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Thema: 17 Jahre sind (nicht?) genug
Tiberios

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RE: 17 Jahre sind (nicht?) genug Gestern, 20:40 Forum: Allgemeines


Von mir auch. fröhlich
Thema: Alles was das (Kauf)herz begehrt - Die Trajansmärkte
Tiberios

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RE: Furischer Einkaufsbummel Gestern, 20:27 Forum: Mercatus Urbis


Der Verkäufer pfiff einen Schreiber herbei, der die Rechnung auf einem schon teilweise vorgeschriebenem Brief ausstellte:


   
Feine Schreibunterlagen Bester Qualität Mercatus Traiani

Roma

Rechnung

ANTE DIEM IV ID AUG DCCCLXX A.U.C

MengeWareEinzelpreis*Gesamtpreis*
3x
Pergament honigfarben Lamm
I dIII d

Gesamtbetrag: Drei Denare

Vielen Dank für euren Einkauf
und beehrt uns bald wieder!


* Alle Preise sind in Denare angegeben.



Der Verkäufer gab dem jungen Furier die Rechnung:
"Schönen Tag!", wünschte er: "Es war mir eine außerordentliche Freude, mit dir Geschäfte zu machen!"
Thema: Alles was das (Kauf)herz begehrt - Die Trajansmärkte
Tiberios

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RE: Furischer Einkaufsbummel Gestern, 17:18 Forum: Mercatus Urbis


Der Verkäufer kam wieder aus dem Lager, zählte die drei Blatt Pergament vor ihnen vor, schlug sie zu einer Rolle ein und verknotete eine Schnur darum:
" Macht drei Denare, junger Herr.", sagte er:
"Brauchst du eine Rechnung?"
Thema: Rufos Elysium
Tiberios

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RE: Ein europäischer Ibis Gestern, 17:14 Forum: Allgemeines


Das der Ibis Eremita auf Deutsch Waldrapp heißt, wusste ich wiederum nicht. Auch nicht, dass es den hierzulande gab. Für mich gehörte er immer eher in felsige, karge Landschaften.

In Spanien fröhlich hat die Auswilderung funktioniert: Jerez de la Frontera https://comunidadrediam.cica.es/reintroduccion-ibis-eremita
Brütende Paare
Thema: Farbenmischer Pater Danuvius
Tiberios

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RE: Ein neuer Kunde Gestern, 09:26 Forum: Mercatus Urbis


Tiberios indes war es wichtig gewesen, dass Dominus Valentinus seinen Kauf absegnete.

Wie viele Menschen benahmen sich auch domini nicht immer rational, und da der Grieche den jungen Furier erst seit dem heutigen Tag kannte, war er immer noch am Austarieren, welchen Stil Valentinus pflegte. Sein erster Eindruck war, dass Valentinus freundlich und vernünftig war, aber der Grad zwischen "selbständig mitdenken"und "eigenmächtig handeln" war ein schmaler Grat für einen Sklaven. Besser einmal zu viel nachfragen als zu wenig.

"Danke, Dominus Valentinus", sagte er daher.

Als Norius Carbo von farbiger Tinte sprach, horchte er auf; zu gerne hätte er nach den Farben und der Art der Pigmente gefragt und damit probe-geschrieben, aber er hielt sich zurück.
Thema: Alles was das (Kauf)herz begehrt - Die Trajansmärkte
Tiberios

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RE: Furischer Einkaufsbummel 09.08.2020 22:42 Forum: Mercatus Urbis


"Ein Denar pro Blatt* für einfaches Lamm; gut geglättet und geweisst dann zwei Denare", antwortete der Verkäufer wieder mit einer Verbeugung:
"Wieviele Seiten von welchem möchtest du, Herr? Ich hole sie sofort aus dem Lager."

Tiberios schien es eine gute Wahl. Er hoffte allerdings, dass Dominus Valentinus nachprüfen würde, dass die Ware wirklich so aussah wie die Probestücke. Auch in den feinen Trainansmärkten versuchte man manchmal, Kunden übers Ohr zu hauen.

