Amt zur Förderung der einheimischen wirtschaftlichen Lage

  • Nero ging, nachdem er gestern von Redivivus Evander erfahren hatte, dass es ein Amt geben würde, wo man sich Geld leihen konnte, sofort früh morgens los, da er glaubte, dass hier sicherlich sehr viel los sein würde und so war es auch.


    Marcus stellte sich an dem hinteren Ende einer langen schlange an und wartete, bis er endlich dran war. Immer kürzer wurde die Schlange vor ihm, während sie hitner ihm länger wurde.
    Als er endlich vor der Türe stand, klopfte er vorsichtig an, da er nicht wusste, wie genervt der Mann war, der ihn bedienen würde.

  • [Blockierte Grafik: http://img120.imageshack.us/img120/107/beamterzz4.pngMarcus Duronius Calvus



    So lang war die Schlange nun auch nicht, denn oft wurde diese relativ neue Institution bisher nicht genutzt. Die meisten heutigen Besucher hatten irgendwelche Fragen zu stellen und Informationen bekommen wollen. Einen Kredit wollte bisher keiner. Der Beamte, der heute Dienst tat, war im Grunde ganz entspannt.
    "Salve Bürger"
    grüßte er den eintretenden Artorier.
    "Was kann ich für dich tun?"

  • " Salve "
    erwiderte Marcus und trat zu dem Mann vor.


    " Man sagte mir, dass man hier einen Kredit bekommen würde udn darum bin ich hier. Ich bräuchte Geld, um zwei Betriebe zu eröffnen. "


    Wieviel er brauchte, sagte er vorsichtshalber erstmal nicht, doch sicherlich konnte der Mann sich schon denken, dass es sich um eine größere Summe handeln würde, wenn man zwei Betriebe gleichzeitig eröffnen wollte.

  • [Blockierte Grafik: http://img120.imageshack.us/img120/107/beamterzz4.pngMarcus Duronius Calvus



    Der Mann wollte also einen Kredit. Der Beamte lehnte sich etwas zurück.
    "Du brauchst also Geld, um zwei Betriebe zu eröffnen... hmmmm"
    sagte er nachdenklich.
    "Wir sind hier in der Tat eine Institution, die Kredite an Existenzgründer vergibt. Was ich aber vorher wissen muss, ehe ich dir einen Kredit vergeben kann, ist zumindest dein Name. Und, wenn ich das mal so sagen darf, Bürger, du erscheinst mir ziemlich jung. Wenn du unter der patria potestas stehst, brauche ich die Zustimmung deines pater familias. Einen Kredit aufzunehmen, ob zinsfrei oder nicht, ist etwas anderes, als ein Stück Brot oder eine Frau für eine Nacht zu kaufen"
    erklärte der Beamte und hoffte auf Verständnis.
    "Es kann einen Mann, vor allem einen jungen Mann wie dich, auch in den Ruin treiben. Und das willst weder du, noch den pater familias, noch ich"
    Es gab noch mehr Hürden, die genommen werden mussten, ehe ein Kredit vergeben würde, aber über die konnte man erst sprechen, wenn entschieden war, ob sie überhaupt weitermachen würden oder er den jungen Mann wieder heimschicken würde.

  • Nero nickte dem Mann zu.


    " Das verstehe ich natürlich. Mein Name ist Marcus Artorius Didianus Nero. Ich habe natürlich in weiser Vorraussicht meinem Vater in Parthia geschrieben und hier ist sein Antwortschreiben. "


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    An Marcus Artorius Didianus Nero
    Torraco
    Hispania
    Villa Didia


    ~~~


    Salve, mein geliebter Sohn.


    Ich bin froh, dass du solch ein Geschäftsinn bekommen hast. Doch kann ich dir nicht das Geld, welche du brauchst schicken, da ich dies für eine zu riskannte sache halte, soviel Geld per Brief zu verschicken oder gar als Paket. Doch schaue dich mal um, ob du nicht dort irgendwo Geld leihen kannst. Meinen Segen hast und auch die Erlaubniss.


