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Geschrieben von Narrator Germaniae am 28.04.2012 um 14:54:

  [Argentoratum] Das Castellum der Legio VIII Augusta

Das auffälligste am Lager der achten Legion in Argentoratum war, dass es brandneu war. Im wahrsten Sinne des Wortes: Ende des vergangenen Jahrhunderts niedergebrannt, stand das neue steinerne Castellum noch keine zwanzig Jahre, und war damit für antike Verhältnisse so gut wie neu. Natürlich hatte das Mauerwerk schon in den letzten zwei Jahrzehnten an einigen Stellen das verräterische Grün von Algen und Moos angenommen, aber im Vergleich zu vielen anderen Standorten strahlte das Castellum die Schaffenskraft römischer Ingenieurskunst aus.

Das Lager lag auf einer großen Insel, die von einem Zufluss des Rhenus umschlossen wurde welcher später Ill heißen würde. Die Insel war groß genug um einerseits das Legionslager im Nordosten liegend und das Zentrum der Zivilsiedlung aufzunehmen, welches außer einem Theater noch einen größeren Hafen und einen großen Tempel des Rhenus beinhaltete. Argentoratum gehörte zweifelsohne zu den größeren Civitates der Provinz, und dies zeigte sich auch in der eindrucksvollen steinernen Bauweise des Legionslagers, dessen Türme schon weithin sichtbar waren und dessen Mauern das Bild der Stadt und des Flusses dominierten.

Bildquelle



Geschrieben von Titus Duccius Vala am 28.04.2012 um 16:21:

  Steh ich im Wald hier,..

Als er zum ersten Mal die Heimatprovinz seines Herrn betrat, hatte Sirius aus reinem Unwissen den Standpunkt vertreten, dass alles nördlich von Italia nur aus absoluten Käffern bestand. Auf ihrer Reise aus dem Süden waren sie durch so manchen Ort gekommen.. und als sie wenige Tage später Mogontiacum wieder verließen, weil sein Herr es irgendwie fertig gebracht hatte dem Rebellenstatthalter die achte Legion abzuschwatzen, und sie einen Tag später auf der Brücke Argentoratums standen.. da wusste Sirius: jeder noch so kleinliche Fluch hatte vollkommen richtig gelegen. Germania war nicht viel mehr als eine Ansammlung von Dörfern, ein paar Feldern und vor allem WALD.

Er hatte das Gefühl Mogontiacum nicht einmal annähernd ausreichend beschimpft und verflucht zu haben, da wurde er schon wieder in den Süden geschleppt. Nach Argentoratum, der Name klang beim Anblick dieses Nests wie blanker Hohn: Silberburg.
Zwar gab es gewisse Anzeichen zivilisatorischer Vorleistung, allerdings konnten ein Theater und eine Therme nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Civitas ein absolutes Nest war... wie so ziemlich alles in Germania. Sirius hatte sich nie wirklich für Politik interessiert, und noch weniger für Krieg, aber in den letzten zwei Wochen hatte er ein distinktes Interesse am Untergang des Vesculariers entwickelt und das ganz alleine aus der schlichten Rechnung: je schneller der Vescularier tot war, desto schneller kamen sie zurück nach Rom. Da war es ihm auch vollkommen gleichgültig, ob sein Herr sich hier im Norden pudelwohl fühlte oder nicht. Selbst die Statuen! DIE VERDAMMTEN STATUEN wurden vermehrt im grässlichen Grün dieser grässlichen Provinz angemalt. Sirius hatte das Gefühl sich einem Baum zu nähern, wenn er sich an eine der stummen Schönheiten heranzumachen.. und irgendwann bildete er sich ein, sie würden auch wie solche riechen. Wie Bäume! Was war er, eines dieser verkappten bäumevögelnden und spitzohrigen Dinger, von denen die drei Kelten immer erzählten?
Nein, ganz sicher nicht. Deshalb galt es, dass der Vescularier verschwand.

Sein Herr selbst arbeitete in den folgenden Tagen beinahe bis zur Erschöpfung daran, das Vertrauen des Stabs zu gewinnen, der offensichtlicherweise nicht sehr erbaut darüber war, dass man ihren bisherigen Tribunus Laticlavius und damit effektiv kommandieren Offizier mit einer Cohors hier ließ um den Rest mit einem ihnen zwar vom hörensagen her bekannten, persönlich aber absolut unbekannten Mann als Kommandeur vorzusetzen.
Das Siegel und ein kurzes Schreiben des Legaten des Legaten hatten ihnen zwar das Tor des Castellums und die Türe in die Officii der Offiziere geöffnet, doch Zugang zu ihren Köpfen und Herzen würde er sehr viel schwerer, wenn überhaupt erlangen.

Das erste, wohin Vala seinen Sklaven dann schleppte war eine Tour durch sämtliche Offiziersstuben des Castellums, angefangen mit dem bisherigen Tribunus Angusticlavius, der schließlich als Praefectus Cohortis zurückbleiben würde um sicher zu gehen, dass niemand über die Grenze kam während der Rest der Legio sich darin versuchte andere Legiones auseinander zu klopfen. Ein ganzer Abend ging dafür drauf, und Sirius hatte das Gefühl ihm würden bald die Beine durch die Schultern wieder herauskommen während sein Herr sich auf einer Kline gebettet mit dem Statilius auf der anderen Seite... und es dauerte ganze drei Stunden bis sich dieser zu einem Lachen über einen außerordentlich flachen Witz des Ducciers hinreißen ließ. Es war verdammt dickes Eis, und als sein Herr am Ende des Abends müde in sein Bett fiel, da war dies nur ein Vorgeschmack auf das, was in den folgenden Tagen noch auf ihn zukommen würde um die achte Legion unter seinem Kommando einsatzfähig zu machen.


