Montes Taunes | Zwei Praefecten gegen die weiße Pracht (oder Macht?)

  • Gemeinsam waren die beiden Praefekten Iulius Licinus von der legio Secunda und Iunius Seneca von der Ala Secunda (oder auch "die großen Is von den zwei IIs", wie sich ein Veteran in Mogontiacum mal einen Scherz erlaubt hatte) vor einigen Tagen mit einem Schiff der Rheinflotte nach Confluentes aufgebrochen, von dort wollten sie den Limesabschnitt, der von der Lagona zu den Aquae Mattiacorum führte inspizieren. Sei hatten gerade die Hälfte des Weges geschafft, als sie der Wetterumschwung überraschte.


    Am Abend zwei Tage zuvor hatten sie die unfreiwillige Gastfreundschaft des Kohortenkommandanten eines Lagers genutzt, der auch eher froh als unglücklich war, die beiden höheren Offiziere am nächsten Morgen wieder gehen zu sehen. Schließlich konnte er dann wieder seine eigenen Räumlichkeiten beziehen und seine Soldaten mussten nicht mehr für die Begleiter der beiden Inspektoren zusammenrücken. Davon abgesehen war es natürlich nie besonders schon, wenn man kontrolliert wurde.


    Die ganze Reise war es schon bitter kalt gewesen (zumindest für Licinus italisches Gefühl), aber was er erleben musste, als er pünktlich zum Wegsignal die geschlossenen Räumlichkeiten, in denen er die Nacht verbracht hatte, verließ um die Latrine aufzusuchen spottete jeder Beschreibung. Ohne die Augen groß aufzumachen war er hinausgetreten und stand nun Buchstäblich knietief im Schnee.
    "Verdammte Scheiße is das kalt, wassolldennderDreck?!" Laut und überdeutlich machte er seine Meinung zum Schnee kund, wenn der Iunier nicht durch die bucina wach geworden war, war er es spätestens jetzt.



    Sim-Off:

    Für die lokal kundigen, so es die gibt: Wir haben es bis jetzt bis ins Kastell Holzhausen geschafft und wollen nach einem weiteren Tagesmarsch das Kastell Kemel erreichen. Dann in einem weiteren Tag nach Wiesbaden und Mainz

  • Seneca wusste dass der Winter bevorstand, bereits einige Tage vorher hatte es für seine Verhältnisse massig Schnee gegeben., aber dieser Schnee ging wie er gekommen war, recht schnell, und so nahm der Iunier dies als Zeichen der Götter dass die Vorräte aufgestockt werden mussten und dachte nicht weiter nach.
    Einige Tage später befand er sich nicht mal in der Nähe seines warmen Bettes, und natürlich auch der Wärme seiner Frau, sondern fand sich nach Hochzeiten und einer recht angenehmen Reise im harten Soldatenalltag wieder. Der harte Alltag war als Kommandant natürlich wesentlich angenehmer geworden.. Das Aufwachen, und dafür sorgte sein Kamerad Iulius schon, erinnerte ihn jedoch auf seltsame Art und Weise an vergangen geglaubte Zeiten..
    "Was ist?" fragte sich der Iunier selbst leise während er bereits eine gewisse Kälte in den Knochen spürte, trotz der geschlossenen Räumlichkeiten. Nachdem er sich erhoben hatte, und noch etwas schlaftrunken die ersten Schritte machte, sah er auch die weiße Pracht. In größeren und fast schon beängstigenden Massen..
    "Das wird ein richtig schlechter Tag." brüllte er dem Iulius nach während er ihm mit dem Schnee kämpfen sah und grinste. Zu welchen Problemen das Ganze führen könnte war ihm so früh am morgen noch nicht so ganz bewusst.

  • "Schau's dir selbst an!" brummte Licinus mehr als unwillig und stapfte entschlossen einen weiteren Schritt in die weiße Masse.


    "Schlechter Tag! Ha! Dreckstag, das trifft es!" Das war keine freundliche Verabschiedung, aber Licinus war grade nicht in der Stimmung auch nur guten Morgen zu sagen. Er stieß Flüche aus und schimpfte über die Unbilden des Wetters, bis er sich zum Latrinentrakt vorgearbeitet hatte.


