Der Tempelbezirk von Mantua

  • Meine Schritte hatten mich beim heutigen Stadtrundgang auch zum Pantheon Mantuas gelenkt.


    Mit Vorsicht betrat ich den völlig stillen Bau und ein Hauch von Unendlichkeit umwehte mich.
    Mir wurde auf einmal wieder meine Bedeutungslosigkeit vor den Göttern bewusst.
    Auch wenn sie wohl momentan anderes zu tun hatten, als einen einfachen Mann in Mantua
    an seine religiösen Pflichten zu erinnern, fühlte ich in mir die Verantwortung gegenüber den Hohen
    und nahm mir vor wieder häufiger den Herrschern des Erdkreises zu Opfern.

  • Ich war überrascht diese Dame hier zu treffen,
    war ich doch noch eben der Überzeugung gewesen allein zu sein.


    "Seid gegrüßt schöne Dame!
    Ich treffe euch hier zum ersten Male, wobei ich leider zugeben muss, dass ich werder oft noch
    regelmäßig dieses Haus besuche, was hoffentlich nicht weiter so bleibt.
    Ich möchte meinen Ihr seid nicht so zufällig wie ich an diesem Ort!"


    Ich schaute die Dame interessiert an.


    Sim-Off:

    Sofern römische Priester/innen gut erkennbare Merkmale haben, habe ich sie bei dem Dämmerlich nicht gesehen ;)

  • Es war Nachmittag als ich mit Lunaris den Tempelbezirk betrat. Ich hatte Opfergaben für die alte Göttertrias mitgebracht. Vor allem Iupiter und Mars wollte ich heute um den Sieg unserer Truppen in Germania bitten.


    In der Mitte des Tempels loderte das heilige Feuer und ich kniete nieder.

  • Auch ich kniete nieder. Ich war nervös, schon lange hatte ich nicht mehr zu den Göttern gesprochen. So war auch das einzige was ich zu bitten hatte, das mir die Götter ihren Schutz nicht verwehren und weiterhin ein wachsam Aug auf mich werfen und mich nicht verstossen.

  • Zwei Stadtangestellte hatten uns begleitet. Iupiter und Mars forderten blutige Opfer und weil ich viel von den Göttern erbitten wollte, war das Opfer entsprechend groß. Zwei Stiere wurden hergeführt. Ich hatte mit Aufregung und unkontrolliertem Verhalten bei ihnen gerechnet, aber sie waren eher beeindruckt von der Atmosphäre des Tempels und sträubten sich gegen den Zug der Führleine. Als sie schließlich geeignet standen, führte ich mit geübten Handgriffen die Opferung durch. Das ablaufende Blut fing ich in einer Schale auf.


    Nun begann meine stumme Bitte an die Götter. Ich bat sie um den Sieg unserer Truppen in Germania. Nach Beendigung des Gebets teilte ich die Opferstiere. Einen Teil bekamen die Götter. Ich legte das Fleisch in die Opferschalen und bot die als Brandopfer dar. Einen Teil bekamen die Priester und den dritten Teil gedachte ich für die Ärmsten der Stadt. Sogleich nach dem Besuch im Tempel würde ich das Fleisch auf dem Markt verteilen gehen.


    Nun wartete ich mit Lunaris auf den Bescheid des Priesters, der uns sagen sollte, ob die Götter das Opfer angenommen hatten oder nicht und somit unseren Truppen wohlgesonnen gegenüberstanden.

  • Erleichtert vernahm ich die Botschaft des Priesters, dass die Götter das Opfer angenommen hatten. Ich rechnete mit ihrem Wohlwollen. Dankbar erhob ich mich und verließ den Tempel.


