[Canabae] Bummel durch die neue Nachbarschaft

  • Nachdem Corvinus und Alpina die Casa Atia verlassen hatten wandten sich Corvinus Schritte zunächst in die Canabae.


    Er führte Alpina bis vor das Tor des Castellum welches direkt in die Canabae führte. Vor dem Tor war so was wie ein kleiner freier Platz indem das errichten fester Gebäude verboten war. Trotzdem bildete er so was wie das Zentrum der Siedlung und fungierte gleichzeitig als Marktplatz.
    Corvinus wandte sich in die vom Castellum abgewandte Seite und deute die Hauptstraße entlang.
    "Schau mal wenn du hier stehst kannst du dahinten die Gibel der Häuser sehen. Ab dem dritten fängt die neue Casa Helvetia an."


    Er drehte sich um und fuhr fort.
    "Das hier ist die Porta Principales Dextra, eines der 4 Tore des Castellums und das ist es welches ich jeden Morgen und Abend nehmen werde um zum Dienst oder nach Hause zu kommen."


    Hinter dem Tor konnte man eine recht breite Straße erkennen auf dessen rechter Seite nacheinander 6 relativ große Atriumhäuser standen.
    "Das sind die Häuser der Tribune der Legio. 5 von Ihnen sind meistens fähige Männer und tragen den Equesring. Das 6 ist das Heim eines Tribuns der aus den großen Familien stammt. Der hat so gut wie immer keinen Schimmer vom Dienst und leistet nur seinen Pflichtdienst ab. Wie sind immer froh wenn diese Zeit um ist und hoffen jedes mal auf´s neue das der nächste lange auf sich warten lässt und sich nicht in den Dienst einbringen will."

  • An Corvinus Hand betrat Alpina den Platz vor der Porta Principales Dextra. Natürlich war sie schon dort gewesen, hatte aber nie Zeit mit der Betrachtung der Häuser verbracht. Meist war sie schnell zu einer Entbindung geeilt. Jetzt ließ sie den Anblick auf sich wirken und lauschte Corvinus Ausführungen. Es ging um ihre zukünftige Nachbarschaft.


    Sie zählte die Giebel der Häuser ab: 1,2,3. Neugierig betrachete sie die Fassaden.
    "Was bedeutet, ab dem dritten fängt die Casa Helvetia an? Haben wir nicht ein Haus?", wollte sie neugierig wissen.


    Als er sagte, dass er jeden Morgen und Abend vom Castellum "nach Hause" käme, klang es so unglaublich schön, dass sie seine Hand ganz fest drückte. Was für eine schöne Vorstellung.
    Nun erzählte er von den Tribunen der Legion. Interessiert lauschte sie und konnte sich am Ende eines Grinsens nicht erwehren. Tja, solche Menschen gab es und sie war stolz, dass Corvinus nicht zu denen gehörte, die Dienst nach Vorschrift machten, sondern seine ganze Erfahrung und Engagement einbrachte.


    "Können wir uns unsere Haus aus der Nähe ansehen? Ich meine, wenn wir die Bauarbeiten nicht zu sehr stören, würde ich gerne zumindest einen Blick darauf werfen..."

  • Er spürte den Druck natürlich und mit einem kleinen Gegenhalten zeigte er ihr es bemerkt zu haben.


    "Ich hab die Details des Umbaus nicht so mitbekommen das macht Curio ja hauptsächlich. Ursprünglich waren es aber 2 oder 3 Streifenhäuser und die hatten ja jeder ein Dach. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht ob es jetzt ein durchgehendes Dach hat oder 3 einzelne. Ich kann mir aber gut vorstellen das es dann nur noch eines ist wenn es fertig ist."


    Anders konnte er es sich nicht vorstellen mit den eingebauten Atrien usw.


    "Ich wollte auf jeden Fall noch zum Haus. Nur rein können wir heute glaube ich nicht mehr. Curio möchte aus dem Einzug usw. bestimmt auch nen festlichen Akt machen und das will ich ihm nicht nehmen. Aber von außen können wir es ganz sicher begutachten."


