• Die Wache hatte Iulia hier an der Tür abgesetzt und der Pförtner war inzwischen weiter ins innere des Hauses verschwunden um jemandem bescheid zu sagen oder etwas vorzubereiten. Während sie wartete, versank sie in Gedanken. Zum ersten Mal würde sie länger in einer anderen Provinza als Hispania leben... Aber war es wirklich ein so großer Unterschied ob man in eine weiter entfernte Stadt zog oder in eine andere Provinz? Einem Teil ihrer Familie würde sie dafür ohnehin näher sein...

  • Wenig später erreichte Meridius das Vestibulum. Als ihm der Pförtner mitgeteilt hatte, dass eine Iulia Severa eingetroffen war, konnte er es fast nicht glauben. Mit dem Betreten des Raumes wurde es jedoch Gewissheit. Mit einem Lächeln sprach er die schöne Dame an.


    "Hätte ich gewusst, dass Du eintreffen wirst, ich hätte die Regia entsprechend vorbereitet."


    Er trat zu ihr und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.

  • An diesen Augenblick hatte sie während der Reise oft gedacht.Glücklich lächelte sie zurück, legte die Arme um ihn und ihren Kopf an seine Schulter.


    "Den genauen Zeitpunkt meiner Ankunft hätte ich dir sowieso nicht mitteilen können und nach der Reise werde ich auch mit einer unvorbereiteten Regia sehr zufrieden sein."


    Dann löste sie sich von ihm und schaute auf seinen verbundenen Arm, der ihr gleich aufgefallen war als Meridius den Raum betreten hatte.


    "Wie ist das passiert?"

  • Sie hatte die Bandage natürlich nicht übersehen. Er hatte sich noch überlegt gehabt, ob er den Verband abnehmen sollte, doch was hätte es genützt. Ihren wachsamen Augen entging nichts. Um ihr die Sorge zu nehmen, entschied er sich, nicht erst lange um die Sache herum zu reden.


    "Es ist nichts besonderes.
    Eine eifersüchtige Frau ging auf mich los..."


    Er musste an sich halten, nicht gleich loszulachen und amüsiert beobachtete er ihre Gesichtszüge.

  • Erst war sie etwas irritiert, aber dann fiel ihr sein amüsierter Gesichtsausdruck auf.Entweder stimmte die Geschichte und er spitzte sie absichtlich zu oder er hatte sie erfunden, um ihre Reaktion zu testen, während sie sich sorgte... Ihre Augenbrauen zogen sich leicht zusammen.


    "Ist das die Wahrheit oder nur die Version für die Taverne? Obwohl wenn du häufiger solche Aussagen machst, könnte sie stimmen..."

  • Er schmunzelte noch immer, als sie jedoch die Augenbrauen zusammenzog, konnte er nicht anders und lachte. Dann sah er sie liebevoll an.


    "Mach Dir keine Sorgen. Es war ein Anschlag durch eine Frau, der jedoch nicht glückte. Ich konnte ihren Angriff abwehren und es ist nichts schlimmes geschehen. Die Verwundungen aus dem Feldzug gegen die iberischen Rebellen waren schlimmer."


    In das Tat hatte er damals mehr einstecken müssen. Da jedoch auf dem Feldzug jeder einsteckte und die Wunden im Vergleich zu den wirklich ernsten Fällen eher unbedeutend waren, sprach er nie darüber. Und verheilt waren sie alle längst.


    "Wie lange wirst Du bleiben?"


    fragte er sie und machte einen geschäftigen Eindruck.

  • "Wenn ich an unsere vorherigen Gespräche denke, wird es ein längerer Aufenthalt."antwortete sie, um dann wieder zum voherigen Thema zurückzukommen.


    Es war klar das er sie beruhigen wollte, trotzdem spielte er es ihrer Meinung nach zu sehr herunter.Meistens schaffte sie es solche beunruhigenden Gedanken zuverdrängen oder sich damit zu trösten das er sich schon verteidigen würde, aber in letzter Zeit war einfach zu viel passiert...


    "Es ist doch nicht nur die Verwundung, ich finde die Tatsache, dass dich jemand umbringen wollte nicht gerade beruhigend. Was wenn sie einen Auftraggeber hatte?"

  • "Sie hatte mit Sicherheit Auftraggeber."


    antwortete Meridius und drückte ihr erneut einen Kuss auf die Stirn.


    "Aber jetzt folge mir nach innen. Du wirst sicher müde von der Reise sein. Hast Du schon gegessen? Möchtest Du ein Bad nehmen? Oder zuerst Dein Zimmer aufsuchen? Wie geht es Dir? Was machen Maximian und Romanus?"


