• Der Morgen brachte frischen Wind nach Rom und durchströmte sowohl mit Wärme als auch mit einem angenehm kühlem Wind die Gassen und Straßen der gigantischen Stadt. Die Sonnenstrahlen hatten erst vor kurzem das erste Mal die Dächer der Stadt berührt, doch zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch geschlafen. Wie immer lies mich Nero allein im Bett, wenn er noch etwas zu tun hatte und ich ihn noch nicht begleiten konnte. Etwas verschlafen sah ich neben mich, seufzte einmal kurz, doch lächelte kurz verwegen, ehe ich mich aufrichtete und aufstand. Das Bett richtete ich natürlich für den Abend wieder her. Meine zerzausten Haare standen mir beinahe schon zu Berge. Mit einer Hand fuhr ich mit aufgestellten Fingern durch diese und streckte mich noch einmal ausgiebig, ehe ich mich ins Balneum verzog um mich zu Baden. Ich liebte es, kühles Wasser auf meiner Haut zu spüren, wenn ich gerade erst aufgewacht war. Etwas das ich unglaublich gern tat.
    Fertig gebadet, gekleidet und frisch gemacht für den Gang nach draußen, ging ich nochmal zu Nana, von der ich mir was zu Essen stibitze, ihr bescheid gab, dass ich nach draußen ging um ein wenig ausreiten zu können und verschwand schon, nachdem sie mir eifrig zugenickt hatte und mir einen schönen Tag wünschte.
    Ich hatte versprochen bis zum Abendmal wieder da zu sein.


    Am Mietstall angekommen, begrüßte ich die Leute höflich und gab ihnen Geld, dass ich für einen Tag ein Pferd mieten konnte, um mit ihm zu reiten. Ich hätte Ares gerne hier gehabt, doch das war mir ja leider nicht möglich. Tief seufzte ich und streckte meiner einer noch einmal, ehe ich das Pferd bestieg und den Leuten versicherte, dass ich es zum späten Nachmittag wieder bringen würde.
    Ich bezahlte die Herren und ritt drauf los. Ich erkundete die Umgebung mit großen Augen und flitzte mit dem Tier ein paar Stunden umher. Ich mochte es, wenn der Wind mir in den Haaren wehte, wenn ich das Tier unter mir spürte und den Duft der Freiheit um mich hatte. Ein unglaublich angenehmes Gefühl.


    Als ich zurück reiten wollte, merkte ich nicht, dass ich verfolgt wurde und der Hengst unter mir wurde unglaublich unruhig. Verwirrt blickte ich mich um, doch zu sehen war nichts. Ich trabte das Pferd an, weiter zu laufen. Sonderlich weit kamen wir nicht, denn in just diesem Moment bekam ich irgendwas schweres an den Kopf. Ich flog vom Hengst herunter, landete ohne Bewusstsein auf dem Boden und sah noch verschwommen, wie mein Mietpferd davon rannte, während auf mich mehrere Leute zustürmten. Die warme Flüssigkeit rinnte über mein Gesicht und ich sah nur noch, wie es um mich herum schwarz wurde.

