Stadttor Mantua | Noch näher heran..

  • "In den Sümpfen des Mittellaufs des Minicius gelegen, ist die Stadt nur über Brücken zu erreichen und durch zweitrangige Straßen mit der Poebene und den Alpen verbunden. In Mantua findet sich außerdem das Castellum der ersten Legion des Imperiums." Soviel wusste Helmut über die Stadt zu erzählen, aber ob es wirklich so war, wie er beschrieb, würde sie dann selber sehen. In der Tat war es wahr. Mit misstrauischem Blick beäugte Sontje die Sümpfe an beiden Seiten der Brücke, während sie sich zu Pferd dem Stadttor näherten. Sie schenkte den vier Soldaten von Titus einen verabschiedenden Blick und konzentrierte sich auf die Wachen. Mit ruhiger Hand lenkte sie ihre Stute Fellas neben das Reittier von Helmut. Für Uwe war kein Platz mehr übrig, sodass er hinten ihnen wartete. Neugierig mustete Sontje die Gesichter der Wachen und rief sich in Errinnerung was Titus über die Krankheitszeichen der Pest gesagt hatte. "Salve! Wir kommen aus Mogontiacum und möchten hier unsere zur Neige gehenden Vorräten aufrischen. Ist dies möglich?"

  • "Ist ein ungünstiger Zeitpunkt", antwortete einer der Soldaten. "Die halbe Stadt ist krank, die anderen trauen sich nicht raus oder sind weg. Hier gibt's nix aufzufrischen. Versucht's besser bei den Höfen im Umland. Da sind die Gesunden."

  • Der Soldat hatte gut reden und schickte sie wieder weg. "Hmhm.. wo liegen denn die nächsten Höfe in der Umgebung? Wir kennen uns hier schliesslich nicht aus." fragte Sontje zurück. "Wütet die Pest arg schlimm in der Stadt?!? Kann ich da drinnen mit meinem Begleitern irgendwie helfen? Dem Tod sind wir gestern schon in Form einer verunfallten und gesunden Leiche begegnet..."

  • Über die Frage, wo die nächsten Höfe lagen, musste der Soldat nicht lange nachdenken. "Die Richtung: nicht mal 'ne Meile. Auf der anderen Seite der Stadt dürfte es auch nicht viel weiter sein. Könnt sie auf dem Weg nach hier eigentlich kaum übersehen haben!" Schließlich waren die Höfe von der Fernstraße aus erreichbar. Bei der nächsten Frage blickt er erstmal zu seinen Kameraden. "Pest? Heißt das so? Hab' ich bisher noch nicht gehört. Ach, egal." Er wandte sich wieder der Reisenden zu. "Helfen? Kannst du die Götter umstimmen?"

  • "Wir haben die Höfe auf dem Weg hierher gesehen." erwiderte Sontje knapp. "Dem zum Trotz wollten wir hier Nachschub holen." Bei seiner darauffolgenden Frage musste sie lachen. Was für eine Vorstellung! "Ich?? Die Götter umstimmen? Nee.. wo denkt ihr hin?!? Danach müsstet ihr meinen Bruder Duccius Verus in Mogontiacum fragen! Der ist ein in Rom geweihter Priester und kehrte nach Hause zurück, um sein Leben den Dienst an den Göttern zu weihen." prustete Sontje kichernd. Den mitgrinsenden Männern Helmut und Uwe einen Wink gebend, drehte sie ihre Stute um und winkte dem Soldaten zu. "Machts gut, machts besser, wir kommen hier nicht rein. Deshalb reisen wir weiter. Valete!"

  • "Gute Reise!", wünschte der Soldat. Angesichts der zahlreichen Kranken konnte er das Gekicher nicht ganz nachvollziehen. "Warum fragte sie nach den Höfen, wenn sie die Höfe gesehen hat?", fragte er dann seine Kameraden. Als Antwort bekam er nur ein mitleidiges Schulterzucken.

