Officium | Caius Flavius Scato

  • Das alte Officium des Flavius Piso wurde für den Quaestor Flavius Scato hergerichtet sodass er, komfortabel von der Villa aus, seinem Amt nachgehen konnte. Es war schlicht eingerichtet, schlicht nach flavischen Verhältnissen natürlich, und Scato empfand den Aufenthalt im Officium immer als etwas erfüllendes. Heute stand die Pflege der Chronik Romana auf dem Arbeitsplan..


    Chronik September DCCCLXV - Ianuarius DCCCLXVI


    September DCCCLXV

    ANTE DIEM VI ID SEP DCCCLXV A.U.C. (8.9.2015/112 n.Chr.)
    -Titus Petronius Marcellus wird zum Subpraefectus Alae ernannt.


    November DCCCLXV


    KAL NOV DCCCLXV A.U.C. (1.11.2015)
    -Marcus Iulius Dives wird zum Senator Roms ernannt.


    ANTE DIEM VII ID NOV DCCCLXV A.U.C. (7.11.2015)
    -Sergia Fausta wird zur Procuratrix a memoria ernannt.


    NON NOV DCCCLXV A.U.C. (7.11.2015)
    -Die Prätorianer weihen in einer großen Zeremonie auf dem Marsfeld die kaiserlichen Imagines. Das Volk von Rom sowie die kaiserliche Familie nehmen an den Feierlichkeiten teil.


    PRIDIE ID NOV DCCCLXV A.U.C. (12.11.2015)
    -Paullus Germanicus Aculeo wird zum Curator Kalendarii ernannt.


    PRIDIE KAL DEC DCCCLXV A.U.C. (30.11.2015)
    -Appius Decimus Massa wird zum Eques Romanus ernannt.


    December DCCCLXV


    ANTE DIEM IV ID DEC DCCCLXV A.U.C. (10.12.2015)
    -Caius Flavius Scato wird zum Quaestor Urbanus gewählt.


    Ianuarius DCCCLXVI


    ANTE DIEM XIV KAL FEB DCCCLXVI A.U.C. (19.1.2016)
    -Aulus Iunius Avianus wird zum Eques Romanus ernannt.


    ANTE DIEM XIV KAL FEB DCCCLXVI A.U.C. (19.1.2016)
    -Aulus Iunius Avianus wird zum Tribunus Cohortes Urbanae ernannt.


  • Mit ernstem Gesicht betrat Acanthus dass Officium des Caius Flavius Scato während dieser über einigen Schriftrollen brütete und die letzten Feinheiten seiner Amtszeit aufarbeitete, um eben jene in die Archive zu verfrachten.
    Normalerweise wollte der Dominus Scato nicht gestört werden wenn er arbeitete, und so legte Acanthus die Schriftrolle, mittlerweile mit gebrochenem Siegel, auf dem Schreibtisch ab, jedoch nicht ohne sicherzustellen dass der Flavier seinen ernsten Blick wahrnehmen würde.


    In der Regel scherte sich der Flavier nicht allzu sehr um die Befindlichkeiten der Sklaven, jedoch wusste er dass Acanthus eine spezielle Rolle in diesem Haushalt erfüllte, das, und die Tatsache dass das Siegel an einem offensichtlich für ihn adressierten Brief gebrochen war, machten ihn dann doch stutzig sodass er unter einem genervten Schnauben seine Rollen zur Seite legte und sich den Brief mal etwas genauer ansah...



    M' Flavius Scato, Villa Flavia Felix, Roma - ad manus proprias*


    M' Minor Scatoni verito suo s.p.d.
    Ich schreibe dir aus einem Motiv, welches dich zweifelsohne irritieren und in Konfusion wird stürzen, doch ist es mir unumgänglich, dich in jene Materie einzuweihen, um größten Schaden von der Familia Flavia Romae im Allgemeinen und der Familia Flavia Graccha im Besonderen abzuwenden. Obschon manches der folgenden Zeilen womöglich erstlich deine Ablehnung wird evozieren oder gar dir als substanzloses Hirngespinst mag erscheinen, bitte ich dich inständig, selbige sorgsam zu bedenken und ihnen um meinetwillen, der ich zutiefst in jene Misere involviert bin und somit über Einsichten verfüge, die einem Fernstehenden verborgen bleiben, Glauben zu schenken.