  • Ich hatte in meinen Officium gesessen und Schriften studiert, als Luna hereingestürmt kam. Ich hatte unwirsch aufgeblickt und wollte sie schon anfahren. Doch dann hatte ich ihr Gesicht erblickt. Sie war leichenblass. „Was ist los?“ hatte ich sie gefragt. „Adria...“ Viel weiter kam sie nicht, denn schon war ich von meinem Stuhl hochgeschossen. „Was? WAS IST MIT ADRIA?“ verlor ich gerade meine Fassung? Ja tat ich das besorgte leichenblasse Gesicht und dann fiel ihr Name? „In welche Schwierigkeiten hat sie sich gebracht?“ Und bereitete mich innerlich schon darauf vor sie aus einem Kerker holen zu müssen. „Sie.. sie war reiten.“ Sagte die Germanin stockend. Ich zog die Augenbraue nach oben. „Luna bei allen Götter rede was ist passiert.“ Luna sah auf ihre Hände. „Gerade war jemand vom Mietstall da, das Pferd kam allein zurück. Sie haben nach ihr gesucht, konnten sie aber nirgends finden. Sie vermuten, dass das Pferd sich vielleicht abgeworfen hat. Obwohl es ein sehr friedliches Tier gewesen sein soll.“ Es war als würde eine eiskalte Hand nach mir greifen und mich fest umklammern. Es raubte mir für einen Moment die Luft zum atmen. Ich musste mich am Schreibtisch festhalten. „WAS?“ Luna schaute mich fast schon hilflos an. „Sie hatte vielleicht einen Unfall und liegt irgendwo da draußen.“ Ich musste meine Augen schließen und das Zittern meiner Hände konnte ich nur damit unterdrücken, dass sich mich krampfhaft am Schreibtisch festhielt. Ich brauchte einen Moment um einen klaren Gedanken fassen zu können. „Ruf ein paar der Veteranen. Wir suchen sie selbst.“ „Caudex? Solltest du nicht besser..“ „NEIN!“ Ich schnitt ihr das Wort ab. „Ich gehe mit!“ Luna nickte nur verstehend. Es dauerte nicht lange, bis ich mich umgezogen hatte und im Atrium auf vier Veteranen traf, die zum Abmarsch bereit waren. Inzwischen hatte ich alle Gefühle, die in mir tobten so gut es ging verdrängt. „Los gehen wir.“ sagte ich mit kühler Stimme. An dem Mietstall hatte wir Pferde bekommen und man hatte uns dort auch die Richtung gewiesen in welcher wir suchen mussten.
    Wir fächerten uns etwas auf, damit uns nichts entgeht. „Hier Caudex!“ Rief einer der Soldaten und ich ritt zu ihm. Ich konnte keine Person auf dem Boden erkennen. Was mich zumindest ein wenig erleichterte. Bis ja bis ich das getrocknete Blut und ihre Kette dort liegen sah. Ich sprang vom Pferd und beugte mich herab um ihre Kette mit dem tiberischen Anhänger aufzunehmen. Suchend blickte ich mich um. „Adria wo bist du nur. flüsterte ich voller Verzweiflung. „Caudex?“ Keine Reaktion. „Caudex!“ immer noch nichts. „CAUDEX!“ Ich blickte zu dem Veteran auf. „Los wir suchen weiter. Das Blut dort sagt mir das sie noch lebt. Es ist zu wenig, also ist die Wahrscheinlichkeit hoch das sie noch lebt.“ Sagte er und dann deutete er auf einige Spuren. „Sie war nicht allein.“ Wieder krampfte sich alles in mir zusammen ich musste mit mir ringen um rational zu bleiben. „Welche Richtung.“ fragte ich mit emotionsloser Stimme, die nichts aber auch nichts darüber verriet, wie es gerade in mir aussah, „Dort lang.“ Der Veteran deutete in eine Richtung. Ja wir würden der Spur folgen und sie finden. Ich musste sie finden. Ich würde sie finden und wenn ich bis ans Ende dieser Welt dafür gehen musste.

