Das leidige Thema: Frauen im IR

  • Tja, wieder mal bin ich es, die hier schreibt. Einige erinnern sich vielleicht noch an mein letztes Posting mit der verschiedenen ID Marius. Seit diesem Post ist fast genau ein Jahr vergangen und ich sehe vieles nicht mehr so eng, weil ich meine Erwartungen teilweise so weit runtergeschraubt habe, dass mich vieles einfach nicht mehr berührt. Heute schreibe ich allerdings ohnehin wegen einer anderen Sache. Gut eigentlich zweier Dinge, die nach einer kurzen Geschichte folgen.


    Ein kurzer Abriss, was mich zum Schreiben bringt, für diejenigen die das interessiert:
    Ich war zwar in letzter Zeit nicht gerade aktiv, was das Schreiben anbelangt, aber mitgelesen habe ich sehr oft. Einige wissen vielleicht, dass Valeria zur Pontifex Minor ernannt werden soll. Dementsprechend habe ich natürlich auch die Beiträge mitverfolgt, die seit der Ernennung eines neuen Moderators für den CD-Bereich gesetzt worden sind. Abgesehen vom, gelinde gesagt, schwierigen Einstieg ins Metier des CD und wie es mir scheint auch in die Moderatorentätigkeit allgemein, bin ich sicher nicht die einzige, der aufgefallen ist, dass jemand, der eine Handvoll Postings als Augur gesetzt hat, sich als erste Amtshandlung erst einmal selbst zum Moderator ernannt hat. Ich gebe gern zu, dass mir das schon spanisch vorkam, denn ich hatte in meiner Naivität geglaubt, dass IDs aufgrund ihres Verdienst befördert werden, so wie das auch bei Gracchus der Fall war, dem ich diese Beförderung aufrichtig gönne. Ich habe darauf verzichtet, mein Missfallen öffentlich zu machen, und mir gesagt, dass es das nicht wert ist. Nach und nach ging die Lust am Spiel, gleichzeitig mit der mir zur Verfügung stehenden Zeit zurück. Ich hab zwar hin und wieder noch mit der Gruppen-ID ausgeholfen oder einen Narratortext beigetragen, ansonsten aber abgewartet. Tja. Und dann wurde diese Ernennung zum Pontifex Minor ins Rollen gebracht, eigentlich das, was ich als Ziel für meine ID seit 2 Jahren spielen vorgesehen hatte. Andere erreichen so was ja ohne große Mühe nach 4 Monaten, wie das jüngste Beispiel aufgezeigt hat. Zuerst hat mich verärgert, dass ein Moderator als Narrator-ID von einer „Frauenquote“ schreibt und nicht einmal den Mumm hat, selbst so was zu schreiben. Gut, nach dem ersten Ärger stand ich auch drüber, zumindest was meine ID anbelangt. Inzwischen sehe ich das anders und verzichte lieber auf einen Pontifex Minor-Posten, wenn Valeria Simon nur aufgrund dieser ominösen „Frauenquote“ ernannt werden soll. Simoff mag die Ernennung vielelicht einen anderen Grund haben, aber ich fühle mich meiner ID so verbunden, dass ich sie nicht guten Gewissens in dem Amt spielen könnte, wenn ich als Spieler dahinter weiß, warum man sie Simon ernannt hat. Darauf habe ich keine Lust, dazu bin ich mir ehrlich gesagt zu schade. Da kann er sich den Posten eben in die Haare schmieren, so gern ich den auch bespielt hätte. Wie das mit Valeria an sich weitergeht, muss ich auch noch sehen, denn eine Perspektive hab ich derzeit nicht für sie.
    Gut, das zur Geschichte, die – kich weiß – emotional geladen ist. Ich bitte das zu entschuldigen, aber auch wenn ich einen Tag warte, ebbt das momentan nicht ab.


    Was folgt, sind die wohl interessanteren Kritikpunkte.


    1. Ich habe keinen persönlichen Streit mit Durus, falls das nun jemand vermutet. Ich halte ihn (sorry Durus) aber für ungeeignet als Moderator für den CD. Dass ich nicht die einzige bin, der das sauer aufgeschlagen ist, weiß ich aus dem Forum des CD. Wenn jemand dieses Tätigkeitsfeld moderierend übernimmt, sollte er sich zumindest auskennen mit der Materie. In gewisse organisatorische Dinge wächst man natürlich hinein. Allerdings kann man schon erwarten, dass jemand, der ein solches Amt (namentlich: Ansprechpartner und Koordinator des CD) übernimmt, auch Bescheid weiß und kompetent ist. Den Eindruck hab ich aber leider nicht wirklich, ausgehend von dem, was die ID schreibt und dem, was man im Privaten nachlesen kann.


    2. Ich sehe ein sehr großes Problem darin, den ohnehin schon wenigen Frauen-IDs nun auch noch das sozusagen letzte Betätigungsfeld zu vermiesen, das man (außer der schnöden WiSim und dem geldverprassenden Heimchen am Herd) Simon ausspielen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine Frau gern einen Pontifex Minor oder höheren Posten ausfüllt, wenn sie und/oder der Spieler dahinter genau weiß, dass man ohnehin nur aufgrund der „Großzügigkeit der Männerschaft“ da sitzt oder einer ominösen „Frauenquote“ wegen. Und dieser Umstand regt mich auf und macht mich wütend. Ich spiele gern eine Frau, aber wenn sich das Spiel lediglich auf einkaufen und poppen beschränken soll – nein danke. Dann lieber wieder eine Frau weniger, damit noch mehr männliche IDs händeringend nach heiratswilligen Weibchen suchen und noch mehr Leute, die eigentlich gern eine Frau spielen würden, sich eine Männer-ID basteln. Das ist nach meinem Empfinden das Hauptproblem an der ganzen Entwicklung im IR. Die Historizität in allen Ehren, aber beschneidet nicht auch noch den CD, sonst gibt es hier bald gar keine Frauen mehr.

