[Cubiculum] Manius Octavius Gracchus

  • Als der Dominus vor ihr erstarrte, merkte sie sofort, dass da vielleicht doch etwas falsch lief. War sie unvorsichtig gewesen? Und vor allem kannte sie denn Mann vor sich ja doch noch gar nicht. Er errötete und starrte sie an, so dass sie in ihrer Bewegung inne hielt, nur, damit er selbst diese fortführte und sogar noch erweiterte. Nun war es an ihr, zu erstarren und gebannt zuzuschauen, was geschah. Als er ihre Finger zwischen seine Lippen nahm, öffnete sie den ihren Mund kurz und schloss ihn kurz darauf wieder. Was machte er dort? Das dies kaum die übliche Vorgehensweise war, wenn man Fruchtsaft an den Fingern hatte, war schließlich klar.

    Sie zuckte kurz, als er sie an der Wange berührte, aber es blieb ihr ja wenig übrig, als auszuharren. Davonlaufen konnte sie nicht. "Danke, Dominus. Das war sehr nett," kommentierte sie seine Säuberung und seine Frage. "Du hast ein sehr beeindruckendes Haus," sagte sie noch, denn viel tiefgehender konnte sie nicht urteilen, wie sie es ihr gefiel. Wie sie ihren neuen Dominus fand, wusste sie nicht, und was könnte er sonst meinen?

    "Es wäre gut, wenn ihr mir Dinge zeigen könnt. Ich kenne mich hier nicht aus."

  • Die erhoffte Erwiderung kam nicht über ihre vollen sinnlichen Lippen. 'Sehr nett'. Ganz im Gegenteil. Sie zuckte ein wenig zusammen als ich sie sehr sanft berührte. Es war wohl zu viel verlangt gleich am ersten Abend mehr zu beharren. Dass sie sich bereitwillig mir hingab. Zumal ich nicht wusste, ob ich ihr gefiel oder sie schlimmes vor unserer Zeit erleben musste und vielleicht deshalb sehr vorsichtig war. "Das Haus meines Vaters meinst du." Jedoch versuchte ich einen weiteren Anlauf. Meine Hand fuhr auf ihre Wange weiter hinab, bis sich die Zeige- und Mittelfinger absetzten und sanft an ihren Hals mit einer leichten geschlegelten Linie hinunterglitten. Jeder ihrer Atemstöße spürte ich mit meinen Fingerspitzen auf Weg bis zur rechten Schulter. Ich schob ihre Tunika ein wenig beiseite. Ihre Schulter war somit entblößt. Ich beugte mich zu ihr, nahm den süßen Duft ihres Haares wahr und küsste sie zwei, drei Mal leicht auf die Schulter. "Gewiss, viele Dinge... sehr viele wie diese."

  • Natürlich gab sich die junge Germanin nicht direkt dem Mann hin, nur weil er auf ihre Berührung beeindruckt reagiert hatte. Diese war schließlich rein zufällig beziehungsweise ohne Hintergedanken gewesen. Synnove war eine Haussklavin die in einer Backstube gearbeitet hatte, und niemand, der in den Künsten der Liebe, der Lust oder der Verführung erfahren war oder gar irgendwie ausgebildet worden war. Sie hatte schlicht keine größeren Berührungsängste, weil sie sich mit Krankheiten und der Heilkunst einigermaßen auskannte. Ein wenig Traubensaft von der Wange eines Fremden zu wischen war da eins der harmlosesten Dinge, wobei sie auch noch keine wirklich schlechten Erfahrungen mit Männern gemacht hatte.

    "Deines Vaters, ja," wiederholte sie. Sie hatte es ja nicht besser gewusst, ohnehin kannte sie sich in den rechtlichen Eigentumsverhältnissen der Römer nicht aus, in dieser Beziehung zählte nur, wer sie besaß. Und selbst das klang natürlich seltsam in ihren Ohren.

    Der Mann ließ sich von ihrer Passivität nicht abschrecken, das brauchte er wohl auch nicht. Sie war bei ihrer Ankunft gewaschen worden, doch hatte sie den Tag auf der Straße verbracht, so dass er nicht nur ihren Eigengeruch, sondern sicher auch recht viel Schweiß riechen und schmecken würde. Seine Fingerspitzen sorgten bei ihr für eine leichte Gänsehaut und sie atmete ein wenig schneller, auch ihr Herz schlug rascher. Synnove mochte unerfahren sein, aber dumm war sie nicht. Sie wusste durchaus, was er von ihr wollte, spätestens jetzt war es ja kaum mehr zu leugnen. "Wenn... wenn du das möchtest, Dominus," brachte sie hervor. Denn was sollte sie tun? Weglaufen? Stattdessen blieb sie weiterhin einfach sitzen.

