atrium | QGS und TAU

  • Leone führte den Senator ins Atrium. "Bitte nimm doch Platz, Senator Germanicus. Es wird nur wenige Minuten dauern." Der Nubier schickte den Jungen los, der sogleich davonflitzte, um den Auftrag auszuführen. Leone ging zu seinem Platz an der Porta zurück und eine Sklavin eilte herbei, um Sedulus etwas zu trinken anzubieten.

  • Dankend nickte Sedulus dem Sklaven zu und setzte sich.
    Es war das erste mal das er bei den Aureliern zu Gast war und bei Patriziern überhaupt.
    Dann sah er sich neugierig im Atrium um. Geschmack hatten die Bewohner dieses Hauses ja, so viel stand fest.
    Ein paar Sklaven wuselten hin und wieder an ihm vorbei welche ihn kaum oder aber gar nicht beachteten. Ab und zu nickte mal einer.

  • Es dauerte gar nicht lange, bis Ursus das Atrium betrat. "Salve, Sedulus!", begrüßte er freudig den Germanicer und ließ sich von der Sklavin, die auch bereits Sedulus Wasser und Wein angeboten hatte, einen Becher verdünnten Weines geben. "Ich hoffe, es ist ein guter Wind, der Dich hergeweht hat?" Von schlechten Nachrichten hatte er wirklich genug. In den letzten Monaten hatte es zu viele davon gegeben.

  • Sedulus erhob sich um seinen Freund zu begrüßen.


    Salve "Senator" Aurelius Ursus.


    Grüßte er ihn hoch offiziel und betonte dabei den Senator.


    Ich bin eigentlich nur vorbeigekommen um dir zu deiner Erhebung in den Senatorenstand zu beglückwünschen, was ich nun hiermit auch tue. Meinen Glückwunsch mein Freund.


    Sedulus reichte Ursus seine Rechte.


    Wie fühlt man sich denn als frischgebackener Senator?


    Fragte er grinsend.

  • Ja, die Berufung in den Senat hatte zu den wenigen wirklich glücklichen Ereignissen der letzten Zeit gehört. Ursus lächelte und ergriff gerne die dargebotene Hand, um sie herzlich zu drücken. "Vielen Dank für Deine Glückwünsche, Sedulus. Wie Du sicher noch aus eigener Erfahrung weißt, fühlt es sich echt gut an."


    Ursus lachte und deutete auf die Bank, auf der Sedulus schon vorher gesessen hatte. "Nimm doch wieder Platz. Es ist wirklich nett von Dir, mich aufzusuchen, um mir zu gratulieren. Wie geht es Dir? Und Deiner kleinen Tochter?"

  • Sedulus mußte erst einmal überlegen wie es sich angefühlt hatte bevor er antwortete.


    Ach weißt du, es ist schon so lange her, ich weiß gar nicht mehr wie es sich angefühlt hat. Aber es ist schön das auch du nun zu den Senatoren gehörst. Es hat ja auch lange genug gedauert.


    Sedulus setzte sich wieder und nickte Ursus zu.


    Sicher doch. Ach, mir geht es so weit ganz gut und meiner kleinen Sabina auch. Ab und an kommt es mir so vor als würde mir der kleine Wirbelwind über den Kopf wachsen. Was ein Glück das ich Calvena habe welche mir doch einiges an Arbeit mit ihr abnimmt.
    Ach ja, ich habe auch noch etwas für dich. Du weißt doch sicher noch von dem Lied um dessen Text du mich gebeten hattest.


    Sedulus holte ein Pergement hervor und reichte es Ursus.


    Aber sag, wie geht es dir denn? Was hast du nun vor, jetzt wo du Senator bist?


    Sedulus fragte nicht ohne Grund eher allgemein. Er wollte nicht das Thema um den Tod Ursus`Schwester anschneiden.

  • Ursus lachte. "So lange ist das schon her? Hm, da muß meine Erinnerung mir einen mächtigen Streich spielen. Ich bilde mir ein, Du wärst noch Quästor gewesen, als ich damals Tribun in Germania war. - Sag mal, möchtest Du gar nichts trinken?" Die junge Sklavin trat nach diesen Worten wieder näher, um ihr Angebot zu wiederholen.


    "Ein Wirbelwind ist doch etwas Schönes. Das zeigt, daß sie gesund ist. Und fröhlich. Sei froh darüber." Er wünschte sich ebenfalls lebhafte Kinder. Auch wenn das sicher einigen Ärger mit sich brachte. Das war es aber wert.


    "Oh, danke. Da werden die Mädchen sich freuen. Sie waren wirklich schwer beeindruckt von der Darbietung Deiner Nichte." Ursus nahm die Schriftrolle und legte sie neben sich. Prisca würde sich ganz bestimmt sehr darüber freuen.


