[Officium] praefecti castrorum Marci Iulii Licini

  • Hier befindet sich das Dienstzimmer des Praefectus Castrorum Marcus Iulius Licinus. In einem kleinen Vorzimmer wacht ein cornicularius über den Zutritt, dieser gestattet oder verweigert den Zutritt in das eigentlich officium und gibt bei Bedarf Ersatztermine.


    Besucher, seiest du Soldat, Offizier oder Zivilist, prüfe dein Anliegen. Ist es wichtig tritt ein, aber vergeude nie die Zeit des praefectus mit unnützen Dingen.


    cave praefectem


    Sim-Off:

    Ich bitte eindringlich darum die Baumstruktur zu beachten, das heißt:


      [*]Bei neuem Betreten des officiums ohne reinplatzen zu wollen -> neuer Beitrag
      [*]Bei direktem Reagieren auf einen Beitrag -> Antworten-Button


    Vielen Dank.

  • Corvinus hatte wegen der bevorstehenden Geburt etwas später von dem Befehl erfahren sich beim neuen Praefectus zu melden. War aber wiederrum auch nicht sooo schlimm seiner Meinung nach. Denn auch wenn er schon lange nicht mehr der jüngste Centurio der Legio war so war er doch der jüngste, in Dienstzeit gemessen, Decurio der Legio. Zumal kommandierte er die IVte Turmae und fand daher, auch wenn er gar nicht so genau wusste ob das bei der Reiterei so ähnlich wie bei den Legionären war, das die anderen Decurios vor ihm beim PC sein sollten.
    Er wartete so also nicht ewig lange und wusste nicht genau ob sich schon wirklich alle anderen drei gemeldet hatten. Aber es war genug Zeit verstrichen das das wahrscheinlich war.


    In seiner Paradeuniform die er inzwischen vorhielt und nur für so was trug und polierter Rüstung mitsamt allen Orden stand er nun vorm Officium. Das einzige was ihm wahrscheinlich grundsätzlich von den anderen Decurios unterschied war die Tatsache das er einen Vitis trug.
    Er räusperte sich noch einmal und klopfte an die Tür des Officiums.


    POCH POCH

  • "Reinkommen," schallte von drinnen die Stimme des cornicularius. Moment, dachte dieser sich, vitis? Heute sollten die Reiteroffiziere kommen, was wollte der Mann außer der Reihe. Erst auf den zweiten Blick fielen ihm die restlichen Uniformteile auf.
    "Was kann ich für dich tun, cen... Ah, nein, entschuldige. Du bist der decurio Lucius Helvetius Corvinus? IV. Turma, korrekt? Wenn du dich bitte noch einen Moment geduldest, der decurio der III. ist noch drin." Dabei wies der cornicularius auf einen Stuhl der am Rand des Vorraumes stand und für Wartetende gedacht war.


    ~~~


    Es dauerte nicht lange, dann ging die Tür auf und ein anderer decurio kam aus Licinus eigentlichem Büro.
    Der corniicularius huschte schnell hinein, kam aber nur Sekunden später schon wieder heraus und meinte:
    "Du kannst jetzt rein!"

  • Corvinus überging die kurze Verwirrtheit des Cornicularius und antworte nur knapp:
    "Ja der bin ich. Ja das ist meine Einheit!"


    Er setzte sich allerdings nicht sondern blieb entspannt stehen.




    Als dann schließlich der Decurio der IIIten das Offficium des Praefekten verließ nickte Corvinus diesem nur kurz zu. Nachdem Hinweiß das er eintreten konnte tat er dies.


    Vor dem neuen Praefekten ging er in Grundstellung salutierte und meldete


    "Decurio Lucius Helvetius Corvins, IVte Turmae der Legio Secunda meldet sich wie befohlen!" und wartete auf das was kommen würde.

  • "Moveris decurio," ~ steh bequem,
    begrüßte Licinus den decurio. Für einige Augenblicke musterte er den Mann, sah einige Wunden, die noch nicht völlig vernarbet waren, registrierte die Auszeichnungen
    "Ich bin Marcus Iulius Licinus, der neue praefectus castrorum. Bitte nimm Platz."
    Mit der flachen Hand wies er auf den Stuhl, der ihm gegenüber vor seinem Schreibtisch stand.


    "Damit du weißt, mit wem du es zu tun hast: Ich bin kurz vor dem letzten Partherkrieg der legio prima beigetreten und habe die ganze Tour im Osten gemacht. Am Ende des Krieges wurde ich optio." Auf einer Kleiderpuppe ind er Ecke des Büros war seine Ausgehuniform aufgestellt, die die Auszeichnungen trug, ejne aus dem Krieg genauso wie die späteren. Nicht seine eigene Idee, aber der cornicularius war der Meinung gewesen, dass man den hiesigen Soldaten zeigen sollte, dass die Männer der secunda sehen sollten, dass sie keinen Sesselhocker vor die Nase gesetzt bekamen. Eine Logik, der sich Licinus nicht hatte widersetzen können. Extra erwähnen wollte er jedoch nur eine.
    "Danach blieb ich bei der prima wurde centurio, später primus pilus. Im Bürgerkrieg kämpfte ich vor Vicetia und wurde verwundet und bekam eine corona verliehen."
    Noch immer erinnerte er sich nicht genau wofür, der Großteil seiner Erinnerung an die Schlacht lag im Nebel des Blutverlustes begraben.
    "Kurz vor der Einnahme Roms wurde ich zum praefectus castrorum und tat als solcher die letzten Jahre Dienst. Jetzt hat der Kaiser mich hierher versetzt und so bin ich hier."


