Triclinium | Ein romantisches Abendessen

  • Da saß er im hergerichteten Triclinium, der verliebte Aurelier und wartete ungeduldig auf den Besuch, den er diesen Abend zur Cena erwartete. Er hatte niemanden sonst eingeladen, hatte dafür gesorgt, dass sie hier in trauter Zweisamkeit das Abendessen genossen und nur sich gegenseitig hatten, so wie sie auch von der Venus zusammengeführt worden waren. Seine Füße wurden unruhig und zeigten nach außen hin, wie aufgeregt und doch gnadenlos verliebt er war. Seine Haltung auf der Cline war kerzengerade, sein Gesicht versteift in einem merkwürdig anmutenden Dauerlächeln, dass seine Backen und Mundwinkel schmerzten. Er wartete auf Helvetia Silana, die Frau, die ihn verzaubert und betört hatte. Und bei den Göttern, er konnte es kaum erwarten, bis sie endlich kam! Er hatte einfach für alles gesorgt, ein wunderbares Essen und der Raum war reich verziert mit kleinen Statuetten auf den Tischen und exotischen Pflanzen. Wunderschön, und doch nicht extravagant, mit dem gewissen Etwas, aber ohne Kitsch.
    Ihm kam noch nicht in den Sinn, was die Familie wohl sagen würde. Es gab gewiss viele Frauen bei anderen ruhmeichen Patrizierfamilien, die Avianus hätte kennenlernen können. Dazu hätte er das Zeug gehabt. Doch er hatte diese Eine kennengelernt, diese Besondere. Er wollte keine andere Frau, so verliebt war er. Selbst wenn die andere Frau ihn auf der Stelle zum Konsul machen könnte. Irgendwann aber müsste für sie beide die Zeit kommen, bei den Familien vorstellig zu werden. Er hatte keine Angst, sich zu verstecken oder etwas zu wagen, was in der Familie sonst noch niemand so getan hat. Nur sah Avianus die schweren Zeiten auf sich zukommen, er sah auch den Kampf um Akzeptanz vor seinem geistlichen Augen umherziehen.


    Aber heute war ihr gemeinsamer Abend, den ihnen niemand nehmen konnte. Er wollte Silana einfach nur ansehen. Am Besten stundenlang. Am Besten nie von ihr weg.


    Sim-Off:

    @ Silana: Du darfst Dich auch direkt reinposten, ohne Umweg über Porta. :)
    @ Aurelier: Ihr seid natürlich nicht ausgeschlossen als Überraschungsgäste. ;)

  • Zu Hause hatten zwei Sklavinnen eine Zeit benötigt, um Silana so zu kleiden und zu frisieren, wie sie es für angemessen hielt. Einfach war das nicht gewesen, bei den hunderten von Mücken im Bauch. Nervös, fahrig und mit dem Kopf immer bei Avianus, hatten die beiden Sklavinnen es nicht eben einfach gehabt. Zumal Silana nicht immer reagierte und nichts sagte, sondern nur verklärte lächelte und nicht mehr von dieser Welt zu sein schien. Für Silana stand fest: das war die wahre Liebe! Alles andere stand dagegen hintenan. Standesunterschiede, eventuelle Anfeindungen, sich ausgerechnet in einen Spross einer der bedeutensten Familien Roms verliebt zu haben, all das würde sie überstehen, nur um Avianus nahe zu sein.
    Pünktlich hatte sie sich von ein paar gutgebauten Sklaven zur Villa Aurelia bringen lassen. Was für ein Gebäude! Die Casa Helvetia war schon ein Prachtbau, aber was sie hier sah, schien das noch einmal zu übersteigen. Silana nahm sich zusammen. NIemand sollte ihr anmerken, dass sie vom Land kam. Also überspielte sie das Staunen und ließ sich von Ianator zu Avianus bringen.
    Im Triclinium wäre sie Avianus fast um den Hals gefallen. Ihr Herz sprang und sie hatte nur Augen für ihn. Was um sie herum war, existierte in diesem Moment nicht. Sie zwang sich langsam auf Avinaus zu zugehen. Am liebsten wäre sie gelaufen.


    "Salvete Aurelius Avianus. Ich freue mich hier sein zu dürfen.", das klang mächig steif, aber hätte sie ihn gleich auf die Cline werfen sollen?

  • Zum Glück war es nach dem Anlegen der Toga für den Mann unkomplizierter, sein Äußeres herzurichten. Beim Anlegen seiner strahlend weißen Toga fehlte Avianus die Geduld, stillzustehen und abzuwarten, er brauchte irgendeine Beschäftigung, um seine Energie zu kompensieren. Er war froh und die Freude fabrizierte Energie, machte ihn auf eine positive, angenehme Weise unruhig. So erwartete Silana ein gepflegter und über das Wiedersehen freudestrahlender Avianus, als diese in das Triclinium geführt wurde. Er sprang ruckartig auf, als er Silanas Stimme hörte. Ein zarter, lieblicher Ton in seinen Ohren, der einzige Laut, den Avianus sogar in den stressigsten Tagen noch ertragen konnte. Er ging auf sie zu, gezwungenermaßen anmutig und ruhig, immer noch mit dem Dauerlächeln. "Salve, liebste Silana! Und mich freut es, dass du hier bist", sagte der Aurelier und ergriff sanft die zierlichen, femininen Schultern, drückte der Helvetierin einen Kuss zur Begrüßung auf die Lippen.