    Alles dreht sich um meine Stiefmutter Aurelia Prisca, die seit einiger Zeit zu unserer Familia zählt. Obschon sie, wie zweifelsohne bereits offenbar geworden sein dürfte, von fragwürdigem Charakter und maßlosem Hochmut zerfressen, gelang es ihr, meinen Vater in eine fatale Verbindung zu locken, die nicht nur seiner eigenen Person, sondern seiner gesamten Familie zum äußersten Schaden gereicht:
    Du wirst dich erinnern, wie mein Vater noch vor der Eheschließung coram familiae mir befahl, Rom den Rücken zu kehren unter dem Vorwande, mich vor Umstürzen im Zuge des Thronwechsels zu defendieren, obschon mein Aufbruch erst nach Öffnung der Tore und damit einer Beendigung des Ausnahmezustandes wäre zu bewerkstelligen gewesen, sodann unter der dubitablen Annahme, meine Studien würden im fernen Alexandria besser gedeihen denn im Caput Mundi, wo Redekunst und Rechtswissenschaft statt brotloser Künste und Philosophie zu Kronen des Bildungswesens gelangten. Warum er indessen darauf brannte, mich aus der Stadt verbannt zu sehen, war darin begründet, dass wenig zuvor ich ihm, bewegt von Liebe zum Vater, freiheraus meine Missbilligung seiner Eheschließung mit jener gierigen Person aus minorischem Geschlechte, welche zweifelsohne einzig von dem Ehrgeize ist getrieben, das flavische Vermögen durch geschickte Winkelzüge in ihre Obhut zu bringen, ins Antlitz sagte. Da diese berechtigte Kritik eines dem familiären Erbe verpflichteten Sohnes das Ohr der Aurelia erreichte, mühte sie sich, meiner, der sie zur rechten Zeit hatte offenbart, ledig zu werden und nötigte meinen Vater, mich zu enterben und zur Cachierung jener Ungeheuerlichkeit aus Rom zu exilieren.
    Nachdem die Hochzeit dergestalt undisturbiert war vollzogen, schritt sie, wie ich unlängst musste erfahren, sogleich ans Werk, die legitimen Erben des Vermögens ihres Gatten Schritt für Schritt zu neutralisieren, wobei der erste Streich durch meine Enterbung bereits war vollzogen, sodass nunmehr meine geliebte Schwester das Los ereilte, unbemerkt beseitigt zu werden. Obschon mir unbekannt ist, wie jener schreckliche Kindermord wurde bewerkstelligt, bin ich der untrüglichen Ansicht, dass es sich derart hat zugetragen, was zu beweisen höchst vonnöten ist.


    Dies ist es auch, warum ich dich mit derart grässlichen Verdachtsmomenten zu behelligen habe, da es mir aus der Ferne versagt ist, jenes schändliche Verbrechen zu examinieren und Beweise für die Schuld meiner Stiefmutter zu sammeln. Ich bitte dich also inständig, in Diskretion Nachforschungen über das Ableben meiner Schwester anzustellen und mir eifrig zu berichten, respektive bei adäquater Beweislast eine Klage gegen sie zu erheben. Wie ich bis hierher vernehmen durfte, brilliertest du ja zuletzt als Tresvir Capitalis und bist somit mit derartigen Obliegenheiten ohne Zweifel bestens vertraut.


    Von weitaus größerer Bedeutung indessen ist, dass mein verbliebener, unschuldiger Bruder Titus so gut als möglich vor den Nachstellungen meiner Schwiegermutter wird bewahrt, weshalb ich dich noch mehr anflehe, für diese Erfordernis Sorge zu tragen, indem du dich beständig über seinen Verbleib erkundigst und zuwege bringst, was immer für die Gewährleistung seiner Sekurität du für adäquat erachtest!
    Selbst wenn du meine berechtigten Inkriminierungen für übertrieben erachten solltest, so bitte ich dich dennoch, um meinetwillen zumindest letzterem Ansuchen nachzukommen, da doch eine intensiviertes Interesse an deinem Vetter weder dir, noch ihm zum Nachteile wird gereichen, wie immer die Faktenlage sich mag gestalten.


    Ich gebe das Schicksal meiner Stirps, meine eigene Zukunft und das Leben meines geliebten Bruders, des letzten Garanten für das Überdauern der Flavia Graccha, in deine Hand, da ich untrüglich um deine Treue zu unserer Gens und zu unseren imperialen Ahnen, dein Pflichtbewusstsein und deine Umsicht weiß, wie du dir im Gegenzug meiner ewigen Dankbarkeit bis ans Ende meiner Tage darfst versichert sein.