  • Hmm naja ich fand die Beschneidung der Möglichkeiten für Frauen hier schon immer kontraproduktiv, aber nunja.


    Ich hoffe doch jetzt mal daß das mit der Frauenquote nicht stimmt und bin mal gespannt was die andere Seite dazu sagt. Kann mir ja (mal naiv wie ich in der Hinsicht bin) nicht vorstellen daß es sowas wirklich gibt.
    Auch wenn der Begriff anscheinend nur Sim-On benutzt wurde, wenn ich das richtig verstanden habe.

  • Ich denke, die Postings, auf die sich Decima Valeria bezieht, sind folgende:
    Contio des Collegium Pontificium
    Contio des Collegium Pontificium


    Und auch für mich liest sich der Tenor dieser Narrator-Beiträge nicht unbedingt so, als sollte eine weibliche ID für ihren Einsatz geehrt und gewürdigt werden, indem sie einen entsprechenden Posten als Anerkennung erhält, sondern eher wie eine versteckte Frauenquote. Natürlich ist das böse Q-Wort nie genannt worden, aber ich finde den Zusammenhang zwischen den jüngsten Beförderungen, bei denen ausschließlich die Tugenden der beförderten Männer wichtig waren, und dieser Sache dann doch recht offensichtlich. Gäbe es auch nur einen Teil dieser beiden Texte, in dem davon gesprochen wird, dass die sacerdos Decima Valeria sich aus diesem und jenem Grund ausgezeichnet hat, und sie deswegen für eine Beförderung in Frage käme - und dann das Argument, dass man dadurch auch zeigen könnte, dass Frauen ebenso geehrt würden wie Männer, wenn es um den CD geht - wäre sicherlich nichts so aufgefasst worden, wie man es derzeit lesen muss. Aber diese Passage fehlt, während die Verdienste eines Tiberius Durus, eines Flavius Gracchus, eines Aurelius Corvinus recht ausführlich behandelt wurden, bevor ihre Beförderung offenkundig wurde.


    Ich maße mir dabei kein Urteil an, wie verdient eine Beförderung im Einzelfall ist - dass einer deutlich mehr als andere getan hat, bevor er sein neues Amt erhielt, dürfte für einen wissenden Leser dieses Forums offenkundig sein, aber dieses rationale Kriterium wird ohnehin hier bei Beförderungen selten wirklich benutzt, wie mir scheint. Tatsache ist, dass auch ich mir bei einer Beförderung über Quote, und bei einer solchen Diskussion im Narrator-Text ziemlich dumm vorkäme, und der Eindruck erwächst dann recht leicht, dass eine ID deswegen befördert wird, weil sie eben weiblich ist, nicht, weil sie es sich verdient hat. So etwas ist schon im realen Lenen beleidigend für jede Frau, die wirklich hart für ihre Beförderung kämpfen muss und dann vor den Latz geknallt bekommt "Wir haben eine Quote, und deswegen bist Du drin", nicht "Du hast gut gearbeitet, und als Anerkennung bekommst Du nun Deine Beförderung".


    Vielleicht ist dies für männliche Spieler auch nicht unbedingt leicht nachzuvollziehen, weil man als Mann niemals vor ein Quotenproblem gestellt wird. Die meisten Männer, die ich kenne, lästern ehrlich gesagt mit Vergnügen über Quotenfrauen, denn, eine Frau, die sich über Quote qualifiziert, kann ja nichts taugen, die ist nur deswegen auf ihrer Position, weil sie eben Busen hat ... eine wirklich traurige Argumentation, in manchen Fällen sicher berechtigt, in vielen jedoch nicht. Ist das wirklich die Ansage dieses Forenspielprojekts an Spieler und Spielerinnen von weiblichen IDs? Ich fände es schade, wäre es tatsächlich so.


    Was die Vielfalt der weiblichen IDs angeht, muss ich doch sagen, sie ist, seit ich hier angefangen habe zu spielen, meiner Ansicht nach geringer geworden. Welche Optionen hat man heute noch mit einer weiblichen Id?
    Da wäre die Sklavin. Entweder hart arbeitendes Befehlsempfängertierchen oder Lusttierchen für einen reichen Herrn, der mal eben entspannen will. Oder Auspeitschtierchen für missliebige Besitzer. Ist das eine wirklich herausfordernde Wahl?
    Die Peregrina kann einen Laden führen, und mit etwas Glück und dem entsprechenden kulturellen Hintergrund (vor allem germanisch) erfährt sie ein gewisses Maß an Achtung, aber die Perspektiven verlieren sich auch irgendwo bei Heirat und Kinderkriegen.
    Die Plebejerin ist eine aussterbende Art. Sie darf in den CD gehen, und da dann vielleicht irgendwann Pontifex minor werden, wenn sie viel viel Glück hat und sich einbringt bis die Schwarte kracht. Sie darf Scriba werden. Oder in die Provinzverwaltung gehen, wo irgendwo beim Comes auch Schluss ist - oder kennt hier jemand eine derzeitig amtierende Präfektin? Richtig, dazu gibt es ja Zulassungsvoraussetzungen. Ansonsten - Heiraten, Kinderkriegen. Achja, für die Acta Diurna könnte sie auch noch schreiben, oder, mit etwas Glück, in einer Factio aktiv sein. Aber das war's dann auch.
    Die Patrizierin ist im Grunde die ärmste Sau von allen. Arbeiten gehen ist schonmal gar nicht, die meisten Patrizierfamilien wollen das nicht, ist ja schlecht für den Ruf. CD ist aus demselben Grund bei den meisten auch unattraktiv, obwohl händeringend Nachwuchs gesucht wird. Achja, Heiraten und Kinderkriegen hätte ich fast vergessen. Und Artikel für die Acta.


