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Thema: In Exilium
Caius Verginius Mamercus

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19.02.2018 23:46 Forum: Allgemeines


Diese ID bitte wieder ins Exil zurückstoßen. Danke!
Thema: An- / Abwesenheiten
Caius Verginius Mamercus

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03.10.2017 21:26 Forum: Allgemeines


Heute und morgen von mir wohl leider keine Sim-on-Posts.
Thema: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus
Caius Verginius Mamercus

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RE: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus 02.10.2017 23:25 Forum: Roma


>>> Szenenwechsel <<<

Caius' Weg führte nun allerdings weg von den Häusern der begüterten Bewohner der Gegend jenseits des Tibers hin zu den freudloseren Behausungen dieses Gebiets. So leicht es dem Verginier zuvor gefallen war, die Casa der Gens Presenteia zu finden, so schwierig gestaltete sich naturgemäß seine neuerliche Suche jenseits des römischen Stadtflusses. Mamercus' Wegweiser bei dieser Suche war ein zunehmend ärmlicher Eindruck der Gebäude; der Verginier folgte mithin dem Pfad der Not. Immer dürftiger und heruntergekommener sahen die Behausungen aus, welche die Schritte des Verginiers säumten, immer schmaler und verdreckter die Gassen, ganz zu schweigen vom Gestank. Auf den letzten Metern fragte Caius sich dann durch.

Nach einigen, bei einer solchen Suche wohl unvermeidlichen Falschauskünften und Irrungen schritt der Verginius schließlich auf eine Behausung zu, für die das Wort "Hütte" noch geschmeichelt war. Viel eher musste man dieses - selbstverständlich ebenerdige - Objekt als Verschlag bezeichnen, fadenscheinig und windschief. Mamercus wunderte sich, dass trotz der starken Wärme, die an diesem Spätsommertag immer noch herrschte und die sich zwischen den Hütten in den engen Gassen zusätzlich staute, alle Öffnungen der Hütte verschlossen waren, Fensteröffnung wie Tür. Schon befürchtete Caius, seinen Weg umsonst gemacht zu haben und niemanden anzutreffen. Er blieb stehen und überlegte einen Moment lang, was zu tun sei; dann ging er doch auf die Hütte zu und drückte ihre Türöffnung vorsichtig auf. Sie gab nach.

Des Verginiers Augen mussten sich erst an die Dunkelheit gewöhnen; nur wenig Licht fiel durch einen kleinen Rauchabzug in der Wand in das Innere der Behausung. Noch blinzelnd stellte Mamercus fest, dass er die richtige Hütte betreten hatte: das Heim von Manius, Lucius und ihrer Mutter. Letztere, nämlich die Mutter, traf Caius in der Verfassung an, in der er sie auch schon erwartet hatte. Sie lag ausgestreckt auf einer Schlafstatt, deren Beschaffenheit der Verginius nicht erkennen konnte, hatte die Augen geschlossen und schien das Eintreten des verginischen Gastes gar nicht wahrzunehmen. Bemerkt wurde Caius hingegen vom kleinen Lucius. Dieser kleine Junge, der zuvor am Tiber so entschlossen aufgetreten war, hockte zusammengekauert in der Kochnische und schaute Mamercus stumpfsinning an. Vom Rauchabzug her fiel Licht auf ihn; Caius sah, dass Lucius' Gesicht jetzt rot und aufgequollen war, und er wusste sogleich, dass dies nicht die Sonne verursacht hatte. Sein linkes Ärmchen hielt Lucius in unnatürlicher Weise verdreht.

Mamercus überkam das dringende Bedürfnis, die Hütte auf der Stelle zu verlassen. "[...] versprich dir da ja nicht zuviel von." hatte Amastris ihm mit auf den Weg gegeben. Die Münzen, die sie ihm überlassen hatte, wollte der Verginius jetzt nur noch so schnell wie möglich loswerden und dann weg. Seine Augen suchten Manius, doch ausgerechnet dieser hielt sich tatsächlich gerade nicht in der Hütte auf. So sah Caius sich gezwungen, an das Lager der Mutter der beiden Jungen zu treten: "Salve." Langsam öffnete die Frau ihre Augen und richtete sich auf: "Was willst du? Wer bist du?" Mamercus war sich nicht klar darüber, ob er die Frau nun geweckt hatte oder ob sie ihn nicht doch schon die ganze Zeit über beobachtet hatte. "Hier, das ist für euch." Der Verginier streckte die Hand aus, in der er die Sesterzen von Amastris hielt. Gierig und mit einer Energie, die Caius ihr nicht zugetraut hatte, langte die Frau danach und entriss ihm die Münzen. Sie steckte sie nacheinander in ihren Mund und prüfte sie, indem sie mit den faulen Zähnen, die ihr noch geblieben waren, darauf biss. Ohne irgendeine Regung in ihrem Gesicht zu offenbaren, ließ die Frau sich danach wieder hinab auf ihr Lager gleiten und drehte sich um, wobei sie die Geldstücke unter ihrem Leib verbarg. Für Caius kein Wort mehr.

Der Verginier blieb noch einen Augenblick an der Lagerstatt stehen, dann gab er sich einen Ruck und wandte sich zur Türöffnung. Er brachte es nicht über sich, noch einen Blick auf Lucius zu werfen.

Mit schnellen Schritten, fast im Laufschritt, entfernte sich Caius aus dem Elendsviertel. Es hatte schon angefangen zu dämmern, aber sein Tagewerk hatte der Verginier noch nicht in Gänze vollbracht.
Thema: Ein Wirrkopf, der Gedanken bringt
Caius Verginius Mamercus

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RE: Ein Wirrkopf, der Gedanken bringt 01.10.2017 23:26 Forum: Forum Romanum


Caius' eben noch von Misstrauen leicht verdunkelte Gesichtszüge hellten sich nach den ersten Sätzen Caesoninus' schlagartig wieder auf, und er stimmte in das Lachen des Iuliers ein: "Naja, einer muss doch wenigstens was Gescheites sagen bei soviel Blödsinn, oder?! - Aber dass du dich da mal nicht täuscht: In Alexandria sieht und hört man solche Typen öfter, also natürlich nicht am Museion, aber schon auf öffentlichen Plätzen oder Straßenecken. Nur gegen den Kaiser darf man in Aegyptus natürlich gar nichts sagen, da kennen die Rhomäer keinen Spaß."

Spaß, das war das Stichwort. Denn der Spaß, den Mamercus nun immer mehr bei der Unterhaltung mit Caesoninus empfand, machte ihn ganz vergessen, überhaupt erst einmal zu erwähnen, dass er in Alexandria aufgewachsen war. Der Verginier redete über die ägyptische Metropole, als habe man ihm auf die Stirn gebrannt, dass er dort groß geworden war.

Mamercus' Spaß steigerte sich noch, als der Iulier eine Rhetorik-Ausbildung für Caius ins Spiel brachte: Nun war es der Verginius, der sich vor Lachen fast bog. "Ich in Rhetorik ausgebildet, ha! - Gaius, du gefällst mir! Der war gut!" Beinahe hätte Mamercus seinem neuen Bekannten vor Vergnügen auf die Schulter geklopft, aber soviel Erziehung war denn doch noch in ihm, dass er das einstweilen unterließ. "Weißt du, da wo ich her komme, gibt's auch öfter was auf die Ohren. Das sind aber oft nicht gerade Worte", fügte Caius hinzu, wobei er "Worte" derart betonte, dass es keinen Zweilfel daran geben konnte, dass er hier von etwas ziemlich Handfestem und oft auch Schmerzhaftem sprach.

Caesoninus' anschließende Äußerungen über seine eigenen Vorlieben und Pläne hörte der Verginier aufmerksam an. Dann erwiderte er ernsthaft: "Ja, ich kann dich schon verstehen, eine gute Rede ist eine echte Kunst, und auch ich lausche ihr gerne. Vor einiger Zeit war ich bei der Einweihung des Ulpianums, das war kurz nach meiner Ankunft hier in Rom. Da wurden ja auch so einige Reden gehalten, und ich muss sagen, dass die mich sehr beeindruckt haben, obwohl ich die Personen, die da gewürdigt wurden, ja gar nicht kannte." Dass Caius zu dem erwähnten Ereignis damals auch deshalb gegangen war, weil es dort kostenlose Speisen und Getränke gegeben hatte, verschwieg er jetzt lieber. Die Reden hatten es ihm damals aber wirklich angetan. "Du", Mamercus fiel plötzlich etwas ein, "es gab bei der Feier damals doch einen Senator Iulius Cerco vorne auf den Stufen des Ulpianums. Du bist doch nicht etwa mit dem verwandt? Ich meine, 'Iulius' heißen ja furchtbar viele Leute, allein schon wegen des vergöttlichten Caesars, aber weil du doch in die Politik willst..."

