Der Speisesaal |Triclinium

  • Triclinium - Der Speisesaal


    Domus Praefecti Castrorum



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    Während in der Küche das tägliche Mahl zubereitet wurde, war das Triclinum für dessen Verzehr vorgesehen. Hier in diesem Raum findet sich der Haushalt ein und isst das Essen auf einer Liege, welche ähnlich wie der Raum Cline heißt.
    Hier umrahmen mehrere Liegen einen mittig aufgestellten Esstisch, auf welchem die Speise oder sonstige Kleinigkeiten aufgestellt sind.

  • Allein schon die Tatsache, dass dieses Essen nicht in der von Licinus sonst bevorzugte Küche statt fand, sondern im triclinium sollte den Gästen klar machen, dass es mit diesem Essen etwas auf sich hatte. Ein weiteres Indiz, neben der deutlichen Einladung, war wohl die ungewöhnliche Sitzordnung. Nur zwei Klinen waren aufgebaut. Auf der einen Seite würden Licinus und Seneca sitzen, die andere Seite war den drei Damen vorbehalten, Esquilina zwischen Runa und Alpina -- also nicht neben ihrem Papa.
    Zum dritten sahen weder Esquilina noch Licinus glücklich aus. Licinus knetete immer weiter sein cingulum während das Kind ein um das andere Mal schluckte und aussah als hätte sie die Spuren eines Heulkrampfes nur mühevoll mit kaltem Wasser bekämpft. Was auch genau der Realität entsprach. Trotz ihres wunderschönen Kleides und der Schleifen im Haar -- das Kind hatte sich für ihre Gäste schick machen wollen -- sah sie elend aus.


    Esquilina hatte sich entsprechend auch auf der Kline eingerollte, während Licinus nervös auf und ab ging, immer wieder an der Kline haltend, um Esquilina beruhigend zu streicheln, was an diesem Abend allerdings nicht zu helfen schien.


    Sim-Off:

    ihr dürft gerne die porta auslassen.

  • Alpina war mit Runa erschienen. Sie hatte dem Gastgeber in Olivenöl eingelegte kleingeschnittene Kräuter angereichert mit Knoblauch und kleinen Bröckchen Ziegenkäse mitgebracht als Gastgeschenk mitgebracht.


    Die eigenartige Stimmung fiel ihr jedoch sogleich auf. Esquilina war wunderhübsch anzusehen in ihrem Kleidchen und mit der Schleife im Haar, jedoch passte ihr Gesichtsausdruck überhaupt nicht dazu. Sie sah verheult aus und auf ihrer Stirn hatten sich tiefe Falten gebildet. Ein Flunsch zierte ihren kleinen Mund. Es war offensichtlich, dass etwas vorgefallen war.


    Auch Licinus wirkte ungewohnt nervös. Alpina beobachtete ihn aufmerksam. Vorboten einer schlechten Nachricht?


    "Salve, Marcus Iulius Licinus und danke für die Einladung!", begrüßte Alpina den Hausherren und übergab ihm das Geschenk mit einer kurzen Erklärung was es enthielt.
    Dann ging sie zu Esquilina und streichelte das zusammengekauerte Kind.
    "Salve, meine Süße! Was machst du denn für ein Gesicht? An so einem schönen Abend. Ich habe mich doch schon so auf dich gefreut! Und Duccia Silvana auch. Was ist nur los, Esquilina?"

  • Natürlich hatte auch Runa Antennen für die doch merkwürdige Stimmung. Kurz schaute sie zu Alpina und ihre Stirn legte sich für einen Moment in Falten. Was war hier los?
    Als Gastgeschenk hatte sie frischen Honig und natürlich das allseits beliebte Met dabei.
    Auch Runa begrüßte den Gastgeber und seine Tochter, wenn wohl auch etwas lockerer. „Salve Licinus und Esquilina , auch ich bedanke mich für die Einladung.“ Sie überreichte ihre Geschenke „Wir haben uns sehr darüber gefreut.“ Und da Alpina die kleine Tochter befragte warum sie denn so traurig aussehe, fragte Runa nun in ihren wie immer direkten Art Licinus. „Ich hoffe, du hast keine schlechten Nachrichten? Ist irgendetwas jenseits der Grenze passiert? Müsst ihr ausrücken?“ Anders konnte sich Runa das Verhalten des Kindes und des Gastgebers nämlich nicht erklären. Obwohl ich selbst zwar von Unruhen nichts bekannt war, war es wohl am wahrscheinlichsten, dass Licinus, der sehr nervös wirkte, mit seinen Männer ausrücken musste und Esquilina deswegen so traurig war.

