Triclinum | Familiengeschäfte

  • Ein Sklave führte den Consul ins Triclinium der Villa Flavia. Wie üblich wurden umgehend Getränke und kleinere Speisen dargeboten während ein anderer Sklave damit beschäftigt war das Ehepaar Claudia Sassia und Flavius Scato zusammenzutrommeln und sie ebenfalls ins Triclinium zu begleiten.

  • Der Besuch barg viel Interessantes. Zum einen konnte sich Menecrates keinen Reim darauf machen, was er sich unter dem Einladungsgrund vorstellen musste. Er spekulierte, was Spaß machte. Zum anderen stellte es eine Premiere dar, Sassia und Scato als Paar und Gastgeber auftreten zu sehen.


    Er ließ sich einen Becher mit Wasser einschenken und warte ab, während seine Gedanken schweiften.

  • Scato war informiert worden, dass der Consul zu Gast war und hatte sich umgehend von seinen Arbeiten im Officium lösen können. Mit einem leichten Grinsen im Gesicht betrat er das Triclinium und streckte die Hand zuvorkommend zum Gruß aus.
    "Herius, wie schön dass du so spontan vorbeikommen konntest. Ich hoffe du bist versorgt worden. Deine Enkelin sollte auch jeden Moment eintreffen. Sie hat diese Villa schon beinahe zu ihrer gemacht." begrüßte er den Claudier galant und gesellte sich zu ihm.

  • Und wenn man von ihr sprach, dann klingelten ihr natürlich die Ohren und schon erschien Sassia mit einem strahlenden Lächeln. „Großvater.“ Sagte sie freudig und flog auf den alten Mann zu um ihn zu umarmen. „Ich freue mich so sehr dich zu sehen.“ Sagte sie in seine Armen liegend.

  • Eine freudige Überraschung erwartete Menecrates, als Scato eintrat. In seiner Erinnerung zeichnete sich der Falvier eher ernst und zurückhaltend aus. Heute jedoch traf er auf einen anderen Scato.


    "Ich danke für die Einladung, Caius", erwiderte Menecrates - ebenfalls lächelnd - und ergriff die dargebotene Hand. "Selbstverständlich wurde ich gut versorgt und ich kann mir gut vorstellen, dass Sassia nach dem Zepter greift." Er überlegte kurz. "Wobei… es gibt doch auch Frauen mit älteren Rechten in der Villa."
    Es blieb keine Zeit, darüber nachzudenken, wen es außer der zweiten Gattin an Gracchus' Seite noch in der Villa Flavia gab, weil Sassia angeflogen kam. Er fing sie auf, bevor er dazukam, etwas zu äußern.
    "Ich freue mich auch, mein Kind", sagte er, nachdem er sie abgesetzt hatte. "Ich sehe, ihr seid glücklich miteinander. Das freut mich sehr!" Er strich ihr über das Haar, dann blickte er von Sassia zu Scato. Er erschien mit einem Lächeln auf den Lippen, Sassia später strahlte regelrecht - das Eheleben tat offensichtlich den beiden außerordentlich gut.

  • "Ich denke das sind wir auch." entgegnete Scato und blickte Sassia an, auch wenn sie derzeit ob seiner kleineren Wassersorgen weniger Zeit füreinander haben, so sind doch beide darauf bedacht sich zumindest am Abend genug Zeit zu nehmen um die noch junge Ehe frisch zu halten.
    "Ich möchte dir meine Hochachtung ausdrücken für deine bislang so gelungene Amtszeit, du hast dich des Amtes wirklich für würdig erwiesen. erklärte Scato und fuhr fort "Bevor wir Essen und uns dem privaten widmen, habe ich noch eine Neuigkeit die dich eventuell interessieren könnte."
    Scato ließ sich einen Becher reichen und trank einen kleinen Schluck, bevor er diesen zur Seite stellte.
    "Etwas östlich von Rom am Rande der Albaner Berge ist eine Quelle versiegt. Keine Sorge, die Wasserversorgung ist nicht bedroht. Jedoch liegt die Quelle und die damit verbundenen Anlagen auf zwei Grundstücken aus Staatsbesitz. Es ist deshalb meine Aufgabe diese Grundstücke in den Privatbesitz zu bringen. Ich wollte dir die beiden angesprochenen Stücke Land deshalb anbieten."

  • Scatos Schwung hielt an. Für einen Moment kam dem Consul die Idee, ob Sassia eventuell bereits ein Kind erwartete und deswegen die Freude im Überschwang strahlte. Andererseits mochte die Diskrepanz zwischen Flavius und ihm vielleicht auch daran liegen, weil er sich selbst wenig energiegeladen fühlte. Da wirkten die nachfolgend lobenden Worte, als hätte Scato Gedanken lesen können. Es freute Menecrates natürlich, wenn seine Arbeit von außen nicht nur positiv, sondern auch als gelungen wahrgenommen wurde.


