[Habitatio] Centurio Tiberius Artorius Imperiosus


  • Die kleinste taktische Einheit innerhalb der Legion ist die Centuria. Sie hat gewöhnlich eine Sollstärke von 80 Mann, die im Standlager der Legion gemeinsam in einer Baracke untergebracht sind. Die Centuria wird von einem Centurio und seinem Stellvertreter, dem Optio, angeführt.


    Während der Optio über ein Quartier verfügt, welches sich nicht von den Unterkünften der gewöhnlichen Soldaten unterscheidet, hat der Centurio das Privileg , einer eigenen, viermal grösseren, Unterkunft innerhalb der Baracke, in welcher nicht nur seine Privaträume, sondern auch Arbeitsräume für ihn und den Tesserarius, sowie weitere Lagerräume befinden.


    Dies ist die Unterkunft des Centurios der IV. Centurie der IX. Kohorte der I. Legion innerhalb des Lagers.



  • Marcella


    Imperiosus betrat seine Unterkunft. Er schaute sich kurz um, als er bemerkte, dass die neuste Acta auf seinem Tisch lag. Die Saklven dachten wirklich an alles, dachte er sich und setzte sich. Gerade als er beginnen wollte, die Acta durch zu lesen, kam eine Sklavin herein, die er lange nicht mehr gesehen hatte.... es war Marcella.
    Hatte sie also doch mitbekommen, dass die Legio I wieder auf den Weg zurück war und kam zu ihren Herren zurück, ohne dass er ihr ein Brief schreiben musst. Mit ihr konnte er reden, ohne dass er diese Herren Sklavenverhältniss war. Sie war schlau und wusste und man konnte mir ihr über vieles reden. Manchmal hatten sie auch schöne Stunden verbracht, seitdem Titiana nicht mehr lebt.


    " Schön das du da bist Marcella. "
    " Schön das du den Krieg überlebt hast. "


    Tiberius musste nun lächeln, denn es war schön, wenn man so umsorgt wurde.


    " Ich habe mir die Freiheit erlaubt, dir die neueste Acta zu besorgen sowie heißen Kräutersud mit Honig zu machen oder magst du kein Kräutersud mehr. "
    " Wenn du ihn machst, ist er immer noch am besten... Danke. "


    Nun lächelte Marcella und ging wieder hinaus... hatte sie doch noch nicht ihre Sachen ausgepackt.

  • Es war ein Privilleg seines Ranges, das er sich erlauben konnte, die eingefahrenen Dienstwege ezwas zu verlassen und statt einen Centurio zu sich zu bestellen, sich einfach zu seiner Unterkunft zu begeben. Dies verkürzte in seinen Augen nicht nur die Abläufe, sondern gab ihm auch die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von dem Zustand des Castellums zu machen.


    Und so schritt er, gefolgt von Titus und begleitet von Taranis, an der Centuria der IV. Cen. IX. Coh. entlang, hielt direkt auf die Unterkunft des Centurios zu. Und natürlich hätte er einfach so einteten können, ohne anzuklopfen, doch er verzichtetet darauf, dieses Privilleg auszunutzen. Stattdessen klopfte er mit fester Hand an, wartete darauf, das von innen eine Reaktion erfolgte und trat erst dann ein.


    "Centurio !" grüsste er knapp.

  • Imperiosus war gerade damit beschäftig, seinen Kräutersud zu trinken und laß ein wenig in der Acta. Er bemerkte mit wohlwollen, dass sein Sohn anscheinend Magistratus in Tarraco geworden war. Anscheinend wurde man auf ihn aufmerksam, was nur gut für seine Karriere sein konnte.


    Als es an der Türe klopfte, dachte sich Tiberius, dass dies sicherlich einer seine Soldaten war, der irgendein Problem hatte.


    " Herein "
    rief er mit fester stimme.


    Als er aufschaute, war er ein wenig verwudnert, das der Legat vor ihm stand. Sofort stellte er sich stramm hin und grüßte ihn militärisch.