  • Was genau um mich herum passierte, nahm ich kaum war. Nur dumpf hallte es in meinem Kopf - die Stimmen die um mich herum brummten, konnte ich kaum zuordnen. "Wir könnten unglaublich viel Geld verlangen!" brüllte einer der Herren seine Kameraden an, die wohl gerade etwas Wein und Essen zu sich nahmen. "Wenn das Haus Tiberii herausfindet, dass wir die Sklavin haben, lässt er uns alle Kreuzigen! Wir sollten am besten sagen, dass wir sie gefunden haben und sie ihm zurück bringen!" sprach eine andere ängstlichere Stimme -BUMM- das hörte sich an wie ein Schlag. "Halt deine dämliche Fresse, du ekelhaftes Stück Scheiße... wenn er nicht sputet bringen wir sie einfach um...über sie drüber gerutscht bist du doch eh auch schon...das wird sie ohnehin erzählen, wenn wir sie am Leben lassen. Wir könnten sie einfach töten und uns verpissen."
    Das war der Augenblick, dass ich meine Augen nur leicht öffnete und in eine Kerze blickte, die direkt neben mir stand. Ich war beinahe schon versucht, diese auszupusten, aber ich lies es. Was meinte er denn mit "Über mich drüber gerutscht?" fragte ich leise in ihre Richtung und sah nun, dass mich die drei Herren direkt anstarrten. "Na ja... du weißt schon...das was man eben mit Frauen tut, die so hilflos bewusstlos vor einem liegen. Schade, dass du nichts mitbekommen hast, du hast den Stein meines Freundes hier gut abbekommen!" gab er mir zu verstehen und ich musste mich beinahe übergeben. Nicht, dass sie schlecht aussahen, aber der Gestank von Urin und Scheiße drang direkt in meine Nase, das war ziemlich ekelhaft, außerdem glaube ich, dass sich einer dieser Herren hier übergeben hatte, ob das am Wein lag, konnte ich nicht sagen, aber es war einfach ekelhaft. Ich zog meine Augenbrauen nach oben und wollte gerade einen giftigen Kommentar ablassen, aber bevor er mich wieder schlug, hielt ich lieber die Klappe. "Du hast kein Brandmal deines Dominus...aber du trugst eine Kette bei dir." gab wohl der vernünftigste von ihnen gerade von sich und kniete sich nun zu mir.
    Ich kniete auf dem Boden mit gefesselten Armen auf dem Rücken. Meine Beine haben sie mir wohl auch abgeschnürt, damit ich nicht fliehen konnte, das muss wohl passiert sein, nachdem einer dieser Burschen über mich "drüber gerutscht ist". Ernsthaft... das kann man auch anders formulieren.
    Ich hob meinen Kopf und sah ihn an. "Ja und?" kam es mit einem schnippischen Tonfall von mir und zog eine Augenbraue nach oben.
    "Oh Mädel...du hast echt Feuer... man sagt doch so schön: rostiges Dach....feuchter Keller...oder nicht?" und mit einem Mal hatte ich zwei Finger an einer ungünstigen Stelle von mir liegen, doch ich rührte mich nicht - ich verzog weder eine Miene, noch gab ich einen Laut von mir, etwas das den Burschen wohl ziemlich verärgerte. Er riss seine Hand von mir weg und schlug mir mit der Faust ins Gesicht. Aua! Dieser elendige Sohn einer Hure! Am liebsten hätte ich ihn gebissen.


    Ruhig sah ich mich in diesem Raum um. Es schien, als wäre es eine kleine Holzhütte gewesen. Eine wirklich kleine Holzhütte. Eventuell sogar nur ein Schuppen. Wir waren umgeben von Gerätschaften und nur zwei kleine Kerzen erhellten den Raum ein wenig. Ihre Gesichter konnte ich kaum erkennen, aber ich konnte sie erkennen, das half mir allerdings auch nicht weiter. Meine Augen durchforsteten den Raum nach einem spitzen Gegenstand, der eventuell hätte in meiner Nähe liegen können, doch da war einfach nichts. Nach und nach wurden diese Herren immer betrunkener und fingen an, die ganze Umgebung anzubrüllen, zu singen, zu feiern. Sonderlich Klug waren sie nicht....

  • Zum Glück waren die Veteranen erfahren genug um die Spuren verfolgen zu können. Ich selbst versuchte Herr meiner Gefühle zu werden und starrte einfach nur vor mich hin. Immer mal wieder konnte man das Knirschen meines Kiefer vernehmen, wenn ich die Zähen aufeinander mahlen ließ.
    Micon ritt an meine Seite und reichte mir ein Schwert. Ich sah ihn kurz an und nickte ihm zu. Ich wollte gar nicht wissen wo sie ihre Waffen her hatten. Das sie welche hatten wusste ich. Nur in Rom trugen sie sie natürlich nicht, aber hier draußen war es wohl besser.
    „Wir finden sie.“ Sagte er nachdem er nun eine Weile schweigend neben mir her geritten war. Ich blickte ihn wieder mit diesem mir so typischen nichtssagenden Blick an. „Ja.“ antwortete ich knapp. Ich war gerade nicht in der Lage große Reden zu schwingen. In mir drin krampfte sich alles zusammen, wenn ich an das Blut dachte, welches wir gefunden hatten. Ich malte mir wohl gerade im feiste die schlimmsten Szenarien aus und umklammerte dabei jene Anhänger den ich ihr geschenkt hatte. Jener Anhänger der anzeigte, dass sie mein Besitz war. Der erfahrene Veteran sah wohl nur zu gut, was mich beschäftigte. „Caudex wir finden sie.“ Ich sah auf meine Faust und wieder zu ihm. „Wenn sie vom Pferd gefallen wäre und man sie gefunden hätte, dann hätte man sie doch zu mir gebracht.“ Sagte ich und hielt den Anhänger nun hoch.
    Ja genau, dass sie den Anhänger zurückgelassen hatten verhieß nichts Gutes und allein wen ich daran dachte, krampfte sich alles in mir zusammen. Und da war sie wieder diese eiskalte Hand, die nach mir griff und zudrückte, die mir die Luft zum atmen nahm. Es war diese Angst, die ich nicht kontrollieren konnte. Diese Angst die mir fast den Verstand raubte. „Wir finden sie.“ Sagte der alte Soldat bestimmt und riss mich damit wieder aus meiner Angstspirale in der ich gerade drohte zu versinken. Als ich ihn nun wieder ansah, war die Angst zwar noch da, aber sie machte gerade einer unbändigen Wut Platz. Oh ja ich wurde wütend. Wer wagte es sich an meinem Besitz zu vergreifen? Wer wagte es mir meinen Besitz zu nehmen? Nun waren meinen Augen alles andere als Emotionslos, sie waren voller unbändiger unkontrollierbaren Wut. „Wer auch immer sie hat, ich bring ihn um. Wenn sie ihr was getan haben wird ihr Tod qualvoll sein.“ Presste ich hervor. „Da vorn ist eine Hütte.“ rief einer der Veteranen in unsere Richtung. Die Dämmerung brach gerade herein, also ich den Befehl gab, dass wir uns die Hütte genauer anschauen würde. So näherten wir uns nun unaufhaltsam. Wie viele Stunden waren schon seit ihrem Verschwinden vergangen? Was hatten sie ihr angetan? Lebte sie noch? All diese Gedanken schossen mir noch durch den Kopf, bevor sich die Wut nach oben kämpfte und ich nur noch von dem Gedanken beseelt war jeden zu töten, der meiner Adria was angetan hat.