  • Seneca erreichte die Cena als letzter, war aber wohl derjenige der bereits um den eher negativen Charakter dieser Veranstaltung wusste. Lediglich die Gäste überraschten ihn, schließlich konnte er etwas rein militärisches schnell ausschließen mit den ganzen Damen anwesend.
    Er betrat den Raum und trat recht schnell auf Licinus zu "Vicetia?!" fragte er Licinus leise "Bei allen Göttern Marcus, ich habe mir den ganzen Tag schon mein Hirn zermartert." fuhr er fort und trat dann einen Schritt weg, bevor er sich an die Damen im Raum wandte...
    "Meine Damen, ihr alle seht bezaubernd aus. Ich freue mich euch zu sehen und richte Grüße von meiner Frau aus." begrüßte er sie und nahm dann etwas nervös auf seiner Kline platz.

  • "Bitte," antwortete Licinus auf Alpinas Begrüßung und zwang sich zu einem Lächeln. "Danke, dass ihr so kurzfristig kommen konntet." fügte er mit belegter Stimme hinzu.


    Es freute ihn und machte ihn gleichzeitig unendlich traurig, wie Alpina ihn sofort stehen ließ und sich seiner Tochter annahm, kaum, dass sie ihres Zustandes ansichtig wurde.
    Dort wurde Alpina auch gleich durch ein schluchzendes "Hallo Pina!" begrüßt und statt einer Antwort zog das Kind sie zu sich herunter und kuschelte sich an sie. "Ich hab dich ganz dolle lieb Pina!" heulte Esquilina weiter. "Ich will ..." der Satz ging in einem weiteren Heulkrampf unter.


    "Nein, Runa, nicht die Grenze. Und die Legion rückt auch nicht ab. Ich ..." erklär es dir, wenn wir komplett sind, wollte er sagen, aber da trat Seneca auch schon ein.


    "Wieso?" fragte Licinus verdattert, er hatte doch gar nicht das Codewort bewusst. Dann wurde ihm bewusst. "Scribonius. Ich verstehe. Ja, Seneca, Vicetia. Es ist eigentlich ganz richtig." Sein Sekretär war manchmal ein gar zu gewitzter und informierter Mann. Außerdem war es eine brennende Ironie, dass Seneca damals noch zur Garde gehörte und jetzt er, Licinus, zu dieser wechseln sollte.


    Dann wandte er sich wieder an alle.
    "Setzt euch meine Freunde und bringen wir's hinter uns." Als sich alle auf den Klinen niedergelassen hatten holte Licinus noch mal kurz luft und meinte dann brüsk. "Um es kurz zu machen: Ich wurde abberufen. Ich habe Befehl, mich auf den Marsch nach Rom zu machen. Als Verwaltungschef der Prätorianer. Familie habe ich nur Esquilina -- sie kommt natürlich mit" Unwillen zeigte sich auf dem Gesicht des Kindes und sie hielt Alpina ein wenig fester.


    "Aber ich, ... wir ..." das schloss Esquilina nun ein. "Haben in der Zeit hier drei Freunde gefunden, die für uns die Familie waren." Sein Blick schweifte von einem zum anderen während er sprach und auch Esquilina sah alle drei an.
    "Leider können wir euch nicht einfach einpacken und mitnehmen." Licinus versuchte einen schlechten Scherz, aber es gelang ihm nicht, seine eigene Stimmung zu haben, also vermutlich auch nicht die der anderen im Raum. "Daher wollte ich mit euch Abschied feiern." eher trauern "Und das noch ehe es allgemein bekannt wird und ihr es von anderen erfahrt."
    Licinus schnaufte durch.
    "Ja, das war es, was ich sagen wollte. Und jetzt ... seid ihr dran."
    Sicher lag seinen Freunden das ein oder andere auf der Zunge dachte er.