Der Verginier zögerte: "Caesar" - "Caesoninus" - "Politik" - konnte das alles nur Zufall sein?
Thema: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus
Caius Verginius Mamercus

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RE: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus 30.09.2017 23:34 Forum: Roma


Sim-Off: /edit: Ähem, jetzt bitte doch nicht mehr hier rein posten. Ich kenn jetzt das Ende der Geschichte, gibt noch zwei bis drei Postings, und dann ist hier Schluss. großes Grinsen Und Mamercus gibt's dann wieder in etlichen anderen Threads.


War es der Ton in Caius' Stimme gewesen? Die Sklavin hielt jedenfalls in ihrer Rede inne und sah den Verginier aufmerksam an. Und der erzählte nun von Lucius und Manius und ihrer Mutter, von Angst, Feigheit, Not und dumpfer Hoffungslosigkeit und von "Ach, der Typ mit den vielen Pickelnarben... Ja, den habe ich auch gesehen." Amastris, die den Worten des Verginiers bisher ernst und nachdenklich gelauscht hatte, sprach diesen Satz mit tiefem Stöhnen aus. "Ja, das war Sali." - "'Sali'? Das steht doch hoffentlich nicht für 'Salinator'?" fragte Caius halb im Scherz. "Doch, doch. Genau dafür: Salinator." Wieder holte die Sklavin tief Luft. "Du kommst nicht aus Rom, ne? Ich mein, ich hab' mir ja gleich bei dir sowas gedacht, Bürschchen. Und du bist auch noch nicht lange hier, stimmt's? Aber wenigstens der Name 'Salinator' sagt dir ja anscheinend schon was, Bürgerkrieg und so."

Während sie diese Sätze sagte, sah Amastris Caius mit strenger Miene an, fast wie die ungnädigsten Lehrer, die er in der Schola gehabt hatte. Dann lenkte sie ihren Blick nachsinnend am Verginier vorbei in unbestimmbare Fernen. "Also: Ob der Typ mit den Pickelnarben da wirklich 'Sali' heißt - keine Ahnung, weiß er vielleicht selber nicht genau. Aber er gehört zu einer Bande von Leuten, von denen sich jeder 'Sali' nennt und auch von anderen so genannt wird. Das sind - " - "Häh, Moment! Wie kann man sich denn freiwillig nach Salinator benennen?" fiel Caius der Sklavin ins Wort. "Du verstehst wirklich gar nichts!" herrschte Amastris den Verginier da an; sie wurde auf einmal richtig böse. "Für viele gerade in der Subura ist Salinator schlicht der Held gewesen."

Einen Moment lang herrschte Schweigen zwischen der Serva und dem Civis, und Caius fragte sich gar, ob Salinator auch für Amastris "der Held" gewesen war. Er verwarf diesen Gedanken aber schnell wieder, denn es war offensichtlich, dass es der Sklavin deutlich besser ging als so manchem persönlich Freien in besagter Subura. "Diese 'Salis' sind meistens Jungs in deinem Alter - also, die, die so in Erscheinung treten, sind in deinem Alter, ob's da noch irgendwelche erwachsenen Hintermänner gibt, weiß ich natürlich nicht. Und durch die Hände dieser Salis läuft halt so einiges: Wohnungsvermittlung, Schutzgeld, Jobs... Schon seltsam, dass du bisher nicht mit denen zu tun hattest."

Caius versuchte, sich basierend auf den Worten der Sklavin ein Bild von der Situation zu machen: Klar, solche Banden hatte es in Alexandria auch gegeben, aber da war er noch klein gewesen, und seine Eltern hatten alle Unbill von ihm abgehalten. Jetzt dagegen in Rom... Ja, Amastris hatte Recht: Irgendwie war es wirklich komisch, dass er bisher noch nicht mit diesen "Salis" aneinandergeraten war, lag vielleicht daran, dass er sich viel in Ostia aufhielt.

Die Sklavin unterbrach die Gedanken des Verginiers: "So, und jetzt willst also du den Helden spielen, den guten Helden natürlich, und das mit fremdem Geld..." Als er aufblickte, sah Caius, dass Amastris mittlerweile gar nicht mehr so böse schaute, sondern eher milde - und vielleicht ein bisschen mitleidig. Dann trat sie einen Schritt zur Seite, so dass Mamercus sie einen Moment lang aus den Augen verlor, kehrte aber gleich zurück und hielt dem Verginius die Hand hin. "Na, dann nimm halt einige Sesterzen und bring sie der Frau... Aber versprich dir da ja nicht zuviel von. Du musst hier noch viel lernen."

Caius nahm die Münzen in Empfang, bedankte sich bei Amastris und versprach, sie bald wieder zu besuchen. Dann verließ er das Grundstück der Gens Presenteia, wobei er noch mitbekam, dass der erwartete Weinhändler nun endlich eintraf.
Thema: Ein Wirrkopf, der Gedanken bringt
Caius Verginius Mamercus

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RE: Ein Wirrkopf, der Gedanken bringt 30.09.2017 21:41 Forum: Forum Romanum


Zitat:
Original von Caius Verginius Mamercus
Ob er diese und andere seiner Ansichten hatte verständlich machen können, das wusste Mamercus freilich nicht, und so war er gespannt darauf, was andere nun erwidern würden. Langsam wandte er seinen Kopf zu dem jungen, gutgekleideten Mann, mit dem er anfangs gesprochen hatte.


Eben dieser junge Mann war es nach Beendigung der Rede des Verginiers nun auch, der auf Mamercus zuschritt und ihn von seinem Rednerplatz wegholte, wobei er den Turban-tragenden "Weisen", der zuvor von dort aus agitiert hatte, mit denselben Bedrohungen bedachte, die Caius selbst am Anfang im Stillen für ihn erwogen hatte: Prätorianer und so weiter wegen seiner ganzen Schimpferei auf den Kaiser.

Als sich Mamercus und der andere junge Mann ein Stück von der Gruppe rund um den Turban- und Bartträger entfernt hatten und sich der Mitte des Forums näherten, nannte der andere junge Mann dem Verginier seinen Namen. Dass er ihm darüber hinaus auch noch anbot, ihn mit dem Praenomen anzusprechen, überraschte Mamercus aus dem Munde dieses offenbar doch recht hochgestellten Einwohners der ewigen Stadt, machte ihn allerdings natürlich auch seinerseits zutraulich: "Oh, danke! Du kannst Caius zu mir sagen. Caius Verginius Mamercus." Der Verginius meinte sich zwar daran erinnern zu können, Caesoninus ganz am Anfang, noch vor seiner "Rede", seinen Namen gesagt zu haben, er war sich allerdings nicht mehr sicher, ob dabei auch sein Vorname "Caius" gewesen war oder was er sonst noch so alles dem Iulier gegenüber geäußert hatte. Zu aufgewühlt war Mamercus noch immer nach der für ihn vollkommen unverhofften und vor allem auch ungewohnten Situation einer Ansprache auf dem Forum Romanum, und innerlich war er immer noch ziemlich damit beschäftigt, diese Erfahrung zu verarbeiten. Denn so sehr ihn die Aktion des alten Turban-Trägers, ihn so einfach in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu ziehen, zunächst auch schockiert hatte, so sehr hatte er selbst Feuer gefangen, während er seine Gedanken in öffentliche Rede goss.

Nicht, dass ihm eine solche öffentliche Ansprache wirklich behagt hätte, noch dazu auf dem Forum Romanum, aber ihn interessierte jetzt doch, ob er irgendwas von dem hatte rüberbringen können, was ihm in seinem eigenen Kopf umhergegangen war - und was sein neuer iulischer Bekannter denn selbst so für eine Meinung darüber hatte: "Ja, ich würde sehr gerne ein Stück mit dir gehen, Gaius! Aber sag mal: Was hältst du von dem, was ich gesagt habe? Als ich eben vor allen anderen stand, hast du ja laut gelacht - sah, ehrlich gesagt, wie Auslachen aus." Gerade eben hatte Caesoninus dem Verginier zwar auch Anerkennung gezollt, aber Caius war sich doch noch nicht ganz sicher, was er von seinem neuen Bekannten halten sollte - schließlich kannte er ihn kaum eine Stunde -, und das Lachen während seiner Ansprache hatte ihn stutzig gemacht. Kritik konnte Mamercus ertragen, sogar auch Gespött über seine ungeschliffene Art, wenn ihm aber jemand etwas vormachen wollte, war bei Caius Schluss mit lustig.

