Zeit für Entspannung | Sklavenbad

  • Lyciscus absolvierte wieder einmal einer seiner Trainingseinheiten, wie er es so oft tat nachdem ihm seine Gedanken zu schaffen machten. Das Training selbst war anstrengender als sonst, nicht nur weil der Sklave sehr lange trainiert hatte, auch die Sonne schien wieder stärker. Trotz der Hitze hörte der Thraker aber nicht auf mit seinem Training und konnte für sich erfolgreich wieder mehr an Geschwindigkeit gewinnen, sowie er es von Hiera gelernt hatte.


    Doch auch Lyciscus hatte nicht endlos Kräfte, so schloss er sein Training ab und bewegte sich in Richtung des Bades. Dort angekommen, entledigte er sich seiner Kleidung, danach streckte er sich noch eine weile in alle Richtungen bevor er letztendlich ins Wasser stieg. Eine angenehme Temperatur ließen schon die ersten Zeichen von Entspannung in seinem Gesicht erscheinen, komplett im Wasser versunken, tauchte er wieder auf und lehnte sich an eines der Enden des Bades, die Arme links und rechts ausgestreckt und die Augen leicht geschlossen. Ja das Training hatte den gewünschten Effekt erzielt, sein Kopf war frei und er genoss die Ruhe darin, das leider selten der Fall war. Ständig beschäftigte den Thraker etwas, ständig waren seine Gedanken irgendwo anders, nie bei ihm selbst, meistens, bei seiner Domina. Immer wieder plagte es ihn, das er sie enttäuscht hatte, weil er einen einfachen Befehl nicht befolgen konnte. Doch zumindest für diesen Augenblick, fühlte er sich richtig gut und völlig entspannt.


    Natürlich fragte er sich immer noch was mit Hiera passiert sei, schließlich hatte er bisher immer noch nichts von ihr gehört. Doch der Thraker konnte Geduld aufbringen, sie würde früher oder später schon auftauchen, schließlich hatte sie Lyciscus einiges zugesagt das er sehr gerne noch in Anspruch nehmen wollte und sie sicherlich auch einhalten würde. Der Sklave fuhr ein wenig mit seinen Händen durch das Wasser, bevor er sich nochmal im Bad selbst ordentlich streckte, ein wenig massierte er seine Muskeln die heute ziemlich beansprucht worden waren. Dann legte er den Nacken an die Kante und bewegte sich noch ein wenig hin und her bis er endlich eine angenehme Position gefunden hatte, die Augen fielen diesmal komplett zu, jedoch schlief der Thraker nicht, sonder döste nur vor sich hin...

  • Rastlos war ich in der Stadt umhergeirrt. Ständig kreisten die selben Gedanken in meinem Kopf. SIE wollte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen! Als ich Morrigan vor kurzem wieder getroffen hatte, Hatte dies etwas in mir ausgelöst, was mir längst über den Kopf gewachsen war. Wie ein Getriebener lief ich scheinbar neben der Spur. Ich hörte bereits Stimmen und fragte mich, ob ich mich bereits am Abgrund des Wahnsinns befand. Wie gerne hätte ich sie einfach wieder vergessen! Doch so einfach war es nicht. Nun, da ich mit ihr gesprochen hatte, konnte ich sie nicht mehr so einfach aus meinen Gedanken verbannen. Sie war da, an einem bestimmten Ort, sichtbar und greifbar für mich. Doch in Wirklichkeit war sie unendlich weit entfernt von mir. So weit wie nie zuvor. Unerreichbar für mich. Damit hätte ich mich abfinden sollen und dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Aber über diese Stärke verfügte ich nicht.
    So hoffte ich wenigstens am Abend etwas Ruhe zu finden. Ich suchte keine Gesellschaft und mied die Ansammlung von Sklaven in der Villa. Seit Idunas Bestrafung war ich sowieso als „Jungfrauenbesteiger“ verschrien, woran dieser miese Gallier, Ewen nicht ganz unschuldig gewesen war. Da zu dieser Stunde noch alle mit irgendeiner Aufgabe betraut waren, hoffte ich darauf, im balneum servorum die nötige Stille zu finden. Nur das Plätschern des Wassers und ich – mehr nicht! So schritt ich also voran und begann mich bereits auf dem Weg dorthin von meiner verschwitzten Tunika zu befreien.
    Aber halt! Was war das? Ein Plätschern? Hatte ich da ein Plätschern vernommen? War mir jemand zuvorgekommen. Als ich die Tür hinter mir schloss und ich näher trag musste ich feststellen, dass dieser Neuling mir zuvorgekommen war. Ich hatte längst wieder seinen Namen vergessen. Ich nickte ihm zu und sparte mir eine freundliche Begrüßung. Ich hatte keine Lust auf Small Talk. Schon gar nicht beim Baden. „Brauchst du noch lange?“

  • Während sich Lyciscus noch in seinem dösenden Zustand befand, fingen langsam aber doch auch die Gedanken an, wieder zu kommen. Ja Entspannung war definitiv was wunderbares, jedoch konnte sich der Thraker nie lange genug diesem Gefühl hingeben. Das Wasser war immer noch sehr angenehm, also warum sollte er sich mit etwas anderen beschäftigen, lieber hier liegen und die Gedanken vorbei ziehen lassen, entschloss sich der Sklave. Und obwohl er schon fast schlafend und regungslos im Bad lag, entging ihm nicht das sich jemand näherte, nachdem sich die Tür geschlossen hatte. Ein mulmiges Gefühl machte sich in Lyciscus breit, die Situation fühlte sich an, als würde er gleich weiterhin regungslos da liegen, jedoch ohne Kopf.