    Ist das wirklich der Wunsch des gesamten IRs? Dass Frauenrollen langsam aber sicher unattraktiv werden und aussterben? Historizität ist was Schönes, und ich würde nicht Geschichte mit Schwerpunkt Altes Rom studieren, hätte ich was gegen Geschichte und die alten Römer. Aber man sollte auch bedenken, dass wir alle nur Menschen sind, moderne Menschen, die sich für ihre weiblichen IDs mehr wünschen als ein Rollenbild, gegen das man früher oder später im realen Leben mehr und mehr angehen muss. Wenig Frauen heutzutage geben sich mit dem Leben als Heimchen am Herd zufrieden, die meisten Frauen hier(=Spielerinnen) sind berufstätig, oder studieren, oder tun beides - ganz weit weg von der Frau, die ihre Zeit mit Kinderaufziehen und Einkaufen verbringt. Schon jetzt findet kaum ein Plebejer mehr eine Frau, und das Sklavenweibchen, das sich verliebt und eine Affäre mit einem Römer hat, steht als Rolle weitaus besser im Kurs als die Plebejerin mit Endziel matrona und fünf kreischende Blagen.


    Man muss sich nur einmal vor der bisherigen Argumentation vor Augen führen, wieviel von der so beschworenen Spielfreiheit eigentlich vorhanden ist, wieviel von dem genutzt wird, was so vollmundig als Möglichkeit angepriesen wird: Indirekt auf die Politik nimmt hier kaum eine Frau wirklich Einfluss, denn die wenigsten Männer lassen politische Themen zuhause zu. Die wenigsten gespielten Ehen überstehen die anfängliche Verliebtheits- und viel-Sex-Zeit. Der Alltag einer Ehe, bei der die Frau nur Anwesenheit und Geldausgeben wirklich beitragen kann, ist nunmal stinklangweilig, außer man kämpft jeden Tag um neue Ideen, während eine männliche ID aus den Tätigkeitsfeldern CD, Politik, Militär, Wirtschaft stetig neue Ideen und Spielmöglichkeiten mit nach Hause bringen kann und dann vielleicht nicht einmal mehr noch mehr Threads haben will.


    Frauen wie zum Beispiel Sergia Plotina, die eine fromme, 'anständige' und sittenstrenge Römerin darstellen, die nicht auch noch Patrizierin ist, sind sehr, sehr selten geworden, die wenigsten Ehefrauen werden viel gespielt. Warum? Weil man, um dauerhaft am Rollenspiel Spaß zu finden, in der Regel eine Herausforderung haben möchte. Ein Ziel, auf das es sich hinzuspielen lohnt. Eine männliche ID hat viele mögliche Endziele, und die für eine weibliche ID lassen sich im Grunde an einer Hand abzählen, wenn man nicht noch die Frau hinzuzieht, die sich in allen Betten Roms zuhause fühlt und über kurz oder lang als Schlampe verschrien ist (nennt hier jemand einen Hungaricus oder Aquilius Schlamperich?). Warum spielt denn niemand mehr eine Vestalin? Weil hier eins der letzten Betätigungsfelder einer weiblichen ID komplett wegfällt: Liebesbeziehungen.
    Ja, im Augenblick scheint mir das IR wie eine weichgespülte Soap auf Frauenseite zu sein, einkaufen, mit Freundinnen kichern, sich auf Hochzeiten vorbereiten, unglücklich verliebt sein, Erotik. Wisteria Lane in Rom oder so ähnlich, Desperate Housewives auf lateinisch - ist das wirklich etwas, was wir wollen? Selbst bei den Desperate Housewives gibt es berufstätige Frauen ... in diesem Sinne, vielleicht kommen nach den schlechten Zeiten jetzt vielleicht auch wieder gute. Allerdings glaube ich nicht daran. Auch deswegen bin ich mit einer männlichen ID in die Politik gegangen, wie viele andere weibliche Spielerinnen auch.


    Edit: Tippfehlerchen ;)

  • In einigen Punkten muß ich dir recht geben. Für eine emanzipierte Frau des 21. Jahrhunderts ist es sicherlich sehr unbefriedigend nur immer in seinem Schatten zu stehen zu müssen, Kinder kriegen und aufziehen, ect. Doch überlegen wir doch bitte auch mal, was wir hier spielen! Unser Spiel ist im 1. Jahrhundert angesiedelt. Wenn man dann mal überlegt, welche Rechte die Frauen zu dieser Zeit hatten, sind wir hier in Diesem Punkt weit voraus! Das soll natürlich keine Entschuldigung für manche (und deren Handeln) sein!
    Ich denke, auch ein gewisses Maß an Authentzität tut diesem Spiel gut. Ich würde mich doch sehr wundern, hier Frauen in typischen Männerdomänen zu sehen.
    Das soll natürlich nicht heißen, daß wir Frauen immer nur die A-Karte ziehen müssen! Wir sollten für unsere ID und deren Stand das Beste machen, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Mit etwas Kreativität können so vielleicht tolle Geschichten entstehen!