    Mögen unsere Ahnen und sämtliche Unsterblichen über dich wachen!

    http://www.niome.de/netstuff/IR/SiegelCaduceus100.png


    Sim-Off:

    * Persönlich zuzustellen


    Nachdem Scato den Brief gelesen hatte, wohlgemerkt mit einer Mischung aus kaltem Schauder auf dem Rücken und einem leichten Unglauben, versuchte er seine nächsten Schritte zu planen. Vielleicht sollte er erst einmal zu Manius gehen und ungezwungen ein wenig plaudern. Oder sollte er ihn konfrontieren? Nein.. Nein, nein, das wäre diplomatisch äußerst ungeschickt, besonders in seiner prekären Lage welche sich gänzlich zwischen den Stühlen befand. Er könnte Prisca kaum effektiv angehen, schließlich hätte sie ihm selbst eigene Rachemotive vorwerfen können. Darüber hinaus konnte er Manius Minor auch nicht so wirklich glauben, schließlich hatte er selbst nichts mitbekommen, und Gracchus war lange genug im Leben um derartiges Treiben zu bemerken.


    Ein Gespräch, ja, ein Gespräch wäre wohl ein guter erster Schritt in dieser heiklen kleinen Angelegenheit.

  • Einige Zeit war vergangen seitdem Scato die Verbindung mit Claudia Sassia eingefädelt hatte und seitdem, das musste er mit Bedauern feststellen, hatte sein politisches Amt ihn derart vereinnahmt, sodass in seinem privaten Bereich einiges liegen blieb.
    Deshalb hatte sich Scato heute den Vormittag freigenommen um mit seiner Sklavin Iduna, ja, jene Sklavin die immer wieder durch diverse Fehltritte aufgefallen war, die nächsten Schritte bis zur Hochzeit durchzuplanen. Es war kein Zufall dass er ausgerechnet Iduna für diese Aufgabe ausgewählt hatte. Zum einen hatte er noch immer die leise Hoffnung aus ihr eine gute flavische Sklavin machen zu können, immerhin hatte er bislang recht viel investiert und war nicht bereit seine Kosten abzuschreiben, und zum anderen erwies sich der Geschmack der jungen Germanien durchaus als vorteilhaft.
    Nachdem er ein leichtes Frühstück eingenommen hatte setzte er sich an seinen recht unordentlichen Schreibtisch und rief nach eben jener trotzigen Sklavin.
    "IDUNA! IDUUUNA!" rief er durch die Tür hindurch auf die Gänge.

  • Die Bekanntgabe der Verlobung ihres Dominus und dieser claudischen Schlange hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Und ihr Dominus war glücklich; zumindest hatte Iduna diese leise Ahnung, wann immer sie dem Flavier einen raschen Blick aus dem Augenwinkel entgegen warf.
    In diesen Minuten hielt sich der Rotschopf in den Gemächern ihres Dominus auf und glättete seine Togen. Denn diese hatte sie gesäubert und überprüfte, ob sich auch jede Falte an der richtigen Stelle befand.
    Dabei geriet die junge Germanin ins Schwärmen und ließ ihre Finger über die Stoffe der Togen ihres Dominus gleiten. Wie gut das sie sich alleine in diesem Raum aufhielt. Nicht auszudenken, wenn man sie hierbei entdecken würde. Und dabei hatte der Rotschopf doch eine plausible Erklärung; sie wollte die Gewänder ihres Dominus überprüfen. Obwohl sie sich doch eigentlich an seiner Seite befinden sollte, nicht wahr? Schließlich war sie doch seine Leibsklavin und sollte sich immer im Dunstkreis ihres Dominus befinden. Dies hatte ihr Muckel verraten. Und auch jetzt röteten sich die Wangen der Cheruskerin, wenn sie an den diesen Sklaven dachte. Mit einem sanften Lächeln auf ihren Lippen strich sie über eine Falte und hängte die Toga auch schon zurück. Dann ergriff sie das nächste Kleidungsstück und breitete dieses aus. Bis auch schon seine Stimme erklang und Iduna unwillkürlich zusammen zuckte.
    Die Stimme ihres Dominus klang nicht verärgert, durchzuckte es Idunas Gedanken. Und so beeilte sie sich den Gemächern ihres Dominus den Rücken zu kehren, um den Römer direkt aufzusuchen. Nur wo hielt sich ihr Herr auf? Es vergingen weitere Minuten, in denen Iduna nach ihrem Dominus suchte. Bis sie ihn dann schließlich in seinem Officium antraf und hastig näher trat. "Dominus?" Murmelte Iduna und ließ ihren Blick mit einer emporgezogenen Augenbraue und einem feinen Grinsen über seinen unordentlichen Schreibtisch gleiten.