    Die Sklaven hatten die Anweisung, mit der Vorbereitung des Essens zu beginnen, wenn Avianus' besonderer Gast eintraf. Er nahm es sich nicht, seiner Geliebten den Ehrenplatz selbst anzubieten und alle Sklaven, die nicht unbedingt gebraucht waren, hinauszuschicken. "Bitte, nimm doch Platz", bot Avianus den Ehrenplatz an. Dies war der locus consularis, der erste Platz der mittleren Cline. Avianus nahm Platz, wo der Gastgeber hingehörte, auf dem summus in imo, welcher dem ersten Platz auf den locus imus entsprach. Doch heute waren die Förmlichkeiten nur zweitranging.
    "Es muss eine Ewigkeit her sein, dass wir uns gesehen haben. Zumindest kommt mir das so vor." Gerne hätte Avianus jetzt gelächelt - aber ach, das tat er schon. Die ganze Zeit. "Sag, Silana, wissen die anderen Helvetier schon von uns?"

  • Der Kuss kam überraschend. Damit gerechnet hatte sie nicht, daher war es um so schöner, dass es geschah. Ihr Herz schlug schneller und ihre Hände wurden feucht.
    Seine Bescheidenheit im Auftreten war wohltuend. Er war so ganz anders. Anders als die anderen Hochadligen die sie kannte. Vor allem diese alte Zicke Flora. Ups .... Aurelia Flora! Wie mag sie wohl mit Avianus verwandt sein? Ein Gedanke, der ihr sauer aufstieß. Dann aber waren da die Wort Avianus. Sofort waren die dunklen Wolken verschwunden und ihr Sonne glänzte am offenen Firmament. Silana fühlte sich geliebt und versuchte dieses Gefühl zurück zugeben.


    Sie nahm Platz, wissend das sie den Ehrenplatz einnahm.


    "Leider ist es eine gefühlte Ewigkeit her." das wäre es auch gewesen, wenn sie ihn erst kurz zuvor verlassen hätte. Jeden Augenblick der Trennung, empfand sie als Ewigkeit. "Was meine Familie angeht, konnte ich es noch niemandem mitteilen. Nicht das ich nicht wollte, aber die Gelegenheit ergab sich nicht. Wissen es denn schon deine Verwandten? Vor allem weiss es schon Aurelia Flora?". Eine Frage die an ihr nagte.

  • Während sie nun hier lagen und einige Worte miteinander wechselten, kamen schon die Sklaven mit den Vorspeisen hinein und servierten diese ordentlich auf der Mensa, dem Essenstisch in der Mitte der drei Liegen. Immer mehr füllte sich der Tisch mit einer reichhaltigen Auswahl an nahrhaften Vorspeisen. Dabei waren gewöhnliche Vorspeisen wie Brot, Käse und andere nicht einmal wirklich nennenswert - viel Besonderer waren da die teueren Datteln und der falerne Wein, welcher den Beiden ausgeschenkt wurde. Dann stand da eingelegtes Obst und eine Auswahl an anderen Obstsorten bereit. Da er noch gar nicht wusste, was Silana gerne aß, hatte er eben für jeden Geschmack etwas vorbereiten lassen.


    Doch Avianus überließ es dem Gast, zuerst zuzugreifen und ließ auch den Wein auf dem Tisch stehen. "Nein, das weiß noch niemand", schüttelte er den Kopf, aber nichts trübte seine Freude, "Aber sie werden alles noch früh genug erfahren. Ich warte sozusagen auf den richtigen Moment, damit herauszurücken." Aber wann war schon der richtige Moment, dachte er sich nebenbei...

  • Ein reichlich gedeckter Tisch. Exotische Köstlichkeiten, neben vertrautem. Zunächst entschied sich Silana für ein paar Datteln, welch ein Genuss. Doch dann kehrte sie zu dem zurück, was sie wirklich mochte. Ein paar Tropfen Olivenöl auf frischem Brot, dazu etwas Käse und die eine oder andere Olive. Einfach und sehr sehr lecker. So mochte es Silana. Zuletzt noch kurz von dem eingelegten Obst genascht.


    "Tja der richtige Moment ...", lächelte Silana, "Wie weit ist er vom perfekten Moment entfernt oder ist es sogar das selbe? Hier und jetzt ist es für mich einfach nur der perfekte Moment."
    Besser konnte sie nicht ausdrücken, was sich derzeit in ihr abspielte. Das Kribbeln, wurde immer heftiger und die Sehnsucht ihm ganz nahe zu sein, immer größer.

  • Auch Avianus bediente sich nun, nachdem Silana zugegriffen hatte und verzehrte genussvoll eine Dattel, während er seiner Geliebten beim Essen zusah. Er sah sie an und lächelte dabei, wie sie ihr essen kaute und am eingelegten Obst naschte. Sein Blick wollte nicht von ihr ablassen. Er hatte gar nicht gewusst, was sie bevorzugte, doch es aussah mochte sie die einfacheren Speisen. Wobei Avianus der Gedanke beschlich, dass sie nichts anderes gewohnt war. Doch nur so war es ihm Recht, wenn sie einfach diejenige war, die der Aurelier kennen und lieben gelernt hatte.
    "Ich könnte mir keinen besseren Moment für uns Beide vorstellen", lächelte auch er und ließ sich seinerseits erneut von ihrem Lächeln in seinen Bann ziehen. Er streichelte sanft ihre Wange. Anschließend nahm er einen Schluck falernen Wein und stellte ihn wieder auf den Tisch ab. "Ich möchte, dass Du immer bei mir bleibst. Meinst Du, Du musst heute Abend noch nach Hause? Würdest du bleiben?"


    Sim-Off:

    Ich hoffe, du bist nach meiner langen Pause noch aktiv. Tut mir leid, war einfach ein wenig stressig. Würdest du übrigens deinen PN-Posteingang leeren, bitte? :)

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