[Officium] Praefectus Castrorum

  • Sim-Off:

    Der Servergott sei gepriesen! Endlich habe ich herausgefunden, woran es haperte und konnte erst mal eine provisorische Lösung finden. Id est: Regelmäßige Verbindung zum IR möglich, aber vorerst nicht in früherem Umfang und auch ohne Garantie.



    Vor den Offiziersbehausungen des Castellums der Legio I herrschte an jenem frostigen Dezembermorgen noch mehr Betrieb, als dies ansonsten ohnehin der Fall gewesen war, galt es einigen Trossknechten doch, die Habseligkeiten des ehemaligen Centurios Aurelius, von denen sich jener entweder nicht trennen wollte oder konnte, in die Behausung des ehemaligen Lagerkommandanten zu überführen.
    Als ein beträchtlicher Teil jener Gegenstände - dabei handelte es sich hauptsächlich um einen Schreibtisch, Unmengen an Wachstäfelchen inklusive Griffeln und Papyrusrollen - in die bedeutend größere Räumlichkeit geschafft worden waren, betrat auch der neue Praefectus Castrorum das Officium, welches er seltsamerweise auch während seiner Zeit als Centurio nur selten betreten hatte.
    Der Raum verfügte sogar über zwei eigene Fenster und ein Regal beeindruckender Größe, in dessen beinahe als archivarisch zu bezeichnendem Innenleben noch durch den vorgegangenen Stabsoffizier eine beachtliche Anzahl an diversen Unterlagen vorzufinden war. Während Sophus jene Dokumente studierte, welche teilweise noch von Legat Purgitius, zur damaligen Zeit Präfekt, angelegt worden waren, mischte sich doch ein Stück Sentimentalität in das ansonsten betont aufgeräumte Wesen des Offiziers, der es herzlich bedauerte, nicht mehr unter seinem alten Kommandanten dienen zu dürfen. Neben jenen Gedanken, die ihm während des Stöberns kamen, mischten sich durchaus Gedankengänge, welche unwillkürlich zu einem leichten Kopfschütteln führten. Aurelius war ein junger Kommandant, nicht seit langer Zeit dem Knabenalter entwachsen, dessen Aufgaben nunmehr zwangsläufig in weitere Dimensionen anwuchsen. Er selbst war überrascht gewesen, als man ihm die militärische Prätur und kein Tribunat angetragen hatte - ungewöhnlich für Alter und Stand: Nur wenige Patrizier hatten sich aus den Mannschaftsdienstgraden in Kommandostab gedient, da jene Laufbahn in der Regel eher Rittern vorbehalten war.
    Sophus klappte geräuschvoll eines der Wachstäfelchen zu, während er zum Schreibtisch schritt, sich setzte und durch das geöffnete Fenster auf die Lagerstraße blickte - Fortuna beschritt mitunter seltsame Wege, doch sie hatte keinen Zweifel an der Eindeutigkeit dieses Weges gelassen.

  • Durch die Umstrukturierungen und Umbesetzungen im Stab nach der Kommandoübergabe bedingt, gab es erhebliche Stockungen in dem sonst so reibungslos ablaufenden Lagerbetrieb. Angefangen über die sich stapelnden Aufträge, die in der Zwischenzeit an die Legion herangetragen wurden und noch immer ihre Abarbeitung harrten, bis hin zu den einfachsten organisatorischen Abläufen. Der neue Legat wurde in Massen von Besuchern bestürmt, sodass er sich kaum in der Lage zeigte, Versetzungen und Ernennungen zu bearbeiten.


    Claudius war wohl einer der letzten, bei dem sich Unwille breit machte, aber langsam kippte auch seine Stimmung. Aus diesem Grund suchte der Centurio, der in den letzten Wochen Aufgaben übernommen hatte, die keineswegs seinem Dienstgrad entsprachen, am heutigen Tag den Praefectus auf. Zumindest der Lagerbetrieb musste auf Vordermann gebracht werden und diverse Stellen warteten auf Auskünfte, die den Einsatz der Soldaten betrafen.


    Vor der Tür verhielt Vesuvianus den Schritt. Er klopfte und wartete auf eine Antwort.

