Ankunft der Hadriana Sabina in Mantua

  • Sabina und Zyome waren endlich nach einer beschwerlichen Reise in Mantua angelangt. Es war ein weiter Weg gewesen und sehr anstrengend für die beiden Frauen. Doch bei beiden konnte man keinen Laut des Wegklagens hören, jedoch ein stilles friedliches Lächeln auf ihren Lippen. So standen sie nun im Zentrum von Mantua und besahen sich die Idylle der Kleinstadt im Vergleich zum hektischen Rom. Sie hatten es tatsächlich geschafft und waren bis Mantua gekommen.


    "Siehst du Zyome wir sind in Mantua und jetzt müssen wir bloß noch die Villa der Hadrianer finden, dann wird wieder alles gut. Ich finde es herrlich in Mantua es ist fast so wie daheim klein und unglaublich ruhig. Ich finde es einfach wunderschön."


    Nun Herrin im Vergleich zu diesem stinkenden und verkommenen Rom ist jede Stadt im Vergleich schöner und besser, aber ich gebe dir recht Mantua ist wirklich wie unser kleines Dorf in Sizilien. Ich denke wir sollten jemanden fragen wie wir zur Villa Hadriana gelangen können.

  • Schon wieder war sie auf zwei flinken Beinen im Auftrag von Chiomara minor unterwegs, um Brötchentüten auszuliefern. Langsam aber sicher kannte sich Marei in den Straßen aus und merkte sich die besonders markanten Punkte des Städtchens, um sich zurechtzufinden. das Gespräch mit den ehemaligen Soldaten war ihr im Gedächtnis geblieben, aber sie hatte ihrer Ziehmama nichts davon erzählt, diese sollte sich keine Sorgen machen. Es reichte, wenn sie sich Sorgen um Servius und die Bäckerei machte. Sie wich einem Kriegsveteranen aus, der schon von weitem zu erkennen und zu hören war, denn ihm fehlte ein Bein. Mit zwei großen Stücken, die oben ein seltsames Ende, in Form eines 'Y' hatten, bahnte er sich seinen Weg. Marei hatte nach längerem Beobachten dann herausgefunden, dass dieses 'Y' für die Achseln unter den Schultern gedacht waren. Man legte die Achseln da hinein, umfasste mit den Händen jeweils einen Stock und nutzte den Schwung des Unterleibes als Schrittersatz für das verlorene Bein. Dieses 'Y' allerdings musste höllisch unbequem sein, nur warum kam dann keiner auf die Idee, diese dick zu polstern? Es sollte nicht ihre Sorge sein.


    Jetzt müssen wir bloß noch die Villa der Hadrianer finden ... es ist fast so wie daheim klein und unglaublich ruhig ... diesem stinkenden und verkommenen Rom ... Mantua ist wirklich wie unser kleines Dorf in Sizilien. Diese Worte drangen als Wortfetzen eines Gespräches an ihr Ohr. Sie drehte sich einmal um die eigene Achse. Wer hatte das gerade gesagt? Ihr fielen die zwei Frauen auf. Davon die eine hübsch und lieb? Achwas, die sah genauso aus wie unzählige andere Frauen. Dennoch blieb sie stehen und beobachtete die beiden Frauen klammheimlich von einem Hauseingang aus. Villa Hadriana, bis dahin war ein ganz schönes Stückchen Weg zu gehen. Rom war noch weiter weg und wo lag dieses ominöse Sizilien? War das eine Stadt? Sie trug eine dunkelbraune Tunika, die ihre braune Haare und Augen betonte und mit einem weißen geflochtenen Gürtel verziert war. Eine silberne Nadel hielt die Falten an der linken Schulter zusammen. "Tüdeludütdütdüdttüdeldü.." pfiff Marei mit gespitzten Lippen, sich einen Spaß erlaubend und lugte keck um die Ecke.