    Als er dann die Worte vernahm, die wohl von einer Männlichen Person stammen müssten, drehte sich der Sklave langsam um. Er sah in die Augen, die er schon mal gesehen hatte, in der Villa Claudia bei den Schaukämpfen, der Mann war einer der Kämpfer die sich dafür angemeldet hatten. "Angus, richtig? Ich habe Deinen Namen bei den Schaukämpfen vor paar Tagen vernommen." dabei sah der Sklave ihn weder freundlich noch respektlos an. Lyciscus rückte ein wenige weiter im Bad, fast wäre er komplett in einer Ecke gelandet, machte jedoch davor halt. "Ich denke es ist hier drinnen genug Platz für uns beide, ohne das wir unsere Schwerter dabei kreuzen." grinste Lyciscus sein Gegenüber an. Auch wenn der Thraker ihn bereits bei den Kämpfen gemustert hatte, so tat er es diesmal wieder, Angus war wesentlich größer als er selbst, der Körperbau hatte jedoch große Ähnlichkeit mit seinem eigenen. "Keine Sorge, falls Du Ruhe suchst, deswegen bin ich auch hier. Ich werde Dich schon nicht belästigen... es sei denn Du willst das!?" ein weiteres mal grinste Lyciscus den Mann breit an. Natürlich war es als Scherz gedacht der die Stimmung ein wenig heben sollte, Angus machte nicht gerade den eindruck als wäre er überglücklich. Trotzdem fragte sich der Sklave gerade, was Angus hier eigentlich machte, er hatte ihn schließlich noch nie zu Gesicht bekommen in der Villa Flavia, von daher wusste er so gut wie gar nichts von ihm.

  • Statt mir eine klare und einfache Antwort auf meine Frage zu geben, überschüttete mich der Thraker mit Worten und einer Frage. Ein redseliges Bürschchen hatte ich da vor mir. Ich dachte schon daran, auf dem Fuß kehrt zu machen und wieder zu verschwinden. Andererseits konnte ein wenig Gesellschaft nicht schaden. Der Thraker war neu und vielleicht hatte man sein Hirn noch nicht mit Schauergeschichten über mich vergiftet.


    „Ja richtig! Ich erinnere mich. Genau, Angus ist mein Name. Und wie nennt man dich?“, erwiderte ich ohne mürrisch zu klingen.Allerdings legte ich auch nicht wirklich Interesse an den Tag. Eigenlich wunderte ich mich selbst über meine Beredsamkeit, denn nach wie vor wollte ich wirklich nur meine Ruhe haben.
    Der Thraker machte noch einen Scherz, über den ich nur müde lächelte, während er im Becken etwas zur Seite rückte, um mir Platz zu machen. Ich machte Anstalten, ebenfalls ins Becken zu steigen, um endlich den Staub auf meiner Haut loszuwerden. Dabei fiel mir auf, wie der Kerl mich von Kopf bis Fuß musterte. Ich sagte nicht dazu, noch nichts. In diesem Irrenhaus musste man ja mit allem rechnen. Auch mit Custodes, die vom anderen Ufer stammten. Und als ob ich noch auf eine Bestätigung meiner Vermutung gehofft hätte, beschwichtigte er mich zunächst, bot mir aber in seinem nächsten Satz an, mir zur Verfügung zu stehen, wenn ich wollte. Ziemlich suspekt musterte ich ihn nun meinerseits. Dabei hob sich eine meiner Augenbrauen. Eine Marotte, die ich mir in Laufe der Jahre von dem einen oder anderen Flavier abgeschaut hatte. „Keine Sorge mein Freund, so verzweifelt bin ich noch nicht!“ , antwortete ich ihm und setzte mich neben ihn und hoffte für ihn, dass er sich im Griff hatte und seine Hand bei sich behielt.
    Das Wasser tat mir gut und entlockte mir einen Seufzer. Mit meinen Händen schaufelte ich etwas Wasser, um mein Gesicht zu waschen. Ja, das tat wirklich gut. Schließlich schielte ich zu ihm hinüber. „Du bist Thraker, nicht wahr?“ Jetzt war ich es selbst, der das Schweigen brach und nach belanglosem Zeug fragte.

  • Während der Thraker das Wasser regelrecht genoss, hatte Angus anscheinend ein Problem damit, ins Bad zu steigen. Vielleicht hielt er nicht viel von Gesellschaft, was den Sklaven nicht verwundern würde, schließlich versuchte er auch so gut wie möglich die Römer zu meiden. Doch Lyciscus war kein Römer, Angus vermutlich auch nicht, so dachte der Sklave zumindest. Letztendlich sprach der Mann aber, zugleich stellte er dem Thraker eine Frage nach seinem Namen. Nun Lyciscus war nicht enttäuscht oder traurig darüber, das Angus sich seinen Namen nicht gemerkt hatte "Man nennt mich Lyciscus." entgegnete er dem Blonden Mann.


    Es machte den Anschein als hätte er Angus mit seinen Worten etwas verwirrt, dabei waren diese eher als Scherz gedacht und mehr ein Angebot gewesen, ebenfalls das Bad zu benutzen. Erst jetzt fiel dem Thraker auf das seine Aussagen vielleicht den Anschein erwecken würden, das er eine Vorliebe für das selbe Geschlecht hätte. Doch er probierte erst gar nicht eine Antwort darauf zu geben, warum sollte er auch Angus vom gegenteil überzeugen müssen. Letztendlich traute sich der große Bursche doch ins Wasser, erleichtert lehnte sich Lyciscus wieder etwas zurück zum entspannen.


    "Ja, das ist richtig, Thrakien ist mein Heimatland." nun, auch wenn er vielleicht seinen Namen nicht mehr wusste, so hatte er doch aufgepasst und konnte sich erinnern woher der Thraker stammte. "Und woher stammst Du?" fragte der Sklave dann seinerseits, er konnte nicht genau zuordnen woher Angus wohl kommen mag, das er Römische Wurzeln besitzen würde, konnte er aber ausschließen. Da Angus sich im Sklavenbad befand, war wohl auch die Frage geklärt was er hier in der Villa machen würde, wobei ganz genau konnte der Thraker dies auch nicht erkennen "Welche Aufgabe hast Du hier eigentlich in der Villa? Und... wie lange lebst Du schon hier?" Lyciscus wollte bestimmt nicht aufdringlich sein, jedoch interessierten ihn die Antworten auf seine Fragen wirklich, vor allem auf die, wie lange er schon in der Villa seinen Dienst verrichtete. Wenn Angus schon lange genug hier war, so konnte er bestimmt auch einiges berichten und erzählen das dem Thraker vielleicht nützlich sein könnte für seine weiteren Aufgaben.

