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Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Norius Carbo

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RE: Der fünfte Kandidat: 03.11.2019 20:36 Forum: Roma


Carbo hatte wie versteinert hinter der Rostra gestanden und einem Redner nach dem anderen gelauscht. Oh Mann, die waren alle so gut!
Er spürte schon, wie ihm in der Magengegend schön langsam so richtig schlecht wurde.
Ein Glück nur, dass ihm in seiner Nervosität nicht das ganze Ausmaß der Szenerie bewusst wurde. Gleich würde er auf die Rostra steigen, jenes altehrwürdige Objekt menschlicher Handwerkskunst, und von dort zum Volke Roms sprechen, genau an jener Stelle, wo früher einst schon so große Namen wie Lucius Appuleius Saturninus, oder Marcus Tullius Cicero die römischen Bürger mit ihrer Wortgewalt beeindruckt hatten. Denn wäre es so, nicht einmal die Götter hätten es verhindern können, dass Carbo sofort auf der Stelle in Ohnmacht fiel.

Er erschrack auch so schon heftig genug, als er plötzlich von oben herab Calpetanus' Ankündigung seiner Person vernahm. Carbo schluckte, fuhr sich noch einmal durch die Haare und begann dann die erste Stufe emporzusteigen. Es war ihm, als würde jede Stufe immer höher und immer schwerer zu erklimmen sein, als die letzte, doch nach einer gefühlten Ewigkeit (real waren es nur einige kurze Momente) stand er endlich oben auf der Rednertribüne. Aberhunderte von Augenpaaren waren auf ihn gerichtet. Vor so vielen Menschen hatte Carbo noch nie gesprochen. Einen Moment stand er einfach nur da und blickte wie ein gelähmtes Rehkitz in die Masse unter sich. Schon wollte er ansetzen zu sprechen, doch der Anfangssatz war ihm entglitten. Noch einmal schluckte der Junge und sah kurz zu Boden, ehe er aufblickte und zu sprechen begann, so laut und deutlich wie er es im Moment schaffte:

"Ihr Bürger Roms,

ich bin heute hier, um euch zu berichten, wie Rom auf jemanden wirkt, der nicht so ist wie ihr. Ich spreche von Menschen, die anders als ihr erzogen wurden, die zu anderen Göttern als ihr beten und was das wichtigste ist, die nicht die römischen Bürgerrechte inne haben. Von Peregrini.
"

Carbo stand einfach nur da und sprach seine ehrlich gemeinten Worte. Ohne künstliche Betonung, oder große Gesten. Wieso sollte er auch, er hatte nie von einem Rhetor all diese Feinheiten gelernt. Wenn er Pech hatte, würden ihm die Leute das negativ ankreiden, mit ein wenig Glück jedoch würde das seiner Rede zugute kommen und seine Einfachheit und Bescheidenheit unterstreichen und bestärken, mal sehen. Unverändert sprach er weiter, dabei ruhig auf seinem Platz stehend und einmal dahin und mal dorthin in die Menge blickend und fallweise die Hände für kleinere Gesten einsetzend.

"Mein Name ist Norius Carbo, Bediensteter des imperialen Cursus Publicus und schon mein ganzes Leben lang bin ich einer dieser Peregrini. Lasst mich euch davon erzählen, wo ich herkomme und wie ich aufwuchs, damit ihr die Schönheit und die Strahlkraft Roms umso mehr erkennt, ihr, die ihr das volle Bürgerrecht genießt.
Geboren bin ich in Noricum als Nachfahre einer Linie großer norischer Häuptlinge und erzogen wurde ich von einem Griechen. Keiner der genannten hatte jemals von sich behaupten können Römer zu sein und ich denke das hat sie auch nicht weiter gestört. Ich aber, sah das schon als Kind anders. Schon in jungen Jahren wusste ich, dass Rom allein die Zukunft ist und allein der Umstand, dass ich heute überhaupt hier vor euch stehe und zu euch spreche, ist Rom geschuldet. Ich verdanke so viel diesem wunderbaren Ort. Rom gab mir in Germania Superior Essen und Obdach neben einer guten Arbeit und später bekam ich sogar als bloßer Peregrinus die Chance mich im fairen Wahlwettstreit, ganz nach römischer Tradition für ein Amt als Magister Vici durchzusetzen und damit den Grundstein für eine politische Karriere in der Provinz zu legen.
Ja und hier in Rom selbst hat mich der Dienst im Cursus Publicus wohlhabend gemacht. Ich verdiene ein solides Einkommen und muss keine Not mehr fürchten. Alles was ich heute habe und alles was ich heute bin verdanke ich Rom!

Rom alleine hat dafür gesorgt, dass es mir an nichts fehlt und dass ich sicher von Gallien nach Italien reisen kann, ohne fürchten zu müssen in die Fänge mordlustiger Barbaren zu fallen. Dank Rom gibt es Frieden in der Welt und jeder erhält von ihr das Geschenk der Zivilisation, sowohl die Römer selbst, als auch wir Peregrini und das ist gut so!