  • Noch immer hörte ich dem Gegröle zu und war mehr als genervt davon. Sie unterhielten sich über solch unsittlichen Sachen, dass es mir, wie ich vorhin bereits erwähnte, beinahe Hochgekommen wäre. Ich saß einfach nur still da, versuchte meine Kopfschmerzen loszuwerden und lehnte mich mit dem Rücken gegen die Wand, die sich hinter mir befand. Ich verbog mich etwas und griff mit der Hand auf den Boden, nur um etwas zu finden, dass die Fesseln gegeben falls etwas lösen könnten und da! Ich fand einen recht spitzen Stein. Ich hob ihn auf und fing an damit, das Seil aufzureiben.


    Während diese Idioten noch immer feierten und weiter tranken, verlies mich allmählich die Kraft. Ich war unglaublich müde und Kopfschmerzen hatte ich auch, außerdem klebte mir das Blut an der Wange und meine Lippe war geschwollen und ich glaube ein blaues Auge hatte ich auch - nur gut, dass es in solchen Hütten keine Spiegel gab, sonst hätte mich wohl der Schlag getroffen.
    Von draußen hörte ich Schritte und ich erblickte die Chance mich dem Gegröle ein wenig anzupassen. "ICH HEIßE ÜBRIGENS ADRIA UND BIN AUS DEM HAUSE TIBERII UND DER PERSÖNLICHE SKLAVE VON NERO TIBERIUS CAUDEX!!" übertönte ich das gebrüll mit meinem und lächelte die Herren an. Bei den Göttern das hätte ich nicht tun dürfen, mein Kopf machte Anstalten zu platzen.

  • Wir näherten uns der Hütte. Gesang und Gebrüll war zu hören. Langsam und bedächtig waren wir. Wir wollen nicht unnötig auffallen. Als ich jedoch ihre Stimme vernahm, setzte mein Verstand aus, ich sprang vom Pferd und wollte schon in die Hütte stürmen. Wenn mich nicht einer der Veteranen unsanft zurückgezogen hätte, dann wäre ich wohl wirklich blindlings in diese Hütte gestürmt und trotzdem traf ein vernichtender Blick den alten Soldaten. Dennoch verstand ich, dass es wohl wirklich dämlich wäre einfach da rein zustürmen. Einer der Veteranen fand eine Stelle durch welche man ins Innere der Hütte blicken konnte. Er verschaffte sich einen Überblick und machte die Männer sowie auch Adria in der Hütte aus. Es folgte eine kurze Lagebesprechung und sofort wurden die Aufgaben verteilt.
    Dann stürmte wir endlich in die Hütte und ich warf einen kurzen Blick auf Adria und wenn ich bis eben wütend war, so wurde meine Wut gerade tödlich. Ja der Ausdruck in meinen Augen veränderte sich nun um Nuancen, aber er veränderte sich und man konnte mir diese unbändige unkontrollierte Wut die in mir tobte ansehen.
    Schnell hatten die Soldaten die im Raum befindlich Männer unter Kontrollen gebracht, während ich zu Adria ging. Ihr sanft über die Wange strich. Ich sagte aber nichts. Ich konnte gerade nicht, denn die Wut in mir tobte bei ihrem Anblick. Das getrocknete Blut an ihrem Kopf, der Abdruck eines kräftigen Schlages unterhalb ihres Auges. Ich beugte sie kurz nach vorn um ihre Fesseln zu lösen und sie hoch zu ziehen. „Wer gibt euch das Recht meine Sklavin gefangen zu halten?“ Fragte ich nun mit donnernder Stimme in Richtung der Männer, die von den Soldaten in Schach gehalten wurden.

