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Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Herius Claudius Menecrates

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RE: Der sechste Kandidat: Philo von Amastris Gestern, 17:16 Forum: Roma


Zitat:
Original von Gaius Iulius Caesoninus
Natürlich habe ich etwas dienliches beizutragen, ich muss sogar! Immerhin zählt das zu den Pflichten meines Amtes als Tresvir Capitales!“ meinte Caesoninus halb gekränkt und lief dann trotzdem los zum Offizier für dessen...“Einweisung“.
Er würde sowieso das machen was er am besten hielt, immerhin war er Amtsträger und kein namenloser Soldat den man herumkommandieren konnte.

Menecrates konnte den Tresvir nicht genügend in Bezug auf Verfolgungen einschätzen, auch wenn er ihn kannte. Ihm fehlte sogar jede Vorstellungskraft diesbezüglich, aber letztlich befand er die Hilfe für dienlich und die Gefahr, dass etwas schief ging, für gering. Auf den Bericht war er schon jetzt gespannt.

Der befehlshabende Centurio gab den Befehl zur Ergreifung der Rednerin, noch bevor diese endete, aber offensichtlich nicht zeitig genug. Glaubte, ja hoffte er doch, die Rede würde gegen Ende noch eine Wendung nehmen und bestenfalls als Provokation die Menge wachrütteln. Leider weit gefehlt.
"Christen!", böllerte er abfällig und spukte aus. Der Geschmack im Mund wurde eklig, was die nachfolgenden Worte einfärbte.
"Ergreifen!" Sein Arm wies in die Richtung, zu der sich die Rednerin wandte. "Straßen sperren!" Der Plan versprach Erfolg, aber die Anzahl der aufgestellten Sicherheitssoldaten umfasste nicht so viele, dass dem Befehl umfänglich nachgekommen werden konnte. Die Männer sollten für die Sicherheit auf der Rostra sorgen und nicht zusätzlich für das gesamte Umfeld. Außerdem musste ein Teil auf Position bleiben, um die Veranstaltung weiterhin abzusichern.
Der Centurio konnte die Frau in der Menge nicht mehr ausmachen. Vielleicht wurde sie von einzelnen Zuschauern erkannt, aber die Bestürzung ließ keinen handeln. Einzig die Fluchtrichtung zeigten sie den herbeieilenden Urbanern an, die sich immer weiter von den Tribünen entfernten und eine Menge zurückließen, die sich zwar schwerfällig, aber in Teilen dem fortgesetzten Programm der Veranstalter widmeten. Tuscheln störte die Aufmerksamkeit. Die meisten Besucher der Veranstaltung konnten sich nicht mehr auf den Fortlauf konzentrieren.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Herius Claudius Menecrates

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RE: Der sechste Kandidat: Philo von Amastris 17.11.2019 14:58 Forum: Roma


Zitat:
Original von Gaius Iulius Caesoninus
"Verzeiht diesen Zwischenfall, aber Senator Claudius Menecrates, ich erbitte kraft meines Amtes umgehend deine Beihilfe mit den Urbanern bei der Ergreifung dieser Frau. Sie hat durch ihre Worte deutlich gemacht, dass sie zu genau der gleichen Gruppe gehört, die kürzlich erst den Tempel des vergöttlichten Claudius geschändet haben! Sie muss umgehend verhaftet und verurteilt werden!"

Es gab wenig, was Menecrates' Gesichtszüge entgleiten ließ, denn er hatte bereits in jungen Jahren gelernt, sich zumindest rein äußerlich zu beherrschen. Gleichzeitig gab es Säulen, die seine Weltanschauung trugen und eine davon schien immer mehr zu schwanken, je länger diese Frau auf der Rostra stand und lästerte. Sein Mund klaffte auf, seine Augen weiteten sich. Für Momente hielt ihn das Entsetzen gefangen, denn - anders als im Krieg - überwog hier und heute bislang das Interesse und nicht die Vorsicht samt Misstrauen. Sein persönlicher Part beinhaltete zudem aktuell nicht die Wahrung der öffentlichen Sicherheit, sondern er fungierte als Preisrichter. Es dauerte ein wenig, aber dann wechselte er mit dem Gesichtsausdruck seine Rolle: Der Preisrichter verschwand und der Praefectus Urbi trat hervor. Sein Blick suchte die Position des verantwortlichen Offiziers, wenngleich jener bereits Befehle erteilte und die Urbaner losschickte, bevor der Praefectus den Arm hob und seinerseits den Befehl zum Einschreiten gab. Wie gut, dass Einsätze auch ohne ihn funktionierten.