Besonders aufpassen musste man, dass man bei Pergament keinen mehrfachen palimpsestos , wie es auf Griechisch hieß, angedreht bekam. Wenn man die alte Schrift abkratzte und das Pergament fein polierte, sah man das nicht gleich, es sei denn, man prüfte es genau im Sonnenlicht.


Sim-Off: * Blatt = 17 cm x 29,5 cm
Da ich die Preise von Pergament nirgends gefunden habe, ging ich vom Kaufwert ein Denar= 20 Euro aus und den heutigen Pergamentpreisen aus. (40 Denare im Jahr 300 erscheint mir für das Jahr 117 zu hoch)
1 Denar = 4 Sesterze
Thema: Farbenmischer Pater Danuvius
Tiberios

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RE: Ein neuer Kunde 09.08.2020 22:11 Forum: Mercatus Urbis


"Ich würde gerne drei Fläschchen Eisengallustinte für die Angelegenheiten der Casa Furia kaufen.", sagte Tiberios:
"Aber du sollst mich nicht für unbescheiden halten, Dominus. Der Grund hierfür ist, dass diese hochpreisige Tinte als einzige wasserfest ist. Und wenn ich die Haushaltsbücher führe, die zur Steuerberechnung dienen, müssen diese Dokumente auch einen Unglücksfall wie ein undichtes Dach oder ein geplatztes Wasserrohr überstehen."

Nun hatte Tiberios erklärt, warum er bereit war, im Budget teure Tinte einzuplanen.
Thema: [Subura] Anis von Alexandria , Wahrsager und Astrologe
Tiberios

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RE: Auf dunklen Pfaden II 09.08.2020 18:22 Forum: Roma


Nun, mit Terpander in das Innere des Hauses zu gehen oder alleine in der Subura zu warten, es war eigentlich klar, für was sich Tiberios entscheiden würde. Er fürchtete nur Hairans spitze Zunge.
Aber dann dachte er, dass an Terpanders Seite, so lange der seine Hand hielt, nichts wirklich schlimm werden konnte. Und gerne wollte er den Spartiaten erfreuen, wenn er auch nicht wirklich den Satz verstand, dass alle miteinander schlecht wären. Er auch?
Nein, sonst hätte ihn Terpander doch nicht dabei haben wollen….
Noch in seinen Überlegungen wurde die Tür geöffnet und rötlich schwach flackernder Schein ergoss sich über die beiden späten Besucher.
Thema: Alles was das (Kauf)herz begehrt - Die Trajansmärkte
Tiberios

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RE: Furischer Einkaufsbummel 09.08.2020 17:32 Forum: Mercatus Urbis


Da der Verkäufer davon ausging, das der junge Herr nicht wirklich an einem Kauf von Purpurpergament interessiert war, sonst hätte er nach dem Preis gefragt - wie die meisten Kunden wollte er so ein Teil einfach nur einmal sehen - legte er das wieder weg und wies auf die anderen Pergamentproben:
"Sagt dir davon etwas zu, Dominus?", fragte er.
Thema: Nach den Zwillingen: Charilaus und Tiberios
Tiberios

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RE: Nach den Zwillingen: Charilaus und Tiberios 09.08.2020 16:57 Forum: Taverna Apicia


Tiberios wusste genau, was Charis meinte. Stille, weil man keinen Vertrauten hatte. Stille, weil man niemals, in keinem Augenblick die Selbstbeherrschung verlieren durfte. Sklaven, die zufrieden waren mit ihrem Los, gewiss; die Arbeit war körperlich nicht so schwer und es wurde für einen gesorgt.
Tiberios hatte kein Problem damit, zu dienen. Doch so oft wusste er nicht, wohin mit seinen Gefühlen, seinen Gedanken, seiner raschen quecksilbrigen Art. In der Casa Furia hatte er bisher keinen Kameraden gefunden, dem er völlig vertraute, obwohl alle hilfsbereit und gut miteinander umgingen – wie dominus Viridomarus liebte auch domina Stella Harmonie und Frieden in ihrem Haus.

