res familiae | Familienangelegenheiten

  • Nachdem das letzte Familientreffen schon geraume Zeit zurück lag, hielt Prisca es für angebracht ihrer Familie wieder einmal einen Besuch abzustatten. Einen besonderen Anlass gab es nicht und so hatte sie den Besuch vorab auch nicht angekündigt. Allerdings hoffte Prisca ihren Cousin Lupus anzutreffen, da sie einige Dinge mit ihm zu besprechen hätte. Aber auch wenn der Hausherr keine Zeit hätte, wäre der Besuch im Haus ihrer Ahnen ein willkommener Zeitvertrieb und vielleicht waren ja zufällig ihre Cousinen in der Nähe. Die porta war selbstverständlich unaufgefordert für Prisca und ihrem Gefolge geöffnet worden und auch im Inneren konnte sich völlig frei bewegen. Prisca schickte ihre Sklaven in die Küche, wo sie sich ein wenig ausruhen konnten. Nur ihrem Leibwächter gab sie mit einem Wink zu verstehen, dass er weiterhin an ihrer Seite bleiben sollte.


    Angst um ihre Sicherheit hatte Prisca freilich nicht, aber sie wollte Lyciscus das Haus zeigen, wo sie Jahre ihres Lebens verbracht hatte. Zudem würe es nicht schaden wenn Lyciscus die riesige Villa kennen lernen würde, falls sie ihn für Botengänge alleine hierher schicken sollte. Und so schritt Prisca (zunächst wortlos) voran und die erste Anlaufstelle waren die Büsten ihrer Ahnen, um diese in stummer Ehrerbietung zu grüßen. An der Büste ihres geliebten Onkels Marcus verharrte Prisca am längsten und versonnen betrachtete sie das kunstvoll gestaltete Antlitz. "Salve Onkelchen. Mögest du glücklich im Elysium wandeln" Mit diesen gemurmelten Worten strich sie sanft über die Wange der Statue und zuckte leicht zusammen, als sie die Kälte der Bronze an ihren Fingerspitzen spürte.


    "Marcus Aurelius Corvinus war mein Onkel und Tutor. Ihm verdanke ich alles.", lieferte Prisca ihrem Leibwächter nebenbei ein paar erklärende Worte, die sicher nicht schaden konnten: "Nach seinem Tod wurde mein Cousin Lupus der neue Hausherr hier. Ich hoffe er hat heute etwas Zeit für mich, denn ich möchte einige Dinge mit ihm besprechen." Langsam schritt Prisca weiter an der Ahnengalerie entlang. So viele Leben, so viele Geschichten, so viele Schicksale aus längst vergangenen Tagen riefen so manche gute wie auch schlechte Erinnerungen in Prisca hervor. Als sie fühlte wie ihre Kehle trocken wurde, räusperte sie sich und gab Lyciscus mit einem Wink zu verstehen was sie wollte: "Lyciscus, bring mir einen Becher Wasser! ... Und nimm dir selbst, wenn du möchtest." Mit einem Blick und einem flüchtigen Lächeln gestattete Prisca ihrem Sklaven sich an dem Krug mit Wasser zu bedienen, welchen ein namenloser Haussklave auf einem Tablet für die Gäste bereit hielt.


    Im übrigen ging Prisca davon aus, dass man die anwesenden Hausbewohner zwischenzeitlich von ihrer Ankunft unterrichtet hatte, sodass es nicht mehr lange dauern konnte, bis ein vertrautes Gesicht ihrer Familie hier auftauchen würde ...



    edit: TippEx

  • Letzte Nacht hatte der Thraker kaum geschlafen, schon sehr früh, bevor die Sonne noch aufgegangen war, stand er schon wieder auf den Beinen. Was am Tag davor passiert war, ließ ihn immer noch keine Ruhe, so wanderte er zum Trainingsplatz der für ihn hergerichtet worden war. Er verbrachte schon eine ganze Weile dort, die Sonne war schon längst aufgetaucht und Lyciscus trainierte durchgehend weiter. Obwohl das Training sehr schweißtreibend war, fühlte sich der Sklave richtig wohl dabei, sein Kopf war völlig frei. Nach dem Training bewegte er sich Richtung Bad, dort angekommen, verbrachte er reichlich Zeit mit Körperpflege und Entspannung. Ein anderer Sklave betrat den Raum und teilte Lyciscus mit das seine Herrin seine Anwesenheit wünscht, schnell reagierte der Thraker und eilte in seine Kammer. Bestimmt würde Aurelia Prisca wieder seine Dienste als Leibwächter in Anspruch nehmen, so legte er rasch seinen Brustpanzer an, sowie alle anderen teile die dazu gehörten.


    Bei seiner Domina angekommen, war der Sklave zunächst etwas verwundert, sie schien eine bessere Laune zu haben als es einen Tag zuvor noch der Fall war. Sie wirkte nicht so als würde sie noch weitere Gedanken an das passierte verschwenden, also versuchte der Thraker auch das selbe zu tun. Verwirrend war jedoch auch, das Lyciscus und eine Schar von Sklaven sie zur Villa Aurelia begleiten sollten, dafür würde sie doch keinen Leibwächter benötigen. Nun, da die letzte Nacht nicht gerade erholend war, kam es ihm gerade recht das die Aufgabe als Leibwächter etwas geringer ausfiel, in seiner Kammer hätte er sich vermutlich auch zu Tode gelangweilt. So marschierte die Gruppe los, jedoch wechselte der Thraker kaum ein Wort mit jemanden, er konzentrierte sich sehr auf die Straße und das umliegende Gelände, bis zur porta der Villa Aurelia.


    Nach dem eintreten war Lyciscus, wie auch schon in der Villa Flavia, erstaunt, über die Größe sowie auch der Beschaffenheiten. So war es nicht verwunderlich das er seinen Kopf kaum ruhig halten konnte, und auch nicht wusste wohin er seinen Blick zuerst richten sollte. Als Prisca alle Sklaven, mit Ausnahme von ihrem Leibwächter, in die Küche schickte, fragte sich Lyciscus ob sie nun mit ihm reden wollte oder tatsächlich Schutz benötigen würde, doch in der Villa hatte sie nichts zu befürchten, oder etwa doch. Worte kamen keine von seiner Herrin, so gingen sie an viele aneinandergereihten Statuen vorbei, der Sklave hatte sowas in seiner Heimat nicht kennengelernt. Erst als ihm seine Domina darüber aufklärte das es sich bei einer Statue um ihren Onkel handelte, verstand er das die Römer wohl ihren Familienmitglieder so ihre Ehre zukommen ließen, nachdem sie verstorben waren. Für den Sklaven war dies äußerst interessant, zumal die Statuen auch Wunderschön gefertigt wurden, doch am meisten faszinierte es ihn, das man doch auch Menschlichkeit in den Römern finden konnte, auch wenn es nur die eigene Familie betraf.


    Lyciscus wollte seine Herrin nicht mit Fragen belästigen, so hörte er ihr zwar aufmerksam zu, kommentierte aber nicht weiter das gesagte. Weiterhin betrachtete er die Statuen, es waren so viele, die Familie musste eine lange Geschichte aufweisen können, die weit zurück führte. Noch etwas vertieft in die Kunst die der Thraker betrachtete, hörte er seine Herrin den Wunsch nach Wasser aussprechen, schnell schritt er zu dem Sklaven der das Wasser bereit hielt, füllte einen Becher und reichte diesen seiner Domina "Hier, Dein Wasser, Domina." Er selbst bediente sich nicht, selbst wenn er durstig gewesen wäre, die Statuen interessierten ihn in diesem Moment mehr, und so betrachtete er diese weiterhin.

  • Es gab Dinge, die man als Aedil durchaus erwartete. Das Leute einfach so bei ihm an die Porta klopften und hofften, ihn zu sehen und in irgendeiner Marktangelegenheit sprechen zu können, beispielsweise. Die meisten dieser Leute wurden aber ohnehin weggeschickt, sofern sie nicht einen entsprechenden Namen ebenfalls vorweisen konnten. Und noch viel mehr wurden auf die allmorgendliche Salutatio verwiesen. Was Sextus dieser Tage aber eindeutig nicht erwartete, war, dass er die Nachricht erhielt, dass seine Cousine Prisca ihn sprechen wollte und auf ihn wartete. Und das wohl nicht in einer Marktangelegenheit. Und natürlich würde auch niemand auf die Idee kommen, sie wieder wegzuschicken.


    Sextus beendete also die Schreibarbeiten an seiner geplanten res gestae und machte sich auf den Weg nach unten. Schließlich fand er Prisca im Atrium in der Nähe derjenigen Ahnen, mit denen man bei Besuch anzugeben pflegte, indem man die Büsten so öffentlich zeigte. Sextus selbst mied die Büsten meistens. Zum einen pflegte er als halber Etrusker ohnehin einen etwas anderen Umgang mit den Toten, und zum zweiten war es ein etwas unheiliges Gefühl, zu wissen, dass für seine Büste bereits ein Sockel reserviert war. Außerdem waren viele der hier aufgestellten Köpfe in seinen Augen äußerst dumm gestorben, und überaus vermeidbar. Und er wollte sich in diese Tradition ganz sicher nicht einreihen.
    “Ah, Prisca!“ begrüßte er seine Cousine also herzlich und ging auf sie zu, um ihr, wie unter Verwandten nicht unüblich, einen leichten Kuss auf die Wange zu geben. Sie stand gerade neben der Büste von Corvinus. Auch so ein dummer, vermeidbarer Tod: Seine Frau betrog ihn, verursachte dabei eine mittelschwere Katastrophe mit den Rindern der Diana und beging schließlich Selbstmord. Und was machte Corvinus? Ihr dorthin folgen. Anstatt froh zu sein, dass ihre Untreue durch ihre Tat nebensächlich wurde.