  • Runa nahm wie aufgefordert Platz. Sie saß nun neben der kleinen Tochter von Licinus. Um die Legio ging es also nicht. Was bedrückte den Mann und seinen kleinen Sonnenschein denn dann? Runa nahm die Hand der Kleinen und versuchte ihr so Beistand zu leisten. Irgendetwas musste hier geschehen sein. Als Licinus dann mit der Sprache herausrückte war es gut, dass Runa saß. Er wurde also abkommandiert. Das war ein schlag. Sie sah in dem Mann inzeischen einen freund, einen vertrauten und nun...nun würde er also gehen. Und wie es schien fiel ihm das nicht gerade leicht. Andere vor ihm konnten gar nicht schnell genug Germanien verlassen, aber dem Mann hier gefiel das augenscheinlich gar nicht und doch wusste Runa, dass er wohl gehen musste. Sie brauchte einen Moment bis sie ihre Worte wieder fand. Und noch mehr als das, sie erhob sich und ging zu Licinus um ihn zu umarmen. „Ich werde dich vermissen, als Freund und Vertrauten.“ Dann war es Esquilina die eine Umarmung bekam. „Ich beneide dich. Rom, das Zentrum des Reiches.“ Sagte Runa. „Aber weißt du?“ Ein Lächeln huschte über das Gesicht der Duccia. „Wenn ihr beide in Rom seid, dann habe ich endlich einen Grund diese Stadt zu bereisen. Ich würde nur wegen euch kommen.“ Sagte sie und strich der Kleine sanft über den Kopf, bevor sie ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte. "Und bis dahin schreiben wir uns fleißig ja?"

  • Ein Stich, dann ein Kribbeln, und dann zog eine erschütternde Kälte durch die Knochen des Iuniers.
    Sein teuerster Freund, sein Weggefährte und Kamerad würde die kalten Wälder Germaniens gegen Rom eintauschen. Der Iulier in schwarz, welch Ironie diese ganze Situation in sich barg.
    Natürlich wollte sich Seneca für seinen Kumpanen freuen, und ein Teil von ihm tat dies auch doch ein anderer Teil von ihm fragte sich, wer denn nun ein offenes Ohr für ihn haben würde, nun da Avianus und Licinus weit weg sein würden.
    "Marcus, ich freue mich für dich. Die Garde, du hast es dir redlich verdient." sagte Seneca aufrichtig und dennoch mit Bedauern in der Stimme, denn auch Licinus schien nicht unbedingt überschwänglich erfreut über seine Versetzung zu sein.
    "Ich... Nun, ich denke dann werden wir fortan vermehrt schreiben müssen alter Freund."

  • Zitat

    Original von Marcus Iulius Licinus: "Um es kurz zu machen: Ich wurde abberufen. Ich habe Befehl, mich auf den Marsch nach Rom zu machen. Als Verwaltungschef der Prätorianer. Familie habe ich nur Esquilina -- sie kommt natürlich mit"


    Da war es raus! Der Grund warum die Stimmung so gedrückt war und warum Esquilina weinte. Oh bei Iuno, was für ein Schlag! Wie sehr hatte sie Licinus und seinen kleinen, quirligen Sonnenschein Esquilina ins Herz geschlossen. Schwere Zeiten hatten sie zusammengeschweißt und eine tiefe Freundschaft war entstanden.
    Entsprechend entgleisten der Raeterin die Gesichtszüge.
    "Oh bei allen Göttern, das ist aber jammerschade!" Ihre Hand streichelte unablässig den Blondschopf während ihr verzweifelter Blick an dem Praefectus castrorum hing.


    Eine Stelle bei den Prätorianern. Das konnte er nicht ausschlagen. Natürlich nicht! Was für eine Ehre! Auch Seneca, der inzwischen dazu gekommen war, unterstrich die Wertschätzung des Praefectus. Alpina pflichtete ihm bei mehr noch als das.
    "Und ob du das verdient hast, Licinus! Und ich, bei Minerva, dass die Prätorianer dich verdient haben! Dass sie wissen, was sie an dir haben!?"
    Runa stellte in Aussicht, Licinus in Rom zu besuchen. So schön Alpina den Gedanken fand, so abwegig war er doch.
    Dennoch lächelte sie. "Oh ja, wir schreiben uns! Wann musst du aufbrechen?"

  • Licinus war etwas überfordert -- noch etwas stärker überfordert, sollte das wohl heißen -- als Runa aufstand und ihn so mir-nichts-dir-nichts umarmte. So viel körperliche Nähe war er nicht gewohnt und es fühlte sich ein wenig seltsam an. Und tat dennoch gut. Überhaupt war es ein merkwürdiges Gefühl die Reaktionen seiner Freunde mitzubekommen. Auf bestimmte Weise war diese Mischung aus Bedauern, Traurigkeit, Freude und auch Stolz, den Licinus zu entdecken meinte, ein beruhigendes Gefühl.