    "Soviel zu meiner Person, nun zu dir! Was sollte ich über dich wissen? Über deine Einheit? Im Guten wie im Schlechten." Natürlich hatte Licinus die Aufzeichnungen, die existierten, gelesen, aber er wollte es lieber aus dem Mund des Offiziers selbst hören. Und wollte natürlich wissen, was aus den Aufzeichnungen nun nicht auf dem Tisch landete.

  • Corvinus wäre lieber stehen geblieben. Warum wusste er auch nicht so genau. Immerhin stand vor ihm ja kein reicher Schnösel der sein Pflichtjahr absolvierte, ein Politiker der das Kommando über eine Legion erhalten hatte oder ein Berufsoffizier aus den Ritterrängen. Nein vor ihm stand ein echter Soldat der sich von klein auf hochgearbeitet hatte bis zum höchsten Rang der für einen Bürger möglich war.
    Er setzte sich also hin und befummelte nebenbei ein wenig seinen Vitis während er den Ausführungen des neuen Praefecten zuhörte.


    Diese waren schließlich vorbei und nun war er gefragt.
    Einen kurzen Moment überlegte er was er sagen sollte. Da sein Gegenüber ja seine "Akte" vor sich liegen hatte entschloss er sich nicht mit seiner Abstammung und Herkunft zu beginnen. Es war sicherlich verzeichnet das sein Vater und Großvater bereits bei den Adlern gedient hatten und als Centurionen bzw. Primipilaris ausgeschieden waren. Oder das sein Vetter als Centurio bei der XVten im Osten diente.


    "Nun Präfekt über meine Laufbahn und Herkunft muss ich dir nichts sagen das steht ja vor dir. Das ich ebenfalls in Vicetia gedient habe und dort die meisten meiner Auszeichnungen erhalten habe steht ebenfalls sicherlich vor dir. Ebenso wird dort verzeichnet sein das ich in der Zeit nach Vicetia von einem aufgehendem Stern zu einem.....Problem geworden bin was am Ende dazu geführt habe das ich keine neue Centurie erhalten habe als Ersatz für meine quasi bei Vicetia aufgeriebene. Das mir der alte Legat noch eine Chance gegeben hat und mich zum Decurio der neu aufgestellten IVten Turmae gemacht hat. Ich versichere dir das diese Zeit vorbei sind. Du warst selber in Vicetia und hast die Verluste gesehen. Ich kann es nicht anders erklären das die Tatsache das ich so viele meiner Brüder an diesem Tag durch die Hand anderer Brüder gestorben sind und wir nicht wie es vorgesehen war das Reich geschützt haben vor den Barbaren ... das hat mich aus der Bahn geworfen. Ich bin nach der Schlacht noch bis nach Roma marschiert und dort hat mich dann auch noch die Nachricht von einem plötzlichen Tod ereilt der mich endgültig in eine Art Trance versetzt hat die zu den schlechten anschließenden Leistungen geführt haben. Doch das alles ist vorbei und ich bin wieder voll da!"


    Corvinus machte eine kurze Pause. Er hatte sich mit seinem Geständnis ganz schön aus dem Fenster gelehnt dachte sich aber das der Praefect es lieber von ihm und in der wahren Form hören sollte als von anderen.


    "Versteh mich auch nicht falsch. Es war nicht das töten an sich... gerade in den letzten Wochen habe ich etliche Tode gesehen, befohlen und selbst herbeigeführt. Es waren die vielen tausend toten Brüder teilweise selbst erschlagen!"



    Ein weiterer Räusperer


    "Ich habe nun allerdings vor wieder an alte Sternzeiten anzuschließen. Der Herr des Lichtes ist auf meiner Seite und in den vergangenen Wochen denke ich habe ich bewiesen das ich wieder der Alte bin. Daher würde ich soweit gehen das meine größte Schwäche im Moment ist das meine Frau kurz vor der Niederkunft steht und ich daher ab und zu am Tag mit den Gedanken bei ihr bin!"



    Er richtete sich etwas auf
    "Kommen wir zu meiner Einheit. Sie ist jung... ich habe sie quasi selbst angeworben und wir haben inzwischen erste Kampferfahrungen sammeln können. Alle Mitglieder stammen aus drei Veteranensiedlungen in denen Helvetier leben. Alle ihre Väter haben bei Auxiliaeinheiten gedient und alle sind daher in der ersten Generation Civis. Das hat den Vorteil das sie sich alle kennen und noch mehr zusammen halten als es eine Einheit eh schon tut. Die Gefahr ist die wenn sie größere Verluste erleiden. Trotzdem kann ich dir aus meiner Warte nur sagen das die Vorteile solch einer Zusammensetzung überwiegen. Die Helvetier sind eigentlich ein Bergvolk und daher ist keiner meiner Männer der geborene Reiter. Daher will ich sagen das unsere Kundschafterfähigkeiten und Geschwindigkeit bei der Nachrichtenüberbringung wohl immer hinter denen der anderen drei Turmae zurückstehen werden. Dafür sind wir aber die Einheit mit den häufigsten Feindkontakten in der letzten Zeit. Ich würde daher eher sagen das wir eine, wenn auch kleine, schnelle eiserne Faust zum Zuschlagen sind als ein Schwarm von Brieftauben."