In Alexandria war das anders gewesen; nun erinnerte er sich wieder an die drei anderen Sklavenkinder: Anippe,Timothea und Daphne .Sie hatten sich alle vertraut, eine verschworene Bande waren sie gewesen; oft nur um Haaresbreite kamen sie mit ihren Untaten davon und auch nur, weil sie ihren Herren meistens zum Lachen brachten. Aber damals waren sie alle fürchterlich jung gewesen.

„Semiramis heißt deine Mutter? Auch das ein Königinnenname. Ich merke schon, ihr Nubier oder Halbnubier seid anmutige Menschen von königlichem Geblüt.“,
machte Tiberios ein Kompliment und schluckte, als Charilaus so liebevoll von seiner Mutter sprach:
„Caenis hat graue Augen, silbergrau wie das Meer, wenn es im Sommer so heiß ist, dass es wie ein Spiegel vor den Toren Alexandrias liegt. Auch sie hatte einen bestimmten Blick allein für mich reserviert und einen besonderen Klang in ihrer Stimme.“, erinnerte er sich.

Er ließ sich von Charis füttern, in dem er brav den Kopf vorneigte:
"Diese Käsebrote sind wirklich gut, wir sollten öfter herkommen...
Ich war eine zeitlang vilicus im Handelshaus meines Herren, und habe sehr eigenverantwortlich gearbeitet , aber ich hatte immer schreckliche Angst, einen groben Fehler zu machen und an ein Bergwerk verkauft zu werden.
Was würde dein Dominus mit dir machen, wenn er wegen dir Geld verlieren würde?“,


Tiberios setzte eine etwas besorgte Miene auf. Er wollte einfach, dass es Charis, der so lieb und freundlich war, gut erging in seinem Leben.

Dann antwortete er:
„Von was ich träume? Es gibt sehr viel: Fremde Länder entdecken wie Pytheas, der behauptet, hoch im Norden würde das Meer gerinnen wie Milch.
Oder mir Dinge ausdenken und erforschen, so viel Interessantes gibt es auf der Welt.
Aber auch Gedichte und Lesen und Deklamieren und Bibliotheken machen mir Freude.
Ich bin auch gerne einen Scriba und gehe mit Tinte und Papyrus um.
Meine Arbeit gerade jetzt mag ich auch, es gefällt mir, wenn alles ordentlich und gut ineinander greift wie Zahnräder einer Wasseruhr von Ktesibos.
Doch ich bin ja noch jung, Tyche, die Schicksalsgöttin hat mich bisher so gut geleitet und-“

Tiberios sah ernst in Charis Augen:
...mich heute an diesen Platz mit dir geführt. Und heute träume ich einzig davon, dich besser kennen zu lernen.", jetzt lächelte er und streichelte wieder Charis Hand.
Thema: Cubiculum Furia Stella
Tiberios

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RE: Eine Kutsche für Domina Stella 09.08.2020 16:31 Forum: Casa Furia


Tiberios freute sich über die freundliche Ansprache:
"Salve, Domina", sagte er,
blieb stehen und verbeugte sich.
Er bemerkte, dass domina Furia Stella noch nasse Haare hatte und vermutete, dass sie bestimmt ihre Ornatrix erwartet hatte, und da er mitdachte, fragte er:
"Wünschst du, dass ich zuerst Glafira herhole?"

Tiberios konnte auch über die Kutsche berichten, wenn Glafira der Herrin die Haare richtete.
Auch Tiberios 'Mutter war ja die Ornatrix von kyria Alexandra gewesen, und er hatte als Jugendlicher der Kyria die Korrespondenz vorgelesen, während seine Mutter mit dem calamistrum Locken drehte.
Thema: Cubiculum Furia Stella
Tiberios

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RE: Eine Kutsche für Domina Stella 08.08.2020 23:41 Forum: Casa Furia


"Ich bin es,Tiberios.", antwortete der junge Hausverwalter:
"Kannst du Zeit erübrigen, Domina Stella? ich habe ein Angebot für die Anmietung eines Reisewagens nach Brundisium erhalten und würde es dir gerne zeigen."

