• Am Morgen wachte er ohne Vorfreude auf, weil er das Marschziel bereits kannte. Sowohl der Weg als auch der Ort boten nichts Neues. Nach seiner Erfahrung erschien ein Weg, der mehr als einmal beschritten wurde, zudem kürzer als beim ersten Mal, daher schreckte ihn diese Aufgabe wenigstens nicht. Er wusste nur nicht einzuschätzen, ob es dieses Mal auch eine stundenlange Verschnaufpause gab, oder ob sie sofort wieder zurückmarschierten. Hin wie her, das hatten viele Soldaten vor ihm geschafft und er hielt sich nicht für ein Zärtelchen.


    Mental und körperlich gestärkt schritt er mit den anderen zur Baracke, bildete eine Linie und wartete auf den Ausbilder.

  • Lurco trat aus der Baracke VII und warf einen Blick auf seine Tirones. Die einen wirkten etwas unsicher, andere noch müde und bei anderen konnte man keine Regung erkennen. Sie alle hatten sich vorbereitet und warteten auf die nächste Etappe ihres Ausbildungsziels. Das niemand von ihnen begeistert sein würde, war klar. Aber Lehrplan war Lehrplan. Hier ging es darum Urbaner zu formen und nicht ihnen eine schöne Zeit zu verschaffen.


    "Salve Tirones, Ihr kennt das Ziel so gut wie ich. Einmal Tivolie und zurück in zwölf Stunden. Mit zurück meine ich, dass wir in exakt zwölf Stunden wieder hier an Ort und Stelle stehen. Erreichen wir das Ziel früher, wunderbar. Erreichen wir es nach zwölf Stunden habt Ihr persönlich und als Gruppe versagt. Was das heißt könnt Ihr Euch denken. Wir werden die Strecke so lange absolvieren, bis die Übung sitzt. Abrücken", befahl Lurco und gab den Weg vor.


    Dabei tippte er Iullus Tettius Natalis an, damit dieser direkt zu ihm aufschloss. Jede Gruppe war nur so stark, wie ihr schwächstes Mitglied und auf Tettius würde er ein Auge haben. Die Gruppe verließ die Castra und machte sich auf den alt bekannten Weg nach Tivolie. Sie hielten sich auf der Straße am Wegesrand, so dass sie ein leichteres Vorankommen hatten. Unnötig schwer musste man sich die Herausforderung nicht machen. Es war noch früh am Morgen und Rom war gerade dabei zu erwachen. Viel los war noch nicht auf den Straßen.


    "Cornicularius Purgitius, es ist noch frisch so früh am Morgen. Vielleicht haben wir Glück und es bleibt so. Die Strecke habe ich schon einmal geschafft. Wir alle. Das werden wir wieder", erklärte Tettius neben Lurco. Lurco schien es als meinte der junge Tiro mehr sich selbst, als ihn. Vielleicht brauchte er ein wenig Zuspruch.

    "Richtig das hast Du, die ganze Gruppe hat das. Gehe sorgsam mit Deinen Kräften um und Tettius, wir sind als Urbaner unterwegs, nicht als Ausflugsgruppe", gab Lurco zurück und verkniff sich ein Schmunzeln.


    Tettius schaute betreten seinen Ausbilder an.

    "Entschuldigung Cornicularius Purgitius, ich habe den Gruß vergessen", gab er beschämt zurück.

    "Tiro Tettius, Du musst mich nicht bei jeder Frage vorher grüßen. Du sollst sparsam mit Deinen Kräften umgehen. Wie weit kommst Du, wenn Du den ganzen Weg über erzählst? Also Konzentration auf das Wesentliche. Du weißt wie Du Dich mitziehen kannst, Deine Truppe verlässt sich auf Dich und ich ebenso", gab Lurco zurück und deutete auf die Straße.


    "Jawohl Cornicularius Purgitius, ich habe kleine gefüllte Brote zur Stärkung dabei für die Truppe. Ich gebe mein Bestes", sagte Tettius mit fast grimmigem Blick, dass seine Pausbäckchen rot aufglühten.

    "Das weiß ich Tettius und Deine Kameraden werden es Dir danken", gab Lurco zurück und schaute einmal kurz über die Truppe die ihm folgte.