  • Als das Zimmer nach einigen Stunden weitesgehend hergerichtet war, versuchte der Praefectus einen ersten Überblick über die Lage zu gewinnen, war er doch zu Amtsantritt recht dürftig informiert worden.
    Fein säuberlich ordnete er diverse Akten und beschloss, zunächst die aktuellen Stärkemeldungen zu überprüfen, als an der Porta ein Klopfen zu vernehmen war.


    "Ja?", rief der Präfekt und blinzelte, von den Schreibutensilien aufblickend, in Richtung Türe.

  • Sim-Off:

    Es ist mir vollkommen egal, ob das Nachfolgende logisch oder unlogisch, angemessen oder unangemessen ist, aber a) möchte ich wieder einen geregelten Lagerbetrieb haben und brauche b) eine Entlastung.




    Der Aufforderung folgend, betrat der Centurio den Raum. Er salutierte.


    "Salve, Praefectus Sophus." Glückwünsche zur Ernennung und ähnliche Dinge sparte er sich. Er hatte wichtigere Anliegen.


    "Ich habe einige Angelegenheiten, die dringend der Klärung bedürfen, und zudem Lösungsvorschläge, wie das momentane Organisationschaos, denn anders kann ich den derzeitigen Zustand nicht bezeichnen, in den Griff zu bekommen ist. Ich hoffe, du hast ein offenes Ohr.“

  • "Salve,...Claudius!"
    Beinahe hätte der Präfekt den noch zu Optiozeiten gebräuchlichen Namen ausgesprochen. Sophus stand auf und grüßte den Offizier militärisch.


    Zitat

    Ich hoffe, du hast ein offenes Ohr.


    "Im Moment habe ich alle Hände voll zu tun, doch wenn einer der Centurionen Anliegen vorzutragen gedenkt, kann er dies immer tun. Wohl habe ich bereits einige Klagen vernommen, welche aufgrund des momentan etwas desorganisierten, weil neu gebildeten Kommandostabes bedauerlicherweise unvermeidlich sind. Auch unser neuer Kommandeur muss sich erst noch einarbeiten und konnte sich in den vergangenen Tagen verständlicherweise nicht aller Probleme annehmen. Nun, ich höre..."


    Der Praefectus Castrorum bot dem Centurio mit einer beiläufigen Handbewegung eine Sitzgelegenheit an und nahm selber Platz.

  • Mit einem Nicken bedankte sich Claudius für den angeboten Platz und setze sich. Ohne Umschweife begann er, seine Anliegen vorzutragen.


    "Es hat sich einiges angesammelt, was ich nun Stück für Stück ansprechen möchten. Ein sofortiger Gesamtbericht ließe den Überblick verlieren und würde außerdem zu weit führen.
    Bevor ich zu den Aufträgen komme, die an die Legion herangetragen und bereits vom Legaten bestätigt wurden, erscheint es mir wichtig, die Abläufe innerhalb des Lagers zu optimieren.“


    Sim-Off:

    Größtes Problem: Wenn ich von den ebenfalls wichtigen Ernennungen der Probati mal absehe, Subdolus wartet seit über einer Woche auf die Bearbeitung seines Versetzungsgesuchs! Da ich keine Lösung habe, kann ich es nicht mal SimOn ansprechen.


    "Als Adjutant des Legaten bin ich in den vergangen Wochen in die Aufgaben des Stabes einbezogen worden. Viele wichtige Dinge wurden in Angriff genommen, nicht alles konnte erledigt werden. Um den Legaten zu entlasten und gleichzeitig eine bessere Abstimmung der einzelnen Centurien für die einzelnen Dienste zu erreichen, möchte ich vorschlagen, einerseits einen "kleinen Dienstplan“ neben dem in der Principia ausgehängten ins Leben zu rufen und andererseits, sagen wir mindestens einmal im Monat - wenn erhöhter Bedarf besteht auch häufiger - alle Centurionen hier bei dir zu versammeln, um eben jenen zu besprechen. Damit erreichen wir, dass jeder Truppenteil genauestens weiß, welche Aufgaben jeweils anliegen. Die Centurionen können diesen Plan als Grundlage für ihre morgendliche Aufgabenverteilung nehmen.


