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Thema: [Hortus] Wer sich rauft verträgt sich leichter
Iulia Graecina

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RE: [Hortus] Wer sich rauft verträgt sich leichter 30.06.2020 18:51 Forum: Domus Iulia


Seit dem Vorfall mit Sula vor gut einer Woche hatte Graecina nur selten das Haus verlassen. Sie wollte ihrer Freundin genug Zeit geben, um sich körperlich wie auch seelisch zu erholen. Zusammen mit ihrer Sklavin machte sie häufig Spaziergänge im Hortus. Dort zogen sie sich meist in eine Stille Ecke zurück und ließen die Seele baumeln. All das half ihrer Sklavin, wieder zu sich selbst zu finden und das Schreckliche, was sie erlebt hatte, zu vergessen. Die Iulierin war überzeugt davon, dass dies alles ihrer Sklavin guttat. Sie schien nicht mehr so blass zu sein und sie vielleicht irgendwann wieder das lebenslustige junge Mädchen sein würde, wie sie es vorher gewesen war.

Von dem Trubel im Haus und den aufwendigen Vorbereitungen hatte die Iulia nichts mitbekommen, da sie sich mit Sula den ganzen Vormittag in ihren Räumen aufgehalten hatte. Zusammen mit Ancilla, jenem kleinen Mädchen, das Sulamith auf so heldenhafte Weise vor dem sicheren Tod gerettet hatte, begab sie sich nun hinunter in den Garten. Wie immer hakte sie sich dabei an Sulamiths Arm ein. Gemächlichen Schrittes, während das kleine Mädchen aufgeregt und freudestrahlend voran lief, betraten die beiden Frauen den Hortus. Graecina bemerkte sofort, dass etwas anders war als sonst immer. Die geschäftigen Sklaven, die innerhalb eines halben Tages fast den ganzen Garten umgestaltet hatten. Doch wozu taten sie das, was war denn hier los? Plante ihr Vetter etwa eine Art Aufführung? Und wenn ja, zu welchem Anlass? Gab es etwas zu feiern?
Neugierig trat sie mit Sula im Schlepptau näher. Schließlich erkannte sie Iulia Phoebe, die scheinbar auch nicht so recht wusste, was sie von all dem hier halten sollte. „Salve, meine Liebe. Was ist denn hier los? Gibt es etwas zu feiern oder wird hier etwa ein Stück aufgeführt?“ Letzteres hätte sie natürlich äußerst erfreut, doch sie kannte ja die Aversion ihres Vetters gegenüber literarischen Höhepunkten. In diesem Punkt war er einfach ein Banause!
Thema: 'Metamorphosen' – Werkschau im Atelier des Dolios
Iulia Graecina

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RE: 'Metamorphosen' – Werkschau im Atelier des Dolios - FDS et IG 07.06.2020 00:07 Forum: Roma


Graecina war guter Dinge. Man hätte sogar behaupten können, sie war ausgelassen. Alles was sie sich von ihrem zukünftigen Ehemann gewünscht hatte, fand sie in Decimus Serapio vereint. Allerdings blieb da ein klitzekleines Detail übrig, bei dem der Decimus nicht kompatibel war. Das war ihr Glaube. Niemals durfte er es erfahren! Zumindest nicht vor ihrer Hochzeit, sollte diese denn zustande kommen. Später vielleicht. Vielleicht würde er sie verstehen können. Im schlimmsten Fall würde er sie dafür verstoßen oder sie gar ausliefern.
Graecina war sich der schweren Zeiten bewusst, in der sie als Christin lebte. Seit geraumer Zeit schon verschlechterte sich die Stimmung gegen die Christen in der Stadt. Ein Funke genügte und die christliche Gemeinde würde in Flammen aufgehen. Doch an all das wollte sie heute nicht denken. Wie jedes junge Mädchen aus guter Familie hoffte sie darauf, eine gute Partie zu machen.

Zu allem Überfluss war der Decimus auch noch ein Kunstfreund. Was hätte sich die junge Iulia noch mehr wünschen können? Sie würden stets ein Gesprächsthema haben, welches sie in all den Jahren ihrer Ehe begleiten würde. Nicht jede römische Matrone konnte von sich behaupten, dass sich ihre Interessen mit denen ihres Ehegatten deckten.

„Oh, es ist der tanzende Faunus. Wenn du mich einmal in der Domus Iulia besuchen kommst, kann ich dir die Statue ja einmal zeigen.“ Sie errötete plötzlich, als sie darüber nachdachte, was sie soeben zum Besten gegeben hatte. Wenn er sie mal besuchen kam… aha?! Wenn sie so weiter plapperte, dann würde das wohl niemals geschehen. Trotz allem versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen.

„An welches Werk hattest du denn gedacht?“ Vielleicht wurde es ja hier im Atelier ausgestellt. Sie war schon sehr gespannt darauf, was sie in den Räumen des Meisters zu sehen bekam.
Zunächst aber lernte sie erst einmal den jungen hübschen Begleiter des Decimus kennen. Der vermeintliche Sklave war ein Libertus und in der Tat verfügte er über einen exquisiten Geschmack!
Es ist mir eine Freude, dich kennenzulernen Decimianus Icarion!“ Sie nickte ihm freundlich zu und wandte sich dann zu ihrer Begleitung um. „Dies ist Sulamith. Sie ist zwar meine Leibsklavin, doch ich sehe in ihr eher eine sehr gute Freundin.“ Einen Moment zögerte sie, dann wandte sie sich zu 'ihrem' Custos. "Und dies hier ist Angus, einer unserer Custodes." Den Custos wollte sie nicht außer Acht, auch wenn er nur ausgeliehen war.

