Ein kleiner Hof im Norden von Tarraco

  • "Du willst wirklich schon aufbrechen ?"

    "Ja."


    "Aber du könntest doch noch etwas bleiben...."

    "Nein, Sertia, ich bin schon zu lange euer Gast. Deinem Vater ist sicher ganz recht, wenn ich heute aufbreche."


    Langsam erhob ich mich aus dem Stroh, in dem wir uns gerade eben noch geliebt hatten. Sie war wirklich ein schönes iberisches Mädchen, mit sanfter, von der Sonne gebräunter Haut. Die Stunden mit ihr hatten mir die letzten Monate versüsst, das Leben auf diesem kleinen Hof erträglich gemacht. Dennoch stand mein Entschluss fest, ich konnte nicht länger bleiben, würde es doch mit jedem Tag gefährlicher für meine Gastgeber.

  • Einige Zeit später stand ich in der kleinen Culina des Gehöfts, war mittlerweile in eine einfache Tunika geschlüpft. Eigentlich war es auch kein richtiger Raum, mehr ein überdachter Anbau an den Schlafraum. Der Bauer und seine Frau sassen am Feuer, über dem ein grosser Kessel hing. Der Duft des Essens stieg mir in die Nase und fast war ich versucht meinen Entschluss aufzubrechen zu revidieren, doch mein Zögern dauerte nur kurz und der Anblick des Bauern bestätigte meinen Entschluss nochmals.

    „Du verlässt uns,“ sagte er. Eine Feststellung, keine Frage.


    „Ja,“ erwiderte ich ebenso trocken und fügte hinzu. „Ich habe deine Gastfreundschaft zu lange in Anspruch genommen.“


    Der Bauer erwiderte nichts, nur seine Frau machte die Anstalt, mir zu widersprechen, doch ich liess keinen Widerspruch zu. „Ich muss euch für eure Gastfreundschaft und ganz besonders für die gute Pflege in den ersten Wochen danken. Valette, mes amici.“


    Noch bevor jemand etwas erwidern konnte, drehte ich mich um und ging.

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