  • Also, ich würde wohl behaupten, daß ich das alles, was ich mit Ioshua bisher bespielt und erreicht habe, auch mit einer weiblichen ID hätte erreichen können und es wäre wohl kein Abbruch der Motivation erfolgt.


    Abgesehen davon, daß ich mir nicht zutrauen würde, eine weibliche ID zu spielen. ;)

  • Ich kann Iulia Helena nur Recht geben. Man muss sich entscheiden: Fährt man die vollkommene Historische Linie, also auch mit fast keinen Rechten für Frauen oder doch nicht historisch korrekt, aber dafür simulations- und frauenfreundlich.

  • Es ist klar, dass die Frau aus dem 1. Jahrhundert mit der Frau des 21. Jahrhunderts nicht zu vergleichen ist - darum geht es auch nicht. Ebensowenig darum, dass Frauen jetzt unbedingt als Legionärinnen oder was auch immer man sich da denken mag herumspringen müssten. Ich denke nur, dass durch das rigorose Verbieten sehr vieler Optionen der Spielspaß und damit auch die Vielfalt gehemmt werden - letztendlich kann diese Simulation nur so gut sein, wie die Spieler ihre Möglichkeiten mit ihren IDs auch ausschöpfen können.


    Es ist im höchsten Maß frustrierend, wenn man auf die Anmerkung, dass es der Vielfalt bisher nicht gut getan hat, und auch nicht guttun wird, FrauenIDs viele Wege von vornherein mit dem Argument 'Historizität' zu verbauen, im günstigsten Fall Antworten wie 'schau doch mal die Serie ROME, da sind Frauen doch auch politisch sehr aktiv, versuch es doch mal so' oder 'wenn Du in die Politik willst, spiel einen Mann, es war schließlich lange genug angekündigt, dass wir Frauen aus diesen und jenen Ämtern raushaben wollen' bekommt. Natürlich wollen Spielerinnen mit weiblichen IDs tolle Geschichten schreiben. Natürlich wollen wir Interaktion haben, Spaß, Liebe, Erotik, Spannung, Emotionen. Aber es sollte sich eben nicht grundsätzlich allein auf lapidare Aussagen beschränken, die wenig mit dem Spielalltag zu tun haben.


    Zu sehen, dass eine Spielerin mit der Denkweise 'diesen Charakter holen wir über eine Quote in das Collegium Pontifices rein' konfrontiert werden, während bei männlichen IDs mit weniger Engagement oder Erfahrung offensichtlich Verdienste im Spiel ausschlaggebend waren, ist einfach beleidigend, und das hat wenig mit Authentizität zu tun, es hat etwas mit der Nischenlebensweise zu tun, in die FrauenIDs hier mehr und mehr hineingedrängt werden. Ja, es gibt sicher FrauenIDs, für die eine ausgespielte Liebesbeziehung das höchste der Gefühle ist, und viel Spaß bereitet. Es gibt auch Frauen im realen Leben, für die so etwas das Wichtigste ist - und das sei ihnen belassen, jeder Mensch möge nach seiner Facon glücklich werden.


    Aber es gibt eben auch Frauen, die in dieses Schema nicht passen, und für diese Frauencharaktere wird die Luft immer dünner, genauer gesagt, sie ist eigentlich fast nicht mehr da. Und das ist es, was ich sehr schade finde, was andere auch bedauern und nur nicht äußern, weil man das Gefühl nicht loswird, hier gegen Windmühlen zu kämpfen.

  • Bekanntermaßen kann ich Helena voll und ganz zustimmen. Es ist eigentlich so ziemlich alles eingetroffen, was ich vor einem Jahr befürchtet und "prophezeit" habe. Die Frauenrollen sind imho ziemlich dürftig geworden, ziemlich einseitig und recht fade. Was haben wir: Eheweibchen, angehende Eheweibchen und Sklavinnen.


    Dass es so viele Sklavinnen gibt, liegt sicherlich auch an dem Grundschema dieser Rolle. Eine Sklavin kann von Natur aus nicht mehr machen als auch ein Sklave. Da ist völlige Gleichberechtigung vorhanden. Zudem: im Grunde hat eine Sklavin mehr Möglichkeiten als eine Römerin. Eine Sklavin könnte Amazone (Gladiatorin) werden. Eine Sklavin kann den Herrn überall hin begleiten (auch zum Militär), eine Sklavin kann genauso einkaufen gehen, kann sich genauso den Römern an den Hals werfen und ähnliche Dinge. Dabei hat sie noch die Möglichkeit von Spannungspotential durch Rebellion.


    Man sehe sich die anderen Frauenfiguren im IR an. Eheweibchen und angehende Eheweibchen (da ich selbst eine spiele, darf ich das wohl auch so sagen ^^). Betrachte man nun mal die Aktivität und das Spielengament dieser Charaktere an, dürfte schnell klar sein, dass das kein erfüllender Charakter ist. Die Meisten der Frauenfiguren spielen nur in ihren eigenen vier Wänden und das auch sehr sparsam.


    Bezeichnend finde ich auch, dass all jene, die in der Frauendiskussion vor einem Jahr so groß mit ihren Frauen-Ids getönt haben, so gut wie gar nicht aktiv sind mit ihren Frauen-Ids. Sowohl die Männer als auch die hochgelobten Frauen-IDs, die sich auf die Rolle beschränken.