SKLAVE - TITUS DUCCIUS VALA



Geschrieben von Titus Duccius Vala am 01.05.2012 um 22:26:

  Doch nicht ganz so alt wie angenommen.

"Du wirst zugeben müssen, Duccius, dass deine Ernennung zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt." , brummte Tiberius Urbicus von den Paccii, seines Zeichens seit einer gefühlten Ewigkeit bei der achten Legion und seit kurzem Nachfolger des rechtzeitig vor dem Bürgerkrieg in Ruhestand gegangenen Primus Pilus. Der Blick, den der alte Ligurier dem neuen Tribunus Laticlavius dabei zuwarf strotzte nur so vor Altersweisheit und dem mit dem Posten des ersten Centurios einhergehenden Selbstbewusstsein. Vala hatte das Gespräch so weit vor sich hergeschoben wie möglich um zuerst mit jenen zu reden die von Valas Vorgänger als umgänglicher beschrieben worden waren.. doch der Primus Pilus war nunmal eine zentrale Figur des Stabs, und so kam Vala nicht drumherum mit dem Mann zu reden, der sich bei der Beschreibung als bärbeißig wohl geschmeichelt gefühlt hätte. Vala gab sich größte Mühe nicht unter diesem Blick zu schrumpfen, räusperte sich vernehmlich und richtete sich in seinem Sessel etwas auf, um dem bohrenden Blick des Offiziers wenigstens etwas körperliche Größe entgegensetzen zu können: "Ich kann es nicht leugnen, ja.. allerdings werde ich mein bestmögliches tun, um euer Vertrauen..."
"Bla. Bla. Bla." , unterbrach ihn der Primus barsch, und winkte abfällig mit der Hand, was Vala vollkommen aus dem Konzept brachte und ihn den Centurio konsterniert anblicken ließ: "Wie bitte, Paccius?"
"Na, was glaubst du, wie oft wir das hören? Jeder verdammte Laticlavius erzählt uns etwas von großartigem Vertrauen verdienen und so weiter und sofort... die wenigsten haben dann den Anstand überhaupt etwas zu tun. Ich habe keine Ahnung was du in Mantua vollbracht hast um dir dort solche Meriten zu verdienen, oder bei der Zweiundzwanzigsten in Alexandria... aber das hier wird kein Sesselposten für dich, nur damit wir uns nicht falsch verstehen.." , brummte die Stimme in so tiefem Bariton, dass Vala das Gefühl hatte das Glas in seiner Hand würde vibrieren. Auf einmal hatte er einen Kloß im Hals, was ihn mehr ärgerte als die Art des Centurios, wie alt war er eigentlich? Den Paccier schien das Unwohlsein seines Gegenüber nicht im geringsten zu interessieren,
"Wir stecken quasi schon mit einem Bein tief in der Scheisse eines Bürgerkriegs, und wenn wir mit dem anderen Bein nachtreten, wird es zum Himmel stinken... vor allem nach verrottendem Fleisch. Es wird auch an dir liegen, wieviel von diesem Gestank von unseren Männern kommt."

"Paccius, du kannst dir sicher sein..." , begann Vala von neuem, wurde aber sogleich wieder vom Primus Pilus unterbrochen: "Klartext, Junge, Klartext. Dieses Versicherungsblabla kannst du dem Senat in den Arsch blasen, nicht mir und meinen Männern.. wenn du wirklich soviel Erfahrung im Kampf hast wie du meinst, bist du definitiv zu lange unter Politikern gewesen, wenn du verlernt hast wie man nicht lange um den heißen Brei herumredet. Also, Junge, Klartext."
"Ich habe nicht vor, mich so für einen Naivling verkaufen zu lassen, Centurio!" , blaffte Vala halbherzig zurück, bekam vom Paccier aber nur ein mitleidiges Lächeln als Reaktion: "Das tust du doch schon, Junge. So verdienst du dir das Vertrauen deiner Männer nicht."
"Paccius, ein Tribunus Laticlavius kann ja sehr wohl..." , versuchte Vala sich erneut mit deutlich schärferem Tonfall an der höheren Gewalt eines Tribuns, doch wurde erneut vom Paccier unterbrochen: "Quak, quak, quak... ich sehe, dass dein Mund sich bewegt, doch was ich höre ist nur das Blabla mit dem man vielleicht ein paar alte Männer in Rom beeindrucken kann. Hier nicht, Junge, hier nicht."
"Gottverdammte Axt, Paccius..." , blaffte Vala verärgert, "..ich habe dieses Kommando nicht bekommen weil ich meine Zeit bei den Legionen mit Nichtstum und sturer Bettgymnastik mit den Lagerhuren verbracht habe.. ich habe meinen Teil dazu beigetragen und das werde ich hier..."
"Besser, aber noch nicht da." , brummte der Primus Pilus mit dem Blick eines Mannes, der langsam ungeduldig wurde.
"ICH WERDE DAS HIER VERDAMMT NOCH MAL EBENSO UNTER BEWEIS STELLEN WIE AUF JEDEM VERDAMMTEN ACKER AUF DEM DER VESCULARIER SEINE MÄNNER HINSTELLT UM SIE VON UNS NIEDERMACHEN ZU LASSEN! UND DU WIRST MIR VERDAMMT NOCHMAL DABEI HELFEN DIESES VERDAMMTE ZIEL ZU ERREICHEN, IST DAS KLAR PACCIUS?" , bellte Vala schließlich dem impertinenten Primus Pilus ins Gesicht, wobei er sich am Sessel festkrallte um sich nicht zu irgendwelchen kindischen Gesten hinreißen zu lassen.
"Doch, ja..." , kam es fast vergnügt vom Primus Pilus, "...damit kann ich arbeiten."