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    Unschlüssig standen die beiden Frauen herum und überlegten noch was sie jetzt zuerst machen sollten. Zyome setzte gerade an zu Sabina zu sagen: Ach Herrin lass uns doch einfach ..... . Genau in diesem Augenblick erschrak Zyome durch ein lautes Trillern "Tüdeludütdütdüdttüdeldü.."
    Sabina und Zyome drehten sich um ihre eigenen Achsen um den Ausgangspunkt des Pfiffes zu finden. Zyome konnte aber nichts entdecken und wurde so langsam hektisch. Sabina aber hatte einen kleinen braunen Schopf an der Hausecke entdeckt der keck hervorlugte. Es war ein kleines bildhübsches Mädchen das sie da erblickte. Sabinas grüne Augen strahlten die Kleine mit viel Wärme an und zwinkerte ihr mit einem Auge zu. Dabei zeigte sie ein lautloses Lächeln. Sie wartete gespannt was sich die süße Maus noch einfallen lassen würde um sie zu necken.


    Derweil suchte Zyome verzweifelt nach dem möglichen Verfolger und rief laut: Heraus mit dir du Strauchdieb lasse dich blicken damit ich dir die Augen auskratzen kann!

  • Die 'hübsche' Frau liess sich so gar nicht erschrecken und wandte sich lediglich suchend um. Die entdeckte sie schnell im Hauseingang, schenkte ihr einen Blickkontakt und ein warmes Lächeln. Aus der Ferne konnte sie nicht erkennen, dass Sabina im Gegensatz zu ihr grüne Augen besaß.


    Aber die andere Frau! Die regte sich auf, sprach gleich von Strauchdieb und Augen auskratzen. "Tüdeludütdütdüdtüdeldü.." wiederholte sie wagemutig den neckenden Pfiff. Marei prustete kichernd los, es war zu amüsant, wie sie die andere Frau mit einem neckenden Pfeifen aus der Fassung bringen konnte. "Der Strauchdieb braucht seine braunen Augen für leckere Honigwaffeln... nur so hört das Pfeifen auf.. tüdeldüüüü..." rief sie lachend rüber zu den ehemaligen Römerinnen. "Oder mögt ihr lustige Stückchen?" Marei meinte die Plätzchen, die sie als eigene Nervennahrung mit sich rumtrug, um nicht in die teuren Garküchen zu müssen, wenn sie Hunger bekam. Sicher würde sie gleich erfahren, dass Hadrianerfrauen keine Angst vor kleinen Mädchen hatten. Beide waren ja auch mal klein gewesen und hatten die Erwachsenen geneckt.

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    "Zyome jetzt beruhige dich doch. Das ist doch nur das Mädchen da im Hausflur. Die süße Kleine tut dir bestimmt nichts." so sprach Sabina zu Zyome um sie zu beruhigen. Ja, ja ein alte Frau so erschrecken aber ich hätte dich mit Händen und Füßen verteidigt damit dir nicht sowas wie in Roma passiert wäre. Aber auch Zyome hatte bereits ein Lächeln auf den LIppen als sie das Mädchen sah.


    "So dann komme doch einmal zu mir du kleine Pfeifferin und erzähle mir wie du heißst. Und dann werden wir über deine Bestechung hinsichtlich der Honigwaffeln reden. Ganz nebenbei ich liebe selber Honigwaffeln."


    Sabina musste laut auflachen als sie sich zurückerinnerte wem sie alles einen Schabernack gespielt hatte. Sie war genauso in dem Alter des Mädchens gewesen und hatte jeden genervt. Nicht umsonst wurde ihr der Hosenboden hier und da etwas bearbeitet. Zyome lachte plötzlich ebenso laut aauf, wahrscheinlich erinnerte sie sich ebenfalls an Sabinas Heldentaten.

  • Nur das Mädchen im Hausflur? Empört zog Marei die Augenbrauen zusammen und war jedoch wieder friedlich gestimmt, als sie als 'süße Kleine' bezeichnet wurde. Die andere Frau regte sich immer noch auf und bestätigte, dass sie ehemalige Rom-Bewohner waren. "Die alten Römerinnen hören über sowas hinweg. Ich wusste nicht, dass du anders reagieren wirst." verteidigte Marei sich gegenüber Zyome und verliess den Hauseingang. Die 'hübsche' Frau stellte Honigwaffeln in Aussicht.


    Marei kam näher und näher, blickte grinsend zu ihnen auf. "'Kleine Pfeifferin' trifft es eigentlich ganz gut." fand sie, noch unentschlossen, ob sie ihren Namen preisgeben sollte. "Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, ob Rom stinkt und müffelt, aber du hast recht mit Mantua, es ist klein und ruhig. Ich hab dich gehört. Du kommst aus Rom und sprichst von Sizilien. Was ist denn das? Etwas zu essen oder eine Stadt?"