    Sehe ich mir die Zahlen an, wie viele weibliche IDs gemeldet sind, scheint die Situation nicht allzu schlimm zu sein. Guckt man jedoch genauer hinter die Kulissen, erkennt man sehr schnell, wie wenig aktive FrauenIds überhaupt gespielt werden. Das sind weit unter 60 Ids, weit darunter. Davon sind so gut die Hälfte Sklavinnen und recht viele Patrizierinnen. Bei den restlichen Plebejern sind auch fast alle Frauen-Ids schon verheiratet oder verlobt.


    Kommt viel Frischblut dazu? Nein, man sehe sich die Anmeldungen des letzten Monats an. Sklavinnen (zwei, davon eine schon nicht mehr aktiv), eine Patrizierin (auch recht inaktiv). Soll so die Zukunft vom IR aussehen? Dreißig Anmeldungen, aber alles nur Männer-IDs? Ich denke, es ist klar, wo das hinführt und hinführen wird.



    Zudem, genau das, was ich gemeint habe, der CH wird nur der erste Schritt sein, das triff immer mehr zu. In allen Bereichen greift es um sich, dass im Spiel ein anderes Denken vertreten wird. Die Selbstverständlichkeit, dass Frauen-Ids nicht dahin gehören (es ist ja historisch). In die Verwaltung, als Scriba, als Magistrat kann man als Frau immer noch arbeiten, aber ist es auf Dauer befriedigend, wenn man weiß, dass eine Männer-Id die Karriereleiter flott hoch schießen kann, aber man mit der Frauen-Id zwangsläufig gegen eine niedrige Decke stoßen wird? Ich finde nicht. Dasselbe gilt natürlich auch für den CD. Man sieht es doch auch bei vielen der Männer-IDs, die gefrustet sind, wenn sie nicht höher hinauf kommen. All jene können sicherlich das Argument nachvollziehen. Vielleicht die Anderen auch, wenn sie sich das mal mit ihren eigenen Charakteren vor Augen führen würden.


    Wenn dann im CD, wo sehr viele noch aktiven Römerinnen gelandet sind (man schaue sich doch mal an, wie viele Frauen sich als Schülerinnen gemeldet haben), auch noch eine solche Umstellung erfolgt, was bleibt Frauen dann noch übrig?



    Einen Lichtblick gibt es immerhin: Alexandria. Dort können Frauen in der Politik noch "Karriere" machen. Der alexandrinische CH steht Frauen nämlich auch offen. Das Museion ebenso (Frauen sind herzlich Willkommen dort; auch und gerade als Gelehrte) und womöglich die römische Provinzverwaltung auch noch (vermute ich jetzt beim Letzteren.)

  • Zitat

    Original von Iulia Helena
    Zu sehen, dass eine Spielerin mit der Denkweise 'diesen Charakter holen wir über eine Quote in das Collegium Pontifices rein' konfrontiert werden, während bei männlichen IDs mit weniger Engagement oder Erfahrung offensichtlich Verdienste im Spiel ausschlaggebend waren, ist einfach beleidigend, und das hat wenig mit Authentizität zu tun


    Hierzu meine volle und ganze Unterstützung! DAS kann es nicht sein. :app:


    Was die Spielmöglichkeiten der Frauen-IDs im IR angeht, wird man wohl nie einen Konsens finden der Allen passt und ich habe mir mit Aussagen dazu schon zu oft die Finger verbrannt. Daher lass ich den ganzen Rest ohne Kommentar.

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    CIVIS

    SODALIS FACTIO ALBATA - FACTIO ALBATA

  • Das Imperium Romanum wird immer Kompromisse zwischen historischer Nähe und Spielbarkeit suchen müssen und es wird immer unterschiedliche Auffassungen darüber geben. Ohne Kompromissbereitschaft wird es niemals gehen und es wird immer Lösungen geben, die dem einen oder anderen, oder der einen oder anderen ;) weniger gut gefallen. Das Imperium Romanum ist aber beileibe kein Patriarchat. Es gab und gibt hier zahlreiche Mitspielerinnen und innerhalb der Moderatorenschaft waren und sind auch immer Frauen als Moderatorinnen oder Spielleiterinnen an den dortigen Entscheidungsprozessen beteiligt. Das gehört, denke ich, auch absolut zum Charakter unserer kleinen Micronation dazu. Ich denke deshalb nicht, dass man dem IR ernsthaft vorwerfen kann, dass hier weibliche Spieler gegenüber männlichen benachteiligt werden. Auch wenn das hier so keiner behauptet hat, möchte ich das doch noch mal deutlich festhalten.


    Denn wenn ich mir diese Links anschaue, dann ist das dort doch reines SimOn-Spiel. Es mag ja sein, dass ein dort simulierter NSC ein oller Frauenverächter ist und vielleicht ist die Figur Manius Tiberius Durus ein Macho, wer weiß. Aber daraus sollten doch nicht abgeleitet werden, dass eine ID auch im Bewusstsein der beteiligten Spieler nur aufgrund ihres (SimOn-)Geschlechts in einen Rang erhoben wird. Ich möchte auch daran erinnern, dass wir eine Zeit simulieren, in der sich die Menschen wohl sehr oft auf eine Art verhielten, die wir heute als politisch unkorrekt betrachten würden, wenn nicht gar als illegal. Man könnte unzählige Beispiele nenne und die mangelnde Gleichberechtigung der Geschlechter wäre nur eines davon. Aber wenn man das ausspielt, dann bedeutet das nicht, dass man sich als Spieler mit diesen Verhaltenweisen identifizieren und sie gut heißen muss.


