• Heute neigte sich die erste Stunde des Tages langsam dem Ende, im Castellum der Prima herrschte ein so geschäftiges Treiben, wie es selbst für die Legion ungewöhnlich war.


    Überall riefen Centurionen und Optios ihre Männer zur Eile, in benahe allen Conturbinien griffen Miles zu ihrem Marschgepäck, in den Stallungen wurden die Maultiere von Trosssklaven beladen, die Reiter der Kavalerie machten ihre Pferde fertig.


    Scheinbar unbeeindruckt davon war Tiberius Vitamalacus aus seiner Casa getreten, nach dem er sich für den Moment von Helena verabschiedet hatte und war direkt zu den Stallungen gegangen, hatte seinen schwarzen Hengst Ajax in Empfang genommen und diesen dann an den Zügeln auf dem Exzierplatz geführt.


    Er war einer der Ersten auf dem Exzierplatz, der wieder eimal als Aufmarschplatz fungierte. Und so hatte er die Gelegenheit, den Aufmarsch der Legion genau zu beobachten, jedenfalls fast der der ganzen Legion, bis auf jene Nachhut, mit welcher der Legatus folgen würde.

  • Zusammen mit seiner Centurie marschierte Marcus auf den Exerzierplatz. Es war noch früh am Morgen und es fröstelte ihn etwas, da eine kalte Brise über den Platz fegte. Aber er wusste schließlich, dass es bald in den warmen Osten gehen würde. 8)


    In strenger Formation stellte sich die centuria an ihrem Platz auf. Sie waren die ersten, nach ihrem tribunus laticlavius. Marcus wusste nicht, ob er sein Marschgepäck absetzen durfte bei diesem Aufmarsch, deshalb beobachtete ersteinmal aufmerksam seine Kameraden und trat das selbe wie sie.


    Man hörte schon das Klirren der cingula der anderen Soldaten, die langsam ebenfalls aufmarschierten und Stellung vor dem tribunus nahmen.

  • Falco hatte beim Legaten im Praetorium gut geschlafen und gut gegessen. Die Laute, Töne und Rufe eines Heerlagers hatten ihm gefehlt. Einige Zeit hatte er ihnen nur gelauscht.


    Er war bereits früh aufgestanden. Die Legionäre machten sich marschbereit. Es ging los. Romas Stolz zog Parthias Trotz entgegen. Bei deren Aufeinandertreffen würde der Kriegsdonner auch die Götter aufmerken lassen.


    Falco trug sein Bündel vor sich her. Gladius, Pugio, Kleidung, Papiere, ein wenig Verpflegung und Kochgeschirr. Er trug eine ältere weiße Tunika mit Ritterstreifen. Ein Feldflasche mit Essigwein hatte er sich eben besorgt. Nichts war durstlöschender.


    Falco hatte sich von Livianus verabschiedet und sich für die Gastfreundschaft bedankt. Man würde sich in Ravenna sehen. Falco wollte die Männer beim Marsch beobachten.


    Er verließ das Praetorium und ging an Valetudinarium und Horrea vorbei zu den Stallungen. Bald hatte er seinen Rappen Tantalos gefunden. Er war bereits fertig gemacht worden. Falco warf dem Tiro, der es für ihn gemacht hatte einen Sesterz zu und führte das Pferd am Zügel hinaus. Er folgte dem Intervallum und schritt durch die Porta Principalis Sinistra auf den Campus. In der Nähe des Tribunals blieb er stehen und beobachtete den Aufmarsch. Er erblickte einen senatorischen Offizier, das musste der Tribuns Vitamalacus sein. Er nickte ihm zu.