    Vale

    ~~~


    Tiberius Artorius Imperiosus




    Marcus hate ein leichtes grinsen im Gesicht, denn natürlich hatte er daran Gedacht, dass diese Frage kommen würde.

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    Der Beamte nahm den Brief und las die Zeilen. Er ließ sich Zeit, schließlich hatte er davon genug.
    "Hmmm.. ahmm... soso"
    murmelte er leise, während er den Inhalt zur Kenntnis nahm. Dann blickte er auf.
    "Du hast klug gehandelt, Artorius Didianus Nero. Es freut natürlich, mit jemandem zu tun zu haben, der wenigstens halbwegs weiß, was er tut"
    Er blickte nochmal auf den Briefkopf. Das Schreiben hatte einen langen Weg hinter sich, vom anderen Ende des Imperiums, dort, wo gerade Krieg herrschte.
    "Dein Vater ist also Legionär und im Krieg, was?"
    Die Frage war rhetorischer Natur. Der Mann war ein Optio, wie die Unterschrift verriet, kam als Bürge für den Kredit also nicht in Frage. Diese verdienten nicht besonders viel. Allerdings wusste der Beamte bisher ja auch nicht, welche Summe der Artorier haben wollte.
    "An welche Summe hast du gedacht?"

  • Nun kam also die Stunde der Wahrheit, nun musste er ihm sagen, wieviel Geld er haben wollte.


    " Naja, betriebe zu eröffnen, sind recht teuer, doch es kommt der unser geliebten Stadt zugunsten.... Ich dachte da an 2000 Sesterzen. "


    Soviel brauchte er auch, wenn er nicht gleich sofort wieder pleite gehen wollte. Nero starrte geradezu den Mann an, versuchte zu erkennen, was er wohl als nächstes mache würde...oder gar Fragen würde.

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    Offenbar war der junge Artorier recht nervös, weshalb er sich mehrmals versprochen hatte. Der Beamte ertrug den Blick des Mannes gelassen.
    "Ja, das ist in der Tat ein stolzes Sümmchen"
    sagte er Amtswalter.
    "Aber nur die Ruhe. Fassen wir mal zusammen. Was haben wir bisher. Du bist Marcus Artorius Didianus Nero, Sohn des Tiberius Artorius Imperiosus, unter dessen patria potestas du stehst..."
    sagte er so, als würde er diktieren. Und in der Tat begann ein Scriba am Tisch ein paa Meter entfernt eifrig zu schreiben
    "... dessen Einwilligung zu diesem nicht unriskanten Unternehmen du jedoch vorweisen kannst. Das Schreiben muss ich übrigens hier behalten"
    erwähnte er.
    "Du willst zwei tausend Sesterzen haben und das, um Betriebe zu eröffnen, bist also ein Existenzgründe. Nun, bisher sieht es doch ganz gut aus. Allerdings..."
    und jetzt kam das berühmte 'Aber'
    "... musst du wissen, dass du das Geld einzig zu dem genannten Zweck verwenden darfst. Alles andere würde uns leider dazu veranlassen, eine Klage gegen dich zu richten, wegen Veruntreuung. Das wäre natürlich höchst unschön. Und ausserdem ist dein Plan natürlich mit gewissen Risiken behaftet. Für den Fall, dass deine Betriebe nicht rentabel sind, was natürlich niemand hofft, brauchen wir eine Sicherheit. Du musst entweder einen Bürgen benennen, der hier vorbeikommen und sich als solcher verpflichte muss. Oder du gibst uns eine Sicherheit dergestalt, dass die Betriebe im Eigentum der Stadt verbleiben, bis zu dem Zeitpunkt, an dem du den Kredit zurückgezahlt haben wirst"
    Furchtbar kompliziertes Zeug, aber leider unumgänglich.
    "Welche Möglichkeit greifen soll, entscheidest letztlich du. Im Falle allerdings, dass du die zweite Möglichkeit wählst, wird es im schlimmsten Falle so aussehen, dass deine Betriebe und Wahren beschlagnahmt und versteigert würden. Aus diesem Erlös würde die Stadt dann ihr Geld erhalten. Falls dieser nicht ausreichen sollte, müsstest du die restliche Summe zusätzlich anderweitig auftreiben"
    Na das klang jetzt so furchtbar bürokratisch und böse, dass er den Mann bestimmt abgeschreckt hatte. kein Wunder, dass bisher so wenige einen Kredit aufgenommen haben.
    "Sei dir also bewusst, dass du dich auf ein Terrain begibst, welches gewisse Risiken birgt, die gewisse finanzielle Schwierigkeiten nach sich ziehen können, sollten sie sich verwirklichen... aber ich bin sicher, dass es nicht dazu kommen wird. Du scheinst, wie ich schon sagte, zu wissen, was du tust"


