Im Keller der Regia Legati Augusti Pro Praetore

  • Die beiden Probati brachten die Gefangene in ihre neue Zelle. Ich war gleich dahinter, und deutete den beiden durch ein nicken zu, dass sie sich entfernen konnten. Auch ein medicus würde sicher gleich kommen. Dann wandte ich mich an Hedda.

    Also was ist mit deiner Schwester, und wer bringt sie um wenn du redest? Ist es Numerianus?

  • Völlig entkräftet landete sie nun in einer der Zellen vor denen sie die ganze Zeit Angst gehabt hatte. Keine Fenster, eng und duster und schlimmer als die Zelle in der sie vorher gewesen war. Jedoch nahm sie das alles nur am Rande wahr, aber dennoch waren die Eindrücke die sie hatte fast genauso schmerzhaft wie die Schmerzen auf ihren Rücken.
    Sie hatte kaum laufen könen und als sie nun auf der Pritsche saß, versuchte sie immer noch sich ein wenig mit dem Stoffetzen zu bedecken. Hedda hatte kaum die Kraft zu sitzen, aber sie wollte sich auch nicht hinlegen.


    Was mit meiner Schwester ist weiß ich nicht. Ich habe sie lange nicht mehr gesehen. Sie wird von den Männern festgehalten, was Numerianus macht weiß ich auch nicht. Iska hat keine Ahnung denke ich in welcher Gefahr sie eigentlich ist. Sie kennt kein anderes Leben und ich habe ihr nie erzählt, dass sie mich mit ihr erpressen.


    Hedda musste langsam sprechen und immer wieder kleinere Pausen einlegen zwischen den Worten.

  • Ich hörte ihr zu, nickte ab und zu, denn das passte ganz gut zu den angaben von Venusia.

    Sind das Numerianus Männer? Und wo halten sie sie gefangen? Du musst mir schon genaue Informationen geben, wenn ich deine Schwester befreien soll!
    Also ist Numerianus jetzt in dieser Sache beteiligt oder nicht?

  • Er began sie langsam ein wenig zu verwirren, denn es musste doch klar sein, dass Numerianus in diese ganzen Sachen verwickelt war. Sie dachte, dass sie aus diesem Grund unter anderem hier saß, schließlich hatte sie ihn lange genug versucht zu decken. Hedda schloß einen Moment ihre Augen.


    Er ist daran beteiligt. Ich sagte das doch schon. Iska ist bei den anderen Männern, als wäre nichts. Zumindest war sie es da wo ich sie zum letzten mal gesehen habe. Es ist schon lange her. Sie haben ein Versteck am Hafen und noch eines in der Stadt in den Hinterhöfen.

  • Der Medicus den Varus auf Befehl des Optios geholt hatte traf nun im Carcer ein und betrat die Zelle der Gefangenen. Varus bekam von den Vorgängen in der Zelle nichts mehr mit, denn er und Maxentius waren vom Centurio angewisen worden, sich zu entfernen.

  • Crispus war gefolgt und stand schweigend in der Zelle. Der Centurio hatte wohl einen Sinneswandel vollzogen und verhörte die Gefangene, die offensichtlich ein bedauerliches Schicksal erlitten hatte. Dem Optio tat es leid, dass er sie ausgepeitscht hatte...

  • ALs der Medicus die Zelle betrat nickte ich diesem zu, trat einen schritt zurück und lies ihn mit seiner Arbeit beginnen. Es war heute wohl an der Zeit sie ruhen und wieder zu Kräften kommen zu lassen.
    Und so verlies ich wieder die Zelle.

  • Nachdem der Medicus gekommen war hob Hedda auch wieder ihren Kopf, denn der Centurio war aufgestanden und sagte nichts mehr zu ihr. Das fand sie wiederum unheimlich, aber sie wollte auch nichts mehr sagen. Nun hatte sie doch alles gesagt, aber irgendwie hatte sie schon wieder das Gefühl, dass das nicht alles gewesen sein würde.
    Es behagte ihr nicht, dass sie behandelt werden sollte, nicht von diesem Medicus, der so komisch aussah. Sie sah in den meisten Menschen um sie rum eine Gefahr mittlerweile, aber wusste sie auch, dass sie keine große Wahl haben würde.