Geschrieben von Titus Duccius Vala am 08.05.2012 um 01:12:

  Erster großer Auftritt..

Nachdem Vala die ersten drei Tage darauf verwandt hatte, sich mit dem Stab bekannt zu machen und die ersten tiefergehenden Gespräche zu führen, um zumindest ansatzweise so etwas wie eine Vertrauensbasis zu schaffen, war am dritten Tage der erste öffentliche Auftritt vor dem Kollektiv der achten Legion fällig. Der erste Hahn hatte gerade gekräht, da stand die achte Legion schon angetreten auf dem Campus und wartete auf das übliche Wochengebet des Tribunus Angusticlavius, der dieses in Stellvertretung des in Mogontiacum weilenden Legaten vornahm. So sehr man den Männern auch Disziplin einprügelte: wirklich leise wurde es erst, als Vala den hölzernen Aufbau betrat um einen genauen Blick auf sämtliche Cohortes die zur Zeit im Lager waren werfen zu können. Nach wie vor flößte ihm der Anblick dieser vor Waffen nur so starrenden Masse eine gewisse Ehrfurcht ein, mehr noch aber der Gedanke, dass sie auf seinen Befehl tun würde, was ihm gerade so in den Kram passte. Irgendwann zumindest, denn bis dahin war noch ein weiter Weg.

"MILITEEEEEES STATEEEE!!", brüllte der Primus Pilus, und in einem laut vernehmbaren Rauschen von Metall und Leder nahmen tausende Männer Haltung an als Vala den ersten Fuß auf die hölzerne Plattform setzte, was dem Interimskommandanten wieder einmal einen Schauer über den Rücken jagte. Er grüßte die anwesenden Offiziere mit einem stummen Nicken und der Situation entsprechend ernsten Blick bevor er sich der Masse zuwandte, und ließ erst einmal seinen Blick über diese gleiten bevor er sich auch wörtlich an diese wandte. "Milites..." , begann er etwas zaghaft, räusperte sich vernehmlich und gab seiner Stimme soviel Raum wie es ihm möglich war, "MILITES! Soldaten der glorreichen achten Legion! Ich bin Titus Vala vom Stamme der Duccii, Sohn des Flavus Germanicus, und ich stehe hier vor euch als laticlavischer Tribun. Ich komme euch zu sagen, dass die Zeit bald gekommen sein wird, da wir mit unseren Verbündeten nach Italia ziehen werden werden um die Res Publica vom Tyrannen Potitus Salinator zu befreien und dem Imperator Appius Cornelius Palma zu seinem Recht verhelfen! Dies ist nichts neues für euch, doch ich bin auch hier, um euch zu berichten, dass eure Brüder in Aegyptus sich nicht vor dem Unrecht abgewandt haben das mit dem Tyrannen in Rom regiert, sondern fern im Süden doch an unserer Seite stehen!"

An dieser Stelle gab Vala den Offizieren die Möglichkeit angebracht vorzujubeln, damit die einfachen Soldaten nachjubeln konnten. Ehrlichen, gelösten Jubel bekam man nur wenn man das Vertrauen der Männer hatte... soweit war Vala dann sicher noch nicht. Er griff sich an die Lederrüstung, die er sich hatte anfertigen lassen, weil seine erste Rüstung aus dem Tribunat in Mantua noch in Rom in einer Kiste verstaubte. Er hatte die Lederrüstung mit schwarzer Asche einreiben lassen damit sie schön gebraucht und trotzdem nicht heruntergekommen aussah, was nunmehr den Effekt hatte, dass Vala eine Rüstung trug die tatsächlich so aussah als wäre sie tatsächlich schon gebraucht worden. Eine Kopie der noch aus seiner Zeit in Mantua stammenden Phalera war ebenso dabei wie eine kleinere Version des Clipeus, der noch im Haus der Prudentii hing, wobei es hier definitiv schwerer war das Silber alt aussehen zu lassen.

"Legionäre der achten Legion!" , fuhr Vala schließlich fort, "Ich selbst bin aus Aegyptus gekommen um eurem Legaten, dem ehrbaren Kaeso Modestus von den Annaeern die Unterstützung der aegyptischen Heere und seiner großen freien Städte anzutragen, doch euer Legat verwehrte sich selbstsüchtigen Ambitionen und stellte sich ohne jeden Zweifel und ohne zu Zögern in den Dienst des Appius Palma! Welch großer Römer muss ein Mann sein, der solchen Versuchungen widerstehen kann? Welch großer Römer muss ein Mann sein, der einen solchen Ehrenmann in seinem Gefolge hat? Ich fordere von euch nicht mehr als das, was solche Männer verdienen! Sie verdienen unseren Schweiß, sie verdienen unser Blut! Und genau dies werden wir ihnen geben, damit Rom der Dunkelheit entrissen wird und wieder zu dem wird, wofür wir hier alle einstehen!"