  • Sie hatten argen Muskelkater vom Reiten, aber ihr Körper erinnerte sich. Mit verschiedenen Dehnübungen, die sie allen zeigten, ging er schnell von dannen. Die letzten Tage im Schatten der durchzuquerenden Wälder waren recht kühl. Wenn sie nachts auf dem Boden schliefen, sehnte sie sich geradezu nach einem nächtlichen Ritt auf Meinir. Auf ihrer Stute war ihr immer warm. Der Sattel rieb ihre nackte Haut an den Beinen auf, deshalb stieg sie bald in ein Beinkleid. Die Begleiter hatten es gut, sie mussten sich nicht mit unpassender Kleidung rumschlagen. Sontje kaufte ihnen ein komplettes Kleiderset ab und nähte es auf ihre Bedürfnisse um. Ja, sie hatte ihr Nähzeug dabei. Über allem trug sie ihren Reisemantel. Die graue Stoffversion mit dem duccischen Wappen.


    Je näher sie dem Stadttor kamen, desto eher errinnerte sie sich an den Weg. es war früher Nachmittag. "Langsam, Rufus.. auch wenn die Strecke geradezu zum galoppieren einlädt, sollten wir langsam auf die Stadt zu kommen." ermahnte sie ihren Schützling und nickte Gefjon zu. "Wie du gesagt hast, gibt es in der Stadt eine annehmbare Gaststätte, dort wollen wir hin und uns einrichten. Du kannst gerne bei uns noch bleiben und Rufus zeigen, wie er sein Pony im Stall versorgt.. Wir sind froh dich zu haben, Gefjon." In der Tat hatte sich der quintillische Stallmeister sich bewährt und so manche kurzweilige Pferdegeschichte und -erzählung über berühmte Reiter auf Lager gehabt. Sontje nahm ihre Kappe vom Kopf und schüttelte die hellen Haare.. etwas strähnig aber nicht verfilzt. Sie sollte sich eine neue Frisur überlegen. "Schade, dass wir den Auszug der Legion verpasst haben.. das wäre eine Augenweide gewesen... aber naja.. man kann nicht über all dabei sein.."

  • Einige wenige Meilen von Mantua war zu diesem Zeitpunkt auch Servianus unterwegs gewesen an jenem sonnigen Spätsommertag. Zwar waren die decuriones bei ihren Beratungen davon ausgegangen, dass die legio auch Kundschafter in den Süden entsandt hatte, aber die Stadtväter wollten sich nicht gänzlich auf andere Verlassen. Offiziell nannte man es, die legio um einige Sorgen entheben, inoffiziell befürchtete man natürlich, dass die Soldaten erst die Offiziere informieren würden und erst anschließend die Stadt, sodass man viel Zeit verlor.
    Servianus war nun damit beauftragt einigen Männern, meist vertraute Sklaven und Klienten, die man an den südlichen Grenzen der civitas auf Güter und Gasthäuser im Besitz der reichsten Stadtbewohner geschickt hatte, einen Besuch abzustatten und ihnen ein Handgeld zukommen zu lassen. Er selbst hatte sich dafür anerboten, zum einen um seine Vertrauenswürdigkeit weiter zu beweisen, als auch um etwaige Informationen als einer der ersten abzugreifen.