  • Scatos Augen verfolgten Iduna nur flüchtig als sie den Raum betrat. Ihre Haare waren einigermaßen nachgewachsen, was er mit Freude zur Kenntnis nahm, immerhin wunderten sich sicherlich viele Leute warum seine Leibsklavin wie eine Amazone ausgesehen hatte. Aber Sassias Verhalten hatte ihn noch immer beeindruckt.
    Als Iduna neben ihm stand rollte Scato eine Schriften ein und schob einige Wachstafeln beiseite, er brauchte ein wenig Platz auf seinem Schreibtisch und auch wenn er viele Sklaven hatte war der Schreibtisch für diese absolut tabu, schließlich war er der Herr über sein kontrolliertes Chaos.
    Also ein wenig Fläche auf dem Schreibtisch frei wurde kramte Scato eine weitere Rolle hervor welche allerdings nur ein paar Notizen enthielt. Beinahe schon beiläufig hob Scato die Stimme während er flüchtig auf eben jene Schriftrolle blickte..
    "Wie du weißt steht eine Vermählung mit Sassia ins Haus. Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird habe ich bereits vor einige Vorbereitungen zu treffen." erklärte Scato und fuhr fort "Mein Amt lässt mir momentan nicht viel Zeit sodass ich die übrige Zeit nutzen muss. Nun, lange Rede kurzer Sinn, ich habe dich für einige Aufgaben vorgesehen. Sieh es als Möglichkeit an mir deine Treue zu beweisen." merkte er vielsagend an und wartete dann ihre Reaktion ab.

  • Gekleidet war die rothaarige Sklavin in eine saubere Tunika. Eine Tunika in dunkelblauer Farbe, die wunderbar zu ihren rötlichen Locken passte. Eben jene Locken kringelten sich auf Idunas Kopf. Den Göttern sei gedankt, dass sie nun nicht mehr kahlgeschoren durch das Anwesen ihres Dominus laufenmusste. Ob es ihrem Dominus gefiel, dass ihre Locken wieder nachwuchsen?
    Immerhin war er vollkommen begeistert, als Sassia mit diesem Wunsch an ihn heran getreten war. Und auch wenn Iduna jene schreckliche Cena vergessen wollte; vergeben würde sie der Zukünftigen ihres Dominus niemals. Diese Gedanken behielt die Cheruskerin wohlweislich für sich, als sie das Officium ihres Dominus erreichte und näher trat. Dabei ließ sie ihren Blick über seinen unordentlichen Schreibtisch wandern und zog eine ihrer Augenbrauen in die Höhe. Wie konnte eine einzige Person nur derart unordentlich sein, wie es ihr Dominus in Bezug auf seinen Schreibtisch war?
    Aus dem Augenwinkel ließ der neugierige Rotschopf ihren Blick über die Wachstäfelchen und Schriftrollen gleiten. Diese enthielten jedoch lediglich Informationen mit denen Iduna nichts anzufangen wiusste. Und so konzentrierte sie sich auf ihre Füße und heftete ihren Blick aiuf den Boden, auf dem sie stand.
    Dann erklang seine Stimme und riss die junge Germanin aus ihren eigenen Gedanken. Er würde jetzt schon die Hochzeit organisiert wissen? Aber warum? Schließlich mussten noch einige Wochen vergehen, bevor dieses Ereignis gefeiert werden konnte. Und genau dieser Gedanke spiegelte sich auf dem Gesicht der flavischen Sklavin wieder, als sie ihren Kopf anhob und dem Römer direkt entgegenblickte."Was sind das für Aufgaben?" Oh, vielleicht durfte sie wieder auf den Markt und konnte die wunderschönen Waren betrachten. Und nebenbei konnte sie Muckel am Käsestand des Decimers besuchen. Bei diesem Gedanken röteten sich ihre Wangen stärker und ein verträumtes leuchten hielt in ihren Seelenspiegeln Einzug? Ob es ihrem Dominus auffiel?

  • "Gästelisten, Einkäufe, das Unterhaltungsprogramm. Es gibt viel zu erledigen und ich werde delegieren und nicht agieren." stellte Scato zunächst einmal klar. Er hatte ein Amt zu führen und überhaupt, wofür hatte er denn bitte Sklaven und Bedienstete wenn diese ihm nicht diese lästigen gesellschaftlichen Aufgaben vom Hals halten würden?
    "Ich brauche eine neue Toga, sie muss beim Schneider bestellt werden, die Maße kennst du ja. Ich brauche neues Schuhwerk. Ich habe keine Zeit das zu erledigen also wirst du auf die Märkte gehen müssen. Nimm dir die alte Roxana mit, oder Lupus oder sonst wen." erklärte Scato und fuhr fort "Anschließend müssen noch die Gäste geladen werden. Jedoch benötige ich dafür auch Informationen von den Claudiern, die Zofe meiner Verlobten könnte da sicherlich wertvoll sein. Das will ich auch zeitnah erledigt wissen." befahl Scato und blickte Iduna erst dann richtig an "Und natürlich brauche ich noch einige Geschenke für die Claudier. Schmuck für die weiblichen Verwandten Sassias, eventuell Poesie für die männlichen. Da bin ich noch unentschlossen, aber halte die Augen auf wenn du auf den Märkten bist."