  • Mit seinen Kameraden hatte Marcellus das Maultier mit dem Gemeinschaftsgepäck beladen. Dann war er auch schon auf dem Weg zum Appell. Es tat gut, sich wieder in einer Rüstung zu befinden, das Schwert an seiner Seite hängend zu haben. Er war voller Energie, die sich sicherlich auf dem Marsch gen Osten entladen würde und vor dem Ziel wieder zunehmen würde. Die militärische Führung hätte keinen besseren Zeitpunkt für den Abmarsch wählen können, auch wenn Marcellus glaubte, dass die Aktion des Primus Pilus am gestrigen Tage und die Euphorie der ersten Kohorte sicherlich diese Entscheidung beeinflusst hatte. Den Einfluss der Legionäre durfte man nie unterschätzen! Jetzt würde es endlich losgehen. Er hatte bei den Cohortes Urbanae schon genügend Zeit in einem Lager verbracht. Auch wenn er dieses Lager hier noch nicht gänzlich kannte, so würde er es wohl kaum vermissen. Marschlager waren zwarim Gegensatz zu den Standlagern recht karg, aber die Erwartung auf den Kampf und die Müdigkeit am Abend nach dem marschieren würden das schon wett machen. Marcellus beobachtete, wie immer mehr Miles sich auf den Platz einfanden. Die Reihen füllten sich und Marcellus stellte sich vor, wie der der Gegner auf der anderen Seite stehen würde. Ob sie sich fürchten würden? Ein imposanteres Bild, als formiete römische Truppen würde es wohl kaum geben. Aber dennoch glaubte Marcellus nicht, dass sich die Parther fürchten würden. Er haßte sie auch nicht. Er respektierte sie. Sie waren würdige Gegner und eine Herausforderung für Rom, die Legion und letztendlich für ihn selbst. Nicht unweit des Tribunals glaubte Marcellus seinen Bruder zu sehen. Er würde also wirklich mitmarschieren. Das war ein gutes Gefühl. Falco war schwer einzuschätzen, aber Marcellus glaubte, dass sich sein Bruder nichts sehnlicher gewünscht hatte, als an diesem Feldzug teilzunehmen. Er war ebenso ein Kämpfer wie Marcellus. Ob sein Bruder ihn sehen würde? Wohl kaum unter den vielen Legionären, die alle ein gleiches Bild abgaben. Nur ab und zu schaute irgendwo ein Büschel eines Offiziers hervor.
    Marcellus war überhaupt nicht müde. Er war zu sehr aufgeregt. Die kühle Luft des Morgens tat ihm sehr gut. Sicherlcih würde er diese kühle Brise über den Tag vermissen, wenn sie unterwegs waren.

  • Das Pferdehaar des Hembuschs neigte sich hin und wieder, das Sagum flatterte ganz leicht in der kühlen morgendlichen Brise, während der Artorier das Aufmarschieren seiner Centuria auf dem Campus beobachtete, die von seinem Optio angeführt wurde. An die einhundertsechzig Mann, die Avitus in den Kampf führen würde. Avitus fragte sich, was sie wohl erwartete, dort, in der Ferne. Irgendwo war der Speer, irgendwo war der Pfeil oder das Schwert, das für manche von ihnen zum Schicksal werden sollte. Aber daran jetzt schon zu denken, war Zeitverschwendung und so begnügte sich Avitus vorerst damit, seine Aufmerksamkeit darauf zu richten, ob der Optio seine Aufgabe gut machte. Auszusetzen gab es nichts, die Centuria formierte sich geradezu nach Lehrbuch, der Adler der Legion allen voran, ihm folgend das Signum und der Cornu. Ein lauter Befehl folgte und die Einheit kam zum Stehen, der Befehl zum Ablegen des Gepäcks schloss sich an.


    Avitus warf einen Blick zu den Offizieren. Vitamalacus war nicht schwer zu entdecken, aber ein neues Gesicht war dabei. Der Artorier fragte sich, wer dies wohl sein mochte. Die Tatsache, dass der Mann der Truppe nicht vorgestellt worden war, ließ entweder auf einen Verbindungsoffizier zum kaiserlichen Stab schließen oder auf einen neuen Tribun. Letzteres erschien jedoch unwahrscheinlich, da man normalerweise mitbekam, wenn jemand zum Tribun der Prima ernannt worden war. Wie auch immer... der Legatus fehlte. Noch immer hallten seine Worte in Avitus' Gedächtnis... "ich werde mit der letzten Kolonne nachkommen". Was bei allen Göttern gab es so wichtiges hier im nun leer stehenden Castellum noch zu erledigen? Was, das wichtiger war, als seine Legion zu führen? Kannte er die Legion überhaupt? Konnte man eine Legion kennen, wenn man stets nur von anderen über ihren Zustand informiert wird? Er war weder beim Manöver dabei gewesen, noch jetzt beim Abzug. Vertraute er seinen Offizieren, ihnen also, so bedingungslos? Oder empfand er es als Last, sich um die Belange der Truppe zu kümmern und schob es auf andere ab?