    Sim-Off:

    Einige Erklärungen:
    1. Die Betriebe werden in der WiSim natürlich in deinem Eigentum stehen. Das oben ist nur Sim-On gemeint
    2. Im Falle, dass du die zweite Möglichkeit wählst, wird, falls du die Summe nicht zurückzahlen willst oder kannst, Klage erhoben und dir deine Betriebe 'abgenommen'... aber auch hier, nur SimOn. SimOff, also in der WiSim wirst natürlich du die Betriebe verkaufen müssen und so das Geld zurückzahlen müssen. Hier muss die Stadt dir dann vertrauen, was aber - denke ich - in Ordnung geht, da es eh bloß um Spielgeld geht
    3. Alles aber ohne Gewähr, da ich nicht über das Konto der Stadt walte und dir Näheres Furianus erklären müsste

  • Der Artorier schaute den Mann weiter an und hörte aufmerksam zu. Dann dachte er kurz darüber nach, was für ihn am besten wäre. Doch da es zuviel Zeit in anspruchnehmen würde, einen Bürgen und dies mit einer langen, vielleicht sogar ergebnisslosen suche enden könnte, entschloss er sich für die zweite möglichkeit.


    " Ich habe dir aufmerksam zugehört ud bin mir im klaren, dass das Geld nur für diesen Zweck verwendet werden darf, was ich gar verstehen kann. Ich entschliesse mich für die zweite Möglichkeit, da ich keinen Bürgen habe und so schnell auch bestimmt keinen finden würde. "


    Marcus schaute ihn ewtas erwartungsvoll an. wusste nicht,wie es nun weiter gehen würde, doch sicherlich, da war sich Nero sicher, würde alles in Ordnung gehen. Das er den Brief behalten wollte, war auch nicht weiter schlimm, da dort ja nichts privates geschrieben wurde.

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    Der Beamte nickte, zufrieden lächelnd.
    "Das geht in Ordnung"
    sagte er.
    "Bleibt noch ein Detail zu klären. Wie hast du dir vorgestellt, das Geld zurückzuzahlen?"
    stellte er die Frage.
    "Da das Darlehen zinsfrei ist, ist dieses Detail verhandelbar. Du kannst alles auf einmal bezahlen oder aber wir vereinbare Ratenzahlung. Auch über den Eintritt der Fälligkeit lässt sich verhandeln"
    Er blickte kurz zum Scriba, der bereits den Vertrag vorbereitete.
    "Nun? Was hast du dir diesbezüglich vorgestellt?"

  • Nero überlegte kurz, denn schließlich musste diese Entscheidung gründlich gefällt werden. Der Zeitpunkt durfet nicht zu früh, sollte aber auch nicht allzu spät gewählt sein.


    Wenn er zu früh wäre, bestehe die Möglichkeit, dass er dass Geld noch nicht hatte und somit würden ihm seine Betriebe abgenommen. Wenn er es aber allzu spät wählt, hätte er zwar lange Zeit, um ab zu bezahlen, doch wollte er schon von sich aus nicht lange in der Schuld der Stadt stehen.