  • „Lyciscus, natürlich!“ Jetzt erinnerte ich mich wieder. Er war der neue Leibwächter der Aurelia, der Ehefrau des Flavius Gracchus. Die Dame hatte offenbar Geschmack, sich mit einem solchen Muskelpaket zu schmücken. Womöglich hatte er ja noch andere Vorzüge, die sie an ihm schätzte. Doch eines musste man ihm lassen, er war nicht so aufgeblasen, wie dieser gallische Hahn Ewen.


    Nach meinem Gesicht benetzte ich nun auch meine Oberarme und meine Brust. Wasser war etwas wundervolles und warmes Wasser übertraf alles. Ich schloss meine Augen und ließ meinen Kopf nach hinten gegen die Wand gleiten. Lyciscus indes sprach weiter. Er stammte tatsächlich aus Thrakien. Ich hatte also richtig gehört. Thrakien konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Eigentlich wusste ich auch nicht, wo dieses Land auf der Landkarte zu finden war. Die Frage, die er mir dann stellte, war vorprogrammiert.
    Britannien. Ich stamme aus Britannien. Oben im Norden. Aus einem Ort, den man Luguvalion nennt. Ich bin… nein, ich war ein Krieger der Carvetii. Doch ich wurde verraten und landete als Sklave in Rom und schließlich in diesem Haus.“ Erst jetzt wurde mir bewusst, wie lange ich schon nicht mehr über meine Heimat gesprochen hatte. Es war auch schon ewig her, seitdem ich das letzte Mal an zu Hause gedacht hatte. Mein Zuhause gab es nicht mehr. Meine Familie war tot, dafür hatten meine Feinde gesorgt. Aislin, sie war in meinen Armen gestorben. Nun war sie nur noch ein Schatten meiner Vergangenheit. Lyciscus hinderte mich daran weiter hinab zu driften in meine Vergangenheit, indem er mich weiter ausfragte. Im Grunde konnte ich ihm Dankbar dafür sein, nicht auch noch daran denken zu müssen.
    „Ich bin einer der custodes des Flavius Scato. Vielleicht hast du schon von mir gehört?“ Ich tastete mich vorsichtig heran, um tatsächlich ausschließen zu können, dass ihm noch nichts von meinen Taten zu Ohren gekommen war.
    „Ich bin nun schon seit über fünf Jahren in diesem Haus“ Eine lange Zeit, stellte ich fest. Viel zu lange. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass man mich so lange in Unfreiheit halten konnte. Und so wie es aussah, würden noch etliche Jahre dazu kommen. Falls ich überhaupt jemals wieder die Freiheit erlangen würde.

  • Ein wenig mehr massierte der Sklave seine Muskeln, sie schmerzten zwar noch etwas, doch bei weitem nicht mehr so stark, als es noch nach dem Training der Fall war. Aufmerksam hörte er währenddessen Angus zu, so erfuhr der Thraker, das dieser aus Britannien stammte, ein Land das weit entfernt von Thrakien war. Natürlich konnte Lyciscus wenig mit der Information anfangen, schließlich hatte er nur Geschichten von Britannien gehört. Diese waren meist davon geprägt das es dort Rau und Kalt sein sollte, der Gesichtsausdruck von Angus, wiederspiegelte das. Ein Krieger... der verraten wurde... diese Worte wiederum, zeigte dem Thraker das die beiden wohl doch mehr gemeinsam hatten, als sie annahmen. "Nun Angus, irgendwie kommt mir das sehr bekannt vor..." entgegnete er ihm mit einem eher nachdenklichen Blick während er mit seiner Hand im Wasser ein wenig hin und her fuhr.


    So, er war also auch ein Leibwächter, jedoch kannte Lyciscus weder seinen Herrn, noch sonst andere Bewohner der Villa Flavia. Doch anscheinend befanden sich insgesamt zwei Leibwächter in dieser Villa, konnte es nun doch möglich sein das man von einer Gefahr ausgehen musste, auch dies würde sich früher oder später beantworten. "Ich habe Deinen Namen das erste mal in der Villa Claudia vernommen, hier hatte ich bisher kaum die Möglichkeit jemanden kennen zulernen." in der tat war Angus eines der wenigen Gesichter das er seit seiner Ankunft in der Villa Flavia, gesehen hatte, er wusste nicht mal, wer eigentlich noch diese Villa bewohnte, man hatte ihn bisher nicht aufgeklärt. Der Sklave beendete seine Massagen und lehnte sich wieder zurück, die Hände in den Nacken gelegt.


    "Fünf Jahre... eine lange Zeit... doch kannst Du bestimmt so einiges an Erfahrung aufweisen, wie es hier in der Villa zugeht!?" so wie Lyciscus vermutet hatte, war Angus schon länger hier, vielleicht könnte der Mann aus dem Norden auch ihm etwas von dieser Erfahrung zukommen lassen, bestimmt würde es die ein oder andere Sache für den Sklaven erleichtern. "Wirst Du gut behandelt?" ganz plötzlich verließ diese Frage die Lippen des Thrakers, und er wollte auch ernsthaft wissen, wie die anderen Herrschaften mit ihren Sklaven umgingen. Dabei sah er Angus tief in die Augen, er erwartete sich eine ehrliche Antwort, sein Blick schien Ernst und äußerst interessiert.