    Sextus blickte daher nur kurz zu der Büste und vermied es, dazu irgendeinen Kommentar zu geben. Prisca hatte ihren Onkel trotz allem irgendwie geschätzt, und es machte keinen Sinn, alte Wunden aufzubrechen.
    Kurz fiel sein Blick auch auf das neue Spielzeug, das seine Cousine offenbar mitgebracht hatte, aber auch hierzu kommentierte er nicht. Sollte seine Cousine mit dem Mann angeben wollen, würde sie selbiges auch ohne Aufforderung zustande bringen. “Was führt dich her?“ fragte er also stattdessen erfreut, sie einmal wieder zu sehen. Seit sie geheiratet hatte, war dies ja ein eher seltenes Vergnügen.

  • Lyciscus war noch immer beschäftigt die Statuen zu betrachten, dann näherte sich aber schon der Mann, mit dem seine Herrin das Gespräch suchte. Natürlich musterte der Sklave ihn, so wirkte er auf den ersten Blick sogar Sympathisch. Jedoch hatte dies für den Thraker keinen Wert, bei Römern wusste man nie was sich hinter ihrer Fassade verborgen hält. Da Lyciscus noch sehr kurz in Rom war, wusste er eigentlich nicht wie er sich verhalten sollte, bisher hatte er nur das Vergnügen mit seiner Herrin unterwegs zu sein. Einfach Schweigen wäre wohl das einfachste gewesen, sollte er darauf warten bis die Aurelia ihn vorstellt, was der Thraker aber mit Sicherheit wusste, das sie erwartete, das der Sklave jedem ihrer Bekannten den gleichen Respekt entgegen bringen sollte, wie er es auch ihr gegenüber tat.


    So entschied Lyciscus letztendlich das er den Mann auch grüßen sollte, eine leichte Verbeugung folgte "Dominus." respektvoll verließen die Worte des Thrakers Lippen. Danach hielt er sich aber im Hintergrund, auch wenn er immer noch nicht verstand was genau seine Aufgabe für Heute beinhalten sollte. Vielleicht würde er eine Tür bewachen, wo sich dahinter die Herrin mit ihrem Cousin unterhalten konnte, doch wäre Acanthus dafür nicht eine bessere Wahl gewesen, schließlich ist er der Meister was Türen anging. Wie auch immer, während Lyciscus geduldig abwartete, schielte er weiterhin mit einem Auge zu den Statuen, die ihn immer noch sehr faszinierten.

  • Dankbar, aber ohne ein Wort des Dankes, nahm Prisca den Becher aus der Hand ihres Leibwächters entgegen. Lyciscus schien fasziniert zu sein, von den Darstellungen, die er sogleich wieder stumm und eingehend betrachtete, nachdem er ihr den Becher gereicht hatte. Prisca ließ den Thraker gewähren, ohne ihm zunächst weitere Beachtung zu schenken. Stattdessen wandelte sie gedankenverloren in der Nähe umher und ließ die Augen über die wohlvertraute Kulisse der aurelischen Stadtvilla gleiten, wo sie schöne (und auch weniger schöne) Zeiten verlebt hatte. Einiges hatte sich verändert, vieles war aber noch so vertraut geblieben wie an jenem Tag, als sie das Haus der Aurelier verlassen hatte.


    Die vertraute Stimme ihres Cousins riss Prisca aus ihren Gedanken und mit einem Lächeln begrüßte sie Lupus:"Lupus! … Schön, dass du für mich Zeit hast" Kurz neigte die Aurelia den Kopf ein wenig vor und genoss die sanfte Berührung seiner Lippen, ehe sie sich etwas von Lupus löste, um ihn kurz in Augenschein zu nehmen. Lupus gehörte zweifelsohne zu der Sorte Männer die es Prisca angetan hatten: Selbst- und zielsicher, manchmal vielleicht etwas arrogant und überheblich wirkend, auf der Karriereleiter ganz oben und nebenbei auch noch optisch ansprechend …


    Männer eben, die wussten was sie wollten und die sofort auf den Punkt kamen. Solchen Männern verzieh Prisca so manches und natürlich nahm sie es ihrem Cousin nicht übel sondern nahm vielmehr amüsiert zur Kenntnis, dass: Kein - wie geht es dir? … oder … oh, du siehst heute wieder einmal bezaubernd aus! … Nein - gleich zur Sache "was führt mich her" … Soll ich ihm sagen, dass ich ihm nur meinen neuen Leibwächter zeigen wollte? Flüchtig warf Prisca einen Blick zu Lyciscus, just als auch Lupus zu dem Thraker hinüber sah. Spontan hätte Prisca ihm dies zur Antwort gegeben. Da Lupus nicht fragte, verwarf sie diesen Gedanken aber sofort wieder.


    "Brauche ich denn unbedingt einen Grund um hier zu sein? Vielleicht wollte ich ja nur ein bisschen Familienluft schnuppern und nach sehen, was meine Cousinen und mein werter Cousin den lieben langen Tag so treiben", entgegnete Prisca stattdessen augenzwinkernd und mit einem schnippischen Tonfall, so wie man sich eben manchmal neckt - ohne irgendwelche bösen Hintergedanken. Mit ihren Fingern strich sie dabei sanft über seine Brust und zupfte demonstrativ eine perfekt sitzende Falte seines Gewandes zu recht, so wie beispielsweise eine Mutter ihrem Sohn (oder Ehefrau ihrem Mann) nochmal prüfend die Kleidung ordnen würde, ehe sie ihn aus dem Haus entließ.


    "Aber wie ich sehe, brauche ich mir bei dir keine Sorgen zu machen, … Senator Aurelius", grinste Prisca schelmisch, wobei sie aber seinen Titel und Namen ehrlich anerkennend betonte. Ja sie verspürte durchaus familiären Stolz, dass Lupus ein angesehener Mann in Rom war und das wollte sie ihm auch zeigen. Ich versteh nur nicht, weshalb er nicht längst wieder eine Frau gewählt hat. … das wiederum verstand Prisca wirklich nicht, aber gut, sie war heute auch nicht hier, um mit ihm über seine weitere Familienplanung zu diskutieren.


    "Was führt mich also her …, griff Prisca dann die Eingangsfrage auf und kam nun endlich zum eigentlichen Punkt ihres Besuches: "Es geht um einen Teil des Erbes meines Onkels - konkret um die Nordwind und vier Betriebe, die Corvinus mir hinterlassen hat." Prisca machte eine kurze Pause und wirkte nun wieder ernst: "Ich hatte mir überlegt, was damit geschehen soll und hierzu wollte ich zuerst deine Meinung hören." Natürlich bräuchte Prisca nicht die Zustimmung ihres Cousins, um irgendwelche Geschäfte zu tätigen, doch sie legte sehr viel Wert auf Lupus´Meinung und letztendlich betrachtete Prisca das Schiff und die Betriebe durchaus als Familienbesitz, auch wenn sie auf ihren Namen eingetragen waren.

  • “Selbst, wenn ich keine Zeit hätte, für meine liebste Cousine würde ich sie mir einfach nehmen“, schmeichelte Sextus Prisca in dem Wissen, dass sie dafür durchaus empfänglich war. Auch wenn sie sich etwas schnippisch gab – wobei Sextus ihr davon auch nur die Hälfte abnahm und die andere Hälfte ihrem Humor zuschrieb. Sie ärgerte ihn einfach genauso gerne, wie er sie.
    “Ach, du weißt doch, ich liege den ganzen Tag faul in der Sonne und lasse mir von nackten Sklavinnen Trauben anreichen. Oder ich fresse kleine Kinder, je nachdem, wen man fragt“, scherzte Sextus zurück, während Prisca an ihm herumzupfte. Ihre Anziehungskraft hatte sie auch nach Jahren nicht verloren. Sie war noch immer eine schöne Frau und wäre durchaus eine Eroberung wert. Als sie beiden noch jung waren, vor ihrer ersten Ehe, hatte Sextus sogar sein Glück versucht. Allerdings war Prisca seinen damals noch sehr überschwänglichen Annäherungsversuchen nie erlegen, damals hatte sie nur Augen für den noch viel blumigeren – und letztendlich unnützen – Flavius Piso. Und nun war sie mit einem seiner wichtigsten Verbündeten verheiratet und er wesentlich vernünftiger als früher. Dennoch... so ganz erwehren konnte er sich ihres Charmes nicht.


