• Germanien um diese Jahreszeit? Mich fröstelte bereits bei diesem Gedanken. Zum Glück würde ich nicht alleine reisen. Ohne Assindius würde ich mich nie in dieses hinterwäldlerische und barbarische Land trauen. Er kannte sich aus, er beherrschte die Sprache für den Fall, dass ich plötzlich nur unter Einheimischen stehen würde.


    Alles in allem keine schönen Aussichten und doch musste und wollte ich dort hin. Ich ließ nach Assindius rufen, um mit ihm alles Nötige zu besprechen.

  • Ich wusste, dass Deandra vorhatte nach Germanien zu reisen. Mich hingegen würden meine Wege wieder zurück nach Misenum führen, wo ich das Amt des Magistratus anzutreten hatte. Ich war nicht begeistert davon, dass Deandra nach Germanien reisen würde, auch wenn sie Assindius begleiten würde. Trotzdem machte ich mir Sorgen und ich machte keinen Hehl daraus:


    "Nun Schwesterchen, ich lass dich nur ungerne alleine nach Germanien. Ich mach mir jetzt schon Sorgen. Zu gerne würde ich dich begleiten."

  • "Und ich hätte dich gerne dabei!"


    Ich lächelte offen, denn es freute mich, was er sagte.


    "Du bist immer so besorgt. Das schätze ich und das zeichnet dich aus. Vermutlich werde ich dich vermissen, ganz bestimmt sogar.
    Hast du einen Rat für mich auf dem Weg nach Germania? Was sollte ich unbedingt vermeiden? Woran sollte ich mich halten?"

  • "Ah, Assindius. Ich möchte dir mitteilen, dass ich eine Reise nach Germania plane, bei der du mich begleiten wirst. Bitte trage Sorge dafür, dass alles Nötige gepackt wird. Du kannst Land und Jahreszeit einschätzen. Ich verlasse mich auf dich."


    Ich war zudem gespannt, wie Assindius auf diese Neuigkeit reagieren würde.

  • Ungläubig zog ich beide Brauen hoch. Nach Germanien, nach Hause, im Herbst? Die Frau ist hart im nehmen das muss man ihr lassen oder sie denkt das sie das ist.


    „Herrin, seit Ihr sicher das Ihr selber nach Germanien reisen wollt? Kann das nicht bis ins zum Frühjahr warten oder ein Gesandter für Euch erledigen. Da ist jetzt Herbst, es ist dunkel, es ist kalt, es regnet ständig, der Wind peitscht um die Ohren und läßt die Äste von den Bäumen fallen, der Boden ist rutschig, es ist dreckig und bietet nicht den Komfort den es in Italia gibt.“


    Und überall laufen bärtige Männer rum;), obwohl wir wahrscheinlich in den römischen Städten bleiben werden, da gibt ja nicht so viele davon du Troll.


    „Zwar bin ich mir bewußt, das Ihr dies alles selber wißt und dies gründlichst überdacht habt, aber ich will Euch wenigstens vorher darauf hingewiesen haben.“


    Dann überlegte ich, in meinen Stoppeln wülend. Es müßte neue Kleidung angeschafft werden, für diese Jahreszeit hatte die Herrin bestimmt nichts brauchbares. Da kommt noch n Haufen Arbeit auch mich zu.


    „Wann soll es los gehen, wie lange soll es dauern, wer kommt alles mit? Schließlich muss sorgfältig geplant werden, was z.B die Kleidung angeht. Ich kann mir nicht vorstellen das es hier auf dem Markt z.B Stiefel gibt mit denen man was anfangen kann.“

  • „Es ist weniger mein Wunsch, als vielmehr meine Pflicht, sofort nach Germania zu reisen und was du mir gerade erzählt hast, wusste ich noch nicht in dem Maße.“


    Grüblerisch lag meine Stirn in Falten. Die Aussichten waren schlechtere als angenommen. Ein Schütteln erfasste mich und ich beauftragte eine Sklavin, mir etwas Warmes zum Trinken zu bringen.