    Er war mittlerweile durch gekommen und wollte auf den Hauptweg zurückkehren, als er eine kleine Gruppe auf der Straße ausmachte. Sorgsam hieß er sein Pferd zu halten. Kuriere? Reisende? Aber wer reiste in dieser Zeit, also doch Kuriere? Und wenn ja, was mochten sie für Botschaften mit sich bringen. Servianus erinnerte sich an die Täuschung mit dem Getreide, ob es darum ging. Das konnte dann in der Tat problematisch werden. Vor allem da die legio sich kürzlich erst öffentlich positioniert hatte. Er rechnete kurz nach, unwahrscheinlich, dass es schon die Reaktion darauf war. Und wenn es doch gute Nachrichten waren? Dann soltle man nicht zagen.
    Kurz entschlossen trieb er sein Pferd an und merkte, dass die Reiter es nicht allzu eilige zu haben schien. Bis auf einen, der ihm aber kleiner erschien, als die übrigen. Tatsächlich stellte er im Näherkommen fest, er war kleier, hatte die Größe eines Kindes. Und das andere, er erkannte im Licht schimmernde blonde Haare, länger als die eines Mannes. Bei Venus perfektem Busen, das war eine Frau, die dort ritt als käme sie aus dem Land der Amazonen. Das musste er sich genauer ansehen, dachte er und trieb sein Pferd weiter an, bis er in Rufweite der Gruppe kam.
    "Heyho!"
    rief er, um die Reiter auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht eine Familie auf der Flucht? Kaum würden sie mit Frau und Kind Spione sein, oder eine Strafkation einleiten sollen. Apropos Frau, nicht nur deren Haare gefielen ihm schon auf den ersten Blick, je mehr von ihr erkennen konnte, desto besser gefiel sie ihm und schon fing er an zu bedauern, dass sie mit Mann und Kind reiste. Aber so musste er sich eben zurückhalten und erging sich in einer unverfänglichen Begrüßung.
    "Wohin des Weges, liebe Leute?"
    während er sprach hob er die Hand zu Gruß, wie auch um zu zeigen, dass er keine feindlichen oder verbrecherischen Absichten hegte.

  • Die Tage hatten bei Rufus etwas bewegt, denn er hatte das Reiten gelernt. Ob er es nun mochte oder nicht musste er noch entscheiden. Sicher, man musste nicht selber laufen und das Reisen ging so auch schneller, aber man musste sich um das Tier unter sich kümmern und am Abend tat einem der Hintern weh. Aber ausruhen war dann auch nicht, weil man dann ein Lager aufschlagen musste oder sonst irgendeine Art von Arbeit auf einen zukam. Eigentlich mochte er das Reiten doch nicht, was wohl daran lag, dass er faul war und gerne den bequemeren Weg nahm. Allerdings war zu Fußgehen auch nicht bequem. Aber Reiten war auf Dauer öde.
    Endlich, nach Rufus Geschmack dauerte die Reise ohnehin schon viel zu lange, kam dann der Zielort in Sicht, eine Stadt deren Name er immer vergaß, obwohl er Sontje ständig danach fragte. Aber egal. Gerade wollte er Njörd ein wenig galoppieren lassen, da meinte Sontje er sollte es nicht tun. Manchmal war sie voll die Spaßverderberin. Vor allem auf der Reise, wo Mama nicht dabei war, zeigte sie ihr wahres gesicht, nämlich dass sie auch schlecht gelaunt sein konnte und eben den Spaß verderben konnte. Natürlich sagte er ihr das nicht, damit sie nicht noch strenger wurde.
    Ein wenig verdrehte er nun schon die Augen und unterdrückte ein Stöhnen, das mochte sie nämlich nicht, wenn er es tat. Langweilig war ihm und er hoffte, dass es in der Stadt besser werden würde. Es konnte ja nicht sein, dass ihm langweilig war und er auch nichts machen durfte, was spaß machte. Pfeifen durfte er nicht, das nervte Gefjon, singen auch. Nicht einmal reden durfte er, denn dann musste er seinen Wissensdurst stillen und das ging auch allen auf die Nerven. Jetzt aber schwieg er nicht, wo Sontje doch von irgendeiner Legion redete, die ausgezogen war. Was trieben die Soldaten denn nackt? Den Feind zu Tode erschrecken? "Was haben sie denn ausgezogen Sontje?", fragte er sie daher. Er hatte ja keine Ahnung, dass Auszug nichts mit dem Ausziehen zu tun hatte.