    Das weibliche IDs früher mehr Ämter ausüben konnten ist richtig. Aber wie lange wurde von vielen Spielern dagegen gewettert? Wie oft musste sich die Spielleitung anhören, dass das total unhistorisch sei und der Atmosphäre dieser historischen Simulation abträglich? Und man kann ja nun auch wirklich nicht leugnen, dass die Frauen in unserem Imperium weit mehr Ämter besetzen konnten, als es in der römischen Antike jemals der Fall war. Die SL hat es sich damals nicht einfach gemacht und sich schließlich für größere Wirklichkeitsnähe entschieden, ohne dabei aber weiblichen IDs sämtliche Laufbahnen zu nehmen. Es gibt im Cultus Deorum sogar bestimmte Laufbahnen, die nur Frauen offen stehen. Das gab es aber auch in der Wirklichkeit. Männliche Vestalinnen hat es nicht gegeben. Ist das nun eine Quote? Ist das diskriminierend?
    Jetzt melden sich wieder Diejenigen zu Wort, denen die alte Regelung besser gefallen hat. Ich kann auch ihre Argumente gut verstehen, denn ich habe damals in der Diskussion ähnlich argumentiert. Aber das ist ein wunderbares Beispiel: Es ist enorm schwierig etwas so zu regeln, dass alle zufrieden sind.

  • Naja, ich denke, in Valerias Beispiel ist das Hauptproblem das Wie im Spielbereich. Dass sie nicht im Clinch mit Durus liegt, hat sie geschrieben, und ich gehe davon aus, dass sie auch versteht, warum man sie SimOff befördern möchte. Ich selbst hatte mich mit Durus gerade gestern über diese Art der Beförderung unterhalten und ich hatte dabei den Eindruck, dass dieses Hickhack mit der "Frauenquote" (die ja eigentlich auch eher eine Erfindung der Neuzeit ist...) von ihm gar nicht so beabsichtigt war. Nichtsdestotrotz ruft es aber größtenteils Unbehagen und Misslaunigkeit hervor, und wenn ich das mal neutral betrachte, würde mir das als Frau(en-ID) auch stinken und ich würde hinschmeißen. Ganz besonders unter dem Aspekt, dass mancher wahrhaftig die Karriereleiter hinaufpurzelt, während man selbst unendlich viel Zeit und Energie in die Laufbahn steckt. Ich schließe mich selbst davon auch gar nicht aus, auch wenn ich Wert darauf lege, dass meine ID sich Beförderungen oder Jobangebote genauso erarbeitet wie jede x-beliebige andere ID dies tun muss bzw. sollte.


    Zur Problematik der Frauen allgemein... Hm, da ist es wirklich schwer, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Helena hat die Kritikpunkte exakt festgestellt, da kann man nicht oder zumindest nicht groß dran rütteln. Es ist eben ein Schwanken zwischen dem historischen Hintergrund auf der einen und der Frage von Spielspaß und Spielmöglichkeiten auf der anderen. Im Endeffekt aber - und da stehe ich mit Nachdruck für ein, obwohl ich selbst auch ein Fan der Historie bin - sollte das Hauptaugenmerk nicht auf versteiftem Durchexerzieren von geschichtlich belegten Fakten liegen, sondern vielmehr auf der Freude am Spiel. Medeia hat recht anschaulich dargelegt, wie es derzeit um die bespielten Frauen-IDs steht, und das finde ich mehr als schade. Zwar magst du recht haben, Corvus, wenn du schreibst, dass ein ganzer Karrierezweig den Frauen vorbehalten ist, namentlich der Vestakult, aber hier meine Gegenfrage: Was bringt das einer Frauen-ID wenn zum einen alles an einer so gut wie inaktiven ID hängt (bzw. hing), zum anderen die Vestalinnen auch wieder sehr eingeschränkt sind in ihrer Handlungs- und Spielweise das IR betreffend?


    Ich selbst würde unter dem Aspekt des Spielspaßes allmählich mal zu Einbußen am geschichtlichen Hintergrund tendieren, denn beschnitten sind die Rechte der Frauen bei uns im IR mMn inzwischen schon genug.

  • :app: Danke hierfür.


    Ich würde aber gerne nochmal auf Valerias speziellen Fall eingehen: der Gebrauch des Narrators, der als NPC eigentlich keine Meinung haben DARF, da sie keiner konkreten ID und ihrem Charakter zuzuordnen ist, um hier stark Meinungsmachende Ideen zu verbreiten ist meiner Meinung nach ein eindeutiger Fall von Missbrauch.


    Wenn eine private ID solches Gedankengut vorrantreibt, gut, dann hat einer halt Spaß daran dem Chauvinismus zu frönen und das in sein Machtgeplänkel einzubauen, allerdings sollte der Narrator, der ja als Zwischenstück dient um fehlende Elemente im Spiel auszugleichen, sich aus solchen Sachen komplett raushalten.



    Zur Frauenproblematik kann ich den Zwiespalt in dem die SL sich befindet gut verstehen.