Unmittelbar danach eilte Iulius Caesoninus herbei und fand einen noch immer erschütterten Menecrates vor, dessen Kiefer aufeinandergepresst einen starren Gesichtsausdruck bewirkten.
"Wenn du etwas Dienliches beitragen kannst, dann stell dich dem befehlshabenden Offizier zur Verfügung", presste Menecrates hervor. "Aber bitte keine Alleingänge, lass dich einweisen."


Sein Blick suchte seine Preisrichterkollegen.
"Wie konnte es passieren, dass diese Frau anstelle des angekündigten Redners auf die Rostra tritt?" Die Frage zeigte seine Ratlosigkeit. Zweifelsfrei würden erst die Ermittlungen eine Antwort darauf geben. Wurde getrickst? Wo lag die Nachlässigkeit?
Thema: Posteingang
Herius Claudius Menecrates

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RE: Herius Claudius Menecrates 17.11.2019 14:31 Forum: Allgemeines


Ohja, da kam doch einiges an privater Post an, nachdem ich meinen Posten im An-/Abwesenheitsforum zur Diskussion gestellt habe. Danke an alle! Antworten kann ich nur stückweise.

Ich versuche, am Montag was zu fabrizieren. Gracchus, vielleicht schreibst du noch mal bis dahin?
Thema: An- / Abwesenheiten
Herius Claudius Menecrates

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07.11.2019 10:20 Forum: Allgemeines


Mir ist bewusst, dass ich meinen Posten nicht gut ausfülle und das drückt mich erheblich. Daher möchte ich heute ganz öffentlich darüber entscheiden lassen, was mit dem Posten des Praefectus Urbi weiter geschehen soll.

Zu meiner Situation: Es gab noch ein paar Rückschläge und nun möchte mich die Krankenkasse in eine "Reha vor Rente" drücken. Hinzu kommt, dass einer eng befreundeten Familie der Hund gestohlen wurde, was mich weder fröhlich stimmt noch unbeschäftigt lässt. Ich helfe beim Recherchieren mit, wo ich kann und die realen Katastrophen wiegen einfach schwerer als die Pflichten in einem Spiel.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Herius Claudius Menecrates

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RE: Der fünfte Kandidat: 07.11.2019 10:16 Forum: Roma


Menecrates linste zuweilen nach rechts und nach links. Keiner der anderen Preisrichter ließ sich eine persönliche Vorentscheidung anmerken. Daher bemühte sich der Praefectus, jedem Redner den weitestgehend gleichen Applaus zu spenden, um auch sein Urteil nicht im Ansatz erkennen zu lassen.
Ein neuer Redner trat an. Menecrates fragte sich, ob denn überhaupt eine Gleichbewertung möglich war, wenn die Richter beim ersten Kandidaten frisch und unvorbereitet waren, bei den folgenden das Abwägen zu den bereits gehörten Vorträgen nicht ganz abstellen konnten und schlussendlich irgendwann vielleicht an Konzentration verloren. Hin wie her, es galt das Beste daraus zu machen.
Thema: [Subura] Die neue Station
Herius Claudius Menecrates

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RE: Die neue Station - Rohbau/1. Etage 27.10.2019 17:54 Forum: Roma


Im Normalfall pendelte Menecrates zwischen der Praefectura Urbis und der Castra Praetoria. Seit Beginn der Bauarbeiten an der neuen Station kam er tageweise in Bedrängnis, alle drei Anlaufstellen gleichermaßen abzuarbeiten. Deswegen kommandierte er zuweilen von der Station aus, was ansonsten in der Castra stattfand - tageweise natürlich und nicht im Dauerzustand.

