Bankett zu Ehren der Augusta und des neuen Statthalters Decimus Livianus

  • Der Decimer hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen innerhalb der ersten Tage nach ihrer Ankunft in Mogontiacum zu einer obligatorischen und standesgemäße Feier einzuladen, welche den Besuch der Augusta und natürlich auch seinem eigenen Amtsantritt gerecht werden sollte. Daher wurde einer der großen Empfangssäle der Regia entsprechend festlich vorbereitet und mit Liegen, Tischen, Blumenschmuck und einem reichhaltigen Buffet ausgestattet, welches keine Wünsche offen ließ. Schon hier hatte sich mehr als deutlich gezeigt, welch große Hilfe ihm seine neue Mätresse Aglaia in solchen Dingen noch zukünftig sein würde. Wenn sie von etwas wirklich Ahnung hatte, dann vom Feiern. Von der Auswahl der Blumen und Girlanden, der Farbgestaltung, der Anordnung des Mobiliars, der Musikuntermalung, bis hin zur Auswahl der Getränke und Speisen. Es gab kein Thema wo Aglaia nicht ihr Mitspracherecht einforderte oder überhaupt gleich selbst das Zepter in die Hand nahm und die Anordnungen gab. Livianus war sehr froh über diese Unterstützung, war er doch mit der Einführung in die Amtsgeschäften mehr als eingedeckt. Und Aglaia wiederum hatte eine Aufgabe die sie einspannte und wohl auch ihren Geschmack recht gut traf. Schließlich stand ihr ein ziemlich ordentliches Budget und eine Heerschar an Sklaven und Dienern mehr oder minder frei zur Verfügung.


    Als sich der Decimer als Gastgeber kurz vor Beginn der Feier ihm Saal einfand, konnte er eine gewisse Bewunderung nicht verbergen. Der Saal war kaum wieder zu erkennen und sah einfach herrschaftlich aus. Genau richtig für den Empfang einer Kaiserin, die wohl schon einiges gesehen und miterlebt hatte und dementsprechend wohl auch schwer zu beeindrucken war. Aber schließlich wollte der neue Statthalter sich und seine Residenz von ihrer besten Seite präsentieren und nicht zu provinziell wirken. Hier war in jedem Fall ein großes Dankeschön an Aglaia angebracht, dass er ihr bei Gelegenheit auch zukommen lassen würde. Doch während die letzten Vorbereitungen getroffen wurden und die Sklaven noch fleißig herumwuselten, hatte sich seine Geliebte zurück gezogen um sich selbst in Schale zu werfen. Und der Decimer war schon gespannt darauf zu sehen, wie umwerfend sie sich ihm und seinen Gästen heute präsentieren würde. Sie hatte vor ihrer Abreise nach Germania noch fleißig eingekauft und konnte Livianus bestimmt noch einige Zeit mit atemberaubenden Kleidern überraschen, welche er noch nicht kannte. Der Decimer schritt noch einmal alles persönlich ab und machte sich dann bereit die ersten Gäste in Empfang zu nehmen, die bestimmt demnächst eintreffen würden.


    Sim-Off:

    Alles was in Germania Superior Rang und Namen hat, oder auch glaubt es zu haben ;), ist hier herzlich Willkommen. Einfach gleich rein schreiben.

  • Eine Einladung zu den Festlichkeiten war hier in der Provinz eine gern gesehene Abwechslung. Vor allem bei dem hohen Besuch. Massa warf sich in Schale. Eine dunkelgrüne Tunika mit zwei beigefarbenen eingewebten Streifen. Dazu die obligatorische Toga und der Ritterring. Der Bart war kurz gestutzt, seine Haartracht wie immer griechisch. Ein bisschen von einem Duftwasser konnte nicht schaden.


    Was er nicht erwartete, er war mit einer der ersten. Den neuen Legatus hatte er bis jetzt nur von weitem gesehen. Vom Namen her war er Massa bekannt. Persönlich hatten sie sich bisher noch nie gegenüber gestanden. Ein Decimer, der Vater Serapios, gesprochen hatte der wenig von ihm. Also war das hier ihr ersten aufeinander treffen. Das Gesicht war ihm bekannt. Also wusste Massa, wer ihm bei der Begrüßung gegenüber stand. „ Salve Legatus Augusti Pro Praetore. Herzlich willkommen in Germania Superior und meinen Glückwunsch zur Ernennung. Tribunus Augusticlavius Decimus Massa, Legio II Germanica.“




    Sim-Off:

    Ich mach mal den Anfang. :)

  • Das ein weiterer Decimii hier in der Legio diente, hatte Livianus bereits erfahren. Dass er von diesem nicht mehr wusste, als er aus den obligatorischen Personalakten entnehmen konnte, machte ihn jedoch ein wenig stutzig. Vor allem da ihm der Name sehr wohl ein begriff war. Offensichtlich verweilte dieser Decimus Massa sogar einige Zeit in Roma. Doch war dies genau in einem jener vielen Zeiträume, in dem sich wiederum der Consular wo anders aufhielt. Man war sich also nie persönlich über den Weg gelaufen und so war es nicht verwunderlich, dass Massa einmal ordentlich und ziemlich unverhohlen gemustert wurde, ehe ihm Livianus freundschaftlich die Hand entgegenstreckte.


