Domus Aeliana - Servitriciuum Methodius

  • Nakhti führte den neuen Bewohner in sein Domizil.


    “Das 'ier deine Kammer ist.“, sagte er und machte eine ausholende Bewegung, die doch ein wenig übertrieben wirkte, weil der Raum zwar ausreichend groß war, aber bestimmt nicht verschwenderisch. Allerdings mussten sich die niederen Sklaven auf dem Lande sicherlich oft zu viert, fünft oder sogar sechst ein solches Zimmer teilen.
    “Gut ist?“

  • Methodius konnte es sich nicht verkneifen, wie ein Schulbub die Augen zuzuhalten, damit er die Ueberraschung sehen konnte.
    Und tatsaechlich. Was sich vor ihm erstreckte, war ein Raum. Kein prunkvoller, kein schoen dekorierter.
    Aber ein Raum. Ganz fuer sich alleine! Das war unheimlich.
    Langsam schritt er durch sein Zimmer. Ein vergittertes Fenster war angebracht am Raum. Er schaute hinaus.
    Und vor ihm erstreckte sich die Pracht Roms. Vom Huegel aus hatte man eine unglaubliche Sicht ueber die ewige Stadt. Von dort oben schaute sie... irgendwie schoen aus.
    Er drehte sich um und laechelte Nakhti komplett baff an. "Wir sind hier im richtigen Zimmer, ja?"

  • “Ja, dass richtiges Zimmer ist.“, meinte Nakhti und sah dabei ein wenig verwundert aus. Wieso hätte er Methodius auch in das falsche führen sollen?
    “Das deine Kammer ist, 'ier du wo'nst.“

  • "Aehmmm.", machte Methodius. "Es ist... weiss nicht, es ist..." Wie sollte er das sagen? "Es ist irgendwie zu schoen, um wahr zu sein." Seine Augen leuchteten wie die eines Kindes waehrend den Saturnalien.
    "Ich haette... nie gedacht, dass ich einmal so wohnen wuerde. Ich schaetze... Aelius Quarto hat das Geld... das noetige Geld wohl... dafuer.", stotterte er hervor.
    Er blickte sich nochmals staunend um.

  • “O' ja!“, pflichtete ihm Nakhti bei und nickte eifrig.
    “Er se'r reicher Mann ist, ich glaube. Und se'r wichtig er auch ist. Sein Bruder der P'arao aller Römer ist.“, fügte er mit gewichtiger Miene hinzu, was ein wenig übertrieben und deshalb lächerlich aussah.

  • Also war es wahr. Er war in einen richtig reichen Haushalt gekommen. Fuer so einen reichen Haushalt gab es aber wenig Sklaven hier, mal sehen, ob sich Aelius Quarto in absehbarer Zukunft noch mehr davon anschaffte.
    "Sein Bruder ist..." Er schluckte. "...der Kaiser..." Seine Augen wurden gross. Das hatte er noch nicht gewusst. Deshalb war er so reich! Deshalb war er Consul! Deshalb wohnte er am Palatin! Unglaublich!

  • Methodius wankte in sein Zimmer. Er hatte heute viel zu tun gehabt, mehr, als ein normaler Mensch tun konnte. Mechanisch legte er sich ins Bett. Mechanisch schlief er. Mechanisch arbeitete er. Er sprach nicht mehr, ausser über die Arbeit.
    Er bestand als Individuum nicht mehr. Seine Seele war verkümmert. Er war nur noch mehr ein Organ, durch welches andere agierten. Er war in ein... ja, in ein sinnloses und hirnloses Stadium seines Lebens übergetreten. Würde er sich irgendwann daraus befreien können? Oder hatten ihn die Römer gebrochen?
    Methodius war der letzte, der das wissen konnte. Er dachte nicht mehr über sich selbst nach, nur noch über sklavische Sachen. Er lebte nur noch, um seinen Herrn zu dienen, und sonst nichts.
    Er war in einem geistigen Exil.

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