  • Ja, in gewisser Weise war es meist die gleiche Geschichte, in verschiedenen Facetten. Über meine Geschichte hatte ich schon lange nicht mehr nachgedacht. Ich hatte mich damit abgefunden und nachdem was damals alles passiert war, war dies auch gut so. Warum also jetzt wieder alte Wunden aufreißen? Also schob ich meine Erinnerungen wieder beiseite und wandte mich wieder Lyciscus zu. „Wie kamst du hierher? Du bist sicher nicht als Sklave geboren worden, nehme ich an.“ Er war nicht wie einer dieser Zuchtsklaven, die sich die Flavier heranzogen. In ihm glühte noch ein wenig der Funke der Freiheit, der in jedem von uns mehr oder weniger glühte. Meiner war fast schon gänzlich verglüht.
    Wie es schien, war der Thraker noch nicht von „gewissen Leuten“ geimpft worden. Man hatte ihm nichts über die Sache mit Iduna erzählt und wie ich darin verwickelt worden war. Im Prinzip konnte er das auch nicht, da er nicht in der Sklavenunterkunft nächtigte, wie ich gehört hatte. „Du hast deine Unterkunft in der Kammer neben dem cubiculum deiner Herrin, nicht wahr? Wenn du die anderen Sklaven kennenlernen willst, musst du dich öfters hier im Sklaventrakt blicken lassen. Aber lass dir eines gesagt sein, nicht alle werden dir wohlgesonnen sein. Es gibt einige Sklaven, vor denen solltest du dich in Acht nehmen.“ Ich nannte keine Namen. Er sollte selbst seine Erfahrungen machen.
    Wenn ich mir ihn so betrachtete, erinnerte ich mich an meine ersten Tage und Wochen. Damals war ich ein anderer gewesen. Freiheitsliebend und aufsässig, gegenüber allem was römisch war. Inzwischen hatte man mir die Flügel gestutzt.
    „Tu, was man dir sagt. Dann hast du ein gutes Leben hier. Im Allgemeinen sind die Flavier zwar sehr streng gegenüber ihren Sklaven, doch dafür genießt du hier einige Annehmlichkeiten, die du woanders wahrscheinlich nicht haben wirst. Zum Beispiel dieses Bad hier.“ Der Thraker sah mich sehr eindringlich an. Offenbar lag ihm viel daran, ein paar hilfreiche Tipp zu erhaschen. Ich sagte ihm nur das, was Lupus mir damals gepredigt hatte.

  • Lyciscus genoss die Gesellschaft in der er sich gerade befand, obwohl Angus recht kalt und trocken wirkte, empfand der Thraker Sympathie für den Mann. Außerdem freute sich der Sklave das man nicht nur Stumm im Wasser sitzen würde, er war schon sehr gesprächig und unterhielt sich gern mit anderen Leuten, wenn es nicht bedingt Römer gewesen waren. Nun kam die Frage, wie Lyciscus hier gelandet sei, eine Geschichte, die den Sklaven immer wieder einen Stich in die Brust versetzte. "Ich versuche mich kurz zu halten, jedoch wird es trotzdem eine etwas längere Geschichte..." der Thraker setzte sich etwas aufrechter hin und starrte dabei ins Wasser, das kleine Wellen schlug. "Ich lebte in Thrakien mit meiner Familie, Vater, Mutter, zwei Brüder und ich... wir lebten in einem Dorf, dieses wurde eines Tages von Banditen überfallen." Lyciscus erhob sich kurz aus dem Wasser und wanderte zu einem Tisch, von dort nahm er einen Krug Wasser und zwei Becher, stellte diese am Rande des Bades ab und begab sich wieder hinein. Während er beide Becher füllte erzählte er weiter "Bei diesem Überfall sind meine Eltern und mein älterster Bruder ums Leben gekommen, sie wurden Eiskalt abgeschlachtet..." er stellte den Krug ab und trank erstmal einen großen Schluck bevor er wieder ins Wasser starrte "Mein Bruder und ich zogen weiter, doch das Kämpfen hörte nicht auf, wir haben so einige Schlachten gemeinsam bestritten. Eines Tages kam eine Römische Legion in unser Land, sie wollten gegen Barbaren vorgehen, die auch uns immer Probleme machten." der Thraker trank seinen Becher leer und lehnte sich wieder ein Stück zurück bevor er weiter sprach. "Der Heerführer hatte uns versprochen, würden wir mit der Legion ziehen und für Rom kämpfen, könnten wir in Zukunft ruhig in unserem Dorf weiterleben. Doch es kam anders, wir hielten uns zwar an das vereinbarte, die Römer aber nicht, und so musste ich inmitten der Schlacht zusehen, wie auch mein letzter Bruder sein Leben verlor." Lyciscus blickte Angus an, seine Augen waren bereits leicht getränkt, der Glanz von Schmerz war deutlich sichtbar. "Ich hielt ihn in meinen Armen, überall war Blut, seine Augen waren weit offen, doch... er sagte kein Wort mehr." der Thraker keuchte kurz während er unter dem Wasser seine beiden Hände zu einer festen Faust bildete. Doch er beruhigte sich ein wenig, schließlich wollte er Angus die Geschichte noch fertig erzählen. "Wutentbrannt suchte ich die Legion auf, ich wollte den Heerführer den Kopf abschlagen, eine törichte Idee wenn man bedenkt das ich alleine war. Und so verwickelte ich mich in einen Kampf mit Soldaten, die mich letztendlich bewusstlos schlugen." der Sklave lehnte sich wieder komplett zurück und versuchte sich zu entspannen, dabei streckte er seine beiden Arme aus und legte den Nacken zurück. "Und so bin ich nun als Sklave in Rom gelandet, am selben Tag noch wurde ich von meiner Domina, Aurelia Prisca, ersteigert und diene ihr nun als Leibwächter."


    Während der Sklave versuchte das gerade gesagte wieder zu verdrängen, hörte er Angus aufmerksam zu, er hatte wirklich nur eine Nacht in der Sklavenunterkunft verbracht, seither war er stets in seiner Kammer zu finden. "Ja, meine Herrin hat mir so manch Privilegien gegeben, eine davon ist die Kammer neben ihr." hier fiel dem Thraker wieder auf wie gut er es eigentlich bei der Wunderschönen Frau hatte. "Danke für Deinen Tipp, ich hoffe doch sehr, das ich mich nicht vor Dir in acht nehmen muss?" grinste Lyciscus sein Gegenüber an. ...Tu, was man dir sagt... hier war schon ein Problem, das der Thraker selbst in griff bekommen musste, er hatte bereit einen Befehl missachtet, doch seine Domina hatte ihn nur belehrt, mit Worten, diese waren jedoch Effektiv genug. Lyciscus wusste immer noch nicht wie groß die Enttäuschung seiner Herrin war, doch vermutlich groß genug, um den Sklaven wieder ans Podest zu führen.