    "Ich danke dir und es freut mich, dass wir uns endlich persönlich kennenlernen Massa. Unsere Wege haben sich bisher auf wundersamer Weise nie gekreuzt. Doch nun scheint es mir so, als ob das Schicksal doch entschieden hätte, dass es endlich an der Zeit wird. Soweit ich weiß, dienst du nun schon einige Zeit bei der Legio und du kanntest auch meinen Adoptivsohn Faustus?"

  • Massa musste Lächeln. Manchmal war das römische Imperium wie ein Dorf, manchmal traf man Menschen nur einmal in seinem gesamten Leben. „ Ich denke auch. Das wir uns ausgerechnet hier treffen. Aber egal wo, es wurde Zeit.“ Massa drückte Livianus Hand. „ Ja, Faustus lernte ich bei meinem Eintritt in die Legio XXII Deiotarina, in Ägyptus kennen. Er war der längste Kontakt zu den hispanischen Decimii. Als er zu den Prätorianern ging, bin ich mit dem damaligen Präfectus Octavius Dragonum nach Misenum zur Flotte. Ab da haben wir uns kaum noch gesehen.“ Nur zu besonderen Anlässen in Rom, die meist nicht von langer Dauer waren. „ Faustus hat mir nicht viel von dir erzählt. Zumindest weiß ich wer du bist.“ Massa schmunzelte. Er wusste wirklich nicht viel von Decimus Livianus. Jetzt bestand die Möglichkeit mehr über ihn zu erfahren. Er blieb ja etwas länger hier. „ Wie war die Reise hierher. Anstrengend mit zwei Frauen im Gepäck ?“ Es gab diesen anstrengenden Typ Frau, der einem das Reisen zur Qual machen konnte. Livianus sah relativ frisch aus, er hatte wohl Glück mit beiden ehabt.

  • "Nun... das du zumindest weißt wer ich bin ist einmal ein Beginn, auf den wir gewiss gut aufbauen können. Es freut mich immer Mitglieder der Gens um mich zu wissen, auch wenn sie aus einem anderen Familienzweig stammen."


    Der Decimer musste schmunzeln und war sich sicher, dass es für ihn nur von Vorteil sein konnte ein Familienmitglied in den Offiziersreihen der Legio zu wissen. Auch wenn man sich erst kennenlernen musste, so war die Familienbande schon einmal ein großer Vorteil. Als Massa die beiden Frauen ansprach wurde Livianus schmunzeln zuerst breiter, dann jedoch tat er es mit einer abschwächenden Handgeste ab.


    "Es war eigentlich nicht so anstrengend wie gedacht. Ich denke es war sogar durchaus ein Vorteil, dass es zwei Frauen waren. Sie haben sich zum Glück gut verstanden und offensichtlich einen Draht zueinander gefunden. So haben sie sich letztendlich gegenseitig beschäftigt und einander Gesellschaft geleistet und ich war einigermaßen aus der Schusslinie. Hätte ich die Kaiserin selbst bei Laune halten müssen, wäre es wohl nicht so einfach gewesen. Wobei ich gestehen muss, dass sie mich auf dieser langen Reise ziemlich beeindruckt hat. Sie ist trotz ihres jungen Alters eine äußerst willensstarke und sehr unkomplizierte Persönlichkeit, was man aufgrund ihres Ranges und ihrer Rolle nicht unbedingt erwarten müsste. Aber ich kann in der Tat nur Gutes berichten."

  • Wenn schon ein Bankett zu ihren Ehren gegeben wurde, dann war es natürlich selbstverständlich, dass die Augusta auch zu diesem erschient. Sie war nicht so pompös wie in Rom gekleidet. Nein war sie nicht. Sie hatte sich für schlichte Eleganz entschieden. So erschien sie nun also in einem purpurroten Kleid, welches mit goldenen Applikationen versehen war. Es war sehr figurbetont und unterstrich die schlanke wohlgeformte Figur der Augusta. Die Haar waren zu einer eleganten Frisur nach oben gesteckt und sie trug nur ein wenig goldenen Schmuck. Ja die Augusta wusste durch schlichte Eleganz zu überzeugen. Sie sah sich kurz um, noch waren nicht viele Gäste anwesend, was ihr aber auch die Möglichkeit gab, den Gastgeber persönlich zu begrüßen. So schritt sie nun zu den beiden Männern. „Salve.“ Sagte sie leise mit einem bezaubernden Lächeln. „Decimus Livianus, ich möchte dir für dieses Fest danken. Und stellst du mir deinen Gesprächspartner vor?“ Fragte sie nun und blickte zu dem zweiten Mann.

