Mansio des CPs in Antiochia

  • Sim-Off:

    ich hoffe es ist ok für die Post wenn ich diesen Thread hier aufmache. Will nur hoffen die Post wird dann auch verschickt:D


    Bevor er in das unbekannte aufbrach, nahm er den Zwischenstop hier wahr, um vielleicht zum letzten Mal Post nach Rom und Germanien zu senden.


    An
    Valeria Amatia
    Casa Terentia
    Rom


    Salve meine liebe und wunderschöne Frau,
    die I. Legion ist nun in Syrien angekommen und momentan campieren wir in Antiochia. Eine Stadt, doch so ganz anders als Rom und dann auch wieder nciht. Hier ist es heiß und viel zu voll, also wie in Rom, allerdings sehr exotisch und irgendwie sehr griechisch. Ein echter Schmelztigel halt. Unsere Legion hat außerhalb der Stadt Lager bezogen und ich muß gestehen ich wäre froh wenn es bald losgehen würde. Ungewissheit und warten sind schlimmer als ein feind den du vor dir siehst
    Den Kaiser habe ich nocht nicht gesehen, denke aber er wird die Stabsoffiziere informieren.
    Mit seiner Hilfe und der Hilfe der Götter werden wir die Parther aus Armenien vertreiben und wer weiß, vielleicht sogar Parthien selbst erobern.


    Ich hoffe dir geht es gut und du hast dich bei uns eingelebt. Ich vermisse mich und frage mich, ob ich dich nicht vielleicht auch hätte mitnehmen sollen wie der senatorische tribun sein Weib.
    Allerdings halte ich dies für falsch und auch gefährlich, die Frau mitzunehmen die ich liebe und die unter Umständen meinen Erben unter ihrem Herzen trägt. Desweiteren ist auch eine Legion im Frieden und im Krieg kein Ort für wahre Römerinnen.


    Ich hoffe dich bald wieder in meine Arme schließen zu können und bei dir in Rom zu sein.


    Vale bene Appius Terentius Cyprianus


    PS: Grüße bitte meine Verwandten in Rom von mir.


    An
    Quintus Terentius Alienus
    Castellum der Legio II Germanica
    Provincia Regio Germania Superior
    Mogontiacum


    Salve Bruder,
    ich schreibe dir aus dem viel zu warmen Syrien, bevor es dann wohl endgültig in den Kampf geht.
    Die I. Legion hat Lager aufgeschlagen und alles wartet nun darauf, daß es losgeht.
    Mögen die Götter unseren Kaiser und die restlichen Heerführer lenken und wer weiß vielleicht rücken wir gar in die Parthische Hauptstadt ein. Reichtum welches zu erbeuten ist erwarte ich natürlich auch, denn immerhin will sogar ich mich irgendwann zuruhe setzen und eine fette Kriegsbeute wäre der erste gute Schritt dorthin, vielleicht kann ich dir ja sogar ein oder zwei Parthische Sklavinnin schicken, die Frauen der Region sehen gut aus und du hast eh viel zu wenig weibliche Gesellschaft.


    Ich hoffe du genießt deine Dienstzeit in Germanien und pass auf dich auf, ich kann es ja nicht machen.


    Vale bene
    Appius Terentius Cyprianus





    An
    Senator Spurius Purgitius Macer
    Casa Purgitia
    Rom


    Salve Patron,
    ich schreibe dir aus Syrien, wo wir mit der I. Legion nun an Land gegangen sind.
    Alles wartete darauf, daß der Kaiser seine Pläne enthüllt und ich bin gespannt, wann es losgehen wird.
    Ich bin zuversichtlich, daß wir den Feind besiegen werden und auch die gewöhnlichen Soldaten der Legio, scheinen Siegesgedanken zu haben, obwohl wir in noch kein einziges Gefecht verwickelt wurden.


    Wie auch immer. Mithilfe der Götter werden wir die Parther besiegen und voller Schätze und Ruhm nach Rom zurückkehren.