    Als er nach einer Weile wieder zurückkehrte hatte sich seine Laune nur unwesentlich gebessert und er hoffte nur, dass der diensthabende Soldat mittlerweile etwas zu Essen herangeschafft hatte. Das würde die Lage zumindest ein wenig bessern.
    In der Unterkunft angekommen ließ er sich in einen Stuhl fallen und schaufte kurz. "Morgen!"


    Er schnaufte einen Moment durch, der Morgenspaziergang war unangenehm gewesen, die kalte Luft biss ihn in die Lungen.
    "Und? Wie weiter?"

  • "Das bisschen Schnee." gab Seneca zurück, die Augen noch etwas verklebt, sich durch die Haare fahrend. Kurz darauf ging er selbst einen Schritt nach draußen und versank gleich ebenfalls bis zu den Knien im Schnee.. So konnte man sich täuschen.
    Also hieß es schnell wieder rein ins Gemäuer, die dicken Mäntel auspacken, einen davon stülpte sich auch Seneca über, Scharlachrot, der Mantel der Offiziere.
    Während sich der Iulier vom stillen Örtchen zurückgekämpft hatte, hatte Seneca natürlich schon befohlen dass etwas essbares vorhanden sein sollte und so kam es dann auch. Puls, etwas Brot, Trockenfisch, etwas Käse, und ein wenig verdünnter aber heißer Gewürzwein.
    Es war natürlich klar wo sich die Offiziere zuerst bedienen durften und welche Weizenpampe wohl für die Milites bereitstand.
    Als der Iunier dem Iulier einen Platz anbot ging er auch direkt auf seine Fragen ein..
    "Die Reise wird sich enorm verzögern. Die Flüsse werden nicht zugefroren sein, aber auf ihnen können wir unsere Aufgabe nicht wahrnehmen." legte der Iunier seine Sicht der Dinge dar während seine Hände den warmen Becher umgriffen..
    "Ich denke unsere Etappen müssen kürzer werden. Was denkst du?"

  • "Essen, danke!" sagte er Platznam und seine Finger an einem der groben Becher aus terra sigillata wärmte, die den heißen Wein enthielten. Genüßlich hielt er die Nase über den Becher und sog den scharfen Duft nach Kräutern ein. "Ahh". Einen Moment verharrte er so, bevor er sich ein Stück Käse abschnitt und kleine Stücke davon in seinen Puls gab. Mit einem der Trockenfischer verfuhr er genauso, dann begann er zu löffeln und sich dann und wann einen Kanten Brot in den Mund zu stopfen.


    "Kein Weg dran vorbei," grummelte Licinus noch immer, aber seine Laune besserte sich mit jedem Bissen. "Zwei," er unterbrach sich selbst und dachte an die weiße Pampe die draußen auf allen Wegen lag. "Wohl eher dreimal so lang. Dann können wir es vergessen von Lager zu Lager zu kommen, wie geplant. Das heißt übernachtung auf den Türmen und im schlimmsten Fall..." Er blickte zu dem kleinen mit einem Holzrahmen verschlossenen Fenster.

  • Seneca riss sich ein Stück Brot ab, legte ein Stück Käse hinein und stopfte es sich in Mund. Wie gut dass seine Frau nicht sah wie er sich hier gerade in bester Barbarenmanier den Bauch füllte, aber auf so einer Männertour waren die Gesetze der Etiquette ja sowieso außer Kraft gesetzt, interessanterweise hatte sich das in den nachfolgenden 2000 Jahren auch nicht geändert.
    "Vielleicht finden wir unterwegs auch einige Höfe welche wir für eine Nacht in Anspruch nehmen könnten." In Anspruch nehmen hieß natürlich dass die Bewohner nicht unbedingt viel Mitspracherecht bei der Einquartierung der Soldaten hätten, aber was man tat man nicht alles fürs Imperium? Jedenfalls graute es dem Iunier davor eine Nacht draußen im Schnee zu verbringen, die Gefahren waren zahlreich und vielseitig.
    "Hoffentlich machen die Gäule das mit. Ich denke die Pausen lassen wir weg solange es hell ist. Wir müssen ein wenig Strecke machen heute." bemerkte der Praefectus während er dem Blick seines Kameraden zum Holzrahmen folgte und sich nachdenklich einen Schluck seines Heißgetränkes gönnte. "Wir sollten uns mit zusätzlichem Proviant versorgen und dann losziehen."