  • Die Hufschläge des näher kommenden Pferdes waren nicht zu überhören. Sie kamen im Galopp. Waren sie heimlich beobachtet worden? Der Waldrand lang schon längst hinter ihnen, sie waren auf freier Fläche. Vorne begannen die Sümpfe an beiden Seiten der Brücke, die geradewegs zum Stadttor führte. Heyho! Sontje drehte sich im Sattel sitzend nach dem Rufer um. Ein Pferd mit Reiter. Männlich. Freundlich. Lockige Haare. Eine leichte Brise sauselte ihre hellen Haare, aber diese Brise kein Anlaß die Kapuze ihres Mantels nach oben zu ziehen. Behutsam zügelte sie Meinirs Schritt. "Heilsa!" erwiderte sie zwinkernd. "Direkt in die Stadt hinein. Und ihr wo entlang? Könnt Ihr uns sagen, wo das Gasthaus und Taberna 'Zum gerupften Huhn' sich befinden? Mein Begleiter sagte, dass die Stadt ruhig da liegt."


    Rufus Worte lösten ein helles Lachen ihrerseits aus, in welches Gefjon mit seiner tiefen Tenorstimme einstimmte. "Oh, Rufus.. auf was für Ideen du kommst!" neckte sie ihn. "Die Legion besteht aus zahlreichen Männer. Wenn sie alle zusammen in ein Manöver, in einen Kampf oder in den Krieg ziehen, heisst es, die Legion zieht aus. Nix mit Kleidung ausziehen und so.. können nackte Männer auf dem Feld kämpfen? Also wirklich... ich frag mich, wo dein Kopf gerade steht." Um Sontjes strenge Ermahnung abzumildern, meldette sich Gefion zu Wort. "Nun.. man könnte auch sagen, die Legion rückt aus."

  • Heilsa? Das war eine Begrüßung die er noch nie gehört hatte. Oder hatte er sich einfach verhört? Noch übertönte das Schlagen der Pferdehufe auf die Pflastersteine ja immer wieder Silben und ganze Worte.
    Dazu kam noch die Ablenkung durch die vom Wind gelösten Haarsträhnen. Begleiter. Das klang in seinen Ohren auch schon deutlich besser as Verlobter oder gar Ehemann. Dafür sprach auch, dass die junge Frau offensichtlich so eine Art Wortführerin war.
    "Ich bin auf dem selben Weg, so scheint es. Und ja, die taberna kenne ich, ich kann euch gerne hinführen. Mein Name ist übrigens Titus Iulius Servianus."
    Insebesondere der letzte Satz ging mit einem freundlichen, hoffentlich sympathischen Lächeln, an die junge Amazone auf dem Pferd direkt vor ihm, wollte er doch vor allem erfahren wer sie war und wie sie zu ihren Begleitern stand.


    Sim-Off:

    Ich geh einfach mal davon aus, dass die Unterhaltung mit Rufus noch vor meinem EIntreffen stattfindet, okay?

  • "Scheint es?" erwiderte Sontje. "Gibt es noch einen Weg in die Stadt hinein? Man wird ja auf dieser weiten Fläche schon von weitem gesehen. Ich denke die Wachen am Stadttor haben uns schon erfasst und warten darauf, dass wir näher kommen. Oh, das ist gut, dass ihr den Namen der Taverne kennt. Das erspart uns das lästige Durchfragen zum Ziel. Habt Ihr Hunger?" Sie klopfte den schlanken Hals ihrer Fuchsstute und streichelte die schwarze Mähne. Die Pferde waren müde und brauchten eine Pause. "Duccia Vera." stellte sie sich mit ihrem römischen Namen vor und erwiderte sein nettes Lächeln. Mit sachtem Fersendruck erlaubte sie der Stute einen gemütliches Schritttempo und achtete darauf gleichauf mit dem Iulier zu sein. "Die Stute heisst Meinir. Wie heißt euer Pferd?" Gefion und Rufus ritten ihnen hinterher. Ihre drei bewaffneten Begleiter ritten ihnen voraus und würden sich wie geplant am Tor von ihnen trennen, denn sie hatten ja ihre Aufgabe erledigt und waren nun frei. "Lucius Quintilius Rufus auf Njörd und und Gefion auf Isidor." stellte sie die anderen vor.