Um seine neue Bekanntschaft zu dem an und für sich ja sehr sympathisch wirkenden Iulier nicht mit derartigem Misstrauen zu belasten, hatte Mamercus entschieden, gleich zu Anfang alle Missverständnisse auszuräumen. Er war gespannt auf die Erwiderung des Caesoninus und natürlich auch darauf, wie er, also der Iulier, denn wohl zum Kaiser stand.
Thema: [Ludi Apollinaris] Flammendes Inferno
Caius Verginius Mamercus

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RE: Unweit des Amphitheaters | Flammendes Inferno 29.09.2017 23:18 Forum: Roma


Der unverletzte Vigil hatte den kühlenden Lappen offenbar voller Ungeduld erwartet, denn kaum dass Caius wieder bei seinen neuen Bekannten angekommen war, entriss dieser Feuerwehrmann dem Verginius den Lappen, um damit unverzüglich seinen Kameraden Crispus zu versorgen. Mamercus verfolgte, wie der unverletzte Vigil die Brandblasen des Crispus zunächst mit Wasser benetzte und ihm dann zur weiteren Behandlung den Lappen überließ. Vorläufig freilich sorgte das Wasser auf den Wunden für noch mehr Schmerzen bei Crispus, so dass dieser aufstöhnte. Aufmunternde Worte seines unverletzten Kameraden sowie ein mitfühlender Blick des Verginiers aber mussten einstweilen als Unterstützung für Crispus reichen, denn viele Häuser rund um die drei Männer standen nach wie vor in Flammen und die Verletzung des Crispus war ja zum Glück nicht allzu bedrohlich.

Deshalb fand Caius es auch verständlich, dass der andere Vigil nun wieder das Wort an ihn, Mamercus, richtete und ihn aufforderte, Wasser für eines der brennenden Häuser herbeizuschaffen, dem sie beide sich nun zuzuwenden hätten, während Crispus einstweilen für sich selbst würde sorgen müssen. Der Verginier folgte dem Blick des gesunden Vigil zu dem brennenden Haus, das dieser erwähnt hatte, und tatsächlich schlugen hohe Flammen aus ihm hervor: "Wird gemacht", entgegnete Caius auf die Order des Feuerwehrmannes. Diese Antwort aus des Verginiers Munde war jedoch durchaus voreilig: Dass der unverletzte Vigil und er nach der Erstversorgung des Crispus nun weiter gegen die Brände kämpfen mussten, war klar; unklar war Mamercus jedoch, wie er den Befehl des Vigils nun exakt ausführen sollte. Dennoch lief er gleich nach seiner Erwiderung los in Richtung Pumpe; Caius wollte sich vor dem Vigil keine Blöße geben mit seinen Verständnisschwierigkeiten, und außerdem war da noch immer dieses Hochgefühl einer - doch wohl eher: eingebildeten - eigenen Wichtigkeit, dem häßliche kleine Verständnisprobleme nur abträglich gewesen wären.

Inzwischen war die Dämmerung über Rom hereingebrochen, und diese sich anbahnende Dunkelheit in Verbindung mit den grellen, irrlichternden Flammen erschwerten nicht nur dem Verginier die Orientierung. Etwa auf halbem Wege zwischen der Stelle, wo Crispus seine Wunden versorgte, und der Wasserpumpe der Feuerwehr wurde Caius plötzlich eines wütenden, heiseren Schreis gewahr. Der Verginius war sich nicht sicher, ob dieser Schrei ihm gegolten hatte, denn innerlich war er immer noch mit der Frage beschäftigt, wie er denn nun genau die Anweisung des Vigils umsetzen sollte. Da spürte Caius plötzlich einen schmerzhaften Tritt vor sein linkes Schienbein, der ihn beinahe zu Fall brachte. "Ich mach dich kalt, wenn du nicht aufpasst, du Ar...!" Mamercus brauchte einen Moment, um Gleichgewicht und Fassung wiederzuerlangen; dann sah er vor sich ein Bürschchen von schätzungsweise zwölf oder dreizehn Jahren, dessen vermeintliche Heiserkeit womöglich nicht nur irgendeiner namenlosen Wut, sondern auch dem ganz natürlichen Stimmbruch geschuldet war.

"Spinnst du?? Was soll das???" Allmählich begann Caius den Schmerz des Trittes zu spüren, und ein kurzer Blick an sich herunter zeigte ihm, das Blut aus einer Wunde an seinem Schienbein trat; allerdings war dies sicher nur eine oberflächliche Fleichverletzung. "Weißt du das nicht?? Weißt du das nicht??? - Du hast es nicht einmal gemerkt!" Der Junge holte zu einem zweiten Tritt aus, doch dieses Mal konnte Caius ihm ausweichen. Dabei fiel sein Blick auf eine Frau, die sich einige Schritte entfernt am Boden krümmte, ohne jedoch ihn, Mamercus, aus den Augen zu lassen. Eine ungute Ahnung stieg im Verginius hoch, die er auch sogleich bestätigt bekam: "Du hast eben meine Mutter umgerannt. Und jetzt schau sie dir an! - Los, schau gefälligst hin!!"

Ja, Caius schaute hin. Und dann bückte er sich zu der Frau hinunter: "Entschuldigung, es tut mir leid... Kannst du gehen, wenn wir dich stützen? Wir bringen dich in Sicherheit." Der Blick der Frau auf den Verginier war voller Misstrauen. Dann richtete sie sich aber, begleitet von einem tiefen Stöhnen, halb auf, wobei ihr Sohn ihr helfend zur Seite sprang. "Ist es weit?" wollte die Frau wissen. Caius deutete auf Crispus, der noch immer den Lappen auf seinen verletzten Fuß drückte. Der Verginier war sich zwar sicher, dass es ganz bestimmt gegen irgendwelche Vorschriften verstieß, verwundete Zivilisten mit verwundeten Vigiles zusammenzustecken; gewiss mussten verletzte Vigiles bevorzugt behandelt werden. Dieses Risiko aber wollte Caius hier eingehen, zumal sich mindestens der Junge ja vielleicht auch um Crispus würde kümmern können, noch einmal Wasser zum Kühlen holen oder so.

Der Sohn der verletzten Frau und Caius legten sich jeweils einen ihrer Arme um die Schultern und gingen langsam, Schritt für Schritt, auf Crispus zu. Als sie schon fast bei dem verwundeten Vigil angkommen waren, wollte Mamercus wissen: "Schafft ihr den Rest vielleicht auch alleine? Ich habe nämlich eigentlich den Befehl bekommen, Wasser zu organisieren, um ein bestimmtes Haus zu löschen." - "Ist gut", antwortete die Frau. Vorsichtig ließ Caius sie daraufhin los: "Danke! Und noch einmal: Es tut mir sehr leid, was passiert ist." Dann wandte er sich ab und lief wieder in Richtung Wasserpumpe. Als er sich noch einmal nach der Mutter mit ihrem Sohn umschaute, sah er, wie schwer sich die Frau auf ihren Jungen stützte und dass sie sich mit der Hand, die Caius bis eben über seinen Schultern liegen gehabt hatte, den Bauch hielt. Die beiden hatten Crispus nun fast erreicht.

Mamercus aber stand jetzt wieder vor dem Problem, den Befehl des unverletzten Vigils umzusetzen und Wasser zu organisieren zum Löschen des von dem Vigil bezeichneten Hauses. Ein, zwei Eimerchen, die Caius selber hätte tragen können, wären natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Also musste eine neue Eimerkette her! Der Verginier blickte sich um: Immer noch liefen unzählige Menschen zwischen den Häusern und auf der Straße hin und her, gerade noch wieder ein schlaksiger Mann in den besten Jahren. Genau diesen krallte Caius sich jetzt am Arm: "Halt! Wir müssen eine neue Eimerstaffette bilden von der Wasserpumpe bis zu einem bestimmten Haus. Du kannst stolz sein: Du bist der Anfang der Kette! Lauf zur Wasserpumpe und lass dir schon mal einen Eimer geben!" Verblüfft und überrumpelt zögerte der Schlacks zwar einen Moment lang, machte sich dann aber tatsächlich mit raumgreifenden Schritten zur Pumpe auf.