    Sollte sich Avitus derart schwer in dem Decimer getäuscht haben? Nein, das wäre absurd. Vermutlich hatte er nur Vitamalacus testen wollen. Aber hatte dieser nicht gerade beim Manöver bewiesen, dass er in der Lage war, den Legat bei Bedarf zu vertreten? Oder hatte dieser ihm gerade deswegen das Kommando übertragen und kam selber nach? Zweifel kamen in Avitus auf und er fluchte innerlich, dass sie ihn ausgerechnet jetzt heimsuchten. Das war wirklich der ungünstigste Zeitpunkt überhaupt und er merkte, dass sie daher rührten, dass er nichts wusste. Als Sprecher der Centurionen, welcher er als Primipilus war, konnte er, sollte einer von ihnen ihn fragen, ihnen nicht sagen, warum dieser Legat seiner Legion in den Krieg hinterherreitet, statt ihr voranzuschreiten...

  • Als wäre es Routine, lief Priscus am Ende der Kolonne seiner Centurie, als diese auf den Campus geführt wurde. Doch es war alles andere als Routine, sondern der Ernstfall. Blecheimer und Pfannen der Vorderleute klapperten auf Kopfhöhe vor seiner Nase, hinter ihm schepperten die Glocken der Maultiere. Noch ein letztes Mal konnten die Männer die Gepäcke ablegen, dann war es bald so weit und sie würden Mantua verlassen. Es war nicht der erste Kampfeinsatz, in den Priscus zog und trotzdem war er unruhig. Die ersten Etappen bis Ravenna würden sicher schnell gehen, auf gut ausgebauten Straßen und mit nur leichten Lagern. Alles was dann kam, war auch für ihn Neuland. Er würde sich überraschen lassen müssen.

  • Als das Zeichen zum sammeln gegeben wurde, beeilte sich Imperiosus und nahm sein Marschgepäck. Die kühle Brise, die heute herrschte, war angenehm, auch wenn Tiberius eine Gänsehaut davon bekam. Doch sicherlich würde es schnell wärmer werden und darum konnten sie alle froh sein, dass es jetzt noch etwas kühl war.


    Imperiosus stellte sich neben Gnaeus Aburius Marcellus udn nickte ihm zu, dieser erwiderte das nicken umd grisnte zu ihm rüber. Endlich standen sie auf den Campus und würden bald abreisen. Tiberius fragte sich, wie lange sie wohl bis zu irren Sammelplatz im Osten brauchten.


    Imperiosus schaute nach vorne. Wieder waren nur die Centurionen und Tribune anwesend. Als er die seinen Blick weiter schweifen ließ, sah er einen Römer, mit einer weißen Tunika... doch dies war sicherlich nicht der Kaiser gewesen. Nur wer war er ? Langsam kehrte ruhe ein und die Miles standen in Formation da, wartend, was nun geschehen würde.

  • Der Blick des hochgewachsenen Tiberiers blickte über die Köpfe der Miles hinweg, verfolgte wie eine Kohorte nach der anderen sich auf dem Platz versammelte. Wie immer war es für ihn ein erhebender Anblick, war doch die Legion seine zweite Famile, manchmal sogar seine Erste.


    Er hatte Helvetius Falco bislang nicht getroffen, doch hatte er vernommen, das dieser zur Prima stossen würde und sie in den Osten begleiten würde, so brauchte er nur eins und eins zusammen zählen und es war ihm klar, wer der Mann war, der ihm zumnickte. Leicht seitwärts tänzelnd lenkte er Ajax in dessen Richtung, ohne die Truppen aus den augen zu lassen.


    "Praefectus Helvetius !" grüsste er gewohnt knapp militärisch, "Du wirst uns heute begleiten ?"


    Gerade marschierte die XII. Kohorte auf und er konnte schon aus die ersten Centurios ihre Meldungen nach vorne bringen.

  • 1. Cohorte 2. Centurie - 1. Cohorte 2. Centurie - 1. Cohorte 2. Centurie… Diese Worte redete Lucullus immer wieder leise vor sich hin. Es war gar nicht so einfach seinen Haufen zu finden, wenn die ganze Legion aufmarschierte. Und in diesen Ausrüstungen sah eh jeder gleich aus. Durch die Standarte schließlich, fand Lucullus seine Einheit und reihte sich ein. Obwohl er seine komplette Ausrüstung bereits dreimal kontrollierte hatte, tat er es erneut. Zeit hatte er genug, außerdem beschäftigte ihn das für eine weile. So musste er nicht ständig an andere Dinge denken.