    Allerdings gibt es mir zu denken, dass in der Argumentation (selbst in der der weiblichen Beteiligten) es eine Rolle spielt dass Männer nach dem Wegfall der Frauen dumm da stehen, da jeder gute Römer gerne eine Frau an seiner Seite hätte.
    Ich bitte euch! In dieser Argumentation sollten die Bedürfnisse der Kerle einfach garkeine Rolle spielen.
    Man sollte davon absehen Frauen in dieser MN als notwendig anzusehen nur weil sonst ein Haufen Singles im Staat rumläuft, alleine das schon degradiert Frauen schon im vorneherein auf die Heimchen-Rolle.


    Was die Karrieremöglichkeiten angeht: Menschen jedweden Geschlechts bereichern das Spiel, aber wenn es einseitig wird, hat das Spiel an sich ein Problem.


    Allerdings frage ich mich schon, ob die Karrieremöglichkeiten, die im Moment für Frauen im IR bestehen, auch so wahr- und vor allem angenommen werden, oder ob man sie nicht annimmt weil sie limitiert sind. Oder weil das Interesse der weiblichen Mitspieler an Karrierecharakteren garnicht so groß ist wie bei den Kerlen???


    Edit: Schreibrechtung.

  • Zitat

    Original von Tiberius Duccius Lando
    Allerdings frage ich mich schon, ob die Karrieremöglichkeiten, die im Moment für Frauen im IR bestehen, auch so wahr- und vor allem angenommen werden, oder ob man sie nicht annimmt weil sie limitiert sind. Oder weil das Interesse der weiblichen Mitspieler an Karrierecharakteren garnicht so groß ist wie bei den Kerlen???


    Hm, auch hier wieder die Frage: Was gibt es da schon groß?
    Es wurde doch bereits gesagt (von Helena, glaube ich): Eine Frau kann sacerdos werden oder in die Verwaltung gehen, wobei hier wieder so gut wie ausgeschlossen ist, dass sie jemals höher klettern kann als eine magistra scriniorum oder - im Fall Germanias - als comes. Im CD zeigt der aktuelle Fall ziemlich gut, was man dort erwarten kann - nämlich nichts. Bleibt der Vesta-Kult, der momentan unbesetzt ist und vorher auch nicht gerade aktiv bespielt wurde. Das wiederum bedeutet, dass da wieder ein NPC zum Einsatz kommen würde, was an sich auch nicht optimal ist auf Dauer. Auch wurde gesagt, dass sich eine Frauen-ID selbst in Spielmöglichkeiten beschneidet, wenn sie Vestalin wird (nämlich im Aussimmen von Liebeleien oder Familienangelegenheiten, da die Vestalinnen eigentlich unter sich blieben) Ich kann da schon verstehen, dass kein Interesse besteht seitens der Frauen. Tja, und was gibt es noch? Die WiSim. Patrizierinnen haben da die Wahl zwischen dem 1000. landwirtschaftlichen Betrieb einer Sorte oder eben die Finger von zu lassen. Und ausgespielt wird auch so gut wie nichts, was mit den Betrieben zu schaffen hat. Man "geht schnell mal SimOff einkaufen" und fertig. Was bleibt? Das Heimchen am Herd.


    Was den Narrator betrifft, Loki, stimme ich dir vollauf zu. Man sollte - sofern es nicht vorher abgesprochen ist oder die eigene ID betrifft - neutral bleiben, auch was NPCs allgemein anbelangt. Irgendwo in den Regeln steht glaube auch, dass es Konsequenzen nach sich zieht, wenn man NPCs nutzt, um Gemeinheiten zu verbreiten o.ä., aber wie ich weiter oben schrieb, hatte ich nicht den Eindruck, dass Durus sich der Wirkung der Narrator-Worte bewusst war.

  • Mich wundert, dass Decima Valeria schreibt, andere wären viel schneller als sie befördert worden, andererseits aber auch, dass sie in letzter Zeit noch viel liest, aber wenig aktiv beiträgt. Der CD ist noch immer dermaßen schwach besetzt, dass sich die dort engagierten Spieler kaum gegenseitig Posten wegnehmen, würde ich zumindest denken. Durus ist doch noch gar nicht so lange Moderator innerhalb des CD, es wird darum wohl nicht an ihm gelegen haben, wenn sie zu langsam befördert wurde. Vielmehr hat das dann vermutlich mit den unklaren Zuständigkeiten und der nicht-hierarchischen Struktur des CD zu tun gehabt und Durus Berufung ist ja der Versuch, hier Besserung zu schaffen. Wenn jetzt zügiger befördert wird ist vielleicht genau das ein Zeichen dafür, dass der CD mit ihm inzwischen besser funktioniert.
    Aber dazu kann Durus besser als ich etwas sagen. Ebenso zu den Vorwürfen, er hätte keine Ahnung vom Thema. Ich weiß zumindest, dass die Verantwortung als Koordinator in diesem Bereich nicht unbedingt der dankbarste Job ist und vom Thema her auch nicht der einfachste. Ich könnte es mit meinem augenblicklichen Kenntnisstand nicht machen.