    Er hatte lange und viel geredet und wollte nun erst einmal dem Praefecten Zeit geben das gesagte zu verdauen und selber was dazu zu sagen bevor er eventuell mehr erzählen würde.

  • Licinus hörte zu und begnügte sich mit einigen Einwürfen, wenn der Helvetier eine Pause machte oder sich räusperte. Dabei sah er seinem Gegenüber die ganze Zeit fest in die Augen.


    "Vicetia war hart für uns alle. Gut, dass du es überwunden hast." mit diesen wenigen Worten nahm Licinus zur Kenntnis, was der Mann gesagt hatte. Er hatte schon viele Männer im Laufe der Jahre brechen sehen, auch solche, von denen man es nie erwartet hätte. Und, so schloss er aus dem gesagt, es hatte auf Messers Schneide gelegen, was den Helvetier anging.
    "Auf die letzten Wochen kommen wir gleich noch einmal zurück.", sprach er während der Mann sich räusperte. Der Herr des Lichts war dann wohl ein Verweis auf Mithras. Das war nicht das schlechteste Zeichen, die Mithraeer galten ja als gute Soldaten*. Außerdem rechnete er es dem Mann an, dass er hier in aller Offenheit sprach und nicht versuchte auszuweichen.


    "Deine Frau," echote Licinus. Das ergab zwei neue Fragen: "Hat man dir das conubium verliehen? Darüber steht hier nämlich nichts. Und zweitens: Ich vermute, deine Frau wohnt irgendwo hier im Ort. Wo genau? Ich weiß gerne, wo ich meine Offiziere finden kann, wenn sie regelmäßig nicht im Lager sind."
    Und wo er -- sollte es zum äußersten kommen -- die Frau finden konnte. Daraus ergab sich auch die dritte Frage: "Ihr Name?"
    Das mit den abschweifenden Gedanken mochte ja verständlich sein, gefallen tat es Licinus trotzdem nicht. Und somit wanderte die praefectorale Augenbraue in Richtung Decke. "Verständlich, das du dir Sorgen machst, solange deine Pflichten dem Imperium und deinen Männern gegenüber nicht darunter leiden." Es gab Unterschiede ob der Mann am Schreibtisch zu träumen anfing oder auf dem Rücken seines Pferdes. Letzteres konnte üble Konsequenzen haben.


    Eine komplett junge Einheit fast ohne Veteranen war auch so eine Sache, die Licinus nicht unbedingt gefiel. Aber nach dem Bürgerkrieg waren in allen Einheiten nicht mehr viele Veteranen vorhanden gewesen, das Problem wirkte folglich noch nach. Die Herkunft aus den gleichen Orten war in seinen Augen kein Problem, da die Einheiten früher oder später ohnehin so zusammen wuchsen, dass es keinen Unterschied mehr machte. Zumindest im Idealfall. "Du möchtest also, dass deine Einheit möglichst häufig Patrouille und nicht Kurier reitet? Ich erwarte trotzdem von dir, dass du versuchen wirst, dass der Abstand zu den anderen Einheiten so klein wie irgend möglich zu halten, was die Geschwindigkeit angeht. Kundschaften und Kurierdienst sind und bleiben die Grundaufgaben der Legionsreiterei. Ich will, dass jede turma dazu voll in der Lage ist."
    Licinus wechselte kurz die Wachsplatten, legte die des decurios weg und verglich das gesagte nochmal mit den Aufzeichnungen zu dessen Einheit. "Ihr wart kürzlich in Kampfhandlungen verwickelt, sie du schon sagtest. Ihr habt Ersatzmaterial bekommen, die Verletzten sind wieder erholt?"


    Nachdem die Punkte Vorstellung des decurio und Zustand der Einheit nun abgearbeitet waren kam Licinus zu dem vielleicht interessantesten Punkt:
    "Diese Kampfhandlungen kürzlich. Nach dem was ich weiß, hast du die Grenzlinie überquert und bist auf Verdacht hin in ein Dorf eingedrungen, wurdest dort attackiert, hast aber Beweise für Truppenaushebungen der Chatten sicherstellen können und dich mit Müh und Not wieder hinter die Grenze gerettet hast. Ist diese Zusammenfassung im groben richtig, oder habe ich etwas falsch in Erinnerung?" Licinus hatte in den vergangenen Nächten gelesen, bis ihm die Augen schmerzten, daher konnte es schon sein, das er das ein oder andere Detail nicht mehr 100% im Kopf hatte, aber die grobe Zusammenfassung sollte richtig sein. "Kannst du mir bitte zeigen, wo du die Grenze überquert hast und wo das Dorf lag? Außerdem steht hier, dass du den Auftrag hattest, dich mit der Ala kurz zu schließen, was kam dabei heraus?"