    Antiochia kann ihr dir übrigens nicht empfehlen. Viel zu heiß und meiner Meinung nach zu griechisch und exoitisch und zu wenig römisch. Andererseits vielleicht gefällt dir ja ein wenig Exotik.


    Vale Bene
    Appius Terentius Cyprianus



    Sim-Off:


    Doch drei Briefe,Gebühr bezahlt

  • Die Briefe wurden entgegengenommen, schnell überprüft und im Ausgangskörbchen der Mansio geworfen und da es sich beim Herrn um einen Terentius handelte wurde das Geld natürlich nachgezählt.

  • Unmittelbar vor dem Abmarsch der I. aus Antiochia, hatte einer der Scriba der Principia noch einen Stapel Briefe abgeliefert.


    An
    Tiberia Albina
    Villa Tiberia
    Rom



    Liebe Cousine,


    ich danke dir für deine Zeilen.


    Die Reise über das Mare Nostrum verlief ruhig und die Legion bereitet sich auf den Marsch gegen die Parther vor. Die Zeichen der Götter sind vorteilhaft.


    Deinen Halbbruder habe ich mittlerweile auch kennengelernt, er erreichte uns fast zeitgleich mit deinem Brief. Ich verstehe, wenn es verwirrend für dich ist und du dir mehr Zeit gehabt hättest, ihn kennen zulernen. Doch er ist ein aufrechter Römer und verspürt den Wunsch in der Legion zu dienen.


    So habe ich ihm eine Empfehlung für die XXII. in Alexandria gegeben und ihm auch das versprechen abgenommen, das er dir regelmässig schreibt.


    Scheinbar stossen viele junge Tiberier auf das Lager der I., kam doch auch mein kleinster Bruder ins Lager und möchte seinen Weg bei der I. machen.


    Auch Helena entsendet dir Grüsse.


    dein Cousin QTV



    An
    Quintus Tiberianus Cato
    Villa Tiberia
    Rom


    Cato,


    ich hoffe, alles ist bestens.


    Tiberius Andronicus hat meinen Imker bekommen und eine Olivenhain in Italia erworben.


    Kümmere dich um alles!


    QTV




    An
    Tiberia Livia
    Casa Vinicia
    Rom


    Werte Livia,


    kurz vor den Abmarsch der I. haben Iulia Helena und ich uns im Castellum verlobt.


    Der hinterhältige Angriff der Parther verhinderte, dieses Ereignis im angemessenen Rahmen stattfinden zu lassen.


    So war es auch nicht möglich, dich noch einmal aufzusuchen, der Dienst, du verstehst sicher. Ich hoffe deine Schwangerschaft verläuft mit dem Segen der Götter oder ist so verlaufen.


    Dir, deinem Kind und deinem Gemahl alles gute.


    Q. Tib. Vitamalacus



    Sim-Off:


    Gebühr bezahlt

  • "Oh salve.... du bist doch ein Schreiber der Principia? Ich hab hier nämlich noch einen Brief an Quintus Tiberius Vitamalacus. Kannst du den mitnehmen?"


    Wäre ihr sehr recht und vorallem würde es Arbeit abnehmen.



    An Quintus Tiberius Vitamalacus,
    Legio I. Traiana Pia Fidelis,
    locus incognitus in orientis Syriae


    Senator Lucius Flavius Furianus Senatorio Quinto Tiberio Vitamalaco s.d.


    Ich schreibe dir, mein Freund, am Abend. Am Tage bin ich hellwach und träume nicht.
    Du sollst wissen, dass mich Claudias Tod die letzten Monate den Schlaf genommen hat, stets sah ich sie vor mir in meinen Träumen mich zu ihr rufend. Sie war eine wunderbare Frau, eine gute Tochter Roms, möge sie ihren Frieden finden.
    Du sollst wissen, dass die vorgeschriebene Trauerzeit schon lange vorbei war und trotzdem beweinte ich meine ehemalige Verlobte über diese Zeit hinaus, ich liebte sie sehr.


