• Ewig lang, so kam es zumindest Andriscus vor, rumpelte der Wagen durch die Botanik. Schleudertraume lässt grüssen. Nach links und nach rechts, vorne und wieder zurück, wurden die Insassen des Wagen gestoßen und ab und zu kam ein Laut des Unmutes.


    Nun hielt der Wagen und Stille trat ein. Wieder nahmen sich die beiden, der Germanicer und der Matinier, etwas Zeit für ein Pläuschchen und man wartete nun gespannt wie es weiter gehen würde. Bisher jedenfalls mussten die Tirones am Wagen hocken bleiben. Ausser Andriscus hatte den Befehl zum Absitzen verpasst. Aber das würde er gleich erfahren...

  • Das kurze Gespräch klärte nur nocheinmal die bereits ausgearbeitete Vorgehensweise.
    Ocella ließ die 8 Tirones antreten. Es dauerte eine Weile bis sie ausgerödelt hatten was er mit auf dem Rücken verschränkten Händen und ernster Miene betrachtete.
    Aufpassen!...alle Tirones tauschen ihre Waffen gegen Übungswaffen ein und terten hier wieder an. Danach gibt es einen Geländelauf in voller Ausrüstung mit gelegentlichen Störungen durch berittene Pränkler,...unkoordinierte aber äußerst lästige Krieger zu Pferd wie wir sie hier antreffen. Diese werden koordiniert abgewehrt, hierzu blidet ihr immer ein Paar!. Die übrigen positionieren sich in Kampfrichtung immer im Abstand von einer Pferdelänge. Bringt den Reiter dazu zwischen euch und eure Lanzen zu reiten.Und jetzt...! Ausrüstung holen! Eine Hasta, 10 Übungspfeile und das Übungsschwert. Alles schwerer als das Original...damit ihr es später leichter handhaben könnt!...wegtreten!
    Währenddessen machten sich die Equites fertig für den Kampfgang. In ihren Gesichtern sah man Vorfreude, in allen Gesichtern außer Varro´s.

  • Kunolf kannte die Taktik, im Grunde hatte er auch so gekämpft. Taktisch organisierte Angriffe waren bei Germanen selten. Oft stürmte jeder drauf los, was im Vergleich zu den Römer nicht effektiv war. Aber ein Germane war einem Römer im Kampf Mann gegen Mann überlegen, das lag an der Ausrüstung und der Ausbildung. Jetzt musste Kunolf umdenken. Nicht der einzelne war wichtig, viel mehr die ganze Einheit.
    Kunolf tat wie ihm befohlen. Er holte seine Ausrüstung und tauschte die scharfen Waffen gegen Holz Waffen, trat zurück ins glued und wartete auf weitere befehle. An Andriscus gewandt drehte er seinen Kopf leicht zur Seite und flüsterte kaum hörbar Bilden wir ein paar?

  • Ocella begleitete den Fusstrupp, von daher holte er sich auch seine Übungswaffen. Sein Partner wurde Baldur.Alle Mann herhören! Bellte seine Stimme gegen die angetretenen Männer, während Varro und die Berittenen grinsend davonstoben. Ocella schüttelte leicht den Kopf, denn für seine Männer würde das hier kein Spaß werden. ...folgende Situation!...wir laufen zu zweit, jedes Paar 10 passus ( etwa 15 m) auseinander. Unser Ziel ist jener Waldrand,...dazwischen haben wir Marschland, Wiesen und einen ordentlichen Hügel. Er wies auf den etwa 3 Meilen entfernten Waldrand. Die Angreifer werden mit den lokalen Geflogenheiten, also unkoordiniert und mit einigem Geschrei auf uns zupreschen und versuchen uns zu überrennen. Baldur und ich werden als erste angegriffen! Seht euch an wie wir es machen!
    Er sah in die Gesichter der Männer in denen Abenteuerlust mit Furcht rang.
    Die Paare laufen in 10 Sekundenabstand los,...ab!
    Er griff seine Hasta und lief los,...

  • Nachdem alle vom Wagen waren und sich irgendwie orientiert hatten, kamen auch schon die Einweisung des Matiniers. Kurz nickte Andriscus als Bestätigung der Frage von Kunolf um sich dann weiter auf den Duplicarius zu konzentrieren


    Der Italiker könnte sich gerade überhaupt nicht vorstellen wie diese Taktik aussah und funktionieren würde.... Der Matinier rannte bereits los....


    Andriscus schnappte sich ebenfalls eine der wurfspieße und blickte fragend zu Kunolf...

  • Auc Andriscus trabte los. Hinter Kunolf. Immer noch nicht sicher wie das hier nun ablaufen sollte hielt er die Hasta und das hölzerne Gladius in der anderen.


    Ja scheisse, was solls. und erhöhte ein wenig das Tempo um mit Kunolf auf gleiche Höhe ziehen zu können. Der Duplicarius und Baldur rannten schräg versetzt vor ihnen.


