Atrium | M. Decimus Livianus

  • Etwa eine Stunde vor dem Beginn der Sitzungen erhielt Menecrates von Magrus die Nachricht, dass Livianus eingetroffen sein soll. Glauben würde Menecrates das erst, wenn der Decimer vor ihm stand. Er ließ seine Vorbereitungen für die Ermittlungskommission liegen und erhob sich sofort, um vom Arbeitsraum zum Atrium zu gehen. Tausend Gedanken, viele Erinnerungen und einige Fragen sprangen wild durch seinen Kopf, während er mit einem Lächeln auf dem Gesicht hoffte, dass sich Magrus nicht verhört hatte.

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  • Livianus hatte seinen Diener wieder zurück zur Sänfte geschickt und vertrieb sich die Wartezeit damit, dass prunkvoll ausgestattete Atrium der Villa Claudia zu begutachten. Es war kaum zu glauben, aber trotz all den Jahren die er nun in Roma verbracht hatte, war dies sein aller erster Besuch in der Villa Claudia. Dies lag vermutlich hauptsächlich daran, dass er zu Gens Claudia bisher nie einen engen Kontakt gepflegt hatte - mit Ausnahme von Menecrates. Doch ihre Bekanntschaft basierte auf ihren gemeinsamen militärischen Dienst fernab von Rom. So war es für den Decimer durchaus äußerst interessant und spannend durch diese zum Teil geschichtsträchtigen Räume zu schreiten und einen hauch des alten Prunkes der Patrizier in sich aufzunehmen.

  • ...und Magrus hatte sich nicht verhört. Als Menecrates ins Atrium einbog, stand dort Decimus Livianus - in Person, wohlauf und begutachtete die Einrichtung.


    "Das gibt es doch nicht", rief Menecrates lachend aus. Noch wenige Schritte zuvor wogen die Zweifel schwerer als die Freude. Während er auf seinen langjährigen Weggefährten zuging, fügte er an: "Ein paar Mal haben wir uns verpasst, beide waren wir lange fort und jetzt kreuzen sich tatsächlich unsere Wege." Als er Livianus erreichte, konnte er nicht umhin, den Decimer seitlich der Schultern zu fassen und zu drücken. Einen Verwandten hätte er in die Arme geschlossen, bei Livianus wartete er dessen Reaktion ab.


    "Schön, dich zu sehen!" Unnötig, das zu erwähnen, aber es musste raus. "Es gibt seeehr viel zu erzählen." Er wiegte schmunzelnd den Kopf.
    "Wollen wir uns setzen oder lieber schlendern?" Eine Kopfbewegung wies Richtung Säulengang. Bewegung mochte er Zeit seines Lebens mehr, wobei er zuweilen auch gerne saß. Abhängig war die Entscheidung auch von der Zeit, die Livianus mitgebracht hatte und der Claudier nicht einzuschätzen wusste. Die Höflichkeit gebot, den Gast erst einmal ankommen zu lassen, daher bremste sich Menecrates mit all seinen Fragen.

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  • Magrus wollte die Bewirtung des anscheinend sehr geschätzten Gästen lieber keinem anderen der Sklaven überlassen und brachte die Erfrischungen, die sein Dominus gewünscht hatte, daher lieber selbst ins Atrium.


    „ Dominus, hier bringe ich die von dir gewünschten Erfrischungen für dich und deinen Gast. Ich hoffe, es ist so zu deiner Zufriedenheit. Wenn du noch etwas wünscht, es ist immer einer der Sklaven in der Nähe, um es dir zu bringen.“

  • "Ich habe mich auch lange nicht mehr hier in Rom blicken lassen" erwiderte Livianus. Die Beweggründe dafür, der Tod seiner Frau Vespa, waren dem Claudier vermutlich bestens bekannt und so ging er nicht näher darauf ein.