    Was genau stelle ich mir nun unter diesem kleinen Dienstplan vor? Er soll nicht nur den jeweiligen Einsatzort der Soldaten benennen, sondern konkrete Aufgaben vorgeben. Jene speziellen Aufgaben, die an die Legion herangetragen wurden und die ich im Anschluss daran im Einzelnen durchgehen will - dadurch wissen nicht nur die Centurionen sondern auch die Legionäre über die kommenden Aufgaben Bescheid -, und solche, die allgemeiner Natur sind und ihre ständige Gültigkeit haben.“


    Abwartend hielt Claudius inne. Er wollte dem Praefectus die Möglichkeit geben, sich zu dieser Sache zu äußern.



    Sim-Off:

    Kurz gesagt: Wie bisher üblich, konkrete Aufträge benennen, damit die einzelnen Leute sich einerseits für ihren Posten verantwortlich fühlen und andererseits wissen, was sie überhaupt simulieren sollen. Ich möchte übrigens die Probati, auch wenn die noch nicht ernannt sind, da mit einbeziehen. Ich kann hier nicht für alles zuständig sein.

  • Sim-Off:

    Ich kann die Problematik durchaus nachvollziehen, aber wenn der Legat nicht da ist, ist er nun mal nicht da. Als Spieler des Präfekten habe ich logischerweise keinerlei Befugnisse, Beförderungen auszusprechen und Versetzungsanträge zu bestätigen oder abzulehnen. Es mag für den Spieler des betreffenden Optio eine unbefriedigende Situation darstellen, da seine Möglichkeiten, an der Simulation zu partizipieren durch jenen Schwebezustand, in dem er sich offenkundig befindet, recht eingeengt sind. Ich kann dabei leider nicht helfen - mal davon abgesehen, dass ein Soldat ja nicht jeden Tag die Einheit wechselt und eine gewisse Wartezeit, so meine zumindest ich, durchaus noch im Bereich des Erträglichen liegt.



    "Nun, es ist in den Legionen Roms seit geraumer Zeit Sitte, den Primus Pilus als Teil des Kommandostabes in Dingen, welche insbesondere die Aufgabenverteilung an die einzelnen Kohorten und Hundertschaften betreffen , zu befragen. Der Legat und am allerwenigsten ich selbst werden daran etwas ändern und es liegt in der Natur der Sache, dass ich regelmäßig mit allen Offizieren engen Kontakt halte.
    Falls es helfen sollte, die Formulierungen im Dienstplan zu erweitern, so werde ich jene Anregung weiter verfolgen."


    Sim-Off:

    Dein eigentliches Problem liegt im Mangel an Offizieren, sehe ich das richtig? Sollte dies zutreffen, wird es bald behoben sein, da ein Optio und ein Centurio (sofern sie denn übernommen werden) zu uns stoßen.


    Der Praefectus dreht den Griffel langsam zwischen Daumen und Zeigefinger und machte eine Pause, da er das Gefühl hatte, dass der Centurio noch etwas entgegnen würde.

  • Sim-Off:

    Nein, die Organisation hinkt.




    Die Antwort fiel anders als erwartet aus. Claudius sparte sich zu erwähnen, dass er mitnichten Primus Pilus war. Etwas anderes war ihm wichtiger anzumerken.


    "Ich betrachte es als Auszeichnung, nicht als Belastung, in die Stabsarbeit einbezogen zu werden. Es liegt dann jedoch in meiner Natur, mich konstruktiv einzubringen.“


    Kurz überdachte er die Worte des Praefectus. Da dieser nur sehr allgemein auf seinen Vorschlag eingegangen war, hakte Claudius die Angelegenheit Dienstplan ab. Er würde sehen, wann sich hier was tat.