    " Salve Legatus "


    Titus nickte er zu, dem Mann, mit dem er und eine kleine Gruppe, eine Stadt eingenommen hatte. Auch Taranis der Luchs, der damals für ein leckeres Frühstück gesorgt hatte, bei der Nachtwache, schaute er kurz an.


    " Was wünscht du Legatus ? "


    Dann deutete er auf den Stuhl, damit sich Vitamalacus setzen konnte. Ein Sklave eilte herbei und stellte auch für Titus einen Stuhl hin, sofern er sich setzen wollte. Marcella bemerkte, dass dieser Mann wohl der Vorgesetzte von Tiberius sein musste, darum brachte sie ihm einen Becher mit verdünnten Wein.

  • "Rühren, Centurio !" befahl der Legatus knapp, bevor er mit einem Nicken des Dankes auf dem Stuhl platz nahm. Auch Titus nahm auf dem angeboten Stuhl platz, nach dem ihm der Legatus dazu ein Zeichen der Erlaubnis gegeben hatte. Allerdings ächzte Stuhl deutlich vernehmbar, als sich der Hüne setzte.


    "Ich will dich nicht lange aufhalten, Centurio," begann der Legatus. "Ich habe allerdings eine Aufgabe für dich, welche nicht besonders einfach ist."


    "Danke," meinte er knapp zu der Sklavin, welche ihm den Wein reichte, bevor er sich wieder dem Artorier zuwandte.


    "Der neue senatorische Tribun wird auf dem Campus ausgebildet werden und zwar unter deiner Anleitung. Du wirst dafür sorgen, das dieser Civilist möglichst schnell erfährt, was es bedeutet ein Soldat Roms zu sein, so wie es jeder Probati erlernt."


    Er trank einen Schluck von dem Wein, musterte seinen Klienten bevor er weiter sprach.


    "Es ist mein Wunsch und mein Befehl, das er in keiner Weise geschont wird. Ein Befehl von dir auf dem Campus wird auch ein Befehl von mir sein !"

  • Imperiosus rührte sich und setzte, nachdem Vitamalcus sich gesetzt hatte, ebenfalls wieder hin. Dann hörte er die Worte, die er zu ihm sprach und fragte sich wirklich, ob er einen Tribunus wirklich so behandlen sollte.


    " Nur, damit ich das richtig verstehe. Ich soll den Tribun ausbilden ? Ich soll ihn wie einen Probati behandeln ? Soll er allerdings alleine oder in einer Gruppe mit anderen Probati ausgebildet werden ? "


    Tiberius ging davon aus, dass er alleine Ausgebildet wird, damit er sich nicht der blöse stellen musste, als Tribun unter Probati zu sein, doch wusste er natürlich nicht, was sein Patron sich darunter vorgestellte.

  • Die Ahnen des Legatus hatten schon in Zeiten als Soldaten gedient, in denen die Grenzen Roms kaum über die Mauern der Stadt ragten und es gab kaum ein Gefecht der Legionen in dem nicht einer seiner Ahnen gekämpft hatte. Mit diesen Ahnen war er von Kindheit an konfrontiert worden. Und schon als Kind Kind hatte man ihn darauf gedrillt, das die Jugend nur zu leicht vergass, auf welche Tugenden sie sich zu berufen hatte.


    Und so war für ihn selbstverständlich, das in der Erziehung fast eines jeden Römers seiner Zeit Fehler gemacht worden waren, Fehler, die nur die Legion korrigieren konnte. Und da war es egal, ob ein einfacher Probati der Legion beitrat oder ein Magistrat sein erstes Tribunat absolvierte.


    "Er wird alleine ausgebildet, doch das heisst nicht, das er geschont werden soll. Er dient als Tribun und als solcher wird er Kohorten befehlen können. Und daher er soll wissen, was es heisst mit schwerem Gepäck zu marschieren, er soll wissen, wie schwer sich das Gladius nach einem Tag des Kampfes anfühlt."


    Nur so konnte ein Offizier wissen, was er seinen Männern wirklich abverlangen konnte.


