Antiochia - Das Lager der Prima vor der Stadt - Die Nachtwache

  • Imperiosus hatte es wirklich nicht leicht gehabt. War es doch er, der meistens Nachts Wache halten musste. Doch wusste er nicht, ob dies nun gut oder schlecht war. Gut war natürlich, dass die meistens Offiziere am schlafen waren, was er aber nicht immer so genau wusste. Schlecht war, dass er dann am nächsten Morgen nicht ganz so gut ausgeschlafen war, wie die meisten andern Miles.


    In dieser Nacht sah er noch lange Licht, in den Zelten der Offiziere. Wahrscheinlich standen sie über ihre Karten und versuchten einen genialen Plan sich aus zu denken, wie sie die Parther aus der Reserve locken konnten. Tiberius merkte, dass er heute einfach zuviel Wein getrunken hatte, doch was soll man sagen, wenn man schon mal Ausgang hatte, musste man dies auch ausnutzen.


    Der Artorier schaute zum Himmel. Es war eine Sternenklare Nacht. Irgendwie schienen die Sterne hier anders zu sein und Imperiosus fühlte sich nicht gerade wohl. Er fragte sich, ob die Götter, ganz besondern Mars, bei ihnen war oder ob er mit Neptun in Rom war, um den heutigen Neptunalia mit ihm gemeinsam zu feiern. Seine Blicke wanderten nun wieder zum Boden, denn schließlich würde der Feind ja von dort kommen und nicht vom Himmel.


    Sim-Off:

    Jeder wer will kann mitmachen

  • Auch Licinus war an diesem Abend zur Wache eingeteilt.
    Wie Imperiosus hatte er am Abend zuvor, als sie ausgang in die Stadt hatten einiges getrunken, war jedoch mittlerweile wieder nüchtern.
    Dies lag jedoch einzig und allein daran, dass er auf einem Turm stand und der Wind über das Land fegte, so dass es nicht mehr feierlich war.


    "Verdammte Sch***, wie kann es in einem Land in dem es einem am Tag das Hirn wegbrutzelt, nachts so kalt sein, dass es einem die Eier abfriert?!
    Das ist doch verdammt noch mal nicht mehr normal!"

    fluchte er und zog seine paenula enger an sich.


    Die ganze Zeit blickte er in die dunkle Nacht hinaus und sah ... nichts! Dennoch wagte er es nicht, seinen Blick mal nach innen zu wenden, es konnte ja immer sein, dass ein centurio, optio, tesserarius oder sonst wer kam um die Wache zu kontrollieren.

  • Imperiosus hatte seine Patrouille amVallkum beendet und ging wieder auf den Turm, wo Licinus anscheinend frierte.


    " So, ich habe meine Patrouille beendet. Ist bisher alles sauber. "


    Tiberius fand diese Patrouillen am Vallum ganz angenehm, konnte man so doch ma ldie Beine vertreten.


    " Hast du irgendwas auffälliges gesehen ? " ,
    fragte er gleich Licinus.


    Wie sehr wünschte er sich, dass einer vorbei kommen würde, damit sie ihn fragen konnten, ob er etwas warmes Wasser bringen konnte. Wenn man nur Feuer auf den Turm legen konnte, wäre dies sicherlich auch sehr gut gewesen, doch wenn sie dies tun würden, würde gleich der ganze Turm brennen.

  • "Ne, nix außer den Sternen, wäre mir fast schon lieber als immer nur warten zu müssen"


    Plötzlich merkte er, wie jemand hinter ihm die Leiter hochkletterte und rief:


    "He, wer ist da?! Gib dich zu erkennen" fehlte ja noch, dass sie ein Spion hier oben abmurkste um dann zu entkommen, dann hätte er ja die ganze Schiffsreise umsonst mitgemacht.


    "Parole: Igel. Ruhig Blut Kamerad. Ich bin es Lucius Battiacus, ich bring euch was warmes zu trinken, sonst erfriert ihr hier noch. Und jetzt nehmt mal die Becher hier und haltet sie ruhig, ich will keinem von euch die Hand verbrühen!", kam prompt die Antwort und Battiacus öffnete eine Amphore, aus der es dampfte.
    Als Licinus den Becher nahm und wieder hinhielt füllte Battiacus ihn auf und sagte ironisch: "Lasst es euch schmecken!", da an heißem Wasser nicht viel zu schmecken war.