    Wieder im Freien angekommen fragte ich Lunaris:
    „Wie sehen deine Pläne aus? Ich für meinen Fall muss in die Stadtverwaltung gehen.“

  • "Nun, du sagtest das Ingeniosus am Wochenende zurück kommen wird. Also hatte ich vor auf ihn zu warten und ihn kennen zu lernen. Im Anschluss daran zieht es mich nach Rom. Das Erlebnis und die Atmosphäre im Tempel haben mich darin bestärkt Priester zu werden. Wenn es dir nichts ausmacht, gehe ich in die Casa zurück und ruhe mich etwas aus. Etwas Schlaf könnte meinen Lidern gut tun."


    Und schon entkam das erste Gähnen aus meinem müden Gesicht.

  • Ich musste unweigerlich grinsen. Hoffentlich steckte Gähnen doch nicht an, denn ich musste noch arbeiten.


    "Eine gute Idee, auf Ingeniosus zu warten. Ich stoße später vielleicht noch zu euch. Und ein löblicher Entschluss, Priester werden zu wollen. Sehr löblich!"


    Ich verabschiedete mich von meinem Vetter und ging schnellen Schrittes Richtung Curia.

  • Ohne einen Zwischenstopp bei der Villa einzulegen, fuhren wir Mantuas Tempelbezirk an. Ich ließ mir aus der Kutsche helfen und winkte unverzüglich einen Sklaven heran.


    „Ich möchte umgehend eines der mantuanischen weißen Rinder haben. Ein besonders schöner Stier, wie er den Göttern gefallen würde. Zusätzlich benötige ich noch zwei Hennen und einen Priester. Das alles möglichst umgehend.“


    Anschließend vertrat ich mir erst einmal die Beine. Von der langen Reise und dem andauernden Sitzen fühlte ich mich recht steif. Schließlich trat ich an Aulus heran.


    „Du bist mir während der Reise sehr vertraut geworden. Fast kommt es mir vor, als würde ich dich schon Wochen, vielleicht Monate kennen. Das muss ein weitere Fügung der Götter sein, ein gutes Zeichen für deine Zukunft inmitten meiner Familie.“

  • Auch ich musste mir erst einmal ordentlich die Beine vertreten. Mantua, immer wieder schön, hier zu sein. Ich kenne da eine kleine Taverne, mal sehen, vielleicht kann ich ja mal ausbüxen..... :D.....


    "Herrin, eines habt Ihr mir noch nicht erzählt, was ist mit der guten Nachricht, ........das mit dem Styx?"


    Ja, auch mir war sie mittlerweile vertraut, sie kam mir wie mein kleines Mädchen vor, auf das ich aufpassen will, obwohl sie längst zu einer Dame herangewachsen ist. Schade, so eine Süße hätte ich gerne als Tochter gehabt, aber welche Frau hätte damals einen Lupanar-Besitzer genommen, naja,.....nur die eine, aber das sollte ja nicht.......egal......


    "Um meine Zukunft habe ich mir nie Sorgen gemacht, ich genieße es aber mehr und mehr, Euch kennengelernt zu haben. Ja, ich weiß, das sind ganz neue Worte, was? Bei unserem ersten Treffen klang das noch anders, aber das bleibt unser kleines Geheimnis, versprochen?
    Dafür schneide ich Euch mal wieder dezent die Ränder vom Räucherfleisch ab" ;)


    Ich musste lachen und merkte, daß mein Hals trocken war, das müsste ich bald ändern.....

  • Ich lächelte unsicher, schaute wohl auch etwas verdutzt, weil mir Aulus diese Frage nach der guten Nachricht stellte. Deswegen waren wir ja zum Tempelbezirk gefahren, ich hatte es ihm doch erzählt. Oder war die Nachricht so gut, dass er sie gleich zweimal hören wollte? Möglicherweise war er in seinem Alter auch etwas vergesslich. Ich schmunzelte. Dafür hatte ich natürlich Verständnis.