  • Ihr Schweißgeruch und die salzige Haut nahm ich nicht zur Kenntnis. Dafür war ich viel zu sehr von ihrer Schönheit zerstreut gewesen. Wäre sie eine duftende Blume, dann wohl eine aufblühende Lotusblüte. Diese stand für eine vollkommende Schönheit und strotzte vor Kraft.


    Ich spürte ihre Gänsehaut. Jede einzelne Pore. Ich nahm es als Zeichen ihrer freien Willigkeit. Ich richtete mich auf, mein Kopf neigte sich zu ihrem und meine Lippen berührten ihresgleichen. Ich küsste sie. Sie schmeckte wie süßer Nektar. Jede Biene hätte sich wohlwollend an ihr gelabt. Meine Hände fuhren dabei weiter über ihren Schultern in Richtung Zentrum. Umkreisten sie fünf, sechs Mal, bis ich von der obersten Spitze des Brustbeins hinab glitt. Sollte ich? Würde sie? Spielte es eine Rolle?


    Ein Gedanke plagte mich doch. Ich löste meine Lippen und blickte ihr tief in ihre himmelsgleichen Augen. "Bist du noch Jungfrau?" Dies war wichtig für mich, um auf die eine oder eben auf die andere Art fortzuführen. Liebevoll und zärtlich, oder …

  • Synnove hätte eine starke Frau werden sollen. Eine Kräuterkundige, eine Heilerin, jemand der unabhängig war und anderen half. sicherlich gehörte da auch ein wenig Kraft dazu, aber es war eben hier nicht ihre Welt. Wenn sie eine Blume sein sollte, dann eine, die man ausgerissen und ihrer Wurzeln beraubt hatte. Und wenn man sich nicht um sie kümmerte, dann könnte man sich noch ein Weile an ihrer Schönheit erfreuen, würde aber bald zusehen können, wie sie welk wurde.

    Nun, ihr Dominus war jung und nicht hässlich, er schien höflich, nur ein wenig stürmisch. Sie hatte sich diese Dinge anders vorgestellt, wusste aber auch durchaus, wie junge Männer so drauf waren. Und was sie wollten.

    Es lag ohnehin nicht in ihrer Macht, sich dem zu erwehren, aber ihr war ebenso klar, dass sie es hätte schlimmer treffen können. Er küsste sie, und tatsächlich spitzte sie die Lippen ein wenig und erwiderte es, wenn auch sehr zaghaft. Was sie immerhin als letztes wollte, war der Zorn des Mannes auf ihr. Seine Berührungen waren vorsichtig, sicher zögerlicher als nötig. Was sie verwunderte, denn was hier geschah, lag ja bei ihm.

    Sie spürte die Anspannung, die sich dank seiner Küsse und Berührungen mit Erregung mischte und war fast enttäuscht, als er von ihr abließ. Sie blinzelte, einmal, zweimal. "Ich... ja, ich lag noch bei keinem Mann, Dominus." Sie senkte den Blick ein wenig. "Wenn du aber... ich weiß, wie es geht." fügte sie dann noch etwas plump an, nur um etwas zu sagen. Sie wollte ihn ja nicht enttäuschen.

  • Sollte ich ihre Antwort für wahre Münze nehmen? So Wunderschönes, ungepflückt? Oder war sie geschickt meiner Frage ausgewichen? Kein Mann, ja. Doch wie schaute es mit einer Frau aus? Immerhin kannte ich einige Domina´ s, sogar aus meiner Familie, die sich männliche sowie weibliche Sklavinnen nur für das eine hielten. Oh, der Gedanke! Es würde mir sowas von gefallen, wenn sich zwei Frauen und meiner Person zusammen uns der Lust hingeben würden.


    Ich wollte fortführen mit dem Akt. Sie entkleiden! Sie abküssen! Oben, unten, hinten, überall eben. Doch ihre weitere Aussage lies mich irritiert blicken, dass sie trotzdem wisse wie es ginge. "Woher?" Hatte sie es aus geschriebener Lektüre? Oder doch nur vom Hörensagen? "Was genau?" Oder entpuppte es sich als Unwissenheit? Sogar als eine Lüge? Es war nämlich mehr als die Geschichte mit dem Bienchen und den Blumen. "Und sei bitte aufrichtig zu mir. Ich möchte keine Geheimnisse, meine Synnove."

  • Selbstverständlich hatte Synnove nicht an Frauen gedacht, bei seiner Frage. Dies war weit ab von ihrer Welt. Nicht unbedingt ein Tabu, aber einfach nicht ihres, es kam ihr einfach nicht in den Sinn.


    Dennoch war der Dominus wohl irritiert. Was vermutlich eher schlecht war? Er wollte eine Erklärung, was wohl hieß, dass sie nun mehr sein musste als die Sklavin vom Bäcker.