    "Danke." Seine Äußerung wurde von einem Nicken und einem Lächeln begleitet, bevor Menecrates der angekündigten Neuigkeit lauschte. Er hob überrascht die Brauen. Es kam nicht aller Tage vor, dass Staatsbesitz veräußert wurde. Hochgradig selten sogar, wie er meinte.
    "Grundsätzlich bin ich daran interessiert, danke." Selbstverständlich schätzte Menecrates es sehr, dass sein Schwiegerenkel an ihn dachte, wenn sich solche seltenen Angebote ergaben.


    "Zu welchem Preis sollen sie denn verkauft werden? Und wie verhält es sich mit der Wasserversorgung? Ich habe nicht verstanden, ob die Wasserversorgung für Rom durch die versiegten Quellen nicht bedroht ist oder ob die Wasserversorgung für die Grundstücksnutzung noch ausreichend vorhanden ist." Er dachte kurz nach und es ergab sich noch eine weitere Frage, weil er sich die Anlagen bildlich vorstellte. "Werden die Anlagen vor der Übergabe noch zurückgebaut?"


    In Gedanken überlegte er bereits, welche Nutzung sich für die Grundstückslage anbieten würde.

  • Geduldig wartete Sassia bis die beiden Männer endlich ihre Geschäfte abschließen würden, denn sie hatte ja noch ein Anliegen an ihren Großvater. Sie wollte sich die Perserin für eine Cena ausleihen. So lehnte sie sich erst mal zurück und legte sich einen Schlachtplan zurecht, wie sie ihren Großvater so um den Finger wickeln konnte, dass er ihr diese Morrigan für einen Tag überließ.

  • "Der Preis hält von deinem Entgegenkommen ab." eröffnete ihm Scato und fuhr fort "Es stehen zahlreiche Anlagen und Gebäude auf den Grundstücken welche entweder zurückgebaut werden müssten, in welchem Fall der Preis natürlich steigen würde, oder aber du baust sie selbst zurück oder verwendest sie. In diesem Fall ist der Preis eher symbolischer Natur, schließlich sind diese Grundstücke von keinem Nutzen mehr für den Staat und die Steuereinnahmen aus einer möglichen Nutzung für gewerbliche Zwecke wären interessanter." erklärte Scato die Möglichkeiten und kramte einen Plan hervor, welcher einige Versorgungsgebäude sowie Barracken für Arbeiter zeigte.
    "Meine Meinung hierzu: Die Gebäude stellen kein großes Hindernis da und die Wasserversorgung der Zisterne und der darunterliegenden Quelle reicht für die landwirtschaftliche Nutzung der Grundstücke. Ich würde die Gebäude wohl auf eigene Kosten abreißen lassen oder diese irgendwie nutzen." legte ihm Scato nahe und lehnte sich ein wenig zurück.


    Sim-Off:

    WiSim ;)

  • Menecrates hörte den Ausführungen zu und blickte interessiert auf den Plan, als der ausgebreitet wurde. Er erfasste die Lage der Gebäude, erkannte die Zisterne und registrierte, dass die Quelle für eine landwirtschaftliche Nutzung ausreichend Wasser spenden würde.
    "Ich habe durchaus genügend Geld, um mir den Rückbau der Anlagen leisten zu können, aber da dies auf Kosten des Steuerzahlers geht, werde ich das selbst übernehmen. Ich vermute nämlich, dass bei meinen Ansprüchen und Vorstellungen deutlich mehr Geld für den Rückbau und die Rückerschließung der Fläche anfallen würde als was der Staat durch einen geringeren Verkaufserlös einbüßen würde.
    Ich denke, wir sind im Geschäft."


    Die Mehrung des Landbesitzes gehörte zu Menecrates‘ Leidenschaften. Er liebte die Natur und leistete es sich zuweilen, die Grundstücke nicht kommerziell zu nutzen, sondern sie der Tier- und Pflanzenwelt zu überlassen. In solchen Gebieten schöpfte er Kraft, wenn er sich ausgelaugt fühlte.

  • Da ihr Mann und ihr Großvater ja nun endlich ihre Geschäfte abgeschlossen hatten, war sie nun an der Reihe. „Großvater.“ Fing sie im liebevollen Ton mit diesem typischen ich möchte gern was haben Blick.
    „Prisca und ich wir planen eine Veranstaltung hier im Haus nur für Frauen. Da... wollte ich dich fragen ob du diese Morrigan für einen Tag entbehren könntest. So weit mir bekannt ist beherrscht sie doch die persischen Tänze. Ich wäre überglücklich, wenn sie für uns tanzen würde.“ Das Lächeln, der Blick, die liebevolle Stimme, nein ihr Großvater würde ihr ihren Wunsch sicherlich nicht abschlagen.