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    Glockenhell tönte das Lachen Sabinas über den Platz, ihre Augen blitzen vor Vergnügen und sogar die gute Zyome musste in das Lachen einstimmen.


    "Also Sizilien ist eine Insel die an Italien angrenzt, es ist dort sehr warm und es gibt viele Weinberge und natürlich Landwirtschaft. Alles ist so wie in Mantua und du kannst herrlich in der Sonne liegen, den Wolken zusehen wie sie ihren Weg ins Unbekannte nehmen und von wunderschönen Dingen träumen. Es ist nicht hektisch, die Leute sind alle viel ruhiger und ausgeglichener. Es wird auch viel getanzt und gefeiert. Ich möchte einfach wieder so glücklich sein wie auf meiner Insel."
    Sogar Zyome konnte das nur bestätigen. Das ist wirklich so, weit weg von Rom und die Menschen sind glücklich, satt und zufrieden.


    "Und nun du kleine Pfeifferin möchte ich von dir deinen Namen hören damit ich weiss mit wem ich mich bei einer Riesenportion Honigwaffeln unterhalten kann." Sabina war glücklich wie schon lange nicht mehr, die kleine Maus vor ihr erwärmte ihr Herz und erinnerte sie an ihre Kindheit. Das Kind war genau das was sie für ihr Herzensleid benötigte. Aufgeschlossen, neugierig und altklug so verhielt sich das liebreizende Mädchen. Nichts entging ihrem aufgeweckten Sinn. Einfach nur herrlich!!!!!

  • An Mareis Ohren rauschten die Stichworte der Beschreibung der Insel vorbei. Ouhouhoh, da hatte sie voll daneben getroffen. Weder war Sizilien etwas zu essen noch eine Stadt sondern eine Insel. Die den Menschen erlaubte sich von Weinbergen und Landwirtschaft zu ernähren und mit warmen Wetter belohnte. Als Stadtkind war sie noch nie an einer Meeresküste gewesen und kannte das Meer nur aus Erzählungen des Gauklers. Am besten vom allem gefiel ihr, dass auf der Insel getanzt und gefeiert wurde. Die alte Frau bestätigte die Erzählung der 'hübschen' Frau. "Feiern und Tanzen hab ich noch nie erlebt..." bedauerte sie gerade heraus. Bei dem Freudenfeiern zum Ende der Pest hatte sie schon früh im Bett sein müssen, da war sie ja auch noch eine ziemlich kleine und junge Sklavin in der Küche des Legaten gewesen. "Du gibst mir eine Riesenportion Waffeln?" echotete Marei verdutzt. "Dann müssen wir zum Stand von Menalux gehen, der macht nämlich die allerallerbesten Waffeln der ganzen Stadt." Also diese Leckerei würde sie sich als nimmersattes Schleckermäulchen keinesfalls entgehen lassen. "Ich bin die Marei." stellte sie sich endlich mit einem kleinen Knicks vor und deutete die Straße hinunter, wo ein kleiner Markt stattfand und der erwähnte Verkäufer seinen exklusiven Stand stehen hatte. "Da unten ist der kleine Markt. Noch ein Stückchen weiter gibt es einen ruhigen Platz mit Springbrunnen. Der ist aber kaputt, es kommt kein Wasser mehr aus dem Löwenmaul rausgeschossen."

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    "Na dann würde ich sagen Marei meine neuste Freundin, gehen wir los und kaufen den Stand von Menalux leet und stopfen uns voll mit Honigwaffeln. Übrigens mein Name ist Sabina und das ist die Zyome. Wir sind beide aus Rom hier hergekommen um unsere Villa zu suchen die irgendwo in Mantua sein soll. Vielleicht weisst du wo sie ist, sie nennt sich die Villa Hadriana."


    Ach Herrin Sabina jetzt lass uns erst einmal Honigwaffeln essen ich habe so lange schon keine zum schlecken bekommen.


    "Ich denke es ist eine gute Idee zuerst einmal richtig schlecken gehen, also Marei zeige uns den Weg und dann können wir uns ja weiter unterhalten."