    Bevor Corvinus aber mit Alpina an der Hand aufbrach fuhr er noch etwas weiter fort ihr über das Lager zu erzählen.
    "Auf der linken Seite der Straße kommen als erstes die Barracken der I Cohorte. Wenn meine Zeit als Decurio im ist und der Legat mir wieder vertraut werde ich dort meine Einheit haben. Hinter diesen Barracken ist die Lagertherme, die ist in der Regel aber nur für Legionäre zugänglich.
    Nach den Baracken der ersten Cohorte kommt die Principia, das Hauptquartier der Legion und dahinter liegt das Haus des Legaten. Das kann man von hier aber nicht sehen. Dann folgt das Domus des Praefectus Castrorum."
    Corvinus stockte einen Moment.
    "Eines Tages werden wir in diesem Haus wohnen. Es wird bestimmt noch 20 Jahre dauern aber wenn meine Knochen irgendwann nicht mehr so freundlich auf den Kampf reagieren und ich bis dahin gute Leistungen gebracht habe und", das schien für Corvinus die größte Hürde zu sein
    "ich mich mit der Schreibtischarbeit abgefunden habe dann werde ich dort dienen. Der Praefectus ist immer ein Mann der sein ganzes Leben in der Legion gedient hat. Er ist hoch angesehen, wird sehr gut bezahlt und ist das höchste was ein einfacher Bürger wie ich einer bin erreichen kann! Eigentlich steht nur der Legat über ihm innerhalb der Legion!
    Dahinter die Baracken... ganz dahinten fast schon am Tor gegenüber da sind die Turmae untergebracht von denen die IVte die meine ist.
    Die Straße heißt übrigens Via Principalis."

  • Neugierig betrachtete sie die Häuser, die Corvinus als zur zukünftigen Casa Helvetia gehörig bezeichnete. Es würde ein großes Haus werden - riesig geradezu! Alpina staunte. Nie hatte sie sich vorstellen können in so einem Haus zu leben. Am liebsten hätte sie Corvinus gesagt, dass sie mit ihm auch in eine windschiefe Holzhütte gezogen wäre, aber sie wollte ihm den Stolz auf dieses repräsentative Familiendomizil nicht nehmen. Also nickte sie auf seine Ausführungen mit dem Dach.
    Ein wenig traurig war sie schon, das Haus erst von innen sehen zu können, wenn es zur Eröffnung freigegeben war, doch sie vertand natürlich, dass die Bauarbeiten nicht gestört werden sollten.


    Dann erzählte er vom Castellum, in dem er die meiste Zeit des Tages und bisher auch die meisten Nächte verbracht hatte. Sie lauschte andächtig, folgte seinem Finger, wenn er auf ein Gebäude oder ein Areal hinter der Lagermauer zeigte. Als er begann von der Zukunft zu sprechen und von einem Leben in den Mauern des Castellums, sah sie ihn mit großen Augen an. Sie würde dort wohnen? Unter den Augen all der Männer? Schwer vorstellbar. Doch er sagte dazu, dass es noch viele Jahre dauern würde und sie atmete einmal tief durch. Die Vorstellung statt in der Casa Helvetia innerhalb des Castellums zu leben, war zunächst gewöhnungsbedürftig. Doch, wie er schon sagte, sie würde lang genug Zeit haben, sich an den Gedanken zu gewöhnen.
    Und natürlich hatte sie bemerkt, dass er, wie selbstverständlich von "wir" gesprochen hatte. Er ging also davon aus, dass sie dann noch mit ihm zusammenleben würde... im Augenblick brauchte Alpina noch diese kleinen Zeichen, sie achtete auf alle Hinweise, die ihr die Sicherheit gaben, dass er es wirklich ernst meinte, seine Zukunft mit ihr verbringen zu wollen.


    "Es klingt wohlgeordnet, euer Soldatenleben hinter diesen Wällen und Mauern. Wirst du es vermissen? Denn bald wird es alles andere als wohlgeordnet bei uns zugehen... ich fürchte, du wirst schon über den ein oder anderen Baustein stolpern, wenn du nach Hause kommst."