    Doch Tränen, mein Freund, versiegen und was zurück bleibt ist das bittere Salz des Schmerzes. Tränen verhelfen nicht dem Glück, sie beweinen nur die Vergangenheit in der man sich nicht allzu lange aufhalten sollte, denn die Zukunft wartet, Vitamalacus, auf dich, auf mich, auf uns alle.
    So habe ich, in die Zukunft blickend, am heutigen Tage eine wunderschöne junge Frau erblickt, die mein Interesse sofort an sich riss. Ein kleiner Test, er sollte diese Frucht als die kennzeichnen, die sie ist - eine edle. So verweigerte diese Schönheit meinem Sklaven ihren Namen, der auf mein Geheiß hin zu ihr geeilt war und in aller Form um eben jenen für seinen Herrn bat.
    Erfreut, dass diese Dame im zarten Alter schon solch Anstand und Tugend in sich verinnerlicht, begab ich mich zu eben jener, um mich vorzustellen. Dabei, mein Freund, nannte sie mir ihren Namen - Tiberia Albina.
    So trafen wir uns, am hellichten Tage, an einem Ort, der für solche Begegnungen absonderlicher nicht sein konnte, einem Ort, wo das Leben im Fluge dahin zieht, die Ware ihren Besitzer wechselt - am Sklavenmarkt, wo wir beide eine Sklavin zu ersteigern versuchten.
    Wir kamen ins Gespräch und mein Eindruck täuschte mich nicht. Mein Freund, eine so amüsante und zugleich so interessante Unterhaltung habe ich schon seit Jahren nicht geführt und dies stets unter dem Schirme des Anstandes und der Moral, ich bin fasziniert.


    So schreibe ich dir, um deine Verwandtschaft zu ihr wissend, am späten Abend, wo ich noch von ihr träumen kann.
    Du weißt, wie gut ich zu Claudia war, du weißt, welch ein Mann ich bin. Wir beide Senatoren, wir beide patrizischen Blutes und nicht nur das verbindet uns, mein Freund, eine gemeinsamme Trauer und Bürde, die wir erfolgreich überstanden, als wir Claudia zu Grabe trugen. Du warst mir stets ein Freund.


    Und so, von Freund zu Freund, äußere ich meine erste Bitte an dich, denn du bist in der Lage sie mir zu erfüllen.


    Ich halte hiermit feierlich um die Hand deiner teuren Tiberia Albina an.


    Es ist kein Gefallen, o nein, es ist die Bitte mir nicht nur eine Verlobte und Gemahlin zu schenken, sondern auch die Bitte die liebreizende Albina einem Mann zuzuführen, der ihrer würdig ist. Jenem, der sie versorgen kann in jeder Hinsicht, der ihr stets ein guter Verlobter und guter Gemahl sein wird, der einen edlen Namen trägt und die Würden eines Senators, einem Mann, der ihren Kindern alles ermöglichen kann, nach was es ihnen beliebt, einem Mann wie mich, Vitamalacus. Du kennst mich, du weisst, dass ich all dem entspreche und entsprechen kann.
    Gib mir dein Wort und ich dir meines, dass ich sie ehren werde, vom heutigen Tage an bis zum letzten.
    In deiner Hand liegt mein Glück, führe sie weise, mein Freund.


    Mögen die Götter dich küssen, möge Mars an deiner Seite stehen, möge dein Herz richtig entscheiden.


    gez.



  • Es war der Schreiber Naevius, der höchst persönlich vom Lager bis zur mansio kam, um den Brief des Zenturios weiter zu reichen. Mit gedrückter Miene legte er den Brief auf den Tisch des Postbeamten und zählte die zehn Sesterzen ab, die die Beförderung kostete. Mit einem Tippen an die Stirn verabschiedete sich Naevius, nachdem er abgewartet hatte, daß der Brief entgegen genommen wurde und in einem Sack verstaut.