    „Die gute Nachricht in Verbindung mit dem Stxy lautete: alle Mitstreiter dieses Commodus sind inzwischen über den Fluss gefahren sind. Keinen außer dem Rädelsführer selbst haben die Götter verschont. Das Beste hebt man sich ja immer für den Schluss auf, stimmt’s? Deswegen sind wir hier, um einerseits den Göttern für diese Fügung zu danken und andererseits um ihre weitere Unterstützung zu bitten.“
    Aufmunternd nickte ich Aulus zu. Bestimmt erinnerte er sich wieder an die Unterhaltung während der Herfahrt.


    Schließlich ging er auf meine Feststellung ein. Ich freute mich sichtlich, dass es ihm ähnlich wie mir erging.
    „Versprochen! Dass wir uns so gut verstehen, bleibt unser Geheimnis.“
    Ich wusste, dass Aulus damit seine Bekannten und vor allem seinen Bruder gemeint hatte. Vor meiner Verwandtschaft würde ich diese Tatsache nicht verheimlichen müssen. Im Gegenteil.


    „Und ich nehme dich beim Wort, was die Fettränder betrifft."


    Suchend schaute ich mich nach den Opfertieren und den Helfern um, ehe ich meinen Verwalter wieder anblickte.


    „Hast du schon einmal einer öffentlichen Opferung beigewohnt?“
    Opferungen am Hausaltar waren ja üblich, aber nicht jeder brachte das Geld für große Opfertiere auf.

  • ich kratzte mich verlegen am Kopf, ja,ja, das erinnerte ich doch noch....


    "Ähm, wen hat es denn im Einzelnen erwischt....?"


    Auf das Opfer war ich ja mal gespannt, Wollen die wirklich ein ganzes Rind opfern, uiiii, das würde viele Fettränder geben.... :D


    "Ach, öffentlich Opfer habe ich schon viele gesehen, Hühner vor allem. Aber ein ganzes Rind? Hmmmm, wird da was für uns übrig bleiben?"


    Mein Magen knurrte, ich werde ja mal fragen dürfen, oder?

  • Aulus wollte es aber ganz genau wissen. Gut, sehr gern nahm ich diese Angelegenheit bis ins Kleinste auseinander. Wir waren ja unter uns.


    „Im Einzelnen hat es folgende Handlanger erwischt: Gaius Aurelius Varus, Kaeso Aurelius Parvus und Lucius Aurelius Brucetus.
    Den Marcus Aurelius Verus kann man trotz seiner Zugehörigkeit zur Commodusfamilie nicht als schuldig in irgendeiner Form bezeichnen - im Gegenteil. Er hatte Sophus und mich damals in dem Bestreben unterstützt, die Gens wieder zu vereinen.“


    Deswegen würde er mir stets in guter Erinnerung bleiben. Ich schmunzelte über die weiteren Anmerkungen.


    „Es obliegt der Entscheidung des Opferherrn, sieht so aus, als bin das diesmal ich …“ Ich musste lachen, wegen dem Begriff „Herr“.
    „… wie mit dem dritten Teil des Opfertieres verfahren wird. Wir könnten ein Opfermahl abhalten oder das Essen den Armen der Stadt spenden. In diesem Fall tendiere ich zum Opfermahl.“

  • Spenden? Ich kratzte mich am Kopf. Ich habe Hunger, aber an so einem Tier ist ja viel dran, da kann man sicher spenden UND selber essen.


    Ich malte mir schon aus, wie Deandra mit einem Messer blutverschmiert das Tier ins Jenseits bringen würde. Ui, das wäre ja zum Schreien...ähm....

    "Ja, manchmal sind die Götter gerecht. Also sind sie alle ihrer gerechten Strafe nicht entkommen....bis auf einen....bislang.... :D


    Kann ich mich denn irgendwie nützlich machen? Ansonsten beschränke ich mich dann auch gerne aufs Essen!"


    Ich zwinkerte ihr zu.

    Sim-Off:


    Mein liebes Kind, Dein Verwalter hat kein Gehalt bekommen. Bist Du etwa unzufrieden mit meinen Leistungen? ;)

  • Sim-Off:

    Ich habe dich das per PN gefragt, warum antwortest du im Thread?
    Soph war seit Freitag nicht on. Ich bin sein Gedächtnis, keine Sorge. ;)



    Ich musste lachen. Die bevorzugte Beschränkung aufs Essen glaubte ich gern.