  • "Da bist du der Experte, nicht ich," grinßte Licinus den Kameraden und Kommandeur einer der größten Reitereinheiten des ganzen Reiches säuerlich an. "Mein Gebiet sind die Füße und daher sage ich: Überschuhe!" Erfrierungen an den Zehen gehörten zu den Gründen weshalb die römische Armee es vorzog im Winter lieber ekine Kriege zu führen.
    "Außerdem zusätzliche Wolldecken, Heizmaterial und so weiter. Ich bin nicht bereit mein Leben darauf zu verwetten dass wir immer einen passenden Turm oder Hof finden. Außerdem wird uns der hießige Lagerkommandant ein Muli überlassen müssen."
    Licinus dachte nicht daran, dem Mann Gelegenheit zum Widerspruch zu geben. Schließlich erschien es ausgesprochen unlogisch, dass sie ihren eigenen Pferden und dem Packtier noch mehr auflasten konnten. Warum? Nun, die römische Armee belud ihre milites bis an die Obergrenze, warum sollte das bei den Viechern anders sein?

  • "Nun dann wäre das entschieden." befand der Iunier und wandte sich an den Lagerkommandanten, "Dann bitte ich dich alles gesagte zu veranlassen." die "Bitte" war natürlich ein Befehl, wäre ja noch schöner wenn man plötzlich auf die Gnade eines kleinen Lagerkommandanten angewiesen wäre.
    "Dann solltest du auch deinen Männern den Befehl geben sich für den Abmarsch bereit zu machen. Wir haben einiges aufzuholen und ich weiß ja wie bequem du manchmal sein kannst." piesackte der Iunier den Iulier und stopfte sich den Rest seines Brotes in den Mund bevor er sich die Krümel von den Händen rieb und sich erhob um seinerseits noch ein paar Schichten Kleidung aufzutragen.

  • Sagte er zu einem Mann, der am liebsten auf Feldbetten schlief und sich auch in privatim von puls und posca ernährte. Letztere vielleicht mit etwas mehr Obst und sonstigen Beilagen als sie normale Soldaten bekamen, aber im Grunde eben doch puls.
    "Ach, ich hab doch Zeit," sprach er mit ironischem Grinßen. "Wenn wir hier auf was warten müssen, dann auf deine Männer. Bis die ihre Pferde fertig geknutscht haben, sind meine Männer schon dreimal ums Lager gelaufen." Wobei er für den Moment unbeachtet ließ, dass auch Licinus natürlich keine Infantristen dabei hatte, sondern einige Mann von der Turma abgeordnet hatte, ihn zu begleiten.
    Dann wurde er wieder ernst und meinte "Aber du hast recht, wir müssen los, wenn wir noch irgendwo ankommen wollen." Mit wenigen routinierten Handgriffen waren die Hände gesäubert, dass Geschirr verräumt und die Ausrüstung lag in handlcihen Rollen bereit auf das Muli verpackt zu werden. Ein Offizier musste ja nicht selbst schleppen.
    Gemeinsam mit dem Iunier trat er dann aus der Baracke und ein Donnerhall überquerte den kleinen Exerzierplatz im Zentrum des Kleinkastells:
    "Vexillationes legionis et alae secundae! Parate vos at iter! ~Abordnungen der zweiten legio und ala! Bereitet euch zum Abmarsch!


    Die Verabschiedung von dem hießigen Kommandanten überließ er dem marginal ranghöhreren. Er selbst fühlte sich in seiner Rolle als zweiter Mann wie immer sehr wohl.


    Sim-Off:

    Gute Frage übrigens: Mit wie viel Entourage sind wir denn unterwegs? Ich hätte jetzt auf nicht mehr als zwei halbe Turmae getippt.