  • Als Scato seine Stimme erhob und erklärte was er alles von ihr verlangte und forderte, da schwirrte Iduna bereits der Kopf. Wieso mussten es ausgerechnet so viele Informationen auf einmal sein? Reichte es nicht wenn ihr Dominus seine Wünsche portionsgerecht an ihr Gehör dringen ließ? Offenbar nicht. Und so spitzte die Cheruskerin ihre Öhrchen, damit ihr auch kein Fehler unterlief, wenn sie jetzt nicht besonders aufmerksam war. "Ist die Gästeliste etwa noch nicht ausgearbeitet?" Fragend wandte die Leibsklavin ihren Kopf in Richtung ihres Dominus und zog eine ihrer Augenbrauen in die Höhe.
    Ihr Dominus musste sich doch bereits Gedanken über die zu erscheinenden Gäste gemacht haben. Etwa die, die auch beim letzten Fest in der Villa anwesend waren? Fragen über Fragen die Iduna augenblicklich durch den Kopf geisterten. "Wer soll denn alles geladen werden?" Neugierig musterte Iduna ihren Dominus, bevor sie ihren Blick auch schon abwandte. Wenn sie ihn zu offensichtlich anblickte, könnte er dies vermutlich als Provokation oder Ungehorsam betrachten, was eine weitere Bestrafung nach sich ziehen würde.
    Somit biss sich der Rotschopf auf die Unterlippe und kontentrierte sich auch achon auf die Stimme ihres Dominus. "Die Toga und die Schuhe werden aber einige Zeit benötigen. Ich kann die Toga und die Schuhe nicht sofort mitnehmen." Gab Iduna zu Bedenken und warf dem Flavier einen raschen Blick aus dem Augenwinkel entgegen. Als sich Scatos Gedanken erneut um die Gäste drehte, schwirrte der jungen Germanin bereits gehörig der Kopf; auch wenn sie sich ihre Gedanken nicht anmerken ließ.
    Denn innerlich vertraute sie darauf, dass die Aufmerksamkeit ihres Dominus von anderen ....wichtigeren Dingen in Beschlag genommen wird und er nicht darauf achtetet, ob ihm seine rothaarige Leibsklavin folgen konnte. Als Scato dann jedoch Poesie für die männliche Verwandtschaft erwähnte, zog Iduna die Stirn kraus. "Poesie für die Männer? Ich dachte solche Geschenke bekommen die Damen. Und die Männer Alkohol?" Fragend fokussierte sie ihren Dominus und wartete gespannt ob er ihre Frage beantworten würde.

  • "Wäre sie ausgearbeitet so hätte ich dich wohl kaum darum gebeten oder?" fragte Scato etwas konsterniert und fuhr dann auf ihre Frage hin direkt fort "Zunächst einmal alle Mitglieder der Gens Claudia, sowie die Aurelier, die Tiberier und weitere patrizische Familien, ach, und die kaiserliche Familie natürlich." erklärte Scato und fuhr fort "Darüber hinaus einige angesehene plebejische Familien." Das es solche überhaupt gab erstaunte Scato ab und an schon, er fuhr jedoch fort "Die Decimer, die Iulier, allerdings nur Iulius Dives samt Frau, diese Familie ist ein Trümmerhaufen." sagte Scato abfällig über die Iulier, die schon mal größere Namen in ihren Reihen hatten, "Senator Purgitius, die Duccier, ein schräges germanisches Völkchen aber nicht ohne Einfluss." fachsimpelte Scato und schlug dann noch weitere Namen in ähnlicher Manier vor.
    Als es dann um die praktischeren Sachen ging winkte Scato ab "Das ist mir bewusst, du sollst die Schuhe und die Toga lediglich in Auftrag geben. Ich kümmere mich auf keinen Fall selbst darum. Ich erwarte jedoch angemessene Stoffe, etwas aus Aegyptus wäre sicher angemessen." für Scato schließlich nur das Beste!
    Anschließend verdrehte Scato noch kurz die Augen "Die Männer der Claudier genießen genauso wie die Männer der Flavier eine Ausbildung in Philosophie und Poesie. Derartige Geschenke werden gewertschätzt, weit mehr als irgendein plumpes Gesöff. Also, Poesie bitte. Noch Fragen?" fordernd blickte Scato seine Sklavin während sich mit beiden Ellenbogen auf dem Tisch aufstützte.