  • Corvinus musste grinsen.


    "Ja so klingt es und ich habe manchmal das Gefühl das ich die meiste Zeit des Tages damit verbringe und mit mir die allermeisten anderen Mitglieder der Legio ebenfalls, dafür zu sorgen das dieses Gefühl so bleibt. Du darfst aber auch nicht vergessen das außerhalb des Hauses des Legaten, der Tribune und des Praefecten es sehr eng zugehen wird. Die Centurios und Decurios haben noch den Luxus eines eigenen Zimmers aber all die anderen weit über 5000 Köpfe die in diesem Lager leben... nun sie teilen sich mit in der Regel 7 anderen Männern eine Unterkunft die komplett voll ist wenn alle gleichzeitig da sind.
    Von daher werde ich es nicht vermissen und freue mich darauf über die Bauklötze meiner eigenen Kinder zu stolpern als ständig hinter der von großen Kindern anderer Väter aufpassen zu müssen."


    Bevor er seine Erklärungen zum Castellum abschloss wollte er aber noch zwei Dinge erwähnen.


    "Hinter den dritten Tribunhaus liegt noch das Forum des Castellums. Auf ihm bieten ausgesuchte Händler ihre Waren feil. Ich persönlich bin aber nur sehr selten da. Sie zahlen für das Privileg dort verkaufen zu dürfen einiges und dementsprechend sind ihre Preise. Viel lieber kaufe ich wenn ich was brauche es hier auf diesem Markt vor dem Tor ein. Er ist nicht offiziell aber eigentlich jeden Tag da und man findet auf ihm alles was man braucht. Die allermeisten die hier verkaufen sind Angehörige von lebenden oder Toten Legionsangehörigen oder ehemalige deren Dienstzeit aus dem ein oder anderem Grund zu Ende ist. Da vorne z.B. der Dicke dem der rechte Unterarm fehlt. Das ist Volusus Foslius Archias und bei ihm gibt es das beste Garum weit und breit. Er hat auch immer so kleine Miniamphoren aus Holz. Perfekt für unterwegs. Wobei er sicherlich auch größere Gefäße für den Hausgebrauch hat."


    Corvinus zog leicht an Alpinas Hand und machte mit ihr einen kleinen Rundgang über den Markt der Canabae. Die allermeisten stände waren recht klein, oft Bauchläden und es würde nicht lange dauern alles auf- oder abzubauen. Nur die paar wenigen Häuser deren Fronten auf den Marktplatz zeigten hatten feste Läden und Tabernas. Das waren dann aber in der Regel aber auch Tavernen bis hin zu zwielichtigen Spelunken. Die meisten von denen hatten zu dieser Tageszeit geschlossen.
    "Auch wenn es nicht so aussieht aber die Preise sind hier für...Leute aus der Canabae angepasst und man bekommt eigentlich alles für den täglichen Bedarf. Eigentlich muss man nur für größere Bestellungen oder für sowas wie Möbel auf´s Forum in Mogo direkt. Naja oder halt wenn man keine Zeit hat das die Tunika erst genäht wird sondern sie gleich mitnehmen muss."


    Nebenbei zeigte Corvinus dadurch das er Alpina an der Hand hielt, ihr ab und zu mal den Arm um die Hüfte legte, ja ein zweimal streichelte er ihr sogar kurz über den Bauch, allen das sie zueinander gehörten. Man konnte fast sagen es war Alpinas offizielle Einführung als Ehefrau von Corvinus.