    "Bring ihn an die Grenzen seiner Kondition und seiner Kraft, das er Industria und Pietas eines römischen Soldaten kennen lernt. Stell sicher, das er mit dem Gladius umgehen kann und auch einen Feind selbst bezwingen kann, auch nach einem langen Tag auf dem Marsch."

  • Gerade als Imperiosus wieder sein Officum betratt, sah er wie Marcella versuchte etwas Ordnung zu schaffen. Mit einem kurzem nicken deutete er ihr an, dass dies ok war, doch eigentlich wollte er dies noch gelesen haben.


    Doch nun wo sein Sohn hier war, käme er wahrscheinlich sowieso nicht mehr dazu. Der Artorier setzte sich auf seinen Stuhl, bot Menas den anderen Stuhl vor seinem Tisch an, während Marcella seine Sklavin verschwand, um etwas trinken zu holen, sowie zwei Becher.


    " Nun sag... Menas, warum bist du hier ? "


    Imperiosus konnte es sich denken, hatte sie doch damals vor dem Krieg sich gestritten, doch es war gut so gewesen, dass er seinem Sohn dies damals verboten hatte.

  • Der Weg wurde schweigend zurückgelegt, ganz so, wie Menas auch das Büro seines Vaters betrat und sich umsah. Nur kurz ließ er den Blick über ihm lieblos platziert erscheinenden Objekten schweifen, dann fixierte er den Stuhl und setzte sich. Nur wenige Male zuvor war er im Arbeitsraum seines Vaters gewesen, als er noch klein gewesen war, öfters. Doch seitdem die Rede vom Krieg gegen die Parther gewesen war, den er, zum Bleiben verurteilt, nicht hatte miterleben dürfen, war er nicht mehr hier gewesen.


    Sein Rufname, der so unfamiliär und unpersönlich war, klang ihm wie ein Peitschenhieb in den Ohren. Geringfügig schlossen sich die Hände fester um die Lehnen des Stuhles, und nur Sacadas, der seinen Herrn besser kannte als jeder andere, wusste dieses Zeichen zu deuten. »Darf ein Sohn seinen Vater nicht besuchen?« stellte er eine Gegenfrage, die ihm locker von der Zunge ging. »Halb Rom spricht von den Taten der Legionen. Ich dachte mir: Warum zuhören, wenn ich alles aus erster Hand erfahren kann?« Menas hielt einen Moment inne und fügte dann mit geschlitzten Augen hinzu: »Hätte ich es mit eigenen Augen gesehen, müsste ich nicht fragen.«

  • Imperiosus saß stumm da, als er seinen Sohn vor sich sitzen sah. Nun kam das Thema, vor dem sich Tiberius doch ein wenig gefürchtet hatte, doch irgendwann mussten sie ja darüber sprechen. In einem ernsten und ruhigen Ton fing er zu sprechen an.


    " Sohn... Ich kann nichts dafür, dass der Soldat seine Pflciht zu ernst genommen hat. Er dient in meiner Einheit und dort sind die meisten noch recht jung. Sie wollen sich beweisen. Ausserdem kannte er dich nicht. "


    Das zum Thema, ´Darf ein Sohn seinen Vater nicht besuchen`, dachte sich Imperiosus, doch würde er mal mit dem Soldaten am Tor sprechen müssen. Was die Sache mit dem Krieg betraf, naja... sein Menas kann ihm wohl nicht verzeihen, dass er ihm dies damals verboten hatte. Doch galt dies alles nur zu seinem Schutz.


    " Halb Rom spricht von den Taten der Legion, spricht Rom auch von den vielen toten Kameraden. Kameraden, die kaum älter waren als du. Nein, sicherlich nicht. Die Ruhmreiche Legio ist zurück gekehrt, doch von den toten Milites spricht keiner. Soll ich dir erzählen, wie ich mit ansehen musste, wie ein Freund von mir tötlich getroffen wurde und langsam zu Boden sackte. Nein sicherlich nicht... sicherlich willst du hören, wie Ruhmreich wir waren. "


    Tiberius schaute seinen Sohn nun streng an. Marcella, seine Leibsklavin kam herein und bemerkte sofort die angespannte Lage, die gerade im Raum war. Ruhig schüttete sie ihrem Herren verdünnten Wein in seinem Becher, auch Menas bekam verdünnten Wein. Dann stellte sie sich in einer Ecke, wo sie auf weitere Befehle wartete.