    Zum ersten mal blickte sie auch den Mann an, der sie ausgepeitschte hatte und sie hielt ihren Blick einen ziemlich langen Moment auf seine Augen gerichtet. Hedda zeigte ihm gegenüber keinen Hass, was ungewöhnlich für sie war, aber er hatte nur einen Befehl befolgt auch wenn sie gehofft hatte, dass er es nicht machen würde, aber auch er war ein Römer, also warum sollte er einer Germanin kein Leid zufügen wollen. Zögerlich wandt sie ihren Blick dann langsam ab und man konnte ihr nur zu deutlich anmerken, dass sie Angst hatte, als der Medicus sich ihr näherte um sich ihre Wunden anzusehen. Noch mehr Angst hatte sie vor dem Alleinsein, denn es würden Wachen vor der Tür stehen, Wachen wie beim letzten mal........


    Als der Medicus begann sich ihren Rücken anzusehen hätte sie schreien können, denn jede kleine Berührung schien tausend weitere Schmerzen in ihr vorzutun.

  • Crispus' Blick traf sich mit dem von Hedda. Kein Hass kam aus ihren Augen. Eher Enttäuschung. Noch einmal schossen die Bilder der Auspeitschung vor seinem geistigen Auge vorbei. Das Schluchzen des Mädchens, das Knallen der Peitsche. Die Wunden würden ihr noch einige Zeit erhalten bleiben, sich mit etwas Pech entzünden...normalerweise hätte ihm das nichts ausgemacht. Er hatte schon einige Germanen in den Tod befördert. Doch das Mädchen hatte wegen ihrer Schwester gelitten. Er hatte doch nichts anderes tun können! Befehl war Befehl!
    Er konnte dem Blick nicht standhalten und blickte lieber zu dem Medicus, der ihre Wunden versorgte. Hoffentlich machte er es gut...

  • Zusammnegekauert saß sie auf der Pritsche und ließ sich behandeln, was ihr allerdings wie eine Folter vorkam. Der Medicus ging nicht grade sanft mit ihr vor, schließlich war sie ja nur eine Gefangene und in den Augen so manch anderen nichts anderes. Er wusch ihr die Wunden aus, damit auch jedes bisschen Staub weg war und auch das Blut entfernt wurde. Die Wunden auf ihren Rücken waren hässlich und die Schmerzen dazu noch viel schlimmer.
    Man konnte sehen wie schwer es ihr fiel so still sitzen zu bleiben und nicht einfach aufzustehen und vor dem Medicus zu fliehen. Ihre Hände presste sie vor ihr Gesicht um jeden Laut im Keim zu ersticken, denn sie wollte nicht, dass man hörte wie sie litt. Nachdem der Medicus den Rücken vom Blut und Staub gereinigt hatte strich er ihr noch eine heilende Salbe auf die offenen Wunden und verzichtete auf einen Verband, der das alles nur noch schlimmer machen würde. Ausserdem war es eine Gefangene und wer hatte schon eine Ahnung was mit ihr weiter geschehen würde. So packte der Medicus seine Sachen wieder zusammen und wischte sich seine Hände an einem sauberen, feuchten Tuch ab und stand dann auf. Meine Arbeit ist getan, wünsche einen schönen Tag noch, Vale sagte er zu dem Optio und verschwand durch die Tür nach draussen. Er war froh dieses dunkle Gemäuer endlich wieder verlassen zu können.