    " Mmmmh, dies ist eine Entscheidung, die gut gwählt sein sollte. Ich würde sagen, ich zahle alles auf einmal in drei Monaten. "


    Marcus schaute den Mann vor sich an und war gespannt, was er dazu sagen würde.

  • [Blockierte Grafik: http://img120.imageshack.us/img120/107/beamterzz4.pngMarcus Duronius Calvus



    Der Beamte nickte, war ihm die Tragweite dieser Entscheidung doch wohl bewusst. Viele überschätzten sich hierbei und gerieten in große Schwierigkeiten, wenn der Tag der Rückzahlung immer näher rückte.
    "Ja, das sollte sie, Artorius Didianus. Das sollte sie in der Tat sein"
    kommentierte er.
    "Drei Monate... hmmm... mal sehen, das wäre dann ANTE DIEM IX KAL MAI DCCCLVIII A.U.C."
    murmelte er, laut denkend.
    "Was hälst du von zwei Monaten?"
    fragte er. Aber da er ahnte, dass der Artorier darauf nicht eingehen würde, verbesserte er das Angebot etwas.
    "Mit einer Option. Zwei Monate mit einer Option auf Verlängerung bis hin zu drei Monaten"
    sagte er. Das Problem, das dieses Amt - und damit sein Walter - hatte, war die noch geringe praktische Erfahrung, die hier gesammelt werden musste. Es musste sich eben zeigen, ob die Fristen, die hier gewährt wurden, angemesen waren oder sich als zu kurz oder vielleicht gar zu lang erweisen würden. Aber da das Amt im Grunde über Nacht aus dem Boden gestampft worden war, waren solche Schwierigkeiten nicht vermeidlich und mussten wohl oder übel im Wege der Versuch-und-Fehler-Methode entdeckt und beseitigt werden.

  • Nero überlegte kurz. Nun fing er also schon an, mit irgendwelchen Optionen.


    " Wenn wir also schon bei Optionen sind, dann wäre ich dafür, drei monate mit der Option auf 4. Wobei das mit dem zurückzahlen, ich mir eine weitere Option in Anspruch nehmen möchte, dass ich den Betrag eventuell auch auf Raten zahlen kann, innerhalb dieser Zeit. Würde da dann eine Rate, wenn ich nicht aufeinmal bezahle, auf 4 , also 500 sesterzen pro Monat, setzen. "


    Nun lag es also daran, dass Marcus gut verhandeln konnte. Mal sehen, ob der Beamte darauf eingehen würde.

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    Das war jetzt viel Information auf einmal, so dass der Beamte klarstellen wollte, dass er alles richtig verstanden hatte.
    "Um Mißverständnisse zu vermeiden... du willst also eine Rückzahlungsfrist von drei Monaten haben, mit einer Option auf Verlängerung auf vier. Ausserdem willst du entscheiden, ob du das Geld auf einmal, oder aber doch in Raten je fünfhundert Sesterzen erstatten willst"
    wiederholte er.
    "Nun, das ist nicht unvernünftig"
    Besser so, als dass er sich verspekulierte und die ganze Sache in einem Prozess endete.
    "Also gut, Artorius Didianus. Wir sind im Geschäft. Das Geld wird morgen bereitgestellt. Ebenso der Vertrag. Komm morgen vorbei, dann wird alles bereit sein"

  • Nero hörte den Beamten nochmals gut zu, als er allse wiederholte, damit sich ja auch kein Fehler einschleichen würde. Doch als er das genauso sagte, wie er es vorher vorgeschlagen hatte. Lächelte er kurz, da er seinen Vorschlag für vernünftig hielt.


    " Danke... ich werde somit morgen hier wieder erscheinen. "


    Der Artorier stand auf und hatte eine lächeln im Gesicht, denn er nicht mehr unterdrücken konnte. Zum erstenmal machte er Geschäfte und es klappte so, wie er sich es vorgestellt hatte.


    " Vale "
    verabschiedete er sich knapp und verließ das Amt.