Denkt euch nur einmal für einen kurzen Augenblick eine Welt in der es Rom nicht gibt. Was das für ein Ort wäre und wie die Menschen dort leben müssten. Wolltet ihr in so einer Welt leben? Ich sage euch, Bürger, ich nicht! Rom ist die Zukunft und der Quell allen Gutens und Fortschrittlichen und ich werde weiter daran arbeiten und nicht ruhen, ehe auch ich das Bürgerrecht erhalte und zu euch gehöre.
Rom ist das irdische Elysium und wird nicht eher fallen, als auch der Rest der Welt zu Grunde geht!
"

Hatte er alles gesagt? Carbo war sich nicht sicher. Er hatte alles gesagt, was ihm sagenswert erschien, so blickte er noch einmal kurz in die Menge und deutete kurz eine Verbeugung an, ehe er sich umdrehte und die Treppen der Rostra wieder hinabschritt. Noch immer konnte sein Geist nicht fassen was gerade passiert war, doch später dann am Abend würde er -unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs- ein riesiges Gefühl des Stolzes in sich spüren und zur Feier des Ereignisses mächtig in der Taverna Apicia anstoßen. Er, Norius Carbo hatte in Rom am Forum Romanum von der Rostra aus zum römischen Volk herab gesprochen! Welcher andere seiner Bekannten in Mogontiacum konnte das von sich behaupten? Die Wege der Götter waren meistens wirklich unergründlich. Ob sich wohl jetzt dadurch auch mehr Römer seinen Namen gemerkt hatten? Er würde das wohl bei seiner Arbeit sehen in den kommenden Tagen.
Thema: Betriebe
Norius Carbo

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22.10.2019 19:00 Forum: WiSim und Technik


Bitte meinen neuen Malerbetrieb freischalten, danke!

(Und als NSC-Aedil gleich ein paar Edelhölzer produzieren, falls ich das hier auch erbitten kann)
Thema: [Atrium] Die Kunst des Opferns
Norius Carbo

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RE: [Atrium] Die Kunst des Opferns 22.10.2019 18:45 Forum: Domus Iulia


Mit all dem Zeug im Arm folgte Carbo dem Ianitor über die Schwelle der Domus Iulia.
Staunend blickte er sich im Atrium um. So also lebten Roms bessere Kreise!
Persönlich hatte er diese ja schon fallweise kennengelernt, so wie im Falle des ehrenwerten Senators und Pontifex Flavius Gracchus, doch ihre Häuser hatte er bislang doch noch nicht gesehen.
Carbo drückte die Gegenstände in seinem Arm etwas fester. Jetzt bloß nichts fallen lassen! Wie peinlich wäre das wohl. Der Sklave wies Carbo an, doch solange hier zu warten, während er Caesoninus
holen ginge, also machte es sich Carbo bis dahin gemütlich, sich dabei trotzdem unablässig umsehend.
Thema: prima il dovere, poi il piacere ~ erst die arbeit, dann das vergnügen
Norius Carbo

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RE: prima il dovere, poi il piacere ~ erst die arbeit, dann das vergnügen 22.10.2019 18:40 Forum: Mercatus Urbis


"Danke sehr!"
Leicht ächzend stützte sich Carbo auf Angus. So sollte es halbwegs gehen, zumindest, wenn es nicht allzu weit weg von hier wäre.

Erwartungsvoll blickte er zu ihrer beider Wohltäterin.
"Von mir aus können wir losgehen!"
Thema: Schneiderei "Zur flinken Nadel"
Norius Carbo

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Neue Kleider für Carbo 17.10.2019 01:40 Forum: Mercatus Urbis


Wäre Amir und nicht Thula hier vor Carbo gestanden, der Junge hätte sofort gewusst mit wem er es zu tun hatte. Die beiden hatten zusammen immerhin ein ordentliches Abenteuer miteinander erlebt, da vergaß man das Gesicht des anderen nicht so schnell.
Ziel des Unternehmens war genau jene Frau gewesen, die jetzt vor ihm stand und nach seinem Begehr fragte, doch Thula war erst ganz am Ende in seinem Wahrnehmungsfeld aufgetaucht, als alles schon vorbei gewesen war und bloß wegen ein paar weniger Augenblicke der tatsächlichen Begegnung blieb doch kein Gesicht eines Fremden lange genug im Gedächtnis haften, um es dauerhaft abzuspeichern.

