Des Tiberius Helvetius Varus Raum II im OG

  • Varus persönlicher Raum war L-förmig angelegt. Linker Hand von der Tür ein wenig um die Ecke gelegen war das große Bett des Helvetiers gelegen.
    An der rechten und linken Wand befanden sich mehrere Truhen und andere Möbelstücke in denen die persönliche Habe von Varus untergebracht war.
    An der linken Wand befanden sich in Überkopfhöhe schmale Fenster.
    Nach hinten in Richtung des Perisytliums gab es zwei sehr große bodentiefe Doppelfenster. Vor dem einen stand ein sehr bequemer Stuhl mit Beistelltisch vor dem anderem eine kleine Sitzgruppe aus drei Stühlen um einen runden Tisch.
    Auf dem Boden der aus dünnen abgeschliffen Holzbohlen aus dunklem Edelholz bestand lagen einige Teppiche. Vor dem Bett das Fell eines exotischen Tieres.
    An den Wänden hingen einige Gemälde.
    Gegenüber des Bettes in der Ecke befand sich als letzter Einrichtungsgegenstand noch ein Schrank mit vielen kleineren Fächern voller Schriftrollen.


    Alles war zwar nicht von allerbester Qualität aber durchaus von sehr guter und dazu noch quasi wie neu.

  • Varus las gerade zum zweiten Mal einen ganz bestimmten Brief der ihm geschickt wurde. Einige Dinge die darin behauptet worden waren konnte er natürlich noch nicht abschließend beurteilen. Die Sache mit der Sklavin als Freundin und Gleichgestellte vorstellen ging natürlich gar nicht. Aber andererseits interessierten ihn die Germanicer nicht wirklich und Aculeo.... soweit er wusste hatte er die arme Valentina noch am Abend der Hochzeit stehen lassen und die Verlobung für aufgelöst erklärt. Die Nacht mir ihr hatte ihm jedenfalls sehr gefallen und er hatte beschlossen sie wieder zu sehen.


    Er knüllte den Brief zusammen und warf ihn irgendwo in die Ecke seines Cubiculums. Mit Daumen und Zeigefinger massierte er sich die Nasenwurzel zwischen den Augen.
    Oh wie er dieses ganzen Intrigengespinne hasste. Er war Winzer und Geschäftsmann und das wollte er sein. Kein Politiker und Ränkeschmied.
    Fausta dagegen.... nun er hatte nie wirklich Zuneigung für sie empfunden und verstand auch nicht ganz was Commodus an dieser kleinen.... Schlange so fand. Für den Moment ja ganz aufregend.... aber man wollte doch auf Dauer keine Zeit mit hochgiftigen Tieren verbringen.


    Er musste etwas Zeit gewinnen und in Ruhe nachdenken.
    Wie immer wenn ihm Roma und die Politik zu viel wurde beschloss er nach Ariccia zu gehen und sich zwischen seinen Weinstöcken aufzuhalten.
    Gerade noch viel ihm dabei ein das er sich dafür doch sogar angenehme Gesellschaft würde mitnehmen können. Der letzte Besuch war sowieso schon fast 2 Wochen her, er hatte glatt die Hochzeit vergessen bei dem Gespräch mit Morrigan.
    Schnell rief er Serrulus und übergab diesem eine geschriebene Nachricht. Nur wenig später und immer noch sehr früh am Tag machte er sich auf um in einer Taberna neben dem Mietstall außerhalb der Stadtmauer zu frühstücken und zu warten ob er Begleitung bekommen würde für den Trip in die Albaner Berge.

  • Varias erster Weg führte sie in die Culina.
    Esther wurde zu Varus und Hannah zu Commodus geschickt, damit sie beiden Bescheid gaben, dass ein Verwandter im Atrium wartete.

  • Varus verbrachte nach seiner Rückkehr von seinem Gut relativ viel Zeit in seinem Cubiculum. Streng genommen pendelte er eigentlich nur zwischen dem Officium auf der Etage und dem Cubiculum hin und her.
    Vielleicht lag es daran das er krank war, vielleicht daran das die ganze Stadt irgendwie auf etwas wartete vielleicht aber auch an etwas anderem.


    Er führte jedenfalls seine Betriebe, aß und trank normal, schlief vielleicht etwas mehr als sonst verhielt sich aber ansonsten, bis eben auf die Tatsache das er so gut wie nie das Haus verließ, normal.