  • Auch ich war am Bankett erschienen und hielt mich während des Gesprächs der Decimer im Hintergrund. Auch als nun die Augusta dazu trat blieb ich stehen und wartete ab. Ob sie sich an mich erinnern würde..... schliesslich hatte sie ihren Anteil dass ich nun hier stand.


    Doch solange Massa bei Livianus war, wollte ich ohnehin nicht stören und nickte Livianus nur zu, als sein Blick kurz die Umgebung erkundete.

  • Kaum hatte Livianus seinen kurzen Reisebericht beendet, trat die Kaiserin in den Saal und kam auf den Statthalter zu. Auch hier zeigte sich wieder ihre Unkompliziertheit. Sie wartete nicht den großen Auftritt ab, um erst zu erscheinen wenn der Saal gesteckt voll war, sondern kam wie alle anderen Gäste einfach zum Beginn des Festes. Der Decimer hoffte, dass sie seinen letzten Ausführungen nicht gehört hatte, schließlich war es nicht gerade angebracht über eine Kaiserin hinter ihrem Rücken zu sprechen, auch wenn es grundsätzlich nichts Negatives über sie war. Doch sie schien entweder nichts mehr mitbekommen zu haben, oder aber sie ignorierte es gekonnt.


    "Du musst mir nicht danken Augusta, es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir dir diese Ehre erweisen. Ich hoffe es gefällt dir.


    Das hier ist Appius Decimus Massa, Tribunus Angusticlavius bei der Legio II. Er ist ein entfernter Verwandter von mir aus einem anderen Familienzweig der Decimii und der Zufall hat uns nun zusammengeführt."


    Als Livianus seinen Blick durch den Raum schweifen ließ, der sich nach und nach mit den anderen geladenen Gästen füllte, wurde er auch auf Vinicius Massa aufmerksam der ihm zunickte. Der Decimer winkte ihn gleich herbei, um auch ihn der Kaiserin vorzustellen und nichts ahnend, dass die beiden sich bereits kannten.


    "Und das hier ist mein Stellvertreter bei der Legio II, Vinicius Massa. Er leistet gerade sein senatorisches Tribunat ab."

  • Die Kaiserin lächelte dem älteren Decimus entgegen, bevor sie sich dem jüngeren zuwandte. “Salve Decimus Massa , Ich bin erfreut dich kennenzulernen. Nun für dich ist es wohl bestimmt ein erfreulicher Umstand, hier so fern von Rom nun einen deiner Verwandten zu treffen?“ Fragte sie freundlich, dann begrüßte sie auch den zweiten Mann. „Salve Vinicius Massa, ich bin erfreut dich wiederzusehen. Ich hoffe ich konnte dir damals mit meinem Rat helfen?“ Ja sie erinnerte sich durchaus an den Mann, der ist in Rom angesprochen hatte und welche sie zum Consular Claudius geschickt hatte.

  • „Salve Augusta. Ja, das kann man wohl sagen. Ich hatte selten das Glück einen Decimii zu treffen. Das lag daran, dass ich nicht dichter als Misenum an Rom herangekommen bin. Hauptsächlich habe ich mich in Alexandria aufgehalten.“ Die August war so wie Livianus gesagt hatte, unkompliziert. So war sie auch angezogen, elegant und schlicht. Mit einem Nicken begrüßte Massa den Vinicier in der Runde.

  • Auftritt der Königin!


    Natürlich hatte Aglaia artig gestrahlt und ihrem Liebsten versichert, dass sie sich um die Ausrichtung eines Festes kümmern würde, als dieser sie gebeten hatte. Er hatte ihr auch genug Geld gegeben, und wäre dies hier Rom gewesen und hätte sie etwas mehr als ein paar Tage Zeit gehabt, was hätte sie ihm für ein Fest gegeben! Mit Tänzerinnen mit seidenen Bändern, Jongleuren, wilden Tieren, Gladiatoren, Musik aller Art und tausend Speisen, von denen die Gäste noch Jahre schwärmen würden! Aber hier? Diese Barbaren hatten wohl von Tänzerinnen noch nie gehört, geschweige denn von irgendwelchen Artisten. Die Gladiatoren hier waren bestenfalls zweitklassig und grobschlächtige Typen, die Aglaia nicht im Palast haben wollte, wilde Tiere gab es in den Wäldern zuhauf, aber ein tanzender Bär war anscheinend zu viel verlangt und zu essen kannten diese Zivilisationsflüchtlinge anscheinend nur eine Hand voll Tiere. Vermutlich hatte sie sowohl die Jäger, als auch die Küche vollkommen damit überfordert, als sie in Ermangelung von Pfauen und Seesternen so zumindest doch ein paar Schwäne servieren wollte.
    Kurzum: Die Vorbereitung brachten Aglaia nicht nur einmal an den Rand eines Nervenzusammenbruches. Und doch durfte sie sich nichts anmerken lassen und natürlich kein Wort des Unmutes äußern, denn all dies stand vielleicht einer keifenden Ehefrau zu, aber nicht einer Hetäre. Nein, sie lächelte, spielte die Zuversichtliche und ließ nur dann und wann etwas kleinlaut eine winzige Bemerkung fallen, wie unzivilisiert diese Ödnis doch war.