  • Das Iduna ihrem Dominus mit ihren unzähligen Fragen keinen Gefallen tat wusste der Rotschopf instinktiv. Und dennoch brannten ihr diese und noch einige weitere Fragen auf der Zunge.
    Diese schluckte sie jedoch artig und schielte aus dem Augenwinkel zu ihrem Dominus empor. Denn Scatos Stimme erklang erneut und ließ Idunas Ohren spitzen. Schließlich schwirrte ihr doch bereits der Kopf, auch wenn ihr Dominus keine Gnade kannte.
    Weitere Namen erklangen die ihr Dominus auf seiner Hochzeitsfeier gerne sehen möchte. Auch Namen die Iduna bisher noch nie zu Gehör bekommen hatte. Und so neigte sie fragend ihren Kopf auf die Seite. Beinahe so als wollte sie Scato fragen ob dies tatsächlich sein Ernst war oder er sich lediglich einen seiner Scherze mit seiner Sklavin erlaubte.
    Seinem Gesichtsausdruck nach, meinte es ihr Dominus tatsächlich ernst. Sodass Iduna nichts anderes übrig blieb als artig zu nicken. Denn dadurch verdeutlichte sie zugleich das sie Scato zugehört und ihn obendrein verstanden hatte.
    "Ich freue mich schon sehr darauf für euch meine Augen auf den Märkten offen zu halten." Und tatsächlich leuchteten Idunas Augen eine Spur heller. Ob dies ihrem Dominus jedoch auffiel blieb inden Sternen verborgen. "Stoffe aus Aegyptus? Wird dort denn überhaupt etwas getragen? Ich habe gehört das die Menschen in Aegyptus mit sehr wenig Stoff auskommen." Altklug warf Iduna diese Worte in den Raum und blickte ihrem Dominus offen entgegen. Jetzt war der Römer gefragt, nicht wahr?
    "Ist gut. Dann Poesie für die Männer und für die Damen Schmuck. Sonst noch etwas?" Tatsächlich klang der Rotschopf etwas herausfordernd.

  • "Aegytpus ist eine Provinz die dem Kaiser gehört und sich nun schon länger unter römischer Herrschaft befindet. Die Menschen dort, mögen sie einst ein wenig wild wenn auch recht fortschrittlich gewesen sein, sind nun mehr an die römisch-griechischen Gepflogenheiten angepasst. Es werden exzellente Stoffe in Aegyptus hergestellt. Selbst wenn die Einheimischen mit wenig Stoff auskommen sollten, ich will eine Menge davon." erklärte Scato etwas beiläufig, er selbst war zwar schon einmal in Alexandria, doch wies er sich nicht selbst als Experten in Sachen Kulturkunde aus.
    Als Iduna weiter fragte, wägte Scato etwas unentschlossen ab "Mir würde spontan nichts einfallen. Jedoch, du hast ja einiges an Geld bei dir, wenn dir etwas auffällt dann kannst du es kaufen. Je mehr desto besser." sagte er lapidar, Geld war das geringste Problem in diesen Tagen.

  • Es lagen bereirs etwaige Widerworte auf Idunas Zunge, als ihr Dominus erklärte, dass sich Aegyptus als eine fortschrittliche Provinz Romas präsentierte. "Pha. Die Menschen dort sind einfach viel zu blauäugig und glauben alles, was ihnen von ihren hohen Herren gepredigt wird." Noch immer funkelte es herausfordernd in Idunas Seelenspiegeln.
    Doch ihrem Dominus schien dies nicht aufzufallen oder er ignorierte es einfach gekonnt. So dass sich der Rotschopf auf die Unterlippe biss und ihren Blick zu Boden richtete. Zumindest für einen kurzen Augenblick. Dann hob Iduna ihren Kopf und funkelte ihrem Dominus amüsiert entgegen. "Ich glaube der Claudia würde es gefallen wenn ihr zu eurer Hochzeit sehr wenig am Körper tragen würdet." Dabei intensivierte sich das schelmische glitzern in des Rotschopfs Seelenspiegeln.
    "Ich darf mir auch etwas schönes auf dem Markt kaufen?" Dabei spielte sie gedankenverloren an dem Reif an ihrem Handgelenk.

  • Scato hatte sich mittlerweile wieder dem Studium seiner Korrespondenzen und Senatsdokumente gewidmet, sodass die etwas ungehaltenen Allüren seiner Sklavin unbemerkt an ihm vorbeigingen "Nun, die Hochzeitsnacht wird ihr dann wohl genügen müssen. Ich plane diese Ehe nicht bekleidet zu vollziehen." sprach er das offensichtliche aus und blickte dann nochmal kurz auf, mit leicht gekräuselten Augenbrauen...
    "Ich sagte, dass du etwas für die Gäste aussuchen darfst. Ich erwähnte nirgends, dass es für dich sein soll."