    „Du könntest mir assistieren. Dort kommen ja bereits unsere angeforderten Opfergaben. Du reichst mir die Speiseopfer an, die ich an dem Altar, dem Foculus, niederlege - einen Scheffel Weizen, einen Scheffel Gerste und eine Kanne Wein. Erst im Anschluss an das Voropfer kommt das blutige dran. Komm, lass uns den Tempel betreten.“


    Augenblicklich wurde meine Stimmung feierlich. Nie zuvor hatte ich einen so guten Grund gehabt, den Göttern große Opfer darzubringen. Aufgeregt, glücklich, voller Dankbarkeit und Hoffnung betrat ich den Tempel und wartete auf die Gaben.

  • Sim-Off:

    Ja, sorry, ich weiß...aber ich wollte die Anrede "mein liebes Kind" kultivieren ;)


    Nickend und mit würdevollen Schritten, folgte ich ihr in gemessenem Abstand.Man, ich war schon ganz schön aufgeregt. Hätte ich nicht einfach nur im Hintergrund stehen können? Warum musste ich meine Klappe auch so weit aufmachen?. Also, wie war das? Eine Kanne Weizen, quatsch, Scheffel Wein, und, ach, Mist, ....das wird schon...nur immer schön feierlich gucken. Ne,ne ich blamiere mich hier nicht...bin doch ein Fuchs in der Schauspielerei. ich weiß schon, wie ich das machen werde......

  • Aufmunternd nickte ich Aulus zu, als ich den von ihm gereichten Scheffel Weizen entgegennahm. Am Foculus legte ich ihn nieder. Ich richtete mich auf, wandte mich erneut zu Aulus um und nahm den Scheffel Gerste entgegen. Auch ihn legte ich an den Fuß des Altars. Als letztes stellte ich die Kanne Wein hinzu. Anschließend richtete ich meinen Blick auf den Altar. Ich stand aufrecht und zog mir einen Zipfel meiner Tunika über den Kopf. Unauffällig bedeutete ich Aulus, gleiches zu tun. Ein dankbares Lächeln lag auf meinem Gesicht, Ehrfurcht und der tiefe Glaube an die Kraft, die Güte und die Weisheit der Götter.


    „Vor euch steht ein unbedeutendes Menschenkind, was sich mit Gaben bei euch bedanken will. Stets wusste ich mich durch euch geleitet und beschützt, selbst als das Unglück über meine Gens hereinbrach. Ich bin der sicheren Überzeugung, ihr wolltet uns damals die Unredlichkeit dieses Mannes vor Augen führen, weil wir Menschen blind für seine Verkommenheit waren.


    Ihr hattet es längst gewusst, ihr könnt in die Herzen der Menschen sehen. Ihr wolltet meine Gens auf lange Sicht von der Geisel Commodus befreien. Leider ging das zunächst allein über den Weg der Spaltung meiner Familie.
    Doch ich glaube an eure Weisheit, an eure Führung, die bis jetzt vollbracht hat, was ich noch vor Monaten nicht gewagt habe zu hoffen. Ihr habt die Lichter jener Männer ausgelöscht, die sich des Verrates meinem Pater gegenüber schuldig gemacht haben. Dafür nehmt meine Gaben an, denn ich möchte euch aus tiefem Herzen dafür danken.


    Nehmt zudem meinen innigsten Wunsch entgegen, dass auch noch Commodus – der letzte und schäbigste der Verräter – seiner gerechten Strafe nicht entkommt. Denkt nicht, ich will seinen Tod. Wisset, ich möchte die Rückgabe des Namens „Aurelius“ und die Hergabe der Würde eines Paters, denn er hat beides nicht verdient. Ihr wisst das ebenso wie ich und ich vertraue auf eure Stärke.“

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