    Sim-Off:

    *Korrigier mich, wenn ich das falsch im Kopf habe

  • Nach den vielen Worten von seiner Seite kamen wie erwartet auch viele Worte zurück.


    Nach und nach beantwortete er diese


    "Nein das Conubium wurde mir nicht verliehen. Der korrekte Begriff wäre als ein Konkubinat. Allerdings sind wir so sehr Mann und Frau wie es ohne ein Conubium möglich ist."
    Er betonte das Wort Conubium nicht so als das er sehr große Sehnsucht danach hätte. Für ihn war so ein Verhältnis einfach normal und die Heirat war ja nur bis zu nach seinem Dienstende, in vielen vielen Jahren, verschoben aber nicht aufgehoben.


    "Ich habe mit meinem Bruder zusammen ein Haus in der Canabae gekauft und umbauen lassen. Wenn du das Castellum über die Porta Principales Dextra verlässt und der Hauptstraße folgst ist es sehr bald da! Wenn du vor dem Haus stehst kann man den Wall noch sehen. Ich bin also immer in Reichweite eines eventuellen Sammelsignals! Mein Bruder ist Helvetius Curio und Politiker in der Stadt!"


    "Ihr Name ist Susina Alpina und sie betreibt eine Taberna Medica."


    Als der Präfekt dann seine eingestandene Schwäche kommentierte schüttelte er energisch mit dem Kopf um anzuzeigen das es so nicht sein würde.


    Die Antwort auf die nächste Frage fiel ihm etwas schwerer. Aus Reflex wollte er erst eine Antwort wie ein einfaches Ja geben. Änderte aber seine Meinung.


    "Ich werde dem Aquila, dem Reich und Kaiser so dienen wie der Legat oder seine nachfolgenden Offiziere mir befehlen! Was ich möchte spielt dabei nur eine sehr nachrangige Rolle. Allerdings denke ich das meine Einheit als Patrouille wesentlich bessere Leistungen bringen wird als als Kuriere. Daran hat sowohl ihre Herkunft als auch meine bisherige Führung ihren Anteil."


    Das was danach kam bestätigte er nickend.
    "Natürlich Praefect!"



    Dann kam ein Themenwechsel hin zu mehr oder weniger aktuellen Ereignissen.
    "An diversen kleineren und einer größeren um die es dir wahrscheinlich geht. Ersatzmaterial trifft bisher ohne Probleme ein auch wenn ich bereits eine Diskussion mit dem Offizier in Horrea hatte was den Verbrauch angeht. Ich will nicht über Kameraden schlecht reden Praefect aber ich glaube er sollte mal wieder in die Truppe da er das Verständnis für diese durch die Lange Zeit im Magazin etwas verloren hat. Bis auf einen Mann dessen Rückkehr ich in den nächsten Tagen erwarte und einem kranken der auch in Kürze wieder genesen sein sollte ist die Einheit vollzählig!"



    Es folgte eine Beschreibung in Kurzform über das Ereignis mit dem er gerechnet hatte. Er hätte die Sache etwas anders dargestellt aber wollte sich jetzt nicht um Details streiten. Deshalb folgte ein
    "Sehr grob aber richtig!"


    "Das kann ich wenn du mir eine halbwegs brauchbare Karte gibst."


    Zum Schluss ging es um den Abstecher zur Ala


    "Das habe ich getan. Der Praefect der Ala hat ähnliche Erfahrungen in seinen Abschnitten gemacht und wollte sowohl der Bitte des Legaten nachkommen die Patrouillen verstärken nachkommen als auch weiteres mit diesem besprechen. In wie weit es dazu gekommen ist kann ich nicht sagen, da in diesem Fall ich mehr oder weniger nur ein Bote war."

  • Als Hadamar im Castellum der II. in Mogontiacum endlich eintraf, erfuhr er auf Anhieb schon mal gleich zwei Sachen: er hatte Alriks Kommandoübergabe verpasst. Und er hatte eine duccische Hochzeit verpasst! Über das Letzte ärgerte er sich maßlos, aber es brachte ihm wenig, der sicher rauschenden Feier hinterher zu trauern. Leider. Dadurch konnte er sich auch nicht zurückholen... Trotzdem ein wenig missgelaunt wollte er sich gerade auf den Weg zu den Unterkünften machen, als ihm der Soldat am Tor noch hinterher rief, dass der neue Praefectus Castrorum alle Centurionen sehen wollte, und das auch eigentlich schon seit mindestens gestern, wenn nicht vorgestern, denn vorvorgestern sei er angekommen. Woraufhin Hadamar mitten im Schritt die Richtung änderte, einem vorbeilaufenden Soldaten die Zügel des Gauls in die Hand drückte mit dem Hinweis, dass er den aufräumen sollte, und zur Principia marschierte, um sich gleich mal dort zu melden. War wahrscheinlich sowieso eine gute Idee. Erst mal Bescheid geben, dass er auch endlich da war. Um das Pferd konnten sich auch andere kümmern, und den Straßenstaub, der an ihm hing, fand er jetzt auch nicht so tragisch, da gab es Schlimmeres bei der Legio. Einen Moment später stand er auch schon drinnen und klopfte an die Tür des Vorzimmers, das er dann betrat, ohne lang auf die Antwort zu warten. „Salve“, grüßte er den Cornicularius, „ich bin Lucius Duccius Ferox, Centurio, Nachzügler vom Tross in dem der Legat und der Praefectus kamen, bin grad angekommen... hat er Zeit?“ nickte er zur Tür des Officiums hin.