    "Danke, Runa!" sagte er ganz Gefühl. Zu der Reise sagte er nichts. Denn so sehr es ihn freuen würde, so wenig glaubte er wirklich daran, dass es so weit kommen würde. Umso mehr konnte sich Esquilina für diese Idee begeistern.
    "Das wär toll Silvana. Und du bringst natürlich Pina mit und Leif und Ursi. Und Helvetius Curio! Und ..." begann das Kind alle aufzuzählen, die in der casa helvetia wohnten. Und dann, wenn eh die ganze Casa in Rom war, so die unwiderlegliche kindliche Logik. Dann konnten sie ja eigentlich auch alle da bleiben. Der Gedanke zauberte dem Kind den ersten Anflug eines Lächelns auf das Gesicht.
    ""


    "Verdient!" sprach Licinus gedehnt, als Seneca (bei dem hatte er es erwartet) und Alpina (bei ihr weniger) auf die Ehre zu sprechen kam, die er hatte. Und Alpinas Sicht, dass es eine Ehre für die Prätorianer war, wärmte ihm sogar das Herz. "Ja, es ist eine große Ehre." Und er würde nie gegen den Befehl des Imperators handeln. Nur, so fühlte es sich nicht an.
    "Warum fühlt es sich dann wie eine Strafe an. Wisst ihr, das einzige, was ich mir noch vom Dienst gewünscht hatte, waren ein paar ruhige Jahre. Dann eine Gratifikation, ein Häusschen, was es halt braucht um mich durch die Rente zu bringen und Esquilina eine glückliche Zukunft zu sichern.
    Das mit den ruhigen Jahren kann ich jetzt wohl vergessen."

    Und auch was Esquilina angeht würde sich wohl so einiges ändern. Es war nicht vorstellbar, dass er das Kind im Lager der Garde wohnen ließ. Im Legionslager, das war was anders, bei der Garde ... nein. Aber das hatte er ihr noch nicht gesagt. Sich nicht getraut.
    "Stattdessen muss ich nach Rom. In die Stadt, die niemals schläft und für ihre Intrigen berüchtigt ist. Aber Befehl ist Befehl, also geht es nach Rom."
    Licinus war melancholisch und düsterer Stimmung, der Funke der Freude, den seine Freude neben ihrer eigenen Traurigkeit für ihn empfanden wollte nicht nicht überspringen.
    "Oh ja, wir werden uns schreiben. So oft wie ich kann." Es war für ihn ein Lichtblick, dass alle drei genau dies in Aussicht gestellt hatten. Ein beruhigendes Gefühl war es, dass sie alle nicht gewillt waren ihn ohne Kontakt in die Fremde zu entlassen.
    "Ja, " stimmte auch Esquilina zu.
    "ganz oft schreib ich. Jeden Tag. Bestimmt. Aber ich will trotzdem dass ihr daaaha seid"
    Wieder schluchzte Esquilina auf und schmiegte sich an Alpina, während sie nach Runas Hand griff und diese festhielt.

  • Runa merkte sehr wohl, dass es Licinus nicht leicht fiel alles hier zu verlassen. Es ging ihm ebenso nah, wie seiner kleinen Tochter. Runa drückte diese noch einmal, bevor sie sie in Alpinas Obhut beließ. „Licinus, du kannst nach Rom. Ja ich weiß es ist weit weg. Aber du hast etwas was in Rom nicht viele haben. Du hast hier Freunde und die wirst du hier immer haben. Deine Dienstzeit ist nicht mehr allzu lang. Und wenn du nach deren Ende immer noch in Rom nicht glücklich bist, dann sei dir versichert, dass du hier immer einen Platz und Freunde haben wirst.“
    Sie reichte Licinus die Hand. „Das verspreche ich dir und die Götter sind meine Zeugen.“