    "Mir geht es soweit gut. Und ich will jetzt erst einmal ein paar Erfahrungen sammeln. Mir also einen verantwortungsvollen Posten suchen."

  • Da hast du sogar recht ja. Du warst jetzt ein oder zwei Jahre bei der I.? Und wenn ich mich nicht irre, warst du zwei Jahre hintereinander Quaestor Consulum und hast mit meinem Schwager Quarto zusammen gearbeitet.
    Also sind es schon mindestens drei Jahre her als ich Senator wurde.


    Sedulus sah zu der hübschen Sklavin die da immer noch wartete.


    Ähm, vielleicht ein Glas verdünnten Wein bitte.


    Meinte er entschuldigned lächelnd zu ihr.


    Da hast du allerdings recht! Lieber ein Wirbelwind im Haus und es geht ihr gut, als ein immer krankes Kind. Das stimmt schon.


    Pflichtete Sedulus seinem Freund bei.


    Nichts zu Danken. Ich hatte es dir ja versprochen das ich mich darum kümmern werde.


    Und was Sedulus versprach und versuchte er auch zu halten. Wobei der Text des Lieder noch eine recht kleine Angelegenheit war.


    Und an was hattest du da gedacht?


    Fragte Sedulus neugierig wie er hin und wieder war nach.

  • "Nur ein Jahr. Und es war so schnell verflogen, daß ich es kaum glauben konnte, als es schon wieder vorbei war. Und ja, ich war zwei Jahre hintereinander Quästor Consulum." Er lachte, als Sedulus ihm vorrechnete, warum es ganz natürlich war, daß er sich nicht erinnerte. Dabei war er sich sicher, daß Sedulus sich sehr gut daran erinnerte, wie er sich bei der Berufung in den Senat gefühlt hatte. "Ich bereue es nicht, zwei mal das Amt des Quästors bekleidet zu haben. In dieser Zeit habe ich viel gelernt und die enge Zusammenarabeit mit Deinem Schwager war für mich eine sehr positive Erfahrung." Über ihn hatte er so manche wichtige Persönlichkeit näher kennengelernt.


    Die Sklavin kam der Bitte des Senators natürlich sogleich nach und zog sich dann wieder in den Hintergrund zurück.


    "Oh, ich bin da noch nicht festgelegt. Ein Kommando fände ich nicht schlecht. Aber ich würde auch einen der Senatorenposten hier in Rom gerne ausfüllen. Ich bin auch immer für Neues offen."

  • Ja das kann ich mir gut vorstellen. So ging es mir auch. Ich vermisse die II. irgendwie. Vielleicht komme ich sogar noch einmal auf die dumme Idee und bewerbe mich wieder für einen Tribunenposten.


    Es war natürlich mehr ein Scherz gewesen. Er hatte für die Zukunft ganz andere Pläne.


    Wahrscheinlich hast du in der Zeit meinen Schwager besser kennen lernen können als ich tue.


    Lächelte Sedulus. Ein Besuch bei ihm wäre ja auch mal wieder fällig.
    Nach dem die Sklavin den Wunsch des Sedulus`erfüllt hatte, nahm er auch sogleich einen Schluck.


    Auf den frischgebackenen Senator.


    Grinste Sedi und tostete Ursus zu.


    Ein Kommando. An was für eines dachtes du denn dabei? In Rom wird sich sicherlich auch ein netter Posten für dich finden denke ich. Es hat den Vorteil man ist dann nicht so weit vom Schuss weg. Bis Neuigkeiten in die Provinzen gelangen sind sie hier in Rom schon meist wieder ein alter Hut.

  • Da mußte Ursus denn doch lachen. Zumal es Sedulus auch anzusehen war, daß er es nicht völlig ernst meinte mit dem weiteren Tribunat.


    "Das mag sein. Wir haben oft und viel miteinander zu tun gehabt. Ich schätze ihn wirklich sehr und wage zu behaupten, daß er mir gegenüber ebenfalls nicht ablehnend gegenübersteht."


    Ursus vergoß einen kleinen Schluck Wein, um ihn den Göttern zu widmen, bevor er mit Sedulus anstieß und einen Schluck trank. Er fragte sich, ob sie sich so gut verstehen würden, wenn sie in Germanien nicht zusammengearbeitet hätten.


    "Eines, das möglichst nicht so weit weg ist. Am besten würde mir natürlich die Prima gefallen, immerhin habe ich das Kommando bereits ein Jahr lang inne gehabt, wenn auch nur vertretungsweise." Es konnte nicht schaden, sich weiteren Rückhalt zu sichern, was die Frage des Kommandos anging. "Und was ist mit Dir? Du fragst nach meinen Plänen, was ist aber mit Deinen Plänen?"