Sie betraten den Hof. Erst jetzt fiel Graecina der junge Mann mit dem Lockenkopf auf. Er kam ihr irgendwie bekannt vor. Allerdings konnte sie zunächst nicht einordnen, woher sie ihn kannte. Doch dann fiel der Groschen und sie erinnerte sich wieder. „Ist das da nicht Tiberios?“ Passend zum Thema der Werkschau trug er junge Grieche gekonnt Passagen aus Ovids Metamorphosen vor. Ihr war nicht ganz wohl bei dem Gedanken ihn hier wieder zu treffen, denn er kannte ihr und Sulamiths Geheimnis.* Doch noch mehr beunruhigte mich das erste Kunstwerk, zu dem wir schlenderten. Kainis verwandelt sich in Kaineus. Unweigerlich musste ich an Sula und an das denken, was ihr erst vor wenigen Wochen zugestoßen war. Im Gegensatz zu Kainis hatte sie sich nicht in einen Mann verwandelt. Doch ich hoffte, sie bewies nun die Stärke eines Mannes, wenn sie das Kunstwerk sah.
„Oh ja, wirklich wunderbar!“, bestätigte ich dem Decimus und riskierte einen kurzen Blick auf die Hebräerin.

Sim-Off: * wird hier noch weiter ausgespielt!
Thema: [Atrium] Onkel Antipater auf Besuch
Iulia Graecina

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RE: [Atrium] Onkel Antipater auf Besuch 03.06.2020 18:07 Forum: Domus Iulia


Ja genau, überreif war er! Aber dafür auch noch ganz anzüglich, fand Graecina, die den Alten beobachtete. Sie hoffte, die nötige Dignitas aufbringen zu können, um vor ihm nicht wie ein zitterndes, in die Enge getriebenes Rehkitz dazustehen, wenn er sich zu ihr kehrte. Denn in solchen Momenten drohte oftmals ihre Scheu durchzubrechen.

Doch als Onkel Antipater sich ihr zuwandte und seine Blicke auf sie warf, sie ansprach und schließlich noch einen Scherz machte, der allerdings nicht wirklich witzig war, hatte sie sich fest im Griff. In ihrem Augenwinkel bemerkte sie noch Phoebes Grimasse, die sie hinter dem Rücken des Onkels schnitt. Selbst das konnte sie nicht aus der Fassung bringen, obgleich sie am liebsten losgeprustet hätte.

„Ganz recht Onkel Antripater, mein Vater war Paullus Iulius Triarius,“ bestätigte sie seine Vermutung. Seltsam, ihr Vater hatte nie von seinem Bruder gesprochen. Glücklicherweise war sie auf Kreta aufgewachsen. Von Sizilien bis dorthin war es dann schon noch ein Stück.
Thema: 'Metamorphosen' – Werkschau im Atelier des Dolios
Iulia Graecina

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RE: 'Metamorphosen' – Werkschau im Atelier des Dolios - FDS et IG 02.06.2020 17:53 Forum: Roma


Ihren Retter musste der Himmel geschickt haben. Diese Augen und dieses Lächeln konnten nur göttlicher Natur sein. Das zumindest glaubte Graecina das, als sie freudestrahlend auf ihn zuging. Denn auf diese Weise war sie wenigstens für eine Weile abgelenkt, bis jener Decimus hier auftauchte, mit dem sie sich eigentlich treffen sollte.
Scheinbar war die Freude auch ganz auf seiner Seite, denn er begrüßte sie sehr herzlich, sogar mit Namen. Wie dumm dass sie seinen nicht kannte! Sula, die gute Seele, erinnerte sie sofort aus reinem Pflichtbewusstsein an ihr Treffen. Sie seufzte leise, denn eigentlich wollte sie ihrem Gegenüber schon wieder Lebewohl sagen, als dieser, scheinbar aus dem Nichts, einen wunderschönen Blumenstrauß hervorzauberte. Graecina war völlig überrascht, denn sie hatte bisher noch nicht viele Männer getroffen, die dazu spontan fähig waren. Glücklicherweise verfügte sie über eine rasche Auffassungsgabe und sie zählte eins und eins zusammen.
„Ohh, sind die aber wunderschön!“ Die herrlichen bunten Orchideen und die wohlduftenden Rosen waren eine wahre Pracht Die Iulia nahm die Blumen entgegen und konnte sich kaum daran sattsehen. „Oh, du schmeichelst mir aber hab vielen Dank… äh Decimus…“ Wie lautete doch noch gleich sein Cognomen? Ach richtig „Serapio“. Sie sprach seinen Namen voller Wonne aus, denn sie hatte soeben begriffen, dass sie den Hauptgewinn gezogen hatte. Der Decimus war kein alter Tattergreis, wie Onkel Antipater! Na schön, er mochte vielleicht gut zwanzig Jahre älter sein, als sie selbst. Aber dafür sah er noch richtig knackig aus und bestimmt hatte er auch noch keinen Mundgeruch. Denn seinem Lächeln zu urteilen, waren seine Zähne noch gut intakt.

