Malerei

Aus Theoria Romana

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Nur wenige römische Gemälde sind bis heute erhalten geblieben. Schriftliche Quellen berichten, dass Römer Tafelbilder auf Trägern aus verschiedenen Hölzern malten, es wurde jedoch nie ein Exemplar gefunden. Lediglich die Häuser, die unter der Asche des Vesuvausbruchs von 79 n. Chr. in Pompeji und Herculaneum konserviert wurden, vermitteln immerhin eine recht gute Vorstellung römischer Wandmalerei.


Inhaltsverzeichnis

Stilstufen der römischen Malerei

Aus bescheidenen Anfängen, die etruskisch geprägt sind, entwickelte sich die römische Malerei von etwa 50 v. Chr. bis 150 n. Chr. zu besonderer Blüte. Unter den Soldatenkaisern wird der offizielle Stil herber, monumentaler. Im Privaten dominiert nun häufig ein lockerer Duktus (individuelle Pinselführung eines Künstlers). Mit dem Christentum, ab ca. 350 n. Chr., verschwinden alle traditionellen römischen Bildthemen und machen fast ausschliessliche christlichen Platz; der Malstil bleib vorerst noch spätantik (z.B. wird Christus in seiner äusseren Form häufig als Apoll dargestellt), dann wandelt sich der Stil immer mehr ins Hoheitsvoll-Entrückte, Starre, Flache. Mit der frühchristlichen Kunst haben sich wichtige Kennzeichen der römischen Malerei verändert. Nebst dem Stil änderte sich auch der Zweck vom ästethischen zum religiösen. Der geistige Gehalt ist nun christlich bestimmt.

Farbe

Als Farbe wurden fein gemahlene, unlösliche Pigmente verwendet, die erst zusammen mit einem Verflüssigungsmittel wie Öl oder Wasser und bindenen Zusätzen (z.B. Harze) Malfarben ergeben. Farbsubstanzen wurden aus Mineralien oder organischem Material gewonnen, aus Erde wurde zum Beispiel die beliebte Ockerfarbe extrahiert. Pflanzliche Pigmente verblassen mit der Zeit, andere dunkeln nach. Das Anmischen der Farbmittel erforderte einige Kenntnisse: Fresko-Pigmente beispielsweise müssen laugenresistent sein, um sich mit dem Kalkputz verbinden zu können. Ist die Farbe ersteinmal hergestellt, kann sie rein oder gemischt, ein- oder mehrschichtig aufgetragen werden.

Maltechniken des Altertums

Werkzeuge

Als Maluntensilien dienten nebst feinen und borstigen Pinseln in verschiedenen Grössen auch Spachtel und Palettmesser, sowie löffel- und bürstenartige Instrumente. Teilweise wurden die Werkzeuge vor der Benutzung in einer Kohlepfanne erhitzt, damit die Farbe besser aufgetragen werden konnte.

Enkaustik

Die Enkaustik (Wachsfarbenmalerei) wurde besonders in der griechisch-römischen Antike gepflegt. Die Pigmente wurden mit warmem Wachs als Bindemittel verrührt und beim Abkühlen mit Pinseln oder feinen Metallgeräten auf eine Holztafel aufgetragen. Die Farben sind leuchtend, jedoch nicht besonders haltbar, weshalb aus der Antike nur wenige Gemälde erhalten sind. Auch die heute marmorweissen Tempel und Statuen waren ursprünglich mit Wachsfarben bunt bemalt.

Temperatechnik

Die Farbsubstanz wird vorwiegend mit Eigelb gebunden und mit Öl oder Fett vermengt. Da die entstehende Paste innerhalb von Minuten trocknet, kann der Künstler keine weichen Farbübergänge schaffen oder dickes Impasto auftragen. Um die gewünschte Leuchtkraft zu erreichen sind viele dünne Schichten Farbe nötig. Als Unterlage, die eine glatte Oberfläche aufweisen musste, dienten alle Holzarten, sowie Marmor.

Vasenmalerei

Auf Ton wurde meist mit brennfesten Erdfarben bzw. Tonschlicker gemalt, in selteneren Fällen auch mit bunten Deckfarben. Je nach dem, welche Tonerde man verwendet und welche Härte und Oberflächenstruktur die Keramik aufweist, liegen die Farben am Schluss in unterschiedlicher Intensität vor. Bei der Vasenmalerei unterscheidet man drei Stile:

  • Geometrischer Stil: Die Gefässoberfläche ist von Mäander, Zacken- und Zahnbänder horizontal umlaufend bedeckt.
  • Schwarzfiguriger Stil: Geometrische Musterungen werden von figürlichen Darstellungen zurückgedrängt. Die Figuren werden in schwarzer Farbe auf rotem Grund wiedergegeben.
  • Rotfiguriger Stil: Der Vasengrund wird schwarz glasiert, sodass die Figuren rot, mit aufgesetzten schwarzen Pinselstrich in ihrem Binnenraum erscheinen.

Freskomalerei

-> Hauptartikel: Wandmalerei

Die Farbpigmente bei der Freskomalerei werden mit Wasser und Bindemittel angerührt und etappenweise auf den nassen Putz gemalt. Es wird immer nur so viel Mauer frisch verputzt, wie der Freskant in kurzer Zeit bemalen kann. Die Farben hellen während der Trocknung auf und wirken ausserordentlich strahlend. Gegenüber den Farben, die auf bereits trockenen Kalkmörtel aufgetragen werden (Seccofarben), weisen Freskofarben eine grössere Leuchtkraft und längere Haltbarkeit auf.


Literatur:

Hans Schlagintweit und Helene K. Forstner, Lehrgang Kunstgeschichte, zweite unveränderte Auflage, 1992

Andrew Graham-Dixon, Kunst - Über 2500 Kunstwerke von der Frühzeit bis zur Gegenwart, 2008

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