    "Angus, befolgst Du alle Befehle? Egal wie Grausam diese sein mögen?" sein Blick wanderte wieder in die Augen des Nordmannes, Lyciscus konnte sich nicht vorstellen das Angus alles machte, was man ihn befohlen hatte. Manche dieser Befehle würden Stück für Stück das Innenleben zerstören, bis am Ende eine leere Schale zurückbleiben würde.

  • Geduldig hörte ich mir Lyciscus‘ Geschichte an, nickte ab und an oder schüttelte leicht den Kopf. Kaum ein Sklave, der zuvor frei war, war wohl aus freien Stücken zum Unfreien geworden. Fast immer gingen dramatische Ereignisse voraus, an denen wir ein Leben lang zu knabbern hatten. Wir hatten schreckliche Bilder gesehen und widerliche Erniedrigungen hinnehmen müssen. Für manch einen endete das erst mit dem letzten Atemzug. All die anderen hofften auf den Tag ihrer Befreiung, der jedoch nur selten, wenn überhaupt kam. „Das tut mir sehr leid für dich!“ Meine Worte waren aufrichtig gemeint. Denn ich wusste aus eigener Erfahrung, wie lindernd etwas Mitgefühl sein konnte. Besonders in den Momenten, wenn der Schmerz am stärksten war.
    Offenbar hatte er recht schnell das Vertrauen der Aurelia gewonnen, wenn sie ihn, kurz nachdem sie ihn gekauft hatte, bereits in ihrer Nähe duldete und sogar nächtigen ließ.
    „Dann behandelt sie dich ganz gut, die Aurelia?“ Mit der Gemahlin des Gracchus hatte ich bislang wenig zu tun gehabt. Jedoch schätzte ich sie als recht umgänglich ein. Zwar war sie auch eine Römerin, doch lange nicht so verschlagen wie die Claudia, die Scato geheiratet hatte.


    Ich grinste, als er mich fragte, ob er sich vor mir in Acht nehmen sollte. „Glaub mir, ich bin deine geringste Sorge in dieser Villa!“ Noch einmal benetzte ich meine Haut mit dem warmen Wasser und diesmal befeuchtete ich auch mein Haar und kämmte es mit meinen Fingern nach hinten.
    „Der Leibsklave des Gatten deiner Domina, Sciurus, vor dem solltest du dich in Acht nehmen oder auch vor diesem gallischen Hahn Ewen, der seit kurzem hier herumstolziert.“
    Bei seiner letzten Frage wich mein Grinsen mir einem Schlag. Früher hätte ich nur herzhaft gelacht und die Antwort verneint, doch nun hätte ich lügen müssen. „Ja, das tue ich,“ gab ich verschämt zu und sagte nichts mehr weiter dazu. Doch kurz darauf grinste ich schelmisch. „Andererseits sind Befehle dazu da, dass man sie bricht und was ein Flavier nicht weiß, macht ihn nicht heiß! Solange sie denken, du stehst loyal zu ihnen, kannst du dir einige Freiheiten erlauben.“

  • Das Wasser war nicht mehr so warm wie es anfangs der Fall war, jedoch ausreichend, um es noch als entspannend einzustufen. Die ehrlichen Worte von Angus waren besänftigend, der Thraker hatte schon länger kein Mitgefühl erhalten, dafür war er dankbar. Während Lyciscus sich das Gesicht mit dem Wasser einrieb, lauschte er Angus Frage, ob er von seiner Herrin gut behandelt wurde, was eher nach einer Feststellung klang. Der Sklave dachte an die Tage zuvor, die er mit seiner Domina verbracht hatte, er genoss die nähe seiner Herrin, die Gespräche die sie führten, die Blicke, die auf ihr ruhten. Aurelia Prisca behandelte den Sklaven äußert gut, bis auf den einen Tag, an dem der Thraker einen Befehl nicht folge leistete. Wegen lächerlichen Keksen kam es überhaupt erst dazu, und am Ende, ist doch nichts passiert. Und so musste Lyciscus sich eingestehen, das seine Domina wohl mehr für sein wohl tat, als er es vermutete. "Meine Domina behandelt mich sehr gut... manchmal vergesse ich in ihrer nähe sogar... das ich ein Sklave bin." das Gefühlschaos das er innerlich vergraben hatte, schien langsam seinen Weg wieder herauf zu suchen, seine Blicke starrten gedankenlos in das Wasser.


    Lyciscus hörte weiter aufmerksam zu, Sciurus, ein Name den er noch nie gehört hatte, jedoch Ewen lernte er auch in der Villa Claudia kennen, hatte ihn auch schon am Sklavenmarkt gesehen, als der Thraker selbst noch am Podest stand. Doch Ewen wirkte sehr sympathisch, warum sollte er sich also vor ihm in Acht nehmen. "Nun, Danke Angus, ich werde Deinen Rat beherzigen und meine Augen offen halten." entgegnete er dem Nordmann, schließlich war er wesentlich länger hier und Lyciscus vertraute auf die Worte des Erfahrenen. Als Angus dann die Antwort auf des Thrakers letzte Frage lieferte, stockte dem Thraker kurz der Atem, er bemerkte natürlich das der Brite nicht stolz darauf war, und so stellte er auch keine weiteren Fragen zu dem Thema. Weitere Worte folgten, Angus hatte wohl nicht unrecht mit ihnen, so lange wie er sich schon hier befand, hatte er sich sicherlich gut durchgekämpft, so grinste Lyciscus Angus entgegen "Eine interessante Sichtweise, ich werde diese berücksichtigen, danke für Deinen Tipp." Und so wahr wohl die Worte von Angus waren, und so gern der Thraker sich auch an diese halten würde, wusste er das es ihm wohl nicht möglich sein würde. Sein eigener Charakter stand ihm in Weg, so war es ihm nie möglich zu Lügen oder unehrenhaft zu handeln, Loyalität war Lyciscus immer wichtig, und er hatte diese seiner Domina geschenkt und geschworen. Erst mit dem Ende seines Lebens, würde auch die Treue ihr Ende finden.