Sie reichte den Blumenstrauß an Sula weiter, nicht nur damit sie sich auch noch daran erfreuen konnte, sondern dass sie wieder ihre Hände frei hatte. „Oh, der Familie geht es gut. Danke der Nachfrage. Mein Vetter Iulius Caesoninus wird in Kürze nach Germania reisen, um dort sein Tribunat abzuleisten.“ Und statt seiner war kürzlich Onkel Antipater auf den Plan getreten, der ihn in dieser Zeit vertreten sollte. Das bedeutete, ein ganzes Jahr würde er hier in Rom weilen, wenn ihn nicht vorher der Schlag traf.
„Ich freue mich wirklich sehr, dass wir uns ausgerechnet hier treffen, denn ich liebe die Bildhauerei. Wenn ich mich nicht irre, befindet sich sogar eines von Dolios Werken in der Domus Iulia.“ Gewiss hatte ihr Vetter die Statue eines tanzenden Fauns aus der Werkstatt des Dolios nicht angeschafft, denn bisher hatte sie ihn eher als Kunstbanausen wahrgenommen.
Thema: 'Metamorphosen' – Werkschau im Atelier des Dolios
Iulia Graecina

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RE: 'Metamorphosen' – Werkschau im Atelier des Dolios 31.05.2020 00:20 Forum: Roma


Herzklopfen war Graecinas Begleiter, als sie sich zur Werkschau im Atelier des Dolios begab. Sie trug heute ihre beste Tunika aus blauer Seide, in die feine Goldfäden gesponnen waren und ein wenig an Lapis Lazuli erinnerte. Das Haar war züchtig nach oben gesteckt und ihr Gesicht war dezent geschminkt. Der Goldschmuck ihrer Mutter rundete ihre Erscheinung ab.

Selbstredend war sie nicht alleine gekommen, schließlich traf sie heute ihren potentiellen Ehemann. Damit ihre Sicherheit gewahrt wurde, hatte sie einen der iulischen Custodes mitgenommen, der ihr auf Schritt und Tritt folgte und ihr bei Gefahr beistehen sollte.
Doch noch wichtiger war ihr Sulamiths Anwesenheit. Ihre Sklavin, die sich glücklicherweise wieder etwas erholt hatte, begleitete sie und hielt die ganze Zeit ihre Hand. Sie sollte als Anstandsdame fungieren. Ein gewisser Decimus hatte sie hierher eingeladen. Sie selbst hatte diese Einladung nicht zu Gesicht bekommen. Ebenso wenig, die Korrespondenz, die diesem Treffen vorausgegangen war. Aber so war es nun einmal Sitte. Umso mehr war sie nun gespannt darauf, wer dieser mögliche Hochzeitskandidat war und vor allen Dingen, wie er aussah. „Oh Sula, lass es keinen Tattergreis sein!“, hatte sie immer wieder der Hebräerin auf dem Weg zu dem Atelier zugeflüstert.

Zumindest hatte er wohl Sinn für Kunst, gestand sie sich immer wieder ein. Hätte er sie sonst in das Atelier eingeladen? Dies hatte eine beruhigende Wirkung. Wenigstens hatte sie dann ein Gesprächsthema, über das sie sich unterhalten konnte. Doch falls der Heiratskandidat gar zu garstig war, konnte sie immer noch das stille Mauerblümchen geben, das kein Wort sprach.

Zusammen mit ihren Begleitern betrat sie schließlich das Atelier des Künstlers. Wie sie feststellen konnte, war sie nicht die Einzige. Da war eine andere junge Dame, die nur ein oder zwar Jahre jünger war, als sie selbst. Außerdem erkannte sie, nachdem sie sich weiter umgeschaut hatte, ihren Retter wieder, der sie vor einiger Zeit im Theater zur Hilfe gekommen war. Er hatte sie aufgefangen, nachdem sie aufgrund der blutrünstigen Medea-Aufführung das Bewusstsein verloren hatte. In seinen Armen war sie wieder zu sich gekommen. Seine Augen waren es, in die sie als erstes geblickt hatte.
„Ja, einer wie er müsste es sein!“, hauchte sie leise mit etwas Wehmut zu Sulamith. „Aber komm, lass uns ihm wenigstens guten Tag sagen, bevor der Decimus eintrifft.“ Zu schade, dass sie sich damals nicht nach dem Namen ihres Retters erkundigt hatte.

Sie machte ein paar Schritte auf ihn und seinen Begleiter zu. „Salve! Wie schön, dass wir uns hier treffen!“
Thema: [Cubiculum] Iulia Graecina
Iulia Graecina

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RE: Der Rest ist Schweigen 28.05.2020 22:05 Forum: Domus Iulia


Sula antwortete nicht. Stille umgab sie. Nichts als Stille, die bedrückend wirkte. Auch wenn Graecina die Tränen ihrer Freundin nicht wirklich sah, erahnte sie sie jedoch. Spätestens dann, als Sula ihr Gesicht in ihren Händen vergrub, konnte sie dessen sicher sein. Die Iulia setzte sich auf, rutschte etwas näher zu ihr und legte tröstend ihren Arm um sie. „Ach Sula, was kann ich nur für dich tun?“ Ob ihrer Hilflosigkeit war sie selbst den Tränen nahe. Doch die Iulia musste nun stark für sie beide sein. „Du sollst alle Hilfe bekommen, die du brauchst!“, entschied sie und sprang aus dem Bett. „Ich werde nach dem besten Medicus schicken lassen. Irgendjemand wird dir bestimmt helfen können!“
Voller Aktionismus zog sie sich ihre Tunika über, trat aus ihrem Cubiculum hinaus und schnappte sich den erstbesten Sklaven, der ihr über den Weg lief. Das große Los fiel auf Breda, die sich gerade im obersten Stockwerk aufhielt. „Geh, und rufe einen Medicus! den besten ,den du finden kannst! Schnell, es eilt!“ Etwas erschrocken sah die keltische Sklavin die Iulia an und nickte dann zaghaft. „Ja Domina! Ich eile!“ Mit diesen Worten ließ sie alles stehen und liegen und machte sich auf den Weg.