  • Während der Iulier sich um die Truppen kümmerte, wandte sich Seneca an den mittlerweile etwas zerknirschten Lagerkommandanten. Er hatte in der Nacht in einer schnellen und eiligen Aktion eine Abordnung aus der Provinzhauptstadt unterbringen müssen, und während sein Kommando hier eigentlich recht ruhig war, hatte er nun Leute da welche ihm auf die Finger schauten, noch dazu hatten Seneca und Licinus viel Proviant und ein Maultier eingefordert, was für den Mann wohl nur mehr Mehrarbeit bedeutete.
    Aber Seneca wars gleich, er ließ sich nichts anmerken und grüßte den Lagerkommandanten noch einmal knapp militärisch, "Ich danke für die Gastfreundschaft. Verrichte deinen Dienst weiterhin so gewissenhaft." sprach der Iunius während er die Lippen zusammenpresste und seinen Mantel noch einmal richtete.. Der verdammte Schnee war so verdammt kalt..
    Dann schwang er sich auch auf sein Pferd und ritt zu Licinus, "Auf geht's!"

  • "Auf geht's" nickte auch Licinus und holte tief Luft, die ihm prompt in die Lungen biss. Mit Gewalt -- und hochrotem Kopf -- musste er ein Husten unterdrücken.
    "Pergite!" rief er leiser als geplant und mit einem abschließenden gutturalen Laut.


    Mit gereckter Standarte zogen sie aus dem Tor des Lagers hinaus und kaum hatten sie das Tor hinter sich gelassen flohen die Soldaten, die hier stationiert waren zurück in die Gebäude.
    Direkt hinter der Standarte ritten die beiden Offiziere und Licinus meinte den Schnee an seinen Füßen zu spüren, auch wenn seine Schuhspitzen tatsächlich noch einige wenige centimeter über dem Neuschnee schwebten. Sie Bogen auf den Limesweg ein und setzten dort ihren Weg fort.
    "Viel sehen werden wir nicht, aber vielleicht sollten wir ab und an mal einen Blick auf den Wall werfen, nicht wahr?" grummtelte Licinus und zog seine Kapuze fester.
    "Wenn ich nächstes Jahr wieder kurz vor Winter eine Limes-Inspektion vorschlage, sperr mich in mein Quartier, bis ich mich an heute erinnere!"
    Frotzelte er über sich selbst.

  • "Mach dir da mal keine Sorgen, das werde ich." entgegnete der Iunier welcher ein wenig zitterte und sich deshalb den Mantel noch etwas enger um dem Leib wickelte..
    Scheiß Limes, bei dem Schnee würden die Barbaren sowieso nicht durchkommen, da war er sich relativ sicher, zumindest hätte er sich bei diesem Wetter nicht zum obligatorischen Plündern aufraffen können und wäre erstmal bequem zuhause geblieben, aber vielleicht sollte er auch nicht von sich auf andere schließen.
    "Beim nächsten mal rücken wir im Hochsommer aus. Sowie ich das Wetter hier kennengelernt habe sollte der ja dann recht angenehm sein." scherzte der Iunier während er noch einen Schluck Würzwein aus seinem Schlauch nahm, er wollte ihn trinken solange er noch zumindest lauwarm war.


    Es lag eine recht weite Strecke vor ihnen, und er war nicht ganz so ortskundig (wie sein Kamerad wohl auch nicht), sodass er einfach nicht wusste ob sie auf ihrer Strecke noch irgendwas antreffen würden um zu nächtigen oder ob sie auf ihre fortgeschrittenen Tage noch ein provisorisches Lager errichten (lassen) müssten.

  • "Wahrscheinlich verwandelt sich die gesamte Landschaft im Sommer einfach nur in eine stechmückenverseuchte Pampe!" konterte Licinus, der seiner neuen Heimat in diesem Moment nichts, aber auch so grade gar nichts abgewinnen konnte. Und entsprechend nicht bereit war, ihr eine schöne Siete zuzugestehen.