    Er hatte viele Fragen und wollte nicht das Attentat zum Hauptthema ihres Wiedersehens machen.


    "Es ist schön, dass Du hier bist.
    Ich habe Dich vermisst."

  • Wenig begeistert stellte sie fest, dass es keine Sinn hatte jetzt weiter mit ihm über dieses Thema zu reden.


    "Maximian und Romanus ging es bei meiner Abreise ganz gut, auch wenn sie mir etwas verschlossene schienen.Und ich würde gern erst in mein Zimmer gehen und dann ein Bad nehmen."


    Sie rang sich ein lächeln ab.


    "Ich werde dich hoffentlich etwas länger und häufiger sehen können, als sonst."

  • Meridius erwiderte ihr Lächeln.


    "Das hoffe ich ebenfalls. Nicht, dass es in Germanien keine schöne Frauen gibt, ganz im Gegenteil, doch was nützen mir die schönen Frauen, wenn ich nur eine will?"


    Er zwinkerte ihr zu.


    "Sextus wird Dich zu Deinem Zimmer bringen."


    Er nickte ihr zu und der Sklave trat aus dem Hintergrund nach vorne.


    "Schaust Du nach dem Bad in meinem Zimmer vorbei?
    Ich werde ein paar Kleinigkeiten zu Essen auftragen lassen."

  • "Ich weiß nicht ob ich dich jetzt bedauern oder mich freuen soll."
    meinte sie ebenfalls mit einem Zwinken. Ihr Gesichtsausdruck verriet aber deutlich was sie wirklich tat.


    "Ja wenn ich es finden sollte."


    Großen Appetit hatte sie im Moment zwar nicht, die Reise war ihr doch ein wenig auf den Magen geschlagen,aber nach dem Bad würde das vielleicht anders aussehen.

  • "Du wirst es finden."


    antwortete Meridius mit einem Lächeln. Sextus würde sie zu ihrem Zimmer geleiten und ihr auch das ganze Domus zeigen, wenn sie danach fragte. Insgeheim hoffte er jedoch die wirkliche Führung durch die Räumlichkeiten mit ihr selbst begehen zu können.


    "Ich werde dann schon mal vorgehen.
    Wir sehen uns ja nachher. Bis dann."

  • "Ja bis nacher."


    Iulia wendet sich Sextus zu, der schon bis zur nächsten Tür gegangen ist und folgt ihm. Unterwegs wird sie ihn zumindest zu den Räumlichkeiten befragen an denen sie vorbei kommen.

  • Die zweite Wache begleitete den Praefectus Vigilum Crassus bis zum Vestibulum der Domus des Legatus Augusti pro Praetore, begrüßte die dort anwesende Wache und ging wieder zurück zum Eingang der Regia.


  • Der Alte betrat das Vestibulum und erblickte die ersten Hochzeitsgäste die schon eingetroffen waren. Er neigte sein Haupt und blickte in Richtung des Wachsoldaten.


    "Ich bin jetzt wieder da.
    Ist gut, danke, dass Du mich vertreten hast..."


    Er schnaufte. In seinem Alter waren Harnleitererkrankungen kein Spaß mehr und wenn der gute Wachmann nicht hin und wieder seinen Posten übernehmen würde, wüsste er gar nicht mehr was tun.


    Dann sah er zu den Hochzeitsgästen.


    "Bitte tretet in das Atrium ein. Der Hausherr wird euch dort Willkommen heißen. Die Feier der Hochzeit findet in einem vorbereiteten Saal statt. Für Unterbringungen wird ebenfalls gesorgt. Falls sonstige Wünsche oder Bitten anstehen, ich bin hier zu finden."

  • Die Wache hatte mich hierher gebracht und nun stand ich im Vestibulum.....


    Der Ablauf hier erinnerte mich sehr ans Militär, doch irgendwie uach verständlich, schliesslich war so eine Hochzeit eine hervorragende Möglichkeit für Meuchelmörder, sich einzuschleichen...


    Ich sah mich nach Hilfe um, Meridius hatte hier sicher Sklaven am arbeiten, die einem den Weg weisen....


  • Der Alte wiederholte auch hier, was er schon vorher bereits mehrmals gesagt hatte. Heute würde jedenfalls ein langer Tag werden ...


    "Bitte tretet in das Atrium ein. Der Hausherr wird euch dort Willkommen heißen. Die Feier der Hochzeit findet in einem vorbereiteten Saal statt. Für Unterbringungen wird ebenfalls gesorgt. Falls sonstige Wünsche oder Bitten anstehen, ich bin hier zu finden."

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