  • Nun, dazu kann ich leider nichts sagen. Aber sollte ich ihn mal wieder antreffen, so werde ich gerne einmal diesbezüglich ausquetschen und es dir dann stecken.


    Grinste Sedulus. Er wartete noch bevor Ursus das Opfer dagebracht hatte und trank dann ebenfalls einen Schluck.


    Ach schau an, die Prima. Ja warum auch nicht. Aha, das wußte ich ja gar nicht. Was war oder ist denn mit dem eigentlichen Kommandanten los? Wer war das gleich noch mal, Tiberius Vitamalacus.


    Bei der Frage wie es nach seinen Plänen aussah, kratzte sich Sedulus am Kinn.


    Du weißt doch noch wie wir uns unterhalten haben wie ich bei dir zu Besuch in Mantua war. Dies hat für mich eigentlich immer noch immer bestand.

  • "Oh, das nenne ich mal ein Angebot. Ja, das würde mich schon interessieren, was er für eine Meinung von mir hat." Ursus sah zwar das Grinsen und war sich nicht sicher, ob es nicht doch nur ein Scherz gewesen war, aber er würde sich tatsächlich dafür interessieren, was Quarto so über ihn dachte.


    "Nun, erst hieß es, er sei krank. Ich nahm an, daß er zu seiner Familie gereist wäre. Erst als ich wieder hier in Rom war, erfuhr ich, daß seine Familie es ebenfalls nicht weiß. Die Offiziere fanden nichts weiter dabei, denn der Legat war wohl durchaus ab und an mal für längere Zeit abwesend. Wie gesagt, ich hatte das Kommando die ganze Zeit inne. Auch wenn das am Anfang wirklich ein Sprung ins kalte Wasser war, glaube ich doch, daß ich meine Sache nicht ganz schlecht gemacht habe." Er zuckte mit den Schultern. Es war schwer, sich selbst zu beurteilen. Doch da die Offiziere nicht gegen ihn intrigiert hatten, nahm er an, daß er nicht gar so übel gewesen sein konnte.


    "Damals sagtest Du, daß Du hier erst einmal einige Theater und Thermen sanieren wolltest und dann weiterschauen. Deinen Posten als Curator operum publicorum hast Du auch schon ziemlich lange inne, oder? Hast Du gar keinen Drang dazu, mal etwas anderes zu machen?"

  • Gut so sei es!


    Meinte Sedi dann doch recht ernst um Ursus nicht weiter in die Irre zu führen.


    Ist aber schon ein klein wenig merkwürdig oder? Er hätte ja zumindest dir Bescheid geben können. Sehr seltsam. Aber gut, vielleicht hatte er ja auch sein Gründe, wer weiß das schon.


    Sedulus zuckte mit den Schultern.


    Was meinst du mit Sprung ins kalte Wasser?


    So ganz verstand Sedulus das nun nicht.


    Stimmt, das habe ich gesagt. Jetzt hatte sich herausgestellt, das man mit den Sanierungen noch ein klein wenig warten konnte. Du weißt ja, Geld sparen wo man nur kann.
    Stimmt, es dürften jetzt so um die zwei, drei Jahre sein gleich nach meiner Quaestur. Wie ich sehe kannst du dich nicht mehr an das ganze Gespräch erinnern.


    Grinste Sedulus.


    Hatten wir es nicht davon gehabt das wir zusammen als Aedile Rom unsicher machen wollten... 8)

  • "Ein klein wenig merkwürdig ist reichlich untertrieben. Naja, ich habe alles, was ich weiß, weitergegeben. Sicher wird sich bald alles aufklären. Mit Sprung ins kalte Wasser meine ich die Tatsache, daß ich das Kommando unvorbereitet und ohne Übergabe übernehmen mußte. Das kam ausgesprochen unvermutet und hat mich wirklich gefordert. Naja, ich habe mich freigeschwommen und die Situation gemeistert." Ursus zuckte mit den Schultern, um das Ganze ein wenig herunterzuspielen. Dabei waren die ersten Tage wirklich nicht leicht gewesen, damals.


    "Damit hast Du natürlich Recht. Geld sparen ist immer gut", lachte Ursus und nahm dann noch einen Schluck aus seinem Becher. "Nun, bis ich als Aedil kandidiere, wird es jetzt doch noch ein wenig dauern. Ich möchte vorher noch ein wenig Erfahrungen sammeln." Und etwas Geld verdienen. Aber das war nichts, was er hier erwähnen wollte. "Hast Du so viel Geduld oder möchtest Du lieber doch vorher schon kandidieren?"

  • Ich hätte von dir auch nichts anderes erwartet mein Freund.


    Lächelte Sedulus.