In weniger als einer Stunde war Breda mit einem Medicus zurückgekehrt, den sie zu Domina Graecinas Cubiculum brachte. Es handelte sich um einen älteren Mann, einen Griechen namens Hermogenes. Auf Graecinas Geheiß untersuchte er die Hebräerin gründlich. Außer einigen blauen Flecken und leichten Hautabschürfungen hatte er aber nichts feststellen können, was auf eine größere physische Verletzung hindeutete. Das, was die Hebräerin bedrückte, war eine Verletzung anderer Natur. Er empfahl Graecine, sich mit ihrer Sklavin zum Tempel des Aesculapus auf der Tiberinsel zu begeben, um Sula dort einem Tempelschlaf zu unterziehen. Nur so könne ihr noch geholfen werden.
Greacina, die über diese Empfehlung nicht gerade glücklich war, sich allerdings auch nichts anmerken ließ, bedankte sich bei dem Medicus und zahlte ihm sein Honorar. Dann verschwand er wieder und ließ die beiden Frauen zurück.

„Nein, nein, nein! Es muss eine andere Möglichkeit geben! Nicht zum Aeskulapustempel!“ Schließlich besann sie sich. Wollten die beiden Frauen nicht am Abend des nächsten Tages zu einer Versammlung der christlichen Gemeinde gehen? Doch, so war es! Dorthin musste sie mit Sula gehen, denn nur dort konnte sie Erlösung finden!
Thema: [Cubiculum] Iulia Graecina
Iulia Graecina

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RE: Der Rest ist Schweigen 25.05.2020 21:38 Forum: Domus Iulia


Nachdem die Sklaven endlich gegangen waren und Graecina mit Sula und dem kleinen Mädchen, dass sie gerettet hatte, alleine war, fiel der ganze Druck, der ihre Fassade von der starken und selbstsicheren Römerin aufrecht erhalten hatte, von ihr ab. Sie beugte sich über die Hebräerin und fing fürchterlich an zu weinen. Was hatte man ihrer Freundin nur angetan? Was ging in einem Menschen vor, der so etwas getan hatte? Sula war der liebenswerteste und friedfertigste Mensch, den sie bis dahin getroffen hatte. Sie hatte sich voll und ganz für dieses Kind dort geopfert, dessen Leben für die meisten Menschen nicht mal ein Quadrans wert gewesen war. Graecina wusste, dass sie niemals eine solche Stärke hätte aufbringen können. Sie bewunderte Sulamith dafür. Doch sie so daliegen zu sehen, schmerzte sie ungemein.

Liebevoll stich sie das verschwitzte Haar aus Sulas Gesicht. Vielleicht konnte ihre sanfte Berührung bis zu ihr vordringen, denn sie hatte scheinbar einen Schutzpanzer um sich herumgebaut, um nicht noch mehr verletzt zu werden.
Die Iulia hatte kurze Zeit später einen Bottich mit Wasser und einen Waschlappen geholt, um Sulas Körper notdürftig damit zu reinigen. Die sichtbaren Spuren der Vergewaltigung ließen sie erschaudern. Sie fragte sich, wie Sula nur diese Kraft und diesen Mut aufbringen konnte, um sich auf diese Weise für einen anderen Menschen aufzuopfern. Es musste ihr Glaube sein, schlussfolgerte Graecina irgendwann, als sie auf keine andere Antwort kam. Ob sie jemals einen solch starken Glauben aufbringen konnte?

Den Rest der Nacht hatte die Iulia über Sula gewacht, bis ihr irgendwann die Augen zugefallen waren und sie fest einschlief. Erst einige Stunden später, als die Sonnenstrahlen bereits in ihr Cubiculum hineinfielen, wachte sie langsam auf. Ancilla, das kleine Mädchen schlief noch immer ganz fest. Sollte das Kind sich gesund schlafen und alle Zeit der Welt haben, um sich wieder voll und ganz zu erholen.
Als sie sich langsam umdrehte, erkannte sie Sulas Silhouette. Sie saß auf der Bettkante. Das machte ihr wieder ein wenig Hoffnung. „“Sula,“ wisperte sie ihr zu. „Geht es dir gut Sula? Wie fühlst du dich?“
Thema: An- / Abwesenheiten
Iulia Graecina

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22.05.2020 18:37 Forum: Allgemeines


Willkommen zurück. smile

Allerdings ist deine ID leider auf "In Elysio" gesetzt. Das heißt, deine ID ist tot. Daher kann diese dann nicht wieder reaktiviert werden. Du müsstest also mit einer neuen ID an den Start gehen.
Thema: [Cubiculum] Iulia Graecina
Iulia Graecina

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Auf den Spuren der Christen... wieder zurück in der Domus Iulia 07.05.2020 21:56 Forum: Domus Iulia


Die Iulia gab Anweisung, ihre Sklavin in ihr Cubiculum zu bringen. Dort befand sich jedoch auch noch das Sklavenmädchen und die alte Coqua. Ancillas Fieber war inzwischen glücklicherweise gesunken und das Kind schlief nun einen tiefen und ruhigen Schlaf.

„Leg sie bitte neben das Kind,“ wies Graecina Angus an. Die alte Coqua erhob sich und schaute besorgt nach der Hebräerin. Allerdings konnte sie keine äußerlichen Verletzungen erkennen, bis auf eine geschollene Lippe. Sie sah zu, wie der Sklave Sula auf das Bett ihrer Domina legte.
„Aber Domina, wo wirst du heute Nacht schlafen? Wäre es nicht besser,…“ Locusta konnte ihren Satz nicht mehr beenden, denn Graecina fiel ihr ins Wort. „Nein, das wäre es nicht! Die beiden bleiben heute Nacht hier, Ich finde schon ein Plätzchen zum Schlafen. Du kannst nun zu Bett gehen, Locusta. Ihr könnt nun alle zu Bett gehen!“ Damit entließ sie die Sklaven.