  • Auch Licinus hielt es für normal, es war ihm nicht mal um die Korrektheit der hier benutzten Begriffe gegangen. Wichtig war ihm nur die Korrektheit seiner Akten gewesen.


    Licinus verkniff sich Beileidsbekundungen dazu, einen Politiker zum Bruder zu haben. Schließlich kannte er den Mann noch nicht. "Danke, dann weiß ich, wo ich dich im Zweifel finden kann." Auch die Tatsache, dass er in Signalreichweite wohnte konnte unter Umständen einen persönlichen Besuch nicht ersetzen. Licinus hatte schließlich kein Interesse daran jedesmal Alarmauslösen zu müssen, nur um den centurio zu sprechen. Die Soldaten würden ihn lynchen. Und das auch noch zu Recht.


    "Nun, der legatus möchte, dass ich zwei turmae vorläufig zur Verstärkung der Ala abordnen, zwecks verstärkter Patrouillen am Limes. Ich denke, deine Einheit ist nach deinen Worten dafür wohl prädestiniert. Richte dich darauf ein, dass du demnächst einen entsprechenden Befehl bekommst. ich denke, dort kann deine kleine Faust sich gut beweisen." Denn genau das würde es auch werden, der decurio sollte zeigen, dass er die Lektion, die der ehemalige legatus ihm gegeben hatte beherzigen würde. "Aber, ich betone nochmals: Keine Aktionen jenseits des limes ohne ausdrücklichen Befehl. Wir verstehen uns?"


    "Danke für die Einschätzung, ich setze das auf meine Liste," tatsächlich war es ja Aufgabe des Versorgungstrupps darauf zu achten, dass die Leute nicht übertrieben viel verschwendeten. Es kam allerdings immer wieder vor, dass sie dabei übertrieben


    Vollkommen überrascht drehte sich Licinus auf dem Stuhl um. Und in der tat, da hing keine Karte. Verdammt, dachte er. Er machte eine wegwerfende Handbewegung "Macht der Gewohnheit, in Mantua hing eine direkt hinter meinem Schreibtisch." Licinus ging an sein Regal und suchte, rollte immer wieder etwas auf und meinte dann "Nein."


    "Cossinius Pabtus!" rief er nach seinem Adjutanten. "Wo ist die Limes-Karte, die hier in meinem Regal sein sollte?!" Einen Moment später kam besagter Cornicularius rein und hatte nun seinerseits eine Rolle in der Hand. "Hier, praefectus. Ich überprüfe grade die vexillationsaufstellung, wie gefordert." "Danke, da auf den Tisch," wies Licinus an. Das Bild, dass er mit dieser Karte abgegeben hatte war nicht unbedingt das, das die ihm untergebenen Offiziere haben sollte. Er wandte sich wieder an den decurio. "Bitte."


    "Dann werden wir dieses Gepsräch so bald wie möglich nachholen. Danke."

  • Sim-Off:

    Ähem, es gibt Sim-On einen detaillierten Zeitplan, wann welcher centurio erscheinen sollte. Hab ich im Befehls-Post geschrieben.
    Wir sind immerhin 60 centurionen, wenn ich nur eine halbe Stunde pro Person rechne ist, Licinus allein mit den Vorstellungen 4 Tage beschäftigt, wenn er nix anderes tut. Da kann kaum jeder kommen, wann er will.


    "Centurio? Du schon hier? Wir hatten noch gar nicht mit dir gerechnet. Entsprechend ist das Gespräch mit dir auch erst für, Moment ..." der Mann guckte in den Kalender mit den Terminen des praefectus. Die Abwesenheit des centurios hatte man bei Erstellung des Zeitplanes natürlich eingeplant. "... ja, erst für in drei Tagen. Wenn du möchtest, frag ich nach dem aktuellen Besuch, ob er dich kurz dazwischen schieben kann. Nimm so lange Platz."


    Nach einigen Minuten kam Minuten kam dann ein anderer centurio heraus, dicht gefolgt von dem praefectus in eigener Person. "Cossinius Pabtus, besorg mir bitte einen neuen Krug Posca. Und irgendwelche Trockenfleisch." Licinus hatte das Mittagessen ausfallen lassen und hatte nun Hunger. Dann fiel ihm die dritte Person im Raum auf. "Centurio Duccius, schon hier?"