  • Seneca lächelte ein wenig bei den Worten der Duccia. Es war eine nette Vorstellung: Licinus und er, beide im Ruhestand ihre Tage in Germanien auslebend.
    Doch die Realität war wohl eine andere. Weder die Iulier noch die Iunier waren wirklich im hohen Norden verwurzelt und sollte seine Zeit als Kommandant der Ala einmal enden, so würde auch er wohl abberufen werden oder aber seinen Ruhestand in den Albaner Bergen mit Seiana ausleben oder aber mit ihr zurück nach Tarraco ziehen. Ins iunische Stammhaus, dem Ort an dem sie beide geboren und aufgewachsen waren, und in welchem sie sich trotz der räumlichen Nähe nie kennenlernten.
    Doch es war der Stimmung des Moments nur gerecht, dass Seneca diesen Pragmatismus beiseite schob und derartige Pläne unkommentiert ließ.
    "Deine Gratifikation wird nun wohl etwas höher ausfallen." scherzte Seneca, der selbst noch positives wie auch negatives mit seiner Zeit bei den Prätorianern verband.
    "Es leben doch sicher einige Iulier in Rom. Esquilina kann ihre Familie kennenlernen, du wirst in deiner Funktion wohl auch kaum mehr aus der Castra rausmüssen." zählte Seneca die Vorteile auf, auch wenn letzterer ein kleiner Seitenhieb auf das wohlgepflegte Image des Schreibtischsoldaten war "Hochzeiten und Spiele. Das tägliche Werk der Leibwache des Kaisers." scherzte Seneca kurz etwas bittersüß, schließlich hatte er selbst lange genug in dieser Welt gelebt in der man am Abend noch als schwarze Statue zwischen den reichen und mächtigen Roms steht um den Kaiser zu schützen und am nächsten Tag versehentlich einen Menschen um die Ecke bringt, weil man in der Befragung noch zu unbedarft agierte.
    Für Esquilina konnte Seneca einige Vorteile sehen, auch wenn sie wohl in der Casa Iulia leben müsste so hätte sie nun Zugang zur besten Bildung, was Licinus sicherlich sehr wichtig war, auch wenn Silana noch bitterliche Tränen weinen würde.

  • Es berührte Licinus tief wie seine Freunde versuchten ihn zu trösten. So unterschiedlich die Ansätze auch waren -- der rationale Seneca, der die Vorteile aufzeigte, die die Versetzung nach Rom bot, gegen die direkte und etwas burschikose Runa, die ihm mögliche Optionen aufzeigte, wenn es doch nicht passen sollte. Licinus musste schmunzeln. Er erkannte wieder einmal, warum er die drei so mochte.
    "Ich danke euch!" wiederholte er sich.
    "Aber ich will euch auch nicht nur die Ohren vollheulen heute. Vielmehr möchte ich auch etwas tun, damit wir den Schock alle gemeinsam besser verkraften. Ich habe euch zum Essen eingeladen und etwas zu Essen sollt ihr bekommen.
    Und nein, ich traktiere euch nicht mit meiner spartanischen Küche. Gewisse Leute hier"
    wenn Blicke kitzeln könnten, würde Esquilina nun wohl quieckend zucken "Waren der Meinung, dass das nicht reicht. Also gibt es Rehrücken und Beerensoße oder zumindest etwas in der Art. Frisch aus der Silva Nigra eingekauft."
    Auf die kurze Frist hatten sich seine Hausangestellten schlichtweg geweigert ein opulentes Mahl zu bereiten. Zumal sie damit keine Erfahrung hatten.
    "Lasst es euch schmecken!" sprach er, während die genannten Hausangestellten die Platten hereinbrachten.
    "Hast du mit der Ala eigentlich im Frühjahr noch was vor?" wandte sich Licinus an Seneca während Esquilina sich an die beiden Damen zu ihren Seiten wandte:
    "Meint ihr, wir kriegen den Waldausflug noch hin, bevor ich gehen muss? Weil es ist ja noch immer so kalt?"
    Aber sie wäre so gerne mitgegangen.

  • "Na da hat sich der Besuch hier ja doch noch gelohnt." versuchte Seneca die Situation aufzulockern, schließlich hasste er Abschiede und versuchte negative Gedanken stets schnellstmöglich beiseite zu schieben, obgleich es ihm bei einem Kameraden wie Licinus durchaus schwer fiel, da dies wohl das letzte Abendessen sein würde, wohlmöglich für eine sehr lange Zeit, wohlmöglich für immer.
    "Das sieht doch ganz gut aus." sprach Seneca und ließ sich etwas auf den Teller legen, bevor er dann auf Licinus' dienstliche Frage zu sprechen kam.
    "Wenn der Frühling naht plane ich die Truppe schnellstmöglich auf vollste Einsatzbereitschaft zu bringen. Dann werden wir mit der Legio die Infrastruktur und Verteidigungsbauten prüfen. Bisher gibt es keine Veranlassung für eine Expedition hinter den Limes, doch du weißt wie schnell sich sowas ändern kann." erklärte Seneca und zuckte mit den Schultern, die Stämme direkt hinter dem Limes waren befriedet, sodass es keine Pläne für eine Art Frühjahrsoffensive gab.