    Als sie dann wieder von ihm abließ, folgte Sextus ihr mit seinem Blick und lauschte. Wenn es um Aurelius Corvinus ging, erklärte dies, dass sie hier um seine Büste herumging. Offenbar schwelgte sie in Erinnerungen.
    “Corvinus Betriebe? Du musst mir auf die Sprünge helfen. Was genau hatte er dir vererbt und was überlegst du, damit zu tun?“ Das alles war so lange her, dass wohl niemand erwarten konnte, dass Sextus noch genau wusste, ob Corvinus Schafe, Rinder oder Gemüse gezüchtet hatte. Von seinen Orchideen wusste Sextus noch, ein paar der Pflanzen standen noch immer in der Villa herum. Aber damit hatte Corvinus kein Geld verdient, soweit Sextus wusste.
    Von dem Schiff hingegen wusste Sextus noch. Den Besuch von Senator Iulius – damals noch mickriger Beamter in Ostia – würde er wohl nie vergessen. Selten spazierte so jemand ins Haus eines Senators, um ihn um ein paar Tausend Sesterzen Strafzahlung zu bitten. Noch dazu wegen Schiffen, die gar nicht mehr existierten. Außer der Nordwind. “Und ist das Schiff denn mittlerweile wieder flott?“

  • Ein versonnenes Schmunzeln umspielte Prisca´s Lippen als sie sich die geschilderte Szene kurz bildhaft vorstellte: "Lupus umringt und verwöhnt von der holden Weiblichkeit, … mmmh ja, das stelle ich mir durchaus sehr reizvoll, obgleich es ja nicht immer Sklavinnen sein müssen. Ich wüsste da durchaus die eine oder andere hübsche Römerin, die für etwas Aufmerksamkeit deinerseits liebend gerne bereit wäre, dir solche Dienste zu erfüllen. Nur leider ist aktuell keine Patrizierin darunter." Obwohl Lupus es wohl nur scherzhaft gemeint hatte, musste Prisca diese Bemerkung kurz los werden. Subtil wollte sie darauf anspielen, dass ihr Cousin augenscheinlich kein Interesse an einer neuerlichen Verbindung hatte und konkret gab sie ihm den Wink, dass in der Damenwelt durchaus über ihn getuschelt wurde. Prisca bekam das ja des Öfteren mit, wenn sie von ihren Freundinnen nach dem werten Befinden ihres Cousins gefragt wurde, oder die Eine oder Andere ihr von Lupus vor schwärmte.


    Tja, Prisca konnte das gut verstehen, da sie vor Jahren selbst seinem Charme fast erlegen war. Allein die Tatsache, dass eine solche Verbindung innerhalb der gens Aurelia kaum geduldet worden wäre, hatte sie damals davon abgehalten, sich auf diese Liaison ernsthaft einzulassen. Doch es half nicht mit dem Schicksal zu hadern, angesichts der guten Partie die sie letztendlich bei den Flaviern gefunden hatte und so verbannte Prisca jedes weitere: "Was wäre wohl geschehen, wenn …? Ach hätte ich damals doch nur …und und und" aus ihren Gedanken.


    Es geht heute ja nicht um die Familienplanung von irgendwem, sondern um die Betriebe und die Nordwind!, rief Prisca wieder den eigentlichen Anlass ihres Besuches ins Gedächtnis und musste kurz überlegen, was genau sie eigentlich mit ihrem Besitz zu tun gedachte, ehe sie Lupus auf seine Fragen antworten konnte:


    "Es geht um die animalia sacri , eine Kleinviehzucht in der Nähe von Misenum, die Imkerei Apiaria Ceres in Hispania, außerdem um einen Olivenhain namens aurum viridis auf Sardinia und die Fischerei Piscator ad Lacum Volsinii", zählte Prisca die vier Betriebe an einer Hand auf während sie gemächlichen Schrittes auf eine Sitzgruppe zu steuerte. "Da es sich um aurelischen Familienbesitz handelt, hielt ich es angebracht zuerst mit dir darüber zu sprechen, ehe ich meinen Gemahl Gracchus um Rat frage", schickte Prisca noch vorweg, ehe sie ihrem Cousin mitteilte, was sie mit ihrem Besitz zu tun gedachte.


    "Nun ich muss gestehen, dass ich mich nicht gerne mit geschäftlichen Dingen beschäftige und deshalb hatte ich mir überlegt, die Betriebe dir oder jemand anderem aus unserer Familie zu überlassen, … vorausgesetzt du oder sonst wer hat überhaupt Interesse daran. … Selbstverständlich verlange ich dafür keine Gegenleistung. Mir geht es nur darum, dass das Erbe meine Onkels in gute Hände kommt", betonte Prisca, dass es ihr nicht um Geld ging, denn Geld hatte sie genug. Sie wusste aber auch, dass die Betriebe durchaus Zeit und Geld verschlingen würden und da ihr Cousin ein vielbeschäftigter Mann war, hielt sich sein Interesse für diese Betriebe womöglich in Grenzen.


    "Andernfalls würdest du mir einen großen Gefallen tun, wenn du dich bei deinen Klienten nach einem potenziellen Käufer umhören könntest?" Mit diesen Worten setzte sich Prisca in einen der herum stehenden Korbsessel, direkt neben einer Kline, die wiederum für ihren Cousin wie geschaffen war. Wie zufällig stand auch eine Schale mit lecker anmutenden Trauben bereit, von denen Prisca auch sogleich Eine kostete: "Hmmm, köstlich, möchtest du auch probieren? …Na?" Augenzwinkernd hielt Prisca eine Traube hoch, in Anspielung auf das Gesagte von vorhin und bereit, ihrem Cousin die Traube mundgerecht zu reichen.


    Prisca genoss die ungezwungene Situation und das Zusammensein mit ihrem Cousin, so wie im übrigen mit allen anderen Familienangehörigen und sie fand, dass es viel zu wenig Gelegenheiten gab, um im Kreise der Familie zu verweilen. Blieb noch die Frage nach der Nordwind und auch hier wusste Prisca einige Neuigkeiten zu berichten, damit sich Lupus ein Gesamtbild von der Situation machen konnte.


    "Die Nordwind wurde bereits letzten Sommer komplett in Stand gesetzt. Das Dumme ist nur, dass der Kapitän vor mehreren Wochen betrunken über Bord ging und ertrank und ich seitdem keinen Ersatz für ihn finden konnte."Augenrollend und mit einem Kopfschütteln deutete Prisca an, dass sie nur wenig Verständnis für die Dummheit des verstorbenen Kapitäns hatte, ohne die näheren Umstände seines Ablebens zu kennen. "Eigentlich wollte ich das Schiff dafür benutzen, um regelmäßig Waren aus Syria zu importieren. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Nordwind hierfür überhaupt geeignet ist. Vielleicht sollte ich die Nordwind auch verkaufen, außer es findet sich noch eine andere sinnvolle Verwendung für das Schiff? ... Für einen Familienausflug zum Beispiel, ... oder was meinst du?" Mit einem fragenden Blick und einem resignierten Schulterzucken deutete Prisca an, dass sie auch hier auf den Rat ihres Cousins voll vertrauen würde und jeden Hinweis von ihm dankend entgegen nehmen würde.



    Sim-Off:

    In der WiSim Stehen die vier Bertiebe zur freien Verfügung. Alle Stufe 4 bis auf die Fischerei (Stufe 3)

  • Ein leicht fragender Gesichtsausdruck entstand auf Sextus' Gesicht. Er war verheiratet. Zumindest auf dem Papier. Seine Braut war 13 Jahre alt und lebte zuhause bei ihren Eltern in Tarquinia, und das würde auch so bleiben, bis sie zumindest 16 Jahre alt war. Sextus hatte ganz und gar nichts gegen jüngere Gespielinnen im Bett, aber sie sollten zumindest ein paar Kurven haben und nicht dabei heulen. Aber da die Ehe nur postalisch geschlossen worden war und ohne das übliche Tamtam, hatte Prisca das vielleicht nicht wahrgenommen. Er war auch nicht gänzlich sicher, es ihr erzählt zu haben. Daher sagte er jetzt auch lieber nichts in diese Richtung.
    “Vor mir verstecken sich diese Römerinnen wohl sehr gut. Aber sie dürfen gerne vorbei kommen und versuchen, mich zu überzeugen.“ Fast schon jungenhaft grinste Sextus seine Cousine an und war fest überzeugt, dass wohl kaum eine junge Römerin auf seinem Bett Platz nehmen würde, um ihn zu 'überzeugen'.


    Aber dann kam Prisca schließlich zum Punkt. Offenbar wollte sie die Betriebe verkaufen oder verschenken. “Und du selbst hast keinerlei Interesse daran? Oder warum suchst du dir nicht einen Verwalter, der die Betriebe für dich verwaltet? Entweder, dass er sie auch mit deinem Geld verwaltet, weil du ihm diesbezüglich eine Kontovollmacht gibst, oder indem du den Besitz einfach überträgst und sie vermietest, das Eigentum aber behältst?“ fragte er noch einmal nach. Er wollte seiner Cousine ja nichts wegnehmen, und vielleicht hatte sie diese Möglichkeiten schlichtweg nicht bedacht.


    “Aber wenn du sie wirklich loswerden willst, werde ich auch einmal deine Cousinen fragen und natürlich auch unter meinen Klienten herumfragen. Und dir dann in zwei, drei Tagen einen Boten schicken. Außer natürlich, du vermisst mich so sehr, dass du mich dann gleich wiedersehen willst. Dann könnte ich ein Treffen arrangieren, um dienen Herzschmerz zu lindern.“ Nein, so ganz bleiben lassen konnte Sextus die Flirterei und die Zweideutigkeiten dann doch nicht.