  • Der Offizier hatte ihn erkannt, obwohl man einander nie vorgestellt worden war. Es wurde also zumindest im Stab seine Ankunft besprochen.


    "Salve Tribunus Vitamalacus."


    Er richtet sich in seinem Militärsattel auf.


    "Das ist korrekt. Ich reite mit Euch. Bis Cyprus werde ich die Erste begleiten."


    Macht eine Pause.


    "Die Moral der Truppe scheint mir gut zu sein ...."


    Falco versuchte vorsichtig zu sondieren wie die Stimmung in der Legio war, generell und zwischen den hohen Offizieren.

  • Marcellus blickte erwartungsvoll zum Tribunal. Wann würden endlich alle versammelt sein und wann würde es endlich losgehen? Sicher würde der Legat vorher noch eine feurige Rede halten, bevor sie losmarschieren durften.
    Sein Bruder unterhielt sich anscheinend mit jemanden. Marcellus blickte genauer hin. Er kannte diesen Mann. Er hatte ihn in Rom gesehen. Marcellus wurde dort nach seiner Entführung versorgt, bevor er zurück ins Lager gebracht wurde. Es war Minervinas Onkel. Marcellus wusste, dass er ein Soldat war, aber er wuste nicht, dass er bei der Ersten diente. Anscheinend diente er als Tribunus Laticlavius. Es war schön noch ein bekanntes Gesicht zu entdecken. Ein guter Mann.
    Es trafen immer mehr Männer auf dem Platz ein. Marcellus war unter den ersten. '1. Kohorte, 1. Centurie!' dachte er. Diese Informationen waren auf dem Schlachtfeld lebenswichtig, damit nichts durcheinander geraten konnte. Wann würden sie endlich losmarschieren...

  • Gnaeus Aburius Marcellus
    [Blockierte Grafik: http://img149.imageshack.us/img149/9352/aburiushg0.png]


    Marcellus schaute eine Zeit lang nach vorne. Er versuchte den Legaten aus zu machen, denn sicherlich würde dieser heute noch eine Rede halten wollen. Schließlich zogen sie unter ihm in den Krieg.


    " Imperiosus... ",
    sagte er leise,
    " ... was glaubst du, wielange wir wohl bis zu Hafen brauchen ? "


    Imperiosus schaute zu Gnaeus... zog die Schulter hoch und musste etwas grinsen.


    " Kommt ganz drauf an, zu welchen Hafen wir fahren werden. "


    Die Antwort klang logisch für den Aburier. Irgendwie konnte er es kaum noch abwarten und wurde ein wenig nervös.


  • Glitzernde Tautropfen des Morgens wurden zertreten, die nächtliche Stille- selbst schon geschwängert von den Geräuschen des nahenden Aufbruchs- wurde von dem geschäftigen Treiben einer ausrückende Legion übertönt. Wie wohl so viele hatte auch Marcus in der vergangenen Nacht, seitdem sie von dem Abmarsch erfahren hatten, kein Auge mehr zugetan. Obwohl sie schon so lange bereit waren, fielen dann doch Tausend Dinge ein, die es zu erledigen galt. Doch nun lief er an der Seite seiner centuria entlang, hörte das Tönen einiger cornicen, die das Kuddelmuddel in ein geordnetes Muster brachten, vernahm das Klappern des Marschgepäcks seiner Soldaten. Der Wind fuhr sanft unter seinen Umhang, er griff mit einer Hand danach und löste ihn, warf ihn einem der Soldaten zu, der diesen dann auf dem Maultier mit seinem Gepäck unterbrachte. Die centuria marschierte an, trat in Reihe und Geordnet neben die Erste, das Gepäck auf den Schultern, bereit aus dem Kastell zu ziehen und in die Fremde, die ungewisser für viele kaum sein konnte.