  • Einige Tage waren bereits vergangen, seit Morrigans unerwartetem Besuch. Varus war inzwischen wieder zurückgekehrt und hatte sich in seine Räume zurückgezogen.
    In einem passenden Moment hatte Beroe ihre Arbeit beiseite gelegt, war in die Küche geeilt und hatte dort ein Tablett mit einer Kanne verdünntem Wein, einem Schälchen Oliven und etwas Brot und Öl gerichtet. Damit war sie ins Obergeschoss der Casa geeilt, klopfte nun an der Tür des Hausherren und wartete darauf, dass er sie eintreten ließ.

  • Ein durchaus freundliches aber irgendwie auch belegt klingendes
    "Herein", kam von drinnen und wenn Sibel eintrat würde sie Varus in relativ unordentlicher Verfassung was Kleidung und Frisur anging vorfinden wie er scheinbar aus dem Fenster gestarrt hatte.

  • In der einen Hand das Tablett balancierend, öffnete sie mit der anderen Tür. Als Beroe dann eintrat, bemerkte sie noch nicht gleich jene unordentliche Verfassung, in der sich Varus befand. Zu sehr war sie mit dem Schließen der Tür und ihrem Tablett beschäftigt. Denn sie war dazu prädestiniert, irgendetwas fallen zu lassen. Daher hasste sie es, voll beladen sich auch noch um die Tür kümmern zu müssen. Doch diesmal schien alles gut zu gehen. Nachdem sie das gröbste Hindernis hinter sich gelassen hatte, konnte man sie leise aufatmen hören.


    Ein paar Schritte weiter, stellte sie das Tablett auf einem Tisch ab. „Etwas Wein und einige Oli…“ Beroe stockte, als sie Varus endlich anvisierte und das zerzauste Haar und auch die zerknitterte Kleidung bemerkte. Er machte fast den Eindruck, als habe er in seinen Kleidern geschlafen und diese auch seit Tagen nicht mehr gewechselt. Ganz zu schweigen davon, dass sich nicht einmal ein paar Tropfen Wasser an seinen Körper verirrt hatten. Und dann dieses konsequente Starren aus dem Fenster. Nicht einmal als sie eingetreten war, hatte er sich zu ihr umgedreht.
    Beroe versuchte so zu tun, als sei nichts geschehen und Varus‘ Aussehen und seine Stimmung, das Normalste auf der Welt. Letztendlich ging es sie ja auch nichts an. Aber trotzdem glaubte sie, verpflichtet zu sein, ihm ihre Hilfe anzubieten. „Kann ich noch etwas für dich tun, Dominus?“, fragte sie schließlich.

  • Varus konnte sich nicht daran erinnern das gebrachte bestellt zu haben aber es konnte auch gut sein das es einfach schon wieder die Tageszeit für´s Essen war. Irgendwie verschwammen bei ihm die Tage im Moment zu einem Brei.
    Neben ihm auf dem Boden lag ein kurzer Brief mit der beschriebenen Seite nach unten so dass Sibel lediglich das Siegel der Gens Quintilia erkennen konnte. So sie es denn kannte.


    "Danke", sagte er zunächst mit tonloser Stimme.



    "Das mit dem Namen fällt dir schwer oder?" kam eine Antwort auf ihre Frage.


    "Hast du noch Kontakt zu Morrigan?" kam noch eine Frage hinterher.

  • Bei genauerem Hinsehen erkannte sie einen Brief, der am Boden lag. Selbst wenn sie des Lesens mächtig gewesen wäre, hätte sie nicht in so schneller Zeit in Erfahrung bringen, was darin stand, geschweige denn, wer ihn verfasst hatte. Doch sie konnte sich gut vorstellen, dass darin der Grund für seine Niedergeschlagenheit begründet war.


    Wieder hatte sie ihn Dominus genannt, obwohl er das nicht mochte. Wahrscheinlich würde sie das nie lernen. „Bitte entschuldige, Varus. Ich bin es so gewöhnt. Aber in Zukunft werde ich versuchen, es besser zu machen,“ versprach sie mit rotem Kopf.


    Ob sie wegen dem Brief nachfragen sollte? Vielleicht konnte sie ihm ja irgendwie helfen. Doch eigentlich ging der Brief und auch sein Gemütszustand sie nichts an. Letztendlich war es Varus, der seinerseits eine Frage stellte.
    „Nicht wirklich. Leider. Doch sie war vor einigen Tagen hier und sagte, sie müsse dich dringend sprechen.“

  • Varus ging zu Sibel herüber und strich ihr kurz über die Wange.
    "Schon gut...", er nahm sich ein paar Oliven und sah dann auf das Essen


    "Den Rest kannst du wieder mitnehmen. Ich habe im Moment weder Hunger noch Durst."