    Dass Prisca ihm just da eine Traube entgegenhielt, machte es nicht besser. Und natürlich ließ er sich von ihr füttern und widerstand dem plötzlichen Drang, ihr mit den Zähnen in die Finger zu zwicken, nur gerade so eben. “Damit es stilecht ist, müsstest du dich aber eigentlich dabei ausziehen“, feixte er, nachdem er geschluckt hatte.
    “Was den Kapitän angeht, wäre ich an deiner Stelle dreist. Du bist die reichste Frau in ganz Rom. Ich würde mich umhören, wer ein guter und zuverlässiger Corbita-Trierarchus ist, und ihn einfach abwerben. Oder aber, du könntest nach Misenum schreiben und nachfragen, ob einer der Kapitäne der Classis aus dem Dienst ausscheidet. Die haben obendrein auch Erfahrung mit Piraten und dergleichen. Und bei der Classis verdienen sie sicher nicht so gut, wie unter dir, noch dazu, wenn du ihnen erlaubst, einen Teil des Laderaums für ihre privaten Zwecke zu benutzen.
    Allerdings solltest du mit dem Import vorsichtig sein. Wenn du in deinem Namen importierst, verstößt du gegen die Lex Mercatus. Du solltest also zumindest einen Händler haben, in dessen Auftrag du offiziell nach außen hin transportierst. Eine Dienstleistung zu erbringen ist Patriziern ja nicht verboten, Handel außerhalb der Landwirtschaft allerdings schon.“

  • Hat Lupus am Ende wieder geheiratet? … Warum sagt er das denn nicht? Der fragende Gesichtsausdruck ihres Cousins (auf ihre Anspielung hin) brachte Prisca ins grübeln und nun wollte sie Gewissheit haben. "Ups! … Nur damit wir uns richtig verstehen. …Du …Du bist aktuell nicht verheiratet? Oder … doch? Das glaub ich jetzt nicht. … Wann war das denn? Und wen? Und warum weiß ich davon nichts?", fragend zog Prisca eine Augenbraue hoch und ein undefinierbares Bauchgefühl sagte ihr, dass sie sich gerade völlig zum Narren gemacht hatte. Und ich versuche noch ihn zu verkuppeln, obwohl er bereits eine Ehefrau hat. … Oh je, jetzt denkt er wohl ich halte ihn für den größten Frauenhelden von Rom, der hinter jedem Chitonzipfel her ist Prisca biss sich auf die Unterlippe und sog peinlich berührt die Luft ein. Doch angesichts der lockeren burschikosen Antwort, die Lupus zurück gab, nahm er ihr den Fauxpas offenbar nicht übel - sondern mit Humor. Tja ihr werter Cousin war eben stets für Überraschungen gut.


    Nach diesem Tritt ins Fettnäpfchen half also nur, es mit Humor zu überspielen und so fand Prisca schnell eine weitere neckende Antwort auf seine Bemerkung, von wegen ausziehen und das mit den Römerinnen: "Ich fürchte, du hast soeben das Herz so mancher Römerin gebrochen … und mir tut es leid.…Aber", mit einem frechen Grinsen zog Prisca die zweite Traube zurück, die sie eben im Begriff war an Lupus´ Lippen zu reichen und verspeiste sie stattdessen selbst:"… vor verheirateten Männern ziehe ich mich prinzipiell nicht aus. Da musst du leider deine Phantasie bemühen, wenn du mich gerne nackt hättest."


    Prisca betonte dies bewusst und kicherte vergnügt. Gleichzeitig empfand sie ein angenehm prickelndes Gefühl bei der Vorstellung, dass Lupus in dem Moment tatsächlich solche Gedanken hegen könnte. Und nicht nur er, denn nicht weit entfernt stand Lyciscus, der (wohl oder übel) stumm der Dinge harren musste, während seine Herrin einen lockeren Plausch abhielt. Flüchtig sah Prisca hinüber zu ihrem Leibwächter, dessen Blicke ab und zu auch jene Vermutung nahe legte und sie müsste lügen zu behaupten, es würde ihr nicht gefallen von Männeraugen "abgetastet" zu werden. Das gab der Aurelia jedes Mal das gute Gefühl, dass sie noch immer schön und begehrenswert war und dieses Gefühl wollte sie so oft wie möglich genießen.


    "Aber gut, ehe ich meine Prinzipien nochmal überdenke, … zurück zum Thema" Mit einem Seufzer lenkte Prisca schließlich die Gedanken wieder auf das eigentliche Anliegen ihres Besuches, um ihrem Cousin nicht allzu schöne Augen zu machen, denn: Schließlich ist Lupus mein Cousin ... UND ... er ist verheiratet! Also gleich zwei Argumente gegen einen heißen Flirt mit ihm ... zu schade ....


    "Ich habe es bereits mit verschiedenen Verwaltern versucht, aber so richtig gut liefen die Betriebe nie. Einer hat sogar die Gunst des Bürgerkrieges genutzt, um mit einem Teil meines Vermögens zu verschwinden. Von daher bin ich vorsichtig geworden wenn es darum geht, jemandem zu vertrauen der nicht zur Familie gehört.", kurz schüttelte Prisca den Kopf zu dem Vorschlag ihres Cousins, ehe sie ihn für seine folgenden Worte dankbar ansah: "Damit würdest du mir einen großen Gefallen tun, wenn du dich umhören könntest. Meinen Cousinen würde ich die Betriebe jederzeit schenken und falls sich doch ein Käufer finden sollte, nun …dann überlasse ich dir die Wahl der Art und der Höhe deines Honorars. Aber nur, wenn du dich persönlich um meinen Herzschmerz kümmerst." Schon wieder verfiel Prisca in diese zweideutigen Andeutungen, doch wann gab es schon solche Gelegenheiten, um das Leben mal von der lockeren und verlockenden Seite zu betrachten.


    "Wir beide könnten ja zusammen einen Segelausflug unternehmen, sobald ich einen geeigneten Kapitän für die Nordwind gefunden habe. Dank deiner wertvollen Informationen sollte das auch kein Problem mehr sein." Prisca war ihrem Cousin wirklich dankbar und deshalb pflückte sie eine weitere Traube aus der Schale, um sie mit spitzen Fingern ihrem Cousin vor das Gesicht zu halten: "Hier, die hast du dir wahrlich verdient!", grinste Prisca breit und fügte noch schäkernd hinzu:"Ich sollte dich als meinen persönlichen Berater engagieren. … Wobei ich bezweifle, dass ich mir deine Dienste leisten kann" ... Herrje, flirte ich jetzt schon wieder mit ihm?! Es fiel Prisca aber auch schwer, bei so einem Mann nicht ins schwärmen zu geraten.

  • Lyciscus hatte die Statuen wirklich ausgiebig begutachtet, auch andere Objekte die in der Villa zu finden waren, hatte er bereits studiert. Irgendwann gab es dann aber nichts mehr zu erkunden, also lehnte sich der Thraker wie üblich an eine Wand, dabei verschränkte er die Arme und lauschte aufmerksam den Worten seiner Domina, sowie die, ihres Cousin Lupus. Scheinbar war der Sklave etwas gelangweilt, Wirtschaft war keine Sache die sein Interesse wecken könnte, zusätzlich fing er auch an, Hunger zu bekommen.


    Sehr wohl hatte der Sklave auch mitbekommen, das die beiden sich anscheinend an flirteten, obwohl er es merkwürdig fand, war er nicht sonderlich überrascht. Er hatte schon mal kommentiert, das die Römer alle verrückt seien, und dabei hatte er Aurelia Prisca gleich die Krone aufgesetzt, als Zeichen das sie wohl die Verrückteste war, seine Meinung hatte sich bisher auch nicht geändert. Seine Augen wanderten im Raum umher, blieben aber wie so oft an seiner Herrin hängen, er versuchte diesmal die Schönheit und die Ausstrahlung auszublenden, dabei kniff er leicht die Augen zusammen und musterte seine Domina. Es war mehr ein Versuch sie zu durchleuchten, denn ihm war immer noch nicht bewusst, wie das Innenleben dieser Frau wohl aussehen mag. In der recht kurzen Zeit die er mit ihr verbringen durfte, hatte er so viele Gesichter von ihr gesehen, doch keines konnte er mit fester Überzeugung ihr wahres Gesicht nennen. Sie war wahrlich ein großes Talent, wenn es ums Vorspielen ging, auch wenn Lyciscus schon einen weichen Kern entdeckt hatte, so war er sich dessen noch nicht sicher.


    Während er ruhig an der Wand lehnte und kaum eine Bewegung wahrzunehmen war, durchströmten den Thraker viele Gedanken der letzten Tage, und genau diese waren es, die es ihm einfach sehr schwer machten ein genaueres Urteil über seine Domina zu fällen. An einem Tag war sie sehr Liebevoll und Einfühlsam, an anderen Tagen konnte sie mit ihrer Laune ganz Rom dem Erdboden gleich machen, an anderen Tagen... ging es sogar so weit das sie grausame Befehle verteilte. Obgleich diese nur dem Zweck dienten den Leibwächter zu testen, verstand er nicht ganz warum sie so handelte. Wenn sie ihm eine Lehre erteilen wollte, so konnte sie dies doch ganz einfach mit Worten machen, diese hätten bei einer Frau wie ihr genug Effektivität um den Thraker ins wanken zu bringen, schließlich war es doch genau so gewesen. Doch vermutlich machte er sich wieder zu viele Gedanken, früher oder später würde er wohl doch alle Antworten bekommen die er sich zur Zeit erhoffte, dennoch plagte ihm wie immer dieses ungewisse. Er versuchte sich ein wenig abzulenken, dabei stellte er sich wieder die Frage, warum seine Herrin ihn eigentlich mitgenommen hatte, er fühlte sich, als wäre er einer der Statuen die er zuvor noch betrachtet hatte.