    "ich hab immer noch nicht den Durchblick. Du?" keuchte Andriscus während des Laufes.
    "Wenn nicht bald die Reiter kommen bleib ich stehen, kotze und werde ohnmächtig"

  • Varro ritt auf die Laufenden zu, ebenso seine 6 Equites. Stumm, grimmig. Er gab das Zeichen und wie vereinbart erhöhten sie das Tempo, sie stießen einen Kriegsruf aus. Grell und einschüchternd, dabei ritten sie genau im Abstand einer Hasta an ihnen vorbei. Jener Hasta welche irgendwann den Unterschied zwischen Tod und Leben ausmachen würde. Sie wendeten die Pferde eine viertel Meile von den Fußtrupp entfernt und stießen Schmäungen und Verwünschungen aus, genau wie es Barbaren machen würden wenn sie sich ihrer Sache sicher wären.
    Varro beobachtete was seine Tirones machten und gab das Zeichen zum Angriff,...die Übungsschwerter in der Hand. Das trommeln der Hufe mischte sich mit den wilden Kriegsgeschrei.

  • Ocella war einigermaßen glücklich als die Pferde endlich kamen. Das Gerenne zehrte auch an seinen Lungen. Als sie passierten und sich in einiger Entfernung neu postierten war er dankbar hier simulierte Barbaren vor sich zu haben.
    Achtung, verteilt euch, bildet einen Halbkreis! Abstand 20 Fuß! Einer rammt die Hasta in den Boden und zielt auf das Perd! Der zweite nimmt den Bogen und zielt auf den Reiter, beim nächsten Angriffmacht ihr es umgekehrt!
    Auch wenn es nur eine Übung war, hämmerte sein Herz. Das Trommeln der Hufe, das Geschrei...Bogenschützen! Erst schießen, wenn ihr das Weiße im Auge des Feindes seht! Keine Angst! Die Hasta wird das Pferd ablenken oder töten!
    Er legte den Übungspfeil auf. Anstelle einer Spitze endete der Schaft in einem Lederbeutel gefüllt mit Wolle. Das Trommeln der Hufe überschlug sich mit dem Geschrei. Knirschend spannte sich der Bogen.

  • Endlich kamen die Angreifer u d Andriscus war heil froh darüber. Wenn er noch einige Schritte mehr machen hätte müssen.... freiwillig wäre er vor ein Pferd gelaufen so übel war ihm in diesem Moment.
    Jetzt waren die Reiter in greifbarer Nähe und galoppierten zwischen den Tirones vorbei ohne ihnen die Zeit zu lassen irgendwie zu regieren.


    Andriscus drehte sich rasch um um die Reiter wieder i den Blick zu bekommen.. Der Matinier bellte Befehle u d hatte sich bereits selbst in Stellung gebracht.


    Hasta in den Boden rammen.... Andriscus wartete noch einige Augenblicke und trieb den Speer in den Boden. Kunolf hatte sich vermutlich ebenso bereitgemacht.....

  • Varro spürte die Säfte seines Pferdes unter sich, ihm war als würde er jeden Herzschlag, jeden Atemzug in sich aufnehmen...sie wurden zu einem mystischem Wesen. Jenen Centauren gleich, deren Geschichten er in seiner Kindheit verschlungen hatte.
    Ocella hatte seine Truppe zu einem Halbkreis aufgestellt, die großer Lanzen wie bösartige Stachel in ihre Laufrichtung in den Boden gerammt. Alles in ihm schrie nach einer Keilformation, aber sie mimten barbarische Reiter. Ihr Angriff erfolgte mit Wut, Wucht und einer gehörigen Portion Unberechenbarkeit.
    Hinter und neben sich ritten die Kameraden mit offenbar riesigem Spaß auf die Tirones zu.

  • Kunolf hörte die Befehle, sah das Sein neuer Freund den Speer in den Boden getrieben hat. Er stieß einen Kriegsschrei hervor der jeden Gegner ins zittern brachte und legte seinen Bogen an. Bereits zu schießen wenn der Befehl kam...

  • Ocella erschrak ein wenig als er Kunolfs Kriegsschrei hörte, vermutete er einen Hinterhalt durch Varros Reiter. Das musste der Junge unbedingt abstellen. Die Ala kämpfte grimmig und schweigsam. Inzwischen waren durch diese Gedanken die Reiter gefährlich nahe gekommen und er schrie, Bogenschützen Pfeile loooos! Was natürlich nicht allzuviel brachte. Die Aufregung war zu groß. Die Angreifer machten ihnen auch nicht die Freude in die aufgestellten Lanzen zu reiten.
    Nach dem Angriff deshalb Manöverkritik.
    Wir bilden diesmal eine Reihe, die Lanzen vorne, die Bogenschützen 5 Fuß dahinter. Wir sind sechs Paare, es schießen jeweils zwei Bogenschützen auf einen Reiter,...wenn der Angriff erfolgt ist legen wir unnütze und behindernde Ausrüstung ab, denn wenn es zum Schwerteinsatz kommt braucht ihr keine Wasserflaschen oder Decken, dann braucht ihr Bewegungsfreiheit. Es wird nicht weggerannt,...die Stellung wird gehalten. Fällt ein Kamerad, rücken wir entsprechend auf. Also, Reihe bilden Lanzen einstecken und Pfeile einlegen.
    Er machte den Reitern ein Zeichen. Der nächste Angriff konnte beginnen.