    Die Nachricht von Morrigan ließ ihn aber aufhorchen.
    "Warum hat mir das denn noch niemand mitgeteilt? Schick sofort Serulus los oder geh von mir aus selber. Sie kann und soll jederzeit kommen!"

  • Er kam zu ihr herüber und berührte sie an ihrer Wange. Für sie waren seine Berührungen so ungewohnt. Bisher waren ihre Begegnungen recht verhalten oder gar reserviert abgelaufen. Stets war er ihr mit Wohlwollen begegnet. Das war aber dann auch schon alles gewesen.


    Varus griff nach ein paar Oliven. Doch mehr wollte er nicht anrühren. Nicht einmal den Wein. Also nahm sie wieder das Tablett an sich. Doch dann zögerte sie wieder. Sollte sie sich nicht doch nach seiner Verfassung erkundigen? Bevor sie aber zu Wort hätte kommen können, kam ihr Varus wieder zuvor. Fast schon vorwurfsvoll klang seine Frage. „Verzeih bitte, aber ich war es, die sie an der Tür empfangen hat. Wenn du es wünschst, werde ich mich sofort auf den Weg machen.“


    Sie eilte mit dem Tablett zur Tür. Bevor sie aber den Raum verließ, wandte sie sich noch ein letztes Mal zu Varus. „Ist es wegen dem Brief....? Ich meine.... weil du so betrübt bist?

  • "Ach weißt du selten aber manchmal beneide ich doch diejenigen die nicht lesen und schreiben können. Denn so ist wenigstens ein Weg für schlechte Nachrichten verbaut."


    Varus machte eine kurze Pause.


    "Ja mach dich auf den Weg und hol sie her!"

  • Ihr Versuch, ihn auf den Brief und seine damit verbundene schlechte Stimmung anzusprechen, war kläglich gescheitert. Er wollte nicht darüber sprechen. Nicht mit ihr. Das war auch nicht sehr verwunderlich, schließlich kannte er sie ja kaum. Obwohl es ja manchmal hilfreich sein sollte, sich auch Fremden anzuvertrauen.


    Beroe verließ das cubiculum und brachte das Tablett zur culina, um danach sofort das Haus verlassen zu können. Der Weg zur Subura war ihr inzwischen vertraut und so beschäftigten sie Varus Worte auf den ganzen Weg zum Lupanar. ‚Manchmal beneide ich doch diejenigen die nicht lesen und schreiben können. Denn so ist wenigstens ein Weg für schlechte Nachrichten verbaut.‘. Sie konnte das nicht so richtig nachvollziehen. Liebend gerne hätte sie die Kunst des Lesens und Schreibens beherrscht, denn die schlechten Nachrichten hatten bisher auch immer so den Weg zu ihr gefunden.

  • Morrigan war zusammen mit Sibel zu Villa gegangen. So dringend war es nun auch nicht, dass sie ihn sprechen wollte. Sie hatte ihn eigentlich aufmuntern wollen, nachdem sie von Varia erfahren hatte, das es wohl doch nichts wird mit seiner Angebeteten. Aber auf der anderen Seite war sie auch froh, dass er sie sehen wollte und wieder in Rom weilte. Sie hatte schon sorge gehabt, dass er sich nun ganz in seinen Weinbergen vergraben könnte.
    Sie stand nun also in seinem Raum. „Salve Varus.“ Nein viele Worte machte sie nicht, sie betrachtet ihn und musste zugeben, dass er wirklich sehr mitgenommen aussah. Aus einem Impuls heraus ging sie auf ihn zu und umarmte ihn einfach schweigend.

  • Als Morrigan schließlich besuchte hatte er sich schon wieder ein kleines bisschen gefangen. Allerdings war der meiste Teil der verschwundenen Trauer in Wut umgeschlagen. Er fühlte sich nicht mehr hauptsächlich zurückgewiesen sondern betrogen. Denn inzwischen hatte er gehörte das seine ehemalige Verlobte wohl inzwischen mit dem ehemaligen Prätorianerpräfekten angebandelt hatte. All ihre Worte waren wohl nur Schall und Rauch gewesen denn sobald der erste mit mehr Geld und größerer Familie aufgetaucht war hatte er seinen Abschied nehmen können.