    Während die zwei Familienmitglieder sich weiterhin unterhielten, wanderte Lyciscus, fast schwebend, weiter zu einer neuen Position. An einem Fenster angekommen, blickte er hindurch, es war noch sehr Hell, der Tag würde also doch noch nicht so schnell vorbei sein, mehr entdeckte der Sklave jedoch nicht, das ihn interessiert hätte. So lehnte er sich diesmal neben dem Fenster an die Wand, kratzte sich kurz am Hinterkopf und richtete seinen Blick wieder auf seine Herrin. Völlig überrascht ihren Rücken im Blickfeld zu haben, drehte er sein Gesicht beiseite, er wusste genau was der Anblick dieses Körperteils seiner Domina bewirken konnte, vor allem bei ihm. Doch der krampfhafte versuch den Blick in eine andere Richtung zu lenken, scheiterte, letztendlich verharrten seine Augen dennoch an der weißen Haut seiner Herrin. So begann es nun wieder, das die Geräusche rund um den Thraker leiser wurden, sein Blickfeld verringerte sich auf das, was er nur zu gerne betrachtete. Der Status der Trance und die völlige Hingabe zu seinen Gedanken, war wieder einmal eingetroffen und zauberten ihm sogar ein leichtes Grinsen in sein Gesicht.

  • “Doch, natürlich. Wie hätte ich sonst als Aedil kandidieren können?“ Sextus hatte beschlossen, dass in diesem Fall Angriff nicht die beste, sondern wohl die einzige Verteidigung war. Also nahm er seine gesammelte Überzeugungskraft, die er als Senator hatte, zusammen, und stellte eine Sicherheit zur Schau, die er nicht wirklich hatte. “Bei meiner Reise nach Tarquinia. Du weißt schon, die Tochter von Aulus Curtius Felix, einem Freund meines Großvaters. Ich habe dir ganz sicher davon erzählt! Es ist auch schon eine Weile her. Als dein Mann Consul war, wenn ich mich recht entsinne.“ Leichthin zuckte Sextus die Schultern. “Aber sie ist noch zu jung für mein Bett, daher bleibt sie noch eine Weile bei ihren Eltern.“


    Sextus bezweifelte auch ganz stark, dass er irgendwelche Herzen gebrochen hatte. Nach wie vor wusste er nicht einmal von einer einzigen Römerin, die für ihn schwärmte, und die einzige, die gerade eben erfahren hatte, dass er verheiratet war, war Prisca. Hatte er etwa ihr Herz gebrochen? Während sie scherzte, blickte Sextus sie noch einmal an. Nein, Prisca spielte gerne mit ihm, und vielleicht fühlte sie auch den Reiz des Verbotenen bei ihm. Aber sie, verliebt, in ihn? Wenn ja, dann hatte sie es all die Jahre über verdammt gut verborgen.
    “Nun, wenn DAS das einzige ist, was dich davon abhält, dich auszuziehen: Ich kann mich auch gerne scheiden lassen. Jetzt sofort, wenn du magst.“ So sehr hing Sextus nun wirklich nicht an irgendwelchen politischen Verbindungen. Insbesondere, wenn er ein kleines Kind gegen eine begehrenswerte Frau tauschen könnte. Auch wenn Sextus wusste, dass Prisca das wohl nie riskieren würde. Wenn Gracchus dahinterkäme, wäre sie ihre schöne Stellung wohl los. Es war ohnehin ein Glück, dass er sie trotz ihrer offensichtlichen Unfruchbarkeit geheiratet hatte. Aber vielleicht ging es ihr daher ähnlich wie ihm, und sie musste auf einen gewissen Vorteil einer Ehe verzichten.


    Prisca entzog ihm aber nur eine Traube und kam zum eigentlichen Thema zurück. Sie wollte also wirklich nichts von den Betrieben wissen und sie nur loswerden. Einen Imker, einen Olivenhain, eine Fischerei und eine Kleinviehzucht. Einen Getreidehof hätte Sextus wohl selbst genommen, eine Imkerei hingegen hatte er schon.
    Als Prisca meinte, sie überlasse ihm die Wahl des Honorars, grinste Sextus sie noch einmal wölfisch an. “Oh, und wenn ich beides miteinander verbinde? Ich könnte doch als Honorar erbitten, dass du deine vorhin genannten Prinzipien einmal vergisst, so dass ich mich sehr... intensiv... sagen wir eine ganze Nacht lang... um deinen Herzschmerz kümmern kann.“ Sextus war sich sehr sicher, dass sie ihm diese Steilvorlage nur gegeben hatte, damit er etwas in dieser Art antwortete. Es war ein Spiel, und sie beide hatten gefallen daran.


    Er bekam auch wieder eine Traube für seinen Tipp für ihr Schiff. “Ach, ich bin ein bescheidener Mann, und du eine sehr reiche Frau. Ich lasse mich auch gerne in Naturalien bezahlen“ grinste er noch einmal.
    “Also, falls du deinen ganzen Reichtum für dein neues Spielzeug ausgegeben hast, heißt das.“ Sextus tat seiner Cousine nach diesem vielen hin und her nun doch den Gefallen, einmal angeben zu dürfen. Bei so gekonntem Flirt hatte sie sich das auch verdient.

  • Die Tochter von Aulus Curtius Felix!? "Aha, ja … ja. Stimmt. Jetzt, da du es sagst. Ist wirklich schon eine Weile her, daher muss ich das wohl irgendwie verdrängt haben, bemerkte Prisca lediglich mit leicht gekräuselter Stirn. Dumpf nur erinnerte sie sich wieder, dass ihr Cousin tatsächlich einmal von einer Zweckehe wegen seiner Kandidatur gesprochen hatte. Aber solche Ehen wurden ständig geschlossen und viele wurden nach Erfüllung ihres Zweckes wieder geschieden. Aber anscheinend war das Bündnis noch immer gültig, wobei Prisca nicht so recht verstand weshalb Lupus sich für seine Kindfrau aufsparen wollte, wenn er längst Eine fürs Bett hätte haben können.


    Zumal Lupus sofort bereit war die Scheidung ein zu reichen, nur um seine Cousine einmal im Venuskostüm bewundern zu können und für eine Nacht, in der er sich - wie er sagte "sehr intensiv" um ihren Herzschmerz kümmern wollte. Das würde er tun? Wenn ich meine Prinzipien vergesse? War das immer noch alles nur zum Spaß gesagt? Prisca hatte geglaubt ihren Cousin gut genug zu kennen und doch kamen ihr gerade Zweifel. Wäre Lupus tatsächlich bereit das Gesagte in die Tat umzusetzen, ohne sich um die Konsequenzen zu scheren? Prisca fühlte sich plötzlich gar nicht mehr so selbstsicher, eher verunsichert und so wich sie seinem Blick für einen Atemzug lang aus während ihre Wangen eine leichte Färbung bekamen. Die Konsequenzen wären für ihn weitaus weniger dramatisch als für Prisca, denn einer Frau würde man Ehebruch wohl sehr viel höher anlasten als einem Mann. Wenn das heraus käme, wäre mein Ruf wohl ruiniert und ich könnte mich hier in Rom nicht mehr blicken lassen, davon war Prisca überzeugt. Sie würde nicht nur ihre Ehe mit Gracchus aufs Spiel setzen, nein, auch die guten Beziehungen zwischen Flavier und Aurelier wären betroffen und zumindest DAS konnte auch Lupus nicht ganz egal sein, oder?


    Prisca biss sich auf die Lippe und blickte Lupus ergeben in die Augen. Wenn es darum ginge einen Sieger im Wettstreit der Neckerei auszuloben, dann hatte ihr Cousin gerade den Sieg für sich entschieden und das erkannte die Aurelia neidlos an. Schließlich war sie es gewesen, die mit ihren Zweideutigkeiten ihn heraus fordern wollte, eben weil sie es liebte mit dem Feuer zu spielen. Und Lupus war der Typ Mann, der wusste wie er ihr Paroli zu bieten hatte und eben solche Männer faszinierten Prisca seit je her. Und deshalb gab sich Prisca nur allzu gerne geschlagen, nur konnte sie sich (noch) nicht gänzlich dazu überwinden, ihre Prinzipien für ihn - für eine Nacht - über Bord zu werfen.


    "Wenn du wüsstet, welcher Herzschmerz mich in Wahrheit plagt. Vielleicht würdest du dann verstehen, weshalb ich mich dir nicht hingeben kann, gab Prisca stumm zur Antwort in der Gewissheit, dass Lupus gänzlich unwissend wäre in Bezug auf ihre innigsten Gefühle ihm gegenüber.


    "Du bist dir wohl sehr sicher, dass ich meine Prinzipien ausgerechnet für dich vergessen würde?", kam stattdessen eine weitere schnippisch gemeinte Antwort über Priscas Lippen während ihre sehnsüchtig wirkenden Blicke sie gleichzeitig Lügen straften. Zu gerne würde sie es tun! Mich dir hingeben! Einzig und allein die Angst vor den Konsequenzen hielten Prisca davon ab: "Wenn du die reichste Frau von Rom - wie du sagst - erobern willst, dann musst du dir schon etwas Besseres einfallen lassen, als ihr nur eine einzige Nacht zu bieten" Der Versuch sich selbst als unerreichbar darzustellen war wohl das Eingeständnis des insgeheimen Verlangens, endlich von einem Mann erobert zu werden.


    "Doch genug von meinem Herzschmerz und meinen Geschäften! … Wo sind eigentlich meine Cousinen? Ich wollte sie zu einem Fest einladen, das ich und Claudia Sassia demnächst veranstalten werde. Und nur für den Fall, dass du auch gerne kommen würdest, so muss ich dich leider enttäuschen, denn dieses Fest ist exklusiv für die Damen von Rom gedacht" Mit einem neckend gemeinten Augenzwinkern und einem eher wehmütig wirkendem Blick versuchte Prisca die Situation nun gänzlich zu retten und da kam die Anspielung auf ihr "neues Spielzeug" gerade recht.