    Ravenna! Gerüchte und die stille Post im Lager hatte das Wort durch die Mannschaftsquartiere getragen. Marcus sah sich auf dem campus weiter um, betrachtete so manch ein Gesicht der Abmarsch bereiten Soldaten, dann die Pfähle, die so lange Zeit als Übungsobjekte gedient hatten. Bald würde sich zeigen, ob die Ausbildung auf diesem Platz die Soldaten dafür bereit gemacht hatte, in den Krieg zu ziehen. Wenn es hieß gegen Gegner anzutreten, die sich nicht nur bewegten, sondern dachten, fühlten und den gleichen Willen zum Überleben hatten. Womöglich noch einen größeren, wenn sie so nahe der Heimat waren. Marcus sog die Luft tief durch die Nasen ein, fummelte ein wenig am Riemen seines Helmes herum, um diesen fester zu schnallen. Seine Hand fuhr unter den metallenen Rand an der Stirn, um wenigstens etwas von dem aufkommenden Schweiß weg zu wischen. Gebannt richtete er seine Aufmerksamkeit nach vorne. Tribunus Tiberius Vitamalacus stach ihm sofort ins Auge, Marcus Augenbrauen zogen sich zusammen- wie immer, wenn er den Mann sah, der seine Mutter derart übel beleidigt hatte- und ein wenig Unmut trat an die Stelle, wo sonst höchstens sein Magen grummelte und sich beschwerte, wenn er nicht genug gepflegt wurde. So rege und so präsent wie der Tiberier war und so wenig man den eigenen Legat sah, so sehr konnte man annehmen, daß Vitamalacus der eigentlich Anführer der Legion war. Etwas, was Marcus nicht schmeckte, aber aus persönlichen Gründen, weniger weil er an der Kompetenz des Tiberiers zweifelte.


    Marcus griff nach einem ledernen Schlauch und trank einen Schluck von dem säuerlichen Gebräu, verzog angewidert das Gesicht, war aber vom Durst befreit. Geduldig wartete er bis auch die anderen Einheiten auf den campus marschierten.

  • Die Erwähnung von Cyprus rief ihm wieder ins Gedächnis, das die Legion einen grossen Teil der Strecke zur See zurücklegen würde. Und als alter Infantrist war ihm die Seefahrt nie ganz geheuer, war doch Neptuns Reich für ihn doch ein unbekanntes Terrain. Allerdings sah er die Notwendigkeit ein, diesen Weg zu wählen.


    "Die Moral der Prima ist in der Tat hervorragend," erwiederte Tiberius Vitamalacus, "du hättest die Reaktion der Miles hören müssen, als ich ihnen vekündet habe, das wir gegen die Parther ziehen werden."


    Der Blick des Tiberiers wanderte wieder über die angetretenen Kohorten, mittlerweile waren auch die letzten Kohorten angetreten und Tiberius Vitamalacus rechnet jeden Moment damit, das ihm die Marschbereitschaft gemeldet wurde.

  • Zitat

    Original von Tiberius Iulius Numerianuns
    Nun rückte auch die Legionsreiterei auf den Platz...


    Das Schnauben ihrer Pferde und das Klirren der Geschirre hatten die Eliteeinheit der LEG I von weitem angekündigt.


    Nun standen die turmae marschbereit nebeneinander. Die equites hatten die von ihrem tribunus genehmigten farbigen focales angelegt:


    turma I: weiß
    turma II: rot
    turma III: grün
    turma IV: blau


    Wann kam endlich das Kommando zum Abmarsch?

  • Die Ungeduld der Reiter war ihnen und ihren Reitpferden deutlich anzusehen. Doch auch die Fußsoldaten konnten es wohl kaum abwarten, endlich aufzubrechen. Als sozusagen ranghöchster Infanterist der Legion - und als derjenige, der die Weisung gegeben hatte, dass sich die Truppe heute in Marschbereitschaft einzufinden hatte - wartete Avitus ab, bis die Infanterie auf dem Platz aufmarschiert war, ehe er sich nach vorne begab, um Meldung zu machen. Vorne bei Vitamalacus und anderen Stabsoffizieren angekommen, salutierte er.
    "Tribunus, ich melde die legio wie befohlen angetreten"
    sagte er in militärisch nüchterner Tonlage...

  • In voller Montur, mit Helm und zu Pferd erschien Plautius auf dem Exerzierplatz. Seine blankpolierte Rüstung und seine Phaleras blitzten im Licht des Tages, sein Helmschmuck wehte im Wind. Ihm folgten zu Fuß 5 Cornicen.