Auf ähnliche Weise, mit Drohungen und Schmeicheleien - besonders für Letzteres war Alexandria eine hervorragende Schule gewesen -, brachte Caius noch etliche weitere Männer verschiedenen Alters dazu, sich in die Kette einzureihen, so dass schließlich eine kontinuierliche, wenn auch ziemlich aufgelockerte Eimerstaffette von der Pumpe zu dem brennenden Haus hin entstand. Caius wollte sich natürlich auch selber einreihen, doch erst gingen seine Augen noch unruhig hin und her:

Wo war jetzt der Vigil, der ihm die Anweisung gegeben hatte? Und: Hatte Mamercus sie überhaupt richtig befolgt?
Thema: Unüberschaubar...
Caius Verginius Mamercus

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28.09.2017 22:36 Forum: Mercatus Urbis


Caius musste sich ganz schön strecken, um auf der einen Seite die Sklavin mit dem schnieken Schmuck, auf deren Verhalten jetzt so viel ankam, nicht loszulassen, und auf der anderen Seite an der umfänglichen Gestalt des dicken Reichen, der sich immer noch der Sklavin und dem neben ihr stehenden Verginier näherte, vorbeizuschauen, damit er sehen konnte, was sich im Rücken dieses Mannes abspielte: Die junge Frau, welche vorhin am Brunnen etwas zu der anderen Frau, deren Armband nun halb Rom suchte, gesagt hatte, verlor einige Pfirsiche, die sie in einem Korb mit sich geführt hatte. Mamercus wollte, als er dies sah, zunächst leise aufstöhnen, denn es konnte doch eigentlich nicht angehen, dass hier an gleicher Stelle nun schon wieder jemandem etwas abhanden kam. Dann aber begriff der Verginius, dass das Fallenlassen der Früchte offenbar nur ein Ablenkungsmanöver sein sollte, um den Sklaven des Dicken zu beschäftigen und auf diese Weise möglichst ungestört nach dem verlorenen Armband an dem Platz zu suchen, den zuvor die weite Tunika des Dicken verhüllt hatte. Wenn diese junge Frau solch ein Ablenkungsmanöver startete, um das Armband der anderen wiederzubeschaffen, dann musste sie wohl, so folgerte Caius, näher mit der Besitzerin des Armbandes bekannt sein; sie hatte ja auch anfangs am Brunnen einige Worte zu ihr gesagt.

Das Manöver "Ablenken durch Frischobst" schien auch prächtig zu funktionieren, wie Caius mit diebischer Freude feststellte, zumal der Sklave des Dicken es aber auch so gar nicht zu durchschauen schien. Durchschaut hatte es dagegen ganz offensichtlich ein anderer braunhaariger und elegant gekleideter Mann, der sich den Sklaven in fast schon übertriebener Weise zur Brust und ihn auf diese Weise noch mehr in Beschlag nahm. Zusätzlich verwickelte auch die junge Frau mit dem Pfirsichkorb diesen Sklaven noch in ein Gespräch.

Alles in allem also ideale Voraussetzungen, das verlorene Armband wiederzufinden, so dachte der Verginius sich das. Und tatsächlich konnte er an dem reichen Dicken vorbei jetzt auch sehen, dass die Frau, mit der er vorhin zusammengestoßen war und die das Armband vermisste, eifrig den Boden absuchte, über den die Füße des dicken Reichen gewandelt waren. Caius war sich nun sicher: Die ganze Sache würde gut ausgehen und das Armband gefunden werden. Zeit also, sich noch einmal der rothaarigen Sklavin mit dem Schmuck zuzuwenden: "Entschuldige mein Benehmen, aber ich kann dir das jetzt nicht erklären... ist kompliziert... wir suchen ein Armband... ich sag's dir nachher." Diese Worte stieß Caius so leise wie möglich hervor und ohne seine Lippen stark zu bewegen. "Spiel bitte einfach nur mit... bitte. Ist wichtig!"

Bei diesen Worten blinzelte der Verginier ein bisschen zu dem Rotschopf hinüber. Als er dann wieder seinen Kopf wandte, um nach dem Stand der Armband-Suche zu schauen, musste er allerdings erkennen, dass hier nicht alles zum Besten stand: Die Besitzerin des Schmuckstücks, mit der er eingangs zusammengestoßen war, machte ihm nämlich ganz offensichtlich ein Zeichen, dass sie nicht fündig geworden war, was umso bedenklicher war, als sich unter den Zuschauern dieser ganzen Szenerie augenscheinlich auch schon Diebesgesindel eingefunden hatte. Zusätzlich schien die Besitzerin des Armbandes - so kam es dem Verginier jedenfalls vor - zu versuchen, irgendwie einen Blick unter das Gewand des Dicken zu erhaschen. Vermutete sie ihr Armband dort?

Caius richtete seinen Blick wieder auf den Reichen, der mit schildkrötenartig-weit vorgestrecktem Kopf und in ebensolchem Tempo nun fast bis zu ihm und der rothaarigen Sklavin vorgedrungen war: In der Tat reichte die Tunika dieses Mannes bis weit auf den Boden, und es erschien nun auch Mamercus durchaus möglich, dass sich das Armband der jungen Frau irgendwie im Saum seines Gewandes verhakt hatte.

Schnell musterte der Verginier nochmals die junge Sklavin, die neben ihm stand. Dann wandte er sich kurz entschlossen an den reichen Mann: "Jjjjjaahaa, hier bist du nun an der richtigen Stelle. Darf ich deine verwöhnten Augen zunächst einmal auf die Reifen an den Fußgelenken der Sklavin hier lenken?" Mit einem sanften Stoßen versuchte Caius die Serva dazu zu bringen, dem neugierigen Reichen einen ihrer Füße entgegenzustrecken, und hoffte inständig, dass die rothaarige junge Frau dabei mitspielte. "Ich kann mir Reifen dieser Machart, etwas breiter vielleicht, gut an deinen Fußgelenken vorstellen, werter Herr. Aber das muss man sehen... Darf ich es wagen? Darf ich wagen, dich zu bitten, kurz deine Tunika ein bisschen in die Höhe zu heben, damit wir alle uns die Reifen an deinen Fußgelenken vorstellen und dann eine kompetente Empfehlung aussprechen können?"

Als der Dicke diese Worte vernommen hatte, blickten die Augen unter seinen buschigen, kohlschwarz gefärbten Brauen indigniert drein: "Wwwaaas? Hhier? Ist das nicht zu" - "Nein, das ist ganz und gar nicht zu", fiel Caius ihm schnell ins Wort, "Das ist klug: Denk nur, welch einmalige Gelegenheit!"

Dieses Spiel war gewagt, Caius wusste es, und einen Augenblick lang schien der Dicke auch zu zögern. Dann aber siegten Eitelkeit und Gier über ihn; er drehte sich nach seinem Sklaven um, der ihm mit seinem Ungetüm von Tunika wohl behilflich sein sollte.
Thema: Ein Wirrkopf, der Gedanken bringt
Caius Verginius Mamercus

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RE: Ein Wirrkopf, der Gedanken bringt 27.09.2017 23:19 Forum: Forum Romanum


Sofort nachdem Caius seine Anrede an den jungen, gutgekleideten Mann abgeschlossen hatte, schalt er sich innerlich schon wieder dafür, denn ihm wurde erst jetzt bewusst, dass er seinen Noch-nicht-aber-vielleicht-bald-Gesprächspartner aus dessen eigenen Gedanken gerissen hatte, was der junge Mann denn auch sogleich mit seiner ersten Äußerung bestätigte. Caius hatte ihn also: gestört. Und das war natürlich nicht seine Absicht gewesen.

Der Verginier war daher erleichtert, dass der Jüngling ihm trotzdem antwortete: Bürger, Vertreibung der Könige, Freiheit... Die Worte des jungen Mannes zeigten Caius zunächst, dass er die Satzfetzen des Turban-tragenden Redners nicht gänzlich falsch zusammengesetzt hatte. Schön für den Verginius, doch half ihm das noch nicht sehr dabei, diese Lehren auch inhaltlich zu verarbeiten, auch wenn er natürlich wusste, welche geschichtlichen Ereignisse durch die wenigen Andeutungen aus dem Mund des jungen Mannes bezeichnet wurden.

Tiefere Gedanken über diese Themen hatte Caius sich allerdings noch nie gemacht, ganz zu schweigen davon, dass er sich über sie eine eigene, fundierte Meinung gebildet hätte. Die Themen waren ihm zwar bekannt wie wohl fast jedem Einwohner des Reiches, waren ihm vermittelt worden von Eltern und Lehrern in der Elementarschule. Diskussion und Reflexion über diese Fragen waren für jemanden wie ihn, der von der Hand in den Mund lebte, jedoch nicht vorgesehen gewesen.

Eigentlich, so stellte Caius nun gerade an sich fest, fand er das alles aber ziemlich interessant, und es betraf ihn ja auch, gerade ihn in besonderer Weise. Gerne hätte der Verginius deshalb mit dem jungen Mann, der ihm soeben bereitwillig Auskunft gegeben hatte, weiter über diese Themen gesprochen, und das konnte bei seinem Wissensstand nur heißen: dem jungen Mann zuzuhören. - Aber es sollte ganz anders kommen.

Denn auf einmal stand der Redner mit dem Turban vor dem jungen Mann und ihm selbst und zerrte ausgerechnet den Verginier zu der Stelle auf dem Forum, von der aus er selbst bis vor Kurzem seine wirren Gedanken vorgetragen hatte. Beschäftigt mit seinen eigenen Überlegungen, hatte Caius gar nicht bemerkt, dass sich dieser Redner dem jungen Mann und ihm selbst zugewandt hatte. So war er vollkommen überrumpelt, ließ sich ohne Widerstand von dem Alten fortschleifen und brachte in Richtung des jungen gutgekleideten Mannes, dessen Meinung er so gerne kennengelernt hätte, nur noch die folgenden Worte über den Turban tragenden Redner hervor: "Auweia, der Typ hier muss ja vollkommen verrückt sein..."