    Doch wenigstens hatte sie ein wundervolles Kleid für den heutigen Abend! Oh, diesen Hinterwäldlern würden die Augen ausfallen! Livianus vermutlich auch, aber da musste der gute durch. Wenn sie sich schon mit viel zu haarigen Menschen und alten Bartzauseln anfreunden musste, musste er damit Leben, dass Aglaia der Hälfte von ihnen mit ihrem Auftritt einen Herzinfarkt bescheren würde.
    Ihr Kleid war aus hauchfeiner, hellblauer Seide, so fein, dass es im rechten Licht nur wenig Phantasie bedurfte, sich ihren Körper darunter vorzustellen. Anstelle von auffälligen Stickereien oder Perlen war dieses Schmuckstück mit tiefrotem Pelz verbrämt. So war ihr üppiger Ausschnitt in einen flauschigen Rahmen gefasst, ebenso natürlich der Kleidersaum. Auf der rechten Seite lief der Pelz bis fast zu ihrer Hüfte nach oben und gab so preis, dass das Kleid hier einen sehr, sehr langen Schlitz hatte. Bei einer ausladenden Bewegung würde sich so eine Menge perlenweißes Bein freigelegt werden – aber nur, wenn Aglaia wollte.
    Dazu war ihr Haar in feinen Korkenzieherlocken nach oben aufgetürmt und mit versteckten Nadeln gehalten, so dass ihr langer Hals ebenfalls zur Bewunderung frei lag. Das Ganze wurde abgerundet durch passende, helle Schuhe und einen schmalen, ebenfalls pelzbesetzten Gürtel.


    Mit ordentlicher Verspätung also betrat Aglaia den Saal. Sie erwartete, ihren Geliebten im Gespräch mit den Honorationen der Stadt anzutreffen und eine große Menge, die sich ihr beim Öffnen der Tür zuwenden würde!
    Aber da war... nichts. Wie vom Donner gerührt blieb Aglaia auf der Türschwelle stehen und sah auf das kärgliche Schauspiel hinab. Da stand Livianus mit der Kaiserin und zwei einsamen Militärgestalten. Wo war die Abordnung der Staat, wo die Decuriones? Wo waren die Gesandten von umliegenden Gemeinden, ja, vielleicht sogar befreundeter Stämme? Wo war die Priesterschaft dieses verlassenen Ortes? Wo die verdammten Handwerksmeister? Aglaia verlangte ja keine Senatoren und sämtliche Ritter der Provinz (wobei die letzteren ihren Hintern durchaus zur Begrüßung ihres Legatus herschwingen durften). Aber wo war Mogontiacum? Wollten diese Barbaren sie nun endgültig beleidigen?
    Verwirrt lächelnd schritt Aglaia zu Livianus herüber und warf dabei auch der Kaiserin einen sehr fragenden Blick zu. “Bin ich zu früh?“ stellte sie doch recht verborgen die Frage, was hier eigentlich los war und ob Livianus vielleicht mehr wusste als sie.

  • "Zu früh würde ich nicht sagen, aber die Mühlen mahlen hier wohl immer noch etwas langsamer als in Rom. Die Wege und Anreisen sind hier meister weiter und oft auch beschwerlicher. Daher werden die Gäste wohl eher nach und nach eintreffen."


    Da es nicht sein erster Aufenthalt in Germanien war, konnte sich Livianus wohl besser mit den hiesigen Gegebenheiten zurechtfinden als seine sichtlich verwunderte Metresse. Vielleicht hätte er sie diesbezüglich auch vorwarnen sollen. Der Lebensrhythmus der Menschen hier in der Provinz war einfach um vieles Langsamer und gemütlicher als in der schnelllebigen Metropole Rom.


    Doch alleine ihr Auftritt brachte wieder den Glanz einer Weltstadt in den Saal.
    Ihr Kleid war atemberaubend, auch wenn sich der Decimer schon oftmals wünschte, sie würde anderen Männern weniger Einblick auf ihren traumhaften Körper gewähren, als sie es meist mit ihrer Kleidung tat. So gab es auch heute nur weniges, dass ihr Kleid verbarg und dass von allen Anwesenden nur er von ihr kannte. Um für ein wenig Ablenkung bei Aglaia zu sorgen stellte er ihr die Runde vor.


    "Die hier ist meine bezaubernde Begleiterin Aglaia. Ihr habt sie ja bereits bei unsere Ankunft gesehen. Das hier ist Tribunus Angusticlavius Decimus Massa und Tribunus Laticlavius Vinicius Massa. Beide von der hiesigen Legio II."


    Abwechselnd deutete er auf die beiden Männer.

