserer Familien zu ersuchen.


    Gewiss wirst du von mir Argumente für dieses Vorhaben wissen wollen und so möchte ich dir hier nun einige liefern.
    Mein Vater war der ehrbaren Tribunus Angusticlavius Legionis Secundae Germanicae Marcus Quintilius Drusus, dem ich nun als Eques Imperii nachfolge. Im Amt des Procurator Civitatium und als Besitzer einiges fruchtbarere Äcker in Italia habe ich indes die nötigen Mittel, um meinen Weg auf der Ritterlaufbahn ehrgeizig fortzuführen und kann deiner Schwester somit auch die Sicherheiten bieten, die ein Ehemann seiner Gattin zu erbringen hat.
    Mein Patron ist Spurius Purgitius Macer, der mich trotz meiner derzeitigen Absenz aus Rom also auch quasi als verlängerter starker Arm an der Quelle der Macht unterstützen kann.
    Was musst du darüber hinaus wissen? Nun, wie jeder anständige Römer habe ich ausgiebige traditionelle Erziehung und Bildung im Rahmen der Mos Maiorum genossen und kann auf über zwei Jahrzehnte erfahrungsreiches Leben zurückblicken, die ich teils in Rom, teils in den zahlreichen Städten Griechenlands im Studium und nun in Germania verbrachte.


    Was kann ich noch bieten? Beständigkeit. Vernunft. Ehre. Decima Seiana wird nicht Gefahr laufen noch einmal ewig verlobt zu sein mit einem Irren, der schließlich ein unehrenhaftes beschämendes Ende findet. Nein, die Gens Quintilia ist eine ehrbare Gens und mir wäre es eine große Ehre, eine so erfolgreiche, gebildete und dabei noch so attraktive junge Dame aus der Gens Decima, die sich um das Imperium so wohlverdient gemacht hat, ehelichen zu dürfen.



    Darum wünsche ich dir den Segen der Götter und hoffe bald von dir zu lesen. In Freudiger Erwartung deiner Antwort verbleibe ich mit den besten Grüßen aus dem frühlingswarmen Germanien.



    I. QVINTILIVS SERMO
    CASA QUINTILIA - MOGONTIACUM - GERMANIA SUPERIOR


    [Blockierte Grafik: http://img24.imageshack.us/img24/8500/quintiliersiegelsmrot.png]
    ANTE DIEM X KAL MAI DCCCLXI A.U.C. (22.4.2011/108 n.Chr.)

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