  • Die Ankündigung das er, seine Turmae und eine weitere, immerhin die halbe Legionsreiterei zur Ala abgestellt wurde überraschte Corvinus. Soweit er wusste war die Ala doch wieder halbwegs auf Sollstärke und hatte dementsprechend viel mehr Turmae zur Verfügung als die Legio. Aber es sollte ihm recht sein. Wie er ja eben schon dem PC gesagt hatte sah er sich und seine Einheit als Kampfeinheit und nicht als Boten. Auch wenn er damit wahrscheinlich den Sinn der Legionsreiter falsch verstanden hatte....eher wollte.


    "Ich denke ich kann der Ala helfen ihren Auftrag zu erfüllen!"


    Gleich danach kamen wieder warnende Worte. Zunächst ließ er dazu nur ein
    "Verstanden" ab.


    Dann ging das kleine Durcheinander mit der Karte los was ihn überhaupt nicht störte. Schließlich war der Mann ja gerade erst eingetroffen.


    Als dann die Karte vor ihm lag orientierte er sich kurz und zeigte mit der dünnen Spitze seines Vitis auf Nida. Schließlich wusste ja jeder das man nicht mit Fingern auf den Karten rumfuhr.


    "Also wir sind vom Castellum bis nach Nida. Von dort wie befohlen die verschiedenen Limescastelle und Türme abgeritten. Haben dort Befehle überbracht und ein wenig Nachschub und im Gegenzug Meldungen mit zurück gebracht."


    Corvinus fuhr von Nida aus in einem groben Halbbogen den Limes entlang.


    "Hier", er zeigte auf ein Limescastellsymbol welches wenn man von Nida eine gerade Line zum Limes ziehen würde etwas oberhalb dieser liegen würde.


    "habe ich dann den Limes überquert. Zunächst für mehrere Tagesritte und war vor Einbruch der Dunkelheit immer wieder im Castell. Dann schließlich zu dem Ritt zum Dorf. Das ist auf dieser Karte nicht drauf aber zumindestens im Limescastell war eine Karte wo es eingezeichnet war!"


    Er räusperte sich


    "Praefectus darf ich frei sprechen?"



    Sim-Off:

    Den letzten Satz verstehe ich nicht ganz? Kann es sein das der zum Posting an Ferox gehört?

  • Sim-Off:

    Mir ist das klar, keine Sorge :) Aber Hadamar nicht unbedingt...


    Hadamar kratzte sich am Kopf, als er die Reaktion des Cornicularius hörte. „Ehm“, machte er erst mal nicht sonderlich eloquent. Gut, machte Sinn dass es einen Zeitplan gab. „Also, ich...“ Aber der Mann sprach schon weiter und sagte ihm, dass er warten konnte, widersprach Hadamar nicht mehr. Gespräch hin oder her, dass er sich zurückmeldete, war ja kaum verkehrt, schon allein weil er noch gar nicht wusste wo er landen würde in der Secunda. Gut. Das konnte ihm vermutlich auch der Cornicularius sagen... aber egal. Er wartete jetzt mal ab.


    Es dauerte nicht allzu lange, da ging die Tür zum Officium auf und zwei Männer kamen heraus, darunter der Praefectus. Hadamar, der sich tatsächlich gesetzt hatte, war fast im selben Moment schon wieder auf den Beinen und salutierte. „Jawoll, Praefectus. Wollt mich nur zurückmelden und in Erfahrung bringen, wo ich hin soll.“

  • Sim-Off:

    Das bezog sich darauf, dass Corvinus meinte, er wisse nichts von einem gespräch zwischen Alen-Praefect und Legat. Mit wir ist der Führungsstab der legio gemeint. Ich gebe zu, dass es hätte heißen sollen "nachprüfen ob das Gespräch stattgefunden hat und gegebenenfalls nachholen"


    Schweigend und gelegentlich brummend betrachtete Licinus die Karte während der Ausführungen. So langsam klarten sich ihm einige Dinge auf, die im Übergabegespräch im Dunkeln geblieben waren.


    Dann stellte er diese zweischneidige Frage, denn bei einem böswilligen Vorgesetzten konnte man natürlich auch für erlaubtes freies Sprechen eins auf die Rübe bekommen. Aber erstens war das nicht Licinus Art und zweitens wollte er hören, was der Mann sagen wollte.
    "Sprich frei!", forderte er ihn also mit einem energischen Nicken auf.

  • Sim-Off:

    Achso


    "Komm rein!" sagte er und wieß ihn in sein Büro und auf die Stühle vor seinem Schreibtisch "Und setz dich!"


    Dann folgte ein wenig Kramen in den Wachstafeln und irgendwann fand er die richtige im Stapel recht weit unten.
    "Centurio Lucius Duccius Ferox, zweite cohors vierte centurie. Das wolltest du doch vor allem wissen, nicht wahr?" fügte er zu, während er von der Tafel aufsah.
    "Nun, ich denke, wir können das hier kurz halten, ich habe dich ja schon auf der Anreise ein stück weit kennen gelernt. Möchest du noch etwas errgänzen, was bisher nicht auf den Tisch kam? Und gibt es, das Haus deiner Familie mal ausgenommen, einen weiteren Ort, wo ich dich suchen sollte, wenn du die Nacht außerhalb des Lagers verbringst und ich dich dringen sprechen möchte?"