„Danke, euch allen!“, rief sie, bevor sie drei Sklaven ihren Raum verließen.
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Iulia Graecina

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RE: Auf den Spuren der Christen... 07.05.2020 21:51 Forum: Roma


Graecina wandte sich von Sulamith und dem griechischen Sklaven ab, da sie deren Privatsphäre wahren wollte. Einige griechische Wortfetzen drangen trotzdem an ihr Ohr, doch sie versuchte, sie zu ignorieren und begab sich zu den beiden anderen Sklaven. In Kürze würden sie endlich diesen üblen Ort verlassen.

Als der junge Grieche sich wieder erhob, gab sie dem Custos ein Zeichen, der ihrer Freundin dann aufhalf. Da sie kaum selbst laufen konnte, trug er sie. Dem furischen Sklaven nichte sie noch einmal zu. Dann verließen Graecina und die drei iulischen Sklaven die Taberna und machten sich auf den Nachhauseweg.
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Iulia Graecina

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RE: Auf den Spuren der Christen... 03.05.2020 08:57 Forum: Roma


Das Schankmädchen nahm die beiden Goldstücke sofort an sich und verfiel dann in einen wahren Dankestaumel. Die Iulia aber widmete sich inzwischen schon dem frischen Sklaven, der glücklicherweise keine großen Verletzungen von der Auseinandersetzung mit Angus davongetragen hatte. Da sein Rückweg ein anderer war, lehnte er ihr Angebot dankend ab. "Gut, dann sei es so!", sprach sie und gab dem Custos ein Zeichen, damit er sich um Sula kümmere. In letzter Sekunde aber äußerte der Sklave dann doch noch einen Wunsch, den Graecina gewährte. "Ja, du darfst!"
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Iulia Graecina

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RE: Auf den Spuren der Christen... 02.05.2020 23:42 Forum: Roma


Der Sklave richtete sich wieder auf und sprach weiter. Die arme Sula war an eine Räuberbande geraten, wie es schien. Graecina machte sich Vorwürfe, dass sie ihre Freundin an diesem Abend nicht zum Tiberufer begleitet hatte. Dann wäre ihr all das erspart geblieben.
„Danke Tiberios, für deine aufklärenden Worte. Ich hoffe, mein Sklave hat dich nicht ernsthaft verletzt,“ sprach sie zu dem Griechen, nachdem er geendet hatte.

Indessen kam das Schankmädchen zu ihr und stellte sofort klar, dass die Eigentümerin dieser Taberna nicht verfügbar sei. Offenbar wollte sie vermeiden, dass die Iulia Regressansprüche stellte. Doch darum ging ihr es nicht. Eigentlich wollte sie nur rasch die Bezahlung für das Sklavenmädchen abwickeln, um danach so schnell wie möglich von hier zu verschwinden. Dieser Ort machte ihr Angst. Zwar hatte sie den Custos dabei, der mit Sicherheit einen potentiellen Angreifer abwehren konnte. Doch was würde geschehen, wenn mehrere Männer sich ihr in den Weg stellen wollten?
„Nein! Hör zu! Ich sehe von einem Schadensersatz ab. Alles was ich will, ist die Ancilla! Das kleine Sklavenmädchen, das meine Sklavin zu mir gebracht hat.“ Dabei deutete sie auf Eireann. „Ich gebe deiner Herrin für sie zwei Aurei. Das ist mehr als genug für ein halbtotes Kind. Und in Anbetracht dessen, was meiner Sklavin in diesem Etablissement widerfahren ist, sollte dies genügen.“ Sie hatte aus ihrem Geldbeutel, der unter ihrer Palla verborgen war, zwei goldene Münzen genommen und reichte sie dem Schankmädchen.
„Ich rate dir, dich damit zufrieden zu geben, wenn du und deine Domina keinen Ärger haben möchten. Meine Familie hat großen Einfluss und du möchtest doch sicher nicht als Löwenfutter in der Arena enden, oder?“ Auf dem Antlitz der Iulia zeichnete sich ein wölfisches Lächeln ab. In ihr drinnen aber pochte ihr Herz vor Furcht. Sie wollte nur weg von hier. So schnell wie es nur ging. Deshalb wartete sie nicht die Antwort des Schankmädchens ab, sondern wandte sich an den Custos und die keltische Sklavin. „Angus, nimm dich meiner Sklavin an und trage sie nach Hause. Ich fürchte, sie wird den Weg dorthin nicht selbst antreten können. Eireann, wir gehen. Sofort!“ Dann richtete sie noch einmal das Wort an Tiberios. Da er nicht zur Familia gehörte, konnte sie ihm auch nichts befehlen. Doch sie konnte ihm etwas anbieten. „Tiberios, Scriba des Gnaeus Furius Philus, es wäre wohl mehr als angebracht, dir den Schutz meines Custos anzubieten. Wenn es dir beliebt, kannst du uns ein Stück nach Hause begleiten.“ Dann wandte sich die Iulia um und war bereit, zu gehen.
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Iulia Graecina

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RE: Auf den Spuren der Christen... 30.04.2020 14:59 Forum: Roma


Graecina warf einen kurzen Blick auf das Bronzetäfelchen, welches Tiberios ihr zeigte. Mit seiner Identität hatte wohl alles seine Richtigkeit. Auch seine Wortgewandtheit ließ sich durch seine Tätigkeit als Scriba erklären. Interessant nur fand sie die Tatsache, dass der furische Sklave und Eireann offenbar ein Rendezvous gehabt hatten. Oder wieso trafen sich zwei Sklaven zweier verschiedener Häuser sich des Nachts an einem solchen Ort? Im Grunde war es der Iulia ja egal, denn schließlich gehörte ihr Eireann nicht und außerdem, warum sollten sich Sklaven nicht auch verleiben dürfen. Sie waren doch auch nur Kinder Gottes und folgten dem gleichen Plan des Lebens, auch wenn sie unfrei waren. So ließ sie dies unkommentiert stehen. Ebenso ließ sie sich zu keinem Kommentar hinreißen, als ihr der junge Grieche von Sulamiths Taten am Tiberufer erzählte. Er verteidigte sie sogar noch und meinte, sie habe ein gutes Herz. Oh ja, das hatte Sulamith! Sie hatte den neuen Glauben schon ganz verinnerlicht und gab sich sogar mit Ungläubigen ab, sowie Menschen, die nach jüdischer Auffassung als unrein galten.

