[noricum] Danuvius-Nahe Favianis

  • "Das war der letzte" brüllte ich über den Hof um meinen Onkel darauf aufmerksam zu machen. Schliesslich hatte der Mann keinen Finger krumm gemacht und ich allein hatte mir fast den Rücken ausgerenkt bei den schweren Kisten und Packen die nun alle auf den Wagen lagen


    "ONKEL? OOOONKEL" versuchte ich nochmal meinen Onkel auf mich aufmerksam zu machen. Langsam aber sicher verlor ich die Geduld. Grummelnd stapfte ich nun zum Haus und trat durch die Türe.


    VEENNNIII, VIDIIII, VIIIICIIIIIIII wie ein rasender, alterschwacher Eber kam mein Onkel auf mich zugeschlurft und hielt, immer wieder Löcher in die Luft stochernd, ein Gladius in der Hand. Vor Schreck hätte ich fast meinen schmerzenden Rücken vergessen und wich einige Schritte zurück. "Onkel....." dabei schlug ich ihm das Schwert aus der Hand "Du kannst Kommen, Sehen und Siegen....aber nicht jetzt. Dafür ist keine Zeit. Also hör endlich auf mit diesen Pseudo-Verwirrtheiten und sieh lieber nochmal nach ob nichts vergessen wurde."


    Rufus atmete tief ein und stieß die Luft in einen Anfall von Husten wieder aus. "Junge. Wenn man keinen Spass mehr hat was ist das Leben dann noch wert? Schliesslich sind wir hier nicht auf einen Ponyhof sondern an der Grenze zu Barbaricum. Die Markomannen stehen dort drüben und warten nur darauf das Rom sich Blöße gibt und einen Fehler begeht." antwortete er nun wieder ein wenig leichter atmend.


    "Die Markomannen gehen mir aber momentan ziemlich am Allerwertesten vorbei. Oder schauen die das die Waren weggeschafft werden und Geld in die Kasse kommt? Ich glaubs nicht...also.....schau nun bitte noch einmal nach ob alles aufgeladen wurde denn ich möchte nun endlich los. Ich möchte bevor es dunkel wird in Virunum sein."


    Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit saß ich nun am Wagen und schnalzte mit der Zunge.....langsam rumpelte das Gefährt los. Ein Glück dass Capsius dabei war sonst würde die Fahrt wirklich eintönig

  • Angekommen in Virunum hielten wird direkt auf den Markt zu. Das Municipium hatte alles was eine römische Stadt zu bieten hatte und für Menschen die aus einem Vicus stammten daher eine recht aufregende Sache.


    "Komm. Lass uns schnell die Waren abladen und das Zeug verkaufen. Der Händler wartet schon darauf." scheuchte ich nun meinen Gefährten auf der ein wenig abwesend rumstand. "Ich hoffe er lässt nicht wieder so mit sich feilschen wie das letzte mal. Das war wirklcih nervig." Capsius zuckte nur mit den Scjhultern und begann die Kisten vom Wagen zu ziehen und daneben aufzuschlichten.


    Als alles abgeladen war kam auch schon der Händler herand und begrüsste uns freundlich. "Wie schön es ist euch wieder zu sehen. Ich hoffe ihr habt wie immer Gutes dabei. Lasst mal sehen." "Natürlich haben wir wieder gute Sachen dabei. Hier...in dieser Kiste befinden sich einige Schmuckstücke aus Bernstein. Diese hier hat diverse Metallarbeiten, Von den geschicktesten Handwerkern der Region hergestellt. In gewissenhafter Arbeit produziert. Wie dieser Armreif zum Beispiel. Sieh dir die Details genau an. Wo findest du sonst so kunstvoll angefertigte Stücke"


    "Hmm...nun" meinte der Händler und betrachtete die Preziosen genauer. "Nicht schlecht....." bestätigte er meine Anpreisung und nickte. " Wer hatte die Sachen gemacht? Vllt ist es mal möglich den Handwerker persönlich kennenzulernen."


    "Es ist Bernfried.. Einer aus unserem Vicus. Aber ob es möglich ist ihn kennenzulernen bezweifle ich. Er ist froh wenn er so wenig wie möglich mit Leuten zu tun hat. Am liebsten sitzt er den ganzen Tag in seiner Werkstatt und hämmert auf Eisen und Gold rum. irgendwie eigenartig der Kerl aber auch wieder sympathisch. Man weiß jedenfalls dass man sich auf ihn verlassen kann.." So ging es dann noch einige Minuten weiter bis man schliesslich zum Abschluß kam. Zufieden lächelte Capsius und ich als der Händler ein kleines Säckchen mit Münzen überreichte. "Ich hoffe ich sehe euch bald wieder. Wenn ich mal etwas anderes habt dann bin ich daran interessiert." Mit enem Zwinkern schüttelte er uns die Hand und ging dann wieder zurück zu seinem Stand.


    "Onkel wird stolz auf uns sein. Diesmal ist es ziemlich leicht gewesen das Geld zu bekommen" stellte ich fest und verstaute den Beutel in den Falten meiner Toga. "Willst du gleich wieder zurück oder wollen wir uns noch ein wenig umsehen. Vllt entdecken wir ja etwas brauchbares.?" Der Vorschlag stieß bei Capsius auf taube Ohren und so machten wir uns auf den Heimweg.


    Während der Fahrt kam uns eine Patrouille entgegen welche uns auch promt anhielt. Routinekontrolle hieß es. Damti einem nicht langweilig wurde wenn man unterwegs war. Und die Soldaten waren auch beschäftigt.


    Vicus Favianis


    Rufus führte ein langes Gespräch mit mir. Es ging darum einen eigenen Weg zu finden. Sich einer Aufgabe widmen und selbstständig zu werden. Dabei erwähnte er Verwandtschaft in Rom. Meinen Vater der eines Tages wie vom Erdboden verschluckt war und von meiner Mutter die durch Krankheit dahingeschieden war.
    Ohne zu drängeln meinte er ich solle den Legionen beitreten. Hier am Limes war immer etwas zu tun und eines Tages wäre es wichtig ein Schwert führen zu können und sich verteidigen können.


    Am nächsten Morgen, nachdem ich lange über die Worte und Vorschläge von Rufus nachgedacht hatte, meldet ich mich zur Legion......

  • So schnell wie ich es mir gedacht hatte ging es nun doch nicht.


    Noricum brauchte gerade keine neuen Rekruten...was das auch immer bedeuten mag. Mir wurde nur gesagt dass in Germanien gerade eine kleine Diskrepanz herrschte zwischen den dortigen Einheiten und germanischen Stämmen. So hatte ich das zumindest aufgenommen. Wer wusste schon, bei dem langwierigen Nachrichten verkehr, ob man sich dort nicht schon die Schädel einschlug.


    Aber zuerst musste ich nach Rom. Schliesslich hatte ich dort Verwandte die sicher interessiert daran waren mich zu Gesicht zu bekommen

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