"Centurio Octavius", forderte er den Genannten auf heranzutreten. Er wartete, bis dieser vorschriftsmäßig grüßte, denn auf diese Schwachstelle achtete der Praefectus Urbi zuletzt im Besonderen, dann fuhr er fort. "Bei Rückkehr in die Castra, richte meiner Administration aus, sie sollen für die nächste Stabsbesprechung einen Tribun der Garde einladen. Vielleicht übernimmst du dann gleich die Überbringung der Einladung. Als Termin ist PRIDIE NON NOV DCCCLXIX A.U.C. (4.11.2019/116 n.Chr.) vorgesehen. Und habe außerdem ein Auge darauf, dass unsere Soldaten nicht allzu überschwänglich in der Taberna feiern." Er wies mit dem Kopf Richtung der Taverne zum blinden Esel. Ein schauriger Name, wie er fand.

Zu weiteren Aussagen kam er nicht, weil ein Schrei erklang. Sein Kopf ruckte herum und er erblickte ein lädiertes Gerüst. Was es zum Einsturz gebracht hatte, konnte er nicht auf Anhieb erkennen. Das musste untersucht werden. Stöhnen und Fluchen drangen an sein Ohr, bevor hinzueilende Soldaten ihm die Sicht nahmen.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Herius Claudius Menecrates

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weitere Kandidaten 21.10.2019 14:05 Forum: Roma


Die Rede des Valerius Flaccus fiel gut aus. Der Redner hatte Applaus verdient, auch wenn er nicht Menecrates' Sympathie besaß. Momentan lag er vorn. Ob der nächste Kandidat die Möglichkeit besaß, sich an die Spitze zu setzen, konnte der Claudier vorab nicht einmal vage einschätzen, weil er Quintilius Luscus nicht kannte. Alleine diese Tatsache erhöhte die Spannung.
Der Anfang des Vortrags packte Menecrates noch nicht, aber Quintilius steigerte sich. Als der Ausruf 'Roma Victrix!' erklang, berührte er sogar das Herz des alten Soldaten. Für Menecrates stand fest, selbst wenn er einmal nicht mehr aktiv im Militärdienst stand, würde sein Herz immer in diesem Takt schlagen. Ein wenig nachdenklich verfolgte er den Rest der Rede. Sie war gut, ohne Zweifel. Sie berührte ihn auf eine andere Weise als die des Valeriers und leicht würde es nicht fallen, eine der beiden zu favorisieren, weil sie unterschiedliche Stärken besaßen. Menecrates ließ beide in sich nachhallen, wenngleich die Letzte allein vom Ablauf her präsenter als die Vorangegangene war. Er spendete Applaus, während die Gedanken kreisten.
Er konnte sich die Versonnenheit leisten, weil er nicht für den weiteren Ablauf verantwortlich war und so lange keine Aufforderungen erklangen, gab er sich den Abwägungen hin.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Herius Claudius Menecrates

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RE: Der zweite Kandidat: Tiberius Valerius Flaccus 16.10.2019 21:54 Forum: Roma


Die Redekünste des ersten Kandidaten kannte Menecrates bereits aus den verschiedensten Situationen. Das Thema allerdings bildete eine Überraschung und so sah der Praefectus Urbi diesem ersten Beitrag gespannt entgegen. Er fühlte sich angesprochen - wie wohl jeder der römischen Zuschauer. Mit Traditionen, Tugenden und dem Lobpreisen des Reiches erwarb man sich immer seine Wohlwollen. Einzig die Behauptung, jedes Volk müsse sich glücklich schätzen, römischen Standard übernehmen zu können, löste Zweifel aus. Die germanischen Barbaren legten nur bedingt Wert auf Zivilisation und Fortschritt. Sie klebten ebenfalls an ihren Traditionen, was ihnen Menecrates nicht einmal verübeln konnte, weil er selbst an Traditionen hing. Sein Verständnis hielt sich dennoch in Grenzen, weil er germanische Traditionen für primitiv und rückständig hielt.
Der Rede tat dies aber keinen Abbruch und so spendete er Applaus für diese erste Darbietung.