Dass sie noch nicht wirklich aufeinander eingespielt waren, merkte man vor allem an der unangenehmen Stille, die sich danach auftat, weil weder Offiziere noch Soldaten blickten, dass dies wohl der Moment für ein Hochleben der beiden gepriesenen Römer war. Vala verschränkte die Arme hinter dem Rücken und winkte mit dem linken Zeigefinger ziellos hinter sich herum, und schließlich begriff der Praefectus Castrorum, dass Vala wohl mit seiner Rede geendet hatte, und bellte schließlich: "EIN HOCH AUF UNSEREN IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS APPIUS CORNELIUS PALMA!!"

"VIVAT IMPERATOR PALMA!!!", erschallte es noch recht verhalten aus den Reihen der Soldaten zurück.

"EIN HOCH AUF UNSEREN LEGATUS ANNAEUS!!!", bellte der Praefectus erneut, dieses Mal ein wenig lauter.

"VIVAT MODESTUS!!!", brüllten die Soldaten sich anscheinend warm, so dass der Praefectus es gleich noch einmal versuchte:

"EIN HOCH AUF UNSEREN IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS APPIUS CORNELIUS PALMA!!"

"VIVAT IMPERATOR PALMA!!!", brüllte die Masse schließlich in annähernd zufriedenstellender Lautstärke, so dass Vala zufrieden nickte und sich den Tribunen zuwandte: "Wie wir es gestern abgesprochen haben.. mehr Zugeständnisse in der Freizeit, sollen sie sich ruhig die Sorgen aus dem Kopf vögeln. Im Lager allerdings besondere Obacht auf die Disziplin, der Marschbefehl kann jeden Tag kommen, also nicht mehr als einen halben Tag frei für die Rotation. Danke sehr die Herren, wir sehen uns später... Praefectus, auf ein Wort." Sprach's, und stürzte sich zusammen mit den sich zu ihren jeweiligen Aufgaben verziehenden Soldaten und Offizieren ins Tagewerk.



Geschrieben von Titus Duccius Vala am 19.05.2012 um 15:37:

  Geist der Vergangenheit

"...und Nachrichten aus dem Norden?" , murrte Vala gedankenverloren aus dem Fenster seines Officiums blickend während er einem leichten Kratzen im Halse wegen an einem Kräuteraufguss nippte. Wenn er jetzt etwas ganz sicher nicht gebrauchen konnte, dann war es krank zu werden, und so gab er außerhalb der eigenen vier Wände weiterhin den harten Mann und sorgte sich innert derselben darum, dass das Kratzen im Hals sich bloß nicht zu etwas auswuchs das man später als schnöde Erkältung titulieren würde, zu seiner Zeit allerdings gestandene Männer tagelang ans Bett und weniger gestandene sogar ans Grab fesseln konnte.
"Lass mich kurz nachschauen..." , murrte Sirius fast noch missmutiger als sein Herr, schließlich hatte die Provinz ihm nicht den Gefallen getan und ging ihm weniger auf die Nerven. Diverse Tabulae mit Berichten unter dem Arm musste er nicht einmal nachschauen und ließ den Blick durch den karg und funktional eingerichteten Raum schweifen, während er künstlich einige Sekunden verstreichen ließ. Man sah dem Raum wirklich an, dass sein Bewohner sich nicht wirklich darauf eingestellt hatte auf längere Zeit in diesem Castellum zu sitzen. "Nein, nichts neues..."
"Worauf warten die noch?" , fluchte Vala zum gefühlten hundertsten Male, waren seit der denkwürdigen Militärbesprechung mittlerweile doch einige Tage vergangen, in denen Vala sich mit so ziemlich allem beschäftigt hatte womit man sich als informeller Kommandeur beschäftigen konnte.
"Ich weiß es nicht.. eh.. die beiden Duumviri der Civitas kommen heute Abend zum Essen um über die... gewissen Dinge zu sprechen." , fügte Sirius hinzu und kam dabei auf das absolute Zahnschmerzthema Valas zu sprechen: das Ausheben von Truppen in der Civitas um die abziehende Legion so wie wie nur irgend möglich kompensieren zu können. Sirius selbst fochte das nicht an, er hatte es sich zur Angewohnheit gemacht seinem Herrn als Rache für die Verschleppung in diese elende Provinz noch mehr auf den Geist zu gehen als sonst schon üblich, und frohlockte daher: "Das wird ziemlich teuer."
"Ich habe in den letzten Tagen nichts gesehen, das nicht teuer wäre..." , murrte Vala, während er weiter an seinem Kräutersud nippte und dumpf grübelnd aus dem Fenster starrte, hinab ins Atrium des ansonsten ziemlich herrschaftlich ausschauenden Praetoriums.
"Jaja..." , wiegelte Sirius desinteressiert ab, "..apropos teuer... der... der... wie nennt ihr Barbaren das? Egal, der Anführer der Söldner ist hier. Ich muss sagen, ich habe einen weitaus größeren Mann erwartet... du weißt schon, so als Anführer einer Horde für Geld kämpfender bärtiger Barbaren. Ebenso groß wie wild, ein BÄR von einem Mann."
"Red nicht so viel, sondern schick ihn rein..." , kanzelte Vala das Gerede seines Sklaven ab, und schickte ihn von dannen um wieder in seinen Gedanken zu versinken die sich vornehmlich um administrative Probleme eines Heerzugs drehten.
Was Vala hätte sofort auffallen müssen, war das Fehlen von den üblichen schweren Schritten auf dem hölzernen Fußboden bevor sich die Tür erneut schloß, zu tief war er in seinen Gedanken versunken um irgendwas in der Richtung wahrnehmen zu können.
'Salve Tribunus Laticlavius TITUS. DUCCIUS. VALA." , erschall mit deutlich hörbarem Spott eine kratzende Stimme, deren Klang erst eine Sekunde später eine Reaktion in Vala hervorrief. Vielmehr war es keine Reaktion, mal davon abgesehen, dass ihm der Becher aus der Hand entglitt und mit dumpfen Scheppern am Boden entzweibrach. Vala selbst war in seiner Haltung gefroren und blickte weiterhin gerade aus dem Fenster heraus, allerdings hatte sich sein Blick zu einer ungläubig dreinschauenden Fratze verzogen. Erst als seine Lungen zu ziehen begannen, fiel ihm auch auf, dass er zu atmen vergessen hatte, zu sehr nahmen ihn Bilder aus einer längst vergangen geglaubten Zeit in Beschlag und türmten sich vor seinen Augen auf, bis ein Räuspern ihn schließlich wieder zurück ins hier und jetzt holten und ihn tief Luftholen ließen bevor er sich umwandte.. und genau jenen vorzufinden, den er eigentlich nie wieder zu sehen erwartet hatte.
"Oh.. dein Blick verheißt nichts gutes, Vala... oder Alrik? Was ist dir heutzutage lieber?" , flötete der nicht allzu großgewachsene Mann mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen, machte ein paar kurze Schritte in den Raum und ließ sich unaufgefordert in dem Sessel nieder um Vala weiterhin erwartungsvoll anzublicken: "Nun, Junge?"
"Nenn mich Vala..." , brummte Vala, immernoch um seine Fassung ringend, und ließ sich selbst in seinem Sessel nieder ohne auf die Impertinenz seines Gastes einzugehen, "...ich dachte, du wärst tot."
"Unkraut vergeht nicht.." , winkte der kleine Mann ab, blickte sich neugierig in Valas Officium um und lächelte noch breiter, als er den kleinen Anrichtetisch mit den Karaffen und den Bechern fand. Vala selbst würde sich überrascht von der Flinkheit geben, die der Mann an den Tag legte um sich, ebenfalls ungefragt, einen Becher reinen Wein einzuschenken und sich dann wieder zu seinem Platz zu begeben: "..und ich muss zugeben, die Option des Sterbens hat bisher noch nichts von seinem unangenehmen Charakter für mich verloren, was man mir wohl kaum vorwerfen kann. Dass die Nornen da ganz meiner Meinung sind sieht man wohl daran, dass ich jetzt hier sitze... vor dir... du bist groß geworden, Junge."
"Du nicht. Es ist auch einige Zeit seit unserem letzten Treffen vergangen, Lintrad." , murrte Vala, der sich defensiv in seinem Sessel zurücklehnte und den Zwergwüchsigen immernoch ungläubig anblickte, "Was tust du hier?"