  • Corvinus erzählte Alpina noch mehr vom Leben im Castellum und sie begann sich langsam vorstellen zu können, wie sein bisheriges Leben verlaufen war. Dann kam er auf den Markt im Castellum und den vor diesem zu sprechen. Sie nickte immer wieder. Verständlich dass die Händler im Castellum die Faulheit der Legionäre ausnutzten, die den Weg nach draußen scheuten.
    Natürlich musste er ihr seinen bevorzugten Garumlieferanten zeigen. Alpina konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.
    Mit einer Selbstverständlichkeit zog er sie an der Hand mit sich auf den Markt. Ja, einige Male legte er auch den Arm um sie oder strich ihr über den Bauch. Es war ganz offensichtlich, dass er allen zeigen wollte, dass sie und das Kind in ihrem Bauch zu ihm gehörten.


    Sie flanierten an den Händlern mit ihren Bauchläden vorbei und Alpina warf den ein oder anderen Blick auf die Tabernae in der Nachbarschaft. Sie schien zumindest keine direkte Konkurrenz zu haben. Die ein oder andere Schankwirtschaft sah allerdings etwas zwielichtig aus und Alpina nahm sich vor, dort nicht alleine im Dunklen entlangzugehen.
    Alles in allem gefiel ihr das Viertel der Cabanae ausgespochen gut. Sie war sich sicher, dass sie sich dort wohlfühlen würde.


    "Es ist schön hier, Corvinus. Und ich bin sicher, dass wir uns gut mit unseren Nachbarn verstehen werden. Weißt du was? Ich mache einige Geschenkpackungen mit einem wohlschmeckenden Kräutertee und bringe jedem Nachbarn eines vorbei. Wie findest du das?"

  • "Das kommt bestimmt gut an und wird deinen eh schon guten Ruf sicherlich noch besser machen," Corvinus fing kurz an zu grinsen.


    "Übergib die Teepackungen aber lieber an die Damen des jeweiligen Haushaltes, könnte sein das der ein oder andere Legionär oder Exlegionär das Geschenk nicht zu würdigen weiß und lieber was mit mehr Dampf gehabt hätte."
    Auch wenn Alpina sicher aufgefallen war das die allermeisten die hier was anboten Frauen waren oder ehemalige ältere Legionäre oder Versehrte konnte sie sich sicherlich denken das sehr viele von ihnen Männer hatten die in diesem Moment im Castellum ihren Dienst versahen.


    Nachdem sie quasi einmal rum gegangen waren sah Corvinus Alpina an.
    "Wie sieht´s aus, kannst du noch oder lieber erst einmal eine Pause? Es sind nicht immer alle da aber ich glaube heute gab es eine sehr gute Übersicht über das was angeboten wird. Hast du vielleicht was vermisst dann können wir nachfragen oder ich weiß es vielleicht so ob es das hier gibt oder du dafür dann doch auf´s große Forum musst?"

  • Alpina schüttelte bestimmt den Kopf als er fragte, ob sie eine Pause bräuchte.
    "Ich bin nicht krank, Corvinus, ich bin schwanger! Das ist ein Unterschied. Und noch fühle ich mich fit und leistungsfähig. Keine Sorge, wenn es sein muss, laufe ich dir noch davon!"


    Lachend machte sie Anstalten, davonzurennen. Natürlich hielt er sie fest. Doch sie wollte ihm deutlich machen, dass er sie nicht wie ein rohes Ei behandeln musste, nur weil sie gerade ein paar Unicae mehr mit sich herumtrug.


    Dann fragte er, ob sie einen bestimmten Wunsch habe.
    "Ich glaube, das was ich suche gibt es auch hier. Einen einfachen Stoff, denn ich werde das Gewand nur wenige Wochen tragen, habe ich dort drüben schon gesehen." Sie zeigte mit dem Finger auf einen klapprigen Stand. "Und sonst... vielleicht finden wir jemanden der Talismane verkauft. Ich möchte dir einen Talisman schenken, den du an dem Zaumzeug deines Pferdes befestigen kannst. Damit die Götter über dich wachen, wenn du hoch zu Ross unterwegs bist. Glaubst du, so etwas gibt es hier?"

  • Corvinus musste ebenfalls grinsen als sie sich dagegen wehrte eine Pause zu brauchen. Offenbar ähnelte sie ihm ein bisschen in Sachen Sturkopf.
    Er zog sie wieder zu sich heran und in seinen Arm.
    "Na gut dann muss ich gestehen das ich was Essen könnte. Ich kenne einen guten Stand wo es was auf die Hand gibt."


