Militärische Feiertage

Aus Theoria Romana

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Im römischen Militär nahmen Feiertage eine ebenso wichtige Rolle ein wie in der Zivilbevölkerung. Die Auswahl an Feiertagen, die von den römischen Soldaten begangen wurden, war jedoch weniger frei und stärker vom Staatskult gelenkt. So entwickelte sich bereits seit der Republik ein weitgehend verbindlicher Festkalender für das Militär, der von den Kaisern immer wieder erweitert oder verändert wurde. Aus Dura Europos ist ein solcher Festkalender (das sogenannte feriale duranum) der Cohors XX Palmyrenorum erhalten, der in die Jahre 223-227 n. Chr. datiert wird. Erhalten sind nur die Monate Januar bis September, für die der Kalender aber bereits 41 Eintragungen verzeichnet. Den größten Teil davon nehmen die Kaiserfeste ein mit 27 Einträgen. Gefeiert werden insbesondere die Geburtstage der Kaiser sowie ihre Ernennungen zum Imperator.

Spezielle Zusammenhänge zum Militär finden sich in folgenden Eintragungen:

  • Für den 7. Januar ist ein Fest anlässlich der ehrenhaften Entlassung von Soldaten und der Zählung der geleisteten Dienstjahre verzeichnet, an dem Iuppiter, Iuno, Minerva, Salus und Mars jeweils Tieropfer dargebracht werden.
  • Vom 9.-11. Mai finden die Rosalia statt, das Rosenfest zu Ehren der Feldzeichen.
  • Ihnen folgen am 12. Mai Circusspiele zu Ehren des Mars, verbunden mit einem Tieropfer an Mars Ultor.
  • Am 31. Mai werden noch einmal die Rosalia gefeiert.

Von den allgemeinen religiösen Feiertagen werden explizit die Quinquatria am 19. März, die Vestalia am 9. Juni und die Neptunalia am 23. Juli genannt.

Literatur:
M. Kemkes, J. Scheuerbrandt, N. Willburger: Am Rande des Imperiums. Der Limes - Grenze Roms zu den Barbaren, Stuttgart, 2002

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