    Ein wenig überrascht oder besser gesagt sogar überrumpelt war er schon ob der recht freundschaftlichen Begrüßung des Claudiers. Doch er empfand es keineswegs als unangenehm oder unangebracht und so tat der Decimer es seinem Gastgeber gleich und erwiderte die freundliche Begrüßung.


    "Lass und ein wenig gehen. Wie läuft dein Consulat?"

  • Ein Gang durch das Atrium kam Menecrates entgegen. Er nickte zustimmend und deutete auf Magrus, der mit den Getränken bereitstand. "Möchtest du?" Während er auf Livianus' Entscheidung wartete, nahm er sich vor, bei nächster Gelegenheit den jungen Sklaven für seine Fleißigkeit der letzten Wochen zu belohnen. Er achtete ansonsten nicht auf seine Sklaven, aber wenn einer verhältnismäßig oft unter seine Augen trat, merkte er sich dessen Gesicht.


    Nachdem die Erfrischungsfrage geklärt war, ging Menecrates auf die Frage seines Gastes ein. "Es läuft gut, wenn ich von den großen Ludi einmal absehe. Vor allem aber ist es sehr arbeitsintensiv, aber wem sage ich das." Livianus konnte er kaum Neues erzählen, was das Amt ansich betraf.
    Sein Arm wies Richtung Säulengang und er setzte sich in Bewegung.


    "Ich betrachte es als gutes Zeichen, dass du wieder in Rom bist", begann er seine Ausführungen. "Mein Beileid übrigens, ich hatte es bisher nicht entrichten können." In der Tat starb Livianus' Ehefrau kurz bevor sich Menecrates wieder in die Öffentlichkeit begab und im Anschluss daran war der Decimer verreist.


    "Angefangen bei meinem Consulat bis hin zur letzten Amtszeit als Praetor oder einigen Sitzungen im Senat gab es mehrere Situationen, in denen dein Wissen für mich von Nutzen gewesen wäre und ich gern auf deine Mitarbeit gezählt hätte. So auch aktuell." Er warf einen Blick auf seinen Gast, während er weiterschlenderte. "Wie würdest du einer Berufung in eine Ermittlungskommission gegenüberstehen? Einzelne Senatoren sind ausgefallen. Aufgabe des Ausschusses ist es, die Ursachen des Sklavenaufstandes zu ermitteln. Es gäbe Protokolle, mit denen du dich auf den neuesten Stand bringen könntest."

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  • "Ich danke dir!" erwiderte Livianus etwas steif auf die Beileidsbekundung des Claudiers. In der Tat ging es ihm etwas besser als noch vor wenigen Monaten, allerdings verdrängte er dieses Thema immer noch viel lieber, als er sich damit auseinandersetzte. Daher war er auch sehr froh, als Menecrates gleich wieder das Thema wechselte.


    "Ich habe bereits von den Ermittlungen gehört. Bin aber nicht mit den Details vertraut. Alles was ich bisher über den Sklavenaufstand zu Ohren bekommen habe ist eher der Tratsch und das Hörensagen, dass sich in der Provinz verbreitet hat und auf den ich nicht sehr viel gebe. Von dem her würde ich der Berufung in einen solchen Ausschuss neutral und sehr unvoreingenommen gegenüberstehen. Wenn du möchtest, stehe ich dir daher gerne zur Verfügung. Am besten du lässt mir Abschriften der Protokolle zukommen. Wer ist den derzeit noch im Ausschuss aktiv?"

  • "Nichts klingt besser als neutral und unvoreingenommen", erwiderte Menecrates. "Ich selbst habe stets die Unterhaltung mit dem Kaiser im Hinterkopf, deren Inhalt ich dir besser nicht sage, damit du unvoreingenommen bleibst. Wenn es deine Zeit erlaubt, dann bleib doch gleich hier. In einer knappen Stunde beginnt die nächste Sitzung. Allerdings..." Der Consul überlegte kurz, dann fuhr er fort. "... vielleicht wäre es doch besser, wenn du zunächst die Protokolle studierst. Es sind mittlerweile viele zusammengekommen und sie sind unmöglich in weniger als einer Stunde durchzuarbeiten."