"Was ich hier tue? Ich bringe dir ganze vierzig Schwerter und fast tausend Speere, Junge." , frohlockte der kleine Mann mit spottgleichem Tadel, um nach dem zweiten Schluck einen bewundernden Blick auf den Becher in seiner Hand zu werfen, "...oh, der schmeckt gut, woher ist der?"
Vala antwortete nicht auf die Frage nach dem Wein. Nicht, weil er einfach keine Ahnung hatte woher der Wein kam und warum gerade dieser unbedingt gut schmecken sollte, sondern weil ihn die Nachricht doch mit noch größerem Erstaunen erfüllte... vor allem über sich selbst: "Du bist der Söldnerführer? Wieso überrascht mich das nicht?"
"Weil du offensichtlich doch noch nicht alles vergessen hast, was wir damals erlebt haben." , flötete der Zwergwüchsige, während er mit offensichtlich lange geübter Handbewegung den Wein im Becher kreisen ließ.
"Wie könnte ich das?" , haderte Vala weiterhin mit seinen Gefühlen bevor er den Berg an Vergangenheit mit großer Anstrengung von sich schob und sich mit dem abzulenken versuchte, was vor ihm lag: der Krieg.
"Tausend Speere? Wie hast du die zusammen bekommen?"
"Es war nicht unbedingt einfach... seitdem sich unter den freien Stämmen das Wort verbreitet, das Reich stehe kurz vor einem Bürgerkrieg der auch die Provinzen in Beschlag nehmen würde, sind es vor allem die alten Männer der alten Kriege, die die Chance nutzen wollen um über den Strom zu kommen. Den Jungen ist das alles egal, hauptsache sie bekommen eine Chance sich die Hörner abzustoßen, Beute zu machen und zu zeigen was für fabelhafte Kerle sie doch sind." , dozierte Lintrad wie aus dem Nähkästchen, "Und mit einigen Stammesteilen werdet ihr definitiv Probleme bekommen, davon kannst du ausgehen. Sollte der Strom im Winter zufrieren dürft ihr im Frühjahr wieder ans Plünderersammeln gehen."
"Das dürfen sie hier fast jedes Jahr." , fügte Vala tonlos hinzu, schließlich hatte nicht nur der Zwergwüchsige Erfahrung auf dem Gebiet.
"Die Menge dürfte eine geringfügig größere sein." , schalt Lintrad den Duccier mit gewinnendem Lächeln, "Wie dem auch sei.. nicht alle sind so blöd darauf zu bauen, dass sie rüberkommen und vollbeladen und wundgevögelt wieder zurückkommen können ohne, dass sich die Legionen als Quittung nach dem Bürgerkrieg die Füße in ihrem Stammesgebiet vertreten. Die sehen es als vielversprechender aus sich gleich in den Bürgerkrieg einzumischen und dafür nach Hause ziehen zu können ohne gleich die Legionen im Nacken zu befürchten. Nicht viele, aber es reicht um tausend Speere zusammen zu bekommen... und sogar vierzig Schwerter."
"Was sind das für Männer? Welchen Stämmen und Sippen entstammen die?" , hakte Vala nach, weil dies Informationen waren, die er nicht aus den Augen lassen durfte, "Und wie genau hast du es geschafft tausend Mann hinter dir zu vereinen?"
"Männer im besten alter.. naja, die meisten sind ziemlich jung, aber das warst du damals auch, als du zum ersten Mal einen Sp..." , begann der Zwerg, wurde von Vala aber mit einem drohenden Blick eines besseren belehrt und fuhr einfach fort: "Vor allem jene, die die Römer Narister nennen. Die hatten halt ein paar friedliche Jahre und jetzt haufenweise junge Männer die nicht wissen wohin mit ihrer Kraft. Ein paar Marcomanni und sogar ein paar Hermunduren, wenn auch wenige, die haben gerade Ärger mit den Chatten. Und halt viele, die sich im Niemandslang befinden und den kleineren Stämmen zugeordnet sind... oder gar keinen. Erinnerst du dich an Sigmar, Sohn des Ludwin?"
"Der Name schon, aber mir fällt kein Gesicht dazu ein." , gab Vala zu.
"Macht nix, er hat auch keins mehr. Hat sich bei einem Friggstanz etwas übernommen und ist besoffen ins Feuer gefallen. Das Weib dem er damit imponieren wollte hat er auch nicht bekommen. Armer Idiot." , rollte Lintrad mit den Augen, leerte den Becher mit einem zufriedenen Lächeln und erhob sich um sich noch einen zu holen.
"Noch einmal... wie kommst du an tausend Mann unter Waffen? Als wir uns zum letzten Mal gesehen haben, warst du nicht gerade ein ruhmreicher Anführer." , hakte Vala erneut nach, weil ihn der Gedanke einfach nicht loslassen wollte.
"Als wir uns das letzte Mal gesehen haben warst du ein wirrer Junge, dem man nur mit Mühe die Flausen seines Vaters aus dem Kopf treiben konnte. Und der jedem Rockzipfel nachstieg den er zu fassen bekam. Hat sich daran etwas geändert?" , erwiderte der kleine Mann ohne Vala anzuschauen während er sich mehr reinen Wein einschenkte.
"Ich habe mit meinem Vater nicht viel gemein." , gab Vala wortkarg zu.
"Aber die Röcke, oder was? Naja, wenigstens etwas..." , spottete der kleine Germane und hievte sich zurück auf den Sessel, und erst nach zwei sehr genießerisch genommenen Schlücken des Weins fiel ihm die auffordernde Miene seines Gegenübers auf: "Na, bist du verrückt? Ich stell mich doch nicht an die Spitze eines Heers.. da stirbt man viel zu schnell. Nein, angeführt wird das Heer von Uodalrihhi, Sohn des Wiborg. Großer Mann, wirklich großer Mann... wohl genau das, was die Römer sich unter einem Germanus vorstellen: groß, blond, blauäugig. Äußerst sympathischer und seeeeeehr, seeeehr männlicher Kerl. Und praktischerweise strunzdumm bis in die Haarspitzen. Also sehr lenkbar. Deshalb sitze ich hier, und nicht er."
"Alles beim Alten, also?" , seufte Vala während er sich durch den Bart strich und den kleinen Germanen nachdenklich anblickte.
"Alles beim Alten, Alrik." , flötete Lintrad und grinste Vala breit an, "Ich bin mir sicher, Junge, das wird ein großer Spaß."