    " Du weißt mein Sohn, warum ich es dir damals verboten hatte. "

  • In Menas' Augen war Unerfahrenheit kein Grund für mangelnde Höflichkeit, doch da sein Vater das scheinbar anders sah, schwieg er dazu und ließ das Thema ruhen. Als sein Vater jedoch den alten Streit wieder aufgriff, schürzte Menas die Lippen und versuchte, seinen neu aufkeimenden Ärger zu unterdrücken, was ihm allerdings kaum gelang. Er wollte die Augen verdrehen, laut auffahren, widersprechen, doch alles, was er tat, war eine ungeduldige Geste zu machen und versuchen, möglichst unbeeindruckt vom strengen Blick seines Vaters zu wirken.


    »Du weißt genau, dass ich nicht zu jung war, damals!« entgegnete er inbrünstig. »Immer drehst du dir alles so, wie es dir passt, nicht wahr? Damals war es mein Alter, heute sind es die Gefallenen. Aber in jedem Krieg gibt es Opfer, Vater. Ich hätte genauso gut an einer Lungenentzündung hier krepieren können, und du hättest auch nichts tun können, um das zu verhindern!« Menas war inzwischen ausfgesprungen, sein Gesicht war gerötet. Er war aufgebracht. Sacadas beobachtete alles aufmerksam. Und dann war da natürlich noch die Krankheit. Für alle jenseits der Familie nicht existent, verschwiegen und verleugnet, hätte sie womöglich zu Problemen geführt, wäre Menas schon damals dem Militär beigetreten. Jetzt schnaubte er herablassend. »Willst du mir ewig versagen, dem Reich zu dienen?« ereiferte er sich.

  • Imperiosus sah seine Sohn an... Er merkte, wie aufgebracht er war und sein strenger Blick wurde etwas freundlicher. Nun stand er auf, seine Stimme klang ruhig, doch sehr herausfordernd an.


    " Du willst also dem Imperium dienen... Dann mein Sohn, zeige mir dass du es schaffst mit mir mitzuhalten. Lass uns auf den Campus gehen und wir werden so trainieren, wie ich es mit jeden anderen Probati auch tun würde. Erst wenn du mir beweißt, dass ich daneben lag und du bereit bist, erst dann erlaube ich es dir, zur Legion zu gehen. "


    Der Blick wurde wieder etwas strenger, doch nun würde es sich zeigen, ob sein Sohn die herausforderung annehmen und sie auch bestehen würde.

  • Doch Menas war nicht gewillt, das Angebot anzunehmen. Er griff nach dem Becher, den die Sklavin bereitgestellt hatte, setzte ihn an und trank langsam zwei Züge des vermischten Weines. Als er den Becher wieder absetzte, fuhr er sich mit dem Handrücken über den Mund und sah zu seinem Vater auf. »Ich habe nicht die Absicht, in der Prima zu dienen. Nicht, nachdem mein eigener Vater mir unmissverständlich deutlich gemacht hat, dass es nicht erwünscht ist«, entgegnete Menas. Über seine körperliche Verfassung machte er sich nur insofern Gedanken, dass es katastrophal wäre, würde er bei den Prüfungen seines Vaters unter den Blicken zahlreicher Soldaten der Krankheit anheim fallen. Während die anderen im Krieg für das Reich fochten, hatte Menas ausreichend Zeit gehabt, seine Muskeln aufzubauen. Dennoch blieb er jetzt sitzen. »Ich möchte den Stadtkohorten beitreten. Das kannst du mir nicht verbieten, Vater. Rom wird wohl kaum jemals einem Krieg entgegensehen«, bemerkte er trocken und verschränkte die Arme vor der Brust.