    Sim-Off:

    Ihr könnte eure persönlichen Eindrücke schildern und euch an meiner Leiterzählung halten... ;)

  • Kunolf lauschte aufmerksam. Reihe bilden, schützen dahinter, Ausrüstung ablegen und los geht das gekloppe. Soweit verstanden. Fragend blickte er sein Kamerad an, wer sollte beginnen? Kurz entschlossen nahm er seine Lanze und stellte sich mach vorne, trieb diese mit dem anderen Ende in den Boden und wartete bis es ihm seine Kameraden gleich Taten und Andriscus hinter ihm. Aufstellung nahm. So ähnlich hatten die germanen es auch gemacht. Ein Reiter ohne Pferd war noch lange nicht mehr so gefährlich. Wenn ein Pferd einen Mann mit deinen Flanken über den Haufen rannte, könnte das tödlich enden. Ein Zustand den es zu vermeiden galt. Die Aufregung wuchs....

  • Ocella stellte die Männer gut auf, dachte sich Varro noch als er das Kommando hörte die Pfeile abzuschießen. Als Römer verstand er das und verhielt sich entsprechend defensiv. Ob es der Wald und Wiesengermane auch verstand?
    Die Pfeile sirrten auf sie zu jedoch konnten alle Reiter mehr oder weniger geschickt ausweichen. Es wäre etwas anderes wenn sie auf die größeren Ziele, die Pferde gezielt hätten. Vor den Lanzen drehten sie wie besprochen bei und schrien ihr Lied. Ihre Aufgabe war das Plänkeln, das kirre machen. Die Reiter sztoben auseinander, jeder scheinbar nach gutdünken um sich dann dem zweiten Angriff zu widmen,...Ziel die Flanken aufreiben...Varrop grinste wölfisch und gab seinem Pferd die Fersen.

  • Die Pfeile fanden ihr Ziel nicht, auch die Lanzen schien die angreifer nicht sonderlich zu beeindrucken. Die angreifer galopierten vorbei um in einiger Entfernung Aufstellung zu nehmen. Kunolf legte alles ab was er für den Kampf nicht benötigte. Mit Sparta und Schild stand er da und wartete auf denn nächsten Angriff...


    Sim-Off:

    sorry, voll übersehen

  • Was hatte Varro vor? Das hier sollte eigentlich eine zwar aktionsgeladene, realitätsnahe, aber dennoch ungefährliche Übung werden. Doch mit Varro schienen die Gäule durchzugehen.
    Alle Mann zu mir! Kreis bilden! Lanzen aussen, Bogenschützen innen! Er wußte, daß er zu wenig Männer hatte um wirkungsvoll zu verteidigen, er wußte aber auch, daß er nicht weglaufen konnte, denn die Reiter würden sie über den Haufen rennen. So lernten die Probatii nun etwas neues,...den Kampf bis zum letzten Mann. Zielt gut und spart eure Pfeile, schießt nur wenn ihr auch sicher seid! Zielt auf die Pferde,...sie sind ein größeres Ziel,...mit den Lanzen werden die gestürzten Reiter gespießt! Ehre und Stärke Männer!

  • Varro hatte genug gesehen. Er sah wie sich die Männer den Befehlen des Ocellus fügten und eine brauchbare Abwehr bildeten. Im Ernstfall wäre das hier für die Römer gimpflich ausgegangen. Germanen waren in dieser Konstellation auf leichte Beute aus, dieser Brocken wäre ihnen zu dick. Er gab Zeichen den Angriff abzubrechen und ließ die Männer antreten.
    Männer, ihr habt euch gut geschlagen! Manöverkritik erfolgt im Castellum. Wir packen jetzt zusammen, und marschieren zurück nach Mogontiacum.
    Er gestattete sich ein leichtes Lächeln.
    Jetzt noch ein wenig Reitpraxis und Theorie und die meisten von euch werden bald ein Eques der Ala II Numidia.
    Er sah in teils angespantte aber auch erfreute Gesichter. Denn dafür waren sie hier. Um einen ersten Schritt in Richtung Bürgetum zu machen.
    Nach dem zusammenstellen der Ausrüstung wurden die Wagen beladen und der Trupp machte sich rumpelnd auf nach Mogontiacum.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!