  • Unter den Gästen die als nächstes Eintrafen war auch Gaius, der nicht viel Mühe hatte sich einen Überblick zu verschaffen. Die Anzahl der Gäste war derzeit noch gut überschaubar, wobei sich hinter ihm schon einige weitere Menschengruppen anschickten den Saal zu betreten. Uniformen waren noch spärlich zu sehen. Es handelte sich hauptsächlich um zivile Kleidung die darauf schließlich ließ, dass es sich Großteils um Bürger oder Beamte handeln musste. Aus seiner Einheit nahm er ebenso keinen weiteren Gast war, was ihm wunderte. Weder sein Präfekt, noch einer der Decurios war unter den Anwesenden. Vielleicht würde ja noch jemand auftauchen.


    So marschierte er einmal auf die Menschengruppe zu, von denen er zumindest einen kannte - seinen Ziehvater Decimus Livianus. Dabei setzte er eine möglichst ernste Mine auf und trat zu der Runde hinzu, die sich bereits gut zu unterhalten schien und grüßte "Salvete!" Seine Vorstellung überließ er dann seinen geschäftig wirkenden Ziehvater, der er ihn vermutlich ohnehin unterbrochen und selbst zu reden begonnen hätte.

  • Ich begrüsste die Kaiserin angemessen und nickte "Ja, Augusta, dein Rat hat mich hierher gebracht, ich danke dir dafür"


    Und dann begrüßte ich auch, die Begleitung von Livianus und gleichzeitig entschuldigte ich mich, weil ich mich gleich wieder verabschieden musste "Augusta, Legatus, ich muss leider wieder zurück ins Lager, es gibt wichtige dienstliche Dinge, dir mir leider nicht erlauben, länger zu bleiben!"


    Mit diesen Worten wandte ich mich zum Gehen und verliess das Bankett.

  • Livianus nickte dem Tribunen nur knapp zu, als sich dieser überraschenderweise wieder zurück zog. Da es in diesem Fall um seine eigene Legio ging war er schon jetzt gespannt darauf zu erfahren, welche wichtigen Gründe den Tribunen davon abhielten an diesem Festakt teilzunehmen. Doch jetzt vor all den Leuten konnte und wollte er das nicht weiter thematisieren. Daher wandte er sich seinem Ziehsohn Gaius zu, der zur gleichen Zeit zu ihnen hinzutrat, zu der sich der Vinicier verabschiedete und damit mehr oder weniger seinen auch gleich seinen Platz in der Runde einnahm.


    "Augusta. Das ist mein Ziehsohn Gaius Prudentius Primus, der Sohn meiner verstorbenen Gemahlin Aelia Vespa."


    Die Augusta selbst musste er wohl kaum vorstellen und so wartete er einmal ab, dass sich Gaius noch einmal entsprechen respektvoll und ehrerbietend der Kaiserin persönlich vorstellte, ehe er in der Runde weitergehen wollte.

  • Witjon fühlte sich gestresst. Er war ausnahmsweise mit einer Sänfte von der Villa Duccia hergekommen, die am Stadttor in einer Schlange stecken geblieben war. Irgendein auswärtiger Kaufmann hatte einen Zwergenaufstand bei der Kontrolle seines Wagens geprobt und alle aufgehalten. Die Wachsoldaten hatten Witjons Sänfte offenbar bewusst ignoriert, so dass er einen Handlanger nach vorn schicken musste, um sie über seinen Status und seine Eile zu informieren. Daraufhin zeigten die Milites sich plötzlich ganz hastig dazu bereit, ihn an der Schlange der Wartenden vorbei durch das Tor zu winken.
    Aber damit nicht genug, bereits zuvor war ihm die Zeit gestohlen worden. Seine geliebte Tochter hatte wegen einer Nichtigkeit einen fürchterlichen Schreikampf bekommen und dafür gesorgt, dass seine holde Gattin Petronia Octavena völlig entnervt irgendwann entschied: Geh allein zu dem blöden Bankett, ich fechte hier noch den römisch-germanischen Endkrieg aus.


    Nun stand Witjon endlich hier, bemüht um würdiges Auftreten und einen gelassenen Blick. Trotz seiner Verspätung schienen noch nicht die allermeisten Gäste angekommen zu sein. Er verkniff sich, überrascht die Augenbrauen hochzuziehen. Vermutlich trödelten die städtischen Honoratioren einfach mal wieder, das kam ja durchaus häufiger vor.
    Der Blick in die Runde jedenfalls offenbarte ihm schnell, dass der Statthalter umringt war von der Augusta und einer handvoll militärischer Gäste. Die attraktive Augusta zog mit ihrem pupurroten Kleid und ihrem prächtigen Goldschmuck natürlich sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Weil sie die Augusta war, verbot Witjon sich aus reinem Selbstschutz aber jeglichen anzüglichen Gedanken in Bezug auf ihre Person. Doch auch die andere Dame in der Runde zog Witjons Blicke an wie Honigwasser die Fruchtfliegen. Wenn Witjon sich recht entsinnte, war das die selbe Dame, die den Statthalter bereits beim Einzug nach Mogontiacum begleitet hatte. Sie war eine wahre Schönheit, stellte er fest. Ihre dunkelblonden Locken waren zu einer modischen Frisur gesteckt, ihre feinen Gesichtszüge zeigten ein Lächeln. Ihr Bombenkörper zeichnete sich unter dem hellblauen Kleid erkennbar ab. Und der Pelzsaum zeigte deutlich auf, wo man bei bestimmten Bewegungen Haut zu sehen bekam. Witjon war bezaubert.