    "Es könnte durchaus ein Fehler meinerseits sein, dass ich stets zu viel und das auch noch zu schnell umsetzen will. Womit wir bei den an die Legion herangetragenen Anfragen sind. Bevor ich auf die Bauvorhaben eingehe, möchte ich daran erinnern, dass eine militärische Übung, organisiert von den Cohortes Urbanae, stattfinden soll. Der Termin zur Vorbesprechung ist inzwischen verstrichen. Meines Wissens hat aus Zeitgründen niemand von uns daran teilgenommen, obwohl der Legat von der Idee dieser Übung durchaus angetan war. Das aber nur nebenbei.


    Die Bauarbeiten zum Amphitheater Mantuas sind der nächste Punkt, den ich ansprechen möchte. Zunächst sind alle Vorbereitungen ins Stocken geraten, weil es Schwierigkeiten bei der Realisierung der Transporte gegeben hat. In dieser Angelegenheit habe ich eine gute Nachricht. Die Classis Misenensis hat freie Kapazitäten und kann nun kontaktiert werden.“


    Nach diesem Redeschwall gönnte sich der Centurio eine Pause.


    Sim-Off:

    edit: Ach so, sollte ich vielleicht erwähnen ... :D In der Classis befinden sich jetzt tatsächlich aktive Charas.

  • Sim-Off:

    Jetzt bin ich 2 Tage wieder da....wie soll sie denn nicht hinken? :D ;)


    Zitat

    Original von Herius Claudius Vesuvianus


    [I]"Es könnte durchaus ein Fehler meinerseits sein, dass ich stets zu viel und das auch noch zu schnell umsetzen will. Womit wir bei den an die Legion herangetragenen Anfragen sind. Bevor ich auf die Bauvorhaben eingehe, möchte ich daran erinnern, dass eine militärische Übung, organisiert von den Cohortes Urbanae, stattfinden soll. Der Termin zur Vorbesprechung ist inzwischen verstrichen. Meines Wissens hat aus Zeitgründen niemand von uns daran teilgenommen, obwohl der Legat von der Idee dieser Übung durchaus angetan war. Das aber nur nebenbei.


    "Ja, die Sachlage war mir durchaus bekannt und es wäre nicht das erste Manöver, das wir mit den Stadtkohorten durchführten. Dennoch hat das Bauprojekt oberste Priorität und ich werde ganz sicher keinen reibungslosen Ablauf der Arbeiten ermöglicht sehen, wenn zahlreiche anderweitig dringend benötigte Tribune, Centurionen und vielleicht sogar der Legat mit mehreren Kohorten zur Übung im Felde stehen."


    Zitat


    Die Bauarbeiten zum Amphitheater Mantuas sind der nächste Punkt, den ich ansprechen möchte. Zunächst sind alle Vorbereitungen ins Stocken geraten, weil es Schwierigkeiten bei der Realisierung der Transporte gegeben hat. In dieser Angelegenheit habe ich eine gute Nachricht. Die Classis Misenensis hat freie Kapazitäten und kann nun kontaktiert werden.“


    Der Präfekt brummte missmutig, hatte sich die Classis doch alles andere als hilfreich erwiesen.


    "Wird ja auch höchste Zeit.", murmelte er und entrollte eine Karte auf dem Schreibtisch, welche bereits bei den Planungen der Verkehrs- und Lieferwege zum Einsatz gekommen war. Ein Manipel hatte bereits vor mehreren Wochen den Marschbefehl in Richtung Aquilea bekommen, weitere waren den Konzepten des Präfekten folgend an Häfen, anderen wichtigen Verkehrsknotenpunkten, den Abbaustellen des Baumaterials und entlang der großen Überlandstraßen stationiert worden.


    "Plautius! Meldereiter und Primus Pilus her, aber zack zack!", rief er schließlich zu einem der zahlreichen Schreiber.


    "Immerhin rollen bereits die ersten Transporte über den Landweg - das wird uns helfen, die Verzögerungen in einem erträglichen Rahmen zu halten. Morgen werde ich die Arbeit des Tribunen Lemonia bei den Steinbrüchen in der Nähe von Verona inspizieren.", meinte er schließlich.
    Glücklicherweise waren bereits die vorbereitenden Arbeiten direkt am Bauplatz erledigt worden - lange Wartezeiten in Mantua würden somit entfallen.