    Hedda wagte es kaum sich zu bewegen, aber sie war froh, als der Medicus endlich fertig war und sich erhob. Sie zog den Fetzen Tunika vor sich wieder etwas hoch um sich bedecken zu können, denn sie war ja zerrissen und anziehen konnte sie diese nicht mehr, mehr als eine Decke war es nicht.Die Salbe kühlte ihren geschundenen Rücken etwas und nahm ein wenig von den Schmerzen auch wenn sie wusste, dass das noch nicht alles gewesen war. Sie kannte die einfachen Auspeitschungen noch von der Zeit im anderen Carcer und wusste wie lange diese Schmerzen anhalten konnten, aber hier war es deutlich schlimmer. Heddas Stirn legte sich langsam seitlich an die schmutzige Kerkerwand und sie sah einfach grade aus ins Leere. Da der Medicus gegangen war, war sie alleine mit dem Mann der sie ausgepeitscht hatte und sie wusste, wenn er auch ging, dass sie dann ganz alleine un dem Dunkel sitzen würde. Hier drinnen gab es keine Fenster, kein Licht welches zu ihr durchdringen würde, ausser vielleicht durch einen Spalt in der Türe. Langsam schnürte ihr dieder Gedanke die Luft ab, denn das war eine zusätzliche Strafe, hatte sie vor solchen Räumen doch Angst. Und was war mit den Wachen? Würde er wieder zulassen, dass sie in die Zelle kamen? Schmerzhaft unterdrückte sie ein Schluchzen.

  • Auf dem Weg in die Zelle begegneten wir dem Medicus, welcher kurz anhielt.
    Ich habe mir den Rücken der Gefangenen angesehen, sie mit einer Salbe behandelt! Ihr habt euch diesesmal eh recht gut zurückgehalten! Ich denke nach einer Woche wird sie nicht mehr allzuviel spüren, aber sie sollte keine Kleidung oder sonstigen Stoff auf die Wunden bringen, da sie sonst entzünden könnten! Aber das weißt du ja selber, also dann bis zum nächsten Mal und Vale! Im vorbeigehen grüßte er noch die Comes, wunderte sich ein wenig, was sie hier im Carcer machte, und war auch schon wieder verschwunden! Ich sagte vorerst nichts und ging schweigend zur Zelle. Die beiden Wachen davor salutierten und öffneten die Zellentür.


    Ich ging hinein, nahm meinen Helm ab und schaute Hedda eine kurze Zeit an.

    Hedda da möchte jemand mit dir sprechen!

  • Schweigend war sie ihm in diese dunklen Gewölbe geführt, hatte den Worten des Medicus gelauscht und merkte auf einmal wie sich eine Hand um ihren Hals legte und diesen zuzuschnüren suchte. Sie atmete tief durch als sie schließlich and er Zelle ankamen und blieb vor der Tür stehen. Sie trat nciht mit Scipio ein. Wenn Hedda sie nciht sehen wollte, dann sollte sie es ihm sagen und nicht ihr. Sie war sich schon lange nicht mehr sicher ob es richtig oder falsch war oder was es überhaupt war, doch sie wollte diese Frau nur sehen, wennn diese sie auch sehen wollte und so wartete sie geduldig und ziemlich angespannt.

  • Crispus nickte dem Medicus zu, dann wartete er. Was sollte er eigentlich tun? Der Centurio hatte nicht gesagt, ob er vorhatte, noch einmal zu kommen.
    So stand er unschlüssig da und gerade, als er sich überlegt hatte, doch lieber noch einmal nachzufragen, ging die Tür auf und der Centurio kam zurück und kündigte einen weiteren Verhörer an...
    So überlegte er es sich anders und blieb neben der Tür stehen.

  • Nicht viele Atemzüge hatte sie machen können, als die Tür schon wieder aufging. Zuerst dachte sie, dass der Mann gehen würde, der bis eben noch bei ihr gewesen war, dies war auch der Grund warum sie ihren Kopf von der Wand hob, denn sie wollte nicht alleine sein, sie wollte nicht alleine im Dunkeln bleiben, denn solange er da war, gab es diese Fackel in diesem Raum und die sollte bleiben. Mit ihrem blassen Gesicht und den rötlichen Rändern unter den Augen sah sie zu diesem Mann und wollte ihn schon bitten zu bleiben, als sie bemerkte, dass er nicht gehen wollte, sondern, dass jemand gekommen war. Wie hätte es auch anders sein sollen.


