Ptolemaios V. Epiphanes

Aus Theoria Romana
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Ptolemaios V. Epiphanes (* 210 v. Chr., † 180 v. Chr.), war ein König von Ägypten aus der griechisch-makedonischen Dynastie der Ptolemaier. Er regierte von 204 v. Chr. bis zu seinem Tod. Sein Beiname Epiphanes bedeutete im Griechischen "(der) Erschienene".


Ptolemaios V. war der Sohn des Ptolemäerkönigs Ptolemaios IV. Philopater und dessen Ehefrau und Schwester Arsinoë III.. Ptolemaios IV. war ein schwacher Herrscher auf dem Thron des Ptolemäerreiches und wurde praktisch während seiner gesamten Regentschaft von den ehrgeizigen Hofbeamten Sosibios und Agathokles (2) beherrscht. Als er im Jahr 204 v. Chr. starb, hielten sie seinen Tod angeblich geraume Zeit geheim, bevor sie seine Witwe Arsinoë ermorden ließen und ein gefälschtes Testament veröffentlichten. Durch diesen letzten Willen wurden sie zu Vormunden und Regenten (griech. epitropos) des neuen, noch unmündigen Königs Ptolemaios V. Epiphanes ernannt.

Aber bereits ein Jahr später löste der General Tlepolemos einen Aufstand in der Hauptstadt Alexandria aus, in dessen Verlauf zunächst Agathokles entmachtet wurde. Tlepolemos nahm seinen Platz ein und übernahm, vorläufig gemeinsam mit Sosibios, die Regentschaft. Noch im Laufe des Jahres 203 v. Chr. entmachtete er dann aber auch diesen und führte ab dem Frühjahr, spätestens ab dem Sommer des Jahres 202 v. Chr. die Regierungsgeschäfte alleine. Das politisch instabile Ägypten wurde in diesen Jahren durch die Seleukiden bedroht. Antiochos der Große hatte bereits mehrfach versucht, seine Vorherrschaft im östlichen Mittelmeerraum gegen die Ptolemaier durchzusetzen. Im Verlauf des Fünften Syrischen Krieges (203 bis 196 v. Chr.) verlor das Ptolemäerreich Stützpunkte in Kleinasien an Makedonien und seine Besitzungen in Syrien an die Seleukiden. Angesichts dieser Bedrohung und der eigenen Schwäche, ersuchte Tlepolemos die Römer um Hilfe, handelte sich dabei jedoch eine Absage ein. Bereits 201 v. Chr. wurde er wieder abgesetzt und durch Aristomenes ersetzt, der ein Protegé des inzwischen verstorbenen Agathokles gewesen war.

196 v. Chr. erreichte man endlich ein Friedensschluss mit dem Seleukiden Antiochos. Im Rahmen dieses Abkommens wurde eine Hochzeit zwischen Ptolemaios V. und Antiochos’ Tochter Kleopatra I. vereinbart. Die Eheschließung fand dann 194 oder 193 v. Chr. statt ("Hochzeit von Raphia"), womit Ptolemaios auch endgültig für mündig erklärt wurde. Nichtsdestotrotz blieb Aristomenes noch für einige Zeit der entscheidende Mann an der Spitze des Reiches, bevor er (spätestens) 192 v. Chr. entmachtet wurde. Ptolemaios und Kleopatra hatten mindestens drei Kinder: Ptolemaios VI. Philometor, Ptolemaios VIII. Euergetes II. und Kleopatra II.

Um 187 v. Chr. gelang es, auch Oberägypten wieder zu befrieden. Dort hatte sich bereits um das Jahr 206 v. Chr. ein separatistisches Staatswesen mit zwei aufeinander folgenden Gegenkönigen (Haronnophris und Chaonnophris) etablieren können.

180 v. Chr. starb Ptolemaios V., er wurde nur 30 Jahre alt. Vermutlich war es ein Giftmord, initiiert von Höflingen des Palastes, die damit Ptolemaios erneute Kriegspläne gegen das Reich der Seleukiden zu verhindern suchten. Sein Nachfolger wurde Ptolemaios VI. Philometor, der jedoch wie einst sein Vater noch unmündig war und zunächst unter Vormundschaft regierte.


Für andere Personen dieses Namens siehe unter: Ptolemaios


Literatur: Wikipedia