    Ad
    Lucius Flavius Serenus
    Villa Flavia
    Urbs aeterna, Roma
    Italia




    Lucius, mein Sohn,


    ich bin froh, daß Du doch noch wieder heil auf italischen Boden gelandet bist. Aber daß Du, nach der Feier, sogar bis nach Ägypten gereist bist, hat mich nicht nur erstaunt, sondern in große Sorge versetzt, mein Junge. Reisen sind per se sehr gefährlich, für einen patrizischen Sproß noch um so mehr. Wenn Du mal einige Jahre älter bist, wird sich das jedoch gewiß ändern. Bis dahin halte Dich doch bitte an die Erwachsenen oder wenigstens an Hannibal.


    Mein Junge, es ist nun sehr viel Zeit vergangen, seit dem unschönen Streit auf der Verlobungsfeier. Ich bin Dir, wegen Deinem Streich mit der Ratte auch wirklich nicht mehr böse oder wütend über Dein Ausreißen, wo mehr die Sorge mit schwang als der Zorn. Ich hoffe auch, daß Du es mir nach siehst und verzeihst, daß ich nicht vorher und im Vorfeld mit Dir über das Ganze gesprochen habe. Lucius, Du bist schon alt genug, um zu verstehen, daß man im Leben nicht immer Entscheidungen trifft, die einem selber sehr genehm waren. Bis zu dem Zeitpunkt war die ganze Verlobung und Ehe mehr von Deiner Großmutter arrangiert, statt mein eigenes Begehren. Dennoch ist Claudia Epicharis eine sehr freundliche, kluge und umsichtige junge Frau, die Deinen Zorn wegen meines Fehlverhaltens nicht verdient hat. Lade Deinen, durchaus gerechten, Unmut lieber auf mich ab, der es doch eher verdient hat als die junge Frau.


    Wahrscheinlich, mein Sohn, hast Du schon längstens erfahren, was in Syria und Parthia passiert ist. Von unserem Vorstoß bis in das Land der Parther und bis zu einer Stadt am Euphrat, wo der Kaiser, unser Imperator, an einer Wunde verstorben ist und die Truppen ohne einen Feldherrn zurück ließ. Es sind schwere Zeiten, in denen wir alle Leben, mein Junge, Zeiten, die unser Leben verändern und viele Angelegenheiten als belanglos und unsinnig offenbaren. Auch darin, zu stolz zu sein, Dinge zu zu geben, die man selber im Leben falsch gemacht hat. Wie ich es in den letzten Jahren getan habe. Lucius, ich hoffe, Du kannst es mir auch eines Tages nach sehen, daß ich nicht immer für Dich da war und ein schlechter Vater war. Du und Deine Schwester, ihr bedeutet mir alles auf der Welt und ihr seid das größte Glück, was mir von den Göttern geschenkt wurde. Ich bin sehr stolz darauf, einen so klugen Sohn zu haben, der auch den Erwachsenen die Stirn bieten kann. Bewahre Dir diesen Mut auch für später auf, denn er wird aus Dir einen großen Mann machen, der sich in der Welt und womöglich auch als Senator, wofür ich nicht geschaffen bin, behaupten kann.


    Unsere Truppen haben sich aus Parthia zurück gezogen. Während ich Dir diese Zeilen schreibe, befinden wir uns bereits wieder in Antiochia, einer Stadt an der Küste des Mittelmeeres. Die Schiffe der Classis machen sich bereit, uns zu dem Sohn des Imperators einzuschiffen. Wir werden dem Caesar, der nun der neue Kaiser ist, unsere Treue beweisen und wohl dann nach Italia zurück kommen, um ihm seine Herrschaft zu sichern, wie es der Kaiser verfügt und gewünscht hat. Und diesem großen Mann, der uns durch zahlreiche Schlachten geführt hat, müßen wir diesen letzten Wunsch noch erfüllen. Dennoch ist die Zukunft ungewiß. Ich hoffe jedoch, daß die Götter ein einsehen mit uns haben und uns sicher nach Italia bringen.