    Eine Weile ritten sie schweigend nebeneinander her. Nichts hörte man, bis auf das gleichmäßige schnauben ihrer Rösser, die gleich ihren Reitern weiße Dampfwolken in die Luft bließen. Dazu das ständige Klappern der metallenen Teile ihrer und der Begleitmannschaften Rüstungen. Was gänzlich fehlte, war das Trappeln der Hufe auf dem Limesweg, es wurde vollständig vom tiefen Schnee geschluckt. Nach einiger Zeit erreichten sie den Turm, dessen brennende Signalfackel sie schon vom Lager aus hatten ausmachen können. Sie wechselten die üblichen Erkennungsrufe mit der dort stationierten Wachmannschaft aus und erfuhren auch hier nichts neues. In Sichtweite des Limes regte sich scheinbar nichts. Als sie wieder anritten warf Licinus einen Blick zurück in Richtung des Lagers, dass er beinahe idyllisch in der Landschaft liegen sah -- wäre er denn für derlei empfänglich gewesen. Und vielleicht war er es auch, denn nach einem kurzen Überschlag über ihre Geschwindigkeit (der seine schlimmsten Befürchtungen bestätigte) warf er einen zweiten längeren Blick zurück und fing unvermittelt an wieder zu sprechen.


    "Wie geht es eigentlich deiner Frau? Und ihrer Tochter?"


    Sim-Off:

    Falls Licinus entgegen meiner Erinnerung weiß, dass Seianas Tochter auch Senecas ist, tu entweder so, als hätte er eurer gesagt (dann editier ich das) oder tu so als würde er den Schein, den ihr aufgebaut habt, waren. Oder sprich mit mir per PN ab, was der Fall sein sollte

  • Sim-Off:

    Stimmt alles :)


    Seneca merkte wie ihm die Kälte, welche alles umgab, langsam in seine Knochen bohrte und der Mantel seinen Dienst nach und nach verweigerte. Irgendwo, da war er sich sicher, hatte er noch ein dickes Fell verstaut welches er sich später noch überwerfen konnte, doch aus verschiedenen Gründen konnte er sich noch nicht dazu durchringen. Zum einen kam er sich immer furchtbar aufgeplustert vor wenn er dieses Fell trug und zum anderen hatte er die Illusion hier jederzeit kampfbereit sein müssen sodass ihn die antike Version des Michelinmännchens irgendwie Unbehagen bereitete.


    All seine modischen Gedanken waren aber fort als Licinus ihn auf seine Familie ansprach, oder aus Sicht des Iuliers eben seine Frau plus Anhang. Trotz Kälte, Schnee, und der Ungewissheit ob er morgen früh noch mit allen Zehen und Fingern aufwachen würde (Germanien steckte für ihn noch immer voller Klischees), huschte ein Lächeln über das Gesicht des Iuniers..
    "Es geht ihnen gut. Wir haben ein kleines Landgut erstanden und ich kümmere mich bald um einen guten Hauslehrer für Silana. Seiana selbst wird wohl eine wichtige Aufgabe im Bildungs- und Kulturbereich der Provinz übernehmen. Weißt du alter Freund, ich hatte Sorgen um sie und wollte dass sie in Italia bleiben, aber ich bin froh dass sie hier sind. Und wie geht es deinem Mündel?" fragte der Iunier dann seinerseits da Licinus seine Vatersorgen ja gut nachvollziehen konnte.

  • Was für den Iunier für sich als Illusion reklamierte, war für Licinus schlicht das Ergenisse jahrelangen Trainings. Schließlich war der miles impeditus, also der nicht-kampfbereite Legionär, nur eine knappe handvoll Handgriffe davon entfernt, sich kampfbereit zu machen. Und wie lange dauerte es unnötige Kleidugnsschichten lsozuwerden? Also fror man in der Kälte eben.


    Licinus kannte dieses Lächeln auf dem Gesicht seines Kameraden gut, er wusste, dass es sich auch auf seinem Gesicht fand, wenn er von seiner Kleinen sprach.
    "Ein Landgut. Gut für das Kind, würd ich meinen. Aber hätt ich nicht erwartet. Oder wie bist du an ein Gut in Stadtnähe gekommen?" Musste es ja sein, der Decima Aufgabe in der Provinz, des Iunius Praefectur, das verbot lange Wege von selbst.