  • Einen Moment lang sah Corvinus den Praefecten noch an um vielleicht einschätzen zu können wie frei er sprechen konnte.


    "Praefect ich kenne meinen Platz und weiß das ich nicht zu entscheiden habe wie die Legio vorgeht.
    Aber meine Meinung dazu möchte ich dir mitteilen. Nicht nur deshalb weil es meine persönliche Ansicht ist sondern weil es eine ist die glaube ich sehr viele in der Legio teilen.
    Wir sollten sofort zuschlagen!
    Die Germanen sind dumm....stark aber dumm. Wenn sie glauben das wir in Ruhe zuschauen werden sie nur mutiger. Mehr junge Krieger aus anderen Stämmen werden ihnen zulaufen und am Ende haben wir eine große Revolution.
    Wir haben in der Legio viele junge Milites und die erfahrenen haben ihren letzten großen Kampf gegen ihre eigenen Brüder geführt. Es kann nur gut sein wenn sie ihre Klingen in einen wirklichen Feind rammen. Ja wir werden Verluste haben wenn wir die Germanen angreifen keine Frage. Aber ist es nicht besser einige Verluste zu riskieren und den Rest der Männer Kampferfahrung zu bringen und ihre Moral zu stärken als zu warten und dann mit einer Legio voller grüner Jungs gegen einen großen Aufstand zu ziehen?


    Zu guter Letzt möchte ich noch was zu meinem Ausflug. Ich habe nicht gegen einen direkten Befehl verstoßen sondern nur meinen Befehl ausgeführt und dann in Eigeninitiative ihn weiter ausgeführt. Ich weiß nun das das nicht erwünscht ist. Doch bitte ich zu bedenken das ohne mein Handel die Informationslage noch wesentlich dünner wäre, keine Beweiße vorlägen und wir vielleicht von einem Angriff überrascht werden würden. Ja ich bin ein Risiko eingegangen aber ich bin heile zurückgekommen und habe keinen Mann verloren, Informationen beschafft und einige feindliche Krieger getötet. Ich erwarte dafür keinen Dank oder Orden aber mich irritiert doch ein wenig das ständig nur darauf....", er überlegte eine Weile ob er rumgehackt sagen sollte entschied sich dann aber für
    "eingegangen wird das ich eigenmächtig den Limes überschritten habe.
    Ich würde das ebengesagte niemals zu einem Tribun oder dem Legaten sagen hoffe aber mit dir einen richtigen Soldaten vor mir zu haben der weiß was ich sagen will."


    Er war sehr gespannt wie das ankommen würde.

  • "Ich danke dir für deine Einschätzung," meinte Licinus. Genau das war ja unter anderem der Sinn dieser Gespräche, dass Leute, die mit den örtlichen Gegebenheiten deutlich besser vertraut waren als er selbst.
    Dadurch wiederum wollte er selbst einen Einblick in die Situationen, mehr aber noch in die grundlegende Stimmung der eigenen Einheit und der umliegenden Bevölkerung bekommen.
    "Ich werde das, was du gesagt hast in der nächsten Stabssitzung mit berücksichtigen."


    "Nun, Helvetius, hättest du gegen einen direkten Befehl verstoßen, säßen wir nicht hier, nicht wahr?", sagte Licinus durchaus freundlich. Einen direkten Befehl zu missachten führte schließlich im günstigsten Falle zur Degradierung.
    "Das Eigeninitiative nicht erwünscht ist, möchte ich in keinem Fall so stehen lassen," das war Licinus wichtig, er wollte nicht, dass das falsch bei dem decurio ankam. Also versuchte er dem Mann seine ganz persönliche Meinung klarer zu machen, was der Fehler war und warum nun so darauf insistiert wurde.
    "Im Gegenteil, wir brauchen Offiziere die Mitdenken, sonst marschiert die ganze legio gegen die nächste Wand. Aber es ist eine Frage des rechten Maßes. Ein Erkundungsritt in direkter Umgebung des Limes um Gerüchten nachzugehen ist Eigeninitiative. Ohne Rücksprache ein Dorf in Entfernung von über einer Tagesreise aufzusuchen ist grenzwertig. Mit zwei contubernien und drei weiteren in Reserve ein Dorf anzugreifen, wenn sich schon Widerstand geregt hat, ist fahrlässig. Du weißt selbst, dass das auch ganz anders hätte enden können!"


    "Kommen wir zu deiner Frage: Warum fixieren wir uns jetzt auf die Limesüberquerung? Ganz einfach, damit es kein anderer mehr macht. Denn jetzt wo die Chatten wissen, dass wir wissen, was die treiben, sind alle weiteren Limesquerungen deutlich risikoreicher als zuvor. Und unabgesprochene Einsätze da drüben sind um ein vielfaches unberechenbarer geworden. Verstehst du jetzt, warum wir so darauf insistieren?"

  • "Jedenfalls nicht als Praefectus und Decurio", gab Corvinus nachdenklich zurück.


    Er hörte die Worte des Praefecten und dachte einen ganzen Moment darüber nach. Dann entschloss er sich doch noch zu einer weiteren Antwort. Corvinus war eben kein Politiker der wusste wann man reden und wann man schweigen sollte. Er war was den Kampf mit Worten anging recht einfach um nicht zu sagen ungeschickt. Hatte halt nie zu der Ausbildung durch seinen Vater gehört.