Den zweiten Kandidaten kannte Menecrates ebenfalls: Valerius Flaccus. Bei ihrer letzten Begegnung hatte der alte Claudier den Valerier aus seinem Hauses komplimentiert, weil er dessen Auftreten als unverschämt empfand. Persönliche Vorlieben und Abneigungen durften heute jedoch keine Rolle spielen, denn als Preisrichter musste Menecrates neutral und unparteiisch sein. Er räusperte sich einmal und harrte der Dinge, die kommen sollten.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Herius Claudius Menecrates

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RE: Das Spektakel beginnt 11.10.2019 12:52 Forum: Roma


Menecrates verabscheute Hektik und doch gehörte sie seit längerem zu seinem Alltag. Einzig an diesem Tag hatte er sich alle Termine vom Leib gehalten, was ihn zu einer fatalen Gemütlichkeit verführte. Als er zum Aufbruch endlich hergerichtet war, musste er feststellen, dass auf dem Weg zur Rostra wieder die Hektik an seiner Seite weilen würde, denn nichts wäre peinlicher gewesen als eine Ankunft, nachdem bereits die Preisrichter vorgestellt waren. Und so kam es, dass die Sklaven die Sänfte im Laufschritt und unter zeitweiligem Wechsel der Träger zum Zielort beförderten. Ein wenig übel in der Magengegend und mit verrutschter Toga entstieg Menecrates, wobei er sich erst einer Korrektur des Äußeren unterziehen musste, bevor er zur kleinen Tribüne schritt. Er verabscheute die großen Auftritte und doch wirkte es so, als suchte er genau dieses, weil er als einer der letzten eintraf, nachdem bereits die meisten Ehrengäste saßen und die Zuschauer einen Stehplatz gefunden hatten.

Er grüßte mit Kopfnicken das kleine Gremium und nahm Platz. Sein Blick suchte die unauffällig platzierten Urbaner, die - wie bei jedem größeren Ereignis - für die Sicherheit aller sorgten. Da er deren Positionen kannte, fiel der Kontrollblick kurz aus, während bereits Fanfarenstöße erklangen. Er atmete einmal tief durch und konzentrierte sich auf einen wahrhaft fetten Mann, den allseits bekannten Ausrufer.
Als er vorgestellt wurde, erhob er sich kurz. In winziges Heben des Mundwinkels zeigte dem aufmerksamen Beobachter, dass der heutigen Aufgabe des Praefectus Urbi mehr Vergnügen als Pflicht innewohnte. Im Allgemeinen zierte Ernsthaftigkeit sein Gesicht. Ein wenig verstärkte sich der Anflug eines Schmunzelns, als er den Teil seiner Vorstellung vernahm, wonach er mit dem Wort Gegner zum Schweigen bringen könne. Dessen war sich Menecrates nicht so sicher, wohl aber mit der Waffe. Zumindest kämpfte er weniger gern mit der Zunge. Er nahm Platz und nickte dem nachfolgend vorgestellten Preisrichter, Flavius Gracchus, zu, der das Gremium komplettierte.
"Nun denn…"

Er wandte den Blick nach vorn, freute sich über den Applaus, weil er Vorfreude und Interesse am Ereignis mitteilte und suchte noch einmal nach bekannten Gesichtern in der Menge. Irgendwo mussten auch seine Familienmitglieder sein. Er suchte nach winkenden Händen oder einem geschwenkten Tuch, was aufmerksam machen sollte, fand aber auf Anhieb kein Ziel. Daher hob er zum Gruß an alle noch einmal die Hand, ließ sie sinken und lauschte anschließend den Worten des Flavius Gracchus sowie der Verkündung der Wettbewerbsteilnehmer. Er kannte nicht alle, aber die meisten von ihnen.
Thema: [Subura] Die neue Station
Herius Claudius Menecrates

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RE: Die neue Station - Rohbau/1. Etage 24.09.2019 17:33 Forum: Roma


Nach einem warmen Frühstück rückte auch an diesem Morgen der Mauertrupp an und verteilte sich auf der Baustelle. In den letzten Tagen wuchsen bereits Innenwände aus dem Boden. Die Außenmauern standen bereits. Die leitenden Techniker teilten die anstehenden Arbeiten auf. Es galt, die letzten Innenwände hochzuziehen, Gerüste für das nächst folgende Stockwerk aufzustellen, Kräne für den Materialtransport in die luftige Höhe fanden bereits ihren Platz, der Vorrat an Baustoffen musste auf hohem Niveau gehalten werden und die Deckenkonstruktion herbeigeschafft sowie anschließend eingebaut werden. Nicht alles würde am heutigen Tag umgesetzt werden können. Der leitende Offizier behielt sämtliche Erfordernisse im Auge und koordinierte.

