[Bäckerei] Die Pistrina des Gaius Istorius Albianus Hispo

  • PISTRINA
    GAI ISTORII ALBIANI HISPONIS


    In der Regio I, allerdings etwas abseits des Decumanus liegt in der Semita Horreorum eine größere Bäckerei, die dem Gaius Istorius Albianus Hispo gehört. Die Bäckerei ist ein Familienbetrieb: Neben dem nubischen Sklaven Gaos und einem Maultier arbeitet hier nur Hispo selbst.


    Der Betrieb besteht aus einem Bäckerladen zur Semita hin, in dem den Kunden ein großer Tisch erwartet, auf dem verschiedene Brotsorten aufgereiht sind. Was er nicht sieht, ist der dahinter liegende Backraum, in dem nicht nur der Lehmbackofen steht, sondern auch eine steinerne Getreidemühle, die von dem Maultier angetrieben wird, und ein Nachtlager für Gaos. Im Hinterhof befindet sich schließlich ein kleiner Stall für das Tier.


    Sim-Off:

    Klick zur Ausgrabung der Bäckerei (in der Ausbaustufe, auf die noch hingearbeitet wird). Der Besitzer ist natürlich unbekannt, die Buchstaben G I A H finden sich aber ;)

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  • Wie Lucius es nicht anders kannte, hatte Armin am Vortag seinen Auftrag hervorragend ausgeführt. Entsprechend konnte der junge Petronier, nachdem er ausgiebig ausgeschlafen hatte, völlig entspannt die Semita Horreorum suchen und sich von seinem Sklaven das Geschäft zeigen lassen, in dem der betrunkene Bäcker aus der Taverne seinem Handwerk nachging.


    Als wäre er ein einfacher Kunde schlenderte er in die Verkaufsstube und sah sich um. Auf dem Tresen vor ihm waren verschiedene Brote aufgereiht, darunter ein Stapel normales Graubrot, feine Weißbrote und Gebäck, das teils mit Honig überzogen war. Als er das alles so betrachtete, wurde ihm klar, dass er heute noch gar nichts gegessen hatte! Aber schon lugte ein Kopf durch den Durchgang zur Backstube und kurz darauf erschien tatsächlich Hispo mit blutunterlaufenen Augen und mehliger Tunica.
    "Was darf's sein?"
    fragte er - scheinbar erkannte er den Besucher nicht. Doch Lucius hatte vor, das schnell zu ändern:
    "Ich nehm' ein Teilchen von dem Honiggebäck hier vorn und dann noch... die ganze Bäckerei!"
    erklärte er in einem beiläufigen Tonfall, als hätte er noch einen Becher Wein zu seinem süßen Stückchen bestellt. Der Bäcker wollte schon nach dem gewünschten Teil greifen, als er inne hielt und ihn genauer ansah.
    "Du bist doch der Typ aus dem-"
    "Ja, genau - der Typ aus der Taverne gestern Abend! Erinnerst du dich an mich? Und an mein Angebot?"
    unterbrach ihn Lucius und grinste hämisch - es machte ihm einfach zu großen Spaß, dummen Menschen wie seinem Gegenüber Angst einzujagen! Aber damit musste er noch einen Moment warten, denn der Bäcker wurde eher ärgerlich als ängstlich:
    "Was grinst du so dämlich? Klar erinner' ich mich an dein Angebot, Mann! Aber ich hab' dir schon gesagt, dass dieser Laden unverkäuflich ist!"
    Lucius beobachtete den Mann genau - unter seinem Ärger zeigte er deutliche Anzeichen von Nervosität und der Kater vom Vortag machte es ihm nicht einfacher, diese Nervosität zu verstecken!
    "Ich verstehe ja, dass du an diesem Laden hängst."
    log Lucius ganz ruhig - natürlich verstand er es nicht, aber er hatte sich diese Art zu reden von anderen Leuten abgeschaut und sie sogar heute Morgen nochmals geübt. Und zur Ruhe hatte er allen Grund: Armin stand hinten an der Tür mit verschränkten Armen und unter seinem Mantel hatte er Pythagoras, sein Schwert versteckt. Zu schade, dass die dämlichen Gesetze es verhinderten, dass er sich einfach dieses Fettsacks entledigen konnte!
    "Aber ich will dich ja nicht vertreiben, sondern nur etwas vom Gewinn abhaben. Du kannst hier weiterarbeiten und deine Familie ernähren. Und vor allem kannst du deiner geliebten Frau im Vicus Mollinus die Wahrheit über deine Spielschulden ersparen!"
    Jetzt wurde der Bäcker erst richtig nervös, was den jungen Petronier immer höhnischer werden ließ.
    "Meine Frau? Lass meine Frau aus dem Spiel! Und woher weißt du überhaupt, wo sie - äh - ich wohne?"
    "Ich habe meine Quellen! Aber das ist für dich auch völlig belanglos, denn von Bedeutung ist nur, dass ich weiß, wo ich sie finde! Und du willst doch nicht, dass ich ihr zufällig begegne und von ihrem sturzbetrunkenen Ehemann erzähle?"
    Noch einmal versuchte Hispo es mit Zorn:
    "Willst du mich erpressen, Mann?"
    Kurz dachte Lucius nach, was er bei Eumenius über Erpressung gelernt hatte: Naja, was er tat konnte man wohl durchaus als "Drohung mit einem empfindlichen Übel" betrachten - zumindest wenn man davon ausging, dass das Opfer seine Frau so schlecht im Griff hatte, dass er Angst davor haben musste, ihr seine Spielsucht zu beichten!
    "Naja, das könnte man so sagen! Hör zu: Ich biete dir 200 Sesterzen für deine Bäckerei mit allem drum und dran. Ich stelle dich als Bäcker an und zahle dir jede Woche das übliche Gehalt. Dafür wird niemand etwas davon erfahren! Wenn dir das nicht passt, wird deine Frau noch heute von deiner Spielsucht erfahren!"
    "Das... also das ist ja..."
    Hispo schien gar nicht zu wissen, wie er reagieren sollte. Aber Lucius schnitt ihm sowieso das Wort ab:
    "Du hast bis heute um die neunte Stunde Zeit, mir deine Entscheidung mitzuteilen! Ich erwarte dich im Granum et Vennuncula!"
    Damit drehte er sich um und verließ die Bäckerei wieder, gefolgt von Armin.


    Als er wieder auf der Straße war und in Richtung Decumanus schlenderte, brach er in Gelächter aus.
    "Hast du gesehen, wie dumm der geguckt hat, Armin?"
    "Nie und nimmer wird der kommen, Domine!"
    gab der Sklave zurück und grinste ebenfalls ein bisschen.
    "Wie auch immer - den Spaß war's auf jeden Fall wert!"

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