So war es jetzt also ein ganz besonderer Witz von den Göttern, dass Carbo eben jene Frau hier vor sich nicht erkannte, wegen der er damals so viel auf sich genommen hatte. Eine kurze Berührung einer Ahnung des Bekannten gab es zwar in einem weit hinten gelegenen Winkel seines Hirns, doch er war zu schwach um den Funken der Erkenntnis überspringen zu lassen. So also grüßte er höflich und unverzagt seine Bedienung: "Salve! Ich möchte mich gerne ganz neu einkleiden, falls es keine Umstände macht. Ich brauche Tuniken in verschiedenen Stoffstärken pro Jahreszeit und auch über ein oder zwei Hosen würde ich mich freuen. Dazu dann auch passende Wämser und alles bitte von guter Qualität."
Carbo war kein Römer also sagte er sich, dass er durchaus hin und wieder Hosen tragen durfte, wenn ihm der Sinn dabei stand. Besonders bei schweren Holzarbeiten zog er Wams und Hose einer luftigen Tunika jedes Mal vor.
Thema: Wie hat dich ein Gott, Medea, gestürzt / In verschlingende Strudel des Unglücks! – Eine Pantomime
Norius Carbo

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RE: Medea – Das Stück ist aus 17.10.2019 01:26 Forum: Panem et Circenses


Man konnte Carbo für verrückt erklären oder auch nicht, aber diese Pantomimen hatten etwas für sich! Ja er konnte von sich behaupten richtig gut unterhalten worden zu sein. Er musste in der nächsten Zeit auf jeden Fall die Augen unter Roms Theatern offen halten, ob dort nicht weitere solche Stücke gespielt wurden, denn er wollte mehr von dieser Art sehen. Pantomime war eine völlig neue Art Theater für ihn und besonders der Schluss hatte ihm enorm imponiert.
Das tragische Schicksal einiger Protagonisten war besonders schlimm und unverblümt dargestellt worden, Carbo hatte nach Luft geschnappt und dabei wie gebannt beobachtet, als das vergiftete Seidenkleid -im Spiel- seine tödliche Wirkung entfaltete. Auch sonst war alles sehr drastisch und unverhüllt gezeigt worden was Gewalt und Tod anging. Sowas kannte er auch nicht aus Mogontiacum.
Nicht auszudenken was die Leute gesagt hätten, wenn er nur damals seine Stücke so extrem auf der Bühne präsentiert hätte. Aber diese Art Theater sagte Carbo zu, es zeigte wie die Welt wirklich war und dass der Tod nicht bloß ein sanftes Entschlafen bedeutete, wenn man erschlagen, oder vergiftet worden war. Das musste er sich unbedingt merken für künftige theatralische Darbietungen in Germanien.

Doch der Höhepunkt war für ihn definitiv der fliegende Drachenwagen. Ein echtes Wunder der Technik, dessen imposante Darstellung Carbo die Nackenhaare zu Berge stehen ließen. Nein, was gab es nicht alles an Wundern in der Ewigen Stadt!
Er war wirklich froh diese Aufführung heute besucht zu haben, er war sehr gut unterhalten worden.
Als das Stück dann (leider) zu Ende war und die Leute ringsum aufstanden, um nachhause zu gehen, machte sich auch Carbo schön langsam auf den Weg zurück zur Taverna Apicia, den Kopf gefüllt mit vielen neuen Ideen.
Thema: Porta Iuliana | Eingang
Norius Carbo

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RE: Die nächste Stunde 17.10.2019 01:07 Forum: Domus Iulia


Jetzt versprach es ernst zu werden.
Als der iulische Ianitor öffnete, bekam Carbo für einen kurzen Moment kalte Füße. Dieses Haus, dieser Torsklave, alles wirkte so schick und vornehm, was hatte er nur unter solchen Leuten zu suchen? Aber er hatte andererseits ein Schreiben, dass ihm klar sagte, dass er eine Berechtigung hatte hier zu sein weshalb er sich zusammenriss und mit möglichst deutlicher und ungebrochener Stimme sprach: "Salve, mein Name ist Norius Carbo. Gaius Iulius Caesoninus erwartet mich."

Und zur Bekräftigung seiner Worte zeigte er dem Sklaven das Handschreiben des Iuliers, dass er ihm in die Taverna Apicia gesandt hatte.
Thema: Dringend gesucht!
Norius Carbo

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17.10.2019 00:56 Forum: WiSim und Technik


Ist dieses (NSC-)Aedil-anschreiben und um Produktion einer Ware bitten eine simOn oder eine simOff-Sache?

Des weiteren steht im Zitat römische Bürger haben nach (4) das Recht einen Antrag auf Produktion zu stellen, Carbo ist aber Peregrinus, also darf er nicht, oder?

Und wo kann man diesen NSC-Aedil anschreiben? Hier im Thread wenns eine simOff-Sache ist und/oder im Sprechsaal der Aedile wenn das ganze ein simOn-Ding ist?