    Weitere zwei Becher schenkte der Sklave nach, er hob einen Becher und streckte ihn Angus entgegen um mit ihm anzustoßen "Angus, ich bin Dir dankbar für Deine Informationen, solltest Du einmal Hilfe brauchen, zögere nicht mich zu fragen." der Thraker war ihm wirklich sehr Dankbar, womöglich könnte Angus ihm noch öfters hilfreiche Vorschläge machen, sofern sie sich treffen würden. "Ich hätte dennoch eine Frage, hast Du Pläne für die Zukunft?" auch hier war das Interesse des Sklaven geweckt, Angus war mal Frei, wollte er diese Freiheit zurück erlangen, oder hatte er andere Wünsche.

  • Wenn da nicht Liebe im Spiel war, war mein erster Gedanke. Ob der Thraker wusste, was sie mit ihm anstellten, wenn herauskam, dass er und seine Herrin…? Ganz spontan fielen mir die flavischen Löwen ein, die bereits mehr als einmal mit dem Fleisch unliebsamer Sklaven gefüttert worden waren. Nein, ich entschied mich dagegen. Schließlich wollte ich ihm nicht die Illusion nehmen, etwas Besonderes zu sein. „Das ist schön, “ antwortete ich und lächelte vertrauensvoll. Eine Zeit lang betrachtete ich ihn mir von der Seite, wie er ins Wasser starrte. Ja, ich lag gar nicht so falsch mit meiner Vermutung.


    Letztendlich war es doch keine so dumme Idee gewesen, sich zu dem Thraker dazuzusetzen. Vielleicht war das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Es war immer gut, Verbündete zu haben, auch unter den Sklaven!„Keine Ursache, Freund! Wenn du noch mehr Fragen hast, frag nur!“, meinte ich gönnerisch. Auch meine Anmerkung betreffend der Befehle, schien er verstanden zu haben.
    Dann schenkte er mir einen Becher ein. Ich dankte du trank. Pah, Wasser! „Vielleicht sollten wir demnächst einen kleinen Stadtrundgang machen, wenn wir beide frei haben. Kennst du denn Rom schon?“Dann gab es mit Sicherheit Besseres als nur Wasser. Seine nächste Frage irritierte mich ein wenig. Die Frage nach der Zukunft hatte ich mir in meinen Anfangstagen auch immer oft gestellt. Einst hatte ich einen Traum! Morrigan und ich, wir beide. Ein freies Leben in den Weiten Britanniens, dort wo kein verdammter Römer einen Fuß freiwillig hinsetzte. Dieser Traum aber war vor langer Zeit zerplatzt, wie eine Seifenblase. „Pläne für die Zukunft? Tut mir leid, Freund. Die habe ich vor langer Zeit aufgegeben!“, antwortete ich verbittert. Nun starrte ich gedankenlos ins Wasser.

  • ...Das ist schön... ja, das war es in der tat, nicht völlig umsonst hatte Lyciscus die Möglichkeit zur Flucht abgelehnt, nicht umsonst ist der Thraker zurück zu seiner Domina gekommen um sein Leben in ihre Hände zu legen. Und so schön es auch war, so konnte er die Worte des alten Mannes, auf dem Marktplatz, nicht vergessen. Dem Sklaven war wohl bewusst, das sein unerforschtes Gefühlschaos nicht die überhand gewinnen durfte, es würde ihm nur das Verderben bringen, so wie es der Mann selbst gesagt hatte. Eine gänzlich aussichtslose Situation in der er sich befand, und die er längst akzeptiert hatte.


    Lyciscus grinste Angus dankend an nachdem dieser ihm weitere Fragen gewährte, es war nie verkehrt Freunde zu haben, auf die man sich auch verlassen konnte, und in Angus sah der Sklave potential zu so einer Freundschaft. Der Thraker hatte schon öfters versucht Rom näher kennen zu lernen, doch nie fand sich wirklich Zeit dafür, nun schien es so als würde Angus ihm endlich diesen gefallen machen. "Leider habe ich noch nicht viel von Rom gesehen, es wäre mir eine Ehre wenn Du mir mehr davon zeigen könntest!" Lyciscus hob zum Dank seinen Becher in die höhe und trank ihn danach leer.


    Der Sklave musste etwas schmunzeln, schlagartig verwandelte es sich aber in Gelächter, hervorgerufen durch die Worte von Angus... Lyciscus klopfte mit seiner Hand auf die Schulter des Nordmannes "Mein Freund, wie schön das wir die selben Pläne für die Zukunft haben!" der Blick von Angus verriet den Thraker aber, das er seine Pläne vielleicht verworfen hatte, der Wunsch aber immer noch vorhanden war. So lehnte er sich wieder etwas zurück und musterte den Briten, und da fiel ihm der erste Unterschied auf, seit beginn dieser Gespräche. Angus dürfte wohl doch etwas haben, für das sich Freiheit wohl Lohnen dürfte, ganz im Gegensatz zu Lyciscus. "Ich möchte nochmals betonen, mein Freund, solltest Du jemals Hilfe benötigen, egal bei was, zögere nicht mich aufzusuchen!" ein äußerst ernster Blick war in dem Gesicht des Thrakers zu erkennen. Nun waren es schon zwei Personen, für die sich der Sklave wohl aufopfern würde aus freien Stücken, mit einer davon teilte er gerade das Bad, von der anderen, hoffte er, sie bald wieder zu sehen. ...Hiera, ich hoffe Du bist wohl auf... doch eigentlich, waren es drei, denn noch immer würde er sein Leben geben, um das seiner Domina zu schützen.