    Und seien wir einmal ehrlich, auch durch solche Vorfälle lernt und wächst man. Es mag einem zwar für`s Erste etwas viel vorkommen weil man es noch nicht kennt, aber wenn man einmal weiß wie was läuft, so geht es einem dann doch recht einfach von der Hand.


    Auch Sedulus trank einen Schluck.


    Das ist natürlich verständlich. Das ist eine gute Frage. Wie lange würde ich denn eventuell noch warten müssen?


    Schließlich wurden sie ja auch nicht jünger. Weder Ursus noch Sedulus.

  • "Ja, das ist natürlich wahr und hat sich auch in meinem Fall bewahrheitet. Ich habe viel gelernt durch diese besondere Herausforderung. Und es ging mir dann wirklich gut von der Hand. Die Zusammenarbeit mit den Offizieren funktionierte gut. Achja, wo wir gerade bei den Offizieren der Prima sind: Erinnerst Du Dich an Artorius Reatinus? Er war damals Centurio bei der Secunda. Nun ist er ritterlicher Tribun bei der Prima."


    Ursus mußte passen und zuckte ein wenig hilflos mit den Schultern. "Naja, zwei bis drei Jahre wollte ich den Posten schon bekleiden. Egal welchen ich erhalte." Vor allem, wenn es ein Kommando war. Denn das machte für nur ein Jahr wirklich wenig Sinn.

  • Dann kannst du von Glück sagen, das sie nicht quergeschossen haben. In solch einem Falle hat man auch schnell ein paar Neider gegen sich. Aber wie mir scheint stand Fortuna an deiner Seite.
    Artorius Reatinus... Der Name sagt mir etwas. Allerdings hatte ich nicht wirklich viel mit ihm zu tun. Dann scheint er ein guter Mann zu sein. Sonst wäre er nicht so weit gekommen.


    Als Ursus den Zeitraum nannte, zog Sedulus eine Augenbraue hoch. Drei Jahre? Drei Jahre waren eine recht lange Zeit.


    An was für ein Kommando hattest du eigentlich gedacht?


    Denn Legatus Legionis konnte er ja eigentlich noch nicht werden, denn da müßte Ursus erst einmal Praetor gewesen sein.

  • "Ja, da kann ich wahrhaftig von Glück sagen. Vermutlich habe ich dieses Glück auch Artorius Reatinus zu verdanken. Er wußte ja, daß ich kein grüner Junge war und durchaus auch Sinn für das Militär habe. Er ist ein guter Mann mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl. Das wissen auch die Soldaten zu schätzen. Ich wußte, daß ich mich auf ihn verlassen konnte, das hat mir meine Arbeit sehr erleichtert." Ursus fand es nur fair, daß der Name des Artoriers ein wenig bekannter wurde in Rom.


    "Hast Du das nicht eben schon mal gefragt?", lachte Ursus und trank noch einen Schluck aus dem Becher. "Wie schon erwähnt, wäre die Prima für mich ideal. Und ich glaube auch, daß ich die ideale Besetzung für diesen Posten wäre, da ich die Truppe schon kenne. Nur fürchte ich, daß es nicht viele Leute gibt, die diese Meinung teilen werden."


    Noch immer schmunzelnd stellte er die Frage, die jetzt unweigerlich kommen mußte. "Drei Jahre ist Dir zu lange, hm? Macht nichts, dann kandidiere doch vorher." Es machte ihm nichts aus, wenn die lose Abmachung, die sie in Mantua getroffen hatten, nicht ganz so eingehalten wurde. Das Leben spielte eben nicht immer mit.

  • Hmm, wenn du das sagst. Aber es stimmt schon, gerade in solchen Situationen ist es nicht schlecht wenn man fähiges Personal neben sich weiß und auf welches man zurückgreifen kann. Es macht einem doch einiges leichter. Wie du es schon erwähnt hast.


    Stimmt das habe ich.


    Gab Sedulus zu.


    Allerdings dachte ich ein Legatus Legionis müßte auch Praetor gewesen sein, aber das trifft ja nur auf den Legatus Augusti Pro Praetore zu.
    Dann hoffe ich für dich das du den Posten bekommst. Du weißt ja, es gibt immer welche die meinen die Besseren zu sein und Neider gibt es auch immer. Aber das sagte ich ja schon.


    Sedulus zuckte mit den Schultern und verzog ein klein wenig nachdenklich sein Gesicht.


    Ach weißt du Ursus, ich habe es eigentlich nicht einmal so eilig wenn ich ehrlich bin. Ich lass mich am besten selbst überraschen wann ich letztendes den Entschluss treffe. Es wäre halt schön gewesen einen Freund wo man weiß das man gut zusammen arbeitet an seiner Seite zu haben.


    Dies hatte sich ja schon in Germanien herausgestellt.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!