Gleich danach sah Mamercus sich allerdings auch schon einer gewissen Schar von Leuten gegenüber, die bisher dem bärtigen Redner gelauscht hatten und nun ihn, Caius Verginius Mamercus, erwartungsvoll ansahen - manche auch mit einer Portion Schadenfreude im Gesicht, so kam es dem Verginier jedenfalls vor. Er fühlte sich natürlich furchtbar unwohl; nichts in seiner Schullaufbahn hatte ihn je darauf vorbereitet, vor fremden Menschen zu sprechen. Gleichwohl erkannte Caius, dass Weglaufen hier nicht galt, und er wollte auch von sich aus auf keinen Fall kneifen. Einen kurzen Moment lang sah Mamercus an sich und seiner schon ziemlich abgestoßenen grünlichen Tunika hinunter, dann hob er seinen Kopf wieder und wandte sich an die Umstehenden: "Quirites!" Caius war sich ganz und gar nicht sicher, ob diese Anrede hier überhaupt passend war, aber er hatte sie irgendwann halt mal aufgeschnappt. "Quirites! Wir stehen hier auf dem Forum Romanum und sind umgeben von all den Gebäuden, in denen das, was Rom ausmacht, Gestalt angenommen hat. Hier gehen wichtige Teile der Verwaltung ihrer Arbeit nach, hier tagt der Senat, hier treffen sich die Bürger Roms, um ihre Gedanken über ihre Stadt und ihr Reich auszutauschen. - Gar nicht weit von hier liegt der Palatin mit den Palästen des Kaisers. Und die Frage ist nun, so habe ich es wenigstens verstanden: Gehören diese Paläste mit ihren Bewohnern auch zu den Gebäuden, in denen das, was Rom ausmacht, Gestalt angenommen hat? Oder lebt der Kaiser in einer Welt, die abgehoben ist von dem Volk auf dem Forum und auch auf den Märkten?" Gerade dieser letzte Punkt mit den Märkten war dem Verginier wichtig, hatte er doch dort weit mehr zu tun als auf Foren.

"Ich sage euch jetzt, was ich darüber denke. Mein Name ist Verginius Mamercus. Ich bin Abkömmling einer etruskischen Familie, die ursprünglich aus Vetluna - ihr nennt es: Vetulonia - stammt. Etrusker, habe ich gesagt, ich gehöre also dem Volk an, das einst die Könige über Rom stellte, die dann von den Bürgern Roms vertrieben wurden." An dieser Stelle machte sich unter den Zuhörern Unmut breit, aber damit hatte Mamercus gerechnet. "Ich gehöre weiterhin einem Volk an, das nach tapferem Kampf von den Römern besiegt wurde. Stadt für Stadt haben Römer die Gebiete meines Volkes erobert. Und doch, obwohl ich also einem Volk angehöre, dessen König die Römer vertrieben haben und dessen Gegner sie waren in langen Kriegen - trotzdem bin jetzt auch ich ein römischer Bürger und stehe hier mit euch allen auf dem Forum im Herzen Roms. Und schaut doch euch selber an -" der Verginier deutete mit seiner Hand nacheinander auf bestimmte seiner Zuhörer, "hier steht ein Nubier, dort ein Germane oder Brite, dort ein Grieche - und wir alle gehören jetzt geeint dazu zu diesem Rom mit seinen prächtigen Gebäuden, mit seinem Wohlstand, mit seinen Gesetzen und mit seinem Frieden, den die Kaiser uns gebracht haben." Der Verginier holte Luft, um zum Schlussakkord anzusetzen: "Ja, die Kaiser. Denn erst mit den Kaisern ist Rom zu einer Heimat für alle seine Bewohner geworden und bietet allen die Chance auf ein Leben in relativem Wohlstand und Frieden."

Caius Verginius Mamercus wusste nur zu gut, dass er selbst diese Chance, jedenfalls was den Wohlstand anging, noch nicht hatte nutzen können. Er wusste auch, dass viele Reiche nur danach trachteten, immer noch reicher zu werden, und zu diesem Zweck die einfachen Menschen aus dem Volke ausbeuteten. Dem Kaiser kam dabei aber nach Meinung des Verginius noch die geringste Schuld zu.

Ob er diese und andere seiner Ansichten hatte verständlich machen können, das wusste Mamercus freilich nicht, und so war er gespannt darauf, was andere nun erwidern würden. Langsam wandte er seinen Kopf zu dem jungen, gutgekleideten Mann, mit dem er anfangs gesprochen hatte.
Thema: An- / Abwesenheiten
Caius Verginius Mamercus

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27.09.2017 20:28 Forum: Allgemeines


Zitat:
Original von Caius Verginius Mamercus
Mitte nächster Woche sollte es dann aber mit frischer Kraft hier weitergehen.


Endlich mal wieder ein Versprechen im IR, das ich einhalten kann *ironisch auflach*.
Bin wieder da, muss mich aber noch einlesen.
Thema: An- / Abwesenheiten
Caius Verginius Mamercus

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23.09.2017 06:00 Forum: Allgemeines


Zitat:
Original von Caius Verginius Mamercus
Vielleicht kündige ich das jetzt schon einmal an:

Ich werde von Ende kommender Woche bis etwa zur Mitte der darauffolgenden Woche nicht online sein.



Dass ich die Woche knapp mit der Zeit sein würde, wusste ich. Was aber dann alles kam...
Ich erspar euch die Details (Handwerker, die eigentlich im Frühsommer hatten kommen sollen, standen unangemeldet auf einmal MI vor der Tür; DSL - mal wieder - einige Zeit nicht verfügbar -.^ ...) und entschuldige mich stattdessen bei allen, die auf mich gewartet haben.

Die kommenden Tage bin ich auch noch komplett weg, wie ja bereits angekündigt. Mitte nächster Woche sollte es dann aber mit frischer Kraft hier weitergehen.
Thema: An- / Abwesenheiten
Caius Verginius Mamercus

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16.09.2017 22:32 Forum: Allgemeines


Vielleicht kündige ich das jetzt schon einmal an:

Ich werde von Ende kommender Woche bis etwa zur Mitte der darauffolgenden Woche nicht online sein.
Thema: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus
Caius Verginius Mamercus

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RE: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus 16.09.2017 21:47 Forum: Roma


>>> Szenenwechsel <<<

Weil die Fische für Vulcanus am Ende des Tages ja eh ins Feuer geworfen und nicht etwa von Menschen verzehrt wurden, mussten sie natürlich auch nicht mehr so ganz frisch sein. Dennoch nahm Mamercus an, dass die Sklaven, die zwischendurch immer wieder zu den Fischfängern am Tiberufer gekommen waren und Fische für das Opfer abholten, zu Häusern gehörten, die nicht sehr weit entfernt lagen. Zumindest für ein ganz bestimmtes Haus sollte er damit Recht behalten, und so war es nicht schwer gewesen, von Passanten den Weg dorthin zu erfragen.

"Mein Name ist Verginius Mamercus. Kann ich bitte mit Amastris sprechen?" Auf des Verginiers Klopfen hin hatte ein magerer, ältlicher Ianitor die Porta der Casa Presenteia geöffnet. Er musterte den verginischen Besucher streng, musste aber in dem Augenblick schmunzeln, in dem Caius den Namen der Amastris erwähnte. Schnell wurde er jedoch wieder ernst: "Tja, ich weiß nicht... Amastris hat alle Hände voll zu tun für das Fest zu Ehren des Vulcanus heute Abend. Ich weiß ehrlich nicht, ob sie da für dich jetzt Zeit hat. Vielleicht kann sie dich ja noch irgendwie zwischendurch - einschieben."

Das Wort "einschieben", das der Ianitor mit so komischer Stimme und frechem Grinsen im Gesicht ausgesprochen hatte, gefiel Caius in Bezug auf seine eigene Person gar nicht. Noch bevor er sich aber beschweren konnte, bemerkte er plötzlich Bewegung in der Casa hinter dem Ianitor: Amastris erschien auf der Bildfläche.