  • Lyciscus vermied es, weitere Details über die Beziehung zu seiner Herrin preiszugeben und auch ich hielt mich zurück, ihn weiter darauf anzusprechen. Eins war gewiss, ganz egal was er tat oder tun würde, er würde aus seinen Erfahrungen lernen müssen. Besonders bei einer solchen heiklen Beziehung zu der Aurelia. Die Flavier waren nicht pingelig im Umgang mit ihren Sklaven. Das hatte ich bereits am eigenen Leib erleben dürfen.


    Viel besser als an die Zukunft zu denken, war das Leben im hier und jetzt. Wir mussten das Beste daraus machen, sonst würden wir zugrunde gehen. Die Aussicht auf eine gemeinsame Tour durch die Stadt, war wieder ein positives Licht, an dem man sich festklammern konnte.„Na dann wird es Zeit! Ich werde dir ein paar Ecken zeigen, die du mit deiner Domina niemals sehen würdest, das verspreche ich dir. Ich zeige dir das Rom der einfachen Leute, wo auch Unsereins seinen Spaß haben kann!“ Wenn das mal nicht zu viel versprochen war! Doch die Subura würde uns auch diesmal ganz bestimmt nicht enttäuschen!


    Das Lachen des Thrakers ließ mich wieder aufblicken. Er hatte also die gleichen Zukunftspläne, nämlich keine! Meine Antwort war lediglich ein aufgesetztes Lächeln. Was glaubte er denn, wo er nach fünf Jahren Sklaverei stehen würde? Was würde er tun, wenn ihn seine Herrin plötzlich fallen ließ, wie ein Spielzeug, das mit der Zeit uninteressant geworden war? Das alles und wahrscheinlich noch viel mehr stand Lyciscus noch bevor. Sein Angebot jedoch ließ mich stutzig werden. Bei allem, ganz gleich was es war würde er mir behilflich sein? Wirklich bei allem? Nun, vielleicht war es nur eine Floskel, die er so daher redete… „Ich danke dir für dein Angebot, Lyciscus! Es ist immer gut, einen Freund zu haben! Das Gleiche gilt natürlich für mich!“ Mit diesen Worten erhob ich mich. Das Wasser wurde langsam kalt. Dann griff ich nach einem Handtuch und trocknete mich ab und zog eine frische Tunika über. „Wir sehen uns, Freund!“ Dann ging ich.

  • Angus wollte dem Sklaven also zeigen, wie auch er in Rom Spaß haben konnte, nun das klang äußert verlockend, und zugleich aber auch erschreckend. Doch die Neugier des Thrakers war geweckt, und so freute sich dieser, einmal mit dem Nordmann durch die Straßen zu ziehen. "Das kling gut, ich hoffe das wir bald dazu kommen, mein Freund!"


    Das der Brite ihm ebenfalls die Freundschaft anbot und zugleich die selbe Hilfe, freute Lyciscus sehr "Ich Danke Dir, das bedeutet mir viel." ja in so einer Welt, vor allem in Rom, musste man sich wohl Freunde machen um durchzuhalten. Während des Gesprächs hatte der Sklave gar nicht bemerkt wie Kalt das Wasser in der Zwischenzeit geworden war, Angus jedoch schon, und deshalb verließ er auch das Bad. "Ich freue mich darauf, Freund!" entgegnete er ihm, und sah ihm noch hinterher wie er durch die Tür schritt. Da das Wasser wirklich nicht mehr für die Entspannung sorgte, wie es zu beginn noch der Fall war, stieg auch der Thraker heraus. Auch er trocknete sich ab und bekleidete sich, ein kurzer Blick in das Wasser, und ein grinsen folgte, ein erfolgreicher Tag war der letzte Gedanke, bevor er selbst durch die Tür schritt.

  • # # # Sklavenbad | Ein weiteres treffen unter guten Freunden # # #


    Der Thraker wanderte wiedereinmal kurz vor Einbruch der Dunkelheit in das Sklavenbad um sich zu entspannen und zu waschen. Aber nicht nur das war der einzige Sinn warum er diesen Ort aufsuchte, er wollte sich auch mit Angus treffen und unterhalten. Lyciscus hatte das Sklavenbad gewählt, weil sie sich hier mehr oder weniger kennen gelernt hatten, und für ein angenehmes Gespräch sorgte das entspannende Bad ebenfalls.


    Der Leibwächter hatte Angus zwar in der Villa nicht gefunden, jedoch hatte er jedem den er kannte mitgeteilt das man dem Briten doch bitte die Nachricht zukommen lassen sollte, das der Thraker hier auf ihn warten würde. Lyciscus rechnete damit das Angus somit schon erfahren würde, das er hier auf ihn wartete, oder es einfach der Zufall wollte, das der Nordmann ebenfalls auf der suche nach Entspannung war.


    Und so entkleidete sich der Leibwächter und stieg langsam in das angenehm warme Wasser, wo er sich letztendlich hinsetzte und zurücklehnte, während seine Arme links und rechts am Rand des Bades lagen. Geduldig und entspannt wartete also der Thraker auf die Ankunft von Angus...

  • Mit einem Krug Wein und zwei Bechern bewaffnet, suchte ich den Weg zum balneum servorum. Das Torkeln in meiner Fortbewegung deutete darauf hin, dass ich den Tag nicht abstinent verbracht hatte. Am Vormittag hatte ich einige Botengänge zu erledigen, was mir ermöglicht hatte, auch einige private Dinge zu regeln. Ich hatte meinen alten Freund Cian einen Besuch in seiner taberna abgestattet und mit ihm darüber gesprochen, dass ich in nächster Zeit eventuell seine Hilfe bräuchte. Da Cian ein herzensguter Mann war, der einem Landsmann hier in der Fremde nichts abschlagen konnte, versprach er mir, eine Lösung zu finden. Indessen hatte er mir einige Becher Bier angeboten, die ich gerne angenommen hatte.