  • Bei den Worten ihres Dominus, geisterten Iduna die schrecklichsten Szenarien durch den Kopf. Sodass sie ihren Kopf abrupt schütteln musste, um auf andere Gedanken zu kommen. Denn die Vorstellung des Vollzugs der Ehe ihres Dominus mit der rothaarigen Giftnatter ließ Iduna für einige wenige Sekunden nicht los. Erst die Stimme ihres Dominus riss sie aus ihren Gedanken; worüber die Sklavin innerlich erleichtert war.
    "Wie wird eine Hochzeit in Rom gefeiert und.. und wie diese spezielle Nacht vollzogen?" Dabei richtete sie ihren höchst aufmerksamen Blick direkt auf ihren Dominus und erhoffte sich von ihm eine Antwort.
    Doch zuerst musste ihr Dominus seine Macht über sie in Worte kleiden. Sodass die junge Germanin zusammen zuckte und etwas unsicher geworden zu dem Römer empor schielte.
    "Aber.. darf ich mir denn nichts aussuchen, wenn ich die Geschenke für die Gäste ausgesucht habe?" Und was war, wenn die Auswahl ihrer Geschenke den Gästen ihres Dominus nicht gefiel? Würde er sie dafür versntwortlich machen und zur Verantwortung ziehen? Ein Gedanke der Iduna nun nicht mehr losließ und sie innerlich marterte.

  • Fragen, Fragen, Fragen.. Wofür hatte Scato eigentlich einen Mentor auf der Gehaltsliste? Wie dem auch sei, der seine Sklaven dumm hielt der musste sich auch nicht wundern wenn diese ständig dumme Fragen stellten, weshalb er sich die geringe Mühe machte seinen Sklaven was beizubringen. Auch im Fall der doch speziellen Iduna, die stets irgendwo zwischen Rebellion und absoluter Unterwürfigkeit schwankte...
    "Nun, wir haben unsere Verlobung bekanntgegeben. Im Grunde müsste sie nur noch ihren Willen zur Ehe bekunden, ich müsste nicht einmal anwesend sein und könnte einen Brief schicken, und wir wären ein Ehepaar. In unseren Kreisen jedoch ist natürlich eine gewisse zeremonielle Begleitung angemessen und wird erwartet, weshalb wir eine Feier veranstalten bei welcher wir unseren Willen zur Ehe bekräftigen, und diesen vor der römischen Gesellschaft bekräftigen. Die Vollziehung der Ehe ist im römischen Gesetz keine Pflicht, jedoch erwarte ich natürlich Stammhalter für meinen Namen und meinen Stand." erklärte Scato formell und widmete sich dann dem leidigen Thema 'Geschenke für Sklaven'.
    "Wenn du noch Geld übrig hast kannst du machen was du willst. Es ist mir schlicht egal. Wage es jedoch nicht die Geschenke der Gäste zu vernachlässigen um deine eigene Gier zu befriedigen." mahnte er sie, und hoffte, dass die Botschaft angekommen war.

  • Wieder einmal war es Idunas übersprudelnde Neugierde die sie ihrem Dominus brühwarm präsentierte. Somit spitzte der Rotschopf ihre Ohren und wiegte ihr Köpfchen nachdenklich von einer Seite zur anderen.
    Ihr Dominus müsste bei der Hochzeit noch nicht einmal anwesend sein? Und wie sollte dann die Hochzeit vollzogen werden? Dieser Gedanke spiegelte sich ünberdeutlich auf dem Gesicht der rothaarigen Sklavin. Auch wenn sie es sich in diesem Augenblick widersagte und ihre speziellen Gedanken doch für sich behielt.
    "Und was ist wenn euer erstes Kind ein Mädchen wird?" Fragend blickte Iduna zu dem Älteren empor und wartete gespannt auf dessen Antwort. Wenn sie überhaupt eine Antwort erhielt; denn mit diesen knauserte ihr Dominus von Zeit zu Zeit.
    "Das heißt bald wird Kinderlachen durch die Villa schallen?" Bei diesen Worten wirkte Iduna tatsächlich etwas verträumt und lächelte selig vor sich hin. Bis sie durch die Stimme ihres Dominus aus ihrem Wunschtraum gerissen wurde.
    Elektrisiert zuckte sie auch schon zusammen und schlug ihren Blick nieder. "Die Geschenke der Gäste haben oberste Priorität." Murmelte die flavische Sklavin und freute sich insgeheim auf den Ausflug.