    Sein Blick ging zu dem klapprigen Stand.
    "Ich kenn mich mit Stoffen und den Preisen nicht so gut aus. Alles was ich in den letzten Jahren getragen habe, hab ich direkt aus der Horrea bezogen."


    Corvinus ging gerade davon aus das Alpina wusste das die Legionsmitglieder ihre Kleidung wie auch andere Ausrüstung bezahlen mussten von ihrem Sold und diese innerhalb des Lagers bekamen. Falls sie das nicht wüsste, würde sie gerade einen Wiederspruch zu seiner Aussage heute morgen bezüglich seiner roten Tunika bemerkten.


    "Die Frau hinter dem Stand kenn ich auch nur vom vorbeilaufen. Aber wir können gerne nachschauen ob was passendes da ist."


    Er dachte kurz nach wegen der Talismane.


    "Hier direkt auf dem Markt wüsste ich keinen. Aber wenn wir uns nach dem Stoffladen was zu essen geholt haben weiß ich einen kleinen Laden in einer Gasse nicht weit von hier. Da könnten wir es versuchen."

  • Sie hätte sich denken können, dass er Hunger hatte. Also nickte sie auf seinen Vorschlag hin.
    "Gut, das machen wir. Ich bin auch ganz schnell. Ich versprech´s!"


    Er erwähnte, dass er die Kleidung aus der Horrea des Castellums bezog. Sie kannte das von ihrem Vater, der hatte die Kleidung auch von der Legion kaufen müssen, also nickte sie wieder.


    An dem Marktstand mit den Stoffen zog Alpina gezielt einen einfachen naturfarbenen Leinenstoff heraus. Sie strich ihn glatt, prüfte die Qualität und sah dann die Marktfrau herausfordernd an.
    "Wieviel willst du für den Ballen?", fragte sie.


    Die Marktfrau nannte ihren Preis. Alpina nickte, zog erneut an dem Stoff und wies dann die Händlerin auf einige Webfehler hin. Etwas mürrisch ließ sich die Frau noch ein wenig im Preis drücken. Zufrieden nickte Alpina und zahlte die geforderte Summe. Dann sah sie Corvinus herausfordernd an.
    "Sind diese Arme nur dafür gemacht mit oder ohne Waffen Germanen zu meucheln oder können sie auch einen Ballen Stoff tragen?"


    Ihr zuckersüßes Lächeln und der freche Augenaufschlag sollten ihn ein wenig tratzen. Sie wartete mit verschränkten Armen auf seine Reaktion.

  • Das war ja wieder klar, typisch Frau gerade noch sagen das sie nicht krank war und jetzt den Stoff nicht tragen können.
    Das störte ihn aber überhaupt nicht. Schon eher das sie den Stoff so schnell ausgesucht, gehandelt und bezahlt hatte das er gar nicht dazwischen kam. Er hatte ja bezahlen wollen.
    "Ich meuchel nicht, ich verteidige das Reich vor Barbaren", sagte er aber gut gelaunt und ebenfalls frech grinsend.


    Natürlich nahm er ihr den Stoff ab und als er dann ihr Lächeln sah konnte er auch nicht widerstehen zurück zu lächeln.
    Aber was sie konnte, konnte er auch.


    "War es das denn jetzt? Das dauert ja ewig diese Klamottenkauferei! Schau mal ich bin schon ganz dünn und kurz vor dem Hungertod!"

  • Er spielte grinsend den Eingeschnappten. Doch es war zu erkennen, dass er es nicht ernst meinte.
    Die Retourkutsche kam prompt. Er beschwerte sich über die Klamottenkauferei und markierte den vom Hungertod Bedrohten.


    Alpina piekte ihn lächelnd in den Bauch und sah ihn verschmitzt von unten nach oben an.
    "Oh ja. Man sieht ein Loch in deinem wohlgeformten Legionärsbauch! Das darf ich nicht zulassen! Dann wird es wohl Zeit, dass wir deinen Lukullustempel aufsuchen. Wo gehts lang?"