"Pflöcke, Balken und Seile hierher!"
Ein Hilfsarbeiter rief von anderer Position aus: "Wir brauchen Nägel!" Und obwohl er auch selbst zur Lagerstatt hätte eilen können, wandte er sich der bereits begonnenen Aufstellung von Gerüstteilen zu, während sich ein anderer stattdessen um neue Nägel kümmerte.

Menecrates nahm die Baustelle erst gegen Nachmittag in Augenschein. Der leitende Offizier erstattete Bericht, meldete Komplikationen und wenig später die gelungene Behebung eines Baumangels, der gerade noch rechtzeitig entdeckt wurde, bevor weitere Arbeitsschritte ein Ausbessern zwar nicht unmöglich, aber weitgehend umständlich gestaltet hätten.
Thema: [Subura] Die neue Station
Herius Claudius Menecrates

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RE: Die neue Station - Rohbau 11.09.2019 17:07 Forum: Roma


Trotz der überschaubaren Anzahl der im Mauern kundigen Soldaten wuchsen die Außenmauern zusehends. Die zahlreichen Hilfskräfte sorgten stets für Nachschub an Steinen und Mischung, hielten Werkzeuge vorrätig und reichten die Materialien an.
Die Bauleitung behielt den groben Überblick, denn wachsende Mauern machten Hilfsgerüste notwendig. Diese waren bereits vor Wochen in Auftrag gegeben, inzwischen von Schreinern und Zimmerleuten aufgezimmert und gestern angeliefert worden. Heute wurden die ersten gebraucht.
Ein Trupp Hilfskräfte beschäftigte sich ausschließlich mit dem Aufstellen der Gerüste, sobald ein Bauabschnitt die erforderliche Höhe erreicht hatte. Hebezeug kam zum Einsatz, das aus Seilen, Hebeln und Rollen bestand, denn menschliche Kraft sowie Armlänge reichten nicht mehr länger aus. Als die Gerüste standen, wurden Lote angebracht, um weiterhin ein senkrechtes Aufziehen der Mauern zu gewährleisten. Kübel mit Mischung wurden nach oben gehievt und Steine aufgestapelt.
Dort, wo Fenster und Eingänge ausgespart wurden, hievten die Männer vorgefertigte Stürze und zum Abstützen derselben einige Pfosten samt Befestigungsmaterial auf die Gerüste. Menecrates mochte Rundbögen gerne leiden, aber die Station sollte nicht durch Schönheit, sondern durch Zweckmäßigkeit brillieren und sich im Übrigen in das Viertel einfügen. Ein architektonischer Fremdkörper würde das Vorhaben der Integration erschweren.

Bis zum Abend schafften es die Maurer, sämtliche Abdeckungen an den Fenstern und Türen der Ostseite zu verbauen. Die Fassade mit ihren fertigen Fenster- und Türöffnungen wurde mit einem kleinen Umtrunk gefeiert, bevor die Maurer samt Hilfskräften abrückten und die Nachtwache den Bauplatz übernahm. Die Witterung spielte beiden Trupps in die Karten: Die Wachleute wurden nicht nass und die Mörtelmischung floss am Tage nicht fort. Im Großen und Ganzen lag der Baufortschritt im Zeitplan. Die Außenarbeiten sollten lange vor Einbruch des Winters abgeschlossen sein.
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Herius Claudius Menecrates

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27.08.2019 14:39 Forum: Anmeldung


Die Türen der Claudia stehen offen. smile
Als Eltern sollen Lucius Claudius Victor und Cornelia Marcella gelten.

Viel Vergnügen im Spiel!
Thema: [Subura] Die neue Station
Herius Claudius Menecrates

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RE: Die neue Station - Rohbau 25.08.2019 14:10 Forum: Roma


Hätte es sich bei dem Bau um ein Theater, einen Tempel oder ein anderes öffentliches Gebäude bzw. eine mindestens durchschnittliches privates Wohngebäude gehandelt, dann wären anstelle der preiswert errichteten Fundamente Natursteinblöcke eingesetzt worden. Naturstein besaß den Vorteil extremer Witterungsbeständigkeit. Die Feuchtigkeitsaufnahme und -weitergabe schwankte zwar je nachdem ob es sich um Marmor oder Granit handelte, aber insgesamt stellte Naturstein das sinnvollere Material für Fundamente dar. Da Menecrates einerseits Kosten sparen und andererseits sich mit der Station auch nicht allzu sehr von den Umgebungsbauten abheben wollte, entschied er sich für die einfache Variante. Die ausreichende Tragfähigkeit besaß sie allemal und darauf kam es an.