Er wartete ab. Wenn domina Furia Stella etwas anderes zu tun hatte, müsste er eben ein später wieder kommen.
Thema: Cubiculum Furia Stella
Tiberios

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Eine Kutsche für Domina Stella 08.08.2020 20:22 Forum: Casa Furia


Tiberios hatte zwei Schreiben dabei,
seine Anfrage wegen einer carruca nach Brundisium
und
die rasche Antwort des Geschäftmanns Viridomarus von den Traiansmärkten, um sie domina Furia Stella vorzulegen und zu fragen, ob und welchen der beiden Reisewagen er anmieten sollte.

Vorsichtig klopfte er an, um zu sehen, ob die Domina gerade Zeit für diese Angelegenheit hatte.
Thema: Officium
Tiberios

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RE: Eine Kutsche für Domina Stella 08.08.2020 20:13 Forum: Casa Furia


Epistolae >>>

Tiberios nahm die Antwort von Viridomarus in sein Officium mit und legte sie zu seiner Anfrage:
   

Viridomarus
Taberna Zum Duften Viri
Traiansmärkte
Traiansforum
Roma

Casa Furia
Quirinal
- Hausverwaltung -
Maiordomus Casa Furia Tiberios

Salve Maiordomus Tiberios,

mögen die Göttinen Abundantia und Moneta Eurem Hause ein Lächeln schenken.
Vielen Dank für die Anfrage, gerne könnt Ihr eine meiner Carrucae mieten.

Platz ist in jedem hölzernen Gefährt für vier Personen und Gepäck. In jeder Leder-Carruca ist Platz für zwei Personen, samt Gepäck. Falls Ihr keinen erfahrenen Fahrer habt, werde ich Euch einen meiner Sklaven stellen. Die Frage ist, möchtet Ihr eine geschlossene Carruca aus Holz oder möchtet Ihr eine mit Lederverkleideten Wänden mieten?

Bei heißen Temperaturen ist jene mit Lederwänden zu bevorzugen, da man in diesem Falle für Frischluft sorgen kann.

Möchtet Ihr quasi einen festen, fahrenden kleinen Raum, so empfehle ich Euch eine rein hölzerne Carruca. Jedes Gefährt ist durch eine Lederaufhängung gefedert. Das Reisen, gleich in welchem Modell ist sehr angenehm.

Deine Berechnung bezüglich der Reisezeit muss ich leider korrigieren. Generell würde ich für so eine Reise 14 Tage veranschlagen. Bedenkt bitte alle gemeinsam, dass das Wetter umschlagen kann, Wege somit erschwert oder gar nicht zu passieren sind. Und auch die Pferde benötigen angemessene Behandlung. Deshalb plant vorsorglich eine 14 tägige Reise ein und seit früher da, als das Ihr möglicherweise zu spät erscheint.

Ferner erinnere ich Euch höflich daran, für jede Person einen Reiseumhang und auch mindestens ein Kissen mitzunehmen. Gleich wie bequem eine Carruca auch sein mag, irgendwann wird man müde und da möchte man sich in den eigenen Umhang hüllen oder es sich auf dem persönlichen Kissen gemütlich machen.

Der Preis für die Leder-Carruca läge bei 400, jener der hölzernen Carruca bei 550.

Es würde mich freuen, wenn wir ins Geschäft kämen.


Vale bene

Viridomarus





Hölzerne Carruca:
https://i.pinimg.com/originals/df/f1/d0/...0b29f0cfb5b.jpg
https://sketchfab.com/3d-models/carpentu...4a9737607279301



Lederne Carruca:
https://tabletopdeutschland.files.wordpr...rac39fen-05.jpg



Sim-Off:
Viridomarus plant 14 Tage für die Reise, da er von 40 Kilometer pro Tag ausgeht. Durchschnittliche Reisegeschwindigkeiten unterschiedlicher Verkehrsmittel im Laufe der geschichtlichen Entwicklung

*Marsch zu Fuß, 5-6 km/h, 30-50 km pro Tag

*Pferd 6-10 km/h, 30-60 km pro Tag

*Kutsche
(um 1700) ca. 2 km/h, 20-30 km pro Tag
(um 1800) ca. 3 km/h, 30-40 km pro Tag
(um 1815) ca. 4 km/h, 40-50 km pro Tag
(um 1830) ca. 6 km/h, 60-75 km pro Tag
(um 1850) ca. 10 km/h 100-120 km pro Tag