Über zusätzliche Aufklärung würde ich mich sehr freuen.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Norius Carbo

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RE: Das Spektakel beginnt 09.10.2019 11:27 Forum: Roma


Hochgradig nervös wandelte Carbo in seinen besten Sachen durch die Straßen der Ewigen Stadt. Er war auf dem Weg von der Taverna Apicia zum Forum Romanum, wo er heute an einem Wettstreit der Rhetoren teilnehmen wollte. Wie war er nur in sowas wieder hineingeraten? Er war ja nicht mal ein Römer, geschweige denn Rhetor! Aber vor fast zwei Wochen, als er den Aushang gesehen hatte, hatte er es noch für eine sehr gute und witzige Idee gehalten, sich ein wenig aufregender die Zeit in der Hauptstadt zu vertreiben, ehe er sich nach Cumae aufmachen wollte. Wieso er so lange mit dieser Reise wartete wusste er selbst nicht ganz. Irgendwie fühlte er, dass der richtige Augenblick noch nicht gekommen war. So also blieb ihm bis dahin nichts anderes übrig, als brav seiner Arbeit nachzugehen, das Opfern zu lernen und an gesellschaftlichen Ereignissen wie dem heute teilzunehmen. Letzteres im wahrsten Sinne des Wortes.
Auch wenn Carbo geschickt im Umgang mit Worten war und sich auszudrücken verstand, war das was da auf ihn heute zukommen würde, wohl eine ganz andere Liga. Aber es schadete ja nichts, wenn er es trotzdem versuchte. Im besten Falle hatte er Spaß dabei!
Was seine Rede anging, so hatte er sich für eine ganz schlichte und bodenständige entschieden, die er heute vortragen wollte. Ohne rhetorische Ausschmückungen, Pomp und Beiwerk, eben ganz den nördlichen Gepflogenheiten entsprechend. Direkt und unverfälscht.

Als Carbo am Forum ankam, fand er eine schon versammelte, größere Menschenmenge vor. Und die alle sollten ihm heute zuhören? Na das konnte ja was werden. In Mogontiacum war das mit dem Reden halten ja noch etwas anderes gewesen. Das war am Rande der zivilisierten Welt gewesen, wo höchstens die Provinzverwaltung als "gehobene Gesellschaft" auftrat. Hier aber hatte er gehört sollte die Frau des Augustus persönlich ebenfalls zuhören! Neben all den mächtigen Senatorengeschlechtern natürlich, die diese Chance wahrnehmen würden, um um die Kaiserin herumzuschlarwenzeln und ihr öffentliches Profil und Ansehen zu schärfen. Ja, das konnte heute wirklich heiter werden für Carbo. Noch eine Spur nervöser bahnte er sich den Weg durch die schwatzenden und lachenden Menschen zur Rostra hin und betrat das Areal hinter dieser, wo die Redner auf ihren Auftritt warten sollten. Schüchtern grüßte er die bereits Anwesenden: "Salve", und stellte sich danach auf eine -hoffentlich- unauffällige Stelle, um das zu erwarten, was da kommen wollte.
Thema: Dringend gesucht!
Norius Carbo

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09.10.2019 11:02 Forum: WiSim und Technik


Da im grünen Wohnbereich der WiSim totale Flaute herrscht, wäre ich bereit es mit einem Malerbetrieb zu versuchen, jedoch bevor ich mich in unnötige Unkosten stürze, müsste ich sichergehen, dass der Nachschub an Edelhölzern gewährleistet ist!

Kann da jemand was machen bzw. der Staat?
Thema: Porta Iuliana | Eingang
Norius Carbo

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Die nächste Stunde 29.09.2019 13:09 Forum: Domus Iulia


Mehrere Tage vergingen, seit der letzten Unterrichtseinheit, ehe Carbo endlich den erwarteten Brief von Iulius Caesoninus bekam. In weiteren zwei Tagen würde also ihr nächstes Treffen in der Domus Iulia stattfinden!

Wie versprochen übte sich Carbo jeden Tag an den mitgenommenen Gegenständen und es dauerte nicht lange, bis er die Bedeutung eines jeden Gegenstands im Bezug auf den Opferritus im Schlaf aufsagen konnte. Hoch motiviert und mit den Gegenständen des Iuliers unterm Arm stapfte Carbo also aus der Taverna in Richtung Esquilin. Hier oben war er noch gar nicht gewesen, es schien aber eine richtig vornehme Wohngegend zu sein. Er musste zwar zwei Mal nach dem Weg fragen, aber schlussendlich fand er die Domus Iulia. Von außen nicht gerade etwas besonderes, aber das war ja bei römischen Häusern und Villen normal, dass sie ihre Pracht und ihre Herrlichkeit erst im Inneren entfalteten. Carbo atmete noch einmal tief durch, ehe er zur Porta trat und anklopfte.

T o c k

T o c k

T o c k
Thema: Schneiderei "Zur flinken Nadel"
Norius Carbo

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RE: Schneiderei "Zur flinken Nadel" 29.09.2019 00:40 Forum: Mercatus Urbis


Bislang war Carbos Plan in Rom Geld zu verdienen voll aufgegangen. Vergleichbar mit allen anderen Stellen, die er bislang inne gehabt hatte, bekam er jetzt als Stationarius ein geradezu fürstliches Gehalt. Jeder andere wäre an seiner Stelle wohl einfach in Rom in seiner bequemen Position verblieben. Derjenige hätte sich wohl ein wenig etwas angespart, davon sich ein kleines Häuschen in den Außenbezirken gekauft und eine Familie gegründet und danach wäre er für den Rest seines Lebens als Bediensteter im Dienst des Cursus Honorum verblieben und anschließend in Rom gestorben. Doch nicht so Carbo. Er wusste warum er hier war und deshalb blieb er auch trotz seines neuen, hohen Gehalts weiterhin absichtlich in seiner kleinen Kammer in der Taverna Apicia wohnen, anstatt sich etwas bequemeres zu mieten. Er war nur auf Zeit hier.