Menecrates erschien noch einmal gegen Mittag, sah sich um und erblickte zum Glück Caesoninus. Er hätte sich nur ungern an eine andere Stütze seiner Bauleitung gewandt.
"Caesoninus, ab morgen beginnen wir ja mit dem Hochziehen der Außenmauern. Ich lege großen Wert darauf, dass die Maurerarbeiten ausschließlich oder mindestens unter stetiger Anleitung von den Optiones bzw. den handwerklich oder ingenieurwissenschaftlich geschulten Immunes durchgeführt werden. Ich will hier keinen durchschnittlichen Urbaner oder gar Tiro am Werk sehen. Maurerarbeiten gehören nicht zu deren Kernkompetenz. Hier können nur Altgediente mit entsprechender Erfahrung eingesetzt werden. Achte bitte darauf. Desweiteren benötigen wir morgen Senklote. Erinnere die Optiones daran. Wenn du nicht alles gleichzeitig schaffst, dann delegiere. Ich habe nämlich noch einen Auftrag für dich."
Menecrates zeigte sich heute locker und schmunzelte kurz, bevor er fortfuhr.

"Wir können einen erheblichen Teil der abgeputzten Tonziegel des Altgebäudes verwenden, aber die reichen natürlich nicht. Stell bitte sicher, dass die Ziegelproduktion in der Fabrica reibungslos läuft. Da vorn", er wies mit einer Kopfbewegung Richtung Norden, "lagern die Holzpfähle, rechts die Weidekörbe mit Schotter, Kies und links die Körbe mit diversen Werkzeugen. Die Transporte mit Tonziegeln sollten unablässig erfolgen und mir scheint, es schleppt sich etwas dahin. Ich kann mich irren, daher prüfe einmal nach."
Thema: Anmeldung
Herius Claudius Menecrates

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24.08.2019 13:21 Forum: Anmeldung


Salve,

ich habe aktuell ein verzwicktes Privatleben (gesundheitlich) und bitte um Verzeihung, dass es so lange gedauert hat, bis ich mich zu Wort melde.
Lass bitte einmal etwas über deine Pläne hören, Romanus. Du kannst das hier tun oder (wie bereits angefangen) per PN. Ich weiß jetzt ja Bescheid und schau täglich ins IR. Die Entscheidung wird dann vermutlich schnell fallen.

Vale
Menec
Thema: Kleine Fragen
Herius Claudius Menecrates

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07.08.2019 17:15 Forum: Ideen-Board


Ich finde nicht die passende Stelle, wo man die Desideraten befreien lassen kann. Vielleicht klappt es auch hier (?)
Thema: An- / Abwesenheiten
Herius Claudius Menecrates

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07.08.2019 17:04 Forum: Allgemeines


Zitat:
Original von Spurius Purgitius Macer
Nicht so pessimistisch, bitte. Meine Großtante hat sich mit über 90 das Genick gebrochen und lebt auch noch! Also einfach nicht unterkriegen lassen und optimistisch nach vorne blicken.

Ich bewerbe mich dann schon mal für den Schutzengel, wenn der eine neue Anstellung sucht. smile
Thema: [Subura] Die neue Station
Herius Claudius Menecrates

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RE: Die neue Station - Rohbau 07.08.2019 17:02 Forum: Roma


Die Fundamente der Außenmauern und der tragenden Wände im Innern der geplanten Station waren bereits in der Nacht fertiggestellt worden, um die eingebrachten Stahlgerüste vor Diebstahl zu schützen. Während der heutige Tag für die Herstellung der verbliebenen untergeordneten Fundamente genutzt wurde, sammelte Menecrates seinen Beraterstab um sich. Unweit erklangen Befehle, die er wahrnahm, während er auf das Eintreffen des Letzten der Gerufenen wartete.

"Baustoffe werden benötigt!", ermahnte ein Centurio die Hilfsarbeiter. "Kies, Kalk und Puzzalon."
Menecrates' Blick streifte über die Bauarbeiter und er zeigte sich zufrieden. Zumindest während seiner Anwesenheit gab sich jeder sichtlich Mühe, einen fleißigen Eindruck zu hinterlassen.