  • Corvinus zog beim Pieken Bauch soweit wie möglich ein.
    "Ja eben...folge mir einfach!"


    Er ging mit Alpina an den Rand des Marktplatzes am Eingang einer Gasse. Dort kamen sie auf einen kleinen Stand zu in dessen Mitte eine relativ große Pfanne über einem Feuerchen stand. Neben der Pfanne war eine Art Regal aufgestellt auf dem mehrere Amphoren und ein paar Schüsseln standen.


    "Salve Titus", sprach Corvinus den Standbetreiber an der ihnen den Rücken zugewandt hatte als sie auf den Stand zugegangen waren.
    Es war ein junger Mann der sicherlich ein paar Jahre jünger als Corvinus war. Aber wohl etwas älter als Curio. Als er sich umdrehte konnte Alpina einen Blick auf sein Gesicht nehmen was durch lang gewachsene Haare zur Hälfte versucht war bedeckt zu bleiben. Dem Jungen fehlte das rechte Auge und scheinbar auch ein gutes Stück von der Wange darunter und auch das Ohr war nicht zu sehen. Er hob grüßend die rechte Hand und man konnte dabei sehen das ihm an dieser der kleine und der Ringfinger fehlten mitsamt dem darunter liegendem Stück Hand.
    "Salve Lucius, einmal wie immer?"


    "Nein, erst einmal darf ich dir hier jemanden vorstellen. Meine Frau Susina Alpina", Corvinus machte einen Schritt zur Seite so das der Titus geheißende freien Blick auf Alpina hatte.
    Lächelnd legte er eine Hand auf Alpinas Bauch
    "Und das hier hab ich auch vollbracht!"


    Der Junge sah Corvinus fragend an
    "Na ob ich das glauben kann? In Italien haben wir alle schon gedacht du stehst auf Männer wo du doch keinem Weibsbild hinterher gestiegen bist!"


    Corvinus wandte sich an Alpina.
    "Also Titus hier macht ne total leckere Sache. Er hat so Brothälften die er mit Kräuterbutter bestreicht und kurz in die Pfanne wirft zum anbraten. Danach kann man die entweder so essen oder sich mit verschiedenen Dingen bestreuen. Da in den Amphoren sind Oliven, eingelegter Käse und Fisch und dergleichen und in den Schüsseln Kräuter, Nüsse und sowas.
    Nur Garum kann Titus nicht leiden und gibt es hier nicht. Normalerweise bring ich dann immer eigenes mit aber ich denke heute komme ich ohne aus."


    Titus machte bei dieser Eröffnung ein großes Gesicht. Lucius Helvetius Corvinus wollte was ohne Garum essen... das konnte er sich gar nicht vorstellen.
    Er konnte ja nicht wissen das Corvinus sich vorgenommen hatte mit Garum etwas sparsamer umzugehen, nachdem ihm letztens irgend einer seiner Kameraden gesagt hatte das schwangere Frauen den Geruch fast immer zum kotzen fanden und er sich nicht sicher war ob Alpina das nicht auch so sah.

  • Alpina folgte ihm. Am Rand des Platzes sah sie eine interessante Garküche unter freiem Himmel. So etwas hatte sie noch nie gesehen: eine Pfanne über einem Feuer einfach so auf dem Marktplatz. Man roch Knoblauch und frische Kräuter sowie den aromatischen Duft von gegrilltem Brot. Alpina lief das Wasser im Munde zusammen.


    Der junge Mann, den Corvinus als Titus ansprach, drehte sich um. Alpina hielt die Luft an. Der arme Kerl war gräßlich entstellt. Mit dem Kennerblick der Fachfrau erkannte sie an der Art der Verletzungen und der Konversation zwischen Corvinus und Titus, dass der Junge kriegsversehrt war.