  • Servianus erwiederte erstmal nichts, als die Frau mit den goldenen Haaren seine Redensart anscheinend nicht als solche erkannte. Viel Gelegenheit gehabt das zu tun hätte er aber eh nicht, denn prompt kamen weitere Fragen auf ihn zu, deren erste er nur halbernst beantwortete:
    "Sicherlich gibt es die. Durch den Fluß hindurch und auf der anderen Seite durch das Tor."
    Er schmunzelte noch etwas breiter bevor er weitersprach:
    "Aber ja, ein wenig Essen könnte ich schon vertragen."
    Ehrlich gesagt hatte er seit dem Frühstück nur ein wenig Trockefleisch gekaut und war sonst unterwegs gewesen. Aber das war für einen Römer auch wieder nicht allzu ungewöhnlich, erst spät zu essen zumal im Sommer.


    Wie selbstverständlich reihte er sich neben der blonden Amazone ein um das Gespräch fortzusetzen. Da es nicht sein eigenes Pferd war, auf dem er hier ritt (Pferde waren teuer und er gab sein Geld lieber für anderes aus) konnte er nicht genau antworten, er wusste von dem Pferd nur eines, außer dass es Fremde als Reiter akzeptierte.
    "Tertius Decimus. Das Pferd gehört der Stadt, ich habe es nur geliehen, weil ich einen Auftrag zu erfüllen hatte."


    Danach wurden ihr die beiden Reisebegleiter vorgestellt. Servianus nickte dem Jungen und dem Mann zu und murmelte seinerseits erneute Begrüßungen. Interessanterweise war der Mann kein römischer Bürger, was neue Fragen aufwarf.
    "Verzeih mir bitte die Neugierde, aber eine Frau auf einem Pferd ist schon selten genug, aber nur in Begleitung vierer Sklaven und eines Kindes? Wo habt ihr den Vater des jungen Mannes gelassen?"
    Dabei nahm er zum ersten Mal bewusst den Blick von seiner Gesprächpartnerin und sah zu Rufus hinüber. Wobei ihn eigentlich eine andere Frage mehr interessierte.

  • "Durch den Fluß? Könnt ihr schwimmen? Ich glaube nicht, dass jedermann und jederfrau schwimmen kann." Auch er hatte Hunger, Sie nickte verstehend. "Jup, Reisen macht hungrig." Was für ein ungewöhnlicher Name für das Pferd, Es waren sogar zwei Namen! "Die Stadt verleiht ihre Pferde.. das ist gar keine so schlechte Idee." Vielleicht sollte sie diese Information im Hinterkopf behalten und zu denen gehen, um mit ihnen zu fachsimpeln was Pferde betraf. "Von wo kommt ihr gerade her, Titus?" fragte sie freundlich. Meinir schritt Schritt für Schritt auf die Stadt zu. Ja, das sie im Männersitz ritt war ungewöhnlich.. ebenso ihre Kleiderwahl. Vielleicht hätte sie sich vorher umziehen sollen? Der Fremde stellte eine Frage, die nur allzuberechtigt war. "Der Vater des Kindes weilt in Rom. Er hat wegen seiner Arbeit sehr viel zu tun und die Mutter geht sehr oft aus, als sich um ihn zu kümmern. Die Casa Quintillia also eher leer." Sontje warf einen Blick über ihre Schulter nach hinten zu ihrem Schützling und Gefion. "Rufus brauchte neue Gedanken und diese versuche ich ihm mit dieser Reise zu schenken. Der Plan scheint aufzugehen und endet hier am Tor. Es ging bisher nur darum sicher hier anzukommen. Dier anderen werden uns verlassen. Gefion kommt wegen unserer Pferde mit. Was hinter den Mauern passiert, davon habe ich keinen Plan. Bringt ihr uns durchs Tor und zur Taverna? BItte?"