So blieb er immobilientechnisch zwar am Bettlerstab, jedoch in Belangen seiner Garderobe war es wohl schön langsam an der Zeit etwas zu unternehmen. Der Junge lief nämlich immer noch in seinen einfachen Schreiberfetzen aus Mogontiacum herum, ein ändernswerter Umstand. So machte er sich also auf, um ein Schneidergeschäft zu suchen. Unterwegs stiegen Bilder vor seinem inneren Auge auf, wie er sich seine neuen Tuniken vorstellte. Am besten mehrere bunte Kleidungsstücke, am besten teils noch gemustert. Ganz neu einkleiden wollte er sich, damit er seine alten Kleider baldmöglichst loswerden konnte. Ein Schmunzeln entglitt ihm beim Gedanken, dass ihn niemand mehr zuhause in Mogontiacum wiedererkennen würde, wenn er mit seinen feinen Stoffen dort erst aufkreuzte.
Endlich fand er ein ansprechendes Geschäft, „Zur flinken Nadel“, hieß es. Trolliger Name. Hier wollte er seine neuen Gewänder erstehen. So betrat Carbo das Geschäft und sah sich um.
Thema: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde
Norius Carbo

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RE: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde 22.09.2019 23:18 Forum: Roma


Der Klang des Wortes „Minor“ war jenes fehlende Stück, das das Bild vervollständigte und plötzliche Klarheit über die schon längst vergessen geglaubte Erinnerung verschaffte. „Oh, Minor! Genau, Flavius Gracchus Minor, das war der Name des Offiziers!“ Beim Bewusstwerden dieser Erkenntnis weiteten sich Carbos Augen und er schnappte nach Luft. „So will es also doch wahr sein, dass ich vor Jahren einst deinem Sohn höchstselbst begegnet sein soll?“ Überwältigt von so einer Fügung der Götter kratzte er sich als aller erstes einmal am Hinterkopf. „Doch jetzt, wo ich den Namen wieder weiß, fällt mir auch der Rest jener Begegnung wieder ein. Damals war ich Stadtschreiber in der Kommunalverwaltung und wollte meinen Feierabend auf ein paar Krüge Wein in der Taverne begehen, als ich auf den tribunus laticlavius Manius Flavius Gracchus Minor traf. Ich weiß noch, dass wir über meine ehemaligen Pläne gesprochen hatten in die Armee einzutreten und ich... erzählte ihm auch von dem Anschlag auf mich, was letztendlich einer Einschreibung zum Militärdienst zuwidergekommen war. Oh, Götter ist das alles schon lang her, bestimmt hat dein Sohn mich längst vergessen. Aber ich weiß auch noch, dass ich ihm auch von meiner echten Heimat in Noricum erzählt habe... und am Ende, hm.. hab ich ihn gefragt, ob ich nicht sein Klient werden dürfte, doch es kam nicht dazu, wieso weiß ich jedoch nicht mehr.“ Da gab es über eine Million Menschen in dieser riesigen Stadt Roma, dem Haupt der Welt und Carbo trag ausgerechnet jenen einen Senator, der der Vater des einzigen Patriziers war, den Carbo jemals in Mogontiacum kennengelernt hatte! Was es nicht alles gab auf der Welt.

Mit Freuden hörte der Junge anschließend die wohlwollenden flavischen Worte zu seinem Werk als Amtsträger. Anscheinend interessierten sie sich beide für Kunst und Kultur. In einer Welt in der Norius Carbo Römer gewesen wäre und zudem bestenfalls ranggleich (oder wenigstens annähernd), er war sich sicher, er und Gracchus wären gute Freunde geworden.