Die Römer benutzten ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. gefederte Reisewagen. Die Technik ging aber mit ihrem Niedergang allerdings leider verloren

Im 15. Jahrhundert wurde die Federung im ungarischen Kocs (Kutschen) wieder entdeckt. Bei der Curruca gehe ich also von einem Mittelwert wie bei einem Planwagen aus, ca. 40 km pro Tag. Ich hoffe das ist korrekt so smile

Thema: [Subura] Anis von Alexandria , Wahrsager und Astrologe
Tiberios

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RE: Auf dunklen Pfaden II 08.08.2020 18:36 Forum: Roma


Tiberios, der zwischen Stadtmauern und in domus aufgewachsen und noch nie in seinem Leben ( bis auf ein einziges Mal) in der freien Natur gewesen war, war in der Nacht zwar nicht taub, tatsächlich hörte auch er alle Geräusche in deutlicher Schärfe, ohne ihren Ursprung zurückverfolgen zu können, aber so gut wie blind.

Nox fiel über ihn her wie ein schwarzes Tuch. Die einzige Orientierung für ihn war die warme Hand von Terpander, die die seine hielt; aber der Mann selbst verschmolz mit der Dunkelheit und bewegte sich vollkommen lautlos.
Dafür hatte die Nachtluft, auch wenn sie eher warm und voll von Gerüchen der Gerbereien, Urinale und nach Mensch war, den Effekt, dass Tiberios im Kopf wieder etwas klarer wurde.
Eine Ewigkeit so schien es, tapperte er hinter Scatos Sklaven drein, einmal hielten sie, und Terpander nahm irgendetwas? Gegenstände? Einen Sack ? mit, ohne Tiberios etwas davon aufzuladen. Dann nach einer weiteren Weile blieb er stehen und klopfte dreimal an irgendeine Porta.

Tiberios hielt sich an Terpanders Arm fest:
Ich warte auf dich hier, aber ich will da nicht rein.“, sagte er etwas störrisch:
„Anis von Alexandria ist ein schlechter Mensch. Ich kenne den – eben aus Alexandria.“
Thema: Alles was das (Kauf)herz begehrt - Die Trajansmärkte
Tiberios

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RE: Furischer Einkaufsbummel 08.08.2020 18:17 Forum: Mercatus Urbis


"Selbstverständlich!", sagte der Verkäufer und erzählte wieder, was er auswendig wusste:
"Schon seit tausend Jahren haben die Punier das Verfahren entwickelt, wie man aus Purpurschnecken Farbe gewinnt. Die Schnecken werden lebend gefangen. Dann werden ihnen kleine Drüsenkörper aus der Atemhöhle entfernt, zerquetscht, damit ein gelblicher Saft austritt, die Masse wird drei Tage in Salz eingelegt und zehn Tage lang über Dampf erhitzt, damit alles schön gärt. Jede Schnecke hat nur einen Tropfen des kostbaren Saftes, daher braucht man für ein scrupulum* Farbe 12.000 tote Schnecken. Und das ist nicht alles, nur mit Hilfe der Sonne oder im Wasser entsteht jener kostbare Purpurton, der dem Kaiser und den Senatoren vorbehalten ist.
Ich zeige dir, wie solch ein Blatt aussieht, junger Dominus."

Der Verkäufer zeigte ein Blatt Purpurpergament, ließ es aber nicht aus den Händen.


Sim-Off: * Scrupulum (Steinchen), umgerechnet 1,137 g
Thema: Nach den Zwillingen: Charilaus und Tiberios
Tiberios

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RE: Nach den Zwillingen: Charilaus und Tiberios 08.08.2020 15:41 Forum: Taverna Apicia


Nun war es Tiberios, der in so gelöster Stimmung war, dass er die ganze Geschichte abschwächte:
„Ach, vielleicht haben mir die Zwillinge auch nur Angst einjagen wollen, weil sie sich geärgert haben. Mittlerweilen bereuen sie es bestimmt und warten darauf, dass dominus Viridomarus sie wieder in seine Dienste nimmt.“, sagte er.