    Allerdings war er nicht so dull, die versammelte Damenschaft hirnlos anzugaffen. Er bewegte sich also gemessenen Schrittes auf das Grüppchen zu und richtete ein allgemeines "Salvete" an die Gäste, als er bemerkt wurde. Er hoffte, dass er auf die Augusta, den Statthalter und seine Begleiterin in seiner Aufmachung keinen allzu hinterwäldlerischen Eindruck machte. Witjon trug eine dunkelgrüne Toga aus Leinen über einer Tunika. Den Faltenwurf hatte er eben im Innenhof der Regia noch einmal penibel richten lassen. Der Angustus Clavus, der schmale Purpurstreifen, wies ihn als Eques Imperii aus, ebenso der Ritterring. Daneben zeigte jedem Informierten sein Siegelring seine familiäre Herkunft an. Einzig seine Haar- und Barttracht entsprachen nicht ganz der aktuellen römischen Mode. Wobei, wenn man sich den decimischen Statthalter ansah, war er davon ja gar nicht so weit entfernt.


    Der Statthalter stellte soeben seinen Ziehsohn vor. Nachdem die Augusta ihn begrüßt hatte, konnte Witjon nicht umhin, sich vorzustellen: "Verehrte Augusta Veturia, es ist mir eine Ehre. Numerius Duccius Marsus, Procurator Rationis Privatae, zu deinen Diensten. Dein Besuch lässt Mogontiacum strahlen vor Glückseligkeit." Er hauchte der Kaiserin einen Kuss auf die Hand, der selbstverständlich bloß eine züchtige Andeutung einer Berührung blieb.
    Sodann wandte er sich der dunkelblonden Schönheit zu. "Auch dich darf ich herzlich willkommen heißen in Mogontiacum. Ich bedaure, wir wurden einander noch nicht vorgestellt. Numerius Duccius Marsus." Auch sie bedachte er mit einem höflichen Handkuss und einem charmanten Lächeln.
    Schließlich entbot er freilich auch den Herren in der Runde einen Gruß. "Legatus Decimus, danke für die Einladung zu diesem Bankett. Ich freue mich sehr, dass diese Hallen wieder einmal einer Festgesellschaft Raum bieten dürfen." Und an die Offiziere gewandt: "Tribunus Decimus, Tribunus Prudentius, salvete."


    Sim-Off:

    Ich hoffe ihr verzeiht, wenn ich die Begrüßung durch den Statthalter vorwegnehme. Dadurch kommen wir denke ich etwas schneller durch die ganzen Begrüßungsfloskeln, ohne dass Livianus uns alle einzeln gegenseitig vorstellen muss.

  • Während die Begrüßung vonstatten ging, trudelten langsam weitere Gäste ein. Die Duumviri trafen ein, ebenso einer der Aedile und der Quaestor. Ein paar Aeditui fanden ebenfalls nach und nach den Weg in die Regia Legati Augusti. Daneben kamen auch Mitglieder des Ordo Decurionum ohne Amt. Sie alle bildeten kleine Grüppchen und plauderten, nahmen Getränke entgegen und warteten, bis der Statthalter frei war und sich weiteren Gästen zuwenden konnte. Auch der Princeps Praetorii und einige Schreiber aus der Provinzverwaltung waren erschienen und zeigten sich beeindruckt über den feierlichen Empfang. So etwas hatte es unter Statthalter Duccius nicht so häufig gegeben.

  • Das. War. Ungeheuerlich.


    Aglaia tauschte einen reichlich verwirrten Blick mit der Kaiserin aus, als Vinicius Masse sich von der Feier verabschiedete, noch ehe sie überhaupt so richtig begonnen hatte. Das hier war der Legat der Provinz, der eingeladen hatte, und als Ehrengast war die Kaiserin Roms höchstselbst anwesend! Abgesehen davon hatte Aglaia mehrere Tage mit den Vorbereitungen hierfür verbracht, und alles, was dieser... dieser... Kulturbarbar mit römischem Namen dazu beitragen konnte, war eine Entschuldigung, er müsse zurück in sein dusseliges Lager? War Livianus nicht der Chef dieser Legion?
    Oh, Vinicius Massa hatte sich gerade eben keine Freundin geschaffen, soviel war glasklar.


    “Nun, dann muss ich wohl mit einem Massa vorlieb nehmen, anstelle derer zwei“, lächelte sie friedverheißend über diese Kuriosität hinweg.