    "Hat es aber nicht! Das mir solch ein massiver Wiederstand aus dem Dorf entgegengeschleudert wurde war ja nicht voraus zu sehen. Die letzten Aufstände sind lange her und normalerweise kuschen die Barbaren in kleinen Dörfern von vornerein. Eigentlich immer wenn sie etliche römische Reiter oder Legionäre sind und schon einige ihrer Krieger tot am Boden liegen. Als das nicht der Fall war und immer mehr Krieger ins Dorf kamen habe ich sofort den Rückzug befohlen. Du kannst dir vorstellen das mir das als ehemaliger Centurio nicht leicht gefallen ist. Die Linie halten ist schließlich eine der Dinge die besonders wichtig für uns sind! Ich hätte viel lieber nachgesehen wo die Krieger alle herkamen denn im Dorf selber schienen sie nicht zu lagern. Jedenfalls nicht in der Anzahl die auftauchten. Ich komme fast zu der Erkenntnis jetzt wo ich noch einmal drüber nachdenke das die Germanen vielleicht sogar angefangen haben ähnlich wie wir kleinere Horden entlang der Grenze zu stationieren."


    Das benutzte Wort und seine Bedeutung war ihm zwar nicht sofort klar aber im Zusammenhang mit dem restlichen gesagtem konnte er sich die Bedeutung dann doch denken.
    "Wie gesagt ich werde mein Handeln von nun an wesentlich näher an die gegebenen Befehle ausrichten!"

  • Hadamar folgte dem Praefectus hinein in sein Officium und setzte sich erneut hin, als er dazu aufgefordert wurde. Zweite Cohors vierte Centurie also. Für einen Moment glitt ein breites Grinsen über sein Gesicht. Seine alte Einheit, bei der hatte er angefangen als Tiro, als er sich damals auf dem Marktplatz vom Fleck weg hatte anwerben lassen. Das hatte was, dass er die jetzt bekam. „Jep, Praefectus“, erwiderte er, immer noch verhalten grinsend, bevor er sich endgültig darum bemühte wieder eine angemessene Miene aufzusetzen.
    Die nächsten Worte schienen zu verheißen, dass er in drei Tagen nicht noch mal würde antanzen müssen. Was auch ihm etwas sinnfrei erschien, denn wie der Praefectus schon sagte: ein bisschen kennen gelernt hatten sie sich ja schon. Und was erzählte man einem anderen Militär, der noch dazu der eigene Vorgesetzte war oder bald werden würde, wenn man zusammen auf der Straße unterwegs war? Militärgeschichten. Entsprechend wusste der Praefectus die wichtigsten Stationen seiner bisherigen Legionszeit wohl mittlerweile – die Beförderungen, der Bürgerkrieg, die Zeit bei den Urbanern in Rom und später in Carthago, wo er hinversetzt worden war. „Ergänzen... nein. Fällt mir nix ein“, erwiderte er also mit einem leichten Kopfschütteln. Und auch die zweite Frage war nicht sonderlich knifflig. „In der Taberna meiner Familie vielleicht noch. Silva Nigra heißt die.“

  • Centurionen, beim Angriff die ersten, beim Rückzug die letzten, war ihr Wahlspruch. Und der Mann vor ihm schien diesen Spruch mit in seine neue Funktion genommen zu haben. In jedem Fall hatte Licinus aber schlicht keine Lust eine "hätte es, hat es aber nicht"-Diskussion zu führen, weshalb er sich die erneuten Ausführungen des decurio mit unbewegter Miene anhörte.


    "Zu Kenntnis genommen!", sagte er schlicht. Der letzte Satz jedoch lies ihn den Blick erneut auf die Karte wandern. "Glaubst du? Das wäre dann in der Tat bedenklich. Bist du dir sicher? Egal! Informiere nach deiner Abordnung sofort den praefectus alae über deinen Verdacht, meine Empfehlung, er soll in seine Pläne einbauen, dass du überprüfen."


    Natürlich würde er auch selbst mit Seneca sprechen, aber womöglich nicht so bald, wie er es gerne würde.


    "Nun, ich bin mir sicher, dass du das rechte Maß finden wirst," sprach er mit dem Wohlwollen des knapp 20 Jahre älteren. Er konnte die Stimmung des jungen centurios ja nachfühlen, ein Opfer des eigenen Erfolgs zu sein, gewissermaßen. Eine wichtige Entdeckung zu machen und dann hauptsächlich Schelte zu ernten, um andere von ähnlichem Risiko abzuhalten, dass war sicher keine besonders schöne Erfahrung. "Das war es von meiner Seite, wenn du keine weiteren Fragen mehr hast, dann kannst du wegtreten. Auf gute Zusammenarbeit," fügte er noch hinzu, wie um klar zu machen, dass er trotz (oder gerade wegen?) der Vorkommnisse vor der Ablöse vor hatte sich ein eigenes eigenständiges Bild zu machen.





    Sim-Off:

    Welches gesagte Wort meinst du?

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