  • Was nun genau passierte, konnte ich nicht wirklich erahnen - es ging alles unglaublich schnell. Nero kam ins Haus gestürmt mit seinen Veteranen an der Seite, die die Männer sofort in Gewahrsam nahmen - sein Blick gefiel mir nicht, denn er hatte einfach nur puren Hass gegenüber diesen Herren in sich - etwas, dass ich noch nicht bei ihm gesehen hatte. Angestrengt und verwirrt verzog ich meine Augenbrauen und lies mir sofort die Fesseln entnehmen. Wirklich stehen konnte ich nicht, also hielt ich mich an seiner Tunika fest, der Stein hatte mir wirklich meine letzten Kräfte geraubt und das war nicht gut.


    "Wir wusste nicht wer sie ist!" gab einer der Räuber von sich, der sich nur wankend auf den Füßen halten konnte. Verwirrt starrte ich sie an und sah Nero an, ehe ich den Kopf nur leicht schüttelte um mich nicht zu überanstrengen, mir war ohnehin schlecht und ich musste mich beherrschen nicht auf den Boden zu kotzen. "Sie wussten.." flüsterte ich in seine Richtung und entschied, mich wieder auf den Boden sinken zu lassen, bevor ich die schöne Tunika vollkotzt.


    Etwas verängstigt sahen die betrunkenen Männer umher und sprachen nicht mehr sonderlich viel - sie wurden ertappt und wussten in diesem Moment, dass sie sich hätten weiter bewegen müssen - weiter weg von Rom, um unentdeckt zu bleiben. Alles was sie sagten klang einfach nur noch nach erbärmlichen ausflüchten und das ging mir auf die Nerven. "So ein unsagbarer Blödsinn..." kam es letztendlich wütend von mir und ich sah die Kerle an. "Sie haben mich vom Pferd herunter geholt mit einem Stein, darum meine Kopfschmerzen und meine Übelkeit... als ich ohnmächtig war, hat mich wohl einer von ihnen Vergewaltigt, was ich allerdings nicht mitbekommen habe, da ich, wie ich schon sagte, ohnmächtig war... vorhin haben sie darüber diskutiert, wie sie am besten mit mit Geld machen könnten - entweder sie verlangen von dir Geld oder sie verkaufen mich...irgendwie so, ich habs nicht mehr richtig im Kopf... der andere Typ da meinte, sie sollen mich wieder zurück geben, weil es ja nicht klug wäre, jemanden aus der Tiberii-Familie zu verärgern...und mir ist das gerade scheiß egal, ich möchte gerne nachhause und mich hinlegen, bevor ich den Boden vollkotze und darauf habe ich tatsächlich keinen Bock.." gab ich nun von mir und lehnte mich wieder an die Wand und schloss die Augen. Gesehen habe ich es nicht, aber einer der Typen wollte wohl gerade auf mich losstürmen mit den Worten: "DU ELENDIGE SCHLAMPE!"