  • "Wenn es ein Mädchen wird dann wird es natürlich nach den flavischen Gepflogenheiten zu einer römischen Frau erzogen und einst selbst einflussreich vermählt. Darüber hinaus werden wir natürlich weiterhin versuchen einen Sohn zu bekommen." erklärte Scato das was für ihn selbstverständlich klang und hob die Augenbrauen, schließlich war es mit einem Kind ja so oder so nicht getan.
    "Sicherlich werden wir zeitnah versuchen Kinder zu bekommen, die Familie sollte das Streben und das Ideal eines jeden Römers sein."
    Er selbst konnte zwar nicht so gut mit Kindern, aber dafür gab es ja Ammen, Sklaven und zahlreiche Bedienstete die sich um die ganzen Angelegenheiten kümmern konnten um die sich Scato selbst keine Gedanken machen wollte und musste.
    Idunas letzten Satz nahm er indes nur mit einem Nicken zur Kenntnis, offensichtlich hatte sie verstanden.
    "Sonst noch was oder machst du dich dann endlich auf den Weg?"

  • Wieso klang die Stimme ihres Dominus eigentlich immer so, als würde er seine Sklavin beständig ermahnen? Mit gerunzelter Stirn wiegte Iduna ihren Kopf von einer Seite zur anderen und lauschte der Stimme ihres Dominus. "Ihr werdet es solange versuchen bis die Claudia euch einen Sohn gebiert?" Innerlich erschauerte da die flavische Sklavin; zeigte nach außen hin jedoch keinerlei Regung. "Oh? Die Familie ist das wonach ein jeder Römer strebt? Ich dachte immer das ihr Römer der Politik mehr verbunden seid als euren Familien." Offensichtlich hatte sich der Rotschopf diesbezüglich geirrt. Wie sie sich in den meisten Dingen irrte und von ihren Dominus ermahnt werden musste.
    Die letzten Worte ihres Dominus glichen einem Rausschmiss aus seinem Cubiculum und Iduna verstand. "Nein. Es ist nichts. Ich werde mich sofort auf den Weg machen Dominus." Zögernd warf sie dem Römer einen vorsichtigen Blick entgegen. Eh' sie sich auch schon abwandte, um mit flinken Schritten der Aufforderung ihres Dominus umgehend nachzukommen. Ihr Ziel - die Märkte Roms. ~

  • Ein paar Tage nach den Aufständen erreichte Scato ein Schreiben von den Claudiern...

    Ad
    Senator Caius Flavius Scato
    Villa Flavia Felix
    Roma


    A. Claudius Sabinus Sen. C. Flavio Scatone s.d.


    Nachdem nun wieder Ruhe in unsere Stadt eingekehrt und der Aufstand der renitenten Sklaven niedergeschlagen worden ist, möchte ich die Chance nutzen, mich bei dir zu bedanken, dass du meine Schwester Sassia sicher in die Villa Claudia geleitet hast. Es bestätigt mich darin, die Verlobung zwischen meiner Schwester und dir die richtige Entscheidung war und ich meine Schwester in guten Händen weiß.


    Nun wende ich mich aber in einer persönlichen Angelegenheit an dich und würde dich gerne aufsuchen, um über die Möglichkeit einer Aufnahme in das Collegium der palatinischen Salier zu sprechen. Bitte teile mier hierzu mit, wann und wo du mich empfangen kannst.


    Vale bene,


    Aulus Claudius Sabinus
    _____________


    [Blockierte Grafik: https://abload.de/img/siegel_sabinus28duns.png]


    Aulus Claudius Sabinus | Villa Claudia | Roma



    Er las die Tafel zufrieden, legte diese jedoch dann zur Seite und rief seine Sklavin heran "Iduna!" hallte es durch die Gänge hin zum Officium, während Scato bereits seinerseits die Schreibutensilien bereit hatte.

  • Die Aufstände der Sklaven hatten Iduna bis ins Mark erschüttert. Zumindest dem äußeren Anschein nach. Innerlich hatte sie zu den Sklaven aufgesehen die es wagten gegen ihre Fesseln zu rebellieren. In der Nacht wenn Iduna ihre Augen schloss, hörte sie noch immer das verzweifelte stöhnen der Sterbenden. Geräusche die sie wohl noch etwas länger verfolgen würden. Von alledem ahnte ihr Dominus zum Glück nichts. Denn hatte die rothaarige Sklavin hatte zu funktionieren und nichts anderes.
    Just in dieser Minute, als Iduna gerade dabei war, die Bettstatt ihres Dominus vorzubereiten und die Laken glatt zu streichen, da erklang seine Stimme an ihr Ohr. Und wieder einmal hatte Iduna den Eindruck, als hätte sie einen Fehler begangen. Schließlich klang die Stimme ihres Dominus ungeduldig, wenn nicht sogar etwas ungehalten?
    Mit nervös pochendem Herzschlag und einem wachsamen Glanz in ihren Augen betrat die Cheruskerin auch schon das Officium ihres Dominus. „Dominus?“ Erklang das Stimmlein des Rotschopfs, während sie Scatos Blick einzufangen versuchte.

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