Entscheident für sie war jedoch sein Bericht von den Vorgängen in dieser Spelunke. Sie hatte sich ja nun selbst davon überzeugen können, dass dies ein Treffpunkt für übelste Gestalten aller Art war, die Rom zu bieten hatte.
Die arme Sula! Worauf hatte sie sich da nur eingelassen? Sie hatte ein sehr großes Opfer gebracht, nur um das kleine Mädchen zu retten. Ihr hilfsbereites Wesen und ihre Arglosigkeit waren ihr offenbar zum Verhängnis geworden. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, was dieser Titus mit ihr angestellt hatte. Das Resultat konnte man ihr ja deutlich ansehen.

Da sie dem Griechen erlaubt hatte, sich frei zu äußern tat er es dann auch auf sehr emotionale Weise. Er war voller Zorn, wohl auch wegen seiner Unzulänglichkeit, da er Sula nicht zur Hilfe hatte eilen können. Tritt sie hier alle in den Staub, Domina! Lass diesen Titus suchen und ans Kreuz schlagen! Mit diesen Forderungen hatte sie so nicht gerechnet und sie spürte, wie es ihr die Kehle zuschnüren wollten. Gewiss hätte eine gestandenen Frau, die einer alten und einflussreichen Familie entstammte, sich dies nicht dreimal sagen lassen – und schon gar nicht von einem Sklaven! Doch Greacina fehlten gerade die Worte. Natürlich war es schlimm und unerträglich, was Sula widerfahren war. Es wäre ganz natürlich gewesen, nach Rache zu trachten. Doch was sagte die neue Lehre zu solchen Fällen?

In diesem Moment kann der iulische Custos ins Spiel, der sich sofort anbot, nach dem Schuldigen zu suchen. Der Grieche hingegen wurde sich seiner Vermessenheit bewusst, ihr als Römerin zu sagen, was sie zu tun hatte, und kniete sich deshalb demutsvoll vor ihr nieder.

Das war eindeutig zu viel! Sie brauchte einen Moment, da sie damit vollkommen überfordert war. „Tiberios, bitte erhebe sich doch!“, meinte sie und berührte ihn sanft an seiner linken Schläfe. Dabei bemühte sie sich um eine feste und überzeugende Stimme. Dann wandte sie sich Angus zu. Sie musste nun handeln und sie wusste, dass sie dieses Verbrechen an ihrer Sklavin nicht ungesühnt lassen konnte. Doch lieber kümmerte sich ein Sklave ihrer Familie um diese Sache als es an die große Glocke zu hängen und die Stadtkohorten damit zu behelligen, die womöglich sehr unangenehme Fragen stellten und noch auf unangenehmere Gedanken kamen.
„Du hast meine Erlaubnis dazu, Angus. Doch zuvor wirst du uns sicher nach Hause geleiten.“ Hoffentlich konnte sie auf die Diskretion des Sklaven rechnen. „Zuvor aber werde ich noch etwas Geschäftliches mit dem Besitzer dieses Etablissements regeln müssen.“ Mit diesen Worten sah sie sich suchen um, erspähte aber nur das schwarzhaarige Schankmädchen und winkte sie herbei. „Ist der Besitzer der Taberna anwesend? Ich habe etwas mit ihm zu besprechen!“
Thema: [Atrium] Onkel Antipater auf Besuch
Iulia Graecina

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RE: [Atrium] Onkel Antipater auf Besuch 27.04.2020 22:53 Forum: Domus Iulia


Da Sulamith noch immer nicht in der Verfassung war, sich ihren Aufgaben zu widmen, war Audata für sie eingesprungen. Ihre Aufgabe war es, den privaten Bereich Graecinas in Ordnung zu halten und ihr beim Ankleiden zu helfen. Zwar war die junge Iulia eigentlich sehr genügsam, wenn es um ihre Kleidung ging, doch aus unerfindlichen Gründen schien die Chemie zwischen der Iulia und der Aushilfs-Cubicularia nicht zu stimmen. Ausgerechnet heute wurde dies einmal wieder mehr als deutlich! Denn nachdem man der Iulia gemeldet hatte, es sei Besuch da, hatte sie es plötzlich sehr eilig. Doch alles was Audata ihr an Vorschlägen machte, welche Tunika sie zu diesem Ereignis sie hätte tragen können, gefiel ihr nicht. So zog sich diese Prozedur länger als erwartet hin. Letztendlich war die Iulia selbst einen Blick in ihre Truhe und fand ein passendes Gewand.

Unglücklicherweise hatte sie keine Ahnung, wer dieser geheimnisvolle Besucher war. Das hatte der Sklave wohl vergessen, ihr mitzuteilen. Allerdings hatte sie auch nicht explizit danach gefragt, weil sie dieser Tage ganz andere Sorgen quälten. Kurzzeitig erinnerte sie sich auch an das Gespräch mit ihrem Cousin, als er sich bei ihr erkundigt hatte, ob sie bereits einen möglichen Hochzeitskandidaten ins Auge gefasst habe. Caesoninus hatte doch nicht etwa einen potentiellen Bewerber eingeladen? Ach nein, das würde er doch nicht tun. Schnell schob sie diesen Gedanken wieder beiseite.