    Doch das alles wollte er natürlich nicht an Morrigan auslassen. Zudem freute er sich wirklich sie zu sehen.
    "Salve Morrigan", begrüßte er sie ebenso etwas förmlich. Die Umarmung dagegen war zwar in den ersten Sekunden etwas überraschend aber dann doch sehr angenehm.
    Viel zu lange war das her das ihn jemand so umarmt hatte. Er konnte nicht anders und erwiederte die Umarmung und hielt sie recht lange. Ja am Ende gab er Morrigan sogar einen Kuss auf die Lippen falls sie nicht bei den ersten Anzeichen seiner Absicht zurückschrecken würde. Es würde auch kein intensiver Kuss voller Leidenschaft werden der andeuten würde das sehr bald mehr folgen würde. Nein es würde einer sein voller Zuneigung aber auch keinem den man einer Verwandten geben würde.
    "Schön dich zu sehen...warum haben wir uns nochmal so lange nicht getroffen?"

  • Natürlich ließ sie es zu, dass er sie küsste. Ja sie genoss es sogar, denn es steckte wohl kein Hintergedanke drin und er war sichtlich froh sie zu sehen. Und man sollte es kaum glauben, er neigte zu Scherzen.
    „Nun Varus das lag wohl weniger an mir als an dir. Du hast mal wieder die Gesellschaft deiner Weinberge der meinen vorgezogen.“ Sagte sie und bemühte sie um einen vorwurfsvollen Blick, was ihr aber nicht wirklich gelang.
    Doch dann wurde sie auch schon wieder ernst. „Möchtest du darüber reden?“

  • Voerst gelang es ihm noch zurück zu scherzen.
    "Du musst mir glauben das war nur deshalb weil es dem Berg sooo schlecht ging."


    Doch dann gelang es ihm nicht länger die Maske aufrecht zu erhalten.


    "Eigentlich wollte ich nie wieder zurückkehren und für immer da bleiben. Alleine ein paar Geschäfte, meine Verwandtschaft, mein Amt und vor allem du haben dafür gesorgt das ich zurück kehre. Die Formalitäten bezüglich deiner Freilassung und Überschreibung des Lupanars sind fast abgeschlossen."


    Endgültig getroffen sah er aus als er sagte:
    "Du hast es schon gehört? Was hat man dir erzählt?"

  • Ihre Hand war es, die ihm langsam über den Rücken streichelte, Trost spendend und verstehend. Ja sie wusste nur zu gut wie es war, wenn einem die Liebe genommen wurde. Wenn man das Gefühl hatte, dass es einen innerlich zerriss.
    „Das sie dich zurückgewiesen hat. Und wie ich hörte, wie du inzwischen bestimmt auch, hat sie einen Anderen.“ Leise waren ihre Worte, in ihnen schwang Mitgefühl mit.
    Sie legte ihre Hand auf seine Wange. „Ich bin froh das du zurück gekommen bist.“
    Ja auch Morrigan hatte damit gerechnet, dass er nicht wieder kommt. Sie war ja auch schon am überlegen, ob sie zu ihm reist.
    Nun sah sie ihm direkt in die Augen. „Varus, ich weiß wie du dich gerade fühlst, aber glaube mir wenn ich dir sagen, dass auch das vorbei geht. Auch wenn du gerade glaubst, dass deine Welt eingestürzt ist, so glaube mir wenn ich dir sage, dass dies vergeht. Ich habe dass schon erlebt und ich weiß das es hilft zu reden. Also wenn du reden magst. Ich bin da, ich höre dir zu.“ Die nahm nun seine Hände. „Rede es dir von der Seele.“

  • "Ja das ist ja das schlimmste daran. Ich war und bin wirklich ein Idiot der sich von dieser Frau hat blenden lassen. Sie hat so getan als ob sie sich verliebt hat. Immer wieder betont das sie doch eigentlich zu schlecht wäre für mich. Irgendwas von meinem Reichtum und ihrer armen Familie gefaselt. Das war wohl alles nur kaltes Kalkül auch wenn ich nie gedacht hätte das sie dazu fähig ist. Ich glaube ich bin einfach für diese Stadt zu weich. Manchmal wünschte ich ich wäre so wie Commodus. Den scheint nichts anhaben zu können. Oder wenigstens ein Soldat wie mein Bruder oder mein Vetter. Aber nein ich bin ein weicher Träumer der immer an das Gute glaubt!"


    Für einen Moment war Varus wirklich komplett niedergeschlagen und schlug die Hände vor´s Gesicht. Doch dann richtete er sich auf. Es war ihm offensichtlich sogar etwas peinlich sich so weich gezeigt zu haben.


    "Wenn ich geblieben wäre hätte ich dich zu mir geholt! Was hältst du davon?"


    Ob die Frage nun ernst gemeint war wer wusste das schon. Gestellt war sie aber erst einmal.

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