  • Sim-Off:

    Blödsinn. ;) Wenn sie mit dir hinkt, dann war sie zuvor im gefrorenen Zustand! :D


    Kann sein, dass ich mir jetzt meine Karriere versaue, aaaaber, wenn der Spieler des Legaten bis einschließlich 01.12. online war, mit seiner ID des Caesars aber das letzte Mal am 24.11., dann muss sich niemand wundern, wenn die Leute, die - angefangen von der Wache, über das Officium, die Ausbildung der Probati und dann noch Stabsarbeit - alles machen, stinkig werden.


    So, jetzt geht es mir besser.




    Mit großer Zufriedenheit lehnte sich der Centurio zurück. Er stellte fest, wie schnell und komplikationslos doch die Dinge zu regeln waren, wenn nur die richtigen Personen am Hebel saßen.


    Als der Praefectus seine Anweisungen erteilt hatte, konnte Claudius nicht umhin, den Lagerkommandant vor eine neue Herausforderung zu stellen: "Mantua ist nicht das einzige Bauprojekt.“


    Gespannt wartete er auf die Reaktion des Aurelius.

  • Der Praefectus zog überrascht die Augenbrauen nach oben. Von einem anderen Bauprojekt hatte bislang niemand einen Ton gesagt.


    "Nun, worum handelt es sich?", fragte er den Centurio nach einer kurzen Pause des Durchatmens in der Hoffnung, Claudius könne ihm die relevanten Informationen über Ort, Art, Dimension und Zeitplan jenes mysteriösen Vorhabens antragen.

  • Damit hatte der Centurio gerechnet. Den reibungslosen Lagerbetrieb schnellstens wiederherzustellen, hatte in seinen Augen oberste Priorität. Aus diesem Grunde hatte er die Wachen sogar schon angewiesen, diesen Prozess erschwerende Besuche vorerst abzulehnen. Die Verantwortung dafür nahm er gern auf seine Kappe.


    "Wie gesagt, ich wurde in die Koordination der verschiedensten Vorhaben durch den Legaten einbezogen. Aufgrund des starken Besucherandrangs leiden derzeit die lagerinternen Abläufe.


    Es handelt sich bei jenem zweiten Bauauftrag um die Renovierung öffentlicher Gebäude in Misenum. Die Anfrage von Seiten des Magistratus der Stadt wurde vor mehr als einem Monat an den Legaten herangetragen. Bislang hatte er terminlich keine konkrete Zusage gemacht.
    Legionsintern war die Realisierung dieses Bauauftrages für den jetzigen Zeitpunkt bestimmt, da Übungsmarsch und Stadtfest hinter uns liegen, aber zum damaligen Zeitpunkt war nicht abzusehen, dass sich die Transportmöglichkeiten für das ältere Bauprojekt in Mantua derart kurzfristig verbessern würden.“


    Die Entscheidung lag beim Praefectus.

  • "Ach, diese Geschichte meinst du. Nun, es waren, soweit ich mich erinnere, eine Größenordnung von höchstens einem Manipel im Gespräch. Dieses können wir selbstverständlich entbehren."


    Sim-Off:

    Wobei ich deine Zenturie eindeutig am Projekt Amphitheater brauche. (PN!)
    Inwiefern wir da eine akzeptable Simulation hinbekommen, weiß ich selbst nicht. Notfalls müssen wir das "nebenher" machen.


    Der Präfekt machte eine kurze Notiz, dachte einen Moment nach und meinte schließlich:


    "Ich werde nach Misenum reisen und mich dieser Angelegenheit annehmen, sobald ich Lemonia in Verona getroffen habe. Auch mit den Verladeeinheiten am Hafen von Aquilea muss ich mich noch beratschlagen, da die Versorgung durch die Classis aus Misenum bald anlaufen müsste."