  • Die 'hübsche Frau wollte den Stand von Menalux leerkaufen? Sapperlot, hatte sie soviel Geld dabei?' "Dann ist aber nichts mehr für die anderen Kinder da." dachte laut Marei weiter und hörte sich die Namen der Frauen an. Sabina, Sabina, irgendwo klingelte ein Glöckchen aus lang vergangenen Zeiten. Unerlaubt hatte sie hin und wieder mal mit einer Senatorentochter namens Sabina gespielt. Unmöglich konnte die jetzt schon erwachsen sein. "Die Sabina, die ich kenne, war von den Germanicern." verkündete sie und nickte zustimmend, doch erstmal die versprochenen Honigwaffel zu kaufen. "Zyome klingt ungewöhnlich aber toll. Dann kommt." Lächelnd schmiss sie sich die mittelschwere Tasche mit den übriggebliebenen Aufträgen über die Schulter und lief vor den Frauen die Straße hinunter und führte sie zielsicher durch zum Stand. "Salve Menalux, ich habe dir doppelte Kundschaft mitgebracht. Nein, wir sind dreifache Kundschaft." Der knapp 30-jährige Mann mit den schwarzen Haaren und nicht vorhandenem Bierbauch wandte sich ihr zu. "Salve, dreifache Marei, schön, dass du vorbeischaust! Duften meinen Honigwaffel bis zu eurer Bäckerei hinein?" flachste er gutgelaunt mit einem frechen Spruch zurück, worauf Marei ihm mit einem überzeugenden Nicken antwortete und wandte sich den Frauen zu. Auch Marei sah die Frauen an. "Guten Mittag, ihr kommt gerade rechtzeitig, denn die Schulkinder müssen noch zwei Stunden lang pauken. Marei hat ein gutes Näschen." Das Mädchen grinste über das Lob. Seine Hände griffen zu den größten Waffeln, die er vorrätig hatte. "Ihr möchtet diese hier? Mit Wald- und Wiesenhonig?"

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    "Nun guter Mann nachdem meine Freundin Marei hier einen großen Hunger auf die besten Honigwaffeln des Imperiums hat müssen wir dafür sorgen, dass sich unser Leckermäulchen endlich mal mit diesen köstlichen Waffeln sättigen kann. Allerdings hat unsere Marei ein Herz für die armen Schulkinder und folglich werden wir nur die größten, besten und leckersten Waffeln kaufen. Und damit meine kleine Freundin nicht traurig ist werde ich dafür sorgen, dass sie die nächsten zwei Wochen hier an diesem Stand alles umsonst essen kann was sie will und soviel sie will. Was denkst du Zyome?"
    Also Herrin Sabina das ist doch ein bisschen übertrieben, schließlich bin ich auch noch da und genauso auf diese köstlichen Waffeln aus. Mit einem Grinsen zu Marei gewandt zwinkerte ihr Zyome zu. Ja es würde herrlich werden am Brunnen wenn sie zusammen sich über die Waffeln hermachen würden. Da fiel Sabina ein den Händler nach der Casa Hadriana zu fragen.
    "Weisst du zufälligerweise wo die Casa Hadriana hier in Mantua liegt? Sie gehörte vormals dem verstorbenen Großhändler Gaius Mindius Iulianus."

  • Das kleine Mädchen hatte Werbung für ihn gemacht und ihn als den Besten des römischen Imperiums erkoren? Nun musste er sich ziemlich Mühe geben. "Ich werde euch beweisen, dass ich zu Recht der Waffelmacher des Imperiums bin." Menalux zögerte nicht und griff zu den geforderten Waffelgröße, um wie gehabt seine Spezialität zuzubereiten. Die jüngere der beiden Frauen fragte nach der Casa der Hadrianer. "Da fragt ihr genau den richtigen Mann. Gerade vom Großhändler Gaius Mindius Iulianus, habe ich den Honig für meinen Stand abgekauft. Nie habe ich es versäumt rechtzeitig die Lieferung zu bezahlen oder persönlich abzuholen." Und ab und zu den Honig abzuschmecken, aber das musste die Frau ja nicht wissen. "Die Straße runter, an der vierten Ecke links und die zweite links. Man kann es überhaupt nicht verfehlen, so riesig ist es mit seinen über 50 Zimmern."