    „Los wird es wohl in den nächsten Tagen gehen und wir zwei reisen alleine. Stiefel? Muss ich so etwas tragen? Eine Palla habe ich. Wird die ausreichen?

  • Ich lachte in mich hinein. Bloß nichts anmerken lassen. Wird die Palla reichen?


    "Herrin, ich bezweifle, dass die Palla reichen wird. Sie ist zu dünn. Da wird schon etwas wärmeres nötig sein. Etwas aus Wolle zum Beispiel. Die germanischen Frauen tragen, wenn es kalt wird auch eine Hose, die mit Wolle ausgekleidet ist, unter ihrer Tunika. Stiefel halte ich für besser, mit Sandalen bekommt man nur nasse und kalte Füsse, außerdem sind sie nicht trittfest genug für den germanischen Boden."

  • Ich stellte bei dem "hilfreichen" Rat meines Bruders den Kopf leicht schief. Was sollte ich denn damit anfangen? :D Nein, nein, nicht immer zog ich den Ärger an. Nur dann, wenn es nicht nach meinem hübschen Köpfchen ging.


    "Ich treffe mich in Germania mit zwei gut aussehenden und sehr einflussreichen Männern. Könnte das Ärger verursachen?"


    Dann sah ich doch etwas erstaunt Assindius an.


    "Was ist denn eine HOSE? Und verunstalten möchte ich mich ungern. Ich bin durchaus etwas eitel. ;) Ich brauche also etwas wie einen Reisemantel. Nagut, Stiefel kenne ich oder ich glaube sie zu kennen."


    Ich zog meine Stirn in Falten. Waren jetzt die höheren Senatorenschuhe Stiefel?

  • Verdutzt blickte ich aus der Wäsche. Jetzt will sie dich verarschen. Sie weiß nicht was eine Hose ist? :) Wie soll ich das denn jetzt erklären.


    „Herrin, erinnert Euch an meine germanische Kleidung. Die Hose wird um die Beine getragen und die Stiefel an den Füssen. Die germanischen Frauen tragen, wenn es kalt wird, die Hose unter Ihrer Tunika, das sieht man auch nicht. In Assindia tragt man lieber Stiefel. Andere Stämme tragen auch einfach nur geschlossene Schuhe aus Leder. Mir selbst sind Stiefel lieber, weil man manchmal in der matschigen Erde kräftige Schritte machen muss und die Schuhe darin stecken bleiben würden. Aber ich denke nicht das wir über matschigen Boden müssen. Aber wer weiß wie die Straßen aussehen.“

  • "Matschige Böden?"
    Oje, das waren ja Aussichten.


    "Ich nehme dann lieber geschlossene Schuhe und HOSEN ziehe ich auf keinen Fall an."
    Hosen unter der Tunika. Das sieht ja zum Erbrechen aus. Ich würde mich schämen.


    "Lass uns lieber recht bald aufbrechen, ehe es noch kälter wird. Besorgst du meine Sachen?"


    Sim-Off:

    Ich habe noch Misenum abzuschließen und du deinen Friseurtermin. ;) Dann können wir.

  • „Ich kümmere mich darum, Herrin.“


    Zwar hatte ich keine Ahnung wo ich die Sachen herbekommen sollte, aber mir würde schon was einfallen. Auf dem Markt gibt es sowas nicht, das hätte ich beim letzten mal gesehen. Aber dafür gab es Wolle und Leder, also selber machen war angesagt. Ich ging also auf den Markt, besorgte einige Sachen und machte mich sofort an die Arbeit.

  • Hui, trat da etwa mein Bruder in Sophus' Fußstapfen? Wollte er jetzt etwa aufpassen, dass ich mich auch ja anständig benahm?
    Ich schwankte zwischen einem verlegenen Grinsen und ernstem Gesicht aufgrund von Verwunderung.