    "Das ist kein Spielzeug! … Das ist mein neuer Leibwächter. Lyciscus aus Thrakien. Ich habe ihn erst kürzlich auf dem Markt ersteigert. Er beschützt mich und ich bin froh, dass ich ihn habe. Denn wie du eventuell mitbekommen hast, musste ich meine beiden germanischen custodes töten lassen, da sie meinen Stiefsohn angegriffen haben. … Aber Germanen sind auch keine geeigneten Leibwächter, wie ich finde, Germanen sind einfach nur Tiere!", verteidigt Prisca ihren Leibwächter mit Stolz geschwellter Stimme und gleichzeitig zeigte sie ihre ganze Abscheu gegenüber jenem Volk und dem Land, an das sie nur schlechte Erinnerungen hatte. So oder so war Prisca froh, dass das Thema sie von dem eigentlichen Herzschmerz ablenkte, der sie unablässig weiter plagte.

  • So ganz sicher war sich Sextus nicht, ob Prisca sich erinnerte. So wirklich sicher war er ja noch nicht einmal, ob er es ihr tatsächlich jemals erzählt hatte. Aber in jedem Fall hatte sie seine Erklärung widerspruchslos geschluckt, und Sextus würde nicht den Fehler machen, das Thema weiter zu vertiefen.


    Ihren Blick wiederum konnte er nur schwerlich deuten. Es war eine Mischung aus Verwirrung und Verletzlichkeit, vielleicht ein wenig Sehnsucht. Aber Sextus verstand es nicht. Was hätte er darum gegeben, in ihren Kopf in diesem Moment schauen zu können, nur um zu wissen, was sie dachte? Wenn er es gekonnt hätte, hätte er ihren 'Herzschmerz' wohl noch an Ort und Stelle beendet und sie einfach an sich gezogen. So aber blieb ihm nur, sich über ihre plötzliche Schüchternheit ein wenig zu wundern und sich einmal mehr zu fragen, was Prisca wohl wirklich dachte und wollte. Und ob sie selbst wusste, was sie wollte.


    Allerdings nur kurz, denn sogleich gab sie ihm die nächste Herausforderung in diesem kleinen Spiel. “Oh, eben war es noch mein Honorar, von welchem du fürchtetest, es wäre zu hoch. Und nun ist es zu niedrig?“ Sextus lachte und schnappte sich noch eine Traube. Eine zweite hielt er diesmal Prisca hin. “Ich hätte wohl auch nichts gegen eine regelmäßige Bezahlung meiner Dienste, sofern du für regelmäßige Treffen eine Erklärung hast.“ Heiraten könnten er und Prisca ohnehin niemals, das war gänzlich ausgeschlossen, wollten sie die Aurelia nicht für alle Zeiten brandmarken. Aber einer gut versteckten Affäre stand zumindest von Sextus' Seite aus nichts im Weg. Zumal Priscas Unfruchtbarkeit hier ein deutlicher Vorteil wäre, da sie weitreichende Komplikationen verhinderte.


    Aber Prisca wechselte das Thema hin zu seiner kleinen Nichte. Diese wiederum war für Sextus sehr weit entfernt von einer sexuellen Konnotation, dass er erst einmal blinzeln musste, um von seinem Flirt wieder auf eine normale Konversation umzusteigen. “Corvina ist in ihrem Zimmer und webt. Lentidia ist einkaufen, so weit ich weiß, und nur die Götter wissen, wo Drusilla sich wieder herumtreibt.“ Sextus hoffte nur, dass niemand sie dabei erwischte, wie sie die Familie mehr entehrte, als er und Prisca das je tun könnten. “Wenn du magst, kannst du Corvina deine Einladung selbst übergeben, ansonsten überbringe ich sie aber auch allen Damen beim Abendessen. Sofern dann alle da sind.“ Manchmal fühlte sich Sextus da durchaus wie in einem Hühnerstall.


    Als Prisca meinte, ihre Leibwächter hätten Flavius Minor angegriffen, blickte Sextus sie doch reichlich entsetzt an. “Sie haben Gracchus Minor angegriffen? Aurelische Sklaven?“ Das war eine Ungeheuerlichkeit. Noch dazu eine, die Sextus sich nicht im mindesten erklären konnte. “Wann? Unter welchen Umständen?“

  • Es ist wirklich zum heulen, dachte Prisca in jener Sekunde als Lupus lachend ihre sprunghaften Honorarvorstellungen beklagte, denn in ihrem Innersten war sie kurz davor, ihren Gefühlen einfach nachzugeben. Einfach so - ohne an die Konsequenzen zu denken. So schön die Vorstellung auch war, für heute musste es genügen weiter davon zu träumen. An einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit vielleicht? Ja …vielleicht. Anstatt Lupus eine weitere schnippische Antwort zu geben, lächelte Prisca nur versonnen als sie sich langsam seiner Hand entgegen beugte, um die von ihm dargebotene Traube mit ihren Lippen von seinen Fingern zu pflücken. Ein wohliger Schauer rann über ihren Rücken, als sie dabei flüchtig seine Haut berührte und einen Wimpernschlag lang war Prisca versucht, einen Kuss auf seine Haut zu hauchen. Oder doch jetzt und hier?, schoss es durch ihren Kopf. Nein! So stark wie die Sehnsucht nach Hingabe auch war, so groß war die Angst vor der Gewissheit. Es blieb also bei dem Traum und wie gut (oder schade), dass es noch weitere Themen zu besprechen gab, auch wenn es schwer fiel die Gedanken so abrupt wieder darauf zu lenken.


    Ein amüsiert wirkendes Schmunzeln konnte Prisca bei der Erwähnung ihrer drei Cousinen nicht unterdrücken, denn spontan wurde sie an die Zeit erinnert, als sie und ihre (leider schon verstorbenen) Cousinen Flora, Narcissa und Severa noch hier gewohnt hatten. Oh ja, wir haben Onkel Marcus oft ganz schön auf Trab gehalten mit unseren Eskapaden. Ob Lupus mit den drei auch so viel um die Ohren hat? Bestimmt! Prisca fragte nicht weiter nach sondern schenkte ihrem Cousin nur einen mitleidigen Blick bei der Erwähnung von Drusilla´s Namen. Prisca wusste ja welch feuriges Temperament in einer echten Aurelia steckte.


    "Übergib du bitte die Einladung in meinem Namen und richte den Drei meine Grüße und besten Wünsche aus. Ich werde sie ein anderes Mal besuchen. … Die drei Küken sind mir auch jederzeit in der villa Flavia willkommen, falls sie mal etwas Abwechslung brauchen. Vorausgesetzt natürlich, du vertraust sie mir an?!" Augenzwinkernd betonte Prisca den letzten Teil und grinste verschmitzt. Was sollte Lupus schon dagegen haben, seine Schützlinge mal für ein paar Stunden in die Obhut seiner Cousine zu geben, deren Eskapaden von früher ihm durchaus auch bekannt waren. Oder würde gerade dieses Wissen ihm Sorgen bereiten? Nun, Prisca beließ es bei dem Grinsen (in memoriam an ihre eigene Vergangenheit).


    Das Grinsen verschwand jedoch kurz darauf, als es um die Geschichte mit ihrem Stiefsohn und den beiden Leibwächtern Einar und Bernulf ging. "Nun ja, nicht direkt angegriffen ... "", revidierte Prisca zunächst ihre Wortwahl als Lupus sogleich entsetzt drein blickte. Prisca rief sich kurz die Details in Erinnerung, um das Geschehen von damals so genau wie möglich wiederzugeben."Es war vielmehr so, dass meine Leibwächter den jungen Flavius an einem Loch hinter der Mauer der Villa Aurelia aufgegriffen haben. Sie erkannten wohl seine Herkunft nicht und dachten, er sei ein Dieb." ... Sie brachten ihn also zu mir und ich muss gestehen, der Flavius war wirklich recht seltsam gekleidet - in einen dunklen Mantel oder Umhang, wenn ich mich recht erinnere" Kurz hielt Prisca inne und rief die Bilder von damals ins Gedächtnis, ehe sie weiter erzählte.


    "Na ja, man hätte sicher alles aufklären können, wenn nicht ... ja wenn diese beiden germanischen Schwachköpfe nicht den jungen Flavius herum geschubst und gewürgt hätten mit der Drohung, sie würden ihn umbringen wie einen dahergelaufenen Lump. ... Das machte die Situation sehr unangenehm für mich, wie du dir sicher denken kannst. ... Selbstverständlich habe ich mich für das despektierliche Verhalten meiner Sklaven sofort entschuldigt und ihren Tod besiegelt, um die guten Beziehungen zu den Flaviern nicht zu gefährden. ... Damit war die Angelegenheit soweit geklärt, allerdings weiß ich bis heute nicht, was der Sohn meines Mannes damals an dem Loch zu suchen gehabt hatte. Oder hätte ich ihn einfach fragen sollen nach dem, was vorgefallen war?"Schulterzuckend und ratlos blickte Prisca zu Lupus. Sie hatte sich damals nicht getraut und heute bereute sie es. Sehr wahrscheinlich hätte der ungeliebte Stiefsohn ihr auch keine großartige Erklärung geliefert, so wortkarg wie er ihr gegenüber stets war.