Geschrieben von Titus Duccius Vala am 03.06.2012 um 17:17:

  Vamos!

"POOOOOHOOOOOOOST!!!" , flötete Sirius in schrillem Ton als er unaufgefordert die Tür aufstieß und sich so jedweder Aufmerksamkeit im Raum versicherte.
Es war nicht nur Vala, der ihn mit offenem Munde anstarrte, mitten im Satz unterbrochen und gerade dabei selbst etwas aus einer Tabula zu notieren, sondern auch die beiden Duumvirn Argentoratums die sich in den Sesseln umwandten und dem Sklaven mit äußert irritierten Blicken entgehensahen.
"Eh... Entschuldigung." , besann Sirius sich kurzum einer zumindest vorläufigen Vortäuschung guter Manieren, und verfiel daraufhin sofort wieder in die aufgebrachte Kundgebung bahnbrechender Nachrichten, "Hier, ein Bote! Aus Mogontiacum! Das Siegel des Statthalters!"
Ein weiterer Moment irritierter Stille folgte, bis Vala sich schließlich vernehmlich räusperte und den Sklaven mit einem eindringlichen Blick von dannen schickte. Die Duumvirn waren erneut gekommen um zerknirscht bettelnd und aufrührend forderten um gewisse Zugeständnisse doch noch erreichen zu können bevor die Legionen gen Süden zogen und die Zustände damit fix wurden. Der Brief aus dem Norden verkürzte das Gespräch dann jedoch um ein vielfaches, und als die Duumvirn das Officium mit noch bedröppelteren Blicken verließen.. und Sirius eilends an ihnen vorüberhuschte, um seinem Herrn zu begegnen der mit vorwurfsvollem Blick und auffordernd ausgestreckter Hand auf ihn wartete.
Das gesiegelte Schreiben wurde übergeben, und Valas Augen bewegten sich nicht lange darüber, was verriet, dass es nicht viel zu lesen gab. Im Gesicht seines Herrn vermochte Sirius auch nicht viel mehr zu lesen als reines Interesse am Inhalt, doch eine Reaktion darüber war nicht festzustellen. Als Vala den Brief schließlich zur Seite legte blickte er eine Weile lang vollkommen nichtssagend ins Leere bekam Sirius das Gefühl die Zeit würde um ihn herum stillstehen. Tat sie aber nicht, denn ein kleiner Vogel krachte gegen das bunte Glas des Fensters und vollbrachte das, wozu Sirius offenbar nicht im Stande war: er ließ seinen Herrn reagieren.
"Sirius, ruf mir den Stab zusammen... oder ach was... geh rund, und sag ihnen, dass wir morgen früh losmarschieren." , murmelte Vala, als wäre er immernoch nicht ganz da.
"Dominus?" , hakte Sirius noch einmal nach, weil er irgendwo kaum glauben wollte, was er da hörte.
"Na, worauf wartest du noch?" , riss Vala sich selbst aus der Lethargie, "Geh los und sag allen bescheid... morgen früh geht es los."
"Es geht los, Dominus?"
"Ja, es geht los."



Geschrieben von Appius Decimus Massa am 30.04.2018 um 12:37:

  Meldereiter vom Limes Praesidio XXII

Der Meldereiter hatte seine Pferd zweimal wechseln müssen. Im strengen Galopp ging es weiter nach Argentoratum. Das Tor zum castellum der Legio VIII, durfte er passieren und brachte die Meldung in die Prinzipia. Dort übergab er sie dem zuständigen corncularius im Vorzimmer des Legaten.


   



Ad
Manius Arennius Cavarinus
Legatus Legionis VIII. / II.
Castellum Legio VIII Augusta
Argentoratum




Salve Legatus,

nach Prüfung einer eingegangenen Meldung über einen Germaneneinfall am Limes,dabei wurde ein Wachturm überfallen und die gesamte Besatzung getötet, kann ich dir melden, dass im Abschnitt des Praesidio XXII. keine kriegerischen Aktivitäten zu verzeichnen sind. Ich werde ein paar Tage hier bleiben um sicher zu gehen, dass nichts von Seiten der Germanen geplant ist. Beim geringsten Anzeichen bekommst du sofort Meldung.


Appius Decimus Massa
Tribunus augusticlavius
Legio II. secunda








Geschrieben von Narrator Germaniae am 30.04.2018 um 19:02:

  RE: Meldereiter vom Limes Praesidio XXII

Manius Arennius Cavarinus

Der Legatus Legionis der Legio VIII Augusta war bestürzt gewesen über die Nachricht, der Statthalter Duccius sei verunglückt und könne deshalb sein Kommando über die Legio II und die Leitung der Provinz nicht weiter ausüben. Umso überraschter war er gewesen, dass die kaiserliche Kanzlei ihm in der Folge zeitweise das Kommando über die Legio II übertragen hatte. Natürlich war dieser Schritt irgendwie logisch. Immerhin hatte er bereits einmal bis zur Ankunft des Statthalters das Kommando über diese Legion geführt, bis er zum Legaten der VII. ernannt worden war. Dennoch, gleich zwei Legionen zu kommandieren, das war etwas Neues.

Und jetzt diese Meldung über einen angeblichen Überfall am Limes. Tribunus Decimus meldete, die Besatzung eines Wachturms sei Gerüchten zufolge ausradiert worden. Die Gerüchte hätten sich im Bereich der Praesidio XXII allerdings nicht bestätigt. Manius Arennius Cavarinus legte die Stirn grübelnd in Falten. Das schmeckte ihm ganz und gar nicht. Ausgerechnet jetzt musste es Unruhe am Limes geben, wirklich? Na hoffentlich steckte da nicht mehr dahinter. Wäre ja nicht das erste Mal, dass ein paar Dutzend raffgierige junge Krieger den Limes überquerten, um ein bisschen Beute auf den Grenzgehöften zu machen.

Er setzte sogleich eine Antwort an den Tribunus auf. Sodann entsandte er einen ausgeruhten Meldereiter zum besagten Wachposten.





Geschrieben von Lucius Vinicius Massa am 30.04.2018 um 21:51:

  Meldereiter Der Legio II

Ein Reiter der Legio II erreichte die Castra der VIII und überbrachte ein Schreiben an den Legaten

   
Ad
Manius Arennius Cavarinus
Legatus Legionis VIII. / II.
Castellum Legio VIII Augusta
Argentoratum


Salve Legatus,

ich möchte dir über die Ergebnisse eines Spähtrupps informieren, den ich zu den Chatten geschickt hatten, um dort den Vorfall des Germaneneinfalls zu hinterfragen.