Tiberios freute sich, als Charilaus so nett über seine Mutter sprach, obwohl da ein Schmerz war wie ein Messer so scharf, wenn er genau darüber nachdachte.

„Ich weiß nicht, ob ich Caenis vermisse.“, sagte er leise:„ Ich vermeide an sie zu denken, wie es nur geht. Ich weiß auch gar nicht, wo sie ist. Weißt du denn, wo deine Mutter ist und vermisst du sie denn?“

Tiberios sah Charis in dessen kluge, mitfühlende braune Augen. Er wollte nicht über sich reden, er hatte darüber mit noch gar niemandem geredet. Daher sprach er schnell weiter:
„Wenn deine Mutter aus dem Norden Nubiens kommt, so dürfte sie den Aegyptern ähnlich sein.
Sieht sie dir ähnlich, ist sie so schön wie du?"

Wieder spielte er mit Charis Fingern:
"Ich singe dir ein Lied auf Koiné vor, wenn du die Sprache hören willst:
Hoson zes, phainou
meden holos sy
lypou; pros oligon
esti to zen.
to telos ho chronos apaitei.
*

das heißt :

Solange du lebst, tritt auch in Erscheinung.
Traure über nichts zu viel.
Eine kurze Frist bleibt zum Leben.
Das Ende bringt die Zeit von selbst.

Daher ist es doch gut, unsere Zeit zu nutzen und sie, so oft es geht, in Gesellschaft von geliebten Menschen zu verbringen.“
,
Tiberios nahm nun seine andere Hand und legte sie über die des Charis:
"Ich komme hier gar nicht zum Essen!", sagte er fröhlich: " Ich hatte so einen Hunger, jetzt ist er wie weggeblasen. Und meine Hände wüssten eine andere Beschäftigung..."

Dennoch griff er kurz darauf nach dem gefüllten Brot, so etwas leckeres sollte man nicht umkommen lassen. Auch er prostete Charis nun mit dem Brot zu:
"Auf den Abend!
Ein eigener Laden, ja, das wäre etwas Gutes! Ich kann die Buchhaltung machen, für das Handelshaus Furii mache ich sie ja auch.
Hast du je gedacht, dass du eines Tages ein Libertus sein könntest? Die Römer lassen ihre Sklaven oft in ihrem dreißigsten Jahr frei, vielleicht folgt dominus Viridomarus diesem Beispiel.
Und dann muss man von etwas leben können, nicht? Der ehemalige Dominus wird dein Patron und steht dir bei, aber tüchtig sein muss man schon alleine.
Könntest du dir das vorstellen, Charis, für Viridomarus einen Laden zu führen? Vielleicht gar in einer anderen Provinz…Aegyptus? Syria? Britannien? Germanien?“


Tiberios lächelte nun, der Gedanke ließ sein Herz schneller schlagen. Er träumte gerade ein wenig. Aber wie wäre das in der Tat?


* Text gesungen auf Koiné
Thema: Dem Vergißmeinnicht folgt das anregende Gift der Herbstzeitlosen.
Tiberios

Antworten: 28
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RE: Dem Vergißmeinnicht folgt das anregende Gift der Herbstzeitlosen. 08.08.2020 14:45 Forum: Mercatus Urbis


Als Eireann Hairan verteidigte, widersprach Tiberios nicht; im Gegenteil, er fand es richtig, dass sie ihren Dominus vor Angriffen in Schutz nahm; so hätte er es auch gehalten.
Ohne es zu merken, zeigte sich darin, dass Eireann auf dem Weg war, ihr Schicksal anzunehmen.

Tiberios wollte nicht streiten und sagte nur:
„So habe ich mich geirrt in Anis von Alexandria, wenn du meinst.“

Als Eireann die Urbaner beschuldigte, sagte er nichts darauf, denn auch das hätte zu endlosen Diskussionen geführt.
Er stand auf dem Standpunkt, dass man als Sklave römischem Militär am besten aus dem Weg ging, und wenn man das nicht vermeiden konnte, ihren Anweisungen genau Folge leisten sollte.
Nicht einmal ein römischer Dominus konnte einen immer heraushauen, wenn die milites im Dienst waren; sie waren Romas unerbittlicher Schwertarm. Mit „nett und zuvorkommend“ bekam man vermutlich auch kein Imperium zusammen.