Ganz offensichtlich war sie selbst auf dem Weg zur Porta; während sie sich schnellen Schrittes näherte, hörte Caius sie sagen: "Bona Dea, der Weinhändler lässt sich heute aber mal wieder Zeit. Er hätte schon längst hier sein müssen. Mal sehen, ob er endlich kommt." Es war dem Verginius nicht ganz klar, zu wem die Sklavin diese Worte sagte; zu ihm jedenfalls nicht, weil sie ihn ja noch gar nicht gesehen hatte. Als sie Caius aber erblickte, machte sich auch auf ihrem Gesicht ein schelmisches Grinsen breit, das dem Verginier ebensowenig gefiel wie kurz zuvor das des Ianitors. Von Amastris war er jedoch eher bereit, das Grinsen zu ertragen, auch wenn die Sklavin nicht widerstehen konnte, ihm auch verbal noch eins mitzugeben: "Na, wen haben wir denn da?! Hattest du jetzt schon so große Sehnsucht nach mir, Kleiner, dass du's ohne mich nicht mehr ausgehalten hast?" Mit einer raschen Kopfbewegung bedeutete Amastris dem Ianitor-Sklaven sich zurückzuziehen, was dieser auch augenblicklich tat. Dann wandte sich Amastris wieder ihrem verginischen Besuch zu, diesmal mit etwas ernsterer Miene: "Du, ich hab' jetzt allerdings gar keine Zeit für sowas. Hier in der Casa Presenteia feiert man die Volcanalia immer ziemlich groß. Und heute auch. Und ich hab' noch schrecklich viel zu tun bis heute Abend. Und immer noch war diese faule Socke von Weinhändler nicht da, auf den warte ich also auch noch. Hoffentlich kommt der mal bald aus'n Puschen..."

Vorhin am Tiberufer hatte Caius sich die schöne Sklavin noch gar nicht so genau angesehen; nun aber stand er direkt vor ihr und bemerkte, dass er ein bisschen rot wurde. Amastris war nur ein wenig kleiner als er selbst, dafür etwas älter; sie mochte vielleicht Anfang 20 sein. Auf den Kopf gefallen war sie wohl nicht, sonst hätte sie es in der Casa Presenteia - ja, der Verginier hatte sich diesen Namen nun gut eingeprägt - kaum zum Maior Domus gebracht. Und wie sie da jetzt so redete - engagiert, konzentriert, bestimmt, mit geröteten Wangen und lebhaftem Blick in den fröhlichen blauen Augen, die langen blonden Haare nur ein kleines bisschen ungeordnet -, da gefiel sie Caius ziemlich. Ziemlich sehr sogar.

Aber... Ach ja, er war ja wegen etwas anderem hier: "Amastris", unterbrach er sie. "Amastris, ich wollte dich um etwas bitten."
Thema: Kleine Fragen
Caius Verginius Mamercus

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16.09.2017 20:23 Forum: Ideen-Board


Zitat:
Original von Spurius Purgitius Macer
Weil es 'ne ziemlich lästige Arbeit ist, die da einzubauen und sie bisher niemand vermisst hat. Den für Marmor habe ich gerade mal eingebaut. Den für die Wachstafel liefere ich später nach.


Danke!
Thema: Ein Wirrkopf, der Gedanken bringt
Caius Verginius Mamercus

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RE: Ein Wirrkopf, der Gedanken bringt 15.09.2017 23:21 Forum: Forum Romanum


Obwohl er ja nun doch schon seit einiger Zeit in Italia war, hatte Caius Verginius Mamercus es noch nie auf das Forum Romanum geschafft. Es hatte dort für ihn bisher einfach noch nichts zu tun gegeben, und da er zu dem - vielleicht im Aussterben begriffenen - Teil der Bevölkerung gehörte, der sein Geld nicht auf der Straße fand, sondern von seiner eigenen Hände Arbeit leben musste, hatte es für ihn bis zu diesem Ort bisher nie gereicht.

Nun hatte Mamercus sich aber durch eben seiner Hände Arbeit eine kleine Ersparnis zurecht legen können, so dass er sich einmal einen freien Tag gönnen und diesen auf den Foren verbringen wollte. Viel hatte er sich davon versprochen, doch je länger er über die Plätze schritt, desto mehr stieg seine Enttäuschung. Irgendwie... hatte er sich hier was anderes erwartet, hitzige politische Diskussionen zum Beispiel oder philosophische Gespräche. Die gab es zwar auch hier und da, aber Mamercus war da aus Alexandria einfach an ein ganz anderes Niveau gewöhnt. - Oder war das nur Nostalgie, die ihn das glauben machte?

Gerade kam er an einem - soll man sagen: Redner? - vorbei, der irgendein ziemlich zusammenhangloses Zeug über das Volk und den Kaiser von sich gab - pikanterweise irgendwie vor allem gegen den Kaiser gerichtet. Caius blieb stehen und wartete nur darauf, dass einer der Zuhörer dieses Mannes sich als Speculator der Prätorianer zu erkennen geben und den Mann mitsamt seinem Turban abführen würde. Doch nichts dergleichen geschah, jedenfalls noch nicht. Caius war ein bisschen enttäuscht, aber sofort auch wieder abgelenkt, denn sein Blick fiel auf einen der Zuhörer, den er zwar nicht für einen Speculator hielt, der in seinen Augen hier an diesem Ort aber auch ziemlich deplatziert wirkte. Es handelte sich um einen jungen blonden Mann im gleichen Alter wie der Verginier, der von seiner ganzen prächtigen Aufmachung her eher aussah wie einer, der von der kaiserlich-römischen Allmacht kräftig profitierte. Was machte so einer bei einer solchen Rede?

Caius trat an ihn heran - was hatte er schon zu verlieren? - und sagte zu ihm: "Salve! Ich bin gerade erst hier angekommen und habe nicht alles mitgekriegt. Du siehst aus wie einer, der Dinge ein bisschen einordnen kann. Kannst du mir sagen, worüber der Mann mit Bart und Turban da gerade spricht? - Ah, übrigens, ich heiße Verginius Mamercus."
Thema: Unüberschaubar...
Caius Verginius Mamercus

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15.09.2017 22:27 Forum: Mercatus Urbis


Zitat:
Original von Anahita Amba
[...] flüsterte zurück. "Das ist, glaube ich, keine gute Idee, aber du könntest ihn ablenken. Wenn du es schaffen würdest, dass er ein paar Schritte geht..." [...]


Genauso hatte sich der junge Verginius das auch selbst vorgestellt: Ablenken, den Dicken von der Stelle locken... Caius nickte kaum merklich, mehr zu sich selbst gewandt als an seine Kurzzeit-Gesprächspartnerin, denn er musste sich selbst eine Art inneren Stoß geben zu dem Schelmenstück, das er nun zum Zwecke der Wiedererlangung des schmerzlich vermissten Armbandes aufzuführen gedachte.

Ein Ruck noch, welcher den Verginier zu voller Körpergröße aufrichtete, dann schritt er auf den Dicken zu, der im Verdacht stand, mit seiner unfassbaren Körperfülle und seiner geschmacklosen Kleidung das Armband zu verdecken: "Salve, werter Herr! Verzeih mir, dass ich dich hier auf dem Markt einfach so anspreche. Aber ich bewundere bereits eine ganze Weile den Schmuck, mit dem du deinen Körper heute zierst." Aus der Nähe betrachtet, sah das protzige Prollo-Blingbling, das der Dicke an sich aufgehängt hatte, noch hässlicher aus als von Weitem. Zu des Verginiers Plan gehörte es jedoch, nun das glatte Gegenteil zu behaupten.

Und damit hatte er bei dem von ihm so Gebauchpinselten offenbar auch einen Nerv getroffen, denn ganz langsam, als kehre er aus einem tiefen Traum zurück, löste dieser sich nun aus dem Gespräch mit seinem Sklaven, in das er bislang noch vertieft gewesen war, und drehte seinen Kopf in Schneckentempo zum Verginier: "Jjjjjaahaa?" Es dauerte eine Weile, bis der Kopf des Dicken in der richtigen Position angekommen war, um Caius in einem absonderlich-manierierten Tonfall anzusprechen. Dabei bemühte sich der Dicke, der nicht größer, sondern vielleicht sogar eher noch ein wenig kleiner als Mamercus war, durch Blinzeln der Augen den Eindruck zu erwecken, als schaue er auf den Verginius herab; so kam es Caius jedenfalls vor. - Aber egal! Das Interesse des Dicken war geweckt und damit Punkt 1 des Plans, nämlich: "Ablenken", schon einmal erreicht. Jetzt allerdings ging es um den zweiten Punkt, also darum, den Dicken von der Stelle zu kriegen...