Als dann dieser es so auffasste, dass Carbo all sein Eigen und seine Zukunft in Mogontiacum zugunsten eines Lebens in Rom aufgegeben hatte, lächelte er und antwortete: „Ganz im Gegenteil, o Senator, ich bin hier in Rom gerade damit ich meine begonnene Karriere in Mogontiacum fortsetzen kann.“ Er unterbrach kurz und rutschte etwas auf der Bank hin und her, um es sich wieder bequemer auf seinem Sitzplatz zu machen, ehe er fortfuhr: „Zu einem weile ich in Italia, um bald das Orakel von Cumae aufzusuchen und dies verbinde ich gleich mit einem längeren Aufenthalt hier in Roma, um mir einige Geldreserven anzulegen für die Zeit meiner Rückkehr in den Norden, um in Mogontiacum als Aedil zu kandidieren. Als ich damals deinen Sohn getroffen hatte war das erst kurz nach meiner Genesung gewesen. Ich wollte nur noch weg aus dieser Stadt in der ich fast mein Leben verwirkt hätte und ich wollte wirklich nach meinem Besuch beim Orakel in Rom verweilen. Doch die verstrichene Zeit seit damals und meine beiden zusätzlichen Lebensjahre haben mich weiser gemacht. Selbst wenn ich mir einmal meinen großen großen Traum erfülle und ein vollwertiger römischer Bürger wäre, so wäre ich in Rom trotzdem stets ein Niemand. Ein Namenloser, der nicht auffällt und für den sich niemand interessiert. Alle Aufstiegschancen wären mir unmöglich in dieser Stadt neben den wahren Römern und den großen Familien. In Mogontiacum oben an der Reichsgrenze jedoch kann ich etwas bewegen. Ich kann in der Ämterhierarchie weiter aufsteigen, nachdem ich ja schon einen Fuß in der Tür habe und so will ich mich nach meiner Rückkehr vollends in Germania Superior niederlassen und mich mit all meinen Fähigkeiten und Talenten dafür einsetzen diesen Flecken Lands zu einem noch besseren und lebenswerteren Stück Heimat für die Einwohner zu machen, als er es jetzt schon ist.
Thema: The voice of Rome
Norius Carbo

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21.09.2019 21:55 Forum: Ideen-Board


Ist simOn das Thema der zu haltenden Rede den Teilnehmern jetzt schon bekannt?
Thema: [Forum Iulium] Templum Veneris Genetricis
Norius Carbo

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RE: Übung macht das Opfer 17.09.2019 02:42 Forum: Templa Urbis


Für das, dass es dieses Mal nur um ein paar Gegenstände gegangen war, fühlte sich Carbos Kopf ziehmlich angefüllt an. Doch irgendwie war er doch enttäuscht, als Caesoninus verkündete, dass die heutige Lektion schon wieder zu Ende sein sollte.
Naja, man musste ja beim ersten Mal nicht gleich übertreiben. So war Carbo schon umso mehr gespannt, als der Iulier ihm eröffnete, er solle die heute behandelten Gegenstände mit nachhause nehmen und dass die nächsten Treffen zudem bei Iulius Caesoninus zuhause stattfinden würden. Weil er dann nicht mehr Aedituus, sondern Vigintivir wäre? Schon etwas gewagt sowas vor der Wahl herumzuposaunen, doch andererseits konnte man das ja auch als besonderes Selbstvertrauen auslegen.

Als Carbo dann die Wachstafel gereicht wurde, kritzelte er rasch seinen Namen und die Adresse der Taverna Apicia drauf. „Hier hast du sie zurück. Na dann, Gaius Iulius, freue ich mich bereits auf unser nächstes Treffen und ich verspreche ich werde bis dahin fleißig lernen. Vale bene!
Und mit diesen Worten sammelte Carbo die Dinge auf dem Tisch auf und verließ den Tempel.
Thema: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde
Norius Carbo

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RE: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde 17.09.2019 02:23 Forum: Roma


Carbo wurde hellhörig, als der Senator erwähnte sein eigener Sohn wäre ungefähr zu jener Zeit in Germania als Tribun gewesen. Sollte es etwa sein, dass... doch nein, der Zufall wäre zu groß gewesen. Dennoch hatte Gracchus‘ Erwähnung in Verbindung seines Namens und der gerade besprochenen Sache initiiert, dass sich etwas längst vergessen geglaubtes begann in seinem Gedächtnis hochzuarbeiten, jedoch um diese Information bewusst begreifen zu können steckte es noch zu tief in seinem Inneren. Doch es hatte Carbo auf etwas gebracht. „Der erwähnte Tribun pflegte sich stets mit besonders gewählten Worten in gehobener Sprache auszudrücken. Bestimmt war er Patrizier. Darf ich fragen, wie dein Sohn heißt?

Als dann Gracchus wirklich von seiner vergangenen Amtszeit hören wollte, machte ihn das schon sehr stolz, dass ein richtiger echter Senator Interesse an seinem Leben zeigte. So setzte er sich in noch aufrechterer Position hin, als er sowieso schon gesessen hatte und begann zu erzählen: „Ich war Magister Vici für den Vicus Apollinensis der Stadt Mogontiacum. Als solcher hatte ich stets ein offenes Ohr für die Bürger meines Vicus zu haben und ihnen bei ihren Problemen zu helfen. Daneben wollten natürlich auch die lares vicani die ihnen gebührende Aufmerksamkeit durch tägliche Trankopfer. Das waren die allgemeinen Pflichten meines Amtes. Daneben gab es dann noch meine eigenen Projekte, die ich zum Wohle der Götter, Geister und Menschen der Stadt umgesetzt habe. Für die Menschen ließ ich das städtische Theater reparieren und wieder öffnen und es ein Jahr lang durchgehend von einer eigens angeheuerten Schauspieltruppe aus Vindonissa bespielen. König Ödipus, Kyklops, Medea, Lysistrata, einfach alles was das Herz begehrte ließ ich auf die Bühne bringen.
Carbo machte eine kurze Pause. Für einen Moment schwelgte er wieder in dem fröhlichen Theaterreigen, den er da einst im Norden veranstaltet hatte. Ach, was war das herrlich gewesen! Doch hier in Rom gab es sowieso jeden Tag gleich in mehreren Theaterbauten die diversesten Aufführungen, weshalb der Senator wohl nicht viel besonderes in diesem Teil von Carbos Bericht bemerken mochte. Schade eigentlich. Doch vielleicht wusste man das nur zu schätzen, wenn man aus dem Norden kam und aus eigener Erfahrung wusste, wie das so war, wenn Spektakel die Ausnahme (und damit etwas besonderes), denn die Regel waren.