    Auch der Nachmittag hatte sich so gestaltet, dass es immer wieder die Gelegenheit gab, den einen oder anderen Schluck Wein zu erhaschen. Als sich nun der Tag seinem Ende neigte und ich durch Zufall erfuhr, der Thraker wolle mich nach Sonnenuntergang im Bad treffen, war mein erster Gedanke, einen Krug Wein zu organisieren. Natürlich sollte es nicht irgendein Wein sein! Kein billiger Fusel oder dergleichen, wobei sich ganz sicher kein Fusel im flavischen Weinkeller verbarg. Dennoch musste ich probieren, um den „Richtigen“ zu finden. Eine wahrlich angenehme Aufgabe!


    So machte ich mich also auf den Weg, um meinen guten Freund Lyciscus zu treffen und meinen Knochen im warmen Wasser noch etwas Gutes zu tun. Natürlich grübelte ich schon ein wenig, weshalb der Thraker mich sehen wollte. Doch dann fiel mir unser gemeinsamer „Ausflug“ in die Subura wieder ein und das, was er mir versprochen hatte. Morrigan! Er musst sie irgendwo getroffen haben.
    Selbstverständlich hatte mich dieser Umstand neugierig gemacht, obwohl ich mir keine großen Hoffnungen mehr machte, mein Rabenmädchen zurückgewinnen zu können. Doch vielleicht gab es doch noch ein kleines Fitzelchen Hoffnung. Vielleicht verfügte der Thraker ja über magische Zauberkräfte und hatte sie damit betören können.


    Fast lautlos öffnete ich die Tür zum Bad und versuchte mich noch lautloser dem Mann, der dort bereits die Wonnen des warmen Wassers genoss, zu überraschen. Da allerdings meine Sinne durch den Alkoholkonsum bereits etwas benebelt waren, hatte ich die Sandalen am Boden völlig übersehen, strauchelte und konnte mich gerade noch fangen, um Schlimmeres zu verhindern. Lediglich ein wenig Wein war meinem Beinahe-Sturz zum Opfer gefallen. „Mist!“ zischte ich leise und suchte mir einen Platz, wo ich Krug und Becher abstellen konnte, um mich meiner Kleidung zu entledigen. Zwar erwiesen sich meine Sandalen als sehr hartnäckig, so dass ich irgendwann versuchte, sie fluchend einfach abzustreifen, ohne sie vorher geöffnet zu haben. Schließlich nahm ich wieder den Krug und die Becher und trat zum Beckenrand. „Salve, mein Lieber!“, rief ich ihm zu. „Da bin ich!“

  • Völlig entspannt genoss der Thraker das angenehm warme Wasser auf seiner Haut. Lyciscus liebte dieses Gefühl der völligen ruhe und Entspannung, eine Massage wäre jetzt natürlich die Krönung aller Dinge, aber wahrscheinlich währe es auch zuviel des guten. Und so wartete der Leibwächter auf seinen Freund, und schlief schon fast ein, seine Gedanken kreisten umher, und plötzlich... hörte er doch ein leises Geräusch hinter sich.


    Es war Angus, der scheinbar nicht mehr fähig war ganz gerade zu laufen, und dennoch hatte er einen Krug in der Hand, bei dem es sich offensichtlich um Wein handelte, schließlich konnte man es doch erkennen, als die rote Flüssigkeit auf den Boden tropfte. Etwas amüsiert betrachtete Lyciscus das Spektakel, das ihm der Nordmann hier bot, denn als er sich versuchte auszuziehen, schien ihm das nicht gerade leicht zu fallen. Doch der Thraker machte sich nicht lustig über seinen Freund, vielmehr wartete er geduldig darauf, bist Angus sich entkleidet hatte, und näher an den Leibwächter heran trat.


    "Salve mein Freund! Schön das Du Zeit gefunden hast!" grinste Lyciscus den Briten entgegen. Mit einem Arm ausgestreckt auf das Wasser, sprach er weiter. "Komm doch gleich hinein, solang das Wasser noch eine angenehme Temperatur hat." Der Thraker machte Angus ein wenig Platz indem er selbst ein wenig zur Seite rutschte, dennoch konnte er die Frage auf seinen Zustand nicht auslassen. "Du scheinst heute etwas mehr getrunken zu haben!? Geht es Dir soweit gut mein Freund?" erkundigte sich Lyciscus vorsichtig, schließlich lag ihm doch sehr viel an dem Wohlbefinden seines Freundes.

  • Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und trat näher. Zunächst stellte ich den Krug und die Becher am Beckenrand ab. Vorsichtig, wie es eben mein gegenwärtiger Zustand zuließ, stieg ich dann ins Wasser und ließ mich einfach neben ihn fallen, so dass das Wasser ordentlich Wellen schlug und es spritzte. „Ahhh“, rief ich genüsslich. „Das tut gut!“ Dann wandte ich mich zu dem Thraker hinüber. „Mir geht´s bestens!“, antwortete ich, wobei ein Hauch von Sarkasmus mitzuschwingen schien.
    Nun, da Lyciscus neben mir saß, durchfuhr mich wieder dieses seltsame Gefühl. Wollte ich wirklich wissen, was Morrigan ihm gesagt hatte. Tief in meinem Inneren wusste ich doch genau, dass es da keine Hoffnung mehr gab. Schließlich hatte ich mir inzwischen ja selbst eine neue Aufgabe aufgebürdet. Allein das wäre ein Hindernis für 'uns' –nein, für sie und mich gewesen. Jedoch versuchte ich dieses Gefühl erst einmal zu verdrängen. Ich wollte einfach nur guter Dinge sein. Der Alkohol würde in dieser Angelegenheit sicher hilfreich sein.
    „Oh ja, es gab heute einige Gelegenheiten, etwas zu trinken, “ antwortete ich grinsend. „Ich soll dir übrigens auch viele Grüße von Cian ausrichten!“ Der Thraker hatte meinen Freund und Landsmann bei unserer Tour durch die Subura kennengelernt. „Und den hier habe ich speziell für uns heute ausgesucht!“ Ich deutete auf die volle Kanne und die beiden Becher, die heute Abend unbedingt geleert werden musste. „Du wirst doch mit mir ein Schlückchen trinken, mein Freund?“ Lyciscus würde mich doch hoffentlich nicht enttäuschen. Heute Abend wollte ich nicht allein trinken. Nicht heute!

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