"Du bist ein Schmuck-Kenner, nicht wahr? Und du siehst auch aus wie ein Mann, der sich so einen guten Geschmack leisten kann." Die Schmeichelei fiel Caius nicht leicht, sollte ja aber einer guten Sache dienen. Und immerhin hatte er bei dem zweiten Punkt ja noch nicht einmal gelogen, denn reich sah der Dicke tatsächlich aus. "Sieh doch einmal dort hinüber zu der Sklavin mit den roten Haaren." Auch während er noch engagiert nach dem verlorenen Armband gesucht hatte, hatte Caius seinen Blick für schöne Frauen natürlich nicht gänzlich verloren, und so hatte er sowohl die Besitzerin des Armbandes, mit der er zusammengestoßen war, als auch ihre Freundin stets im Auge behalten. Darüber hinaus war ihm aber unter den Menschen, die von dieser Suche Notiz genommen und sich allmählich genähert hatten, auch eine junge rothaarige Sklavin aufgefallen, die im großen Gegensatz zu dem dicken Reichen tatsächlich geschmackvollen Schmuck trug. Diese Serva war Teil des Planes, den Mamercus sich zurechtgelegt hatte.

"Siehst du die edlen Kleinodien, mit denen ihre Besitzer sie ausgestattet haben?" In demselben Schneckentempo, in dem der dicke Reiche seinen Kopf eben zu Mamercus gedreht hatte, wandte er ihn nun in die Richtung, in die der Verginius mit der Hand deutete und in der die Sklavin stand. "Und noch besser ist: Diese Schmuckstücke waren gar nicht einmal so teuer. Denk doch nur: Wenn schon eine Sklavin so etwas trägt... Sie kann dir sagen, wo ein Mann wie du, der sonst schon alles erreicht hat, diese Kleinodien erwerben kann."

Unter der großen weißen Tunika des Dicken bebte es. Ohne den Verginier nur noch eines einzigen Blickes zu würdigen, drehte er sich langsam um und begann tatsächlich, sich auf die Sklavin zuzubewegen. Blitzschnell verließ nun auch Mamercus seinen bisherigen Standort, lief um den Dicken herum zu der Sklavin hin, fasste sie so unauffällig wie möglich am Arm und zischte zwischen seinen Lippen hervor: "Ich bin Caius, und ich erklär' dir alles später. Sag' du jetzt gar nichts. Und wenn du doch was sagst, halt' ich dir notfalls den Mund zu!"

Mit jedem der wieder in Schneckentempo vollzogenen Schritte des dicken Reichen verwirklichte sich nun auch der zweite Teil des Planes zur Wiedererlangung des Armbandes. Voller Genugtuung sah Caius nun auch, dass es da noch etwas gab, was diesen Plan in willkommener Weise unterstützte: Der Dicke hatte nämlich nicht nur seinen Kopf neugierig vor gereckt, sondern er blinzelte auch wieder mit den Augen, noch stärker sogar als zuvor, so dass seine Augen nur noch wie schmale Schlitze aussahen. Das Blinzeln war also - Caius konnte es jetzt deutlich sehen - keine hochnäsige Marotte gewesen, sondern einer starken Kurzsichtigkeit des reichen Dicken geschuldet!

Leider verdeckte die voluminöse Gestalt des sich nähernden Dicken für Caius' Perspektive den Blick auf den Ort, an dem er vorher gestanden und mit seinem Sklaven gesprochen hatte. Der Verginier konnte daher nicht sehen, ob denn dort nun das verlorene Armband lag oder nicht, aber natürlich hoffte er das Beste. Allerdings gab es an jenem Ort eben noch den Sklaven des Dicken...

Um diesen Sklaven ebenfalls abzulenken und/oder wegzulocken, sollten sich nun aber mal andere etwas einfallen lassen.

Sim-Off: Zunge raus Sklave sowie auch der Dicke selbst können und sollen gerne auch von anderen gespielt werden, sind ja nur NSCs und gehören nicht "mir", sondern unserem Thread.
Thema: [Ludi Apollinaris] Flammendes Inferno
Caius Verginius Mamercus

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RE: Unweit des Amphitheaters | Flammendes Inferno 13.09.2017 22:39 Forum: Roma


Wasser holen also, einen nassen Lappen... In Gedanken wiederholte Caius die Anweisung des gesunden Vigil und blickte dabei hinüber in die Richtung, die ihm dieser Vigil gewiesen hatte, nämlich zum Pumpenfahrzeug der Feuerwehr hin. Nachdem der Verginier Crispus und seinem Kameraden noch einmal zugenickt hatte, setzte er sich in Bewegung. Mit großen Schritten überwand Caius die Strecke bis zum Pumpenfahrzeug, dabei fast mehr springend als laufend, denn in dem ganzen Chaos, das rings herum herrschte, waren die Wege mittlerweile mit den Überbleibseln von allerlei Haushaltsgegenständen bedeckt, welche die Menschen auf ihrer Flucht aus den brennenden Häusern mit sich genommen und dann doch nicht hatten halten können.

Caius langte jedoch glücklich am Pumpfahrzeug an. Selbstverständlich herrschte dort Hochbetrieb, und es kostete den Verginius gleichermaßen robusten Körpereinsatz wie Stimmgewalt, um mit seinem Anliegen durchzudringen: "Ich brauche einen nassen Lappen" Es geht um einen verletzten Kameraden!" Caius hatte nicht genau gewusst, an wen der Vigiles er sich mit seinem Gesuch wenden sollte; daher hatte er es so laut wie möglich zu aller Ohren geäußert und dabei gehofft, dass die Erwähnung des "verletzten Kameraden" ihm wie ein Zauberwort Aufmerksamkeit verschaffen würde. So geschah es auch: "Meinst du einen Kameraden von uns, Zivilist?" vergewisserte sich einer der Feuerwehrleute. Als Caius bejahte, fragte der Vigil weiter: "Und du versorgst ihn? Wie schwer ist die Verletzung?" "Ich und noch ein anderer Vigil, der unverletzt ist. Der verletzte Kamerad hat Brandblasen am Fuß." "Na gut, die beiden werden wissen, was zu tun ist. Hier," - der Feuerwehrmann, der sich von Caius informieren ließ, bückte sich kurz zur Seite, holte einen Lappen hervor und tunkte ihn ins Wasser, das gerade in einen weiteren Eimer für die Eimerstaffette gefüllt werden sollte - "nimm den Lappen, und dann mach hinne! Und halte dich an alle Befehle, die die Kameraden dir erteilen!"

Ohne sich groß zu bedanken, riss Caius den Lappen an sich und machte kehrt, um so schnell wie möglich wieder zu Crispus und dem anderen Vigil zu gelangen, erfüllt von einem Gefühl der eigenen Wichtigkeit, das er so noch nicht kannte. Es war dies ein richtiges Hochgefühl, das so gar nicht zu den furchtbaren Szenen passte, die sich rings um den Verginier abspielten, den brennenden Gebäuden, dem Krachen der Flammen im Gebälk, den Schreien der Menschen, die panisch hin und her liefen. In eine Gruppe solcher Menschen lief Caius auf seinem Rückweg zu dem Verletzten auch direkt hinein, stieß dabei wohl sogar ein Kind - oder war es eine Frau? - zu Boden. Doch Mamercus bekam das alles gar nicht wirklich mit, sondern kam erst in dem Augenblick wieder ein wenig zur Ruhe, als er bei Crispus und dessen Kameraden anlangte. Wortlos zeigte der Verginier diesem anderen Vigil den nassen Lappen als Beweis für den soeben von ihm erfüllten Befehl und erwartete weitere Kommandos.
Thema: An- / Abwesenheiten
Caius Verginius Mamercus

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08.09.2017 22:31 Forum: Allgemeines


Abmeldung über das Wochende.

Alles Gute und bis dann!
Thema: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus
Caius Verginius Mamercus

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RE: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus 08.09.2017 22:24 Forum: Roma


Obwohl Caius sich nicht hätte vorstellen können, dass solches möglich gewesen wäre, sank die Frau angesichts dieser Reaktion des von ihr Angesprochenen noch weiter in sich zusammen. Manius, der dies alles in großer Anspannung beobachtet hatte, eilte so schnell wie möglich zu der Frau, so dass sie sich wieder auf ihn stützen konnte. Auf diese Weise ineinander verschränkt, so wie sie auch zum Tiber gekommen waren, wandten die beiden sich jetzt zum Gehen.

"Moment!" Caius war über sich selbst ein bisschen überrascht, und es kam ihm fast vor, als höre er eine fremde Stimme. "Ich muss hier eigentlich auch nicht sein. Hier, nimm doch das Netz, Manius!"

Mit diesen Worten hob der Verginier die Ecke des Fangnetzes, die er ja seit einiger Zeit in seinen Händen hielt, in die Höhe und bot sie dem Jungen an. Natürlich hatte er sich an diesen, also an Manius, gewandt und nicht an die Frau, die ja so schwach war, dass sie kaum stehen konnte. Beide aber, die Frau gleichwie Manius, hatten des Verginiers Worte gehört und drehten sich langsam zu ihm um. Manius blickte erst Caius einen Moment lang zweifelnd an, dann sah er zu der Frau, die sich auf seine Schulter stützte, und als diese ihm zunickte, wollte Manius sich auf den Weg machen zu dem Netz, das der Verginius festhielt.