    Corvinus stellte sie vor und konnte sich einen Spruch nicht verkneifen, den man in ferner Zukunft wohl als "Machospruch" bezeichnen würde. Alpina war die derben Sprüche der Soldaten gewöhnt, sie ignorierte ihn einfach und richtete ihre Aufmerksamkeit lieber auf die herrlich duftenden Köstlichkeiten. Sie ließ sich von Corvinus erklären, wie diese Mahlzeit zubereitet wurde und welche Verfeinerungsmöglichkeiten man besaß. Interessiert guckte sie in alle Töpfchen und Amphoren. Und auch sie merkte auf, als Corvinus auf sein geliebtes Garum zu verzichten bereit war.
    "Was ist los? Geht es dir nicht gut?", flachte sie, wurde aber gleich wieder ernst. "Ich möchte es genauso essen, wie du immer. Nur ohne Garum, wenn es möglich ist..."


    Dann schenkte Alpina dem jungen Titus ein strahlendes Lächeln.
    "Ich bin sehr auf deine Köstlichkeit gespannt, Titus. Zeig, was du kannst!"

  • Titus fing an.
    "Na ja Garum hab ich sowieso nicht. Ich mag den Geruch nicht und der Große bringt sich seins immer mit weil alle wissen das ich keins hab."


    Er versuchte das Lächeln zu erwiedern wobei die versehrte Gesichtshälfte nicht so wirklich mitmachte.


    "Also ich hab helles und dunkles Brot. Das bestreiche ich mit der Butter. Ich hab welche mit sehr viel und welche mit normal viel Knoblauch. Dann wird es auf die bestrichene Seite in die Pfanne getan und... naja angebraten... nein geröstet heißt das Wort.
    Anschließend kommt nach Wahl Honig, Weichkäse oder lac concretum mit Kräutern drauf.
    Dann darfst du dann noch selber nach belieben aus den den Amphoren und Schüsseln was drauf tun.


    Also welches Brot möchtest du, soll ich es nur kurz rösten oder was länger drinnen lassen und dann Honig, Käse oder lac conretum?"

  • Alpina lauschte den Ausführungen. Es klang herrlich und sie konnte es gar nicht erwarten die leckere Köstlichkeit in den Händen zu halten.
    "Also ich liebe Knoblauch, aber aus Rücksicht auf "den Großen" hier", sie zwinkerte Corvinus zu, "nehme ich ein dunkles Brot mit normal viel Knoblauch. Hm, die weitere Wahl fällt mir schwer..."
    Sie sah hilfesuchend zu Corvinus hoch, doch der schien sich in ihre Wahl nicht einmischen zu wollen.
    "Dann mit lac concretum und Kräutern!"


    Sie wartete darauf, dass er mit der Herstellung fertig war und entschied sich dann für den ersten Versuch nur ein paar Nüsse darüberzustreuen. Erwartungsvoll sah sie Corvinus an.
    "Und du? Wie magst du dein Brot?"

  • Corvinus wollte gerade etwas sagen als Titus schon zuvorkam.
    "Och so wie der immer nach Garum riecht schon ihn nicht mit Knoblauch!"




    "Also... ich nehm meistens zwei. Ein helles mit normal Knoblauch und Honig. Das ist quasi Nachspeise. Und ein dunkles mit normal Knoblauch und lac concretum."


    Titus fing derweil schon an, bestrich die Brote und kurze Zeit später waren alle zwei dunkle in der Pfanne.
    Er röstete beide kurz an, bestrich sie dann mit dem gewünschten und gab zunächst Alpina und dann Corvinus seines.


    Corvinus ging dann zielsicher auf eine Amphore und legte ein paar recht kleine schwarze Oliven auf sein Brot und noch etwas eingelegten Käse. Oben drauf streute er dann aus einer Schüssel ein paar getrocknete Kräuter.. Kaum war er fertig biss er auch schon herzhaft in sein Brot.