    Was das Frauenthema als Ganzes angeht, so wird immer auf die Ämter verwiesen. Natürlich wird innerhalb des IR vieles durch das Amt bestimmt, das eine Figur inne hat. Das ist eben die Micronation-Seite dieses Spiels. Aber alles was eine ID ausmacht, was sie ist und was sie tun und beeinflussen kann, wird doch nicht nur durch ihr Amt bestimmt. Hier wurde auf die Serie Rome verwiesen und das sich dort weibliche Figuren sehr aktiv in die Politik einmischen. Ich möchte mich gar nicht auf eine Diskussion einlassen, wie genau diese Serie die historische Wirklichkeit abbildet. Ich denke nämlich, dass die dortige Darstellung des antiken Rom für ein Spiel wie unseres in vielen Bereichen auch vollkommen in Ordnung ist. Wenn also eine Frauenfigur in unserem Rom so ausgestaltet wird wie einige Figuren im HBO-Rome, dann fände ich das gut. Aber beeinflussen die Frauen in dieser Serie die Geschehnisse durch ihr Amt? Nein, überhaupt nicht. Sie beeinflussen die Geschehnisse durch persönliche Beziehungen und durch ihre gesellschaftliche Stellung. Auch das könnte Vorbildfunktion haben.
    Ich habe hier gelesen, Frauen-IDs müssten sich hier inzwischen fast nur noch auf Hauswirtschaft und poppen beschränken. Das sehe ich aber nicht so. Wenn man es will, dann kann man viel mehr machen, ohne auch nur ein einziges Amt annehmen zu müssen. Es ist halt nicht einfach und man muss Spaß an der RPG-Seite des IR haben.
    Ich möchte aber auch eine Lanze für die Frauen-IDs brechen, die wirklich nur diese eingeschränkte Rolle als Ehefrau und Mutter ausfüllen, also quasi das römische Idealbild einer Frau. Es gibt keinen Grund das gering zu schätzen und wenn jemand es gut ausspielt, finde ich es großartig.



    /edit: bisserl Rechtschreibungskorrektur

  • Hmm aber die Ämter sind nunmal ein sehr großer Motivationsfaktor. Sie zeigen Erfolg und für viele ist das wichtig und ein Quell der Motivation (ich meine außer ein paar Ausnahmen gibt es doch kaum Männer die nicht auf der "Jagd" nach Ämter sind).
    Da könnt ihr alle noch 500 mal kommen von wegen "RPG" ist das höchste aber ist es halt (zumindestens für den Großteil) halt nicht.
    Die Fusion zwischen Amt und RPG ( zumal das eine durchaus das andere bedingt) ist nunmal Spaßfaktor Numero Uno.


    Jedenfalls sehe ich das so und daher ist es auch klar daß die Frauen keine Lust dazu haben, denn sein wir ehrlich: Wieviel Männer hätten dazu Lust?


    Ist natürlich nur meine eigene subjektive Meinung

  • Wenn wir den Faden, den Germanicus Corvus begann, weiterspinnen, liegt es als an der Tatsache dass unsere IR-Frauen nicht das Selbstbewusstsein bzw. die Möglichkeiten erkannt haben, die ihnen als Frau an sich Macht über die Männerwelt gibt?


    Interessanterweise kenne ich da eine Person die vor garnicht allzu langer Zeit eine Hausarbeit zu dem Thema geschrieben hat (:D), und die erkannte dass eben DAS sehr historisch war. Nämlich dass Frauen durchaus Einfluss und Macht hatten, und diese auch einzusetzen wussten.


    Ist es dann also ein Problem der Frauenwelt, ihre Möglichkeiten nicht zu erkennen und wahrzunehmen? Oder liegt es am fehlenden Detailwissen über die Möglichkeiten der Frauen in der allgemeinen Spielerschaft, die ihnen letztendlich erst ermöglicht in dieser Art und Weise aktiv zu werden?


    Ich gehe mal davon aus dass quasi jede Frau im IR auch RL bescheid weiß, wie man nen Kerl dazu kriegt zu tun was sie will. ;)


    Ist das jetzt sexistisch? *g*

  • Ich nehme mal an es ist im RL sehr viel einfacher die graue Eminenz zu sein (für eine Frau), als in einem Forum :D, zumal die Frage ist, ob sich die IR Männer drauf einlassen würden (Wo jetzt gleich bestimmt kommt: Ja sicher^^).

  • Cyprianus hat Recht, für die allermeisten Spieler hier ist es einfach nun mal ein wichtiger Bestandteil und Reiz des Spieles "etwas zu erreichen", der ID Ziele zu setzen und diese zu verfolgen, sich eine Position zu erkämpfen und damit auch Anerkennung zu gewinnen. Ohne Ziele dümpelt eine ID, ob weiblich oder männlich, schnell nur so dahin und wird langweilig.
    Und da - wie im wahren Leben so auch im IR - die Leute sich nun mal stark über ihren Job definieren, und darüber auch ihre Anerkennung beziehen, bieten sich für so eine Zielsetzung eben die existierenden Karrierewege an.
    Wenn die nun teilweise für weibliche IDs ganz versperrt sind, und ihnen in den offiziell noch gangbaren Steine in den Weg gelegt werden, wenn dort erbrachte Leistungen wie bei Valeria nicht gewürdigt oder herabgewertet werden - tja, dann bleibt halt nicht mehr viel. Diskriminiert zu werden mag kurzzeitig mal ein rollenspielerisch interessantes Element sein, auf die Dauer ist es für jeden und jede einfach nur frustrierend.
    Letzlich bleiben dann für eine weibliche römische ID, wenn der-oder-die-dahinter nicht scharf drauf ist ständig blöd angemacht zu werden und sich für ihre "unfraulichen" Aktivitäten rechtfertigen zu müssen, im großen und ganzen nur zwei Stereotypen zur Auswahl: brave Hausfrauen und junge Mädchen auf der Jagd nach einem schicken Bräutigam.
    Meiner Meinung nach eine rollenspielerische Verarmung des Forums.



    edit: Rechtschreibung

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