  • So wie er es mit dem Proconsul besprochen hatte, nahm sich Evander Zeit, in den Räumlichkeiten des Amtes zur Förderung der einheimischen wirtschaftlichen Lage vorbeizukommen und sich mit eigenen Augen ein Bild zu machen, um was für eine Institution es sich denn nun handelte. Er erschien unangekündigt, begleitet von einem Scriba, den er mitgenommen hatte, damit bei Bedarf Notizen gemacht werden konnten.


    Im Hautptraum traf er auf einen älteren Beamten samt einem Scriba. Dieser erkannte ihn offenbar sofort und trat auf ihn zu.
    "Salve, duumvir Redivivus Evander. Es überrascht mich etwas, dich zu sehen. Dein Besuch wurde nicht angekündigt. Ich bin Duronius Calvus, dies ist mein Scriba Laenas"
    sagte er, doch Evander unterbrach ihn mit einer Handbewegung, sich demonstrativ langsam im Officium umschauend. Die Räumlichkeiten waren spartanisch eingerichtet, mit dem Nötigsten ausgestattet. Zwei Tische, je einer für den Beamten und den Scriba, einige Stühle, Regale und Schreibzeug. Während sich Evander umsah, deutete Calvus dem Scriba mit einem Wink, Stühle bereitzustellen und anschließend etwas Wein zu holen.
    "Salve, Duronius Calvus"
    sagte er.
    "Ich nehme an, es kann von einem Beamten in deiner Position, der immerhin über das Geld der Stadt zu verfügen befugt ist, durchaus erwartet werden, im officium dem duumvir vorbeizukommen und ihn über den Stand der Dinge in Kenntnis zu setzen"
    Evander wirkte sehr herrisch, etwas, was man bei ihm normalerweise nur selten beobachten konnte. Aber er gedachte nicht, um den heißen Brei herum zu reden oder sich von den Beamten hier mit unwichtigem Gerede aufhalten zu lassen, sondern beschloss, dass er es sein sollte, der das Gespräch in eine von ihm gewünschte Richtung lenken sollte. Nicht umgekehrt. Gerade dieses Auftreten jedoch sorgte offenbar dafür, dass Calvus' Blick etwas unsicher wurde und sich anschließend sogar einige Falten auf seiner Stirn bildeten.
    "Nun, das hatte ich natürlich vor..."
    begann er, doch Evander unterbrach.
    "Viel los scheint hier ja nicht zu sein. An Zeit hat es dir also nicht gefehlt. Aber zum Thema. Ich bin gekommen, um mich näher über dieses Amt zu informieren. Alle Details, wenn ich bitten darf, ich habe Zeit"
    sagte er und setzte sich auf den Stuhl, den der Scriba Laenas bereitgestellt hatte. Sein eigener Scriba, Mascius, nahm ebenfalls Platz und holte eine Wachstafel samt Griffel hervor, hielt sich bereit, um Notizen zu machen. Calvus nahm Platz hinter seinem Tisch.
    "Nun, wo soll ich beginnen?"
    sagte er, wohl eher laut denkend, denn tatsächlich fragend. Laenas brachte Wein und schenkte ein, woraufhin Calvus auf den Becher deutete. Evander ließ sich nicht zwei Mal bitten, griff danach und nahm einen Schluck, lehnte sich dann zurück und machte einen gespielt entspannten Gesichtsausdruck.
    "Am besten ganz am Anfang. Mit der Gründung dieses Amtes"

  • Nero stand heute früh auf, um wieder zu diesem Amt zu gehen, wo er bereits gestern gewesen war. Den ganzen weg über hatte er ein lächeln im Gesicht gehabt und konnte dies einfach nicht loswerden. Noch wusste er ja noch nicht, ob er dass Geld überhaupt bekommen würde, doch er war recht zuversichtlich gewesen.


    Langsam kam er dem Gebäude immer näher und sein Herzschlag wurde schneller, seine Hände wurden feuchter, was ihm immer passierte, wenn er sehr nervös war. Nur diesmal musste er versuchen, seine nervösität zu unterdrücken, da es ja schließlich um etwas wichtiges ging.