    Die 'hübsche' Frau überzeugte Marei immer mehr. Die vier Soldaten hatten recht gehabt. Sie war nicht nur hübsch und lieb, sie war außerdem freundlich, nett, spendenfreudig und besaß ein Herz für vorwitzige naseweise spaßmachende kleine Mädchen. Und dachte an die Schulkinder, die Marei überhaupt nicht um den Schulbesuch bedauerte. Bis auf ihre Schwäche Subtrahieren und Dividieren konnte sie alles nötige, um ihrer Ziehmama in der Bäckerei zu helfen. "Oooohhhhhhhhh......" entfuhr es aus Mareis Mund. "Zwei Wochen lang umsonst Waffeln von Menalux essen?" DAS war wahrlich ein feines Geschenk. Mit funkelnden Augen sah sie die beiden älteren Frauen hellauf begeistert an und nahm ihren Anteil entgegen. "Danke, danke, danke!" bedankte sie sich bei den Frauen und dem Honigwaffelmacher.


    "Zum Löwenkopf ohne Wasserstrahl müssen wir da entlang. Auf Wiedersehen, Menalux." Immer wieder musste sie darauf achten die Honigtropfen rechtzeitig abzuschlecken. Das war gar nicht so einfach, gleichzeitig schlecken und gehen. Wie sollte sie sich da auf den Geschmack des Honigs konzentriere? Aber es war nicht weit bis zum trockengelegten Brunnen. Zufrieden mit sich und der Welt setzte sich Marei zwischen die Vorderpfoten des Löwens, der in der Mitte des Brunnens stand und kümmerte sich zuerst einmal um die Waffel, bis keine Kleckergefahr mehr von ihr ausging. Die braune Tunika mit der silbernen Nadel, die sie gerade trug war ihr liebstes Kleiderstück, sie wollte es noch öfters tragen. "Ist das himmlisch...." seufzte Marei mit verklärtem Blick.

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    Die beiden Frauen setzten sich zu Leckermäulchen dazu, die Kleine thronte zwischen den Pranken des Löwen und genoss voller Konzentration ihre Honigwaffeln. Aber auch Sabina und Zyome schleckten um die Wette. Sie fühlten sich in ihre Kindheit zurückversetzt. Marei hatte recht als sie die Waffeln als sehr gut beschrieben hatte. Und schön war es ebenfalls, dass sie beiden auch noch den Weg zur Casa Hadriana erfahren hatten.
    "Marei diese Waffeln sind wirklich die Besten des Ganzen Imperiums und wenn der Cäsar dies erfahren würde käme er auch immer zum Honigwaffeln essen hier zu dir."
    Oh Marei da hast du uns einen guten Tip gegeben mit diesen herrlichen Waffeln ich liebe sie. Sie sind besser wie bei uns in Sizilien. Dabei tropfte Zyome vor lauter Begeisterung ein dicker Honigbatzen auf ihr Gewand. Zyome schrie laut auf und hüpfte auf ihren Beinen im Kreis umher wie wenn eine Horde Bienen hinter ihr her wäre. Es sah so lustig aus, dass Sabina in lautes Gelächter ausbrach und auch bei Marei würde es nicht mehr lang dauern bis sie losprusten müsste. Allerdings standen ihr dabei der volle Mund und die Hamsterbacken voll der köstlichen Waffeln im Weg.

  • "Der Cesar? Der schläft doch schon..." lautete Mareis verwunderte Antwort. "Oder wenn ich ihn mir einfach ganz fest bei mir vorstelle, dann kommt er sicher rüber zu mir." Marei fiel auf, das sie ihre Puppen in der bunten Stofftasche gar nicht bei sich hatte, sonst war diese immer dabei, wenn sie rausging und sich unter Menschen begab. Es war ein seltsames Gefühl ohne die Puppe, die Servius zum Einzug in die Bäckerei für sie gebastelt hatte und ohne die Puppe, die sie schon am längsten besaß, unterwegs zu sein, dabei hatte sie schon genug mit der Brötchentasche und den Honigwaffel zu schleppen. Plötzlich sprang Zyome auf und führte einen wilden Tanz auf. Marei entschied sich rasch für das Aufessen und dann fürs Mitlachen. Noch vier Bissen.. happs, war die Honigwaffel aufgegessen und auf dem Weg zu ihrem Magen.