    Sie waren noch nicht weit gekommen, aber es war alles in Bester Ordnung. Die morgendliche Kühle tat der Truppe gut und ließ sie den Marsch leichter beginnen, als wenn die Hitze sie bereits jetzt im Griff gehabt hätte. Die Kühle mussten sie ausnutzen, um so weit wie möglich voran zu kommen. Demzufolge gab Lurco ein zügiges Tempo vor und würde es später je wärmer es wurde drosseln.

  • Die Anweisungen erfolgten und Sempronius tat, wie ihm geheißen. Es gab nichts Neues zu beachten, also verfiel er beizeiten in einen Trott, der ihn Schritt um Schritt laufen ließ, ohne dass er bewusst einen Fuß vor den anderen setzte. Er musste auf nichts anderes achten, als den Anschluss zu halten. Seine Gedanken galten anderen Dingen. Er dachte an die Kampfausbildung, an Strategieunterweisungen, das Exerzieren und sogar an die Pflege seiner Ausrüstung. Seine Stiefel waren frisch gewachst, um das Leder geschmeidig zu halten, aber der Panzer konnte noch etwas Politur gebrauchen. Den würde er sich morgen vornehmen, denn heute am Abend plante er nichts mehr ein.

  • Von Rom nach Tivoli und das in 12 Stunden. So gemächlich der Marsch auch angefangen hatte, so sehr zog er sich in die Länge. Die Stunden verstrichen und Sandalen bewährte Füße fraßen Meilen. Die morgendliche Kühle war schon längst der Wärme des Mittags gewichen, aber Müdigkeit durfte keiner vortäuschen. Wer Hunger oder Durst verspürte hatte beim Laufen seinen Hunger oder Durst zu stillen. Die Zeit lief unaufhörlich, so wie auch die Tirones zu laufen hatten.


    Ihr erster Marsch hatte sie in fünf Stunden nach Tivoli gebracht und auch diesmal schafften es die Tirones den Zeitplan einzuhalten. Plante man zurück ebenfalls fünf Stunden ein, hatten sie ein zusätzliches Zeitfenster von zwei weiteren Stunden. Das Fenster war notwendig, denn es würde keine Verschnaufpause in Tivoli geben. Sie betraten die Stadt, machten auf dem Absatz kehrt und wanderte umgehend zurück nach Rom.


    Auf der Rücketappe führte Lurco seine Truppe eine gute halbe Stunde wesentlich langsamer, so dass die Gruppe sich erholen konnte. Erneut wurde Essen gefasst und etwas getrunken, ehe sie mit etwas mehr Schwung weiter marschierten. Crus hielt sich wacker und auch Myrtilus waren gut dabei. Auf den ersten Blick machten alle einen guten Eindruck. Natalis schwächelte hier und dort, aber dennoch biss er sich durch und trank wenn ihm die Kräfte schwanden. Phormio hakte ihn einige Zeit unter, bis Natalis wieder richtig Tritt gefasst hatte.


    Am Abend kam endlich die Castra in Sicht. Selbst Lurco seufzte erleichtert, als sie das Gelände betraten. Genau vor der Baracke VII blieb er stehen und gab seinen Tirones einen Augenblick um inne zu halten und durchzuatmen.


    "Geschafft", verkündete er stolz mit einem Wort.

  • Bis zum Abend setzte Sempronius einen Fuß vor den anderen und irgendwann traf er mit den anderen in der heimischen Castra ein. Gäbe es häufiger solche Übungsmärsche, würde er abstumpfen, weil sie ihm nichts gaben. Daran änderte auch die Tatsache nichts, wenn sich Kleinigkeiten wie Zeitvorgaben oder verschiedene Ausrüstungen änderten. Er stand mit den anderen vor der Baracke und wartete gespannt darauf, was der neue Tag bereithalten würde.

  • Lurco trat vor seine Baracke und überblickte die Tirones.


    "Salve und guten Morgen Tirones, heute fängt der Tag für Euch damit an, dass Ihr vorerst nichts tun werdet. Was heute von Euch geleistet werden muss, entscheidet sich in einigen Augenblicken und zwar nach der Stubenkontrolle. Hoffen wir für Euch, dass Eure Ausrüstung in Bestform ist. Je gepflegter die Ausrüstung und die Stube, umso besser für Euch", erklärte Lurco und marschierte umgehend in die Baracke seiner Schützlinge.