    Und sein Gesicht verhieß nichts Gutes. Wer ihn näher kannte, der wußte diesen Gesichtsausdruck zu deuten und duckte sich unwillkürlich: wenig Kräutersud bislang für Heute = sehr, sehr schlechte Laune!


    Plautius ließ seinen Blick über die angetretene Legio gleiten, während er auf einem Stück Süßholz kaute. Dann lenkte er sein Pferd zu Vitamalacus und dem Praefectus Helvetius, dem Spion und Auge des Imperators.


    Hm! Er gab den Cornicen einen Wink ihm zu folgen.

    "Salve Vitamalacus! Salve Praefectus Helvetius!" brummte/grummelte Plautius ohne das Süssholz aus dem Mund zu nehmen.

    Semper Fidelis - zum ewigen Ruhme des Imperiums und seines Imperators!

  • "Gut !"


    Ein knapper MIlitärischer Gruss entliess den Primus Pilus. Nun waren sie fast so weit abzumarschieren. Als dann noch Plautius, sichtlich schlecht gelaunt erschien, sicher hatte ihm irgendjemnand sein warmes Wasser zu trinken vorenthalten, grüsste er diesen knapp.


    "Plautius !"


    Noch einmal wanderte sein Blick über das Feld der fast kompletten Legion.


    "Möchte einer von Euch noch etwas zu den Männern sagen, bevor es los geht ?" fragte er die beiden Männer an seiner Seite. Er selbst wusste genau, was er noch sagen wollte.


    Sim-Off:

    Es folgen hier sicher noch ein, zwei wesentliche Posts,... aber damit es weiter geht, ahb ich schon mal etwas vorgriffen.

  • Enthusiasmus und Kampfeswillen waren eine gute Sache. Sie sollten lange erhalten werden. Und vor allem in heiklen Situationen.


    "Es ist gut zu wissen, dass die Männer den Kampf suchen und den Tod nicht scheuen."


    Kurz darauf meldete ein hochrangiger Centurio Abmarschbereitschaft, hochwahrscheinlich der Primipilus der Legion. Falco musterte ihn.


    Ein weiterer Reiter gesellte sich zu ihnen. Es war Camillus Matinius Plautius, der Praefectus Castrorum. Falco hatte ihn im Lager gesehen und einen Soldaten gefragt. Der hatte ihn einen harten Hund genannt. Nach Augenschein konnte das auch gut der Fall sein. Salve Vitamalacus ... ohne Rangnennung. Scheinbar kannten sich die beiden recht gut. Praefectus Helvetius. Da man Falco keinerlei Rang, außer dem ritterlichen, ansehen konnte, war auch mit diesem Mann über seine Ankunft geredet worden. Falco fragte sich ob dies eine bloße Information gewesen war, oder ob die Offiziere anderes Wissen und Drittwissen austauschten. Was dachte der Mann wohl über ihn? Vermutlich hielt er ihn für einen Spion. Ein offensichtlicher Verdacht, der sich aufdrängte. Das brachte die fehlende Uniform automatisch mit sich. Doch sie fehlte nicht nur an sich, sondern sie fehlte auch Falco.


    "Salve, Praefectus Plautius."


    Vitamalacus fragte, ob er noch etwas zur Legion zu sagen hätte ...
    Ob das ein Test war in wie weit der Kaiser Falco gestattet hatte sich nach Vorne zu drängeln, wenn er dies für richtig hielt? Möglicherweise. Falco wollte sich aber diese unerwartet angebotene Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die Männer sollten wissen, wer er war.


    Vorher galt es aber noch ein paar Dinge abzuklopfen.


    "Ich richte den Männern gerne die Grüße des Kaisers aus. Was wissen die Truppen bereits? Ich sprach gestern mit dem Legaten darüber? Ich weiß allerdings nicht ob er Euch und/oder die Truppen bereits informierte. Also was Starthafen, Route, Landehafen, Marschweg, Sammelpunkt angeht. Will der Legat selber sprechen? Ich will der militärischen Führung da nicht vorgreifen."


    Eigentlich wollte er das aber schon. Schließlich hatte er einen Gutteil des Plans entwickelt und es wurmte ihn schon so imens, dass Attianus den Plan umsetzen würde. Er hatte aber keine Rücksprache mit dem Legaten gehalten, ob er hier sprechen sollte und was er sagen durfte. Eventuell nahm ihm dieser ein Vorwegnehmen übel. Vielleicht sollte er dies aber riskieren ...

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