    "Ihr geht es gut." *pling* da war er wieder, der liebevolle Gesichtsausdruck, den man in Licinus Augen nur fand, wenn er von Esquilina sprach.
    "Natürlich muss sie sich noch einleben, aber das wird schon." Tatsächlich war es so, dass
    "Eine Aeditua aus dem Tempel der Trias hat sich anerboten ihr Unterricht zu geben. Eine Duccia natürlich, wie könnte es in Mantua auch anders sein, nich?"


    "Wie dem auch sei, sie wird jedenfalls ihren Lese- und Schreibunterricht fortsetzen und ihr gelegentlich was über das Pantheon beibringen. So kommt Esquilina auch mal aus dem Lager raus." Das ja auf Dauer kein Ort für ein Mädchen ist, hörte er im Unterbewusstsein die Stimme einer gewissen Tiberierin.

  • "Nun Iulius.. Ich habs gekauft." scherzte der Iunier etwas sarkastisch und ließ seinen Freund erst einmal ein wenig auflaufen, was keineswegs böse gemeint war, "Es liegt direkt an der Via Borbetomaga, nicht direkt in der Provinz aber außerhalb der Siedlungen rund um Mogontiacum. Du solltest uns bald mal besuchen, es ist wirklich nur einen Steinwurf vom Kastell entfernt und die Innenstadt ist ebenfalls nicht weit." merkte der Iunier an und strich seinem Pferd dabei über den Hals. Er fing langsam an sich an diese seltsam riechenden Wesen zu gewöhnen und sie irgendwie gerne zu haben..
    "Ich freue mich für dich und deine kleine, ich bin sicher sie ist dort gut aufgehoben. Und wer weiß, in einigen Jahren können wir auf deine Erfahrungen zurückkommen wenn Silana ebenfalls eine intensivere Bildung benötigt." sagte er etwas augenzwinkernd und blickte auf den Weg vor ihnen welcher immer weißer wurde.

  • "Ach neee!" Sarkasmus war etwas, was auch Licinus sehr gut[/I] konnte.
    "Musstest du jemanden umbringen bis sie's dir verkauft haben oder hat es gereicht jemanden zusammenschlagen zu lassen. Im Ernst, ich hätt nicht gedacht, dass jemand bereit ist sowas zu verkaufen. Der Besitzer muss vollkommen pleite gewesen sein, oder was?"


    Aber so schön es für Esquilina sicher wäre, ein praefectus castrorum wohnte im Lager und das war nicht verhandelbar.
    "Danke für die Einladung, ich komme darauf zurück. Ich bringe Esquilina mit, wenn du erlaubst, etwas im grünen spielen zu können wird ihr gut tun. Männer zum Umnzug muss ich dir ja nicht anbieten" die konnte der Iunier auch aus seiner eigenen Einheit abkommandieren. "Aber wenn du beim Kauf einen Weinkeller miterworben hast, biete ich mich gerne an mit dir zu testen, welche Weine noch gut"


    "Ich helfe, wo ich kann. Aber ich glaube, wenn Silana in einigen Jahren eine Ausbildung braucht, wird Decima Seiana ... setzte Licinus, als über ihm ein Ast unter dem Gewicht des Schnees brach und mit einem Krachen wie in Zeitlupe hinabstürzte. Er traf auch punktgenau die hintere Backe seines Gauls der daraufhin scheute und sich durchgehend durch den Schnee pflügte und immer wieder bockte. Licinus klammerte sich mit aller Gewalt an den Sattelhörnern fest versuchte nicht darauf zu sehen, wie die Hufe unter ihm den Schnee aufwirbelten.
    Mit viel zu viel Gewalt zerrte er an den Zügeln um das unbotmäßige Tier zum stehen zu bringen, was dieses nur verleitete noch mehr zu bocken und letztlich konnte sich der Offizier nicht mehr halten. Immerhin jetzt hatte der Schnee eine gute Seite, denn er dämpfte den Aufprall. Dennoch schwirrten auf einmal Sterne um Licinus Kopf.