    Als Marcus an der Türe des Beamten ankam, klopfte er kurz und sah, wie Evander dort im Raum saß. Anscheinend hatten sie einiges zu besprechen, zumindest hatte die den Anschein.


    " Oh... sicherlich störe ich bei irgendeinem Gespräch ! Soll ich dann später nochmals kommen ? "
    fragte der Artorier ewtas neugierig, da er es eigentlich schon kaum aushalten konnte zu erfahren, ob er den Kredit überhaupt bekommen würde.

  • Duronius Calvus räusperte sich, ehe er sprach. In dieser kurzen Zeitspanne sammelte er seine Gedanken, denn der Besuch und die Forderungen des neuen - seiner Meinung nach etwas zu arrogant wirkenden - Duumvir hatte ihn doch überrascht.
    "Nun, dieses Amt wurde von deinem Vorgänger, dem ehemaligen duumvir Annaeus Domitianus per Geheiß gegründet"
    Evander blickte auf.
    "Per Geheiß... hmmmm. Fahre fort"
    Nun, das war ein sehr eigenmächtiges Vorgehen, allerdings wohl nicht unberechtigt, denn so wie Evander informiert war, geschah dies etwa ANTE DIEM VIII KAL AUG DCCCLVII A.U.C., zu einer Zeit also, wo die sowohl die Provinzführung als auch die Curia sehr... gemächlich agierte. Die Bemühungen eines Duumvir, aktiv zu werden und die Wirtschaft anzukurbeln wollte er also jetzt im Nachhinein nicht deswegen torpedieren, weil sie eventuell irgendwelche formellen Unstimmigkeiten aufweisen könnten. Im Gegenteil, im Grunde war Evander dieser Institution gegenüber positiv gestimmt, wollte allerdings Klarheit schaffen, was die Bedingungen für die Vergabe von Darlehen betraf. Immerhin belastete jedes vergebene Darlehen die Stadtkassen und Evander als oberster Verwalter dieser Stadt wollte stets darüber bescheid wissen, ob, wann, von wemm und wie hoch diese belastet würden.
    "Ja... ähm, nun so lang ist das noch nicht her. Zu unseren Aufgaben zählt die Vergabe zinsfreier..."
    weiter sprechen konnte er nicht, hier wurde Calvus von dem hereinplatzenden Artorius Didianus unterbrochen.


    Evander blickte sich um und erkannte den jungen Mann. Er hatte ihr Würfelspiel noch im Gedächtnis und auch die Tatsache, dass er selbst ihm dieses Amt empfohlen hatte.
    "Keineswegs, Artorius Didianus. Komm herein, lass dich nicht verunsichern. Du bist also hier wegen eines Kredits?"
    fragte er.
    "Ja, Artorius Didianus war gestern hier eines Darlehens wegen"
    sagte Calvus, der seine gewohnt sichere Ausdrucksweise wiedergefunden hat.
    "Ah ja, stimmt. Ein lupanar und eine Brauerei, stimmt's? Wie hoch ist das Darlehen?"

  • Der Artorier war ein wenig verunsichert, wusste er doch nicht, ob es nun unsicher war, dass er genau dieses Geld bekommen würde.


    " Nun, dass Darlehen ist 2000 Sesterzen, welches ich mir hier von diesem Amt beleihen wollte. Zu deiner Frage... Brauerrei und Lupanar werden die Betriebe sein, dich gedenke zu eröffnen. "


    Nun ging Nero etwas näher zum Beamten hin, den er gestern bereits kennen gelernt hatte. Schaute dann nochmals zu Evander und dem beiden Scribas, die hier im Raum noch verweilten. Irgendwie fühlte er sich etwas unwohl, doch konnte er nun wirklich nicht sagen warum !


    Dann setzte er sich hin und wartete, was der Beamte vor ihm zu sagen hatte. Marcus wollte nicht selber ihn auf das Geld ansprechen, da dies sowieso früher oder später zum Gespräch dieser Runde werden würde.

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