    Das zweite helle mit dem Honig machte Titus erst wenn die beiden ihre jeweiligen Brote schon fast aufgegessen hatten.
    Bevor Corvinus das entgegennahm, nannte Titus ihm den Preis für die Speisen und Alpina konnte sehen das Corvinus ihm etwas mehr gab als er verlangt hatte.
    Auf das weiße Brot mit der seltsamen Knoblauch Honig Mischung streute Corvinus noch ein paar Nussbrocken und hielt es Alpina dann hin.
    "Na Nachtisch?"

  • Mit einem genießerischen Gesichtsausdruck vertilgte Alpina ihr Brot. Corvinus hatte Geschmack und Titus Röstbrot war eine echte Köstlichkeit. Sie nickte dem jungen Mann zu.
    "Hervorragend, Titus! Und wie schön, dass deine Garküche so nah an unserem zukünftigen Domizil liegt. Da werden wir uns wohl öfter sehen."


    Als Corvinus ihr schließlich das weiße Brot mit Knoblauch, Honig und Nüssen hinhielt, blickte sie wohl erst einmal etwas erstaunt, aber grundsätzlich war Alpina offen für alles Neue. Also nickte sie auf seine Frage und biss von dem Brot ab. Es war tatsächlich eine interessante Mischung.
    "Hm, interessant! Du bringst mir Sachen bei, die ich so noch nicht kannte. Ich bin gespannt was mich noch alles erwartet."

  • Titus nickte Alpina zu
    "Sehr gerne und wenn du ähnlich viel isst wie der Centurio dann kann ich mir wohl bald eine Aushilfe leisten oder einen Stand auf dem Forum stellen!"


    An der Stelle schien Corvinus einhaken zu wollen da er bevor er Alpinas Frage beantwortete erst Titus was fragte.
    "Wo wohnst du denn jetzt eigentlich? Der Stand läuft doch ganz gut oder, da müsstest du dir doch was anständiges leisten können?"


    Titus schien die Frage unangenehm zu sein da er nur mit einem recht undeutlichen
    "Passt scho", antwortete


    Corvinus schien aber noch nicht aufgeben zu wollen und setzte anders an
    "Wo ist dein Kumpel Geminus eigentlich heute?"


    "Der Trottel hat sich heute auf´s Forum des Castellums gestellt. Er meint da würden mehr zum Haare schneiden kommen. Ich hab mit ihm gewettet das er bis heute Abend weniger Kunden hatte als sonst!"


    "Ich werde es mir morgen anhören! Aber jetzt entschuldige uns."


    Corvinus machte mit Alpina ein paar Schritte und wenn sie wollte teilte er mit ihr das Honig-Knoblauch-Nuss Brot Hälfte Hälfte.


    "Na das machen wir doch gegenseitig und es freut mich das wir die gleichen Sachen mögen dann gibt es keinen Streit beim Essen."


    Ein letzter Biss und Corvinus Anteil war verspeist.
    "Kann man gut essen das Brot von Titus was?"



    Nach einigen weiteren Schritten fragte er noch:
    "Wollen wir erst zu dem Talismanladen oder erst zur Baustelle?"

  • Die beiden unterhielten sich noch ein wenig während Alpina sich mit Corvinus das "Nachtischbrot" teilte.
    Seinen Kommentar wegen des Streits ums Essen wischte sie mit einer wegwerfenden Handbewegung beiseite.
    "Ich glaube kaum, dass wir uns deshalb in die Haare kriegen würden. Ich bin recht unkompliziert was Essen angeht und außerdem wirst du ja zumeist das essen müssen, was ich auf den Tisch bringe..."
    Jetzt zwinkerte sie ihm wieder zu. Sie glaubte nicht, dass es zu Differenzen kommen würde, da sie gerne auch auf Sonderwünsche einging, wenn sie geäußert wurden.


    Auf seine nächste Frage antwortete Alpina mit einem Schulterzucken.
    "Wie du möchtest. Allerdings bin ich schon sehr neugierig was die Casa angeht."


    Sie versuchte unentschieden zu klingen, um ihm die Entscheidung zu überlassen aber vermutlich ahnte er schon, was sie zunächst lieber machen wollte.

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