    Purgitius überprüfte die Stube, wie die Ausrüstung verwahrt wurde, wie es um die Sauberkeit der Baracke stand und auch wie es im kleinen Küchenbereich aussah. Die Ausrüstung von allen konnte etwas mehr Glanz vertragen und so manches Bett sah aus, als wäre sein Besitzer herausgestürzt, anstatt es vorher ordentlich zu machen. Das war für Zivilisten kein Problem, aber ein unordentlicher Geist arbeitete auch so.


    "Tirones Eure Ausrüstung könnte besser aussehen. Eine einzige Ausrüstung glänzt auf Hochglanz. Wem gehört sie?", fragte Lurco und klopfte dagegen.


    "Mir Cornicularius Purgitius!", erklärte Sittius mit stolzgeschwellter Brust.


    "Sehr gut. Ihr anderen schaut Euch die Ausrüstung von Crus an und nehmt Euch daran ein Beispiel. Wem gehört das Bett, das aussieht als hätte eine Horde Unholde darin geschlafen? Zur Information Essensreste im Bett sorgen für Ungeziefer. Wer abends oder nachts noch was essen muss, isst außerhalb des Bettes. Verstanden? Wem gehört das Chaos?", fragte Lurco ernst in die Runde.


    "Das Bett gehört mir Cornicularius Purgitius, mein Brot war vom Vortag und etwas krümelig. Ich hätte es im Brotbeutel aufbewahren sollen", gestand Tettius betreten.


    "Du hättest das Brot im Beutel und außerhalb des Bettes aufbewahren sollen. Du wirst das Chaos beseitigen, sobald Du vom Dienst zurück bist Tiro", befahl Purgitius.

    "Jawohl Cornicularius Purgitius", antwortete Natalis, kramte kurz hinter sich, so dass Lurcos Blick noch finsterer wurde und hielt seinem Ausbilder dann ein gefülltes Brot hin.


    "Was soll ich damit? Als Beweismittel sichern oder was?", hakte Lurco nach.

    "Das ist für Dich als Entschuldigung", erklärte Natalis kleinlaut.


    "Für mich als Entschuldigung? Ein altes, krümeliges Brot?", fragte Lurco und trat ganz nah an Natalis heran, "willst Du mich etwa.... bestechen?"

    "Ja, also habs versucht", gestand Tettius flüsternd und drückte das Brot an seine Brust.


    "Herzlichen Glückwunsch, Du hast das System Roms begriffen Tiro Natalis. Eine Hand wäscht die andere, aber das sorgt noch immer nicht für saubere Verhältnisse. Vor allem dann nicht, wenn man ein altes Brot an sich drückt", antwortete Lurco, nahm dem Tropf das Brot aus der Hand und warf es auf den Tisch.


    "Abrücken, zum Exerzierplatz. Schon mal wer was von Zirkeltraining gehört? Ihr werdet es hassen", grinste Lurco und gab den Weg vor.



    >>> RE: Meldung am Exerzierplatz

  • Allein die Tatsache, dass Sempronius Lesen und Schreiben konnte, wies darauf hin, dass er mehr als nur die Erziehung der Familie genossen hatte. Einen Privatlehrer konnte sich die Familie nicht leisten, daher tat man sich mit mehreren Familien zusammen und bezahlte einen Gemeinschaftslehrer. Aus dieser Zeit kannte er die Konstellation, dass ein Lehrer immer seine Lieblinge hatte, zumeist solche, die schleimten, was Sempronius abstoßend fand. Er selbst legten keinen Wert darauf, Liebling zu werden, da er seinen bisherigen Lebensweg aus eigener Kraft zurückgelegt hatte.

    Seine Kameradschaft verteilte er ebenfalls nicht pauschal, denn dafür brauchte es mehr als die Eingruppierung, Tiro der Cohortes Urbanae zu sein. Wer sich in Sachen Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Gradlinigkeit bewährte, käme als Kandidat für Kameradschaft infrage.

    Da Sempronius zu den ordentlichen Menschen gehört und selbst auf einem Übungsmarsch an die Pflege seiner Ausrüstung dachte, zog er sich den Schuh in Bezug auf bessere Ordnung und Pflege nicht an. Er neigte prinzipiell zum Pingeligen oder Pedantischen und legte Sauberkeit gewiss nicht großzügig aus. Insofern waren die Barackenthemen schnell abgehakt und die Konzentration galt dem weiteren Verlauf der Ausbildung, die heute auf dem Exerzierplatz stattfinden würde. Sempronius freute sich und schritt tatendurstig aus.