"Nichts wird hier verändert, gar nichts!" Caius fuhr herum zu dem Typen, der ihn ganz am Anfang als "Honk" beschimpft hatte; der Verginier hatte dessen Stimme sofort wiedererkannt. Aus den Augenwinkeln bekam Caius noch mit, dass Manius abrupt stehen geblieben war und ängstlich in die Richtung schaute, aus der der rüde Anruf gerade gekommen war; dann geriet auch schon der Typ in des Verginiers Blickfeld, von dem dieser Ruf ausgegangen war, und natürlich: Es war niemand anders als der brutale Typ, der hier ganz offenbar das Sagen beanspruchte. Er hatte sich jetzt drohend aufgerichtet und wandte sich, zu des Verginiers Verwunderung, zunächst tatsächlich auch an ihn: "Dass du hier mitmachen durftest, Bürschchen, war nur so eine Laune von mir. Aber damit ist jetzt auch Sense, dass wir uns verstanden haben. Du verschwindest hier, und zwar sofort."

Das war nun ganz in Caius' Sinne, nicht aber das, was nun aus dem Mund des Wortführers folgte und an die Frau adressiert wurde, mit der Manius eben wieder zum Tiber gekommen war: "Und für dich gibt's hier, sach ich dir, nich einen Fisch, nicht ein As, nich eine Gräte. Hau ab, hau ab mit deinem Söhnchen, und biete deinen stinkenden Leichnam, der du jetzt schon bist, woanders an."

Caius schwankte zwischen Wut und irgendwas mit Traurigkeit. Er hatte das Fangnetz, das er vorher in Händen gehalten hatte, längst fallen lassen, war aber auch nicht imstande zu gehen. Er sah, wie Manius zurück zu seiner - Mutter, ja, so hatte Caius seine Vermutung bestätigt bekommen -, wie also Manius zurückging zu seiner Mutter und sich die beiden wieder vom Fluss entfernten, die Frau wieder schwer auf ihren Sohn Manius gestützt. Mit einem Seitenblick versuchte der Verginius die Reaktion seines neuen Bekannten Tiberius auf diese ganze Szene auszumachen, aber auch der starrte nur zu Boden und beschäftigte sich krampfhaft mit irgendwelchen Fischfang-Tätigkeiten, wie alle anderen hier das auch gerade machten, um nur ja nicht aufzufallen, außer ein Mädchen, das augenscheinlich einen Blick des Wortführers aufgefangen hatte und auf dieses stumme Geheiß hin die Ecke des Fangnetzes ergriff, die Caius eben hatte entgleiten lassen.

Es konnte ihm jetzt nicht schnell genug gehen, aus dem Wasser herauszukommen. "Wer hier Fische fängt, bestimme ich!" hörte Caius die ihm mittlerweile allzu wohlbekannte Stimme noch rufen; dann hatte er sich genügend weit entfernt, um dieses Gebrüll nicht mehr ertragen zu müssen. Mutter und Sohn Manius sah der Verginier noch eine Zeit lang vor sich, bevor sie um eine Häuserecke bogen. Caius folgte ihnen nicht. Er hatte ein anderes Ziel.
Thema: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus
Caius Verginius Mamercus

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RE: [Trans Tiberim] Fischen für Vulcanus 07.09.2017 21:35 Forum: Roma


Zitat:
Und nahm sich zugleich vor, nicht nur die Fische für Vulcanus, sondern auch diesen offenbar so geldgeilen und einschüchternden Typen, der ihn "Honk" genannt hatte, im Auge zu behalten.


Dies erwies sich jedoch als schwieriger, als gedacht. Wie ihm Tiberius ja so einfühlsam aufgezeigt hatte, stellte der Verginier sich beim Fischfang nicht gerade sehr geschickt an. Immer wieder wurde er deshalb von anderen Fischfängern zurechtgewiesen, mal mehr, mal weniger genervt. Irgendwann wurde es aber besser, der Verginier entwickelte ein Gefühl dafür, wie er sich mit seinem Fangnetz am passendsten hinzustellen hatte und wie er seinen "Kollegen" effektiv zur Hand gehen konnte, wenn sich ein Fisch im Netz verfing.

Als er meinte, den Dreh einigermaßen raus zu haben - eigentlich konnte er sich darüber gar keine fundierte Meinung bilden, aber die spöttischen und frustrierten Kommentare seiner Kollegen wurden allmählich halt weniger -, als sich Caius also einigermaßen eingewöhnt hatte, fand er auch die Muße, sich endlich wieder ein wenig umzuschauen: Er beobachtete, wie geübt vor allem einige Kinder, kaum älter als der kleine Lucius eben, darin waren, Fischen hinterherzujagen und diese einzusammeln. Am Ufer sah er weitere Sklaven, Bedienstete aus römischen Häusern, kommen und Fische abholen. Caius' Blicke verfolgten Passanten weiter entfernt auf den Straßen, und einige Mückenstiche musste der Verginier auch hinnehmen.

Zwischendurch aber blickte Caius immer wieder verstohlen zu dem Typen, der für ihn das Wort "Honk" übriggehabt hatte. Mamercus war sich jetzt nicht mehr sicher, ob dieser Junge wirklich schon beinahe erwachsen war, so wie er zu Anfang gedacht hatte. Vielleicht war er gar nicht älter als er selbst, dachte Caius, eventuell sogar noch ein Stückchen jünger. Älter erscheinen ließen den Typen aber seine schiere Körpergröße gepaart mit bulliger Gestalt und sein von Pickelnarben gezeichnetes Gesicht.

Gerade kam Tiberius, Mamercus' neuer Bekannter, vom Ufer wieder, wo er einem Sklaven Fische in einen mitgebrachten Eimer geschüttet hatte, den der Servus nun davontrug. Caius machte einen Schritt auf Tiberius zu, weil er ihn noch einmal, flüsternd versteht sich, danach fragen wollte, wer dieser bullige Junge denn nun eigentlich war, der hier beanspruchte, das Sagen über die Fischfänger zu haben. Von schräg gegenüber sah Caius am Ufer in diesem Moment allerdings eine bekannte Gestalt, die sich wieder auf die Gruppe der Fischfänger, zu der auch der Verginius gehörte, zu bewegte. Es war Manius, nämlich der Manius, der vorhin seinen kleinen Bruder Lucius nach Hause gebracht hatte. Und wieder war er nicht allein. Es war jedoch diesmal nicht Lucius, der ihn begleitete, sondern eine Frau. Caius richtete seinen Blick auf sie und erschrak: Die Frau sah elend aus wie der Tod, kreidebleich das Gesicht, dünnes Haar, das jetzt irgendwie hell aussah, aber bestimmt ursprünglich nicht blond gewesen war, und dass sie abgemagert war bis auf die Knochen, konnte man an ihren Bewegungen erahnen: Caius hatte zuerst gedacht, die Frau halte Manius an der Hand, so wie dieser seinen kleinen Bruder Lucius an der Hand gehalten hatte, als er ihn nach Hause brachte. Doch als die beiden jetzt näher kamen, erkannte der Verginius, dass die Frau sich auf Manius stützte. Wie alt sie war, vermochte Caius nicht zu sagen; zu entstellt war ihre Erscheinung.

Manius und diese Frau standen jetzt an der Uferböschung. Mamercus konnte deshalb hören, wie sie zu Manius sagte: "Ja, wir brauchen aber das Geld." Konnte sie Manius' - und Lucius' - Mutter sein? - Caius war sich nicht sicher. Der Junge, also Manius, nickte ihr nun jedenfalls traurig zu, ging einen Schritt hinein ins Wasser und sah sich um. Zweifellos suchte er nach einer Möglichkeit, wieder beim Fischfang mitzumachen, denn Caius bekam mit, wie Manius der Reihe nach einige Kinder und Jugendliche im Wasser bat, ihm doch ihren Angelkescher oder ihren Eimer zu überlassen, wenigstens für kurze Zeit. Aber wohin man auch blickte: Es waren gerade alle Gerätschaften zum Fische-Fangen besetzt, also in irgend jemandes Hände.

Nachdem Manius einige der Fischfänger vergeblich gefragt hatte, blieb er schließlich stehen, drehte sich um zu der Frau am Ufer und sah sie hilflos an. Einen Augenblick lang zögerte die Frau; dann schleppte sie sich tatsächlich selbst ins Wasser und bat den ihr am nächsten stehenden Fischfänger, einen schlaksigen Teenager, ihr den Kescher, den er in Händen hielt, doch wenigstens für einige Momente zu geben: "Einen Fisch nur, einen einzigen!" Der Teenager aber lachte bloß verlegen und drehte sich wortlos um.
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