    Lachend hielt sie sich den vollen Bauch und amüsierte sich köstlich. Wann hatte sie das letzte Mal so herrlich gelacht? Sie war sonst immer ernst, still und zurückhaltend. Ihre ferne Freundin Esquilina würde sicher auch mitlachen. Oh, die musste unbedingt kommen zum zwei Wochen umsonst Waffeln essen. Ganz feste dachte Marei lachend an sie und ihre Vorliebe für die Farbe Himmelblau. Ihre Lieblingsfarbe war Sonnengelb oder auch Honiggelb. "Hihihihii..." kicherte Marei und strich die Lachtränen aus den Augen. Plopp! Was war das denn.. Plopp? ..für ein Geräusch? Ploppploppploppploppplopp... das Geräusch wurde immer schneller und outete sich als fette Wassertropfen, die nacheinander in raschem Tempo aus dem Strahl des Löwen tropften. Marei sprang auf. "Jessesnocheins, das Wasser kommt zurück. Zyome, tanz weiter!" feixte Marei und wartete gespannt. Sie selbst stand noch innerhalb des Brunnens. Nicht nur ein Leckermäulchen auch eine Wassernixe. Schwimmen hatte sie gemeinsam mit Esquilina in der hiesigen Therme von Mantua gelernt. Auch die Passanten blieben stehen. "Tanz, tanz, tanz." fingen einige an zu rufen. Wenn sie den Brunnen doch wieder nützen könnten, bisherige Reparaturversuche hatten nicht geholfen.

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    Sabina musste jetzt noch mehr lachen, die Tränen liefen ihr über das Gesicht und der Bauch tat ihr schon weh, aber es war einfach zu lustig Zyome rumhüpfen zu sehen und dabei zu beobachten wie aus den großen Tropfen langsam aber sicher ein stetiger Fluss zu werden schien. Sabina klatsche begeistert in die Hände um Zyome noch mehr anzufeuern. "Tanz Zyome, tanze dir ist die göttliche Gabe des Wasser bringens gegeben." Zyome war aber schon so erschöpft, dass sie nicht mehr konnte. Helft mir gefälligst beim tanzen, schließlich bin ich eine alte Frau und wenn ich mich schon zum Deppen mache dann aber alle anderen auch. Sabina sah zu Marei und machte ihr mit den Augen ein Zeichen. Sollen wir auch mittanzen sollte dies bedeuten. Zyome war aber schon nicht mehr allein, einige der Passanten hüpften mittlerweile ebenfalls um den Brunnen herum. Es war ein totales Durcheinander, aber wenn es half dass aus dem Brunnen wieder Wasser kam warum auch nicht.

  • Tatsächlich wurde aus den vielen Tropfen, die nacheinander zu Boden fielen und den staubtrockenen Boden des Springbrunnes benetzten, ein mickriger Strahl, welcher spuckend und spritzend sich zu einem kräftigen Wasserstrahl mauserte. Irgendetwas musste das Wasserrohr verstopft haben. Anders konnte Marei sich dieses wunderbare Wunder nicht erklären. Die Hadrianerin meinte, dass Zyome die Kraft hatte Wasser herbeizuzaubern. Mit erhobenen Augenbrauen sah sie die alte Frau verdutzt an und liess sich die Aufforderung zum Mittanzen nicht nochmal sagen. "Du verführst gerade dazu, Zyome." Eilig legte sie ihre Brötchenausliefer-Tasche und die Sandalen beiseite. Lachend und kichernd machte Marei beim 'Wassertanz' mit und drehte sich ein paar Mal im Kreis. Da die Sonne strahlte und so mancher Wassertropfen seinen verborgenen Regenbogen preisgab, war es wunderschön. In den Augen von Marei. Die armen Schulkinder, die wussten gar nicht, was sie gerade für einen Spaß´verpassten, fand sie. Ausgelassen beugte sie sich nieder und spritzte Sabina mit ein paar Tropfen nass. "Plitscheplatsche..."