  • Ob Sextus die Damen des Hauses Prisca anvertraute? “Nachdem du selbst meinem Charme widerstehen kannst, bin ich mir gänzlich sicher, dass du die Tugend deiner lieben Cousinen vor jedem noch so großem Schmeichler mühelos verteidigen kannst“, stichelte Sextus in ihrem kleinen Spiel noch ein wenig weiter. Auch wenn Prisca früher kein Kind von Traurigkeit gewesen war, hatte sie scheinbar zu ihrer Rolle als ehrbare Matrone gefunden. Auch wenn Sextus dies in gewissem Maße durchaus bedauerte.


    Als Prisca dann mit der Geschichte herausrückte, wie und wann sie ihrer Leibwächter verlustig ging, bildete sich bei Sextus eine immer größer werdende Stirnfalte. Er hatte angenommen, dass dies alles erst kürzlich passiert sei, allerdings musste es schon Jahre her sein. Prisca musste schließlich noch hier gewohnt haben, allerdings war sie schon mehr als geraume Zeit in der Villa Flaivia an Flavius Gracchus' Seite.
    “Ein Loch?“ fragte Sextus also noch einmal nach. “Flavius Gracchus Minor hat an unserem Haus ein Loch gegraben?“ Eigentlich fielen Sextus nur sehr wenige Gründe ein, an fremder Leute Häuser Löcher zu buddeln. Und keine davon war besonders vorteilhaft. “Hast du einmal mit deinem Ehemann darüber gesprochen, was er von diesem Verhalten hält? Wenn er seinen Sohn fragt, kann das die Situation vielleicht etwas näher beleuchten.“ Und Sextus wüsste wirklich gerne, warum der Sohn seines Freundes hier am Haus Löcher buddelte.


    Dass bei diesem Vorfall dann letztendlich zwei Sklaven getötet wurden, interessierte Sextus nun nur wieder peripher. Das war zwar ärgerlich, aber belastete ihn nicht weiter. Und offenbar war seine Cousine ja auch darüber hinweg. Wenngleich er sich fragte, was sie zwischenzeitlich so lange ohne Leibwächter getan hatte.

  • Die Stichelei "überhörte" Prisca zunächst und nur ihr herausfordernder Blick und das hintergründige Lächeln verrieten, dass der Konter nicht lange auf sich warten lassen würde. Vielmehr wollte Prisca die alte Geschichte mit dem Loch endlich "begraben" (nachdem bestimmt längst Gras über selbiges gewachsen war): "Ja ein Loch. Kein sehr großes. …" Dafür zweifellos ein sehr mysteriöses Loch. Wollte der junge Flavier gar die Mauer untertunneln um sich unbemerkt Zutritt zum aurelischen Anwesen zu verschaffen? Nur warum? Prisca hatte absolut keine Ahnung was einen Menschen, der halbwegs bei Verstand war, dazu bewegen würde, ein Loch unter einer Mauer hindurch buddeln zu wollen. Allein die Vorstellung, wie lange er dafür wohl gebraucht hätte!! Ser myseriös das Ganze: Wahrscheinlich hat sein Sklave es für ihn gegraben. Direkt dabei beobachtet hat sie ja niemand. … Allerdings lungerten mein Stiefsohn und der Sklave zweifelsohne um dieses Loch herum, als meine Leibwächter hinzu kamen. … Jedenfalls hat er es weder abgestritten noch wollte - oder konnte - er mir eine plausible Erklärung liefern, was er da zu suchen gehabt hatte." Selbst ein Stein war redseliger im Vergleich zu dem jungen Flavier: "Mir hätte er es wohl am wenigsten verraten, da er und ich … wie soll ich sagen … wir sind nicht gerade die besten Freunde. Weder damals noch heute. … Stiefsohn - Stiefmutter Beziehungen sind auch nicht immer einfach, nicht wahr?" Mit einem leisen Seufzer winkte Prisca resigniert ab, ehe sie mit der Erzählung fort fuhr:


    "Aus diesem Grund wollte ich die Geschichte auch nicht gegenüber Gracchus aufwärmen, um nicht am Ende einen Zwist zwischen ihm und mir und seinen Sohn oder gar zwischen unseren Familien zu provozieren. … Zumal ich überzeugt bin, dass Flavius Minor keine Sekunde lang zögern würde, mich unhaltbarer Lügen zu bezichtigen." Mit einem Schulterzucken und einem ratlosen Blick zu Lupus deutete Prisca an, dass sie zwar bis heute keine rechte Erklärung dafür hatte, aber mit dem Thema eigentlich längst abgeschlossen hatte. Was soll´s auch bringen?


    Hoffentlich würde Lupus es damit auf sich bewenden lassen. Oder wollte er gar das Thema wieder aufwärmen? Um dies zu vermeiden, versuchte Prisca irgendwie zurück zu ihrer beider Spiel zu finden: "Ich finde wir sollten uns nicht mehr allzu viele Gedanken über dieses Loch und meinen Stiefsohn machen. Lass uns lieber eine Liste von allen hübschen und jungen Männern anlegen, die momentan in Rom weilen und die den drei Küken mit ihrem Charme gefährlich werden könnten, … oder gar mir?! … Vielleicht erliege ich ja dem Charme eines jüngeren Mannes viel eher als dem, eines älteren, erfolgreichen, selbstsicheren und gut aussehenden Senators, …dessen Name mir dummer Weise gerade entfallen ist", frech grinsend beugte sich Prisca vor, die Ellbogen auf der Lehne abgestützt und das Kinn auf die gefalteten Hände ruhend. Ihr Gesicht kam dem ihres Cousins dabei sehr nahe und sofern seine Blicke nicht allein in ihren blauen Augen gefangen wäre, so würde sie ihm durchaus tiefere Einblicke gestatten. Ihr schmachtender Blick wiederum ließ unschwer erahnen, an wen sie dabei in bewundernder Weise dachte und Prisca konnte es ein um´s andere Mal nicht lassen, ihrem Cousin schöne Augen zu machen. Dieses Spiel mit dem Feuer - es war einfach zu schön. …

  • Lyciscus war schon etwas länger wieder aus seiner Trance zurückgekehrt, jedoch bewegte er sich kein Stück weiter, sondern lehnte weiterhin herum. Die Gespräche der beiden hatten bei dem Sklaven keinerlei Interesse geweckt, doch Langeweile war nichts, womit der Thraker nicht umgehen hätte können. Selbst die Geschichte über die Leibwächter und ihren Stiefsohn schenkte Lyciscus nur wenig Aufmerksamkeit, schließlich hatte er bereits erfahren, das seine Herrin die beiden hinrichten ließ. Noch immer verstand der Thraker nicht, warum er eigentlich mitkommen musste, wobei sich das vielleicht auch die Sklaven in der Küche fragten.


    Natürlich hatte er zuvor schon bemerkt, das die Augen der beiden sich anfunkelten, die Worte die fielen sind ihm natürlich auch nicht entgangen, doch er dachte dabei nicht weiter nach, noch hätte er es gewagt ein Kommentar dazu abzugeben. Doch schon ging es wieder los, dabei ging seine Domina ziemlich offensiv vor. Auch wenn ihnen wohl noch bewusst war, das Lyciscus sich im Raum befand, wusste er nicht so recht, ob vielleicht nicht etwas passieren würde, was eigentlich nicht für seine Augen bestimmt war. Um aber gar nicht erst in diese Situation zu kommen, etwas zu sehen und zu wissen, das vermutlich Verboten wäre, entschied sich der Sklave, den Raum zu verlassen. Ein leicht krächzender Husten ertönte im Raum "Vergebung, meine... meine Kehle ist ganz trocken, ich sollte etwas trinken." ohne weiter zu zögern, bewegte sich der Sklave aus dem Raum hinaus. Lyciscus machte kurz halt bei dem Sklaven, der das Wasser bereit hielt, wo er bereits seiner Domina einen Becher überreichte. Nachdem er den ersten Becher geleert hatte, trank er gleich einen zweiten nach. Jedoch bewegte er sich nicht mehr zurück in den Raum, sonder wanderte weiter in die Küche wo auch die anderen Sklaven der Aurelia warteten. Ihr Cousin würde bestimmt keine Gefahr für sie darstellen, zumindest nicht in dem Sinne, in der ihr der Sklave hätte Schutz bieten können. Sollte sie doch noch eine Verwendung haben, würde sie sich bestimmt bemerkbar machen.

  • Die Geschichte mit dem Loch war wirklich seltsam. In Sextus begann sich ein Verdacht zu erhärten, insbesondere, als Prisca zugab, dass ihr Stiefsohn sie nicht leiden mochte. Da Sextus ohnehin mit einer übergroßen Rationalität gesegnet war, war es ihm durchaus fremd, Antipathien gegen eine mögliche Stiefmutter zu hegen. Insbesondere, da er mit derartig vielen Geschwistern gesegnet war und weder der erste noch der älteste Sohn war, so dass sein Erbe auch durch eine neue Frau nicht mehr in Gefahr war als jetzt schon. Mit ein Grund, warum sein Vater ihn frühzeitig emanzipiert hatte, um so Sextus' Anspruch auf ein Erbe schon beizeiten aus der Erbmasse herauszunehmen und dem erfolgreichen Sohn so zu erlauben, eigenes Vermögen anzuhäufen. So oder so, Sextus konnte die Antipathien gegen Prisca nicht nachvollziehen und hatte eigentlich gehofft, dass seine charmante Cousine die gesamte flavische Familie um ihre schlanken Finger gewickelt hätte.
    Allerdings war die Geschichte derart lange her, dass Sextus wohl kaum selbst prüfen konnte, um was für eine Art Loch es sich handelte, und ob es geeignet war, Prisca einen wie auch immer gearteten Schaden zuzufügen. Und auch Prisca selbst schien keinerlei Interesse an einer weiteren Verfolgung des Themas haben.