  • Ich versuchte ihr Halt zu geben und hörte mir die Ausflüchte der Männer an. Ruhig zu ruhig war ich nur Adria konnte wohl das Knirschen meiner Zähen vernehmen. Wut unbändige gnadenlose tödliche Wut war es, die sich gerade in meine Nervenbahnen fraß. Ich ließ Adria vorsichtig wieder zu Boden gleiten. Was sie dann allerdings sagte brachte ein Monster in mir zum Vorschein. Ja mein Blut kochte, es brodelte wie ein Vulkan. Die Veteranen, die den Mann der auf Adria losstürmte, aufhalten wollten unterließ es als sie meinen Blick auffingen. Ich stand immer noch ruhig da, doch kurz bevor der Mann sein Ziel erreichen konnte schnellte meine Hand vor und packte ihn an seiner Kehle. Ich war so mit Adrenalin überflutet, das ich fast schon unmenschliche Kräfte entwickelte. So presste ich den Mann nun an die Wand und schob ihn mit meiner Hand an der Kehle hoch, so dass er den Kontakt zum Boden verlor. Er zappelte, er schlug auf meine Hand und doch konnte er sich meinem Griff nicht entwinden. Er röchelte und keuchte. Noch bekam er genug Luft um am Leben zu bleiben. „Ihr habt also meine Sklavin entführt. Wollte von mir Geld erpressen und habt euch an meinem Eigentum vergangen?“ fragte ich mit ruhiger aber eiskalter Stimme. Von dem Kerl kam nur ein ersticktes Gurgeln. „Ihr habet euch an meinem Eigentum vergangen.“ Sagte ich und drückte zu. Meine Fingernägel bohrten sich in die Haut und das Fleisch am Hals der Mannes. Das Blut fing an in kleinen Strömen über den Hals zu laufen. Das Zappeln des Mannes wurde wilder. Ich hob das Gladius und rammte es dem Mann zwischen die Beine. Obwohl er kaum Luft bekam jaulte er augenblicklich auf, als sich die Klinge in seine Männlichkeit bohrte. „Du vergehst dich an niemanden mehr.“ Ich lockerte den Griff am Hals etwas, denn ich wollte ihn noch etwas leiden lassen, der Tod sollte nicht zu schnell für ihn kommen.
    Er jaulte, jammerte und versuchte sich immer noch aus meinem Griff zu befreien. „Niemand! Niemand vergreift sich ungestraft an meinem Besitz.“ Sagte ich mit tödlicher Stimme, bevor ich nun ganz langsam wieder zudrückte immer mehr und mehr erhöhte ich den Druck und nahm dem Mann die Luft zum atmen. Immer mal wieder ließ ich die Hand locker, damit sich seine Lungen nochmals mit Sauerstoff füllen konnten, bis ich schließlich so fest zudrückte, dass ein Knirschen zu hören war. Der Kehlkopf ich hatte ihn zerdrückt. Nun gurgelte der Mann noch etwas und ich ließ ihn los. Er sackte augenblicklich zu Boden. Ich drehte ihn mit dem Fuß herum und rammte ihm das Gladius in den Hals. Ein letztes Zucken war zu erkennen und dann war es für den Mann vorbei.
    Ich sah die Veteranen an. „Bringt Adria hier raus. Ich komme gleich nach.“ Die Männer taten wie ihnen befohlen. Poltern, angstvolle Schreie, wieder ein Poltern wieder ein Schrei. Das Betteln um Gnade war zu hören. Bis irgendwann Stille eintrat. Nur kurze Zeit später trat ich vor die Tür. Ja man konnte meiner Tunika wohl ansehen, was gerade darin geschehn war. Kaum das ich nach draußen trat konnte man auch schon die Flammen sehen. Ja ich hatte die Kerzen benutzt um diesen Ort hier in Asche und Rauch aufgehen zu lassen. Adria wurde von einem der Veteranen gehalten. Ich stieg auf mein Pferd und streckte die Hand aus. Kräftige Hände waren es, die sie zu mir auf das Pferde hoben. Dort wurde sie von meinem starken Arm in Empfang genommen und fest gehalten. „Ich bring dich nach Hause.“ sagte ich leise. „Sie können dir nichts mehr tun. Nie wieder.“

  • Sein Ausdruck in den Augen machte mir Angst, noch nie hatte ich ihn so derartig wütend und bösartig erlebt wie gerade. Ich seufzte einmal laut und langgezogen und lies mich von den Veteranen nach draußen bringen, ehe ich mich an einen dieser stützte und darauf wartete, was nun als nächstes passieren würde.
    Die Schreie versetzten mich ein wenig in Panik, es hörte sich so unglaublich qualvoll an und doch wusste ich, dass diese Arschlöcher das verdienten. Als er mit seiner blutigen Tunika wieder aus dem Haus austrat, sah ich nur noch wage die Rauchschwaden hochsteigen. Ein Veteran packte mich an den Hüften, trug mich zu Nero und ich bettete meinen Kopf sofort an seine Brust und nickte. "Mir ist so schlecht..." gab ich ihm zu verstehen und rieb mir den Kopf, während ich mich nachhause reiten lies.

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