  • Die Cena gestaltete sich zu einem Nehmen-und-Geben-Treffen. Gerade hatte Menecrates ein überaus interessantes Geschäft abgeschlossen, rückte Sassia mit einem Anliegen heraus. Er kannte die Stimmlage. Sie bedeutet immer einen Wunsch, den er nicht immer gut fand. Innerlich gewappnet und im Geiste große Kulleraugen vor sich sehend, lauschte er weiter der lieblichen Stimme.
    Etwas überrascht blickte er seine Enkelin an, als sie endete. Die Wünsche in ihrer Kindheit fielen deutlich abwegiger aus. Eigentlich stellte es kein großes Problem dar, Morrigan für das Anliegen freizustellen. Er suchte allerdings noch nach dem Haken.
    "Sie soll wirklich nur tanzen? Kind, das kann sie unmöglich einen ganzen Tag lang." Er ließ sich die Angelegenheit nochmals durch den Kopf gehen. Trotz Morrigans naher Vergangenheit sollte das Tanzen zumutbar sein. Problematisch fand er einzig das Brandzeichen, das sicherlich sichtbar war.
    "Wenn sie nur tanzen soll und sonst nichts, gebe ich sie für drei oder vier Stunden. Ein ganzer Tag ist wirklich zu viel, Sassia. Du bist allerdings dafür verantwortlich, dass sie sich nicht von eurem Fest entfernt. Ich werde sie bringen lassen und sie kehrt auch nur in Begleitung wieder zurück. Du weißt, warum."
    Zwischen Menecrates und dem Trecenarius gab es ein Abkommen, aber der Claudier wusste nicht, ob sich alle Praetorianer daran gebunden fühlten. Wahrscheinlich würde er Marco für den Auftrag abstellen, eventuell auch Magrus zusätzlich oder Magrus allein. Das blieb zu klären.

  • Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates
    Menecrates hörte den Ausführungen zu und blickte interessiert auf den Plan, als der ausgebreitet wurde. Er erfasste die Lage der Gebäude, erkannte die Zisterne und registrierte, dass die Quelle für eine landwirtschaftliche Nutzung ausreichend Wasser spenden würde.
    "Ich habe durchaus genügend Geld, um mir den Rückbau der Anlagen leisten zu können, aber da dies auf Kosten des Steuerzahlers geht, werde ich das selbst übernehmen. Ich vermute nämlich, dass bei meinen Ansprüchen und Vorstellungen deutlich mehr Geld für den Rückbau und die Rückerschließung der Fläche anfallen würde als was der Staat durch einen geringeren Verkaufserlös einbüßen würde.
    Ich denke, wir sind im Geschäft."


    Die Mehrung des Landbesitzes gehörte zu Menecrates‘ Leidenschaften. Er liebte die Natur und leistete es sich zuweilen, die Grundstücke nicht kommerziell zu nutzen, sondern sie der Tier- und Pflanzenwelt zu überlassen. In solchen Gebieten schöpfte er Kraft, wenn er sich ausgelaugt fühlte.


    "Nun gut, ich werde die nötigen Papiere fertig machen lassen. Und du hast recht, ein Rückbau würde enorme Kosten verursachen, sodass sich die Staatskasse über einen so entgegenkommenden Bürger sehr freut." ließ sich Scato zu einem Witz hinreißen, hielt sich dann jedoch zurück, da seine Gattin das Wort ergriffen hatte.

  • Sassia nickt, denn natürlich wusste sie um die Umstände von Morrigan. „Ich werde sie nicht über die Gebühr beanspruchen. Sie wird Ruhephase bekommen. Aber, ähm du kannst sie herbringen lassen und zwei unserer Leibwächter bringen sie dann wieder zu dir. Es ist ein fest nur für Frauen, auch Sklaven sind nicht erwünscht. Und ich möchte weder niemanden deiner Sklaven zumuten, den ganzen Tag hier in der Culina sitzen zu müssen.“ Sagte sie freundlich zu ihrem Großvater. „Ich werde ein Auge auf sie haben.“ Versprach Sassia obendrein. Obwohl sie nicht glaubte, dass die Sklavin das Bedürfnis hatte sich zu entfernen.

  • Menecrates schmunzelte auf Scatos Bemerkung hin. Wenn Entgegenkommen so wenig kostete, dann machte solches Verhalten ausgenommen Spaß.
    "Was tut man nicht alles für die Staatskasse", erwiderte er grinsend, denn es lag klar auf der Hand, wer hier wem einen Gefallen tat. Ein gutes Geschäft, ein nicht alltägliches Geschäft und der Claudier zeigte sich überaus zufrieden, während er sich wieder Sassia zuwandte.


    Bei einem Fest nur für Frauen würde sich Menecrates keinerlei Sorgen machen müssen. Einzig der Rückweg stellte eine Schwachstelle dar, weil der Claudier noch nicht einschätzen konnte, wie verlässlich die Zusage des Trecenarius' war.


    "Gut, sofern es Leibwächter sind, die Morrigan zur Villa Claudia begleiten, gehe ich davon aus, dass es schlagkräftige Gründe für ihre Anstellung gab. Mir ist gerade diese Sklavin schon einmal auf offener Straße weggefangen worden, weswegen ihre Begleitung gut gewählt werden sollte. Ansonsten habe ich nichts einzuwenden."

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