    Andererseits wollte er Livianus nichts vorschreiben. "Entscheide am besten selbst. Ich zeige dir erst einmal den Protokollstapel, samt der bisherigen Ergebnistafeln der Kommissionsarbeit sowie einem Bericht der Praetorianer."


    Menecrates führte Livianus vom Atrium in das Tablinum, das der Kommission als Sitzungsraum diente. Auf Kommoden stapelten sich mittlerweile Berge von Tafeln.
    "Zwei wichtige Zeugenbefragungen stehen noch aus: Einmal die der Rädelsführerin Varia. Sie wird im Kerker stattfinden. Außerdem soll noch Sergia Fausta befragt werden, um abzuklären, ob eine Beteiligung am Aufstand vorliegt."

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  • Der Decimer hörte seinem Gastgeber aufmerksam zu und tendierte eher dazu zuerst die Protokolle durchzugehen, ehe er am einer Sitzung teilnahm. Vor allem als er im nächsten Raum den nicht gerade kleinen Stapel an Protokollen sah, der sich bisher angesammelt hatte. Doch noch bevor er eine Entscheidung treffen und Menecrates eine Antwort geben konnte viel ein Name, der im kurz innerlich zusammenschrecken ließ. Verdutzt schaute er den Claudier an.


    "Sergia Fausta sagst du? Aber wie sollte sie beteiligt sein? Du weißt das sie meine Klientin ist?"

  • Menecrates fing den verdutzten Blick auf, ohne ihn zunächst deuten zu können. Sein letzter Satz beinhaltete mehrere Eckpunkte, um den Decimer ins Bild zu setzen. Lange musste er nicht rätseln, die Erklärung kam prompt und mit der Erklärung eine Mitteilung von Tragweite. Nunmehr schaute Menecrates verdutzt, weil für ihn Sergia Fausta und Livianus Provinzen gleich auseinanderlagen.
    "Das wusste ich nicht", antwortete er auf die Frage. "Sie wurde in einer Aussage belastet", erklärte Menecrates, noch immer etwas neben sich stehend. "Varia, die Rädelsführerin des Aufstandes", erläuterte er weiter und ging zur nebenstehenden Kommode, auf der Tiberius' Bericht lag. Er tippte auf die Tafeln. "Hier kannst du es nachlesen."
    Viele Gedanken schossen durch seinen Kopf, zwei äußerte er, weil sie raus mussten.
    "Jetzt bist du zumindest in dieser Sache auch teils befangen. Wir können uns alle nicht gänzlich freimachen. Wie… bist du… zu dieser Klientin gekommen, wenn ich fragen darf. Bitte sieh es nicht als Vorwurf, sondern mehr als Ausdruck meiner Überraschung.“ Einerseits Frau, andererseits Fausta.

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  • Eine mehr als verständliche und gute Frage, wie Livianus sich selbst ehrlich zugeben musste. Das Ganze war schon wieder so lange her, dass es eine Zeit brauchte sich daran zu erinnern.


    "Nunja...... Sie war damals Praefecta Vehiculorum soweit ich mich erinnern kann und mit Senator Marcus Iulius Dives verheiratet. Dieser wiederum war ein wohl enger Freund meines Adoptivsohns Serapio...... Wie auch immer. Ich wurde damals von ihr um meine Patronage gefragt und sah keinen wirklichen Grund sie ihr zu verweigern. Danach hat sie es sogar bis an den Kaiserhof gebracht. So in etwa war das..... damals.


    Du kennst mich lange genug Menecrates und weißt, dass ich kein Mensch bin, der auf Salutatios und Ähnliches großen Wert legt. Ich könnte dir daher nicht einmal mehr sagen, wann ich sie zuletzt gesehen habe."