  • Imperiosus drehte sich hastig um, als er hörte, wie jamend die Leiter hockam. Licinus reagierte schnell und wollte die Parole hören, als sich dann Battiacus zu erkennen gab. Er brachte den beiden etwas warmes, worüber Tiberius sich freute.


    " Mmmh, du musst Gedanken lesen können. ",
    sagte Imperiosus etwas scherzhaft, da er ja kurz vorher daran gedacht hatte.
    Der Artorier hielt seinen Becher hin und ließ ihn sich auffüllen. Nahm dann einen kräftigen Schluck udn verbrührte sich ein wenig dieZunge, doch ließ er sich nichts anmerken.


    Als Battiacus meinte, dass sie es sich schmecken lassen sollen, musste Imperiosus grinsen und erwiderte.


    " Mmmmh, schmeckt der Wein aber lecker. "


    Gleich darauf musste er lachen und ließ sich ein weiteres mal einschenken.

  • Licinus musste lachen, als Imperiosus sich für den "Wein" bedankte, als er sich wieder beruhigt hatte trank er auch seinen Becher leer und bat um einen zweiten.


    "Also gut ihr Säufer, hier habt ihr noch einen Becher, aber dann muss ich weiter, die anderen Posten wollen ja auch was trinken." sagte Battiacus immer noch lachend und schenkte den beiden milites nach, dann verschloss er die Amphore wieder und balancierte die Leiter wieder herunter, was mit dem Wasser in der Hand alles andere als einfach war.


    So, bin gespannt ob heute noch was passiert. Wie lange ist eigentlich noch bis zur Wachablösung?

  • Imperiosus nickte Battiacus zum abschied zu udn drehte sich wieder um, um ausschau zu halten.


    " Tja, ich denke, dass wir gerade mal die hälfe bisher geschafft haben. "


    Tibierus war nicht ganz bei der Sache, denn er überlegte.


    " Was hällst du eigentlich von der Reiterei... ? Hörte, dass sie dort noch Soldaten suchen ! "


    Imperiosus schaute Licinus an. Sicher, jeder will zur kämpfenden Einheit gehören, doch auch die Reiterei war in diesem Krieg wichtig.

  • "Kämpfen zu Pferde, nein danke!"
    entgegnete Licinus entschieden.
    "Ich habe ohnehin kein großes Talent für das Reiten, da bleib ich lieber mit beiden Füßen fest auf dem Boden.
    Andererseits, wenn du dir in diesem Krieg was verdienen willst stehen die Chancen in der Einheit von Iulius Numerianus wohl am besten, allerdings auch die zu den Vorfahren zu gehen [zynisch] und damit aber wiederum auch die auf eine schnelle Beförderung [/zynisch].
    Warum fragst du, überlegst du zu wechseln?"


    Bei der letzten Frage sah er seinen Kameraden genau an, kam er mit ihm doch gut klar und fände den Weggang dieses guten Kameraden aus seiner Einheit bedauerlich.

  • Imperiosus überlegte, denn seine Antwort wollte gut überlegt sein.


    " Mmmh, nein eigentlich nicht. Allerdings hatte man mich bereits angefragt, da ja mein Vetter unser Centurio sei. Wahrscheinlich würde man es ungern sehen, sollte unsere Centurie fallen, dass gleich zwei Artorier unter den Toten sein könnten. "


    Tiberius wollte auf keinenfall weggehen, doch er dachte an den Ruhm und an einer Beförderung, schließlich wollte er nicht immer Miles bleiben.

  • Licinus hatte das Gefühl, dass hier seine ehrlich Meinung gefragt sei und so gab er sie und sagte nachdenklich langsam:


    "Wäre sicherlich schwer für die Familie, andererseits könnte es, wenn die Götter es so beschlossen haben, genausogut pasieren, dass ihr in zwei getrennten Einheiten fallt, gerade wenn du in der Reiterei dientest und dein Vetter centurio ist.
    Das erscheint mir sogar wahrscheilicher, als dass eine centuria komplett aufgerieben wird.


    Wenn ich noch einen Vorschlag machen darf, wir kenen uns jetzt schon ziemlich lange, ich würde sagen, wir sollten uns beim Vornamen nennen, also ich bin Marcus."
    Nachdem er das gesagt hatte hielt Licinus seinem Kameraden die Hand hin, hoffend, dass dieser einschlagen würde.
    Für Licinus, der ein eher distanzierter Mensch war bedeutete dieses Angebot einen großen Schritt, tatsächlich erlaubte er nur den wenigsten Leuten ihn beim Vornamen zu nennen.