  • Ja es war herrlich und die Sonnenstrahlen ließen die sprudelnde Gischt des Wasserrohres in den Regenbogenfarben erstrahlen. So schloss sich auch Sabina der tanzenden und hüpfenden Passantengruppe an. Sie hüpfte und tanzte so ausgelassen wie schon lange nicht mehr. Dieses kleine Mädchen hatte ihr in der kurzen Zeit seit sie sich kannten so viele liebe Dinge gegeben von denen sie fast alles schon vergessen hatte.
    "JuHu ist das schön. IIII Marei du spritzt mich ja voll. Na warte jetzt bekommst du auch ein bißchen Wasser ab. Hihihihihihi." Und so spritzte Sabina genau so ausgelassen wie die goldige Marei um sich Plitscheplatsche... Es war einfach wunderschön und man vergaß in diesen Augenblicken das wirkliche Leben. Auch kamen Sabina wieder die grünen Augen des Legionärs in den Sinn der sie befreit und beschützt hatte. Gerne würde sie ihn wiedersehen wollen. Hoffnung darauf hatte sie da er ja bei der Legio Prima Soldat war.

  • Ein paar wenige Passanten traten dem 'Regentanz' bei. Es schien ihnen genauso viel Spaß zu machen und eine willkommene Abwechslung im Alltag zu sein. Bereits außer Atem vom Hüpfen erwiderte Marei ausgelassen die Spritzer die von Sabina kamen. Auch von Zyome kamen ein paar Spritzer rübergeschossen. Marei lachte sie fröhlich an und achtete darauf, die ältere der beiden Frauen nur unterhalb der Hüfte nasszuspritzen. Der Wasserstrahl gurgelte und floss munter vor sich hin. Das Brunnenbecken füllte sich immer mehr, bis sie alle bis hoch zu den Waden im Wasser standen. Ihre braune Tunika war feucht und ein paar Mal war es fast passiert, dass sie der Länge nach ins Wasser hingeschlagen wäre. Aber sie hatte sich jedes Mal noch abfangen können. Die Passanten die bis eben noch mitgemacht hatten, stiegen aus dem Wasser und trollten sich von dannen. Diesen 'Regentanz' würde wohl keiner von ihnen vergessen. Zumal der Löwenkopfbrunnen nun wieder nutzbar war. "Puh.. ich kann nicht mehr.. ich steig aus." verkündete sie. Zufrieden mit sich und der Welt strich sie die Haarsträhnen aus dem Gesicht. "Schaut doch gut aus.. so ein sprudelnder Löwenkopf..." scherzte Marei. Sie wusste nicht so recht, wie sie die beiden Frauen nun verlassen sollte. Da rüben lag die Brötchentasche und wartete darauf leer zu werden. Marei nahm sie an sich und suchte anschließend ihre Sandalen.

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    Auch Sabina und Zyome waren jetzt erledigt aber glücklich und strahlten die kleine liebe Marei an. Erschöpft saßen sie zusammen mit der kleinen Prinzessin. "Ach Marei, es war einfach toll mit dir. Soviel Spaß habe ich schon lange nicht mehr gehabt. Aber jetzt müssen erst mal los und zu unserer Casa kommen. Ich verspreche dir eins wir werden uns wiedersehen, da ich ja weiss wo ich dich antreffen kann. Vielleicht kann ich auch ein bißchen mit Chiomara sprechen, denn ich brauche vermutlich auch Personal für die Casa." Sabina und Zyome streichelten Marei noch einmal über ihr Köpfchen und gingen Richtung Casa Hadriana davon.

  • Sie bekam ihre Sandalen von einer Frau zurück, die sie verwechselt hatte, obwohl die Größe doch offentsichtlich war. Einen leisen Dankspruch äußernd zog sie sich die Sandalen an und eilte zurück zu ihren neuen Bekanntschaften. "Ja, es war toll!" stimmte sie nickend zu. "Stimmt ja, ihr wolltet noch zu eurer Casa. Von ihr müsst ihr.. öhm... die Straße da rein, drei Straße queren und dann nach links." gab sie ihnen nach kurzer Orientierung zum Abschied eine Wegbeschreibung mit und trottete von dannen. Bevor sie abbog, sah sie über die Schulter nach hinten und betrachtete den sprudelnden Löwenkopf mit zufriedener Miene. "Ja, echt, das glitzernde Wasser steht dir viel besser als der staubige Brunnen.. und schön drauf aufpassen, ja? Wir brauchen das Wasser!" Marei erledigte den übriggebliebenen Auftrag und ging danach noch einmal beim Händler Menalux vorbei, um sich von ihm zwei Honigwaffeln geben zu lassen. Eine für sie und eine für Lucilla... sie freute sich auf das gemeinsame Süßigkeitenschlecken daheim.

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