    Ganz im Gegenteil! Offenbar hatte sie beschlossen, dass es weitaus spaßiger wäre, weiterhin mit Sextus zu flirten und ihn zu necken. Und wer wäre Sextus, ihr hierin zu widersprechen? Wenn sie mit dem Feuer spielen wollte, dann wäre er der letzte, sie davon abzuhalten.
    “Oh, die Liste der Männer, die dir auch nur einigermaßen das Wasser reichen könnten, dürfte sehr kurz sein. Aber wenn du mich entsprechend bezahlst, helfe ich dir natürlich gerne. Vielleicht hilfst du mir dann ebenfalls, eine Liste eben jener jungen Damen zusammenzustellen, die es wert wären, meine Aufmerksamkeit zu erhalten? Vielleicht findet sich ja eine hübsche, kluge, charmante Göttin, die willens ist, sich eine Nacht oder einen Nachmittag lang von meinen Qualitäten als Mann zu überzeugen?“ Dabei blickte er Prisca nicht weniger verführerisch an, wie sie ihn. Ohne den Blick von ihr abzuwenden, zupfte er eine Traube von der Rebe und hielt sie ihr entgegen. Doch anstatt sie damit zu füttern, ließ er sie im letzten Moment geschickt so fallen, dass sie – Treffer – in Priscas Dekolleté landete und dank ihrer vorgebeugten Haltung ein wenig tiefer rollte.
    “Oh, wie ungeschickt“, verkündete Sextus mit einem wölfischen Grinsen und wollte schon mit der Neckerei fortfahren als...


    Naja, genau da entschied sich Priscas Spielzeug, zu sprechen. Sextus schaute einmal etwas entgeistert zu dem Mann, der sich räusperte und dann ohne viele Worte ging. Prisca musste in der Erziehung ihrer Sklaven dringend noch ein wenig nachbessern. Dass er ohne Aufforderung oder Befehl ging, gut, das kam Sextus im Endeffekt gelegen. Aber Sextus mochte seine Sklaven am liebsten wie seine Zimmerpflanzen: Dekorativ und stumm.
    Also sah er diesem etwas ungewöhnlichen Schauspiel stumm und etwas verwirrt zu, ehe er entschied, dass es zu seinem Vorteil war, dass Prisca ihren neuen Sklaven noch nicht gänzlich unter Kontrolle hatte. Ohne Publikum war sie vielleicht noch etwas offener für weitere Avancen.
    “So... nun, da deine Anstandsdame den Rückzug angetreten hat, liebste Cousine: Ich hätte wirklich gerne diese Traube zurück. Soll ich sie mir holen?“ Herausfordernd lächelte Sextus seine Cousine an. Wenn sie weiter spielen wollte, wäre das sehr willkommen. Allerdings hätte das Spiel dann definitiv eine neue Ebene erreicht. Eine etwas körperlichere.

  • Es war wirklich nicht einfach der Versuchung zu widerstehen. Nicht bei einem Mann wie ihrem Cousin. Und überhaupt: Was ist schon dabei ein wenig zu flirten und was soll schon großartig passieren? Ein wenig naiv gedacht vielleicht, doch Prisca war felsenfest davon überzeugt, die Fäden jederzeit fest genug in der Hand zu behalten, um den Balanceakt auf dem dünnen Seil - zwischen Anstand und Sünde - zu meistern. Bis dato war es ihr auch immer gelungen, die Kontrolle zu behalten, obgleich Fortuna manchmal hatte nach helfen müssen. So zum Beispiel damals in jenem Lupanar, als ihr Cousin Ursus sie und ihre Cousine Laevina in letzter Sekunde davor bewahrte, von einem alten Lustmolch vernascht zu werden. Ja, das war knapp gewesen! Doch solche Erlebnisse hielten Prisca nicht davon ab - vielmehr spornten diese sie geradezu an - weiterhin das Spiel mit dem Feuer und den Männern zu suchen. In dieser Hinsicht überschätzte sich Prisca womöglich selbst und gleichzeitig unterschätzte sie wohl ihren Cousin, obgleich sie nicht zum ersten Mal so miteinander "spielten". Per aspera ad astra, lange war es her und doch erinnerte sich Prisca noch gut daran.


    "Vorhin hast du mir noch gesagt, dass du ein verheirateter Mann bist und jetzt verlangst du von mir eine Liste mit jungen Damen, denen du deinen Qualitäten als Mann beweisen willst? … Aber gut, wenn ich damit meine Schuldigkeit begleichen kann, die ich dir damals versprechen musste …", völlig unbedarft und ohne großartig darüber nachzudenken spielte Prisca kichernd auf den Gefallen an, den sie ihren Cousin damals hatte schwören müssen. Dabei ging Prisca nicht ernsthaft davon aus, dass Lupus es ihr so leicht machen würde … im Gegenteil …


    Lupus brachte Prisca augenblicklich gehörig aus dem Konzept, indem er ihr mit gespielter Ungeschicktheit eine Traube in den Ausschnitt zauberte. Prisca sah ihren Cousin verdutzt und mit großen Augen an und ihre Augen wurden noch größer, als sich just in dem Moment Lyciscus "verabschiedete". Prisca drehte den Kopf und sah ihrem Leibwächter nach: Wie hat er ihn genannt? Meine Anstandsdame? … Priscas Blick wanderte zurück zu Lupus, dessen Augen irgendwie herausfordernd funkelten. "Neiiiiiinnnn …", ganz langsam bewegte Prisca den Kopf hin und her und ein vages Grinsen umspielte ihre Mundwinkel als sie mit gedehnter Stimme seinem Wunsch Einhalt gebieten wollte: "Nein, nein, nein … untersteh dich!" Prisca wollte selbstsicher und bestimmend wirken, doch die Tatsache, dass ihr Herz augenblicklich bis zum Hals schlug machte wohl ihre Unsicherheit offensichtlich. Nun blieb nur noch der Ausweg ihm zuvor zu kommen und die Traube selbst heraus zu picken, doch irgendwie fühlte sich Prisca gerade von dem wölfischen Blick ihres Cousins wie in einen Bann gezogen. …

  • Ich habe dir vorhin schon gesagt, dass ich mich von einer Scheidung durchaus überzeugen ließe, wenn eine der Damen ihr Glück versuchen will“ berichtigte Sextus seine Cousine. “Und du glaubst doch nicht, dass du mir so leicht davon kommst?“ Nein, seinen Gefallen hob Sextus schön weiter auf für eine Gelegenheit, wann er ihn wirklich brauchen würde. Nachdem Flavius Piso sich aus diesem Pakt schon so leichtfertig hinausgeschmuggelt hatte mit seinem Tod, würde er Prisca nicht so schnell vom Haken lassen.


    Überhaupt würde er sie im Moment nicht wieder so schnell vom Haken lassen. Das Spiel zwischen ihnen beiden ging nun schon seit Jahren, ohne dass seine Cousine jemals zu einer Entscheidung gelangt wäre. Hier und heute war eine gute Gelegenheit, einmal etwas eindringlicher auf eine Antwort zu drängen. Auch wenn Prisca sich mit einem 'Nein, nein, nein' erst einmal zurückzog. Ihre ganze Körperhaltung, ihre Augen, ihr ganzes Gebahren sagten eher 'ja, ja, ja'. Es war nur eine weitere Stufe des Spiels, nur eine weitere Maskerade, die Prisca aufrecht erhalten wollte. Aber nicht heute, nicht jetzt.
    Sextus ging zu seiner Cousine, langsam, pirschend, ohne seine Augen von ihr zu lassen. Als er schließlich direkt an ihr stand, schlang sich sein Arm in einer schnellen Bewegung um ihren Rücken, wie zum Tanz, und zog sie ganz dicht an sich. Er konnte nicht nur das sorgsam aufgetragene Parfum riechen und die Duftwasser, mit denen sie ihr Haar kämmte, sondern darunter den erdigen, warmen, lebendigen Hauch ihrer Haut, die süße Verlockung ihres Atems. So nah beieinander fühlte er den flatternden Schmetterling in ihrer Brust, der ihr Blut zum Rauschen brachte, das Zittern in ihrer Kehle. Ihr Blick, beseelt von Furcht und Feuer gleichermaßen. “Noch nie habe ich einen Hehl darum gemacht, was ich will, Prisca. Ich habe es dir gesagt“, flüsterte Sextus in Priscas Ohr und zog sie dabei noch ein wenig mehr an sich, um ihr auch noch einmal zu verdeutlichen, dass er es Ernst meinte. “Den goldenen Apfel aus dem Garten der Hesperiden. Nektar und Ambrosia. Ich habe es nicht vergessen.“
    Seine freie Hand streichelte an Priscas Seite langsam nach unten, an ihren Armen entlang bis zu ihren Fingerspitzen. “Ich habe es dir schon so oft gesagt, Prisca. Ich werde niemals etwas tun, das du nicht willst. Aber was ist es, was du willst?“ Auch die Hand in ihrem Rückenbegab sich auf Reisen. Erst fuhr sie sanft den Rücken hinauf... “Willst du, dass ich sanft zu dir bin?“ Dann fuhr sie wieder nach unten, fester, fast schon grob. “Oder hast du genug von der Sanftheit und willst Leidenschaft? Bestimmung?“
    Sextus sah ihr noch einmal tief in die Augen und führte siene Lippen dann zu ihrem anderen Ohr. “Was willst du, Prisca? Was ist dein tiefstes, innigstes, dunkelstes Verlangen?“

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