  • Gut, Misenum würde also vorerst nicht für seine Centurie von Belang sein, bliebe das Megaprojekt Amphitheater.
    Durch den Übungsmarsch bedingt, befand sich Vesuvianus’ Wissen über die bereits erfolgten Materiallieferungen nicht auf dem aktuellen Stand. Als er zuletzt den Bauplatz besucht hatte, waren allein die Zuwege fertig gestellt und die Einlagerungsmöglichen für Holz und Kalk errichtet worden. Am Rand des angrenzenden Waldgebietes waren Bäume gerodet worden, um Lagermöglichkeiten für Steine, Sand und andere nässeunempfindliche Baumaterialien zu schaffen. Mehr wusste der Centurio aktuell nicht. Bei diesem Punkt angelangt, stellten sich dem Centurio gleich mehrere Fragen.


    "Das Amphitheater betreffend … Steht bereits einen konkreten Termin für den Baubeginn des Amphitheaters fest? Welche der Materialen sind vorrätig? Tja, und vor allem: Worum muss ich mich diesbezüglich vorrangig kümmern?“

  • "Wir müssen so schnell wie möglich mit den Bauarbeiten beginnen, das bedeutet: Sobald die ersten Baustofflieferungen eingetroffen sind. Dies dürfte schon in zwei bis drei Tagen der Fall sein. Ich möchte, dass du die Arbeiten am Amphitheater überwachst, die Qualität der Arbeit garantierst und mit deinem Fachwissen als Architekt für einen reibungslosen und produktiven Fortgang dieses wichtigen Großprojektes sorgst - die Hilfsarbeiten, insbesondere der Gerüstaufbau - wurden (soweit möglich) bereits in Angriff genommen. Bauholz gewinnen und verarbeiten wir größtenteils vor Ort, also sollten wir uns da keine Gedanken machen. Die Lieferungen aus Tylus sind momentan von geringerer Bedeutung, werden aber für den nächsten Monat erwartet.


    Aus organisatorischen Gründen und Gründen der Befehlsgewalt bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es dich entlasten würde, verstärkte deine Zenturie die Bautrupps. Da ich annehme, dass sie einsatzbereit ist, erwarte ich dich in drei Tagen mitsamt Zenturie an der Baustelle. Tribun Lepidus ist Kommandant der Bauabteilung, praktisch gesehen bist jedoch du größtenteils für das Gelingen der Arbeiten verantwortlich. Dies ist eine große Verantwortung, die nur selten auf einen Centurionen übertragen wird, doch ich wüsste keinen besseren Mann, der hinsichtlich seines Fachwissens besser für diese Aufgabe geeignet wäre - immerhin hast du selbst maßgeblich an der Erstellung der Baupläne mitgewirkt.


    Ich erwarte ferner, über Versorgungsschwierigkeiten, Probleme am Bau oder sonstige Komplikationen permanent auf dem Laufenden gehalten zu werden."


    In Erwartung etwaiger Rückfragen machte der Praefectus eine Pause.

  • "Es wäre in der Tat gut, wenn der Baubeginn möglichst umgehend erfolgen würde. Sobald der Frost einsetzt, ist es unmöglich die Fundamente zu gießen. Noch halten sich die Temperaturen im für diese Jahreszeit günstigen Bereich.


    Demnach sind also noch keinerlei Materiallieferungen vor Ort. Hm.“
    Nachdenklich rieb sich Claudius das Kinn. Schließlich blickte er auf.


    "Ich möchte vorschlagen, nicht erst in drei Tagen zur Baustelle auszurücken. Bei entsprechender Belieferung mit Bauholz könnten meine Männer bereits jetzt mit der Errichtung der Schalungen für die Fundamente beginnen. Damit würde nach dem Eintreffen der Materiallieferungen, die ich vermutlich ebenfalls beaufsichtigen soll …“


    Ein fragender Blick traf den Lagerkommandanten.


    "… das Gießen derselben zügiger vonstatten gehen. Als Baumaterialien brauche ich vorrangig Kies, Kalk und Puzzolan (Vulkansand). Wasser muss auf jeden Fall an der Baustelle anliegen.
    Das Edelholz aus Tylus wird noch längere Zeit nicht benötigt. Es würde unnötige Lagerkapazität vereinnahmen, wenn es bereits im nächsten Monat geliefert wird.“


    Eine kurze Pause folgte, in der Centurio sich nochmals alle bereits erstellten Planungen ins Gedächtnis rief.


