Wohnsituation

Aus Theoria Romana

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Roma

Die römische Hauptstadt bestand aus einem Gewirr von hohen Häusern, mit Kritzeleien und Malereien bedeckten Mauern und engen, gewundenen Straßen. Fremde verirrten sich leicht im Labyrinth der Gassen, denn die einzigen Orientierungspunkte waren die öffentlichen Monumente und Tempel. Aus der Stadt führende Straßen wie die Via Appia, die Rom mit dem Osten des Reiches verband, sowie die Hauptverkehrsadern der Stadt, die Via Nova und die Via Sacra, hatten eine Breite von mehr als fünf Metern. Die meisten Straßen Roms erwiesen sich jedoch als matschige Wege, auf denen die Bürger durch knöcheltiefen Unrat und Abwasser waten mussten - obwohl es ein Gesetz gab, das es den Eigentümern von an die Straßen grenzenden Anwesen auferlegte, die Gassen sauberzuhalten, und trotz der römischen Kanalisation, die für damalige Verhältnisse äußerst fortschrittlich war. Passanten hatten es auch aus anderen Gründen sehr schwer: Sie mussten vorbeiziehende Soldaten und Sklaven, die ihre wohlhabenden Herren auf Tragstühlen oder in Sänften beförderten, sowie herumstreunenden Hunden, die im Abfall nach etwas Essbarem wühlten, aus dem Weg gehen. Außerdem blockierten zahlreiche Barbiere und Geldwechsler, die ihren Geschäften in kleinen Buden nachgingen, die Straßen der Stadt. Schließlich mussten die Fußgänger auch noch auf die Schulklassen Rücksicht nehmen, die häufig im Freien unterrichtet wurden und einen Teil der Straße für sich beanspruchten.


Quelle: Lebensalltag im alten Rom; Weltbild Verlag



Platzmangel

Während wir uns heute in der Regel in die Abgeschiedenheit eines Zimmers zurückziehen können, um uns von der Hektik des Alltags zu erholen, besaßen die alten Römer diese Möglichkeit meistens nicht. Mitglieder der Familien dagegen waren ständig von ihren Angehörigen und Sklaven umgeben. Die Einwohnerschaft Roms - die Zahl der Bewohner belief sich im 1. Jh. auf über eine Million - drängte auf einer Fläche von weniger als 20 km² zusammen. Man hat ausgerechnet, dass im vierten und fünften Stock der insulae, der römischen Mietshäuser, teilweise bis zu 50 Menschen lebten, denen pro Person nur 2-3 qm² Wohnfläche zur Verfügung standen - kaum mehr als der Platz, den man benötigt, um sich hinzulegen.


Quelle: Lebensalltag im alten Rom; Weltbild Verlag

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