    Mein Sohn, ich bete jeden Tag dafür, daß die Götter über Dich und Deine Schwester wachen. Daß sie Dir Glück, Kraft und Lebensmut gewähren. Paße gut auf Deine Schwester auf, mein Junge, achte Deine Verwandten und besonders Deinen Onkel Gracchus und halte Dich stets an das, was Deine Großmutter Dir sagt, denn sie ist die klügste Frau des Imperiums.
    Dein
    [Blockierte Grafik: http://img20.imageshack.us/img20/9305/aristidesunterschriftalkn5.gif]







    SimOff: Überwiesen!

  • Ein Miles der Prima, auf Ausgang in Antiochia, machte einen kleinen Abstecher in die Mansio, um dort folgenden Brief abzugeben.


    An
    Decima Seiana
    Casa Decima Mercator
    Roma


    Liebe Seiana,
    mir ist eine ganze Sierra vom Herzen gefallen, als ich Deine Antwort bekommen habe! Ich bin so froh dass Du mir nicht mehr böse bist, oder mir sogar gar nicht wirklich böse gewesen bist. Schon komisch, ich hab mir da so lange so viele Gedanken drum gemacht, dabei hätte ich mich bloss früher trauen sollen Dir zu schreiben.
    Es ist bestimmt eine gute Entscheidung nach Rom zu ziehen. Die Familie dort ist ja auch so herzlich, da fühlt man sich gleich zu Hause. Oder jedenfalls ging es mir so, als ich eine Weile dort in der Casa gewohnt habe. Zuerst hatte ich in Rom ja versucht ganz auf eigenen Füssen zu stehen, nach dem Streit und dem Zerwürfnis und dem ganzen, nicht als Decimer sondern nur als ich selbst, Du weisst schon, aber irgendwann, als ich dann doch Hilfe gebraucht habe, da war die Familie für mich da, wie ein Rettungsanker.
    Es macht mich traurig von Maximians Tod zu hören. So wirklich eng hab ich ihn ja nicht gekannt, aber trotzdem - er war doch nicht viel älter als wir! Das ist nicht fair. Arme Severa, und armer Meridius. Es muss absolut fürchterlich sein, den eigenen Sohn zu verlieren.
    Ich habe auch viel zu viele Leute sterben sehen. Das verändert einen schon. Ausserdem mache ich mir immerzu Sorgen wegen Onkel Livianus - Du wirst ja sicher schon davon gehört haben dass er verschollen ist, und es gibt einfach partout keine Neuigkeiten. Es ist so widersinnig, zu Beginn des Krieges hat er mich streng gerügt, dass ich zur Prima bin, und ihn damit zwinge mich in die Gefahr zu schicken, und jetzt ist er, der Feldherr, selber wie vom Erdboden verschluckt. Aber das ist auch so was wo man - bzw. ich - nichts machen kann ausser das beste zu hoffen.


    Appius ist in Rom? Das ist ja eine Überraschung! Ich hatte ihn völlig aus den Augen verloren, hatte keine Ahnung wo in der Weltgeschichte er sich rumtreibt. Und Scaurus ist auch da, das ist ja wunderbar! Vielen Dank für die Grüsse! Ich hoffe sie bleiben noch ein bisschen, damit ich sie bald wiedersehen kann. Dann wären wir vier endlich mal wieder komplett. Denn - stell Dir vor, unsere Legion auf dem Rückweg! Wir kommen, so uns die Götter keine Knüppel zwischen die Beine werfen, bald wieder nach Italia, und ich hoffe natürlich, dass ich dann auch mal in Rom vorbeischauen kann. Es hat natürlich einen schlimmen Anlass, den Tod des Imperators, aber trotzdem, gebe ich zu, bin ich froh dass der Feldzug einmal ein Ende nimmt. Es hat zwar den schalen Beigeschmack der Niederlage, aber trotzdem... (Naja, eine richtige Niederlage ist es nicht, aber als Sieg kann man es auch nicht gerade bezeichnen.)
    Zur Zeit sind wir schon wieder in Antiochia, weit vom Feindesland. Du musst Dir also keine Sorgen um mich machen, ausser dass ich vielleicht über eine Zeltschnur stolpern könnte oder von einem betrügerischen Fremdenführer übers Ohr gehauen werden könnte. Die sind ganz schön gewieft, diese Syrer hier. Gestern hatten wir Ausgang - wirklich langersehnt, wir kommen ja direkt vom wochenlangen, ununterbrochenen Marschieren - und Du glaubst nicht wie schnell diese Leute uns armen Soldaten den Sold aus der Tasche gezogen habe. Ach, es gibt hier ja so wunderbare Einkaufsmeilen und -hallen und -höfe! Ich habe Lucilla auch schon davon vorgeschwärmt. Die Lichterpracht und die Wasserspiele von Antiochia sind überwältigend, die Preise sind es aber auch wenn man nicht hart feilscht. Und die Stoffe die die hier haben sind derart farbenprächtig, und oft ganz wundervoll bestickt, oder mit Webmustern versehen die je nach Licht changieren - ich hätte gestern am liebsten den ganzen Laden leergekauft.