Als Caesoninus einen Bericht anfügte, nachdem er die Anweisung entgegengenommen hatte, wandte ihm der Präfekt seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu. Die überbrachte Beschwerde verwunderte ihn nicht. Er rechnete sogar mit deutlich mehr Viertelbewohnern, die sich zwar gestört, aber nicht bemüßigt fühlten, ihrem Unwillen Luft zu machen. Menecrates nickte verstehend. Die nachfolgende Aussage der Bewohnerin, eine Station sei hier nicht vonnöten, nahm er mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Der Bau wurde lange und von erfahrenen Köpfen abgewogen. Er stellte eine reichspolitische Entscheidung dar, bei dem die persönliche Meinung von Anwohnern kein Gewicht mehr besaß.
"Die Bevölkerung hatte während meines Consulats reichlich Gelegenheit, ihre Meinung und Einschätzung kundzutun. Ich kenne Haltungen wie diese, aber noch viel häufiger wurde mir von Angst und Schrecken berichtet. Wir geben dem Wunsch der Hauptbevölkerung dieser Gegend nach, indem wir eine bessere Versorgungslage schaffen und mehr Sicherheit garantieren. Die Station wird schließlich neben der Sicherheit auch für Brotausgaben und eine bessere medizinische Versorgung dienen. Mach dir also um solcherlei Aussagen keine weiteren Gedanken. Recht kann es man es nie allen machen, sondern unterm Strich muss das Ergebnis stimmen."

Der Letzte des Beraterstabes traf ein und Menecrates blickte in die Runde.
"Ab morgen beginnt der Aufbau der Außenmauern. Da mir die Qualität des ehemaligen Gebäudes mehr als notdürftig erschien, habe ich Mischgeräte konstruieren lassen, die für eine optimale Durchmengung der Baustoffe und des Wassers sorgen. Damit ist gewährleistet, dass die Steine eine belastbare Verbindung miteinander eingehen, was unsere Mauern stabil macht.
Grundlage ist aber das korrekte Mischungsverhältnis, auf das zumindest in der Anfangsphase verstärkt geachtet werden muss. Hat sich alles eingespielt, können die Kontrollen verringert werden. Ich habe für jeden einen Handzettel, auf dem das Verhältnis der Baustoffe zueinander steht."
Er ließ Zettel verteilen.

"Das Mischungsverhältnis soll 2:1:1 sein - also zwei Teile Kies auf ein Teil Kalk und ein Teil Vulkansand. Wasser wird zunächst sparsam zugegeben. Uns nützt es nichts, wenn die Mischung zu flüssig wird."
Thema: An- / Abwesenheiten
Herius Claudius Menecrates

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Hits: 522.371
27.07.2019 18:04 Forum: Allgemeines


Zitat:
Original von Iulia Stella
Da bei meiner Frau gerade ganz ähnliche Dinge gelaufen sind in den letzten 6 Monaten kann ich dir gut nachfühlen. Ich wünsche dir alles Gute und vor allem gaaaaanz viel Geduld und Kraft!

Danke! Jetzt erst gesehen. Ich habe heute von einem weiteren Fall (aus Österreich) gehört, wo die gravierenden gesundheitlichen Probleme auch kein Ende nehmen wollen. Gesellschaft tröstet etwas.
Bei mir jedenfalls folgte nur 2 Tage nach obigem Post ein weiterer Sturz und natürlich wieder auf die betroffene Hand. Ich weiß nicht, ob die Angst größer war oder das Kotzen. Rückfall bei der Schmerzkrankheit natürlich... Sollte ich einmal gar nicht mehr schreiben, habe ich mir das Genick gebrochen.
Thema: [Subura] Die neue Station
Herius Claudius Menecrates

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RE: Die neue Station - Fundamente 27.07.2019 18:00 Forum: Roma


Ein Teil der vom Architekten berechneten Eisengerüste stand bereits in der Nähe der Außenfundamente zum Einbau bereit. Weitere wurden gerade mit Hilfe von Maultieren herangeschafft. Sollte der Einbau aller Gerüste nicht bis zum Einbruch der Dunkelheit erfolgt sein, würden aus dem nahen Castellum weitere Hilfsarbeiter abkommandiert werden müssen, denn allein die Gegend mit all ihrem Gesindel barg die Gefahr von Diebstahl, was den Baufortschritt gefährden würde. Man würde also im Schein von Fackeln weiterarbeiten müssen.