  • Seine Frage wurde sogleich mit Gelächter beantwortet, was Rufus so gar nicht passte. Sie lachten über ihn und Sontje nahm ihn auch nicht in Schutz. Sie setzte noch einmal an und stellte ihn auch noch als lächerlich hin. Das ärgerte ihn und kränkte ihn zutiefst. Er fühlte sich in seinem Stolz und Ehrgefühl verletzt und blickte daher trotzig weg. "Mhm.", meinte er noch gleichgültig und versuchte dann die Anderen und Sontje zu ignorieren. Die waren doch alle doof.
    Schweigend ritt er nun nur noch Sontje hinterher und war schlecht gelaunt. Das alles war ihm jetzt zuwider. Er war umringt von Feinden und wollte allein sein. Hoffentlich waren sie bald am Ziel der Reise. Er brauchte einfach Abstand und vielleicht auch ein wenig Schlaf, den er in der letzten Nacht zu wenig bekommen hatte. Und seine Laune sank noch tiefer ins Bodenlose, als Sontje wieder mit seinem Vater anfing. Er wollte nichts von diesem blöden Kerl hören, denn er wollte ihn einfach nur vergessen. Das konnte er aber nicht. Jedesmal wenn er von ihm hörte oder an ihn dachte, dann wurde er wieder daran erinnert, dass dieser Mensch sich gar nicht für ihn interessierte. Er war ein schlechter Vater und loswerden konnte er ihn nicht. Aber er war ja ein Soldat und gekämpft würde ja auch bald.
    Sein Blick kreuzte den von Sontje und er blickte sie traurig an. So fühlte er sich nämlich, wenn sie von seinem Vater anfing. Er hing an diesem Menschen, den er kaum kannte.

  • "Leidlich", beantwortete Servianus die Frage, bo er schwimmen könne, begleitet von einem Achselzucken fuhr er dann fort
    "Aber für den Fluss hier reicht's die Strömung ist nicht besonders stark." Was er noch nicht wusste, dazu war er einfach noch nicht lange genug hier, war dass sich das ganz schnell ändern konnte, wenn der Schnee in den Bergen schmolz.
    "Vermutlich hast du recht, viele Kinder bekommen gar nicht erst die Gelegenheit es zu lernen." Sozialpolitische Realitäten, das konnte man nicht ändern, aber eigentlich störte es ja auch nicht.


    "Ha, nein, so einfach tut sie das auch wieder nicht, mein Auftrag war für die Stadt," lachte er auf.
    "Siehst du, ich mache gerade ein tirocinium fori bei den duumviri der Stadt und sie haben mich nach Süden geschickt... um einige Nachrichten zu überbringen." Einen unmerklichen Moment hatte er gezögert. Auch wenn sie verdammt scharf aussah, er durfte ihr nicht von seinem tatsächlichen Auftrag berichten. Sie kam aus Süden war also vielleicht eine Spionin. Oder wohl eher einer ihrer Begleiter, Frauen als frumentarii, nein, das war zu absurd. Aber bei den Belgeitern wusste man nie und er hätte sich um ein Jahr verplappert. Unwillkürlich biss er sich wütend auf die innere Unterlippe.
    Umso erfreuter war er dafür, als die Amazone seine ungestellte Frage beantwortete. Sie war nicht die Mutter des Jungen, sondern hatte sich seiner nur angenommen. Ein deutlich erfreutes Grinsen schob sich ob dieser Nachricht auf sein Gesicht. Er konnte es also darauf ankommen lassen, denn entweder war die Frau ungebunden oder der Mann ein Idiot.


    Zitat

    Original von Lucius Quintilius Rufus
    Sein Blick kreuzte den von Sontje und er blickte sie traurig an. So fühlte er sich nämlich, wenn sie von seinem Vater anfing. Er hing an diesem Menschen, den er kaum kannte.


    Dafür bemerkte er nun den Blick des kleinen Jungen vor ihnen, der reichlich unglücklich aus der Wäsche guckte. Vermutlich vermisste er seinen Vater sehr, schoss es Servianus durch den Kopf. Aber da sein Vater erst kürzlich verstorben war, fand er es kindisch, nun Traurig zu sein, weil er auf eingie Zeit von ihm getrennt war. Das und die Tatsache, dass er mit Kindern nicht allzu viel anfangen konnte, führte dazu, dass er sich gar nicht weiter mti dem Jungen beschäftigte und sich lieber wieder mit der attraktive Kinderfrau.