Doch Carbo fuhr fort: „Für die Götter und Geister hatte ich ebenfalls ein Geschenk. Während meiner Amtszeit war es mir mein besonderes Hauptanliegen gewesen alle Straßenschreine an den großen Wegkreuzungen zu reinigen und wenn nötig zu renovieren. Insgesamt wurden zehn Schreine gereinigt und -falls nötig- repariert, während sechs weitere Schreine durch Neubauten komplett ersetzt und eingeweiht wurden. Außerdem ließ ich auch eine ganz neue Aedicula aus meinen eigenen Mitteln errichten.
Wieder unterbrach er kurz. Sollte er auch von dem letzten großen Vorfall seiner Amtszeit berichten? Falls ja könnte das zum unangenehmen Beginn der ganzen Affäre führen, doch wenn er es andererseits bedachte, der Senator wusste ja nichts von den ungeheuren Lügen, die Carbo überhaupt erst in den Schlamassel gebracht hatten. Wenn er es nur allgemein genug formulierte würde schon nichts schlimmes passieren und zu seinem größeren Ansehen vor dem Senator beitragen, weshalb er es also riskieren wollte.
Das war es eigentlich im Grunde. Ach, ich vergaß doch noch eine Kleinigkeit. Als Magister Vici ist es auch in meiner Pflicht gelegen das Fest der Compitalien zu organisieren. Außerdem ist noch etwas ungeheures gegen Ende meiner Amtszeit passiert. Es hatte nämlich ein Komplott Rom feindlich gesinnter Germanen in Mogontiacum stattgefunden, bei dem ich tatkräftig dazu beigetragen habe, es aufzudecken und anschließend zu zerschlagen. Dies hatte mir zudem das nötige Kleingeld eingebracht, um meine Reise nach Süden anzutreten, die ich auch direkt nach meinem Amtsende antrat. Ja, und hier bin ich nun.“ meinte er abschließend ein wenig lahm. Ob er seine Sache gut vorgetragen hatte?
Thema: Wie hat dich ein Gott, Medea, gestürzt / In verschlingende Strudel des Unglücks! – Eine Pantomime
Norius Carbo

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RE: Medea – noch immer erste Szene – Kreon, König von Korinth, und der Ausweisungsbeschluss 16.09.2019 14:58 Forum: Panem et Circenses


Mit offenem Gemüt verfolgte Carbo den Beginn der Pantomime. Es war durchaus etwas anderes, als gewöhnliche Dramen. Kürzer, prägnanter und pointierter. Um nicht zu sagen... plötzlich wurde er von einem vorbeigehenden Mann grob angerempelt, dem eine vornehme, dunkelblonde Frau und noch eine andere nachfolgten, als sie sich gerade durch die Sitzreihe schoben. „He!“ rief Carbo aufgebracht, doch als er des Übeltäters gänzlich gewahr wurde (ein muskelbepackter Berg von einem Mann), beeilte sich Carbo wegzusehen und sich ganz klein zu machen, damit der Hüne ja nicht auf die Idee käme, er hätte gerufen. Als die Gruppe an ihm vorbei war, verfolgte er dann weiter das Stück. Dass sich im weiteren Verlauf weiter links von ihm ein kleiner Disput um einen Sonnenschirm entwickelt hatte, bekam er nicht mit, dafür saß er zu weit entfernt und so konnte er ungestört den weiteren Hergang der Kunst des Polymarches folgen. Kunst musste man es wirklich nennen! Besonders jetzt im aktuellen Abschnitt des Stücks machte sich das im Streitgespräch zwischen Kreon und Medea bemerkbar. Wie fließend der Schauspieler von einer Rolle in die andere schlüpfte und sofort wieder zurück war atemberaubend.
Carbo zumindest hätte es nicht gekonnt.
Thema: prima il dovere, poi il piacere ~ erst die arbeit, dann das vergnügen
Norius Carbo

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RE: prima il dovere, poi il piacere ~ erst die arbeit, dann das vergnügen 16.09.2019 14:45 Forum: Mercatus Urbis


Carbo labte sich am Met und überlegte währenddessen wie schlimm es jetzt wirklich um seine Verletzung stand auf die Nachfrage der Frau. „Die Schmerzen sind immer noch stark, aber schon ein Fünkchen verkraftbarer, als eben noch.“ Das war wohl die beste Beschreibung. Das es einen Bluterguss gab war ja schwerlich zu übersehen.