    "Ich bin mir meiner Verantwortung bewusst, bereits ab dem Moment, als ich die Zusage für die Erstellung der Pläne gemacht habe. Selbstverständlich halte ich dich auf dem Laufenden, was Baufortschritt oder Hindernisse betrifft.“

  • "Wenn deine Centurie so kurz nach dem Übungsmarsch wieder zu Bauarbeiten herangezogen kann - umso besser. Alternativ stünden noch weit mehr Manipel zur Verfügung...an Arbeitern mangelt es uns nun wirklich nicht.


    Die Edelhölzer aus Tylus werden selbstverständlich im Kastell selber gelagert und da haben wir genügend solcher Reserven. Die überdachten Provisorien direkt am Baugrund sind vorrangig für die Unterbringung des direkt vor Ort gewonnenen und verarbeiteten Holzes vorgesehen. Witterungsresistente Baumaterialien werden daneben angelagert. Es wird sich noch erweisen, wie schnell und mit welcher Frequenz das Material angeliefert bzw. tatsächlich verarbeitet wird. Die Transportplanungen hatten ursprünglich zum Ziel, über Monate hinweg eine möglichst konstante Menge an vorhandenem Baustoff zu gerantieren. Kies und Kalk schafft der Nordabschnitt heran. Verona wird bald liefern. Vulkansand ist in begrenzten Mengen - es handelt sich um Restbestände, welche beim Bau des Kastells nicht mehr benötigt wurden, bereits vorhanden. Weiterer wird bei Bedarf die Classis Misensis aus Sicilia anschaffen."

  • Für den Centurio hatten sich damit die wichtigsten Fragen geklärt.


    Ursprünglich hatte er noch vorgehabt, mit dem Praefectus über das zukünftige Niveau der LEGIO I zu sprechen. Ob es angesichts der bevorstehenden straffen Einsatzplanung für die gesamte Einheit jedoch zweckmäßig war, dies sofort zu klären, wusste er nicht einzuschätzen. Unter Umständen hatte ja auch der Informationsfluss an dieser Stelle nicht gehakt. Die Entscheidung sollte der Praefectus treffen.


    "Da wäre noch was. In diversen Gesprächen unmittelbar nach Kommandoübergabe habe ich dem Legaten assistierend zur Seite gestanden, als es um die Festlegung des Ausbildungsniveaus der Probati, der Anforderungen für Beförderungen und der Bedingungen für die Übernahme vornehmlich von Offizieren aus anderen Einheiten ging. Vermutlich bist du inzwischen davon unterrichtet, ansonsten stehe ich jederzeit für Auskünfte zur Verfügung."

  • Der Praefectus zuckte abfällig mit den Schultern. Er hielt nicht besonders viel von Offizieren, die laufend ihre Einheit wechselten, nur weil sie glaubten, dadurch eine Art des Vorteils zu erschleichen. Ginge es nach ihm, müsste die Legio I all ihre Offiziere selbst rekrutieren - genügend Anwärter waren ja vorhanden und als Vorgesetzter wusste man zumindest da, was man ihnen hatte.
    So winkte er beiläufig ab.


    "Beförderungen und Versetzungen sind Angelegenheit des Legionskommandanten und zumindest im Falle der Centurionen - wenigstens formal gesehen - des Kaisers persönlich. Sonst noch was?"

  • "Natürlich“, bestätigte der Centurio auf die Bemerkung hin, dass Beförderungen und Versetzungen die Angelegenheit des Kommandanten und des Kaisers waren. Dennoch hatte er sich stark dafür eingesetzt, den erschwerten Aufstieg in der LEGIO I beizubehalten, Versetzungen nie mit einem Rangaufstieg zu verbinden und wenn es nach ihm ginge, zumindest die Stabsoffiziere in der LEGIO I hochdienen zu lassen. Er war auf offene Ohren gestoßen, was die Anforderungen für den legionsinternen Aufstieg und im Groben für Übernahmen betraf.


    Etwas fiel dem Centurio noch ein.


    "Ich habe noch eine Frage, was das Bauvorhaben betrifft. Über welche Baumaschinen verfügt die Legion?“

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!