    "Als ob ich einer so schönen Frau einen Wunsch abschlagen könnte." antwortete er galant.
    Am Boden hätte er ihr nun den Arm geboten, aber zu Pferde wäre das nur lächerlich gewesen und er beschränkte sich darauf weiter neben ihr zu reiten.


    [SIZE=7]edit: Position des Zitats an die richtige Stelle[/SIZE]

  • "Die Kinder lernen das Schwimmen nicht. Mhm.. dann werde ich Rufus sagen, dass er sich vom Fluß fernhalten soll. Oder aber er sagt, dass er schwimmen lernen möchte und er fragt dich, ob er es von dir lernen kann?" schlug sie mit einem reizenden Lächeln ihrer neuen Bekanntschaft vor. Rufus trauriger Blick entging ihr nicht. Sie wusste nicht, der wievielte aufmunternde Blick es war, den sie ihm daraufhin schenkte. Da sie ihm voraus ritt, fiel auch das Wuscheln durch seine Haare aus. Sontje würde es nachholen sobald sie unter sich waren und unter vier Augen miteinander reden konnten.


    "Ein Nachrichtenübermittler also.. das ist gar kein so schlechter Beruf. Du kannst bequem ausreiten und kommst aus der Stadt raus. Hoffentlich sind es gute Nachrichten." Sie kamen dem Tor immer näher. Sontje wurde sie von den Begleitern angesprochen, die sich von ihnen wie abgesprochen trennten. Ihnen teilte sie mit, wo sie zu finden war und verabschiedete sich mit gegenseitigem Händeschütteln von ihr, Gefion und Rufus. Ihre Aufmerksamkeit wanderte zu Servianus zurück.
    "In Rom ist es nicht so ruhig wie hier am Tor. Sollen wir absteigen und die Pferde am Zaum führen? Müssen wir uns durchsuchen lassen?" Nein, sie drückte sich nicht vor dieser Notwendigkeit, sie wollte einfach vorab Bescheid wissen was zu tun war. Mantua war nicht die Heimatstadt, es war eine fremde Stadt. Seit der Trennung von ihrer verflossenen Liebe Nero und dem Zwischenspiel mit dem Decimer ertrug sie kaum mehr fremde Männerhände. Nun, vom Decimer Catus hatte sie sich gerne umarmen und trösten lassen, er war immerhin ihr bester Freund. "Hat die Taverna einen eigenen Stall? Ich würde sagen, wir kümmern uns zuerst um die Unterbringung der Pferde, bevor wir die Taverna aufsuchen. Unsere Pferde haben es verdient, immerhin haben sie uns sicher bis hierher getragen."

  • Eigentlich hatte er Lust große Lust, den Lehrer für den Jungen spielen zu müssen, aber noch weniger wollte er es sich mit der blonden Amazone verscherzen. Vielleicht würde er ja lange genug darum herumkommen, bis er mit ihr angebändelt hatte, dachte er sich und biss in den sauren Apfel, der ihm aber durch ein Lächeln versüßt wurde:
    "Nun, natürlich kann er das machen, aber ich fürchte abseits der Feiertage habe ich tagsüber nur sehr wenig Zeit."


    "Nachrichtenübermittler, Schreiber, Kopist und noch ein bisschen hiervon und davon. Damit ich einen Blick für die Vorgänge in der Stadtverwaltung bekomme. Der Auftrag war denn auch im Namen der duumviri, die Pferde werden nämlich leider nicht öffentlich verliehen."