Der Tipp mit dem Alkohol als Erstheilmittel hörte sich gar nicht so schlecht an, weshalb Carbo ein wenig größere Schlucke nahm, um die heilende Wirkung möglichst bald erfühlen zu können. Doch so schnell wurde er nicht betrunken. Während er Schluck um Schluck zu sich nahm, überlegte Carbo, wann er eigentlich das letzte Mal Alkohol zu sich genommen hatte. Jedenfalls musste es schon eine Weile her sein. Hatte überhaupt schon mal etwas Vergährtes in Rom getrunken? Wenn er so über die Sache nachdachte, kam er zu dem Schluss, dass er wohl das letzte Mal in Ostia, bzw. seiner damaligen Überfahrt von Massilia dahin mit Wein in Kontakt gekommen war (neben gewissen... „anderen Dingen“). Dabei fiel ihm auch sein geplanter Orakelbesuch wieder ein, den hatte er in letzter Zeit auch völlig vergessen. Er musste unbedingt jetzt in nächster Zeit nach Cumae reisen, damit dieses, eher weniger erfreuliche Kapitel seines Lebens endlich abgeschlossen und das eigentliche Ziel seiner Reise in den Süden erfüllt wäre!
Doch solange ihm der Fuß weh tat, ging er nirgends hin. Diese Erwähnung eines Heilmittels jedoch hellte seinen Horizont wieder etwas auf, weshalb er begeistert sagte: „Ja gerne! Ich wäre dir sehr dankbar, falls wir zu dieser Taberna gehen könnten! Noch ein wenig mehr Linderung wird mir bestimmt gut tun!
Carbo versuchte vorsichtig aufzustehen, doch bei einer größeren Belastung seines verletzten Beins merkte er schnell, dass er unmöglich alleine gehen konnte. Ächzend wandte er sich an den Sklaven: „Angus, kannst du mich bitte stützen? Alleine schaffe ich es noch nicht.
Thema: Wie hat dich ein Gott, Medea, gestürzt / In verschlingende Strudel des Unglücks! – Eine Pantomime
Norius Carbo

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RE: Wie hat dich ein Gott, Medea, gestürzt / In verschlingende Strudel des Unglücks! – Eine Pantomim 02.09.2019 00:35 Forum: Panem et Circenses


Carbo war gerade in einer Gasse kurz nach dem Forum Boarium unterwegs gewesen, als er es bemerkt hatte. Dort an einer verwitterten alten Wand aus halb zerfallenen Ziegelsteinen war ein kleines Ankündigungsplakat gewesen. Er war schon halb daran vorbei, als ihm erst die ganz oben abgebildeten Theatermasken ins Auge gefallen waren. Das hatte ihn dazu bewegt umzukehren und sich die Sache näher anzusehen. Das Plakat hatte eine Pantomine rund um Euripides‘ Stück „Medea“ angekündigt. Interessant, interessant.
Wenn Carbo sich recht besann, so hatte er noch nie zuvor so eine Art darstellendes Spiel gesehen. Bloß konventielle Stücke, die er unter anderem ja auch schon selbst in Mogontiacum veranstaltet hatte. Was so eine Pantomine wohl sein mochte?

Das herauszufinden war nun sein Ziel und so verwunderte es nicht weiters, dass man Carbo Tage später auf den Tribünen des Pompeiustheaters wiederfand, wie er dort hochvergnügt auf den Beginn der Vorstellung wartete.
Thema: prima il dovere, poi il piacere ~ erst die arbeit, dann das vergnügen
Norius Carbo

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RE: prima il dovere, poi il piacere ~ erst die arbeit, dann das vergnügen 31.08.2019 10:57 Forum: Mercatus Urbis


Carbo hielt die Hand an seine Verletzung.
Der andere nahm seine Einladung zu einem Getränk freudig an. Er war schon dabei zu überlegen wo sie hin sollten, als er etwas von einem Bluterguss sagte. Carbo lächelte trocken.
Ich wär froh, wenn es bei einem Bluterguss bleiben würde.

Nach seiner eigenen Vorstellung erfuhr er auch endlich wer sein Konversationspartner war. „Die Freude ist ganz meinerseits, Angus aus Britannien. Wollen wir schön langsam...
Da jedoch wurde er unterbrochen. Denn noch jemand hatte sich zu ihnen gesellt. Eine fremde Frau mit zwei Bechern in der Hand. Überrascht nahm auch Carbo seinen Becher an. „Vielen Dank! Womit verdienen wir diese Ehre? Ich bin Norius Carbo. Wer bist du?
Die darauffolgenden Schlucke bestätigten ihm, was Angus sowieso schon ausgerufen hatte, es war wirklich Met! Und ein köstlicher sogar noch obendrein. Bestimmt ein importierter Tropfen.
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