    Der Decimer hielt kurz inne und sah sein Gegenüber nachdenklich an, bevor er weiter fortfuhr.


    "Hmmm.... Vielleicht wäre dies auch ein guter Zeitpunkt sich von dieser Klientin zu trennen."

  • Durch Verbindungen ergaben sich Möglichkeiten, das wusste auch Menecrates. Serapio und Dives waren beide namhafte Männer.
    Er nickte zustimmend, als Livianus sich selbst und seine Haltung zu Salutatios schilderte. Gerade wegen seiner bodenständigen Art mochte er den Decimer. Vielleicht lagen auch generell Welten zwischen reinen Politikern und solchen, die zusätzlich auf eine lange Militärkarriere zurückblicken konnten.


    "Ja, der Kaiserhof macht die Lage für sie nochmals brisanter." Diese Tatsache vereinfachte nicht unbedingt die Situation. Er überlegte, was er Livianus auf seine letzte Bemerkung hin erwidern sollte, beschloss aber, sich weitgehend herauszuhalten.
    "Wir dürfen natürlich niemanden vorab verurteilen. Bisher steht nichts als eine Beschuldigung im Raum. Tatsache ist allerdings, dass sie in Kürze und aufgrund dieser Beschuldigung vernommen werden wird und es wäre ein Gewinn für die Kommission, wenn du dich an der Auswertung oder sogar der Befragung beteiligen würdest."


    Menecrates erwiderte den nachdenklichen Blick, mochte aber nicht das Zünglein an der Waage sein, das die Entscheidung in eine der beiden Richtungen lenkte.

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  • "Also gut. Warten wir ab, was sie zu diesen Anschuldigungen zu sagen hat. Selbstverständlich werde ich bei dieser Befragung auch anwesend sein, wenn du das für Richtig hältst. Eine Klientin von mir verstickt in einen Aufstand...."


    Verständnislos schüttelte der Decimer den Kopf, ehe er wieder das Thema wechselte.


    "In jedem Fall werde ich mich schnellstmöglich in die Protokolle einlesen. Die Entscheidung ob ich gleich im Anschluss hier bleiben soll oder euren heutigen Sitzungstag ebenfalls mittels Protokoll nachlese überlasse ich dir. Zeit hätte ich grundsätzlich, aber ich kann verstehen, wenn dies die geplanten Abläufe für heute verkomplizieren würde. Ich nehme an du willst die anderen Mitglieder der Kommission vielleicht vorher informieren. Wer sind denn eigentlich die anderen Mitglieder der Kommission?"




    Sim-Off:

    Sim-off habe ich den ganzen Thread nachgelesen. Wann es Sim-on sinnvoll ist mich dazu zu schreiben überlasse ich dir. Es sollte ja bei einem Tageswechsel stattfinden und nicht mittendrin sein. Sag einfach bescheid.

  • Menecrates würde sich auch unwohl fühlen, wenn einer seiner Klienten unter einem so außerordentlichen Verdacht stünde. Der Befragung der Sergia Fausta sah er mit besonderer Neugier entgegen, doch die Umsetzung ließ noch auf sich warten.


    "Es verkompliziert nichts, wenn du sofort einsteigst", versicherte er. "Im Gegenteil: Jede Sitzung mit einem erfahrenen Mann mehr ist ein Gewinn. Außerdem mag es zusätzlich von Vorteil sein, weil du völlig unbelastet und unvoreingenommen bist. Manches Mal wird ein Sehender blind, wenn er das Offensichtliche ständig vor Augen hat." Er schmunzelte, dann fuhr er fort.

    "Ich lasse dich am besten alleine, damit du ungestört die Protokolle nachlesen kannst und ich bereite die heutige Sitzung weiter vor. Wir haben einen neuen Zeugen."


    ________________


    Kurz vor Beginn der Sitzung lugte der Consul wieder ins Atrium und Livianus einen Wink, ihm ins Sitzungszimmer zu folgen.

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