Turma II - Stuben der Equites

  • Ocella stemmte die Hände in die Hüfte. Das war ein starkes Stück und untergrub seine Autorität vor den Männern. Seine Miene versteinerte als er entdeckte wer der Verweigerer war.

    Doch entgegen seiner ersten Eingebung beherrschte er sich und starrte Tisander nur an.

    Zu Fango sagte er, Nun, Eques Iunianus,...jeder Mann der sich meinem Befehl wiedersetzt erhält ab sofort Reitverbot und Revierdienst. Jeder Mann, der nicht in vorschriftsmäßiger Haartracht antritt, nimmt an keiner Patrouille teil solange diese nicht den Anordnungen entspricht. Desweiteren wird die Ration gekürzt, ...sagen wir um ein Viertel.

    Er hatte keine Ahnung warum sich jemand weigerte die Haare zu stutzen und es war ihm egal. Wenn er als Kommandeur einen Befehl gab war dieser umzusetzen.

    Morgen vor Sonnenaufgang antreten zur Inspektion!

    Das war ja ein dickes Ding. Ein wenig angepisst, aber vor allem enttäuscht von Tisander verließ er die Unterkunft. Varro war wieder im Castellum, es galt eine Patrouillenplanung durchzuführen. Fast so wie in alten Zeiten, und doch irgendwie anders.

  • Nachdem der Vexillarius gegangen war, wandte Tisander sich zu Fango, starrte ihn eine Weile an, hob
    resigniert die Schulter, drehte sich wieder um und verließ wortlos ihre Baracke. Das war wohl die Rache des kleinen Mannes dachte er. Der spielt sich langsam als Optio auf oder wie Kinder sagen, er ist eine “olle
    Petze“.

  • War Tisander jetzt sauer? Was konnte Fango dafür, wenn der dem Befehl nicht nachkam? Fango hatte ihn ja extra darauf hingewiesen, dass seine Haare zu lang seien, damit er sie schneiden konnte, wenn der Barbier schon mal da war, uns es keinen Ärger geben würde. Wirklichen Ärger hatte es nicht einmal gegeben, nur ein wenig sanften Druck, damit der bockige Tisander dem nachkam.


    Verstimmt machte sich Fango auf zur Therme. Sicher war Zisimos dort, um nach dem Haareschneiden die Reste abzuspülen. Vielleicht würde er oder irgendwer anders nach dem Baden mit Fango Ball spielen, damit er sich ablenken konnte. Er verstand die schlechte Stimmung von Tisander nicht, aber sie begann, an ihm zu nagen.

  • Nichts ahnend von Tisanders finstere Fantasien ihn betreffend, fand Fango bald seine gute Laune wieder. Während Tisander sich kloppte, hatte Fango mit den anderen Ball gespielt, darauf geachtet, dass alle sich an die Regeln hielten und sich zu guter Letzt eine Massage gegönnt. Durchgewärmt und durchgeknetet, mit frisch gezupftem Bart und Körperhaar kehrte er in die Stube zurück. Da sie tadellos aussah und inzwischen auch alle die Äpfel korrekt nach Reife sortierten und mit dem Stiel nach oben in einem Raster aufstellten, damit Fango nicht nervte, hatte dieser nun Freizeit. Zisimos zu lausen fiel ja nun auch weg. Also kletterte er mit einem dicken Stapel Aufzeichnungen in sein Bett, machte es sich bequem und lernte die Strategien großer Feldherren und Schlachtaufstellungen bedeutender kriegerischer Auseinandersetzungen auswendig.

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