  • Die Ausführung, die Licinus machet, klangen logisch. Sicher konnte es auch so passieren, doch wäre dies wahrscheinlich auch sehr unwahrscheinlich. Als Licinus ihn dieses Angebot machte, schaute er ihn nur kurz an, nahm die Hand und meinte.


    " Tiberius... "


    Der Artorier schaute wieder nach draussen in das schwarze nichts. Die Umgebung wurde nur erhellt, durch den Mond.


    " Irgendwo da draussen sind sie Marcus und planen wahrscheinlich einen Angriff auf uns. "


    Natürlich waren sie nicht direkt vor dem Lager, denn Imperiosus glaubte eigentlich nicht daran, dass sie so dumm waren, doch es bestand eine kleine möglichkeit.


    " Ach ja, Waffenbruder... sollte einer dieser Parther wiedererwarten mich töten, dann räche mich. "


    Tiberius schaute Licinus mit einem ernsten Blick an, denn seinen letzten Satz meinte er ernst.

  • Als Tiberius sein Angebot annahm freute sich Licinus, dann sah er wie sein Freund, denn als solchen bezeichnete er ihn nun plötzlich ernst wurde, nachdem dieser ausgeredet hatte gab er genauso ernst zurück:


    "Bei Mars, das schwöre ich! Und sollte ich auf dem Feld fallen, dann bitte ich dich, für mich dasselbe zu tun."


    Licinus hoffte natürlich für keinen von beiden, dass die Erfüllung des Schwures nötig werde, aber er wollte auf keinen Fall, dass seiner anima der Zutritt zur Unterwelt verwehrt blieb.


    "Was glaubst du, wie so ein Angriff aussehen könnte? Nach dem was ich bis jetzt gehört habe glaube ich kaum an eine große Schlacht, sondern an immer wiederkehrende Geplänkel immerhin sollen die da draußen deutlich mobiler als wirn sein."

  • Tiberius nickte Licinus zu.


    " Das werde ich tun... "


    Gab er den Schwur kurz und kanpp zurück. Dann überlegte er die Frage und versuchte eine sich in den Feind hinein zu denken.


    " Tja Marcus, bevor ich zur Legio I kam, ging ich auf die Academia Militaris Ulpia Divina und habe mein erstes Examen bestanden. Laut meine Cousin war ich der erste Probati, der soetwas hatte, zumindest kennt er keinen anderen. Eigentlich braucht man diese Examen erst später, doch da habe ich sehr viel gelernt. Strategien und auch Taktiken, sie waren sehr aufschlussreich. Wenn ich also Parther wäre, meine ganze Streitmacht oder zumindest der größte Teil davon auf werden sind, dann würde ich mich auch auf keine große Schlacht einlassen. Somit kommen natürlich kleinere geplänkel nur in Frage. Ich würde sogar in dieser Nacht heute, zum erstenmal angreifen, denn wie wir beide wissen, erwarten wir alle heute keinen Angriff. "


    Tiberius schaute Marcus an und meinte es natürlich ernst, indem was er sagte. Wenn er Parther wäre, würde er diese ruhige Nacht ausnutzen, um den ersten Schlag zu machen. Zu sehen, wie stark die 'Feinde' sind, aber er war nunmal kein Parther.

  • Licinus wurde nun etwas nervös und sah öfter auf das freiie Feld vor ihnen obwohl er bisher auch nicht selten einen prüfenden Blick auf eben jenes geworfen hatte.


    Nur nicht nervös werden Junge, denk dran, was Cat dir darüber beigebracht hat, dann siehst du nur noch Gespenster und wenn wirklich was ist bemerkst du's nicht, schalt Licinus sich selbst und merkte, wie er recht schnell wieder ganz ruhig wurde und wieder


    "Nun, aber ich denke, unsere Späher hätten davon aber doch etwas mitkriegen müssen, meinst du nicht? Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Truppe, die ernsthaft etwas gegen uns ausrichten könnte unbemerkt in Reichweite kommen könnte, zumindest nicht so tief in unser Land.
    Aber Berittene sind schneller und umso besser müssen wir natürlich aufpassen."