  • <<< RE: Ausbildung der Tirones - Tivoli


    Am späten Abend kamen sie vor der Baracke VII an. Lurco überblickte die Truppe und nickte anerkennend.

    "Ausbildungsabschnitt eins, Punkt 3 habt Ihr absolviert. Sehr gut. Für heute Abrücken in die Baracke Tirones. Tiro Nummius auf ein Wort zu mir", befahl Lurco und wartete bis die anderen abgerückt waren.


    "Ins Valetudinarium mit Dir. Ich warte auf Rückmeldung, Du weißt wo Du mich findest", sagte Lurco und nickte knapp.


    >>> RE: [Officium] Optio Valetudinarii

  • Lurco schwang gerade den Kochlöffel und schaute gut gelaunt, wer sich da so fröhlich in ihrer Baracke bemerkbar machte.

    "Stilo! Du hast ein feines Näschen dafür, wenn es etwas zu Essen gibt. Komm rein und iss mit. Heute bin ich mit Kochen dran. Schrecken Dich buntes Gemüse und Bratwurst nicht, dann wirst Du zuschlagen und bleiben. Nimm Dir Poska und was verschlägt Dich hierher? Außer natürlich der Duft von den Würstchen?", fragte Lurco gut gelaunt.

  • "Hmmm, das riecht nach großem Hunger. Danke für die Einladung, da sage ich nicht Nein. Pass auf: Ich rühre hier noch eine Runde, du gehst Scato vom Valetudinarium abholen, damit er mit uns isst. Auf dem Rückweg geht ihr beide am Schwarzen Brett vorbei und seht euch die Aushänge an."


    Stilo öffnete die Hand, damit Lurco ihm den Kochlöffel überreichen konnte.

  • Überreicht bekam Stilo einen Kochlöffel und eine hölzerne Grillzange für die Bratwurst und das Grillgemüse.


    "Achte gut darauf, dass das Gemüse schön kross und knusprig wird und die Bratwurst ebenso. Aber lass nichts anbrennen Stilo. Zum Schluss lege das Brot unten auf den Topfboden und lass es den Saft aufsaugen. So schmeckt es doppelt gut. Ich bin gleich wieder da und Obacht auf unser Essen, Rammy hat da ein Auge drauf.


    Ich bin gleich mit Scato zurück und schaue auf das schwarze Brett. Bis gleich", verabschiedete sich Lurco und machte sich auf den Weg.


    >>> RE: [Officium] Optio Valetudinarii

  • <<< RE: CU Bekanntmachungen


    Lurco kehrte mit Scato zur Baracke VII zurück und hielt dabei den Aushang hoch wie ein Siegesbanner.

    "Stilo Du hast nichts gesagt! Brüder, Scato und mir wurde die Ehre zu Teil, zu den Prätorianern abberufen zu werden und zwar sofort", teilte Lurco feierlich mit.

  • Die Pfanne zischte zornig und spritzte mit Öl. Stilo versuchte, eine Bratwurst zu bändigen, die auf einer Seite verbrannte und auf der anderen noch nicht so richtig durch wirkte. Ramnus sah aus, als ob er ihn am liebsten schlagen würden. Trotz jahrelanger Erfahrung in der Zubereitung von Kasernenessen, hatte Stilo es noch nie verstanden, Zutaten in Köstlichkeit zu verwandeln. Lurcos Rückkehr war sehr willkommen und sieben Augenpaare betrachteten ihn, während der Prätorianer fluchend versuchte, die Bratwurst mit der Zange zu greifen, ohne vom siedenden Öl bespritzt zu werden.


    Lurcos Nachricht setzte dem Unglück die Krone auf. Einen Moment herrschte unwilliges Schweigen, dann riss man sich zusammen, jubilierte und gratulierte höflich, Lurco wurde die Hand geschüttelt und man klopfte seine Schultern, doch aufrichtig erfreut wirkte niemand. In den letzten Jahren hatte man sich aneinander gewöhnt, nun würde einer gehen und ein Neuer auf die Stelle gesetzt werden. Asper war der Einzige, der überhaupt nicht gratulierte, sondern nur schweigend Lurcos Hand hielt und ihn so trauervoll betrachtete, als hätte ihr Optio soeben erklärt, an einer unheilbaren Krankheit zu leiden und bald seine letzte Reise antreten zu müssen.