Die Chatten berichten über einen toten, aufgehängten Römer, einige Männer, die versuchen die Menschen in den Dörfern dies und jenseits des Limes aufzuwiegeln. Es wurde anscheinend ein Grenzposten überfallen und die Männer sollen ein Lager im Umland der Stadt haben. Man berichtet mir von bis zu 40 Mann.

Ich habe den Praefecten der ALA II gebeten das Umland mit seinen Reitern zu durchstreifen. Auch die Chatten wurden informiert, sie werden den gesuchten Männern den Weg abschneiden, sollten diese flüchten wollen.

Ich selbst werde morgen Früh, dem KAL MAI DCCCLXVIII A.U.C. (1.5.2018/115 n.Chr.), mit zwei Kohorten und einer Turma ausrücken und mich auf die Suche nach diesen Germanen machen.

Der Praefectus Castrorum übernimmt inzwischen das Kommando in der Castra.

Zur momentanen Situation in der Castra wäre noch zu sagen, dass die ersten drei Kohorten immer noch vor den Toren sitzen und nach dem Kaiser oder einen würdigen Vertreter schreien. Ich konnte sie nicht davon überzeugen, dass das letzte Schreiben des Kaisers ernst gemeint war und der neue Legat schon bald hier eintreffen wird. Die Männer denken, oder besser sie haben Angst, dass die Secunda aufgelöst wird. Wenn es deine Zeit erlaubt, wäre es vielleicht von Vorteil, wenn du zu den Männern sprechen könntest.

Hab Dank

Vale Bene

Lucius Vinicius Massa





Geschrieben von Appius Decimus Massa am 01.05.2018 um 00:15:

  Meldereiter vom Auxillar-Castellum (bei Hasselbach)

Der Meldereiter übergab das Schreiben an den zuständigen Cornicularius des Legaten.

   


Ad
Manius Arennius Cavarinus
Legatus Legionis VIII.Augusta / II.Secunda
Castellum Legio VIII Augusta Argentoratum


Salve Legatus,

Nach 5 Tagen, 25 Auxillar Castellen und ca. 200 Türmen, kann ich dir mitteilen, dass kein Germaneneinfall bekannt ist. An den Türmen gab es weder Verluste an der Wachmannschaft, kein Blut und keine Toten, keine Brandspuren, keine Baumängel. In den 25 Auxillar-Castellen, deren Besatzungen regelmäßig Kontrollritte durchführen, wurden keine auffälligen Germanenbewegungen festgestellt. Ich werde im Vicus Alisinensium an der im Süden befindlichen Poststation auf weitere Befehle warten.

Appius Decimus Massa
Tribunus augusticlavius
Legio II. Secunda







Geschrieben von Narrator Germaniae am 03.05.2018 um 18:16:

  RE: Meldereiter Der Legio II

Zitat:
Original von Lucius Vinicius Massa
Ein Reiter der Legio II erreichte die Castra der VIII und überbrachte ein Schreiben an den Legaten

Manius Arennius Cavarinus

In die Stirn des Legatus Legionis Arennius grub sich dieser Tage mit jeder neuen Meldung eine weitere Sorgenfalte. Sollte er jemals das Kommando über die Legio Secunda wieder abgeben, wäre sein Haar vermutlich schneeweiß und seine Stirn so faltig wie eine Senatorentoga. Die neueste Meldung aus Mogontiacum war erst recht dazu geeignet, einem Mann graue Schläfen zu verpassen.

Zunächst einmal berichtete der Tribunus Laticlavius Vinicius in Übereinstimmung mit dem Tribunus Angusticlavius Decimus von einem Überfall auf einen Wachtposten und von Unruhen dies- und jenseits des Limes. Dass die Meldung vonseiten der Chatten stammte, beruhigte Arennius dabei nicht im Mindesten.

Viel schlimmer stellte sich jedoch die Meldung über den Zustand der Legio Secunda dar. Offenbar stand ein Teil der Truppe kurz vor der Revolte! Manius Arennius Cavarinus legte entsetzt das Schreiben fort und sandte stilles ein Stoßgebet an Mars. Das durfte nicht passieren, nicht jetzt! Der Kaiser würde ihn dafür verantwortlich machen!
Dann nahm er den Schrieb wieder zur Hand und überdachte die Situation. Zunächst: Welche Offiziere waren vor Ort? Der Praefectus Castrorum. Die Tribuni Angusticlavii ausgenommen Decimus. Der Tribunus Laticlavius war nach eigener Aussage nun auf dem Weg, eine Räuberbande zu beseitigen. So weit, so gut. Arennius gab Anweisung, den Tribun Decimus bei nächster Meldung zur Castra Legionis zurückzubeordern und fertigte hierzu ein Schreiben vor. Dann ließ er sein Pferd satteln, seine Garde antreten und machte sich auf den Weg nach Mogontiacum.




Geschrieben von Narrator Germaniae am 03.05.2018 um 18:19:

  RE: Meldereiter vom Auxillar-Castellum (bei Hasselbach)

Zitat:
Original von Appius Decimus Massa
Der Meldereiter übergab das Schreiben an den zuständigen Cornicularius des Legaten.

Der Cornicularius des Legionslegaten nahm die Meldung entgegen, überflog sie und wunderte sich kurz über den Inhalt. Dann nahm er den vorgefertigten Befehl des Vortages zur Hand, notierte den Aufenthaltsort des Tribuns und sandte einen Meldereiter in Richtung Limes los.


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