Nachdem sie zurechtgemacht war, begab sie sich gemäßigten Schrittes hinunter und kam sie schließlich als letzte der drei Nichten im Atrium an. Außerdem war ihr Cousin zugegen und ein älterer weißhaariger Mann, der seine besten Jahre schon hinter sich hatte. Oje, dachte sie. Hatte sie Caesoninus nicht gesagt, dass sie reifere Männer bevorzugte? Doch der hier war mehr als überreif!
Graecina näherte sich dem Besucher und begrüßte ihn freundlich. „Salve! ich bin Iulia Graecina. Es freut mich, dich kennenzulernen.“
Thema: [Subura] Schmierige Spelunke am Kanal
Iulia Graecina

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RE: Auf den Spuren der Christen... 27.04.2020 16:09 Forum: Roma


Angus hatte auf den Befehl der Iulia den fremden Mann losgelassen. Seine Nase war gerötet und leicht angeschwollen. Glücklicherweise war der Custos noch relativ „sanft“ vorgegangen, denn eine Nase konnte sehr schnell brechen oder bluten. Beides war hier nicht der Fall gewesen. Aber eigentlich waren seine Verletzungen eher zweitrangig. Vielmehr interessierte sie es, was mit Sula geschehen war. Die Ärmste sprach kein Wort, doch schien sie wieder etwas ruhiger geworden sein. Sie zitterte kaum noch und offenbar hatte ihre sanfte Berührung eine beruhigende Wirkung auf sie.

Es interessierte Graecina brennend, wer dieser Mann war und welche Rolle er spielte. Es war unschwer zu erkennen, dass man Sula übel mitgespielt hatte. Blieb nur noch die Frage offen, wer hier der Schuldige war und wer nicht.
Mit einer unterwürfigen Geste stellte er sich vor sie und flehte sie an, ihn anzuhören. Graecina erhob sich, damit sie größer erschien. Er bat sie darum, sprechen zu dürfen. Dass er dabei den iulischen Sklaven als schwachsinnigen Barbaren bezeichnete fuchste sie ein wenig, wobei sie sich dies nicht anmerken ließ.
„Der schwachsinnige Barbar, wie du ihn zu nennen pflegst, handelte auf meinen Befehl. Außerdem ist er für meine Sicherheit verantwortlich“, antwortete sie in einem fast schob gelangweilten Ton. „Aber bitte sprich! Ich bin gespannt, was du zu sagen hast. Vielleicht kannst du mich ja aufklären, was mit meiner Sklavin geschehen ist.“
Thema: Rufos Elysium
Iulia Graecina

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25.04.2020 19:45 Forum: Allgemeines


Ja, die Acta! Die gute alte Zeit! großes Grinsen

Damals gab es auch immer in regelmäßigen Abständen die Diskussion, ob Frauen ID' s im IR die gleichen Rechte/ Karriere-Chancen haben dürfen, wie ihre männlichen Kollegen. Damals fand ich 's nervig. Heute vermisse ich es irgendwie. großes Grinsen
Thema: Rufos Elysium
Iulia Graecina

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25.04.2020 19:16 Forum: Allgemeines


Nö, ich glaube, das ist ein falscher Wert. In den letzten Jahren wurde darüber schon oft diskutiert.
Ich bin seit 2007 dabei. Gut es gab Zeiten, wo hier wirklich der Bär gesteppt hat.
Aber an einem (fast schon) Sommertag, der auch noch ein Samstag ist, sind sieben ok.

Interessant wäre die Frage, wie viele Spieler derzeit tatsächlich noch aktiv sind. Manche haben ja mehrere Chars. Damals galt übrigens noch die Regel, dass jeder nur drei Chars (Patrizier + 1 Sklaven -ID) haben durfte.
Thema: [Subura] Schmierige Spelunke am Kanal
Iulia Graecina

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RE: Auf den Spuren der Christen... 25.04.2020 19:06 Forum: Roma


Graecina war dem Custos gefolgt, jedoch hielt sie sich in sicherem Abstand hinter ihm. Angus fackelte nicht lange und nahm sich den Burschen zur Brust. Im Vergleich zu dem keltischen Custos war der junge Mann bei Sula ein schmächtiges Bürschchen. Doch auch solche Männer konnten einer Frau überlegen sein. Die arme Sula! Ihr Anblick, wie sie so da kauerte, rührte sie zu Tränen. So hatte sie ihre Freundin noch nie erlebt. Sie schien ganz apathisch zu sein. Ihr Äußeres deutete darauf hin, dass sie massive Gewalt erfahren hatte. Sie zuckte bei dem Gedanken zusammen, dass die Hebräerin vergewaltigt worden war. Das war wohl eines der schlimmsten Verbrechen, das man einer Frau antun konnte. Kein Wunder, dass Sula in dieser Verfassung war!

Und ihr Peiniger? Dieser junge Mann, den Angus inzwischen hochgezerrt hatte und ihm mit der Faust mitten ins Gesicht geschlagen hatte. Er hatte es verdient, wenn es wirklich derjenige war, der Sula das angetan hatte. Was aber, wenn es stimmte, was er behauptete? Was, wenn er wirklich unschuldig war? Und überhaupt, wie sollte sie sie richtig verhalten, nach all dem, was sie auf den Christenversammlungen gehört hatte? Wie stand es nun mit Aussagen, wie ‚liebe deine Feinde‘ oder ‚wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin‘ oder gar ‚vergebet, so wird euch vergeben‘?

Nachdem Angus' Faust zielsicher die Nase des jungen Mannes getroffen hatte, begann dieser zu protestieren. Es folgte eine wahre Schimpftirade mit Verwünschungen und Flüchen, teils in Latein, teils in Griechisch. Doch mutete sehr seltsam an. Einen Menschen, der Grichisch beherrschte und sich so ausdrücken konnte, hätte sie niemals an einem solchen Ort vermutet.