  • Zitat

    Original von Marcus Iulius Licinus: "Hast du mit der Ala eigentlich im Frühjahr noch was vor?" wandte sich Licinus an Seneca während Esquilina sich an die beiden Damen zu ihren Seiten wandte: "Meint ihr, wir kriegen den Waldausflug noch hin, bevor ich gehen muss? Weil es ist ja noch immer so kalt?" Aber sie wäre so gerne mitgegangen.


    Alpina musste lächeln. Der Waldspaziergang. Klar, dass Esquilina das nicht vergessen hatte.
    "Nun, wenn du nicht sofort abreisen musst, Licinus, dann kann es durchaus noch was werden mit dem Frühlingsspaziergang. Es ist ja nun langsam genug mit dem Winter. Die Tage werden länger und sobald die ersten Kräuter sprießen, können wir aufbrechen. Es gibt nichts schöneres als an einem sonnigen Frühlingstag die ersten frischen Kräuter zu pflücken."


    Sie sah zu Licinus hin, inständig hoffend, dass er noch nicht so bald nach Rom aufbrechen musste.

  • "Also ganz ähnlich wie bei uns" antwortete Licinus zwischen zwei Bissen von dem wirklich hervorragenden Rehrücken.
    "Ich wollte mir nach den Hochwassern vor allem die Rhenusbrücken mal vornehmen. Wenn du das noch im Hinterkopf behalten könntest?"
    Ja, Licinus konnte die Verantwortung für die Provinz -- oder zumindest den infrastrukturellen Teil davon -- nicht einfach abstreifen. Man mochte die Inspektion der Brücken als sein Vermächtnis bezeichnen.
    "Probier die Nelkensoße. Klingt merkwürdig, schmeckt aber."

  • "Nun, ich muss noch meine Dinge hier ordnen, an meinen Nachfolger übergeben und die Abreise organisieren. Ein paar Tage bleiben wir also noch*"
    antwortete er auf Alpinas Nachfrage etwas vage. Denn was waren schon ein paar Tage. Das konnte übermorgen oder in zwei Wochen sein, wer wusste es?
    "Wenn es so schnell wärmer wird, wie im Moment sollte es reichen, denke ich."
    Licnius hatte keine Ahnung,w ie schnell Kräuter erntereif waren, aber die Worte schafften es endlich, dass Esquilina wieder lächelte. Schwach zwar, aber immerhin.
    "Je früher, desto besser vermutlich"


    Sim-Off:

    *Im Zweifel ziehen wir um und ich schicke euch Esquilinas Texte per PN, die ihr dann posten könnt ;-)

  • Runa hörte die Frage der Kleinen sie brauchte einen Moment, doch dann fasste sie einen Entschluss. "Wir werden in den nächten Tagen den Waldausflug machen und dein Vater wird uns begleiten. Ich werde Pferde von meiner Familie besorgen, dann ist der Schnee kein Promlem." Sagte sie, ja Runa hatte einen Entschluss gefasst. Sie würde dem kleinen Mädchen den Waldausflug ermöglichen und ihren guten Freund dabei auf ihre Art verabschieden.

  • Sim-Off:

    Also irgendwie scheint mir die Baumstruktur hier etwas kaputtgegangen zu sein...


    "Das ist nett von dir" sprach Licinus nach einem Moment. Er hatte tatsächlich vergessen, dass die Duccier ein Gestüt gesaßen und war daher überrascht, wo Runa genug Pferde für die Schulklasse herbekommen wollte.
    Esquilinas strahlen war ihr ohnehin gewiss.


    Dass er nun selbst mitkommen sollte war eine andere geschichte. Pferde, dachte er nur, aber er wusste, dass er da nicht rauskommen würde. Also lächelte er.


    "Ich denke übermorgen sollte ich mich einigermaßen frei machen können. Wenn euch das Recht ist?"

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