    So langsam trudelten dann doch Gäste ein. Da verspätete man sich schon vornehm um eine Stunde, um dann festzustellen, dass die Mogontiacer sich noch mehr verspäteten! Sollte Livianus weitere Festlichkeiten wünschen, würde Aglaia dies zukünftig berücksichtigen und die Einladungen wohl so aussprechen, dass der Beginn der Feier 'versehentlich' zwei Stunden vor Beginn der Feier ausgesprochen wurde.


    Kurze Verunsicherung verspürte Aglaia bei der Vorstellung des Prudentiers. Glücklicherweise wurde der ohnehin nur der Augusta vorgestellt, so dass sie nicht in Verlegenheit kam, etwas erwidern zu müssen und sich aufs Lächeln beschränken konnte. Sie hatte nicht gewusst, dass Livianus viel Kontakt zu den Kindern aus erster Ehe seiner verstorbenen Frau gepflegt hatte. Erst recht nicht, dass dieser so eng war, dass Livianus ihn gar als Ziehsohn bezeichnete. Söhne verkomplizierten ihre Stellung im Allgemeinen, da machten Ziehsöhne sicherlich wenig Unterschied. Verwunderlich, dass Livianus nie wirklich davon gesprochen hatte, dass er den Jungen, der ihm offenbar nahe stand, hier wiedersehen würde. Noch so eine interessante Überraschung.


    Irgendwann ließ sich dann auch einmal die eigentliche Führungsschicht Mogontiacums blicken. Zuerst der Procurator für die Provinz, ein bärtiger Zausel, der aber zumindest ein Mindestmaß an Manierlichkeit offenbarte. Trotzdem – dieser Bart! Aglaia würde ja selbst bei Livianus zu gerne das Barbiermesser anlegen, um ihn von seinen Stoppeln zu befreien. Aber hier im Norden schienen die Männer versessen darauf zu sein, ihr Gesicht auch im Sommer vor eventueller Winterkälte zu schützen. Da zupfte frau sich jedes einzelne, ungewollte Härchen am ganzen Körper aus, nur um am Ende des Tages einen Igel zu küssen! Wobei... nein Aglaia wollte lieber nicht näher darüber nachdenken, ob die Damen der Provinz sich regelmäßig die Haare zupfen ließen, oder nicht. Sie sollte aber schnellstens in Erfahrung bringen, ob es in der hiesigen Therme professionelle Haarausreißer gab, oder ob sie sich selbst darum würde kümmern müssen.


    Zurück zum Procurator. Der stellte sich ihr gerade vor und lächelte sie an. Aglaia kannte diese Art der Männer, zu lächeln. Üblicherweise war dieses Lächeln ein erstes Anzeichen dafür, dass eine Hetäre das Interesse geweckt hatte und nun mit dem Spielen anfangen konnte, wenn sie wollte. Nur hatte Aglaia ja schon ihren Mäzen an ihrer Seite und nur mäßig Bedarf am Spiel. Wobei, ein wenig die Marktlage zu prüfen und die Preise zu checken war nie verkehrt. Doch nur gemäßigt.
    “Aglaia“ antwortete sie also und hielt seinem Blick mit leichter Herausforderung in dem ihren Stand, während er einen überraschend korrekten Handkuss zustande brachte: Ohne Berührung, nur mit der Andeutung eines Kusses.
    Natürlich wandte der Procurator sich anschließend auch an den großen Mann der Provinz. Aglaia wand ihren Körper mit seiner Bewegung mit Livianus zu. Eine geschickte, kleine Bewegung, die für einen kurzen Augenblick, kaum mehr als ein Blinzeln lang, den Blick auf ihr Bein bis hinauf zur Hüfte freigab, nur um ebenso schnell das weiche Fell wieder über die Haut gleiten zu lassen und alles sittsam vor Blicken zu verbergen. Völlig unschuldig lächelte Aglaia den Procurator von der Seite an, während sie sich einen Schritt näher an Livianus Seite begab, wie um zu zeigen, dass alles soeben gesehene dem Legaten unterstand.

  • Als Procurator Duccius der zusammenstehenden Gruppe grüßend hinzutrat beobachtete Livianus ein wenig irritiert die Handküsse, die er zuerst an die Kaiserin und dann an Aglaia verteilte. Es handelte sich dabei entweder um eine ausgefallene Eigenheit des Provinzbeamten oder eine neue Etikette, die dem Decimer noch nicht geläufig war. Ganz wohl war ihm jedoch nicht dabei mit an zu sehen, wie die Lippen des Mannes so nahe an die samtene Haut seiner wunderschönen Mätresse kamen, wobei es zuletzt wohl gar keinen direkten Kontakt gab. Livianus versuchte sein Unbehagen jedoch gekonnt zu überspielen und nickte anerkennend, als sich der Duccier letztendlich ihm direkt zuwandte.


    "Ich denke auch das es ein guter Einstand ist, mit einem solchen Fest zu beginnen. Vor allem wenn wir einen solchen Ehrengast dabei begrüßen dürfen."