Während sie darüber nach sinnierte, hatte Eireann den jungen Mann anscheinend identifizieren können. Zumindest war ihr sein Name bekannt. Tiberios? Hatte sie nicht schon vor ihrem Aufbrechen etwas von einen Tiberios erzählt? Wenn es sich hierbei tatsächlich um ihren Bekannten handelte, dann war es sehr unwahrscheinlich, dass er der Schuldige war, der für Sulas Zustand verantwortlich war. Sie musste jetzt handeln! Das tat sie dann auch. „Schluss jetzt! Angus! Eireann!“, rief sie. „Lasst den Mann gehen! Er soll sich erklären können!“

Sie trat nun etwas näher heran und kniete sich zu Sula hinunter, um ihr nah zu sein und um sie trösten zu können. „Sula, ich bin es! Alles wird nun gut! Ich bin jetzt endlich bei dir.“ sprach sie sanft zu ihr und nahm sie in ihre Arme.
Thema: [Subura] Schmierige Spelunke am Kanal
Iulia Graecina

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RE: Auf den Spuren der Christen... 25.04.2020 04:52 Forum: Roma


Auf dem schnellsten Wege waren die Drei, von der Domus Iulia kommend, durch die nächtliche Stadt geeilt. Besonders dann, als sie in die berüchtigte Subura kamen, war Graecina froh, einen Custos an ihrer Seite zu wissen. Gott sei Dank war es zu keinem Zwischenfall gekommen, dennoch waren ihr die Gestalten, die ihnen begegneten, nicht ganz geheuer.
Glücklicherweise konnte die keltische Sklavin die Spelunke, in der sich ihre arme Sula aufhalten sollte, schnell finden.
Die Spannung stieg in der jungen Iulia, als sie die Lokalität betrat. Eireann war vorneweg gegangen. Zuvor aber hatte sie ihr erklärt, dass dies kein guter Ort für sie wäre. Das hatte fast schon entschuldigend in Graecinas Ohren geklungen. Doch gerade deshalb war es nun in ihren Augen wichtig, hier zu sein, um ihre bemitleidenswerte Freundin aus diesem Drecksloch zu befreien.

Nach Eireann hatte ihr großer keltischer Begleiter die Taberna betreten. Er hatte sich sofort an eine Bedienung gewandt und diese nach Sulamith gefragt. Währenddessen war die Iulia ebenfalls eingetreten und begann sofort damit, sich umzuschauen. Sofort begriff sie, was die Keltin gemeint hatte. Dieser Ort war der reinste Tartaros! Alleine schon der widerliche Gestank, der ihr entgegen geschlagen war, war kaum zum aushalten. Wie hatte es Sula nur zehn Minuten hier aushalten können?
Krampfhaft umschlossen ihre Finger ihre Palla, die sie umhüllte und die ihr einziger Schutz gegen den Schmutz und die neugierigen Blicke der Gäste dieses Etablissements war. Besonders nach jungen Frauen hielt sie Ausschau, von denen es hier aber nur wenige zu geben schien. Abgesehen von den Bedingungen hielten sich hauptsächlich zwielichtige Gestalten, männlichen Geschlechts hier auf, Suchend Schritt sie weiter durch die Taberna, hin zu einer etwas ruhigeren Ecke. Dort saß ein junger Mann, der seinen Arm um den Körper einer jungen Frau gelegt hatte. Das Mädchen, sie konnte kaum älter als sie selbst sein, war in eine Art rotem Vorhangstoff gehüllt. Darunter schien sie unbekleidet zu sein. Das Haar der jungen Frau kam ihr seltsam vertraut vor. Dann plötzlich schlug sie die Hand vor den Mund, als ihr bewusst wurde, das dies ihre Sula sein musste. Das Herz der jungen Iulia schlug höher. Nicht nur weil sie ihre Freundin gefunden hatte,sondern auch, weil sie sich nicht traute, den jungen Mann zur Rede zu stellen. Sofort wandte sie sich deshalb zu dem keltischen Custos und raunte ihm etwas zu. Ihr Zeigefinger ging unmissverständlich in die Richtung, in der der junge Mann mit Sulamith saß. Sollte er dies in die Hand nehmen, denn Angus schien eindeutig die schlagfertigeren Argumente parat zu haben.
Thema: [Cubiculum] Iulia Graecina
Iulia Graecina

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RE: Auf den Spuren der Christen... zurück in der Domus Iulia 24.04.2020 22:07 Forum: Domus Iulia


Graecinas rechte Augenbraue zuckte bei dieser Antwort unwillkürlich nach oben. Er dachte schon! Jedoch hatte die junge Iulia keinerlei Alternativen, was ihre Begleitung betraf. Dann lieber mit einem angetrunkenen Custos losziehen, als gänzlich ohne Schutz ins eigene Unglück rennen, dachte sie sich.
„Nun gut! Wenn wir das geklärt haben, dann sollten wir uns sputen!“ Sie nickte der keltischen Sklavin zu, denn natürlich musste sie auf jeden Fall mitkommen! Denn nur Eireann kannte den Weg zur Taberna, in der Sulamith fest saß.

Bevor sie jedoch mit den beiden Sklaven ihr Cubiculum verließ, stellte sie sich ihnen ganz abrupt in den Weg und sah die beiden eindringlich an. „Wenn es uns gelingt, meine Sklavin zu befreien, dann sollt ihr mir nicht umsonst geholfen haben! Ihr werdet von mir eine Belohnung erhalten! Das gelobe ich!“ Sie hoffte auf diese Weise die beiden Sklaven dazu zu bringen, ihr menschenmöglichstes zu tun. Was sie den beiden als Belohnung geben würde, hatte sie in diesem Moment nicht genau sagen können.
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