  • Imperiosus schaute seinen Sohn an. Sein Blick wurde lockerer und dann setzte er sich wieder. Warum konnte dieser Bengel nicht verstehen, warum er so gehandelt hatte. Doch was konnte er nun machen, damit sein Sohn... moment, er wollte zu den Stadtkohorten ! Tiberius dachte über seinen letzten Satz nach und tat dann etwas, womit sein Sohn sicherlich nicht rechnen würde.


    " Gut mein Sohn, wenn du willst schreibe ich dir ein Empfehlungsschreiben "


    Sicherlich gefiel es dem Centurio nicht, dass sein Sohn jeden Tag gefahr laufen würde, von irgendwelchen Ganoven in Rom niedergestochen zu werden, doch war dies bei weiten besser, als dass er zur Legion gehen würde.

  • Menas öffnete den Mund, um etwas zu sagen, sah seinen Vater nur kurz an und schloss ihn dann wieder. Ärger stieg in ihm auf. Hatte er seine Meinung nun urplötzlich geändert? Lag es an Menas' entschlossenem Auftreten? Oder befand er ihn jetzt für alt genug? Menas schnaubte und wandte seinen Blick ab. Er wusste nicht, was er denken sollte. Und ein Empfehlungsschreiben wollte er ihm auch mitgeben! Nicht im Traum würde Menas das annehmen, da käme er sich ja unfähig vor, wenn er als normalet Rekrut mit einer Empfehlung von Papi daherkam, der ganz zufällig auch Soldat war. Nein. Menas sah seinen Vater wieder an, die Spuren der Überraschung nur noch minimal auf seinem Gesicht lesbar. »Es würde mir reichen, wenn du schriftlich erklärst, dass mein Beitritt in die Kohorten deinem Wunsch entspricht«, entgegnete er ein wenig steif und verfluchte insgeheim denjenigen, der sich jemals die Gewalt der Väter ausgedacht hatte. Zwar glaubte Menas nicht, dass er die Erklärung brauchen würde, doch sicher war sicher.

  • Imperiosus sah, wie sein Sohn etwas überrascht war, zumindest deutete er dies an dem offenen Mund, der er kurz mal hatte. Als Menas sein Blick abwandte, freute sich Tiberius ein wenig, hatte er doch bei diesen kleinen zweikampf punkten können. Zwar fand der Artorier es nicht besonders schön, dass er all die Jahre mit seinen Söhnen ärger hatte und immer noch hat, doch anscheinend war der Streit mit ihnen das einzigste, was ihnen blieb. Darum war es auch besonders schön für Imperiosus, wenn er mal eine der auseinandersetzungen gewinnen konnte, auch wenn dies bedeutete, dass seine Söhne ihn als kalt empfanden und ihn haßten.


    " Gut, dies sollst du von mir bekommen. "



    Salve,


    Der Überbringer dieses Briefes ist mein geliebter Sohn Artorius Menas. Er hat sich entschlossen, wie jeder Artorier, dem Kaiser auf seine Weise zu dienen. Da er unter meiner Patria Potesta steht, braucht er natürlich meine Zustimmung für den Beitritt, den er hiermit schriftlich bekommt.


    Vale


    ~~~



    [Blockierte Grafik: http://img129.imageshack.us/img129/5084/artoriasiegelhj8.png]
    Tiberius Artorius Imperiosus

    ANTE DIEM V ID IUL DCCCLVIII A.U.C. (11.7.2008/105 n.Chr.)



    Nachdem Imperiosus den Brief geschrieben hatte, ohne dass Menas ihn vorher lesen konnte, versiegelte er den Brief. Da er bereits den Ring besaß, den jeder Artorier eigentlich erst bekam, wenn er im Stand eines Ritters war, wollte diesen doch jetzt schonmal benutzen. Auf den Wachssiegel drückte er seinen Ring tief hinein, damit auch jeder sofort erkennen konnte, von welcher Gens der Verfasser dieses Briefes kam.