  • "Nun, ein junger Bursche hat mir das Landgut verkauft. Es gehörte seinem Vater und er selbst lebt allerdings in Belgica. Ein Landgut am Limes ist wohl nicht unbedingt das beste Ausflugsziel für die müßigen Wochenenden wie es aussieht." scherzte der Iunier noch einmal kurz, "Außerdem muss der Kerl ja die ganze Instandhaltung bezahlen, und der Hof hat ja auch eine kleine Wirtschaft. Ich bin ihm jedenfalls nicht böse drum." meinte der Iunier etwas ironisch und wurde wieder ernster als es wieder um den holden Nachwuchs der beiden ging..
    "Natürlich kannst du sie mitbringen, jederzeit. Es gibt auch einige Pferde in den Ställen, vielleicht erfreut sie sich ja an den Tieren die nicht für den Kampfeinsatz ausgebildet wurden. Und Silana tut der Kontakt zu anderen Kindern sicher auch mehr als gut." fasste der treusorgende inkognito-Vater zusammen und grinste wieder als Licinus zu seichteren Themen wechselte, "Einen Weinkeller hat die Bude nicht. Noch nicht. Jetzt wo du's sagst könnte man tatsächlich darüber nachdenken, und du bist meine erste Anlaufstelle wenn es um die Bestückung der Regale geht."
    Als es wieder zu den Kleinen ging wollte Seneca gerade wieder eine ernstere Miene aufsetzen als plötzlich Licinus' Gaul wie ein Wagen in der Arena davonschoss. Zuerst musste der Iunier unweigerlich lachen, er hatte nun schon einige Ausbildungstage in der Castra gesehen und kannte durchdrehende Pferde mittlerweile ganz gut, nur an Komik verlor es eben nie. Als der Iulier jedoch plötzlich auf dem Hosenboden landete, und obendrein noch etwas verwirrt aussah, riss sich der Praefectus zusammen..
    "Bei den Göttern Iulius, ist alles in Ordnung?" fragte er nun doch etwas besorgt nach, auch wenn eine gewisse Komik noch immer mitschwang. Umgehend schickte er seinen als Sanitäter ausgebildeten Eques um sich die Sache mal anzuschauen..

  • "Weiß", murmelte Licinus leise. Dann versuchte er sich aufzusetzen, woraufhin die gesamte Welt sich wie wild drehte. Ohne es zu merken, sackte er zusammen und als sich der Iunier über ihn beugte sah er ihn komisch an. "Iunius, warum liegst du auf einmal auf der Seite? Und was brummt hier so entsetzlich?!"

  • Seneca war geneigt weiterzulachen, jedoch erkannte er durchaus den Ernst der Lage in dieser Umwelt und stieg sofort von seinem Ross, auch wenn er nicht viel machen konnte und die die sich damit auskannten bereits am Iulius zugange waren.
    "Holt ihn aus dem Schnee raus!" Befahl der Praefectus, was ein aberwitziger Befehl war wenn man sich einmal kurz umgeschaut hatte. Nachdem die Soldaten mit ein wenig Ahnung von der menschlichen Materie eine erste Vermutung angestellt hatten, packten sie den Iulier behutsam und legten ihn auf einen Felsblock, welcher zuvor vom Schnee befreit worden war und mit ein paar Fellen ausgelegt wurde.
    "Praefectus, der Mann hat einen Schlag abbekommen und ist äußerst desorientiert." berichtete ein Eques, was Seneca irgendwie so gar nicht beeindruckte.
    "Seltsam, ich hätte schwören können dass es ein Elefant war welcher ihn vom Gaul holte. Was gedenkst du zutun Soldat?" hakte der Kommandeur nach.
    "Verzeih mir Praefectus. Mit Verlaub, ich bin kein Medicus, aber ich würde von einer Weiterreise mit dem Pferd dringend abraten."
    Etwas angefressen stand Seneca nun in der eisigen Pampa und setzte sich neben den Iulier..
    "Licinus alter Freund, ich glaube wir müssen dich zum sterben zurücklassen." sagte der Iunier bitterernst, bevor er dann doch anfing zu lachen.
    "Brauchst du was zu trinken? Wird es langsam besser?"

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