    Tarpa nahm sich ein Herz und riss die andere Pfanne mit dem noch intakten Grillgemüse aus Stilos Reichweite, während dieser mit der Bratwurst beschäftigt war, um es rasch auf den Tisch in Sicherheit zu schleppen.


    "Wir sind ab sofort Kollegen", verkündete Stilo geistreich, konnte aber nicht in Lurcos Richtung schauen. Er packte die widerspenstige Wurst mit der Zange und zerquetschte sie prompt. Den kläglichen Rest drappierte er vorsichtig auf dem letzten der zehn Teller, die unansehnlich mit angebrannten, halb rohen oder zerbrochenen Bratwürsten bestückt waren.

  • Das Elend war gar nicht mit anzusehen, was Stilo den Kameraden und sich selbst servierte. Aber das war nichts dagegen, wie sich Lurco einige Sekunden später fühlte. Ein Neubeginn war auch stets ein Abschied und die Barackenbrüder waren seit Jahren seine Familie. Sie hatten zusammen den Dienst bei den Cohortes Urbanae aufgenommen, sie hatten Höhen und Tiefer durch- und überstanden. Seite an Seite hatten sie gelitten und gekämpft, gefeiert und gelacht. Und nun standen sie sich gegenüber und nahmen Abschied. Abschied war tatsächlich ein scharfes Schwert, wie Lurco in dem Moment feststellte.


    Purgitius legte den Aushang auf den Tisch und trat vor jeden einzelnen seiner Barackenbrüder. Tarpa, Stilo, Quietus, Ramnus, Pullus und Asper wurden einzeln nacheinander umarmt und gedrückt. Wortlos hielt Lurco jeden einen Moment lang fest, denn sie alle verband sehr viel.


    "Jeder Neuanfang ist ein Abschied, aber Scato und ich sind nicht für immer fort Brüder. Zudem sind wir Nachbarn und was uns niemand nehmen kann ist unsere Bruderschaft. Aus den Augen, aus dem Sinn gibt es bei uns nicht. Wir sind eine verschworene Gemeinschaft und wesentlich mehr als nur Kollegen oder Kameraden. Vielleicht haben auch einige von Euch das Glück zu den Prätorianern abgerufen zu werden. Das würde ich mir für jeden von Euch wünschen. Wer immer von Euch meine Hilfe benötigt, ich bin da. Gleich wo ich meinen Dienst verrichte oder als was. Das wisst Ihr meine Brüder und auch daran wird sich niemals etwas ändern.


    Heute nach Dienstschluss findet Euch in der Casa Leonis ein und lasst uns feiern, wie es sich gehört. Bei gutem Fleisch, Gemüse und Getränken feiern wir unsere Bruderschaft, den Abschied und den Neubeginn. Und eines vorweg, es ist nur ein dienstlicher Abschied. Wir sollten die Grillabende zu einem festen Bestandteil werden lassen. Ihr seid immer und jederzeit in unserem Haus willkommen. Jeder einzelne von Euch. Wir feiern Ende offen schlage ich vor. Genug Übernachtungsmöglichkeiten sind bei uns für Euch gegeben. Du bist natürlich auch eingeladen Stilo.


    Und nun esst was Stilo dort so mühevoll zubereitet hat. Ich werde Euch dienstlich vermissen, meine ersten gejagten Verbrecher widme ich Euch Brüder", sagte Lurco gerührt.

  • Im Hintergrund hielt sich Scato. Ihm gegenüber fiel der Abschiedsschmerz geringer aus, denn als er Optio valetudinarii wurde und ins Lazarett gewechselt war, hatte er seine Einheit bereits verlassen. Man kannte einander, man traf einander und behielt die Freundschaft bei, doch hatte sich inzwischen an die Entzweiung gewöhnt. Es würde sich kaum etwas ändern, wenn Scato zu den Prätorianern wechselte, denn Urbaner und Prätorianer teilten sich das Lazarett.


    Wirklich vergnügt schien dafür Onkel Stilo, der im Dienst Optio Seius hieß. Vor lauter Freude verdarb er allen das Abendbrot. "Prätorianerwürste", urteilte Scato, als er das schwarze Unheil auf dem Teller sah. "Wie aufmerksam! Guten Abend, Cornicularius und Optio. Salvete, Milites."

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!