    Heddas Gesichtszüge zeigten einen ratlosen Gesichtsausdruck, geprgt von Schmerz und Furcht. Sie musste immer noch den Stofffetzen vor sich halten, damit sie nicht völlig entkleidet auf der Pritsche saß. Noch einmal warf sie Crsipus einen Blick zu und sah dann den Centurio an. Warum wollte man sie denn jetzt weiter quälen? Sie hatte doch alles gesagt. Wieso mich sprechen? Ich habe doch alles gesagt. Hedda redete nur leise und schwach.

  • Sie will nur mit dir reden, es wird auch kein Soldat bei diesem Gespräch anwesend sein, und ich denke du solltest dir anhören was sie zu sagen hat, es geht dabei auch um Iska!


    Ich schaute sie irgendwie fragend an und wartete auf eine Reaktion ihrerseits!

    Und ich bedauere sehr, dass du nichts anzuziehen hast, aber wenn die nächsten paar Tage kein Stoff an die Wunden kommt, entzünden sie sich nicht!

  • Völlig verwirrt sah sie noch einmal zu der Tür und erblickte jetzt erst neben dem Optio Venusia und es erschreckte sie, diese Frau zu sehen. Zu viele Erinnerungen gingen ihr im Kopf rum als sie Venusia anschaute. Nein! Ich will nicht alleine sein, weder mit ihr und danach auch nicht. Bitte, nicht alleine lassen, nicht im dunkeln, nicht.... begann sie zu schluchzen und spürte das Ziehen auf ihrem Rücken und das Spannen was sich langsam dazugesellte. Leise flüsterte sie den Namen ihrer Schwester immer wieder vor sich und zog den Stoff mit gefalteten Händen unter ihr Kinn. Sie kniete halb auf der Pritsche und hatte ihre Beine schräg angewinkelt und der Fetzen konnte nicht grade viel verdecken, ausser die wichtigsten Stellen und ein klein wenig mehr.


    Was ist mit Iska fragte sie ganz leise und ging nicht weiter auf den Stoff ein, sie fühlte sich auch so schon nackt, da musste sie nicht drüber reden.

  • Etwas ratlos schaute ich sie an. Was sollte ich denn nun machen? Sicher ich kann sie zwingen mit ihr zu reden, oder zumindest ihr zuzuhören, aber das war nun auch nicht der sinn der ganzen sache, und was meinte sie, von nachher auch nicht alleine? Es war wohl klar dass nicht immer jemand in der Zelle sein konnte, oder was hatte sie sich denn gedacht?

    Nun das kann sie dir sagen was mit Iska ist, sie hat mit ihr gesprochen! Únd was danach ist sehen wir wenn es soweit ist!

  • Die Worte wollten nicht so ganz zu ihr durchdringen und sie hatte das Gefühl, dass hier wieder ein falsches Spiel gespielt wurde. Es versetzte sie wieder in Panik, die sich ganz langsam ausbreitete, denn sie war sich sicher, dass das nur ein Vorwand war um an Informationen zu kommen, die sie aber schon gegeben hatte. Es war ein Gedanke, der sie wahnsinnig machte, der begann sie von innen aufzufressen. Immer wieder dachte sie daran, dass sie nicht alleine sein wollte und, dass sie sie wieder auspeitschen würden wenn sie nicht machte was sie wollten.
    Ich weiß wirklich nichts mehr wimmerte sie vor sich hin und nun war sie an dem Punkt wo sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Ihre Gedanken kreisten um ihre kleine Schwester, aber sie konnte nicht wirklich glauben, dass diese Frau sie gesehen haben sollte, wo denn auch?

  • Ich ging vor ihr in die Hocke und schaute sie an.
    Das ist im Moment egal! Und ich will auch ehrlich zu dir sien, denn sie ist auf meinen Wunsch hier! Ich denke, dass du es verdient hast, dass du etwas über das befinden deiner schwester wissen solltest, da du solche schmerzen ihretwegen erduldet hast. Sie hat sie bei ihrer Entführung gesehen, es ist nun auch schon eine Weile her, aber immerhin!
    Ich schaute sie wieder an
    Also was sagst du? Willst du mit ihr reden oder nicht?

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