    "Nun, ja", begann ich zögerlich. "Macer sieht in seiner Militärkleidung sehr anziehend aus." Wieder einmal blitzte der Schalk aus meinen Augen. "Florus ist ebenfalls ein hochrangiger Offizier und schlecht? Nein, schlecht sieht er auch nicht aus."


    Maxentius wusste allerdings, dass Florus bereits seine Liebste gefunden hatte. Macer jedoch war Single und ich fand ihn toll - das musste ich ja zugeben, auch wenn er ursprünglich aus dem Plebejerstand kam. Ich musste erneut lachen. Da war ja noch Sophus, erfolgreich, gutaussehend und ebenfalls Soldat. Tja, das Leben konnte aufregend sein ...

  • Ich besorgte mir eine der Sandalen der Herrin, sie war ja beschäftigt und bekam das nicht mit und benutzte diese als Vorlage. Dann werkelte ich an dem Linken rum bis er fäddich war. Dann brachte ich die Sandale wieder zurück. Eine der Haussklavinen sah mich aber. Ich zwinkerte rüber, ging mit dem Zeigefinger der Rechten zu meinen Lippen und machte: „Pschscht.“ -Und dann zwinkerte sie zurück-, Hola. Na ja, egal, jedenfalls ging ich zurück an meine Arbeit und machte den rechten Schuh fertig.


    Im Anschluss besorgte ich mir Nadel und Faden. Der Zufall wollte es das mir die Sklavin von grade die Sachen gab. Lächelnd bedankte ich mich und sie lächelte zurück, rrrr. Für sowas ist jetzt keine Zeit, geh arbeiten du Troll. Ich ging also wieder und schneiderte einen Umhang mit den Dingen die ich vom Markt besorgt hatte. So, fäddich, kann los gähn. Ma kucken wo sich die Herrin widder umtreibt.:D


    „Herrin ich bin soweit!“

  • "Das ist schön", sagte ich zu Assindius und erbob mich. Mein Blick traf Maxentius. Er war auf meine letzte Bemerkung hin stumm geblieben. Die Zeit drängte aber nun.


    "Wolltest du mir zum Abschied noch etwas sagen?"
    Mit einem warmen Lächeln schaute ich ihn an.

  • :D
    Hm, ein schneller Abschied würde es wohl nicht werden. Es verlockte mich, mit meinem Bruder noch ein Weilchen herumzuwitzeln. Das wiederum war nicht gut, denn mit jedem Tag, den ich verstreichen ließ, wurden die Wetterverhältnisse in Germania nicht besser.


    „Ich fürchte, in diesen Genuss wirst du nicht so schnell kommen. Alle sind höchst beschäftigt. Ganz ehrlich, ich glaube aber, du würdest einen wie den anderen schätzen. Deine Schwester hat hohe Ansprüche, da kommt niemand in Frage, der nichts auf dem Kasten hat. Nicht der Rang ist dabei das Entscheidende, sondern das Wissen desjenigen, seine traditionelle Einstellung und ob er Rückgrad oder nur Wackelpudding im Körper hat.“


    Ich lächelte, meinte meine Worte aber todernst. Dabei durfte ich mir solcherlei Gedanken gar nicht erlauben. Ich war durch mein Wort noch immer an Sophus gebunden. Wenn der sich jedoch monatelang nicht zu Hause blicken ließ, musste er mit meinem Unmut rechnen.


    „Wenn ich zurück bin, schließen wir hier die Klärung deiner Anforderungen an eine Frau an. Das wäre auch ein höchst interessantes Thema. Bis dann also, Maxentius. Ich werde dir aus Germania einen Brief nach Misenum schicken.“


    Wieder hauchte ich einen Kuss auf seine Wange. Ein Abschiedsritual und es drückte meine Zuneigung aus.


    „Assindius, wir müssen dann."


    Zügig ging ich zu der bereitstehenden Kutsche.


    edit: Link

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!