    "Ich... ich war eine Heilerin. Damals. Zu Hause. Ich habe Kinder auf die Welt kommen sehen." Keine Romantik, keine Eroberung, keine verwegene Liebschaft. Einfach ihr Handwerk, bei dem sie sich auskennen musste, noch dazu mit weitaus weniger schönen Dingen als einer Geburt.

  • Was? Babys? Schreihälse? Bloß nicht! Das ist das Letzte, an dass ich denken würde. Sie waren zu nichts nütze. Machten nur Dreck. Aßen und tranken ständig. Ähnlich der Lumpenbande aus dem Subura-Viertel. Dieses Pack würde mich bei einer erfolgreichen Kandidatur als Straßenreiniger noch genug beschäftigen müssen.


    Wäre ich nicht brennend auf Synnove, dann wäre die Aussage der Todesstoß für weitere erotische Übergriffe gewesen. "Also können deine Hände Wunder vollbringen?" Wunder, die mich in nicht dagewesenen Sphären aufstiegen ließen. Ich malte mir Dinge aus, die nicht einmal .... Warum denke ich eigentlich zu viel? Lassen wir doch lieber die Taten folgen und ich könnte mir selbst ein Bild von ihren Fähigkeiten machen. Sogleich ergriff ich ihre beiden Hände und führte sie auf meinen leicht muskulösen Oberkörper. "Zeig mir bitte, was sie bewirken können. Ich spüre ein Stechen in meiner linken Brust." Es war mein Herzschlag, der gebändigt werden musste.


  • Ich liebte meinen Vater. Ich war stolz auf ihm. Jedoch hatte er mich das letzte Jahr mehr gestresst als mein wirkliches Wesen zu verstehen.


    Doch war ich sehr überrascht als ich wahrgenommen hatte, dass er verstorben war.


    Es machte mich wütend. Es riss mein Herz zu zwei.... ich hätte die Welt samt den ach so Möchtegern Adligen zusammenstampfen können, . Ich weinte. So sehr….


    Es war mir peinlich. Wiederum nicht.... Wo war nur, Maro?, dachte ich mir. Könnte er mir helfen, den Schmerz zu verkraften?


    Vater, warum nur?

  • "Es wird Zeit, dass du ihn ordentlich zur letzten Ruhe bringst, Junge." Halt, Junge war nicht richtig. Mit dem Tod des alten Senators war Manius dessen Erbe und damit das unumstrittene Oberhaupt der Octavii. Erbe des Netzwerks, des Vermögens, der politischen Position der Familie. Die Klienten würden wissen wollen, was nun würde. von den Freunden und Feinden der Familie ganz zu schweigen. Manius' Zeit war gekommen. Und wenn er ihn brauchte, würde Maro zur Stelle sein. Genau, das war jetzt wichtig. Emotionale Ausbrüche waren seine Sache nicht, also schwieg er in der Tür zu Manius Zimmer stehend und wartete darauf, dass der Erbe sich äußerte.

  • Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mich wieder fassen konnte. Zu sehr vermisste ich meinen Vater. Es war unwahr für mich. Sah ich ihn doch jeden Tag ein und ausgehen, und nun, alles ist verblast. Vergangenheit


    Als endlich Maro eintrat, war ich froh über seine Gegenwart. "Ja, das werde ich tun. Die Trauerzeit ist vorbei. Und hiermit gebe ich dir bekannt, dass ich meinen Vater niemals vergessen werde. Und daher die Octavier nach seinem Ebenbild formen werde. Koste was es wolle!" Fragte sich nur, in welche Richtung es gingen würde.

  • "Gut. Hier." Maro streckte dem jüngeren einen Becher entgegen. "Ein bisschen was stärkeres. Du brauchst es wahrscheinlich. Du wirst sobald es dir möglich ist, Pläne machen wollen. Du kannst mit mir rechnen. Sag mir bescheid wenn du was brauchst."

  • Ich blickte irritiert, war ich doch von Geburt an was Alkohol angeht ein Abstinenzler. In sexueller Hinsicht dafür um so süchtiger.

    Doch den Becher nicht anzunehmen wäre unhöflich. Ich würde ihn mit dieser Geste vor dem Kopf stoßen. Nicht in diesem Zustand! "Wenn du meinst." Ich roch erst an den Becher *würg* und nahm dann zögern und nippend einen Schluck zu mich. Fast wäre mir schlecht geworden. "Das freut mich, dass du weiterhin mir den Rücken stärkst." Einer der wenigen Octavier. "Auch ich möchte dich gerne unterstützen. Sag, benötigst du Land, um den Census erfüllen zu können? Du möchtest doch nicht für die Ewigkeit Centurio bleiben oder? Ich gebe dir das benötigte Land, wenn du möchtest."

  • Manius Octavius Gracchus

    Hat den Titel des Themas von „Cubiculum von Manius Octavius Gracchus“ zu „[Cubiculum] Manius Octavius Gracchus“ geändert.

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