    Nachdem sich nun der Saal auch immer mehr füllte und alle Plätze letzten Endes einigermaßen besetzt waren, war es wohl nun auch an der Zeit mit dem Festakt zu beginnen. Der Decimer bat seine Ehrengäste ihre Plätze einzunehmen, blieb selbst aber stehen und begann mit einer kurzen Begrüßungsrede, als einigermaßen Ruhe eigekehrt war.


    "Liebe Gäste! Es freut mich, dass ihr meiner Einladung nachkommen konntet und mit mir heute meinen Amtsantritt und den Besuch unserer verehrten Augusta in Mogontiacum feiert. Ihre Anwesenheit ist eine große Ehre für mich und die Provinz und so freue ich mich bereits auf einen gelungenen und angenehmen Abend, bei dem es euch an nichts mangeln wird und der vielleicht auch noch die eine oder andere Überraschung mit sich bringt. Ein besonderer Dank gilt hierbei der ehrenwerten Aglaia, welche maßgeblich an der Organisation und den Vorbereitungen beteiligt war. In diesem Sinne.... das Fest möge beginnen."


    Ein breites Lächeln in die Runde und dann ein dankender Blick zu seiner Mätresse, welche selbstverständlich an seiner Seite saß. Ein Versteckspiel war in seiner Position und hier in der Provinz nicht notwendig und den meisten war ohnehin mittlerweile die Stellung dieser Frau an Livianus Seite bewusst, auch wenn sie nicht seine Ehefrau war. So setzte er sich nun ebenfalls und überließ es Aglaia den Sklaven und Bediensteten das Startzeichen zu geben, welche sich bisher eher diskret zurück gehalten und nur hier und da auf Wunsch Getränke gebracht hatten.

  • Der Statthalter hatte natürlich Übung im unverbindlichen Plaudern und floskelte daher gekonnt über die Ausrichtung des Einstandsfestes und die Anwesenheit der Kaiserin. Witjon nickte, lächelte, sagte jedoch nichts weiter, denn es gab nicht mehr zu sagen. Es blieb Witjon allerdings nicht verborgen, dass die schöne Aglaia als Begleiterin des Statthalters hier war. So eindeutig richtete sie ihre ganze Körperhaltung auf den neuen Provinzoberen aus, da konnte man zu keinem anderen Schluss kommen. War sie seine Mätresse? Vermutlich. Gefiel Witjon dennoch ihre leicht anrüchige Art? Gewiss. Das unschuldige Lächeln der Hetäre erwiderte Witjon mit einem gespielt unbedarften Schmunzeln.


    Dann wandte er sich wieder dem Statthalter zu. Consular Decimus ging nun nämlich über zur offiziellen Eröffnung der Feierlichkeit und wandte sich dazu an die Anwesenden Gäste. Mit ein paar warmen Worten leitete er den Empfang ein und ließ dabei auch nicht unerwähnt, wer für die Organisation des Ganzen verantwortlich zeichnete. Aglaia schien also nicht bloß eine schöne Frau zu sein, sondern hatte wohl auch ein gewisses Organisationstalent.


    Während nun also die Gäste sich den dargereichten Speis und Trank zuwendeten, nutzte Witjon den Moment um noch einmal die Aufmerksamkeit des Statthalters auf sich zu ziehen. "Legatus, ich möchte dich gerne noch einmal kurz in Anspruch nehmen", sagte er und winkte einer unscheinbaren Person, die sich bisher gänzlich am Rande der Festivität gehalten hatte. Es war eine junge Frau mit hellbrauenem Haar und hübschen Gesichtszügen. Ihre Haare waren züchtig zusammengebunden und sie trug eine schlichte beige Tunika, die um die Hüfte gegürtet war.
    "Consular Decimus, im Namen meiner ganzen Familie möchte ich dir ein Willkommensgeschenk machen. Dies ist Venia." Er bedeutete der Sklavin, näherzutreten. "Venia ist eine gebildete Sklavin, des Lateinischen und Griechischen mächtig und geübt im Rezitieren. Sie ist überdies auch eine wunderbare Sängerin. Sie würde eine hervorragende Ergänzung deines Haushaltes darstellen und soll dir verdeutlichen, dass wir hier in der Provinz ebenso Wert auf kulturelle Maßstäbe setzen, wie man es aus den italischen Landen gewöhnt ist. Ich hoffe, dass sie dir deine Zeit in Mogontiacum angenehmer gestalten wird." Und er hoffte, dass er sich mit diesem Geschenk nicht den Zorn der Mätresse zuzog. Witjon hatte ja nicht wissen können, dass der Statthalter mit einer Geliebten anreisen würde. Er setzte allerdings Vertrauen in Aglaias Selbstbewusstsein, die sich den Platz an der Seite des Statthalters wohl kaum von einer Sklavin würde streitig machen lassen. Dennoch, Aglaias Reaktion behielt Witjon ebenso genau im Blick wie die Reaktion des Decimers, der solch ein Geschenk hoffentlich zu schätzen wusste.

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