    Kurz vor dem Stadttor trennten sie sich von ihren Begleitern, die ihre Aufgabe wohl als erledigt ansahen. Und fast erschien es ihm dass Duccia Vera nicht unfroh war, sie los zu werden.
    "Nun, Mantua ist eine kleine Stadt, die zieht einfach nicht so viele Leute aus der Ferne an. Aber die Durchsuchungen sollen nur Schmuggel verhindern. Es wird reichen, wenn ihr die Satteltaschen öffnet und die Mäntel. Sind ja nicht auf dem castell oben." mit der Hand wies er in die Richtung in der man das Lager der ersten legio liegen sehen konnte. Im Moment war es freilich verwaist.
    "Aber absitzen sollten wir schon", mit etwas Schwung verließ er dann auch den Rücken des Pferdes und reichte erst Vera und anschließend Rufus die Hand, um ihnen beim Absteigen behilflich zu sein. Der Begleiter Gefion würde wohl kaum Hilfe brauchen, wenn er extra für die Pferde mitgekommen war.
    "Die taberna hat einen Stall, ja. Ich denke, dort werdet sowohl ihr, als auch eure Pferde gut versorgt werden."


    Er führte sein Pferd an das Tor und bedeutete den dreien ihm zu folgen, bevor er die Wache ansprach: "Salve Valens, da bin ich wieder. Hab drei Reisende aufgegabelt, die in der Stadt bleiben wollen. Kümmerst du dich um sie? Achja und übernehmt ihr das Pferd bitte wieder."
    Der vigil mit Namen Valens rief daraufhin nach einem Burschen, der sich um das Pferd kümmern sollte, während er sich den drei Reisenden mit der Frage zuwandte, ob sie was zu verzollen hätten.

  • "Soviel anders ist das in meinem Job als Kindermädchen auch nicht.. von allem möglichen eine Prise..." erwiderte sie gutgelaunt. Ah, schade, so war das mit dem geliehenen Pferd. Sie könnte ja mal überlegen, ob sie die Pferde ebenfalls an die Stadt zum Verleih freigab, um daraus Münzen zu ernten. "Schmuggel? Hier? Darauf wäre ich nie gekommen." Mit dem Öffnen der Satteltaschen und den Mänteln war sie einverstanden. Ihr Blick schweifte zu dem Platz wo das Kastell stand. Sie betrachtete die aufgeschütteten Wälle mit aufmerksamen Blick.


    Von Servianus liess sie sich beim Absteigen helfen,, streifte mit ihrem Atem seinen Hals und lächelte ihn an. Meinir führte sie selbst an der rechten Hand am Zaumzeug. "Das ist gut, dass die Taverne einen Stall hat. So sind die Pferde nahe bei uns und Gefion kann sich direkt um sie kümmern." Sie schloß die Lippen je näher sie dem Tor kamen und öffnete ihren Reisemantel. An ihrem Gürtel hing ein Geldbeutel. "Nein, nichts zu verzollen." erwiderte sie auf die Frage des Wachmannes und brauchte ein paar Momente bis sie die steifen Satteltaschenschnüre aufgeknotet hatte. "Kleidung. Schuhe. Reiseproviant. Schreibzeug." Der Iulier würde also ohne sein Pferd mit ihnen die Stadt betreten.

  • Servianus zuckte mit den Achseln "Warum nicht? Alles was die Bauern und Händler in der Stadt verkaufen, ohne den Zoll am Stadttor bezahlt zu haben, bringt ihnen mehr Gewinn. Das sie von den Ausgaben dagegen profitieren vergessen sie dabei nur allzu gerne."
    Und, so mochten viele denken, ihr kleiner Beitrag war ja wirklich egal. Da driftete die Rechtsauffassung schon zu Gunsten des eigenen Vorteils ein wenig ab.
    Aber in so einer Satteltasche konnte man ohnehin relativ wenig verstecken, allenfalls feines Geschmeide, aber dann weise mal jemand nach, dass die Dame dieses nicht für sich selbst mitführte. Auch wenn das gefährlich war, es war gar nicht so selten. Also wurden die Reisenden ziemlich schnell durchgewunken und Servianus brachte sie zum Wirtshaus "Zum gerupften Huhn".

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