Kategorie:Alltag

Aus Theoria Romana

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Der Alltag eines Einwohners des römischen Reiches lässt sich nicht in wenigen Worten oder allgemeingültig charakterisieren, was bei der langen Existenz und Entwicklung des Reiches, der großen räumlichen Ausdehnung, den vielfältigen kulturellen Einflüssen und den ausgeprägten gesellschaftlichen Strukturen nicht weiter verwunderlich ist.

Rom selber war bei seiner Gründung nicht mehr als ein einfaches Bauerndorf mit Lehmhütten, in dem die Menschen ihren Alltag mit landwirtschaftlicher Arbeit verbrachten. Erst mit der Ausdehnung des Machtbereichs, intensivierter Wirtschaft und Kontakt mit anderen Kulturen konnte ein Alltagsleben entstehen, das viele modern erscheinende Aspekte beinhaltet. So gab es im Rom der Kaiserzeit Schulbildung, eine Tageszeitung, Schnellimbisse, Einkaufszentren, eine geregelte Wasserversorgung und ein vielfältiges Kulturprogramm. Aber auch die typischen Probleme einer Großstadt, die Rom mit ca. 1 Mio. Einwohnern auf ca. 20 km² Fläche war, gehörten zum Alltag: mehrstöckige Mietskasernen, verstopfte Straßen oder Arbeitslosigkeit gehörten zu den alltäglichen Belastungen.

Jede andere Stadt oder Region des römischen Reiches wird ihre eigenen alltäglichen Vorzüge und Probleme gehabt haben, die mit denen von Rom nur teilweise vergleichbar waren. Rund um den Golf von Neapel bildeten sich beispielsweise Kurorte, in deren noblen Villen Luxus zum Alltag gehörte, während aus Britannia Briefe von Soldaten überliefert sind, die ihre Verwandten bitten, man möge ihnen doch warme Socken schicken. Neben Briefen berichten auch Kritzeleien an Wänden vom Alltag, zu dem die Bekanntgabe der Favoriten für die nächsten Gladiatorenspiele genauso gehörten wie Wahlparolen oder Preistafeln von Wirtshäusern.

Literatur:
Karl-Wilhem Weeber, Alltag im Alten Rom. Das Leben in der Stadt, 3. Auflage, 2003
Karl-Wilhem Weeber, Alltag im Alten Rom. Das Landleben, 2000

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