Tiberios sprach freundlich :„Du hattest Glück, die Striemen sind gut verheilt.“


Er hielt sich mit allem zurück, was persönlich, liebevoll oder gar von Herzem kam. Er sagte auch nicht, dass er ihre gemeinsame Nacht in den Gärten des Maecenas in Erinnerung behalten würde. Doch das würde er, denn beide waren sie jung, auf gewisse Weise unschuldig und verliebt gewesen, und sie hatten gedacht, was zwischen ihnen war, würde ewig dauern. Chronos, unerbittliche Zeit, das Leben selbst hatte sie getrennt.
Tiberios zumindest war nicht mehr der Jüngling von damals.

Seine geschäftsmäßige Liebenswürdigkeit war vielleicht verletzender als wenn er die Silurerin angeschrien und vor Wut getobt hätte. Er wusste nicht, welche Gefühle er damit in Eireann wachrief.

„Vale bene, Eireann!“, sagte er und hob die Hand:
„Ich passe auf mich auf, tu bitte das Gleiche! Vielleicht laufen wir uns einmal wieder über den Weg; ich würde mich freuen.“


Der furische Maiordomus drehte sich um und ging.
Thema: Alles was das (Kauf)herz begehrt - Die Trajansmärkte
Tiberios

Antworten: 22
Hits: 303
RE: Furischer Einkaufsbummel 08.08.2020 13:55 Forum: Mercatus Urbis


Der Verkäufer nickte „Sehr gerne, bitte folge mir!“ und führte den Römer und seinen Sklaven nach hinten in die Verkaufsräume, wo es immer kühl und etwas frisch war, denn Pergament mochte weder hohe Temperaturen noch zu trockene Luft.

Dort breitete er verschiedene handtellergroße Proben vor Dominus Valentinus aus:
„Pergament vom Kalb, hier sind die Haaransätze als feine Pünktchen sichtbar.“, sagte er:
„Das andere ist Pergament vom Zicklein, sehr regelmäßig die Pünktchen.
Sehr gerne gekauft wird Lamm, da es von Natur aus eine honigartige Färbung hat, und man die Haaransätze nicht sieht.
Am feinsten ist ungeborenes Lamm. Je sorgfältiger mit Bimsstein geglättet wird, desto glatter und hochwertiger ist das Pergament.
Mit Kreide kann man es weissen, so dass jede schwarze Tinte besonders gut zur Geltung kommt.
Für einen besonderen Anlass – beispielsweise eine Hochzeit...!“ Der Verkäufer grinste nun breit:
„..empfehlen wir Purpurpergament; mit echtem Purpur aus Tyros eingefärbt; der wird dann mit Gold- oder Silbertinte beschrieben.“

Tiberios horchte auf, mit Gold- oder Silbertinte hatte er noch nie geschrieben. Das würde er zu gerne einmal ausprobieren.
Da der Verkäufer ihn ignorierte, was normal war, sagte er aber nichts.
Mal sehen für was sich dominus Valentinus entscheiden würde.
Thema: Farbenmischer Pater Danuvius
Tiberios

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RE: Ein neuer Kunde 08.08.2020 13:38 Forum: Mercatus Urbis


Bei Tiberios wirkte Norius Carbos Verkaufsrezept nur zu gut; die Beschreibung der verschiedenen Inhaltsstoffe der Rußtinte drang so lieblich an sein Ohr als würde Orpheus persönlich auf der Lyra spielen.

Der Grieche wußte auch schon, was er kaufen wollte: Eisengallustinte und davon gleich drei Fläschchen.

Aber als nun dominus Valentinus so bescheiden die preiswerteste Tinte anstrebte, wurde er verlegen.

Es schien ihm nicht richtig, dass er, der Sklave, die hochwertigste Tinte besorgte und dazu noch mit dem Geld von domina Furia Stella; während der Römer bei einfacher Rußtinte blieb.

Also hob er die Hand zum Zeichen, dass er etwas zu seinem Dominus sagen wollte.
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