Wie befürchtet, trat dieser Umstand ein und die Soldaten schufteten bis etwa Mitternacht. Dann erst war alles Material verbaut. An Schlaf war für die Bewohner dieser Gegend kaum zu denken, denn bis dahin hallten Anweisungen in erheblicher Lautstärke durch die Nacht. Die Werkzeuge plumpsten zu Boden und blieben liegen, während manch geschundener Rücken geradegebogen wurde. Wachmannschaften lösten die Bauarbeiter ab, die mehr zurück zu ihrer Stube schlichen als dass sie schritten. Die Außentemperaturen forderten zusätzlich zur körperlichen Erschöpfung ihren Tribut, denn Abkühlung erfolgte bestenfalls im letzten Teil der Nacht.
Bei Anbruch des neuen Tages inspizierte der Praefectus Urbi den Platz. Während sein Blick über die nicht vollständig ausgehärteten Fundamente glitt, luden Soldaten mit Unterstützung von Hilfsmanschaften eintreffende Materialien ab: weiterer Kies und Kalk, aber auch bereits Gerätschaften und Teile für den anstehenden Gerüstbau. Nägel, Schaufeln und frisch geschliffene Äxte, sowie Seile fanden nur wenig abseits ihren Platz. Das Holz lagerte an anderer Stelle.

"Caesoninus", sprach Menecrates seine rechte Hand an. "Wirfst du heute einen prüfenden Blick auf die Listen, die von den Schreibern erstellt werden. Ich möchte sicher gehen, dass alle eingehenden Lieferungen ordnungsgemäß erfasst und archiviert werden. Ich brauche einen Überblick über die Kosten, den Verbrauch und am Ende den Abgleich mit dem Budget."
Eine Ziegellieferung übertönte beim Abladen die letzten Worte.
Thema: [Subura] Die neue Station
Herius Claudius Menecrates

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RE: Die neue Station - Fundamente 11.07.2019 19:43 Forum: Roma


Wieder kontrollierten die Vermesser. Sie verglichen die Maße vor Ort mit den Angaben der Entwürfe vom Grundriss. Nur zwei Pfähle wurden noch leicht verrückt, dann zeigten sie sich zufrieden und meldeten den Abschluss ihrer Tagesaufgabe. Ein von unzähligen Stangen und mehreren Seilen markierter Stationsgrundriss war auch für den Laien auf dem Baugrund gut zu erkennen.

Menecrates, der kurz zuvor eingetroffen war, zeigte sich zufrieden. Ein prüfender Blick gen Himmel, läutete den Befehl ein.
"Bis zur Dämmerung wird noch Eisen zur Stabilisierung der Fundamente in die Schächte verbracht, damit morgen gleich zu Tagesbeginn die Verfüllung beginnen kann."

Da nicht auf jungfräulichem Grund gebaut wurde, sondern sowohl das Altgebäude als auch die säumenden Straßen den Boden allerort stark verdichtet hatten, verkürzte sich die Bauphase zum Anlegen der Fundamente. Es gab nirgends Bausand einzubringen und demzufolge auch nicht zu verdichten. Dafür hielt dann das Ausschachten des über Jahrzehnte verfestigten Untergrundes, dort wo abweichend vom bisherigen Gebäude ein Fundament benötigt wurde, die Hilfsarbeiter auf Trab. Dieser Schwierigkeit wurde aber bereits im Bauentwurf Rechnung getragen und wo es ging, auf die alten Grundmauern gesetzt.

"Die Bewehrung sollte heute noch zu schaffen sein, wenn sich alle ranhalten. Hab ein Auge darauf", sagte Menecrastes zum Abschluss zu Caesoninus. "Frohes Schaffen! Ganz lange wirst du mir wohl nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn dein ambitioniertes Vorhaben im Cursus Honorum gelingt." Er lächelte. Natürlich würde er den Iulier unterstützen. Mit einem Nicken und einem Handgruß verließ er den Bauplatz, um sich den anderen Verpflichtungen anzunehmen.
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