    Licinus hoffte nur, dass er Tiberius nun nicht wie ein nervöser alter Mann erschien, dass wollte er nun wirklich nicht, hoffentlich hatte er ihm seinen nervösen Anfall nicht durch die Dunkelheit angesehen.

  • Tiberius merkte nicht, dass Marcus kurze Zeit etwas nervös war, da er die gnaze Zeit ausschau hielt.


    " Du hast recht, unsere Späher hätten etwas sehen müssen. Aber eine kleine Truppe berittenen Bogenschützen könnten sich schnell mal ranschleichen, einige Feuerpfeile auf uns schiessen und dann wieder genauso schnell verschwinden. "


    Imperiosus wollte natürlich nicht, dass die Parther sobald kommen, doch er rechnete eigentlich jeden Tag damit.

  • "Na, dann wollen wir mal nicht hoffen, dass gleich heute was in der Art passiert. Und schon gar nicht während unserer Wache!"
    Licinus war sich mittlerweile fast sicher, dass es heute zu keinem Angriff mehr kommen würde, was ihn in seiner Wachsamkeit jedoch nicht beeinträchtigte.


    Dann fiel ihm was anderes ein:
    "Sag mal, Tiberius, was glaubst du wie es mit dem Marschieren wird die nächsten Tage? Ich meine, hast du dir mal den Boden hier angesehen, die reinste Felsenwüste, da nen Graben auszuheben wird bestimmt unheimlich spaßig."

  • Auch Tiberius hoffte, dass nicht gerade heute etwas passieren würde, denn er fühlte sich heute nicht wirklich kampfbereit. Doch als Licinus auf die Landschaft einging, überlegte Imperiosus abermals. Er hatte recht, darüber hatte Imperiosus sich bisher keine Gedanken gemacht.


    " Tja.... bin mal gespannt was unser Imperator so geplant hat und wie wie es in den nächsten Tagen weitergeht. Man hört ja absolut nichts, von den Offizieren. "

  • Kaum hatte Imperiosus geendet, konnte ein aufmerksamer Beobachter ein paar Augen auf dem Wehrgang entdecken, die auf Kniehöhe im Mondlicht leuchten, sich etwas aif die Gruppe zu bewegen, dann stehen bleiben und sich scheinbar umdrehen um nach etwas zu suchen.


    Dann war das Geräusch von Calligae näher kommenden zu hören und im Mondlicht erschien Tribun Tiberius Vitalamacus, neben ihm der Luchs Taranis.


    Die Nachtstunden sind seit jeher die bevorzugte Tageszeit des Tiberiers, liebt er doch die Ruhe, die dann herrscht, wenn die tausenden Legionäre sich schlafen gelegt haben. Und für Taranis ist es auch die beste Zeit sich etwas bewegung zu verschaffen, und so begleitet er dabei seinen Besitzer immer, wenn dieser, nach dem die Arbeit des Tages verrichtet ist, Helena sich zurückgezogen hatte, sich auf eine Runde durch das Lager machte.


    Bei den Miles angekommen blieb der Tribun stehen.


    "Miles ! Meldung !"

  • Etwas erschrocken, dass der Tribun auf einmal hinter ihnen stand, drehte sich Imperiosus um. Tiberius nahm sofort haltung an und grüßte den Tribun.


    " Bisher nichts zu melden, Tribun, bis auf eine paar Miles, die wohl mal auf den Donnerbalken mussten. "


    Die Nacht war wirklich sehr ruhig gewesen. Vielleicht sogar zu ruhig.

  • Noch während Imperiosus antwortet, machte Taranis deutlich, das der Wall um das Marschlager nicht wirklich ein Hindernis war. Mühelos sprang der Luchs auf den Erdwall, hinein in den Graben und hinaus auf das Vorfeld des Lagers. Der Grund für seine Aktivität war allerdings für die Männer im Lager nicht ersichtlich, dazu war es eindeutig zu dunkel.


    Doch Tiberius Vitamlacus wusste, das Taranis recht bald zu zuruckkehren würde, so blickte er seinem Luchs nicht hinterher. Stattdessen erwiederte er den Gruss der Miles knapp


    "Gut. Steht bequem."


    Der Blick des Tribuns wanderte über die beiden Miles.


    "Ihr habt den Ausgang bereits erhalten ?"

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