    " Hier mein Sohn, der Brief kommt doch hoffentlich unbeschadet an. "


    Natürlich meinte er, dass der Siegel noch heil sein sollte, der Optio ihm Rekrutierungsbüro dies zu Gesicht bekommen würde.

  • Ausdruckslos verfolgte Menas, wie sein Vater einen Bogen Pergament herbeizog und begann, darauf zu schreiben. Was dort stand, war ihm letztendlich gleich, solange es nur bedeutete, dass er endlich nicht mehr untätig zu Hause sitzen musste. Ein wenig verwunderte es ihn allerdings, dass sein Vater nichts auf seine Weigerung entgegnete, doch auf der anderen Seite war es doch nichts Neues.


    Den gesiegelten Brief reichte ihm sein Vater dann, zusammen mit einem Kommentar, der Menas' Lippen zum Schürzen brachte. Als ob er das Siegel brechen und wie ein kleiner Junge spicken würde! Menas schluckte seinen Groll herunter und überlegte, in welchem Gasthaus er für die Nacht absteigen sollte. Zwei Drittel seiner Gefolgschaft standen noch vor dem Kastell, und er selbst hatte nicht vor, in selbigem zu nächtigen. Irgendwo in Mantua würde sich schon etwas finden lassen, sagte er sich. Die Blöße, seinen Vater zu fragen, wollte er sich nicht geben. Und was er weiterhin sagen sollte, kam ihm ebenfalls nicht in den Sinn.


    So griff er nach dem Brief, besah ihn sich einen Moment und gab ihn dann Sacadas, der ihn wegsteckte. »Dann werde ich mich nun schnellstmöglich wieder auf den Heimweg machen«, sagte er und erhob sich. »Mögest du gesund bleiben.« Menas konnte sich nicht zu etwas Liebevollerem bewegen, ebenso wenig, wie er seinen Dank ausdrückte.

  • Imperiosus sah seinen Sohn an, bemerkte, wie er den Brief annahm und ihn wegstecken ließ. ES war schon recht spät und natürlich hätte Tiberius seinem Sohn sowie seiner Gefolgsschaft hier übernachten lassen können. Doch sicherlich würde sein Sohn sowieso dies ablehnen, darum bot er ihm dies gar nicht erst an.


    Der Centurio erhob sich und sah seinen Sohn an, vielleicht würde er ihm eines Tages verzeihen, doch im moment sah dies nicht danach aus. Mit ruhiger Stimme sagte er dann.


    " Marcus.... "
    Er könnte jetzt soviel sagen. Wie sehr er sein Sohn liebte, dass er deswegen nicht wollte, dass er damals zur ersten sollte, die sich gerade auf den Krieg vorbereitete. Das er Stolz auf ihn war und vieles mehr, doch wagte er dies nicht.
    " .... kommt gut Heim und mögen die Götter dich auch weiterhin beschützen. "
    Sicherlich wusste Menas nicht, dass sein Vater jeden Tag abends für seine beiden Söhne bei den Göttern um Schutz bat, doch würde er dies auch nie erfahren.
    " Marcella, begleite unsere Gäste hinaus. "


    Marcella nickte ihrem Herren zu.
    " Herr, bitte folgt mir. "
    sagte sie mit einem lächeln und ging als ersten hinaus und Richtung Tor.

  • Die Situation war eigen, und Menas war die Stille unangenehm, die sich kurz ausbreitete, als sie beide dort voreinander standen. Zum Abschied sagte er nichts weiter, sondern nickte nur noch einmal. Er gab seinem Sklaven einen Wink, und dieser folgte ihm heinaus, während er selbst der Sklavin seines Vaters folgte. Was er in einsamen Nachtstunden mit der Blonden anstellte, wollte er sich lieber nicht ausmalen. Andererseits waren Sklaven minderwertig, und da war es wohl kein Wunder, dass man sie für die Zwecke benutzte, die einem gerade in den Sinn kommen mochten.

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