Spezialpriester

Aus Theoria Romana

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Flamines (Einzel- oder Spezialpriester) waren neben den Kollegien und Kultvereinen die wichtigste Stütze der stadtrömischen Religionsorganisation. Für sie galten vielfach archaisch anmutende Gebote und Verbote. Dies zeigt, dass ihre Wurzeln in die älteste Zeit zurückreichen, wahrscheinlich sogar vor die eigentliche Stadtgründung.

So hatten Gottheiten, die im Laufe der Geschichte an Bedeutung verloren bzw. völlig bedeutungslos geworden waren, immer noch einen eigenen Spezialpriester. Später hinzugekommene Götter verfügten über diese Einrichtung nicht. Die Aufgabe der Priester konzentrierte sich auf spezielle Rituale, die ebenfalls aus ältester Zeit stammten. Alle Spezialpriester waren Mitglied im Kollegium der Pontifices.

Mit dem Rex Sacrorum (Opferkönig) wurde nach dem Ende der Monarchie eine Einrichtung geschaffen, die die sakralen Elemente des Königs weiterführte. Im Kollegium der Pontifices stand er deshalb an erster Stelle, jedoch ohne den Vorsitz zu führen. Als Leiter alles Göttlichen bedeutete sein Leben ständige Reinigung von den schlechten Dingen dieser Welt.

Die Vestalinnen waren Spezialpriesterinnen der Göttin Vesta und nahmen infolge ihres einem Kultverein ähnlichen Charakters eine Sonderstellung ein. Sie wirkten für das gesamte römische Volk indem sie das heilige Feuer im Vestatempel hüteten. Im Kollegium der Pontifices waren sie Mitglieder ohne Stimmrecht, jedoch wurden sie durch den Pontifex Maximus repräsentiert.


Quelle: ImperiumRomanum.com

Persönliche Werkzeuge