    Es war Glück, dass ich Deinen Brief noch rechtzeitig bekommen habe, wir werden nämlich schon bald nach Seleukia gehen, das ist die Hafenstadt von Antiochia, und dort die Schiffe besteigen, die uns Richtung Heimat bringen sollen. Hoffentlich bekommst Du diesen Brief überhaupt noch bevor ich leibhaftig vor dir stehe - wobei, die Legio braucht wohl immer etwas länger. Und je schneller wir uns wiedersehen desto besser. Ja, ich hab wirklich viel zu erzählen, aber ich spar mir das lieber mal auf.
    Aber, ich muss sagen, ein bisschen beleidigt war ich ja schon zu lesen dass Du mir den Soldaten nicht abnimmst. Es ist einfach Übungssache, wie vieles andere ja auch, und ich bin bestimmt nicht der Vorzeige-Soldat Nr.1, (dafür denke ich zu viel) aber schlecht bin auch nicht. Training eben. Und eine Frage des Willes ist es natürlich auch, ich hatte es mir einfach in den Kopf gesetzt, und wenn man etwa wirklich, wirklich will, dann kriegt man es auch hin. Ich will ja nicht angeben, aber nur damit Du mir glaubst: sogar die Prätorianer-Garde, die hier mit uns unterwegs war, hatte Interesse an mir, ehrlich. - Naja, und Glück ist natürlich auch dabei, das will ich ja gar nicht bestreiten. Fortuna schulde ich noch ein grosses Opfer, soviel Schwein wie ich in den Kämpfen immer hatte.


    Das klingt ja richtig spannend mit diesem Aelier, mein liebes Schwesterchen. Nein, romantisch geradezu. Bist du jetzt also dazu übergegangen den Jungs die Köpfe zu verdrehen, anstatt sie mit den Fäusten zu verdreschen. Oh weh, die Armen, damit hast Du jetzt noch viel stärkere Waffen. Ach ja meine Liebe, rein politisch gesehen würde ich mir einen Aelier bei der derzeitigen Lage unbedingt warmhalten... - Quatsch, nimm mich nicht ernst, Du weisst ja dass ich keine sonderliche Hochachtung für die Politik hege. Ich bin immer noch der Meinung, sie verdirbt den Charakter. Wobei mir Scaurus da bestimmt energisch widersprechen würde.
    Nun ja. So langsam muss ich mich aber mal wieder meinen ungeheuerlich wichtigen Tesserarius-Pflichten widmen. Tatsächlich habe ich gerade wirklich viel zu tun, weil unser Centurio im Lazarett liegt, und ich dem Optio (der ausserdem mein bester Freund ist), bei dem ganzen Riesenhaufen Arbeit, den er jetzt hat, so gut wie möglich zu helfen versuche. Also dann, ich hoffe wir sehen uns sehr bald! Ich drücke Dich ganz fest, und bitte sag der Familie und natürlich ganz besonders Appius und Scaurus viele liebe Grüsse von mir! Und grüss auch Elena von mir!
    Jetzt aber - Vale, bis bald!


    Dein Faustus



    Sim-Off:

    Ist bezahlt. Danke :)

    cp-tribunuscohortispraetori.png decima.png

    SODALIS FACTIO AURATA - FACTIO AURATA

    Klient - Decima Lucilla

  • Das ein Tabellarius weit rum kam, das wußte bereits jedes römische Kind. Manchmal waren diese weiten Reisen Abenteuer, einige davon wurden zu Entdeckungsreisen und andere wiederum führten die Männer auf ihren Pferden in die kargesten Provinzkäffer von wo sie nie zurückkamen. Naja zumindest Agilis empfand das so, denn er war aus dem impulsiven Leben in Damascus gerissen, um ein paar Tiere nach Antiochia zu verschiffen. Das war nicht leicht, denn Damascus lag nicht am Meer. Aber die scheinbar großartige Aufgabe entpuppte sich als Vorhölle. Es ging schief, was nur schief gehen konnte und er verpasste den Termin um zwei lange Tage. Zu guter letzt wollte der Hirte die Tiere nicht mehr nehmen und der Cursus Publicus war damit beschäftigt das Streitpapier zwischen Antiochia und Damascus hin und her zu befördern. Am Ende einigte man sich doch, aber Agilis saß nun in diesem Provinzkaff fest und wartete täglich auf Post, die ihn zurück nach Damascus brachte oder wenigstens aus dieser Öde heraus.


    Er lehnte auf dem Stuhl. Der Stationarius war ein alter Herr. Dessen Worte waren jenen des Tabellarius so fremd, das sie sich schweigsam anstarrten oder ignorierten. Die Hitze tat ihr Übriges und die Mistkäfer, Fliegen und Mücken den Rest. Immer wieder klatschte eine Hand auf den Tisch, die Wade oder den Arm. Doch oft schlug sie einfach nur daneben und ließ ein schmerz verzerrtes Gesicht zurück. Agilis wischte sich den Schweiß von der Stirn und blätterte angewidert einige Tabulae durch. Er konnte sie fast auswendig und doch waren sie der einzigste Zeitvertreib, der ihm im Dienst blieb. Nichtmal das Pferd durfte er hier selbst versorgen. Dafür gab es Knechte und jene hassten es einen der 'edlen Reiter' im Stall zu haben. So zog es der Tabellarius vor im Officium zu hocken und im Fall der Fälle jener Erste zu sein, der 'Hier ich' rufen konnte, wenn es Arbeit gab.


    Wie lange mußte das noch so gehen. Tag ein Tag aus der gleiche Trott. Heute aber erbarmten sich die Mächte und ließen die Tür auffliegen. Mit dem Geruch von Äckern und Wiesen strömte auch ein Heer neuer Fliegen mit herein. Geführt wurden sie von einem in Stoffe gehüllte Person. Sie grüßte nicht römisch, aber irgendwie doch bekanntermaßen. Er stellte sich als tylusischer Händler vor und wollte einen Brief nach Alexandria aufgeben. Der Sack Münzen den er dazu gab reichte bis Tarraco. Keine Frage, Alexandria! Aegytus!! Petellius Agilis sprang auf.
    Dem Stationarius war es auch irgendwie recht, das der Kerl entlich verschwand und füllte bei der Zusage an den Tabellarius die Transportlisten aus, verbuchte das Geld und siegelte die Rolle mit dem Zeichen seiner Station. Der Tabellarius war schon hinaus. Trieb die Knechte an ihm Pferd und Reittuch zu richten und gab der Magd in der Küche eine Liste, was er als Essen und Trinken brauchte. Beim Schreiber holte er sich noch eine Stationskarte ab, die ihm die beste Route nach der Stadt am Nil aufzeigte und Mansiones bereit hielt. Noch ehe der Fremde -dessen Blick überraschter nicht sein konnte, über diesen Tatendrang- die Station verlassen hatte, war der Postreiter schon zu Pferd unterwegs.


    Ohne zu wissen, was er da für ein brisantes Schreiben transportierte...

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